Erst einmal weg (Teil 2)

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(c) Hamza Butt:  travel  (CC BY 2.0)

Die Zeit nach dem Abi kann die schönste im Leben sein!

Schule vorbei und im Idealfall eine Pause, bevor Studium, Ausbildung oder andere ernste Lebensthemen anstehen. MeinTestgelände-Autorin Lilith hat in dieser Zeit einiges vor – und das Einzige, mit dem sie sich nicht beschäftigen wird, ist Langeweile. Hier lest ihr den zweiten Teil ihrer Geschichte.

 

Meine Planung begann damit, dass ich viel zu viel machen wollte, als dass es alles in ein Jahr passen konnte. Work and Travel sagte mir ebenso zu, wie eine Arbeitsstelle in einem Hotel als Animateurin, auch das Aushelfen auf einer Farm klang für mich interessant, das Schafehüten in Schottland, der Besuch einiger Universitäten für ein paar Wochen als „Probestudentin“, Praktika… Mein Dokument, das sich während meiner Schulzeit mit Links und Informationen darüber gefüllt hatte, was ich einmal alles machen wollte, wenn ich mehr Zeit hätte, umfasste inzwischen schon über zwanzig Seiten. Aber – war ja auch nicht schlecht. Schließlich bin ich erst 17 Jahre alt und das ein oder andere, was ich mir vorgenommen habe, lässt sich sicherlich auch noch in den Semesterferien in die Tat umsetzen.

Nach langem Hin und Her habe ich mich nun für die folgende Planung entschieden: wenn ich am 30. Juni mein Zeugnis in den Händen halten werde, geht es erst einmal direkt am nächsten Tag weiter mit Proben für die PROMS in Karlsruhe mit dem Badischen Jugendchor, anschließend steht eine dreiwöchige Tätigkeit als Jugendbotschafterin eines PASCH-Austausches des Goethe-Instituts an, in dem ich mich um deutschlernende Schüler aus dem Ausland kümmern werde. Nach zwei Tagen zu Hause geht es schließlich weiter in die Nähe von München, wo ich durch einen Jugend Forscht Gewinn die Möglichkeit habe, ein vollfinanziertes Praktikum bei der deutschen Zentrale für Luft- und Raumfahrttechnik durchzuführen. Davon wieder zurück, muss ich zu Hause leider warten, bis ich Ende Oktober 18 werde, um dann endlich mein bei der IBO gewonnenes Praktikum im Bereich Bioinformatik in Sheffield antreten zu können. Doch das „Warten“ wird sich keinesfalls als langweilig herausstellen. Denn in diesem knappen Monat werde ich Kurse für Grundschüler an der Hector-Akademie Ettlingen halten, auf Science sowie Poetry Slams auftreten, bei einigen Filmprojekten teilnehmen, eigene planen, ein wenig Zeit zum kreativen Schreiben nutzen, mich auf meine Musikinstrumente sowie meine sportlichen Tätigkeiten konzentrieren, ein wenig Arbeiten, um Geld zu verdienen…. Ihr seht schon. Ich habe immer etwas zu tun. Nach Sheffield und ein paar Tagen zu Hause zum Umpacken geht es schließlich nach Burkina Faso. Hier stutzen meist die Ersten, denen ich von meiner „Nach-Abi-Planung“ erzähle. Burkina Faso – wie kommt man denn darauf? Die Antwort ist für mich ziemlich einfach; meine Eltern unterstützen seit über zwanzig Jahren den Verein „Garango“, der in Burkina Faso Waisenkinder, sowie Halbwaisen in eine Hauswirtschaftsschule aufnimmt. Die Kinder werden dort bis zu ihrem 18. Lebensjahr ausgebildet. Um dies zu finanzieren, werden in Deutschland Paten gesucht, die sich jeweils um ein bis zwei dieser Kinder kümmern und ihnen finanzielle Mittel sowie kleine Präsente zur Verfügung stellen. Vor Ort werde ich die Möglichkeit haben, bei den Schwestern, die das Heim führen, zu leben und dort das Treiben in einem afrikanischen Land direkt mit zu bekommen. Ich werde Computer- sowie Englischkurse geben und auch mitgehen, wenn neue Patenkinder ausgesucht werden. Nach einem Monat heißt es auch hier wieder Adieu – sagen. Doch laut der ersten Vorsitzenden des Vereins ist es erst einmal gut, nicht länger als vier Wochen vor Ort zu bleiben. Zum einen ist das Klima dort für Europäer ohnehin nur von Dezember bis Februar einigermaßen erträglich, und zusätzlich sollte man sich das Ganze erst einmal anschauen. Später noch einmal für einen längeren Aufenthalt nach Burkina Faso zu reisen, ist ohnehin jederzeit möglich.

 

Mehr dazu:

  • Hier findet ihr den ersten Teil von Liliths Geschichte.
  • Nach der Schule geht es oft um die Suche nach dem richtigen Job. Dazu mehr in diesem Video.

Mein Name ist Lilith und ich wohne in einem kleinen, aber wunderschönen Dorf in der Nähe von Karlsruhe. Geboren bin ich 1999 jedoch in Hessen in Heppenheim. Nachdem ich die Grundschule ein paar Jahre lang besuchte, habe ich im Alter von neun damit begonnen, mein erstes Buch zu verfassen. Schon einige Zeit zuvor hatte ich den Spaß am Schreiben entdeckt und mir seitdem ich denken kann Geschichten ausgedacht, die ich seitdem aufs Papier bringe. Zwei Jahre nachdem ich die Überschrift des ersten Kapitels auf ein DinA4 Blatt gekritzelt hatte, begann ich schließlich mit dem Projekt, mein Buch zu veröffentlichen. Inzwischen sind diesem ersten zwei weitere Bücher gefolgt. Neben den bisherigen Werken, die hauptsächlich für Kinder und Jugendliche geeignet sind und sich bunt mit Themen beschäftigen, die von Elfen über Umweltschutz bis hin zur Pubertät reichen, bin ich momentan dabei, parallel an meinem vierten und fünften Buch zu schreiben, von denen eines eine Zusammenstellung verschiedener Kurzgeschichten sein wird und sich das andere rund um Katzen dreht. Ich verfasse aber nicht nur gerne Romane und Kurzgeschichten, sondern auch Gedichte und Poetry Slams, mit denen ich auch schon einige Wettbewerbe gewonnen habe. Leider aber habe ich für all dies viel zu wenig Zeit, da ich mich noch für zahlreiche andere Dinge interessiere. Klavier-, Gitarren-, Schlagzeug- und Saxophonunterricht, Proben in Chor, Jazzband, Orchester, Kunstturntraining, Mitglied in zahlreichen AGS (z.B. fairtrade, SMV, Amnesty, Leiterin einer Turn-AG) und Mitglied in zahlreichen Vereinen und Gruppen außerhalb der Schule (z.B. dem EYP, der JEF(Junge Europäische Föderalisten…) und nebenher noch der Besuch der 12 Klasse, die ich dieses Jahr mit meinem Abitur abschließen werde, nehmen doch einiges an Zeit in Anspruch. Wenn ich neben diesem vollen Wochenplan noch Zeit finde, gehe ich im Winter liebend gerne Ski- und Snowboard fahren, oder im Sommer Surfen und Tennisspielen oder Klettern. Ihr seht schon – ich bin für wirklich alles zu begeistern. Von Mathe, Physik und Chemie über Technik hin zu Sprachen, Geschichte und Geisteswissenschaften, Sport und Musik – es gibt wirklich kaum etwas, was mich nicht interessiert. Durch diese vielseitigen Aktivitäten ist es auch nicht verwunderlich, dass ich über viele Seiten mit den auf dieser Seite behandelten Themen in Berührung komme. In technischen und naturwissenschaftlichen Kursen und Feriencamps habe ich es nur zu oft selbst erlebt, wie auch hier immer noch die Stereotypen zum Vorschein kommen und auch im Zuge meiner Arbeit an der hector-Kinderakademie und dem KinderCollege in Karlsruhe sowie in Bretten, bei denen ich als Dozentin aktiv bin, erfahre ich ununterbrochen, wie sehr auch Grundschüler noch zwischen angeblichen Mädchen- und Jungentalenten unterscheiden. Auf der anderen Seite habe ich auch im politischen Bereich einiges in diese Richtung mitbekommen, sodass ich mich letztes Jahr dazu entschlossen habe, eine ganze Aktion über Mädchen- und Frauenrechte zu kreieren –  diese hat nicht nur zu Aktionen an der Schule und einer ganzen Ausstellung in einem nahe gelegenen Museum geführt, sondern mich schließlich auch zu mein Testgelände geführt. Ich finde diese Seite eine super Sache, weil sich jeder trauen kann, das zu schreiben, was ihn bedrückt und sie Mädchen und Frauen eine ganz eigene Stimme verleiht. Daher möchte auch ich diese Plattform in naher Zukunft mit meinen Beiträgen bereichern und jetzt bleibt mir nur noch eins zu sagen: Viel Spaß beim Lesen und Hören!

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