Sexismus in Games

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(c) Becky Lai:  playstation  (CC BY-NC-ND 2.0)

Wie steht’s eigentlich so um die Darstellung von Frauen in Videospielen? Sind das alles Vorurteile oder steckt da tatsächlich noch eine ganze Menge Sexismus drin? Unser Autor Florian, der selbst gerne mal zockt, hat sich für uns umgesehen und einen Text dazu geschrieben.

Ist komisch als Mann über Sexismus gegenüber Frauen zu schreiben, wobei ich selbst doch gar nicht nachempfinden kann, wie sich sowas anfühlt. Dennoch, meine Möglichkeiten geben mir die Chance, mir eine eigene Meinung zu bilden über dieses Thema, welches in den verschiedensten Medien ausgenutzt wird. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, die durch und durch sexualisierte Darstellung der Frau in Videospielen nicht zu bemerken. Knappe Röcke wie von Juliet aus „Lollipop Chainsaw“ oder Rüstungen, die aus einem BH und einem Slip bestehen, wie, z.B. bei League of Legends (tatsächlich stellte ich mir schon früh die Frage, wie genau ein BH vor Kälte und Schwerthieben schützen sollte).

Immer wieder werden Stimmen laut, dass Games ein Sexismusproblem haben. Was ist da dran? Na gut, ich habe bereits erwähnt, dass Frauen nicht aufgrund ihrer Charaktereigenschaften bekannt sind, sondern aufgrund ihres Sexappeals. Ich glaube, dass die Darstellung zum einen Teil direkt darauf abzielt, kleinen Pubertieren hormonell zu entsprechen. Sex ist ein Geschäft und so kam es, dass schon Tomb Raider in den ersten Games übergroße Brüste hatte, auch wenn diese zuerst spitzer waren als meine Bleistiftsammlung. Der Mann scheint meiner Erfahrung nach empfänglicher für sexuelle Reize zu sein und so kann man eine Menge Geld verdienen. Nun kommen wir zum Problem. Was ist das Problem? Das Problem ist, dass die meisten nicht mal das Problem dabei erkennen! Auf diese Weise wird seit Jahrzehnten ein Bild der Frau geschaffen, welches immer wieder gleich aussieht: schlank, Brüste und ein rundes Gesäß. Frauen werden oft nicht als eigenständiger Mensch, sondern als Objekt wahrgenommen, als Erotikquelle, aber nie in wichtigen Positionen. Zugegeben, es gibt einzelne Fortschritte. In „Farcry 4“ kommt Amita, knallharte Widerstandskämpferin des goldenen Pfades, ohne Minirock aus und in „The Last Of Us“ ist die 14-jährige Ellie, zumindest nach ein paar Spielstunden, gleichberechtigt und darf mit Waffen spielen. Das ist nicht viel, aber ein Anfang. Kassenschlager mit Frauen in der Hauptrolle existieren immer noch nicht und das sollte sich ändern. Das ist ein Prozess, der dauert. Man bedenke, wie Babys reagieren, wenn man ihnen einfach den Schnuller wegnimmt. Man muss vorsichtig vorgehen, die richtigen Momente abwarten und nach und nach den Schnuller abgewöhnen. Sonst haben wir einen riesen Haufen heulender und sexuell geladener Gamer, die nicht eher aufhören zu heulen, bis sie ihren Schnuller zurück haben. Ich weiß nicht wieso, aber ich feiere mich selbst für diesen Vergleich.

Aktuell spiele ich eher weniger, da ich neben der schulischen Ausbildung noch arbeite und nebenbei nur Zeit für ne kurze Runde bleibt. Demnach zocke ich, als Star Wars Fan umvermeidbar, Star Wars Battlefront 2, und auch hier kann man Anfänge einer Entwicklung wahrnehmen. Die inhaltlich eher magere Kampagne, wird mit einer wiederum interessanten und starken Protagonistin durchspielt. Bemerkenswert finde ich auch, dass die verschiedenen Soldatenklassen auch in allen Armeen, in denen es möglich ist, abwechselnd männliche und weibliche Charaktere sind. Wünschenswert wären kleine Aufmerksamkeiten, wie zum Beispiel ein Frauentagsevent, bei denen nur Heldinnen und Schurkinnen gespielt werden können.

Es ist noch ein weiter Weg, bis Frauen nicht mehr als Objekte dargestellt werden. Wichtig ist, dass man ein Bewusstsein schafft, um überhaupt anfangen zu können.

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Ich bin 18 Jahre alt, wohne in Rostock, höre extrem gerne Rap und arbeite ab September in einer Kita als Bundesfreiwilliger. Mein Leben widme ich der Politik und ich bin fest entschlossen Ungerechtigkeiten anzusprechen und gegen Rassismus zu kämpfen. Wo kann man dies am Besten? Im Internet natürlich! Ich hoffe durch meine Texte, euch meine Sicht der Dinge und der Welt näherzubringen, damit vielleicht etwas bewegt werden kann.

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