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	<title>Identität &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Identität &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Werk</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Eram]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Aug 2024 11:11:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Eram ist Zwischenweltler: Er erzählt von den eigenen schmerzlichen Erfahrungen einer Identität zwischen vielen Welten und von Menschen, die damit überfordert sind. Wo bleibt man mit seinem Leben, wenn die Menschen die Geschichten nicht ertragen? Es gibt Momente, die mir den Atem rauben. Ich erzähle euch davon, dass Tod und Krieg in meiner Kindheit alllgegenwärtig]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>Eram ist Zwischenweltler: Er erzählt von den eigenen schmerzlichen Erfahrungen einer Identität zwischen vielen Welten und von Menschen, die damit überfordert sind. Wo bleibt man mit seinem Leben, wenn die Menschen die Geschichten nicht ertragen?</strong><span id="more-16107"></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Es gibt Momente, die mir den Atem rauben. Ich erzähle euch davon, dass Tod und Krieg in meiner Kindheit alllgegenwärtig waren. Ihr macht große Augen und nickt betroffen. Ich erzähle euch davon, dass ich mich mit euren Problemen nicht identifizieren kann. Ihr blickt beschämt zu Boden. Ich erzähle euch davon, dass ich trotz und wegen meines selbstbewussten Auftretens Todesangst habe, missverstanden und ignoriert zu werden. Ihr blickt nachdenklich in die Ferne. Ich erzähle euch davon, dass queer sein mein geringstes Problem ist, angesichts des entmenschlichenden Rassismus, den ich erlebt habe. Ihr schluckt euren Kloß im Hals runter, versucht da zu bleiben, obwohl alles in euch rennen will. Ich erzähle ins Leere und ihr fragt euch, ob ihr gute Menschen seid.</span></span></p>
<p align="justify"><span style="font-size: medium;"><span lang="de-DE">Ihr erzählt mir, dass ihr nicht wisst, wer ihr seid. Ich versuche, ein verständnisvolles Gesicht zu machen, während alles in mir schreit. Ihr erzählt mir, dass ihr euch nicht ganz sicher seid, wofür ihr stehen wollt, dass ihr keine menschliche Erfahrung abwerten wollt. Ich sinke in mich zusammen, angesichts alldessen, für das ich stehe, ob ich will oder nicht. Ihr erzählt mir vom Leistungsdruck, davon, dass ihr produktive Erwachsene sein wollt und es so anstrengend ist. Ich zucke die Schultern, ich bin schon sehr jung erwachsen geworden. Ihr erzählt mir, dass meine Witze euch verletzen. Ich presse die Lippen zusammen, um alles drinzubehalten, was ihr nicht aushalten wollt. Ihr sagt, dass ihr Angst hab mich zu diskriminieren. Ich halte mich diskriminiert-fühlend die Luft an. Ihr hört von mir, dass ihr gute Menschen seid, dass ihr genug seid. Ich frage mich, warum ich so einsam bin.</span></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Colorful</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/06/colorful/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RobinO]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Jun 2022 09:11:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[RobinO ist neuer Autor auf meinTestgelände – herzlich Willkommen! In seinem ersten Text schreibt er über das Aufwachsen in einem bayrischen Dorf als Kind mit dunkler Haut. Er ist “aus zwei verschiedenen Welten, doch zu keiner wirklich dazu gehörend”. RobinO hat viel Alltagsrassismus erlebt: in Deutschland ist er “der Ausländer”, in Nigeria “der Weiße”. Wie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>RobinO ist neuer Autor auf meinTestgelände – herzlich Willkommen! In seinem ersten Text schreibt er über das Aufwachsen in einem bayrischen Dorf als Kind mit dunkler Haut. Er ist “aus zwei verschiedenen Welten, doch zu keiner wirklich dazu gehörend”. RobinO hat viel Alltagsrassismus erlebt: in Deutschland ist er “der Ausländer”, in Nigeria “der Weiße”. Wie schwierig eine Einordnung in Nationalitäten ist, beschreibt er im Beitrag. </strong></p>
<p><span id="more-14930"></span></p>
<p><em>Halb halb, aus zwei verschiedenen Welten, doch zu keiner wirklich dazu gehörend &#8211; so denke und fühle ich. Stört es mich?</em></p>
<p>Norden &#8211; Westen</p>
<p>Ich bin braun – schwarz – dunkel – maximalpigmentiert – farbig – Mischling oder einfach „anders“. So in einem „weißen Dorf“ aufzuwachsen, das ist schwer zu beschreiben. Rückblickend habe ich in der zweiten Klasse angefangen wirklich zu merken, dass mein Zwillingsbruder und ich anders sind, als die meisten um uns herum. In dieser Zeit trennten sich unsere Eltern und wir zogen mit unserer Mutter aus der Stadt aufs Land.<br />
Als die ersten Kinder aus unserer neuen Umgebung begannen interessiert Fragen bezüglich meiner Haut, meinen Haaren und Herkunft zu stellen, kamen später Witze und Beleidigungen dazu, bis hin zu meiner Klassenlehrerin, die meiner Mutter erklären wollte: „Ausländerkinder gehen nicht auf eine Weiterführende – sondern auf die Hauptschule!“ (Damals war das die Bezeichnung für jene Schulen.)<br />
Nach kurzer Zeit waren wir in der Umgebung bekannt, spielten Fußball im Verein und lebten ein quasi sorgenfreies Leben inmitten viel schöner Natur und wohlhabenden, konservativen Menschen. Ich hatte über die Jahre ein paar sehr gute Freund/innen und viele Bekannte.<br />
Alltagsrassismus ist vor allem rückblickend allgegenwärtig gewesen: „Hey, ich darf Neger sagen. Du weißt doch wie ich es meine. Wir sagen das schon immer hier…“. Oder, dass alle schwarzen Männer große Penisse hätten und ich mich glücklich schätzen könne schwarz zu sein. Dass fremde Menschen meine Haare anfassen wollten, war schon in ganz frühen Jahren normal.<br />
Oft fühlte ich mich verunsichert, da ich keine Feindseligkeit, sondern Interesse ohne das nötige Feingefühl spürte. Und da ich niemandem vor den Kopf stoßen, sondern gemocht werden wollte, grinste ich zumeist und ließ alles unkommentiert stehen und geschehen.<br />
Exotisiert zu werden ist für mich einerseits das Gefühl sich begehrt zu fühlen, andererseits aber sehr oberflächlich in eine Schublade gesteckt zu werden.<br />
„Ich wäre so gerne schwarz“ höre ich auch des Öfteren. Die sowohl gesellschaftlichen als auch rassistischen Probleme und Strukturen sind dabei nicht mal in der Peripherie des/der Sprechenden. Ganz zu schweigen von der Kolonialzeit und deren Folgen.<br />
Es kam immer wieder zu Situationen und sich wiederholenden Szenarien, die mich irgendwann dazu bewegten, mich auf eine gewisse Art anzupassen, vorsichtig zu werden und den Leuten zu sagen was sie hören wollen.<br />
„Woher kommst du?“ fragt mich jemand. Manchmal sage ich „aus Bayern“, ein andermal „von hier“ oder „von der Erde“, aber oft nehme ich den Leuten die nächste Frage aus dem Mund und sage: „Mum aus Deutschland – Dad aus Nigeria.“ Da Deutsch meine Muttersprache ist, haben sich weitere Fragen normalerweise erübrigt. Das passiert heute immer noch regelmäßig und ich habe noch keine generell zufriedenstellende Antwort gefunden.<br />
Lernt man jemanden kennen wird man gefühlt erstmal gemustert und einer Probe unterzogen. Diese bestehe ich zumeist, wenn ich mit den Menschen auf Deutsch spreche. Oft werde ich gelobt, wie toll ich doch integriert sei und dass es mehr „gute Ausländer“ wie mich geben solle.</p>
<p>Süden:</p>
<p>Bis zum achten Lebensjahr waren wir einige Male in Nigeria und besuchten unsere große Familie. Ich habe noch Eindrücke von damals. Einer davon war, dass kleine Kinder in unserem Alter, als sie uns sahen zum Spaß „Oyibo pepe“ sangen und in die Hände klatschten. Das bedeutet „weißer Pfeffer“ oder „westliche weiße Leute, die kein scharfes Essen vertragen“.<br />
Eine andere Erinnerung ist meine vielen Verwandten, die mir sagten, ich sei im Herzen Nigerianer und dies sei mein wahres Zuhause.</p>
<p>Mit 19 war ich nach über 10 Jahren wieder in Nigeria und mir wurde schnell bewusst, wie unterschiedlich diese beiden Welten sind. Jemand der/die nicht in Afrika war wird Schwierigkeiten haben das zu verstehen. Nun, mit „erwachsenem“ Verstand waren die Sinneseindrücke sehr viel umfangreicher. Ich spürte jeden Tag, dass mich auf der Straße viele Blicke trafen. Das lag daran, dass meine Haut heller ist als die der meisten. Somit ist das auch nicht verwunderlich.</p>
<p>Ich erinnere mich gut an Momente in denen mir Menschen „Ey White Man“ oder „Jesus“ (wegen meiner lange Haare?) hinterherriefen. Ich spürte dahinter kein Feindseligkeit oder verstand es nicht.<br />
Mir wird von meiner Familie in Lagos schwer davon abgeraten alleine auf die Straße zu gehen. Einmal schlich ich mich raus und merkte schnell, dass zwei Onkel mir unauffällig folgten. „Es ist nicht sicher für dich alleine, aber du bist hier Zuhause!“<br />
Getränke und Essen solle ich auf keinen Fall annehmen, wenn nicht jemand aus dem engen Kreis der Familie anwesend ist.<br />
Einer meiner Cousins formulierte es so: „Wenn die Menschen dich sehen, sehen ein paar von Ihnen Dollars, und da ein großer Teil der Bevölkerung in Armut lebt, könnte es passieren, dass jemand etwas versucht.“ „Hellhäutige Menschen werden oft als etwas besseres wahrgenommen. Hollywood hat dahingehend gute Arbeit geleistet, dass weiße Menschen, vor allem blond- und blauäugig, für einige Menschen mit dunkler Haut wie Engel erscheinen.“<br />
Einmal sagte meine Tante zu ihrer kleinen Tochter: „Je weißer deine Haut ist, desto besser wird dein Leben sein.“ Paradox, dass weiße Menschen dunkler, und manche dunkle Menschen heller sein möchten. Der Verkauf von „Weißungscreme“ steigt ebenso rasant wie Besuche im Solarium und dem damit verbundenen Hautkrebsrisiko. Eine leichte, schöne Strandbräune scheint für die meisten weißen Menschen ausreichend. Schwarze Haut ist, meiner Meinung, nach in einigen Teilen der „entwickelten“ Welt, neben leckerem Essen und heißblütiger Musik, eher und vor allem mit Gefahr und Armut verbunden.</p>
<p>Das Bild des „weißen, privilegierten Europäers“, als der ich manchmal in Nigeria gesehen werde, verstärkt mein Gefühl von Heimatlosigkeit, und ich verliere mich zwischen Individualität und Anpassung. Trotzdem liebe ich die Farben und Gerüche, die Musik und das Chaos, die Stimmen und die Wärme der Menschen, und spüre eine Verbundenheit zu diesem Teil der Welt.</p>
<p>Global:</p>
<p>Manchmal sehe ich mich als „Eufrikaner“, ein anderes mal als Deutscher, dann als Nigerianer, dann aber am liebsten nur als Mensch, unabhängig von einer Nationalität. Das nennt man wohl Identitätskrise…<br />
Wenn ich in der westlichen Welt bin und mit Menschen zu tun habe, die aus Afrika kommen, mache ich verschiedene Erfahrungen. Einerseits fühle ich mich nicht zugehörig. Sei es die Art wie ich mich bewege oder spreche, für viele bin ich halt ein „Bounty – außen schwarz – innen weiß“, privilegiert und ohne wirkliche Probleme im reichen Teil der Welt aufgewachsen. Diese Abneigung kann ich spüren und das fühlt sich natürlich nicht schön an.<br />
Andererseits erlebe ich sehr viel positives. Menschen behandeln mich liebevoll und möchten viel über meine Person und mein Leben wissen. Ich komme schnell mit verschiedensten Leuten ins Gespräch und mir gefällt, dass sich oft auf der Straße unter Fremden gegrüßt oder zumindest kurz zugenickt wird. Ein kurzes Wahrnehmen und Wertschätzen des anderen.<br />
Ich hatte die Möglichkeit einige Jahre lang durch die Welt zu reisen und verschiedene Kontinente und Kulturen kennenzulernen. Dies war neben großer Neugier auch eine Flucht ins Ungewisse auf der Suche nach… nach was eigentlich? Einer Identität?<br />
Schnell kam die Erkenntnis, dass ich überall der „bunte Hund“ bin und Menschen aller Länder ähnliche Vorurteile haben. Dies öffnete mir, trotz anfänglicher Ernüchterung, viele Türen und ließ mich großartige Eindrücke in anderen Lebenswelten machen.<br />
Kuba war der erste Ort, an dem ich nicht durch meine äußerlichen Merkmale auffiel. Das war in den ersten Tagen merkwürdig, bis ich bemerkte, wie gut es tut sich durch die Straßen zu bewegen und nicht aufzufallen. Anfangs hatte ich mit meinem Selbstbewusstsein zu kämpfen, da mir die Aufmerksamkeit fehlte. Nach kurzer Zeit fand ich Gefallen daran, einer von vielen zu sein und Gefühle von Heimat, Fremde, Individualität und Anpassung begannen zu verschmelzen und ein wohliges Gefühl auszulösen. Sobald ich zu sprechen begann, hörten die Menschen natürlich, dass ich nicht aus Kuba komme, und altbekannte Muster wurden sichtbar.<br />
Trotzdem war es sehr schön ein wenig in der Illusion zu schwelgen und es half mir auf meinem Weg, mich mehr zu akzeptieren und meine Position zwischen den Stühlen immer wieder aufs Neue wertzuschätzen und zu lieben.<br />
Im Leben suche ich Balance. Das verlangt manchmal viel von mir ab und ich merke, dass ich es nicht allen recht machen kann und muss. Wut, Verzweiflung und Einsamkeit sind somit auch Begleiter auf meiner emotionalen/irdischen Reise.<br />
Gesunde, empathische Beziehungen, Respekt und Zuversicht lassen mich mittlerweile recht unbeschwert meinen Weg gehen. Dabei versuche ich Negatives nicht auszublenden oder zu vergessen, sondern anzunehmen und zu transformieren.<br />
Mir ist bewusst, dass jeder Mensch auf seiner individuellen Reise eigene Hürden zu überwinden hat und viele Schicksale im Strudel der Welt untergehen.<br />
Ich kann nur über meine Erfahrungen sprechen, und hoffen, ähnlich Gesinnte und Interessierte auf einer verständnisvollen Ebene zu erreichen und von deren Erkenntnissen zu lernen.</p>
<p>Awoso* ( heißt danke auf Igarra )</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Queer- und Deutschsein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/05/queer-und-deutschsein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 May 2022 09:48:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Sabylonica ist queer, muslimisch sozialisiert, ihre*seine Familienmitglieder sind People of Color und nach Deutschland eingewandert. Sie*er hat Queerfeindlichkeit, Rassismus und antimuslimischen Rassismus erlebt. Über ihren*seinen Wunsch deutsch zu sein und dem eigenen Identitätenkonflikt erzählt Sabylonica in ihrem*seinem Text. Das Augenmerk meines heutigen Artikels liegt in meiner eignen Sozialisation. Um präziser zu sein als nicht-binärer, queerer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>Sabylonica ist queer, muslimisch sozialisiert, ihre*seine Familienmitglieder sind People of Color und nach Deutschland eingewandert. Sie*er hat Queerfeindlichkeit, Rassismus und antimuslimischen Rassismus erlebt. Über ihren*seinen Wunsch deutsch zu sein und dem eigenen Identitätenkonflikt erzählt Sabylonica in ihrem*seinem Text.<br />
</strong></p>
<p><span id="more-14832"></span></p>
<p>Das Augenmerk meines heutigen Artikels liegt in meiner eignen Sozialisation. Um präziser zu sein als nicht-binärer, queerer Mensch in einer mulimischen Sozialisation.<br />
Mein Bewusstsein dafür, dass ich weiß, ich bin queer und ebenso muslimisch, war schon von klein auf da, auch, wenn das Bewusstsein für mein Queersein schon eher eine Rolle in meinem Leben gespielt hat als der Islam. Mein Bewusstsein über meine Geschlechtsidentität dagegen tauchte viel später auf und genauso wie das Denken nicht muslimisch, sondern muslimisch sozialisiert zu sein.</p>
<p>Zu sagen, ich sei muslimisch, würde eine direkte und vor allem aktive Verbundenheit zur Religion deuten, aber muslimisch sozialisiert zu sein, kann sowohl direkt als auch indirekt, genauso wie aktiv als auch passiv zur Religion verbunden zu sein bedeuten. Das heißt, dass ich mir meine Freiheit darüber nehme selbst zu entscheiden, was ich mit dieser Sozialisation mache oder eben nicht. Ich bin muslimisch sozialisiert, ob ich nun gläubig oder religiös oder weder noch bin, spielt dabei keine Rolle.</p>
<p>Was ich aus meiner muslimischen Sozialisation als Kind verstand, war die queerfeindliche Haltung, was mich als Kind abschreckte. Es hieß immer, andere sind es und können es sein, aber wir Muslim*innen könnten es nicht sein. Ja genau, es. Schon allein die Wortwahl machte mich zum Fremden. Und der komplette Satz verfremdete mich aus der Community. Obgleich ich schon immer wusste, dass ich queer bin, wusste ich sogleich auch immer, dass ich mich nicht outen darf. Weil ich sonst wortwörtlich verfremdet werde. So behalte ich mein Empfinden bis heute für mich. Kurz angemerkt, Queerfeindlichkeit habe ich leider in vielen religiösen und kulturellen Sozialisationen erleben müssen.</p>
<p>Jetzt kommt es zur nächsten Etappe. Meine Familie ist nicht nur muslimisch sozialisiert, sondern auch People of Color, also wir sind nicht Weiß, und zusätzlich sind sie aus einem anderen Land nach Deutschland eingewandert. Aufgrund dessen habe ich, extern zur Queerfeindlichkeit, Rassismus und antimuslimischen Rassismus erleben müssen. Mit der Grundschulzeit wurde mir immer mehr klar, dass ich nicht deutsch sein könne, ich es aber sein wollte. Der queere Aspekt verschwand in den Hintergrund, da ich ohnehin nichts an der Tatsache hätte ändern können, und widmete mich meinem Identitätskonflikt deutsch sein zu wollen. Als Kind tat ich alles dafür, als deutsch gelesen zu werden, begriff aber im Jugendalter, dass es in erster Linie nicht darum gehe, deutsch zu sein oder nicht, sondern Weiß zu sein oder nicht. Also begriff ich, ich bin nicht Weiß, sondern eine Person of Color. Aber das Problem, nicht deutsch sein zu können, besteht weiterhin. Nach vielerlei Bemühungen, als deutsche Person anerkannt zu werden, gab ich den Identitätskampf auf und akzeptierte für mich, dass ich als PoC nicht deutsch sein kann.</p>
<p>Nun, alles in allem: Innerhalb meiner queerfeindlichen Familie of Color, die muslimisch sozialisiert ist, verhalte ich mich dennoch sehr deutsch, weil es nicht nur ein Akt des Bruches für mich mit ihrer Tradition darstellt, sondern weil sie das auch annehmen. Meine Familie würde mich niemals als queere Person akzeptieren, tut es aber als deutsche Person. Und die Weiß-deutsche Mehrheitsgesellschaft würde mich als Deutschen nicht akzeptieren. Auch was meine queere Identität angeht, würden nicht alle aus der Weiß-deutschen Mehrheitsgesellschaft akzeptieren, aber die wenigen, die mich als queere Person akzeptieren würden, sind in der Mehrheit als meine Familie, was das Thema angeht.</p>
<p>Der jahrzehntelange Austausch über Interkulturalität, dass Menschen mit zwei kulturellen Sozialisationen einen Spagat zwischen beiden machen müssen, hat für mich eine tiefergehende Bedeutung. Abgesehen von den Kulturen kann es ein Spagat zwischen Mehrheitsgesellschaft und Community sein. Oder ein Spagat zwischen Queersein-Können und Nicht-Queersein-Können. Vielleicht aber auch zwischen Deutschsein-Können und Nicht-Deutsch-Sein-Können.</p>
<p>Dieser Artikel sollte einen Einblick hinter meiner Person geben und ein Beispiel an Intersektionalität, also eine Mehrfachdiskriminierung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leute machen Kleider</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/leute-machen-kleider/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Feb 2021 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Kleider machen Leute, Leute machen Kleider. Habt ihr mal darüber nachgedacht, aus welchen Gründen ihr anzieht, was ihr anzieht? Unser*e Autor*in Sabylonica macht ja ihr*sein Geschlecht nicht öffentlich. Deswegen eignet sich der heutige Texte sehr gut für ein kleines Experiment: Was verändert sich, wenn ihr euch vorstellt, ein junger Mann habe ihn geschrieben? Oder eine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kleider machen Leute, Leute machen Kleider. Habt ihr mal darüber nachgedacht, aus welchen Gründen ihr anzieht, was ihr anzieht? Unser*e Autor*in Sabylonica macht ja ihr*sein Geschlecht nicht öffentlich. Deswegen eignet sich der heutige Texte sehr gut für ein kleines Experiment: Was verändert sich, wenn ihr euch vorstellt, ein junger Mann habe ihn geschrieben? Oder eine junge Frau? Eine nicht-binäre oder queere Person? Lasst uns gerne einen Kommentar da!</strong></p>
<p><span id="more-12748"></span></p>
<p>So leicht sich diese drei Wörter „Kleider machen Leute“ in den Verstand glühend markieren lassen, so einfacher sollte uns der Gedanke kommen, wie viele Wahrheiten sich hinter den Wörtern verbergen, wenn wir Kleider und Leute vertauschen und „Leute machen Kleider“ dastehen haben. Ganz anders als die Beschreibung Gottfried Kellers in „Kleider machen Leute“, dass Menschen sich durch Äußerlichkeiten wie Kleidung blenden lassen, möchte ich darauf hindeuten, dass vielmehr wir die Kleidungen machen. Dabei möchte ich das Thema nicht in Richtung Produktion, Modeveränderung, Modewellen und dergleichen lenken, sondern vielmehr aufgreifen, wie Leute Kleidungen kategorisieren. Und dabei spezifiziere ich mich in die Thematik von Schutz und Persönlichkeit durch Kleidung.</p>
<p>Ich verbringe viele Tage mit der Frage, was ziehe ich an? Und nicht im Sinne einer habgierigen Person, die der minimalistischen Philosophie den Rücken zugedreht hat und sich im Wahn nicht entscheiden kann, sondern vielmehr aus der Angst heraus. Wie das gemeint ist? Nun, ich habe viele Kleidungsstücke, die mir lieb sind, warum ich die aber nicht anziehe ist, dass sie auffällig, extravagant, kurz, lang, schlicht oder sonst irgendwie seien oder dass ich kurz, lang, dünn, dick oder sonst irgendwie sei. Eigentlich empfinde ich nichts dergleichen, aber die Leute um mich herum. So heißt es für meinen Schutzmechanismus im Umkehrschluss gleich zu empfinden, wie die Leute, weil ich mit vielen Reaktionen zu rechnen habe. Somit gehören zur Auswahl meiner Kleidungen Gedanken, wie welche Fortbewegungsmitteln ich benutzen, wie lange ich draußen sein, mit wem ich sein oder auf wem ich zutreffen, ob ich sitzen oder welchen Weg ich nehmen werde. Denn jeder Moment kann unangenehm werden, von den Blicken bis hin zu den Sprüchen, geschweige denn körperlichen Überschreitungen.</p>
<p>Dabei bevormunden Leute meine Intention der Kleidungen und entziehen mich widerwillig meiner Macht selbstbestimmt mich kleiden zu können.</p>
<p>Damit mich die Angst nicht verfolgt, trage ich Kleidungen, die nicht auffallen oder über die man nicht viel zu sagen haben könnte; wie als würde ich einen Umhang tragen, der mich schützen solle. Aber stattdessen fühle ich mich vielmehr gefangen und ich verspüre nicht den schützenden Umhang um mich, sondern fühle, als würde ich eine Gefängniskleidung auf meinem Körper tragen. Und ich bekomme durch mein Inneres das Gefühl, als wäre mir alles eng und mir drückt die Kleidung am Leibe. Und ich trage die Last mit mir.</p>
<p>Wenn ich aber wiederum Kleidungen trage, die ich möchte und Mut aufweise und den mittleren Finger an die Leute und die Pseudomoralvorstellung richte, die mich einschränken, würde ich zwar nicht das Gefühl haben Gefängniskleidungen zu tragen, aber mir würde das Gefühl im Gefängnis zu sein nicht erspart bleiben und mir wird ebenfalls alles eng und auch hierbei wird mir die Kleidung am Leibe gedrückt. Und auch hierbei trage ich eine Last mit mir. Und zwar die Gesellschaft.</p>
<p>Wie Keller gegen Ende seiner Novelle schrieb: „Aber eben durch alles das verändert sich das Wesen […]; sie sehen, wie gesagt, schon aus wie andere Leute; es ereignet sich nichts mehr unter ihnen“ und sind entraubt ihrer Identität und Persönlichkeit.</p>
<p>Das was wir als individuell zu betrachten denken, scheint sich mit kollektiv sehr nah zu stehen. Nicht weil keine Person bewusst individuell sei, sondern vielmehr, weil keine Person individuell sein kann. Und der Schutz bleibt eine Nadel in einer Wüste. Es ist der Schutz der eigenen Identität, Persönlichkeit, Selbstbestimmung und Würde, der nicht einmal als Fata Morgana in einer Wüste sichtbar ist. Doch das was als Fata Morgana kenntlich ist, ist die Sicht und irreale Wahrnehmung der Gesellschaft auf Kleidungen. Sie assoziiert Kleidungsstücke subjektiv nach ihrer Realität. Die Realität aber ist, dass die Gesellschaft zu Assoziierung beitragen und selbst das Produkt kollektiver Fremdbestimmung sind. Und das Urteilen und Fremdbestimmen sind die Verschuldung und Einschränkung ihrer irrealen Wahrnehmung. Genauso wie ihre irreale Wahrnehmung die Verschuldung und Einschränkung ihres Urteils und Fremdbestimmens sind.</p>
<p>Dabei ist dieser Aspekt von Selbstbestimmung durch Kleidung nur ein kleiner Teil vom Ganzen. Mir und vielen anderen ist der Schutz ein ewiger Mythos und ist verbunden mit einer Unmöglichkeit ihn zu erreichen. Was mir aber bleibt, ist das bedingungslose Bestreben selbstbestimmten Kleidens.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Texte von Sabylonica <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/sabylonica/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Die Philosophie meines Idylls</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/die-philosophie-meines-idylls/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Oct 2020 07:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, eine*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände willkommen zu heißen! Begrüßt mit uns sabylonica! sabylonica sagt: &#8222;Ich bin lediglich auf der Suche nach meinem reinen Sein und möchte den öffentlichen Raum als Plattform für die Tiefen meiner unentdeckten (Sehn-)Süchte nutzen und sie mit euch teilen.&#8220; Wir freuen uns darauf! Hier kommt auch schon der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, eine*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände willkommen zu heißen! Begrüßt mit uns sabylonica! sabylonica sagt: &#8222;Ich bin lediglich auf der Suche nach meinem reinen Sein und möchte den öffentlichen Raum als Plattform für die Tiefen meiner unentdeckten (Sehn-)Süchte nutzen und sie mit euch teilen.&#8220; Wir freuen uns darauf! Hier kommt auch schon der erste Text.</strong></p>
<p><span id="more-12490"></span></p>
<p>Ein Ornament angefertigt aus gesellschaftlichen Ängsten obsessiver Verdrängung durch Dysphemismus.</p>
<p>Meinem Sein werden mit Anbeginn des Bewusstseins über mich die ersten Steine in den Weg gelegt. Auf meinem Pfad liegen dutzende große, wie auch kleinere, die nicht dem Ausmaß der größeren gleicht, aber genauso an Bedeutung hat, Steine. Noch bevor ich das Licht erblickte wurden viel zu viele Steine gelegt. Und eben durch diese Steine wurde mir das Licht des Lebens entraubt und ich erblicke geradewegs die Steine, die mich aufhalten den Weg gar zu betreten, und kann lediglich die Schatten meiner Steine sehen. Die Schatten, die ich sehe, sind die Reflexion und meine Gedanken, wie auch meine Gefühle zugleich. Ich sehe sie und weiß sie als Ressource nutzen zu können, ich reflektiere und weiß oftmals sogar wie der einzelne Stein liegt, sodass ich ihn aus meinem Weg entfernen könnte, aber ich entferne ihn nicht. Warum? Kann ich nicht genau sagen, vielleicht aus Angst, Mutlosigkeit, Kraftlosigkeit oder wegen etwas anderem, aber ich kann ihn nicht entfernen. All die Steine liegen so dornenreich und sind unter großem Druck auf meinem Pfad und meinem Licht des Lebens. Mir scheint die Vorstellung den Weg sehen zu können reine Illusion zu sein, weil die Vorstellung an die Grenze der gesetzten Logik endet. Nur ein winziger Teil mündet ab und ich erlebe die Hoffnung, das Fernweh und die Sehnsucht. Ich weiß gar nicht, wie ich die Tatsache physikalisch erklären kann, aber metaphysisch ist die winzige Mündung weit über die Logik hinaussehen zu können größer und kräftiger als die in der Grenze geschlossene, große und kräftige Logik.</p>
<p>Die Grenze der gesetzten Logik sind die Steine und die Mündung sind die Schatten. Die Steine sind die Erwartungen der Gesellschaft an mir, wie ich aussehen, glauben, lieben und sein soll, wie sie sie für richtig halten. Die Steine prägten und prägen mich so stark, dass der Glaube fest ist, die Steine sind Teil meines Lebens und sie werden bis zu meinem letzten Atemzug bleiben, wer weiß, vielleicht auch danach. Eines dieser Steine ist das Geschlecht, welches mir vorgeschrieben, -gelebt und -gezeigt wird. Schon bevor ich das Lebens Licht erblicken konnte, hat die Gesellschaft klare Vorstellungen, wie ich mich zu identifizieren habe. Was dabei absurd ist, sie wissen noch nicht einmal selbst, ob ich im Mutterleib weiblich oder männlich bin, aber sie haben eine reine Vorstellung davon, dass ich mich darüber definieren müsse, was nun zu meinem Körper zuzuordnen ist. Dabei definiert die Gesellschaft das Geschlecht nach männlichen oder weiblichen Merkmalen, was ich als Einzelperson nun denke oder empfinde wird als überschätzt und gar als Phase angesehen. Mir brennt die Seele aus der Brust mir vorscheiben zu lassen, wer ich bin und ob ich nun Frau* oder Mann* bin. Als infantiles Wesen, hilflos wie sie uns bekannt sind, wurde mir ein Geschlecht aufgezwungen, worüber ich noch nicht einmal im Klaren war, welche Rolle diese in der Gesellschaft spielt, aber mir wurde schnell klar, ich müsste das patriarchale Spiel struktureller Hierarchien mitspielen. Was dabei komplett paradox war? Egal ob das Individuum als gelesene Frau* oder als gelesenen Mann* spielte, sie* oder er* war immer die Verliererin* oder der Verlierer*. Bei diesem Spiel sind Gewinner*innen kaum da. Wobei eine Menge an Männern* des Öfteren als Gewinner* spielten und Privilegien ausnutzten. Aber sind wir mal ehrlich, auch sie, vor allem sie, sind Opfer und Verlierer* des Spieles. Warum? Weil ihnen das eigentliche Leben vorenthalten wurde und sie die freie Entscheidung der Selbstfindung nicht hatten. Aber nichts desto trotz sind sie mit bewusster Entscheidung privilegierte Verfechter* gewesen, die zu dem Sexismus beitrugen.</p>
<p>Nun, die Schatten sind meine Gedanken und Gefühle, die mir einleuchten, dass die Erwartungen der Gesellschaft nicht richtig sind. Ich bin ein kleiner, hinsichtlich der Galaxie betrachtet, unbedeutender Mensch, aber ein Mensch mit Würde und Selbstbestimmung. Die ethische Fragestellung, was nun ist falsch oder richtig ist eine komplexe Denkweise mit metaphysischer Tiefsinnigkeit. Aber ich habe so viel Größe und Bedeutsamkeit, dass ich selbst darüber richte, ob ich nun richtig oder falsch handle oder ob ich nun richtig oder falsch bin. Und über diese Richtigkeit will ich niemandem die Macht geben darüber urteilen zu können, ob ich richtig oder falsch bin. Denn nur ich entscheide selbst über mich, was richtig oder falsch ist.</p>
<p>Die Gesellschaft hat vergeblich reine Vorstellung von richtig und falsch und umkreist den Weg ihrer Odyssee. Was mir zu tun bleibt? Ich will Mündungen und den Kreis auflösen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Spannende Texte zum Thema <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/identitaet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Identität findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Identität</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/identitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2018 07:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Verschiedene Autor*innen der story-teller haben sich mit dem Thema Identität beschäftigt. Dabei geht es vor allem um die Fragen: Wie sehe ich mich selbst? Wie sehen mich andere? Und was brauche ich, um zufrieden zu sein? Herausgekommen sind wunderbare Texte, die ihr unbedingt lesen solltet. Dennis Seidel: Wer bist du? &#8211; Ich bin Dennis Seidel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Verschiedene Autor*innen der story-teller haben sich mit dem Thema Identität beschäftigt. Dabei geht es vor allem um die Fragen: Wie sehe ich mich selbst? Wie sehen mich andere? Und was brauche ich, um zufrieden zu sein? Herausgekommen sind wunderbare Texte, die ihr unbedingt lesen solltet.</strong></p>
<p><span id="more-10986"></span></p>
<p><strong>Dennis Seidel:</strong></p>
<p>Wer bist du? &#8211; Ich bin Dennis Seidel und bin am 12.11.1979 in Hamburg Eppendorf geboren worden. Meine Größe ist 1,63. Meine Hobbys sind: Schreiben, Reisen, Lesen, Shoppen gehen, mit Bus und Bahn durch Hamburg fahren, Musik hören. (Linda Hesse), Freunde treffen, Malen und Zeichnen, im Internet recherchieren, mich verkleiden.<br />
Meine Staatsangehörigkeit ist deutsch, ich kann aber auch ein bisschen Englisch. Ich bin 38 Jahre alt. Mein Familienstand ist ledig.<br />
Ich mag gerne Hunde, meine Eltern und mein Bruder haben ja zwei Hunde, einen großen Mischling aus Golden Retriever und Berner Sennenhund und einen kleinen Mops.<br />
Ich habe eine körperliche Behinderung, weil ich mit nur einer Niere zur Welt gekommen bin, deswegen kann ich keine schweren Sachen tragen.<br />
Ich arbeite in einer Theatergruppe für Menschen mit Handicap in Hamburg St. Pauli.</p>
<p><strong>Wie sehen dich andere Menschen?</strong> &#8211; Andere Menschen sehen mich als normalen Mitbürger Hamburgs, sie merken es mir nicht an, dass ich anders bin als sie, nur bei stark besoffenen Leuten und laut pöbelnden Fußball-Fans bin ich etwas vorsichtig, ich bin schon ein paar Male in der Bahn, im Bus oder auch zu Fuß auf dem Weg zur Arbeit blöd angemacht worden.</p>
<p><strong>Fragen zum Thema Identität von Dennis Seidel</strong></p>
<p>Wo kommen Sie her? Wann sind Sie geboren und wo? Wie ist Ihr Familienstand?<br />
Was sind Ihre Hobbys/Interessen? Wie groß sind Sie? Haben Sie ein Haustier?<br />
Haben Sie Kinder? Wo arbeiten Sie?<br />
Sind Sie Raucher/in, trinken Sie Alkohol? Wo waren Sie schon mal im Urlaub?<br />
Was ist Ihr Lieblingsessen? Was lesen Sie gerne? Was hören Sie für Musik?</p>
<p><strong>Matti Wustmann:</strong></p>
<p>Ich definiere mich selbst aus einer Kombination von vielen Dingen.<br />
Zum Beispiel bin ich ein Zeichner, und ich schreibe hin und wieder auch Texte.<br />
Aber das allein macht mich noch nicht als ganzes aus.<br />
Ich habe eine chronische Erkrankung, die Teile meines Alltags bestimmt.<br />
Aber ich lebe damit und mein Leben wird nicht zu 90% davon beeinträchtigt, auch wenn es etwas ist, das niemals vollkommen selbstverständlich sein darf.<br />
Meine geistigen und gesundheitlichen Stärken und Schwächen sind auch nur Einzelteile.<br />
Meine Identität möchte ich auch nicht auf einzelne Dinge reduzieren, die ich mag oder nicht mag.<br />
Ich muss nicht alles was ich mag und/oder liebe in Diskussionen bis aufs Blut verteidigen.<br />
Ich muss nicht jede Meinung die nicht meiner entspricht in den Boden stampfen.</p>
<p>Ich bin<br />
Bruder<br />
Freund<br />
Kumpel<br />
Feind<br />
Enkel<br />
Onkel<br />
Cousin<br />
Bekannter<br />
Unbekannter<br />
Klugscheißer<br />
Nachdenker<br />
Besserwisser<br />
Faulpelz<br />
Nachfrager<br />
Ablehner<br />
Glückspilz<br />
Macher<br />
Konsument<br />
Zuhörer<br />
Fan<br />
Meckerkopf<br />
Gewinner<br />
Verlierer<br />
Genießer<br />
Kritiker<br />
Befürworter<br />
uvm.<br />
Ich bin ich</p>
<p><strong>Maria Thöne:</strong></p>
<p>Ich bin &#8230; Zuerst muss ich sagen, dass ich ein Mensch bin und Keine Maschine.<br />
Ich bin kreativ, schreibe gerne, dichte gerne humorvolle Gedichte und Song-Texte.<br />
Ich bin ein Mensch, der sich so schnell nicht von Rückschlägen beeindrucken lässt.<br />
Ich bin eine Kämpferin, und ich kann auf Durststrecken durchhalten.<br />
Ich war früher eine gute Läuferin und kämpfe jeden Tag darum optimistisch und reflektiert zu sein.<br />
Mir gelingt es oft auf meine innere Stimme zu hören und so mein Selbstvertrauen zu stärken.<br />
Ich beweise täglich, wo meine Stärken liegen und schaffe es manchmal richtig gut über mich hinauszuwachsen. Ich überrasche mich. Und habe gelernt vieles mit Humor zu sehen. Mein Galgenhumor ist manchmal einmalig. Und ich kann über mich selbst lachen.<br />
Ich besiegte immer wieder meine Ängste. Und bin mit dem Ergebnis zufrieden.<br />
Ich bin immer noch lernfähig.<br />
Ich bin zielorientiert. Ich bin ein Mensch, der aus einer Not eine Tugend macht. Not macht mich erfinderisch. Ich bin mutig und lasse mir gerne Mut machen.<br />
Natürlich habe ich auch schlechten Seiten. Die versuche ich nicht zu nutzen. Doch das sind eben meine Fehler und ich versuche sie nicht zu machen.Wenn ich einen gemacht habe, habe ich auch den Mut mich zu entschuldigen.<br />
Ich bin ein Mensch mit allen Emotionen. Und immer bemüht mein Bestes zu geben.<br />
Ich bin ein hilfreicher Mensch und mag es nicht ausgenutzt zu werden. Dann werde ich sauer.<br />
Ich mag Menschen, die mir wohlgesinnt sind und mir gut tun. Ich kann es nicht leiden, wenn jemand schlecht über mich redet und nicht den Mut hat es mir selbst zu sagen.<br />
Ich kann vieles verstehen und verzeihen. Nur wenn man mir wirklich Böses angetan hat, kann ich nachtragend und gemein sein. Ich bin ein liebenswerte Mensch und könnte keiner Fliege was zuleide tun. Ich bin sehr tierlieb und ein bisschen krank. Man nennt es Borderline. Doch dazu möchte ich nichts sagen. Mein Text ist nicht privat. Danke fürs Zuhören.</p>
<p><strong>Dennis Lange</strong></p>
<p>Wer bist Du?<br />
Ich bin ich.<br />
Ein Mensch<br />
unsicher<br />
ängstlich<br />
neugierig<br />
intelligent<br />
angeblich einfühlsam (Ich bin halt unsicher solche Beschreibungen meiner Person von Anderen anzunehmen).</p>
<p>Ich fühle meine Identität bedroht von: Gesellschaft, Staat, Mutter, also von Menschen, Situationen, Institutionen, die mich verunsichern, verängstigen, mich mich zurückziehen und verkriechen lassen.</p>
<p>Der schwerste Punkt in meiner Identitätsbildung, war der tiefste Punkt meiner Depression: nur im Bett liegend, kaum mehr essend, nicht mehr sein wollend. Ist das der Verlust der Identität?</p>
<p>Was ich brauche im Leben, fürs Leben ist einen positiven Blick auf meine Identität bzw. mein Sein. Und Bestätigung von Außen. Sonst: Rückzug, Fade away, nicht mehr sein wollen.</p>
<p><strong>Michael Schumacher:</strong></p>
<p>Wer bin ich!?<br />
Ich bin so wie ich bin.<br />
Wie ich genauer bin, hängt auch von Situationen und Menschen ab, mit denen ich mich gerade abgebe.<br />
Ich nehme wahrscheinlich also hin und wieder eine bestimmte Rolle ein.<br />
Das heißt auch, dass ich mich mit meinem Gegenüber identifiziere.<br />
Ich bin mal sehr nachdenklich, mal sehr gut aufgelegt, mal sehr mittfühlend, mal sehr geschafft, mal sehr angespannt, mal neutral, mal sehr gewissenhaft, mal sehr unsicher.<br />
Was mein allgemeines Ich angeht, kann ich sagen, dass ich sehr ruhig bin.<br />
Was hin und wieder zur Folge haben kann, dass ich leicht übersehen werde, obwohl ich mit Sicherheit viel zu sagen hätte.<br />
Ich bin offen für alles und jeden.<br />
Und eigentlich mag mich jeder.<br />
Es erzählen mir interessanterweise viele Menschen von ihren Sorgen oder Problemen.<br />
Das liegt bestimmt daran, dass ich ein sehr guter Zuhörer und meinem Gegenüber gegenüber sehr offen bin.<br />
Viele Dinge nehme ich in meinem Inneren auf.<br />
Ich bin auf jeden Fall ein sehr introvertierter Mensch.<br />
Darüber hinaus habe ich auf jeden Fall eine sehr soziale Ader, die stets gut ankommt.<br />
Das alles ist meine persönliche Identität.</p>
<p>Zur Identität gehört &#8211; sich selber so zu akzeptieren wie man ist &#8211; seine Besonderheiten als Gewinn sehen, weil niemand so ist wie man selber &#8211; gut mit sich selbst zu sein &#8211; seine Fehler und Schwächen zu akzeptieren, weil kein Mensch vollkommen ist &#8211; sich selber mögen, weil jemand Andere nur mögen kann, wenn er sich auch selber mag &#8211; Freiräume für sich zu haben &#8211; eine eigene Meinung &#8211; nicht immer funktionieren zu müssen, sondern Sachen auch mal sein zu lassen, wenn nichts mehr geht &#8211; seine Probleme offen auszusprechen &#8211; ehrlich mit sich selber zu sein &#8211; und sich selber treu bleiben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch die HeRoes haben sich mir Identität(en) beschäftigt, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/jungs-und-ihre-identitaeten/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ihren Text könnt ihr hier lesen</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">In &#8222;<a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/09/ja-so-bin-ich-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>JA! So bin ich</strong></a>&#8220; von den story-teller geht es ebenfalls darum sich selbst zu akzeptieren.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jungs und ihre Identität(en)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/04/jungs-und-ihre-identitaeten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Apr 2018 07:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Redaktionsgruppe HeRoes Duisburg hat sich beim Redaktionsgruppentreffen in Berlin mit dem Thema Identität beschäftigt &#8211; und damit, was es für die eigene Identität bedeutet ein HeRo zu sein. Dabei sind diese kurzen, persönlichen Texte entstanden. Ich bin Ich. Als HeRo bin ich Ich. Als Musiker, Bruder, Sohn, oder einfach als Student bin und bleib ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Redaktionsgruppe HeRoes Duisburg hat sich beim Redaktionsgruppentreffen in Berlin mit dem Thema Identität beschäftigt &#8211; und damit, was es für die eigene Identität bedeutet ein HeRo zu sein. Dabei sind diese kurzen, persönlichen Texte entstanden.</strong></p>
<p><span id="more-10523"></span></p>
<p>Ich bin Ich. Als HeRo bin ich Ich. Als Musiker, Bruder, Sohn, oder einfach als Student bin und bleib ich Ich. Meine Hobbys, mein Umfeld und viele weitere Faktoren machen mich als Individuum und meine Identität aus. Ich habe jedoch gelernt, dass es keine Antwort auf die Frage: „Was ist Identität?“ gibt. Es ist kompliziert, aber auch wichtig, dass man sich selbst definiert als das, was man ist.</p>
<p>Zwar endet niemals die Entwicklung und die Veränderung der Identität, doch das HeRoes Projekt hat mir eine andere Sichtweise auf viele Themen gegeben und ich würde behaupten, dass meine Identität und ich als Individuum sich soweit verändert haben, das sich mein Alltag positiv geändert hat.</p>
<ul>
<li><em><strong>Furkan</strong></em></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für mich bedeutet Identität, dass meine kulturelle und religiöse Erziehung meine Identität prägt. Bei den HeRoes zu sein gibt mir mehr Selbstbewusstsein und das Gefühl ein Teil einer größeren Bewegung zu sein. Und dieser Trip hat mir gezeigt dass man immer noch einiges lernen kann und sich immer weiterentwickeln muss.</p>
<ul>
<li><em><strong>Orcun</strong></em></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Identität ist etwas sehr persönliches. Der eine traut sich, der andere nicht seine eigene Identität zu entwickeln und zu leben. HeRoes hat mir dabei geholfen eine andere Sicht darauf zu haben und nachzudenken über das, was wir Identität nennen.</p>
<ul>
<li><em><strong>Al-Harith</strong></em></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Meine Identität ist das, was ich bin (mein Gesamtpaket). Wie ich mich gebe (Aussehen, Sprache etc.) und das, was ich mal werden will oder erreichen will.</p>
<p>Ich fand es gut, dass wir uns mit den HeRoes Berlin getroffen und ausgetauscht haben und mir ist es aufgefallen, dass wir so viele Parallelen haben.</p>
<ul>
<li><em><strong>Ömer</strong></em></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die HeRoes haben mir dabei geholfen, meine individuellen Bedürfnisse, die meine Identität ausmacht, zu ergründen. Ich habe gelernt, ohne Dritte oder anderen Instanzen meine eigenen Entscheidungen zu treffen.</p>
<p>Meine Wahrnehmung hat sich verändert- ich sehe die Menschen mit einem anderen Blick. Ich will, dass alle auf einer Ebene bleiben und den gleichen Respekt entgegenbringen.</p>
<ul>
<li><em><strong>Can</strong></em></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>Verzweiflung. Ist Verzweiflung eine Schwäche? Und wieso heißt das Verzweiflung und nicht Verdreiflung oder Vervierundzweiflung? Stehe ich immer zwischen zwei Punkten? Bruder was bist du jetzt? Türke oder Deutscher? Duisburger oder Berliner? Reich oder Arm? Gläubig oder Atheist? Mann oder Frau? Warm oder kalt? Döner oder Pizza? Schwarz oder Weiß?</p>
<p>Ich bin zweifellos Verzweifelt. Kämpfe meine Leben lang gegen euch. Ihr, die über mich die Macht habt, wer ich bin, zwingt mich gegen euch zu kämpfen, damit ich meine Freiheit habe über mich zu entscheiden. Über meine Identität. Ich hasse euch ,aber, oder und brauche euch. Gäbe es euch nicht gäbe es mich nicht. Und gäbe es mich nicht, gäbe es diesen Kampf nicht. Gelenkt zwischen Entscheidungsfreiheit und Entscheidungspflicht bereite ich mich ein Leben lang vor. Trainiere jeden Tag, höre euch zu und folge euch. Mit der Hoffnung euch die Macht zu entnehmen. Ich denke, ich bin.</p>
<ul>
<li><em><strong>Muhammed</strong></em></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Dass es so etwas wie eine feststehende Identität nicht gibt, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/02/ja-so-bin-ich/" target="_blank" rel="noopener"><strong>beschreiben auch die Story-Teller in diesem Text</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier seht ihr ein <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/02/migrationsvordergrund-interview-mit-aimen/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Interview mit Aimen</strong></a> von den HeRoes.</span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rieke</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/09/rieke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[barner 16]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Sep 2017 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=9699</guid>

					<description><![CDATA[Kleider machen Leute – und Geschlecht. Die Schauspieler*innen von Barner 16 haben sich daher überlegt, wie sich die Kleider des jeweils anderen Geschlechts anfühlen. Sie haben sich verkleidet, geschminkt und munter cross-gedresst. In diesem Video seht ihr Rieke, sie hat sich noch nie in ihrem Leben so richtig als &#8222;Frau&#8220; oder früher als &#8222;Mädchen&#8220; gefühlt. Sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kleider machen Leute – und Geschlecht. Die Schauspieler*innen von Barner 16 haben sich daher überlegt, wie sich die Kleider des jeweils anderen Geschlechts anfühlen. Sie haben sich verkleidet, geschminkt und munter cross-gedresst. In diesem Video seht ihr Rieke, sie hat sich noch nie in ihrem Leben so richtig als &#8222;Frau&#8220; oder früher als &#8222;Mädchen&#8220; gefühlt. Sie mochte es nie, Kleider zu tragen, und ist auch im Alltag eine androgyne Person.</strong></p>
<p><span id="more-9699"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hier seht ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/11/tauscher/" target="_blank" rel="noopener"><strong>einen weiteren Film</strong></a> von Barner 16.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier erfahrt ihr mehr über das Theater-Ensemble „<a href="http://www.meinedamenundherren.net/index.htm" target="_blank" rel="noopener"><strong>Meine Damen und Herren</strong></a>“.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Reflexionen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/02/reflexionen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sunrise Writers]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Feb 2017 08:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Erkrankungen]]></category>
		<category><![CDATA[Essstörung]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheit]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7792</guid>

					<description><![CDATA[Triggerwarnung: Essstörung. Ein Gedicht von Eden über den Kampf mit einer Essstörung, mit der Wahrnehmung des eigenen Ichs als wertlos und hässlich, solange der Körper nicht den Normen von Schlankheit und Schönheit entspricht. &#160; Nie wieder essen. Ich darf nicht. Ich muss hungern, um schön zu sein. Wenn ich nichts esse, ist es mir erlaubt,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><strong>Triggerwarnung: Essstörung.</strong></em></p>
<p><strong>Ein Gedicht von Eden über den Kampf mit einer Essstörung, mit der Wahrnehmung des eigenen Ichs als wertlos und hässlich, solange der Körper nicht den Normen von Schlankheit und Schönheit entspricht.</strong></p>
<p><span id="more-7792"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nie wieder essen.</p>
<p>Ich darf nicht.<br />
Ich muss hungern, um schön zu sein.<br />
Wenn ich nichts esse, ist es mir erlaubt, mich schön zu fühlen.<br />
Dabei bin ich das gar nicht.</p>
<p>Zu schwach.<br />
Zu schwach, um zu widerstehen.<br />
Ich lasse mich von meiner Gier führen<br />
und stehe ich wieder am Anfang,<br />
nur um dieselben Schmerzen erneut zu spüren.<br />
Jedes noch so winzige Stück Erfolg scheint ausgelöscht.</p>
<p>Stumm schreit das Mädchen im Spiegel, ,,Ich will schön sein!&#8220;</p>
<p>Lass mich schön sein,<br />
fleht ihr Blick aus toten Augen.<br />
Das Grün in ihnen ist verblasst.</p>
<p>Was bin ich zu tun bereit?<br />
Sollte ich mich nicht eigentlich genug lieben, um eine Essstörung zu entwickeln?<br />
Ich will nicht mehr das Mädchen sein, dessen Schönheit jeden Abend ins Waschbecken fließt.</p>
<p>Jeder um mich herum ist so, wie ich mich selbst erträume.<br />
Schön.</p>
<p>Ich?<br />
Ich kann auch schön sein.</p>
<p>Aber nur, wenn ich auf sie höre.<br />
In ein marionettenhaftes Dasein einwilligen.<br />
Bald nicht mehr nur davon träumen.<br />
Verlockend.</p>
<p>Meine Augen zeigen die Fehler der Reflektion.<br />
Zu viele, um sie aufzuzählen.<br />
Kein schönes Haar an mir.<br />
Schlaff und grau,<br />
Sie fallen aus.</p>
<p>Der größte Fehler:<br />
Mein trist dreinblickendes Gesicht<br />
und mein Körper</p>
<p>Ich will:<br />
Schön sein,<br />
Strahlen,<br />
Neidische Blicke ernten,<br />
Geliebt werden.</p>
<p>Sie kann mir geben, was ich mir ersehne.<br />
Dafür muss ich nur ihren Regeln Folge leisten.</p>
<p>Sie ist wie eine Sucht.<br />
Eine Sucht, die ich kontrollieren kann.<br />
Ich werde einwilligen und stark sein.</p>
<p>Sucht und Verstand im Kriegszustand.<br />
Nahrung ist Gift.</p>
<p>Ich lebe nicht, um zu essen, sondern esse, um zu leben.<br />
Mehr darf ich nicht.<br />
Achtsam muss ich sein, um die Kontrolle zu behalten.</p>
<p>Ich beherrsche die Sucht.<br />
Erst, wenn sie mich beherrscht, bin ich krank,<br />
aber ich bin nicht krank.<br />
Niemals werde ich krank sein.<br />
Ich bleibe gesund und erreiche mein Ziel.</p>
<p>Ein unaufhörlicher Kampf zwischen Zweifel und Akzeptanz.<br />
Doch noch darf ich nicht lieben, was ich bin.</p>
<p>Denn ich bin:<br />
Falsch,<br />
Hässlich,<br />
Fett<br />
und in keinster Weise liebenswert.</p>
<p>Kurz: Ein Fehler.</p>
<p>Ich kann nicht glücklich sein.<br />
Nicht, solange der Spiegel schreit.</p>
<p>-Eden</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li>Die Sunrise Writers darüber, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/09/die-neue-perfektion-das-ich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>wie und wo</strong></a> uns überall Schönheitsideale begegnen.</li>
<li>Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/09/rap-song-fresskick/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a> geht&#8217;s zu einem kulinarischen Trip der besonderen Art mit den HeRoes.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ja, so bin ich!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/02/ja-so-bin-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2017 08:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Dennis und Maria von den Story Tellern zeigen, dass eine Persönlichkeit nicht immer entweder so oder so ist &#8211; nicht eindeutig nett oder eindeutig unfreundlich, nicht einmal eindeutig männlich oder weiblich. Dennis trägt gern Frauenkleider und fühlt sich doch als Mann, Maria sieht sich als Frau und ist einfühlsam und laut. Das Leben ist viel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dennis und Maria von den Story Tellern zeigen, dass eine Persönlichkeit nicht immer entweder so oder so ist &#8211; nicht eindeutig nett oder eindeutig unfreundlich, nicht einmal eindeutig männlich oder weiblich. Dennis trägt gern Frauenkleider und fühlt sich doch als Mann, Maria sieht sich als Frau und ist einfühlsam und laut. Das Leben ist viel mehr als die Aufteilung in Männer und Frauen, in Menschen mit oder ohne Handicaps.</strong></p>
<p><span id="more-7785"></span></p>
<p><strong><em>Ja, so bin ich </em>von Dennis Seidel</strong></p>
<p>Ich heiße Dennis Seidel, bin 37 Jahre alt und Mitglied der Literaturwerkstatt Story Teller von Barner 16 und auch Mitglied bei MeinTestgelände, das ist ein Gendermagazin, da geht es um Geschlechterrollen. Hauptsächlich arbeite ich bei MDUH, das ist eine Theatergruppe für Menschen mit Handicap.</p>
<p>Ich bin mit nur einer Niere zur Welt gekommen und muss deswegen sehr viel trinken. Viele Menschen in Bussen und Bahnen und unterwegs machen sich deshalb immer lustig über mich. Weil ich anders bin als normale Menschen. Schon früher haben mich, wenn ich morgens zur Schule gefahren bin, ein paar freche Jungs immer beschimpft.</p>
<p>Meine Hobbys sind: shoppen (vor allem Klamotten), verreisen, zeichnen, schreiben, im Internet surfen und mich als Frau verkleiden. Außerdem bearbeite ich gerne Bilder und Fotos mit Photoshop; besonders Bilder von schönen Frauen bzw. von meinen Lieblingsstars Diane Kruger und Diana zur Löwen (D-Fashion), Bilder vom Schanzenpark, Hundewelpen und Fotos, wo ich drauf zu sehen bin. Ich kombiniere Fotos von mir mit Fotos aus dem Internet, sodass es dann so aussehen tut, als wäre ich zum Beispiel an einem sonnigen Strand im Sommer in Miami, oder aber ich stehe direkt neben meiner Traumfrau Diane im Schanzenpark, oder aber ich setze mein Porträt in Photoshop in eine U-Bahn und daneben eine bildschöne Frau.</p>
<p>Meine Größe ist 1,64. Ich gehe sehr offen mit meiner Behinderung um. Wenn mir mal einer blöd kommt, würde ich mich selbst zur Wehr setzen, aber ich traue mich nicht, weil ich nicht weiß, wie die blöde Person, die mir blöd kommt, drauf ist.</p>
<p>Ich bin ein Mann, der sich auch manchmal als Frau fühlt. Wenn ich wirklich eine Frau geworden wäre, würde ich gerne Sandra, Diana oder Diane heißen.</p>
<p><strong><em>Ja, so bin ich!</em> von Maria Thöne</strong></p>
<p>Eigentlich bin ich ein froher Mensch, doch so manches Mal bin ich gereizt. Dann wenn mir alles zu viel wird. Bin auch manchmal launisch, genervt oder wütend. Wenn nicht alles so läuft wie ich mir das vorstelle. Ich hasse mich selbst, wenn ich meine Grenzen mal wieder überschritten habe. Ich bin gerne für andere da. So gut ich kann. Bin keine Maschine und versuche das auch so zu leben. Manchmal bin ich tief traurig und weine in mich hinein. Ich bin dann lieber allein. Oder bin bei guten Freunden und lasse mich trösten. Ich kann auch gut Menschen aufbauen und/oder ihnen den Rücken stärken.</p>
<p>Nein-Sagen fällt mir manchmal schwer. Ich bin auch verschlossen. Und schimpf vor mich hin. Ich bin oft ungeduldig. Und nicht immer mutig. Bin manchmal langsam und dann wieder schnell. Ich versuche positiv zu denken. Was nicht immer gelingt. Ich sage schon, was ich denke. Aber manchmal traue ich mich nicht.</p>
<p>Wenn man meine Grenzen nicht respektiert, kann ich böse werden und laut. Ich bin weiblich, nicht männlich. Ich habe meine Extreme. Bin manchmal verzweifelt, doch dann voller Zuversicht. Ich schreie manchmal laut. Bin aber auch leise und rücksichtsvoll. Verwirrt und albern. Das ist so wie es ist. Das bin Ich so wie ich bin. Und ich bin in Ordnung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li>Melanie von den Story Tellern <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/01/ich-bin-eine-rebellin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">ist eine Rebellin</a>.</strong></li>
<li>Und Glück,<strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/glueck-ist-eine-frage-des-fokus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> so schreibt Nev</a></strong>, ist immer eine Frage des Fokus.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Du bist du</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/10/du-bist-du/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sunrise Writers]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Oct 2016 08:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[“Ich bin kein Mädchen”: Diese Worte kommen nur schwer über die Lippen. Doch einmal ausgesprochen, ebnen sie den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft&#8230; Dir geht es okay, sagst du. Ich schau dir in die Augen. Dir geht es okay, wiederholst du. Ich schau dir tiefer in die Augen. Dir geht es nicht okay. Nicht mal]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p lang="de-DE">“<b>Ich bin kein Mädchen”: Diese Worte kommen nur schwer über die Lippen. Doch einmal ausgesprochen, ebnen sie den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft&#8230;</b></p>
<p lang="de-DE"><span id="more-7431"></span></p>
<p>Dir geht es okay, sagst du. Ich schau dir in die Augen. Dir geht es okay, wiederholst du. Ich schau dir tiefer in die Augen. Dir geht es nicht okay. Nicht mal naja. Gut erst recht nicht. Eigentlich geht es dir auch nicht schlecht. Dir geht es nämlich scheiße. Ziemlich beschissen trifft es. Deine Augen sind leer. Und hinter dieser Leere sehe ich deinen Schmerz.</p>
<p>Dein Leben läuft gut, sagst du. Doch ich glaube dir nicht. Du rennst vor dir selbst fort.</p>
<p>Dein Name ist dein Fluch. Jede neue Bekanntschaft schneidet tiefere Wunden in dein Fleisch. Jeder an dich adressierte Brief lässt den Schmerz näher hinter deine Augen treten. Du bist ein Bündel voll überstrapazierter Nerven. Du bist beliebt im Freundeskreis. Aber unverstanden. Du bist angesehen im Freundeskreis aber niemand sieht dich. Alle schauen dir ins Gesicht, aber niemand in die Augen. Alle sehen deinen Körper, deinen Schein – aber niemand dein Wesen, dein eigentliches Sein. Alle sehen, was sie sehen wollen. Sie sehen nicht dich. Denn du bist viel mehr als das, was du vorgibst zu sein. Dein Charakter ist aus Gold. Du bist die Person, die für jeden da ist. Du bist die Person<span lang="de-DE">,</span> die Hunde liebt, Tiere im Allgemeinen. Aber kaum jemand findet so schnell einen Bezug zu Hunden wie du. Diese Wesen sind dein Leben. Und dein Hund ist der einzige, der dir ein echtes Lächeln entlocken kann.</p>
<p>Dein Leben läuft gut, dir geht es okay, sagst du. Doch ich glaube dir nicht. Deine Augen füllen sich mit jeder Anrede, mit jedem neuen Kleiderkauf mehr und mehr mit Schmerz. Du hast Angst. Angst davor, nicht verstanden zu werden. Du verstehst es ja selber nicht. Du willst es dir nicht eingestehen. Dir geht es okay, sagst du dir jeden Tag aufs Neue. Dein Spiegelbild zeigt dein perfektes Ich. Es bildet die Person ab, die du sein sollst. Es zeigt aber nicht DICH! Du blickst in ein fremdes Gesicht. Deine weiche glatte Haut soll so nicht sein. Du verstehst nicht wer du bist.</p>
<p>Mit jedem Blick in den Spiegel füllt sich immer mehr Schmerz, Leid, Qual und Schuld in deinen Augen.<a name="OLE_LINK1"></a></p>
<p><a name="OLE_LINK2"></a><a name="_GoBack"></a> Wir sehen uns später wieder. Dein Körper sieht aus, wie ich ihn kannte, aber deine Augen sind scheinbar tot. Der letzte positive Wille ist aus deinem Blick gewichen. Ich schau dir in die Augen. Dir geht es NICHT okay sag ich dir – und du weinst. All die Wut über dich und dein Leben, all die Angst vor Unverständnis, all die Angst<span lang="de-DE">,</span> die Worte auszusprechen. 4 Worte, mit denen du zu dir selber stehst. 4 Worte, mit denen du Schwäche und Stärke zugleich zeigen würdest. Das erste Mal in deinem Leben würdest du dich angreifbar machen. Aber ich seh dir in die Augen. Zeige dir, dass du vor mir schwach sein darfst. 4 Worte, die ich als erstes Wesen aus deinem Mund hören würde. 4 Worte, um du selbst zu sein. Du schaust mir in die Augen. Du sagst &#8222;Ich bin kein Mädchen.&#8220;</p>
<p>Spinnenmädchen</p>
<p lang="de-DE"><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li><span lang="de-DE">Im </span><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/08/poetry-slam-fallen-aufstehen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span lang="de-DE"><u>Poetry Slam: Fallen. Aufstehen</u></span><span lang="de-DE">. </span></a> <span lang="de-DE">schildert Mare den Kampf eines Menschen, der über seine sexuelle Identität in Verzweiflung gerät.</span></li>
<li><span lang="de-DE">Im falschen Körper geboren zu sein, damit muss sich keine*r abfinden. In </span><span lang="de-DE"><u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/11/zwei-jahre/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zwei Jahre Testosteron</a></u></span><span lang="de-DE"> liest du, wie sich Nevs Erscheinungsbild durch die Hormontherapie verändert hat.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der TRACK, ein Ort für Identität und Sexualität</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/01/der-track-ein-ort-fuer-identitaet-und-sexualitaet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Aminta]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2016 08:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Bisexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Lesbisch]]></category>
		<category><![CDATA[Schwul]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein Ort für die eigene Identität und Sexualität. Der offene Jugendtreff TRACK e.V. ist eine Jugendeinrichtung für lesbische, schwule, bi &#8211; und transsexuelle Jugendliche im Alter von 14 &#8211; 27 Jahren in Münster. Unsere Autorin Aminta hat sich auf dieser Veranstaltung für den Erhalt dieser Einrichtung eingesetzt und treffend klar gemacht, warum dieser Ort erhalten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Ort für die eigene Identität und Sexualität. Der offene Jugendtreff TRACK e.V. ist eine Jugendeinrichtung für lesbische, schwule, bi &#8211; und transsexuelle Jugendliche im Alter von 14 &#8211; 27 Jahren in Münster. Unsere Autorin Aminta hat sich auf dieser Veranstaltung für den Erhalt dieser Einrichtung eingesetzt und treffend klar gemacht, warum dieser Ort erhalten bleiben muss.</p>
<p><strong>Aminta:</strong></p>
<p>Ein Ort für die eigene Identität und Sexualität. Der offene Jugendtreff TRACK e.V. ist eine Jugendeinrichtung für lesbische, schwule, bi-und transsexuelle Jugendliche im Alter von 14 &#8211; 27 Jahren in Münster. Unsere Autorin Aminta hat sich auf dieser Veranstaltung für den Erhalt dieser Einrichtung eingesetzt und treffend klar gemacht, warum dieser Ort bleiben muss.</p>
<p>Ich habe das Gefühl, dass, gerade viele Erwachsene und Politiker, nicht verstehen, welche große Bedeutung der Track für die Teilnehmer hat.<br />
Eine Jugendeinrichtung, die dir die Möglichkeit gibt, zu dem zu stehen, wer du bist; die dir die Möglichkeit der Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität und Identität gibt; die gerade für jüngere eine große Wissensquelle ist und für viele ein Zufluchtsort ist, die ist ungemein wichtig.<br />
Der Stellenwert des Tracks ist für viele sehr hoch. Ich bin nicht mehr aus denselben Gründen, wie am Anfang da, denn ich bin mittlerweile „angekommen“. Doch bekomme ich regelmäßig mit, vor allem bei den Jüngeren, dass sie aus den identischen Gründen wie ich da sind und welchen positiven Einfluss der Treff hat.<br />
Aus Unsicherheit wird Selbstbewusstsein;<br />
Aus dem Gefühl alleine zu sein werden neue (gute) Freundschaften.<br />
Uns allen ist bewusst, dass es den Treff in seiner jetzigen Form nächstes Jahr eventuell nicht mehr geben wird. Ich kann Ihnen versichern, dass dies bei einigen zu Tränen und bei vielen zu Wut geführt hat.<br />
Erwachsene treffen mal wieder wirkungsreiche Entscheidungen für die Jugendlichen, ohne, zuminest gefühlt, die jugendliche Perspektive wahrzunehmen.<br />
Ich habe bisher zwei Teamerwechsel miterlebt und weiß, dass tatsächlich einige sehr schlecht damit umgehen können. Doch sollten die jetzigen Teamer wegfallen, und das nur aus finanziellen Gründen, dann würde es einen starken Abfall an der Teilnehmerzahl geben.<br />
Und diese ist so hoch wie nie.<br />
Wir Teilnehmer haben einen persönlichen Bezug zum Track und zu den Teamern, und ich kann Ihnen versprechen: Wir finden einen Weg, dass uns dieser Bezug erhalten bleibt!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
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		<title>Er.Sie.Es</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2014/04/er-sie-es/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[jeco]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2014 20:22:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
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					<description><![CDATA[Conrad von der Redaktionsgruppe Jeco besucht die Ausstellung Er.Sie.Es der Fotografin Yvonne Most, die sich künstlerisch mit dem Thema Geschlechteridentitäten auseinandersetzt. Was ihm dabei durch den Kopf geht und was die Fotografin, Besucher und Besucherinnen der Ausstellung sowie die Fotografierten selbst zur Ausstellung sagen, zeigt er uns im Video. Hier geht&#8217;s zur Website der Fotografin: www.dokmost.de und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Conrad von der Redaktionsgruppe Jeco besucht die Ausstellung Er.Sie.Es der Fotografin Yvonne Most, die sich künstlerisch mit dem Thema Geschlechteridentitäten auseinandersetzt. Was ihm dabei durch den Kopf geht und was die Fotografin, Besucher und Besucherinnen der Ausstellung sowie die Fotografierten selbst zur Ausstellung sagen, zeigt er uns im Video.</p>
<p>Hier geht&#8217;s zur Website der Fotografin: <a href="http://www.dokmost.de" target="_blank" rel="noopener">www.dokmost.de</a> und zur Website der Ausstellung: http://<a href="http://www.burg-halle.de/designhaushalle/aktuelles/er-sie-es-eine-fotografische-spurensuche-zwischen-den-geschlechtern" target="_blank" rel="noopener">www.burg-halle.de/designhaushalle/aktuelles/er-sie-es-eine-fotografische-spurensuche-zwischen-den-geschlechtern</a></p>
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