Alles möglich*e

2024-04-09_mT_Website_Beitragsbild_alles_mögliche_klein

Ein Text über Selbstfindung, über Gemeinsamkeiten und Abgrenzung, zwischen Wandel und Verbundenheit, Liebe und Hass.

Zwischen damals und heute
Viel Wasser – im Fluss
hat mein Fluss sich verändert?
Was kann ich? Was muss?

Ich lasse das Hassen,
mich selbst und „die andern“
wir sind so viel gleicher
als jemals gedacht.
Wir sind so verschieden,
woll’n Grenzen verschieben,
und sprengen, die Kategorien
sind menschengemacht.

Aus Liebe, aus Hass, aus Vernunft und Vergnügen,
aus Gemeinsamkeiten und Unterschieden,
aus Wahrheit und Lügen sind Menschen gemacht.

Ich passe zu mir und ich passe zu andern
und passe jetzt anders, was manchen nicht passt.
Ich fühle Verbindung, zu mir, zu Gemeinschaft,
und fühle den Hass, der einsam macht.
Ich fühle den Schmerz, weil mein Herz sich verbindet,
mit Körpern wie meinem, politisch verhasst.

Ich fühle mich wohler, in mir, meinem Leben,
bin angekommen, um aufzustehen
und neu aufzubrechen, denn hier gibt es Halt.
Das Leben ist lang, doch es ist keine Leiter,
hab mich viel zu lang und doch nie versteckt.
Ich wollte bis hier hin und jetzt will ich weiter,
weil so, wie ich bin, bin ich mehr als perfekt.

Perfektionismus hat nur zwei Gesichter,
doch Menschen sind nicht binär, wir sind bunt.
Wir schaffen und scheitern, wir streicheln und streiten,
wir kämpfen und kuscheln, Betonung auf und.

Der Weg und der Wandel, unendliche Weiten,
es gibt nicht genug – ich verschwende die Zeit.
Ich hab keine Angst mehr und soo viele Ängste,
Möglichkeit, Ansprüche, Liebe und Leid.
Sprache ist Macht, ich erkenne die meine
und nutze sie weise und oft auch so dumm.

Pass auf, was du sagst, aber sag was verdammt!
Tu was, fang an, hör nicht auf, steh nicht rum!
Zwischen richtig und falsch liegen Möglichkeiten,
wie Flüsse und Meere zischen fake und real.
Ich will mehr_dimensionale Geschichten verbreiten,
in so vielen Schichten erschreckend banal.

Ich will immer mehr und „mal weniger machen“,
nie genug haben und auch nicht zu viel,
alles gleichzeitig machen, auch Pausen,
im Alltag mit Allmacht im ganz großen Stil.

Zwischen damals und heute
viel Fluidität,
viel Leben, viel Liebe,
viel „zu früh“, „viel zu spät“.
Zwischen heute und morgen
die gleiche Geschichte,
die gleiche Geschichte
mit anderem Plot.
Zwischen mir und den andern,
zwischen Races und Gendern,
zwischen Anspruch und Umsetzung,
Zwischenstop.

Ich bin Siri_us, 1995 geboren. Ich habe schon als Kind gern Texte aller Art geschrieben und mache beruflich und ehrenamtlich sexuelle Bildung. Das Schreiben hilft mir, mir über Dinge klar zu werden. Ich bin nicht-binär und inter* und lebe aktuell in Bayern.