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	<title>Beziehung &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Beziehung &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Octupusse haben drei Herzen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/07/octupusse-haben-drei-herzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anna Beda]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 09:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Age-Gap]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Anna hat ihre Age-Gap-Beziehung immer verteidigt – bis aus „Ich weiß schon, was ich tue“ plötzlich „Alle hatten recht“ wurde. Ich bin eine dieser Frauen, die Age-Gap Beziehungen immer verteitigt haben, bis sie vorbei waren. Meistens bleibt man dann zurück und dann kommt ein großes Nichts. Was fange ich an mit dem kollektiven „Wir haben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anna hat ihre Age-Gap-Beziehung immer verteidigt – bis aus „Ich weiß schon, was ich tue“ plötzlich „Alle hatten recht“ wurde.</strong><span id="more-17578"></span></p>
<p>Ich bin eine dieser Frauen, die Age-Gap Beziehungen immer verteitigt haben, bis sie vorbei waren. Meistens bleibt man dann zurück und dann kommt ein großes Nichts. Was fange ich an mit dem kollektiven „Wir haben es dir doch immer schon gesagt“? Wer übernimmt Verantwortung für diese Age-Gap-Frauen? Eben diese Frauen selbst. Ich bin jetzt eine Frau mit Verantwortung und das ist scheiße, weil ich quasi Unordnung mache und hinter mir eine Spur aus Chaos hinterlasse, die ich im selben Augenblick auch aufräumen soll. Als hätte ich acht Arme. Als wäre ich ein Oktopus mit mehreren Herzen, die diese ganze Ambiguität aushalten könnten.</p>
<p>Ich hätte zu oft gerne eine große Schwester gehabt, ein älteres Ich, das auf das jüngere Ich aufpasst. Dann werde ich plötzlich sauer und traurig und handlungsunfähig. Hier geht&#8217;s doch eigentlich immer um Verantwortung. Alte Männer, die junge Frauen begehren, selber sauer daran aufstoßen, zur Therapie gehen und anfangen aufzuhören, immer wieder jüngere Frauen zu daten. Männer in Vorständen, die sich beim Reden zuhören, merken, dass sie Frauen kollektiv klein halten, einfach mal das Maul halten und ihren Rücktritt ankündigen. Besser noch, vielleicht einfach ihren eigenen Frauen den Posten anbieten. Aber Verantwortung liegt leider immer bei den Betroffenen, weil da ja auch die Not viel klarer, viel brennender, viel penetranter deutlich wird.</p>
<p>Und jetzt sitze ich hier und merke, dass Verantwortung auch bedeutet, sich selber beim Zerfallen zuzusehen. Niemand sagt einem das vorher. Alle reden immer nur davon, dass man „daraus lernen“ wird, als wäre Lernen etwas Schönes, etwas Ruhiges, etwas, das mit Wachstumsschmerzen endet und nicht mit Scham. Aber Lernen heißt oft einfach nur, dass man plötzlich erkennt, wie oft man sich selbst verlassen hat, um jemand anderem näher zu sein.</p>
<p>Ich glaube, das Schlimmste an diesen Männern ist nicht mal, dass sie gehen. Menschen gehen ständig. Das Schlimmste ist, wie ich mich langsam daran gewöhnt habe, übersehen zu werden. Zuerst dachte ich, das sei Reife. Ich nannte es Freiheit, Unabhängigkeit, Unverbindlichkeit. Ich finde es sexy, dass er mich nicht kontrolliert, nicht klammert, nicht fragt, wo du bist. Bis ich irgendwann merke, dass er gar nicht fragt. Nie.</p>
<p>Und natürlich habe ich mich besonders gefühlt. Weil ich dachte, ich wäre die Ausnahme von der Regel. Nicht wie die anderen Frauen, die verletzt wurden. Nicht wie die Warnungen. Nicht wie die Statistik. Man hält sich für außergewöhnlich, dabei wiederholt man oft nur ein sehr altes Skript. Ein Mann, der sich in der Nähe jüngerer Frauen lebendig fühlt. Ich war eine junge Frau, die verwechselt hat, begehrt zu werden mit gesehen zu werden.</p>
<p>Wie oft ich mich angepasst habe, damit nichts kippt. Wie oft ich mich still und heimlich dafür gehasst habe. Ich habe früh gelernt, Atmosphären zu stabilisieren. Männer nennen das dann unkompliziert. Und ich bin so müde davon, unkompliziert gewesen zu sein.</p>
<p>Ich bin müde davon, mich selber ständig in Relation zu Männern zu verstehen. Müde davon, stolz darauf gewesen zu sein, „reif“ für mein Alter zu wirken, obwohl das oft einfach nur bedeutet hat, früh zu lernen, die eigenen Bedürfnisse leise zu machen. Niemand hat mir gesagt, wie schnell ich anfange, mir selbst beim Verschwinden zuzusehen, wenn ich dafür gelobt werde, angenehm zu sein.</p>
<p>Und vielleicht liegt genau da der Schmerz. Darin, dass man sich irgendwann fragt, ob man jemals wirklich da war. Ob man als Mensch gemeint war oder eher als Projektionsfläche. Etwas Junges, Weiches, Aufmerksames. Etwas, das zuhört und bewundert und nicht zu viele Ansprüche stellt. Etwas, das einem älter werdenden Mann noch mal beweist, dass er noch gewählt werden kann.</p>
<p>Ich merke jetzt erst, wie oft ich Dinge heruntergeschluckt habe, nur um nicht anstrengend zu wirken. Wie oft ich weniger gesagt habe, als ich eigentlich dachte. Wie oft ich so getan habe, als würde mich etwas nicht verletzen, nur damit der Abend nicht kippt. Denn wenn die Stimmung kippt, dann fange ich an zu arbeiten. Emotional zu arbeiten. Ich glätte, beruhige, relativiere. Und irgendwann merkt man gar nicht mehr, dass man die ganze Zeit arbeitet, während der andere einfach nur da ist.</p>
<p>Vielleicht bin ich deshalb so wütend. Weil ich plötzlich sehe, wie viel Kraft mich dieses Unkompliziertsein gekostet hat. Wie viel Jugend darin verschwunden ist. Wie oft ich dachte, Liebe würde bedeuten, Verständnis für alles zu haben. Für Distanz. Für Unverbindlichkeit. Als wäre Verständnis etwas, das nur in eine Richtung funktioniert.</p>
<p>Und das Peinlichste daran ist vielleicht, dass ein Teil von mir immer noch verstanden werden will von genau diesen Männern. Dass ich manchmal immer noch denke, wenn ich es nur gut genug erkläre, ruhig genug bleibe, klug genug analysiere, dann würden sie plötzlich sehen, was sie mit einem machen. Aber vielleicht sehen sie es längst. Vielleicht ist genau das der Punkt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Das „Cool Girl“ im Bett</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/12/das-cool-girl-im-bett/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 07:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Konsens]]></category>
		<category><![CDATA[S*explore]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin hat lange Zeit performt, was das Patriarchat unter einem &#8222;Cool Girl&#8220; versteht. Sie hat ihre Bedürfnisse nicht geäußert und Grenzen nicht gesetzt, um die Gefühle ihres Partners nicht zu verletzen oder gar seine Anerkennung zu verlieren. Das Cool Girl ist halt mit allem cool &#8211; bis sie sich dazu entschieden hat, sie selbst,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin hat lange Zeit performt, was das Patriarchat unter einem &#8222;Cool Girl&#8220; versteht. Sie hat ihre Bedürfnisse nicht geäußert und Grenzen nicht gesetzt, um die Gefühle ihres Partners nicht zu verletzen oder gar seine Anerkennung zu verlieren. Das Cool Girl ist halt mit allem cool &#8211; bis sie sich dazu entschieden hat, sie selbst, statt cool zu sein. Wer damit ein Problem hat? Pech! Ein Essay über wahre Coolness.</strong><span id="more-16496"></span></p>
<p>„Oh bitte nicht“, denke ich mir aber mein Mund spricht den Gedanken nicht aus. Schließlich kann ich jetzt nicht den Moment verderben. Das käme total komisch rüber und er würde bestimmt super unsicher werden und glauben es sei seine Schuld. Mein größter Albtraum: Der Grund dafür sein weshalb sich mein Partner schlecht fühlt.<br />
Also fühle lieber ich mich schlecht. Mit zusammengebissenen Zähnen lasse ich also meinen Kopf ins Kissen drücken und warte bis es vorbei ist. So schlimm ist es ja nicht und ich liebe ihn ja auch. Außerdem ist es ja nicht das erste Mal, sondern quasi Routine. Da kann man mal bisschen was wegstecken im Gegenzug dafür, dass er gleich glücklich und verschwitzt nichts sagend aus dem Bett steigen und sich eine Zigarette drehen wird. Ich werde dann lächeln und mir die Haare aus dem Gesicht streichen. Vielleicht bekomme ich sogar noch eine Umarmung. Ich mag Sex ja auch, die Details sind da nicht so wichtig.</p>
<p>Früher hieß es prüde, heute bin ich „vanilla“. Nicht falsch verstehen: Die sexuelle Revolution, die man als junge Frau in Hetero-Beziehungen durchmacht, hatte ich auch. Ich habe über den Tellerrand der Missionarsstellung hinausgeschaut. Ein bisschen heftigeres Anpacken, vielleicht ein wenig Choking – alles super aufregend. Sich auszuprobieren ist wichtig und ich finde es toll, wenn man findet was einem liegt. Wenn das deins ist: More power to you.<br />
Ich dachte erst das liegt mir alles. Ich bin die Entspannte, mit mir kann man alles machen. Ich bin mir für Nichts zu schade. Nein heißt nein, aber ich sage immer ja. Ich bin nicht wie die anderen, ich bin pflegeleicht. Ich bin <i>cool </i>mit allem.</p>
<p>Das <i>Cool Girl</i> schaut zusammen mit ihrem Freund anderen Frauen hinterher – solchen mit engen Hosen und großen Hintern. Sie ist „eine von den Jungs“, nur eben heiß. Drama? Hat sie keinen Bock drauf. Sie trinkt mit, feiert mit, und ist selbst im Bett cool. Lust auf Sex hat sie immer, Aftercare braucht sie nicht. Du willst sie schlagen oder beißen, kein Problem da steht sie drauf. Auch Pornos schaut sie gern mit dir zusammen an. Das Cool Girl wird niemals zickig, niemals fordernd. Sie ist immer dabei – und nie bedürftig. Aber das Cool Girl ist eine Illusion. Sie existiert nicht wirklich. Sie ist eine Fantasie, die heterosexuelle Männer geschaffen haben und die ich lange versucht habe zu verkörpern. Schon in jungen Jahren lernen viele Mädchen, dass sie Lob ernten, wenn sie sich männlichen Interessen anpassen. Man „ist nicht so wie die anderen Mädchen“, wobei „das andere Mädchen“ eine zweidimensionale Parodie davon ist, was man(n) vom Mädchensein erwartet. Shopping ist für sie eine Sportart, sie trägt nur rosa und will irgendwann mal Lehrerin werden oder Tierpflegerin oder noch besser: Mama.</p>
<p>Mit 15 ist es eine Tragödie, wenn man in den Topf dieser vermeintlichen Mehrheit gesteckt wird. Dabei ist diese große rosa Masse keine Realität. Die aller wenigsten Mädchen und jungen Frauen entsprechen der oben genannten Beschreibung. Doch das wusste ich damals nicht. Also habe ich laut Twilight gehasst, meine Lieblingsfarbe war blau und Bier war lecker. Ich war nämlich ein Individuum und kein Teil der namenlosen pinken Karikatur. Wenn ich heute zurückblicke, empfinde ich Mitleid für mein jüngeres Ich. Genauso wie ich Mitleid mit den „Pick-Me Girls“ habe, die ich heute noch im Netz sehe. Diese Mädchen versuchen einfach nur zu zeigen, dass sie eine Persönlichkeit haben – dass sie nicht so sind wie „die anderen“.</p>
<p>Doch das war vor dem Abi, Tinder und dem 18ten Geburtstag.</p>
<p>Gerade hat man die Selbstreflexion erlangt das „Pick-Me“ Dasein abzulegen andere Frauen nicht als Konkurrenz anzusehen und sich selbst zu erlauben Musik von Taylor Swift zu mögen und rosa Kugelschreiber zu benutzen, da geht die Performance in anderen Kontexten nahtlos weiter. Ich war entwickelt genug um mich nicht mehr vor den Augen anderer Frauen unterscheiden zu müssen, aber in der Privatsphäre des sehr spärlich eingerichteten Schlafzimmers meines Freundes wollte ich noch immer cool sein.<br />
Auch wenn ich keine Erfahrung mit Casual Dating hatte, fühlte sich mein Sexleben in einer mehrjährigen Beziehung oft genauso an. Im Bett wird kaum bis gar nicht geredet. Kommunikation war ihm zu unsexy, also beschränkte ich mich auf Geräusche. Nach dem Sex zusammen liegen bleiben und kuscheln ist so gar nicht seins, und deswegen brauche ich das auch nicht. Ist ja eh alles zu warm und schwitzig. Außerdem hat es auch etwas Ästhetisches direkt nach dem Sex aufzustehen und sich eine Zigarette zu drehen. Das ist so cool. Also rauche ich eine mit. Mein Blick folgt dem Rauch, der Richtung Decke aufsteigt und ich fühle mich plötzlich irgendwie leer. Doch bevor ich diesem Gefühl mehr Platz gebe beschäftige ich mich stattdessen mit der Frage, ob wir die Wände beim Umzug wegen Gelbstich streichen müssen. Je losgelöster und lockerer desto besser. Wir haben One-Night-Stands – seit 2 Jahren.</p>
<p>Es ist Sommer 2018, wir sind früh morgens auf dem Rückweg von meiner Uni-Party nach Hause und entscheiden uns doch früher aus der S-Bahn zu steigen. Die Sonne ist kurz davor aufzugehen als wir noch immer angetrunken lachend über die Museumsinsel rennen. Außer uns ist keiner da, es ist als wären wir die einzigen zwei Menschen auf der Welt. Es ist einer dieser Momente die man als „core memory“ bezeichnen würde. Doch auch diese Erinnerung hat einen Beigeschmack, denn aus welchem Grund auch immer fingen wir an über das Thema Pornos zu sprechen und welche Darstellerinnen er besonders attraktiv findet. Als Cool Girl macht mir das natürlich gar nichts aus. Im Gegenteil, als laute Supporterin von Sexarbeiter: innen überlege ich ob ich ihm zum Geburtstag ein Abo für eines der Onlyfans-Profile schenke. Damit ich die Namen nicht vergesse schicken wir eine WhatsApp Sprachnachricht in unseren Chat, in der er etwas zögerlich die Namen aufzählt und ich lachend über meine Geschenkpläne spreche und sage „Ich bin ja echt ne Traumfrau, support Sexworkers and Support your Boyfriend“.</p>
<p>Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Folgetag die Namen gegoogelt und die Frauen mit mir verglichen habe. Habe ich genauso schöne Haare, Brüste, Beine, etc.? Bin ich genauso dünn? Würde ich das auch mit mir machen lassen? Die Ganze Aktion war nicht seine Idee, sondern meine. Ich habe mir selbst den Tag vermiest. Und dann kam auch noch der Kater.<br />
Schon lustig, wie offensichtlich verquer alles in Retrospektive scheint. Es ist eine große blinkende Leuchtreklame über meinem Kopf aber ich konnte sie nicht sehen. Ich habe die Rolle des Cool Girls nicht nur für ihn performt, sondern auch für mich selbst. Und ich war wohl ziemlich überzeugend.</p>
<p>Heute ist mir das Ganze fast peinlich. Wie sehr habe ich damals nach Bestätigung gelechzt, dass ich nie den Mund aufgemacht habe, wenn ich etwas nicht wollte? Im Gegenteil, ich machte es oft schlimmer. Was für ein Clown war ich? Doch es ist immer einfacher sein früheres ich zu verurteilen, sich über sie lustig zu machen und sich so doll es geht zu differenzieren, als Einfühlsamkeit zu zeigen.<br />
Damals war meine Nummer Eins Priorität ihn bei mir zu behalten. Verlassen zu werden war bedeutungsgleich mit dem Ende der Welt. Deswegen musste ich alles tun um zu vermeiden, dass er geht. Es fühlte sich damals so an als wäre mein Leben davon abhängig. Unter dieser Prämisse verändert sich das Bild, welches ich von meinem jüngeren Ich vor mir sehe. Das weiße Make-Up und die rote Nase verschwinden langsam, darunter kommt ein trauriges Gesicht zum Vorschein, was zu oft Ablehnung erfahren hat und nun bitterliche Angst davor hegt.<br />
Jahre später bin ich in einer neuen Beziehung in der ich genau das kommunizieren kann. „Es fällt mir schwer nein zu sagen.“ Meistens kann ich eine Grenze ziehen, wenn es nötig ist es doch manchmal kommt doch noch das Cool Girl heraus und will eine Performance außerhalb meiner Komfortzone darbieten. Einfach weil sie glaubt sie müsste.</p>
<p>Es gibt also kein Happy Ending in dieser Geschichte, nur Babyschritte in die richtige Richtung.</p>
<p>Mit 26 weiß ich: Das Konzept des <i>Cool Girl</i> simuliert sexuelle Freiheit. Während es den Anschein erweckt, dass sie sexuell befreit ist, ist ihre Freiheit in Wirklichkeit stark eingeschränkt, da sie immer noch innerhalb von einem männlich definierten Rahmen agiert. Sie verkörpert eine Fantasiefrau, die nicht nur sexuell verfügbar ist, sondern sich auch bewusst von traditionellen weiblichen Stereotypen distanziert – ohne jedoch die patriarchalen Strukturen, die dem Ganzen zugrunde liegen, infrage zu stellen. Ich war in Vergangenheit ein Cool Girl. Ich habe meine eigenen Grenzen kompromittiert aufgrund von persönlichen Ängsten und gesellschaftlichen Erwartungen, denen ich mit nicht einmal wirklich bewusst war das ich sie erfüllen wollte. Ich habe mich verletzten lassen und mich im selben Zug wiederholt selbst verletzt.</p>
<p>Doch dadurch, dass ich nun weiß welchen Preis ich dafür zahle um <i>cool</i> zu sein, werde ich in Zukunft inständig daran arbeiten noch viel, viel <i>uncooler</i> zu werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Konsens</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/11/konsens-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gloria]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2024 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Consent&#8220; ist das Englische Wort für Zustimmung. Vielleicht ist es dir in letzter Zeit häufiger Im Zusammenhang mit dem Thema S3xualität begegnet. Was Consent genau ist, warum Consent wichtig und schön ist und was genau FRIES 🍟 damit zu tun haben, erfährst du im Video.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Consent&#8220; ist das Englische Wort für Zustimmung. Vielleicht ist es dir in letzter Zeit häufiger Im Zusammenhang mit dem Thema S3xualität begegnet. Was Consent genau ist, warum Consent wichtig und schön ist und was genau FRIES 🍟 damit zu tun haben, erfährst du im Video.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rundum befriedigt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/11/rundum-befriedigt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Nov 2024 07:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
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					<description><![CDATA[Zwischen Bachelorarbeit und Referatsvorbereitung, zwischen Leipziger Stadtvierteln, zwischen Partnerpersonen: Die Protagonistin Mia, die wir in dieser Kurzgeschichte begleiten dürfen, fühlt sich wohl im Dazwischen und meistert es, ihre eigenen Vorstellungen von Beziehung zu leben. »Fu-fuck«, stöhnte Liam unter Mia und krampfte seine Finger in ihre Hüfte hinein. Mia rollte ihre Hüften schneller auf ihm. Sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwischen Bachelorarbeit und Referatsvorbereitung, zwischen Leipziger Stadtvierteln, zwischen Partnerpersonen: Die Protagonistin Mia, die wir in dieser Kurzgeschichte begleiten dürfen, fühlt sich wohl im Dazwischen und meistert es, ihre eigenen Vorstellungen von Beziehung zu leben.<br />
</strong><span id="more-16431"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Fu-fuck«, stöhnte Liam unter Mia und krampfte seine Finger in ihre Hüfte hinein. Mia rollte ihre Hüften schneller auf ihm. Sie sah unter sich, wie Liam zitterte und sich sein Gesicht zusammenzog während ihm schwarze Strähnen verstrubbelt in die Augen fielen. Liam biss sich auf die Unterlippe und stieß ein paar Mal nach oben, dabei blies er in Stößen Luft aus. Er setzte mehrmals an, etwas zu sagen, aber es kam nur mehr Stöhnen aus seinem Mund heraus. Mia beugte sich nach unten und war froh die Haare beim Vorspiel in einem Zopf gefasst zu haben. Ihre Brüste landeten weich auf Liams Oberkörper und seine Hände fanden von fast automatisch ihre Nippel die er langsam in seinen Händen streichelte und manchmal leicht mit seinem Daumen und Zeigefinger einklemmte. Der Winkel war nicht der Beste, aber Mias gehauchte Worte an seinem Ohr ließen ihn dennoch zusammenzucken. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Kommst du für mich?« Sie bewegte sich schneller auf und ab und küsste seinen Hals, als sich Liam verkrampfte und die Augen zusammenkniff. Er ließ ein langes Stöhnen im Raum erklingen und sein Penis zuckte kraftvoll zusammen, als er sich ins Kondom ergoss. Als er die Augen öffnete, hatte Mia ihn schon aus sich rausgleiten lassen, da sie wusste, wie sensitiv er werden konnte, nachdem er gekommen war. Sie mussten definitiv mal den Penisring probieren. Liam öffnete langsam seine Augen. Es gab den Moment, in dem sich Liams Augen noch mal weiteten mit diesem unbewussten kleinen Lächeln, das er ihr manchmal schenkte, wenn er dachte, dass sie nicht hinsah.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Woah«, stieß er aus und schob ein »Danke« hinterher.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mia schüttelte nur ihren Kopf, verkniff sich den Kommentar und küsste Liam sanft und umarmte ihn fest, bis sich sein Atem wieder beruhigt hatte. Liam begann fast abwesend Mias Rücken zu streicheln und langsam ihre Wange und ihren Hals zu küssen. Liam stellte das Bein, das zwischen Mias Beinen war, auf und presste sie sanft mit ihrer Hüfte auf dieses. Dann drehte er sie um – versuchte es zumindest. Mit etwas rumrutschen lag sie unten und er befand sich aufgestützt zwischen ihren Beinen. Er begann sich erneut mit Ihrem Hals zu beschäftigen, doch sie schlang ungeduldig ihre Beine um ihn und presste ihr Becken rhythmisch gegen seinen Unterkörper.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Nimm mich bitte einfach.« </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Liam sah sie wieder mit diesem Strahlen an, als wäre sie etwas Besonderes.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Du bist so unfassbar heiß«, raunte er und umschloss ihren rechten Nippel mit seinem Mund. Ein kleiner Aufschrei kam aus Mias Mund und sie krallte sich in seine Haare als Liam fester saugte und vorsichtig in ihren Nippel biss. Dann nahm er seine Hand dazu und rollte ihren linken Nippel zwischen</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Daumen und Zeigefinger. Eigentlich wollte sie ihn runterschieben, genau dorthin, wo sie ihn jetzt brauchte, aber das Gefühl ließ sie kurz vergessen zu denken. Sie spürte, wie Flüssigkeit in einem kleinen Schwall aus ihr lief, über ihren Po und auf das Kissen tropfte. Gleitgel hatte Mia noch nie benutzen müssen aber die Nippelklemmen sollte sie definitiv mal mit nach Anger-Crottendorf zu Liam nehmen. Liam widmete sich ihrem anderen Nippel und langsam wurden die Nervenbündel sensitiv und Mia schob mit den Händen in Liams Haaren dessen Kopf eindringlicher nach unten. Er verstand die Aufforderung und ließ sich nach unten pressen, bis sein Kopf direkt vor ihrer Vulva stehen blieb. Er atmete tief ein und seine Augen verdrehten sich genüsslich ein kleines Stück.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Gott, du riechst so fantastisch«, sagte er und kam noch ein kleines Stück näher heran, sodass seine Nasenspitze nur Millimeter von ihrem Kitzler entfernt war. Mia wollte ihn näher heranziehen, aber scheiterte daran. Liam hatte andere Pläne. Er drehte seinen Kopf zu ihrem aufgestellten Bein und küsste erst das Knie, woraufhin Mia lachen musste da sie dort sehr kitzlig war. Dann küsste er sich ihr Bein entlang runter und saugte an ihrem Oberschenkel, was sie mit einem Keuchen quittierte. Ihre Beine begangen zu zittern je näher er ihrer Mitte kam und sie krampfte sich noch mehr in seine dünnen langen Strähnen. Er küsste sanft ihre äußere Schamlippe, blies einen Kuss in ihre Mitte und küsste die andere Schamlippe. Dann küsste er sich qualvoll an ihrem anderen Bein wieder nach oben.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Liam! Bitte, ich bring dich um.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Liam biss noch einmal in ihren Oberschenkel, grinste und leckte einen Streifen von unten nach oben ihre Vulva entlang. Mia schloss die Augen und schrie endlich.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Du schmeckst so unfassbar gut.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Wenn du mich länger lecken würdest, wüsstest du noch besser, wie ich schmecke.« </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Liam lachte nur und machte sich an die Arbeit. Er spreizte leicht ihre Vulvalippen und zog mit seinen Lippen ihren Kitzler und den Bereich um ihren Kitzler in seinen Mund ein. Nun konnte auch Mia wieder lächeln. Er saugte an dem Nervenbündel und spielte mit seiner Zunge daran um. Mia war sich nicht mehr sicher welche Geräusche sie machte. Liam legte sich mit dem Oberkörper flach auf’s Bett und zog Mias Schoss mit seinen Armen unter ihre Beine geschlungen noch näher an sich heran. So konnte er wenigstens durch die Nase atmen und musste nicht ständig aufhören. Seine Zungenbewegungen wurden freier und er leckte nicht nur Mias Kitzler, sondern ließ auch ab und zu seine Zunge in ihre Vagina gleiten. Es schmeckte göttlich für ihn. Eine seiner Hände glitt nach oben ihren Körper entlang und liebkoste mit seinen Fingern ihren Nippel. Sein Mund lief voll mit ihrem Saft. Er stöhnte fast synchron mit Mia auf. Er begann nebenbei seinen Kopf rhythmisch zu bewegen und schloss seine Augen, um nicht weiter von Mias Gesicht abgelenkt zu sein. Sie krallte sich in das Laken, hob leicht ihre Hüften und hatte den perfekten Winkel gefunden, als –</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Neben ihr das Telefon klingelte. Sie schnaubte frustriert, schob Liam mit einer sanften Handbewegung weg und riss sich nur ungern von dessen Mund los. Sie angelte das Mobiltelefon von dem Wohnungsboden und hoffte zum einen, dass es sich um ihren Vermieter handelte, da die Küchensituation endlich geklärt werden musste, hoffte aber auch zum anderen, dass er es gerade nicht war, damit sie mit Liam weitermachen konnte, wo sie aufgehört hatten. Das Display zeigte Alex und dahinter ein Herz-Symbol. Erleichtert wies sie den Anruf ab und schaute aber noch eine Sekunde länger, ob eine Nachricht erscheinen würde. Wenn es etwas Wichtiges war, würde er schreiben, wenn er nur quatschen wollte, war es bestimmt nicht sehr schlimm, dass sie ihn weggedrückt hatte. Sie drehte sich zu dem erwartungsvollen Liam, welcher ein leichtes Glänzen am Kinn hatte und unfassbar erregt aussah. »War nur Alex«, sagte sie beiläufig und öffnete ihre Beine einladend. Liam umschloss sie erneut mit seinen roten Lippen und schickte mehrere kleine elektrische Schauer durch ihren Körper. Er änderte seine Technik, nahm manchmal nur seine Zungenspitze und verwöhnte sie punktgenau oder leckte sie innig mit seiner flachen Zunge. Mia krallte sich im Bett fest und ihre Lust staute sich immer weiter an und weiter an und weiter an. Sie bereute es so sehr Liam erneut halb zu stoppen.  »Ich kann, glaube ich, so nicht kommen.« Liam sah für einen Bruchteil traurig aus, aber fing sich schnell wieder. »Wie kann ich dir helfen? Was kann ich machen?« Mia biss sich auf die Lippe und nickte zu der Kiste ans Fußende des Bettes. Liam nickte zurück. Er kletterte vom Bett, öffnete die Kiste am Ende des Bettes, worauf die graue Wolldecke herunterfiel, was er nicht beachtete, und zog aus einer schwarzen Stofftüte einen regenbogenfarbenen, mit Noppen versehenden Vibrator heraus. Er kam wieder aufs Bett und verlor kaum Zeit, indem er zwei Finger vorsichtig in Mia einführte und nebenbei begann den Vibrator abzulecken. Er nahm ihn in den Mund und saugte daran, als würde er gerade einen anderen Mann oral befriedigen. Mia erregte dies noch mehr als sowieso schon. Sie brauchte etwas in sich – schon vorgestern. Nachdem der Vibrator glänzte und Liam merkte, dass Mia sogar noch feuchter als vorher war ließ er ihn – mit Mias Hilfe bei dem Winkel – in sie hinein gleiten.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Fuck ja.« Mia sah ihm direkt in die Augen und er beeilte sich den Vibrator anzuschalten und beugte sich erneut zu ihr herunter, um ihren Kitzler weiter lecken zu können und mit der anderen Hand den Vibrator in sie stoßen zu können. Mia begann zu brabbeln und schien nicht zu wissen, wohin sie greifen soll. Liam stellte den Vibrator noch eine Stufe hoch und konzentrierte sich nur noch darauf sie zu nehmen. Nach wenigen Minuten griff eine von Mias Händen in Liams Haare und presste seinen Mund gegen sich. Liam bekam dadurch zwar kaum Luft, aber liebkoste mit allem, was er hatte und stieß dabei noch schneller und leicht nach oben. Kurz bevor Liam wieder hätte atmen müssen, schrie Mia auf und presste ihre Oberschenkel um Liam zitternd zusammen. Ihr Unterleib bäumte sich auf und fiel mit einem Seufzen zurück. Alles in ihr pochte von ihrer Scheide ausgehend und ihr Gesicht war unbeschreiblich glatt und entspannt. Nach wenigen Sekunden verkrampfte sie sich, auch ihr Gesicht als die Vibration zu stark wurde und Liam zog sich und das Spielzeug zurück. Er schaltete es aus und legte sich neben Mia, einen Arm sanft auf ihrem Bauch liegend. Auch sie atmete schwer und betrachtete Liam mit einem Blick, den keiner von beiden hätte deuten können.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Woah«, stimmte sie zu und wollte sich erst zu Liam rüber rollen, seufzte aber und stand auf, um erst mal auf Toilette zu gehen. Der Druck pinkeln zu müssen war nach einem Orgasmus einfach zu hoch. Vielleicht deutete sie auch das Gefühl falsch und konnte eines Tages tatsächlich squirten, als nur</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">diesen kleinen Strom zu erzeugen, aber das wollte sie erst mal für sich allein probieren. Als sie aus dem Bad kam, sprang sie förmlich nackt ins Bett in Liams Arme und kuschelte sich an ihn. Sie kannte seinen Herzschlag und er beruhigte sie immer wieder. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Hast du eigentlich schon mal einen Orgasmus vorgetäuscht?«, sprach sie den ersten Gedanken aus, der ihr durch den Kopf kam. Liam streichelte durch ihre Haare und antwortete nach einer kurzen Pause.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Ein paar Mal.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Was? Warum?«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Hast du schon Mal einen vorgetäuscht?«, fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Nein.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Na ja, weil ich dachte es zieht sich zu lange und ihr oder ihm kein schlechtes Gefühl geben wollte.« Mia brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass er auf ihre vorherige Frage geantwortet hatte.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Ja, aber man merkt doch wenn der Mann vortäuscht. Oder man sieht es doch zumindest.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Hast du dir schon Mal nach dem Sex ein Kondom angeschaut? Also ob etwas drinne war?«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mia machte einen verwirrten Laut und sagte danach nur.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Okay.«. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sie lagen noch eine Weile so da – entspannt und kuschelnd. Bis Mia begann sich anzuziehen und dabei ihre auf dem Boden verstreuten Kleider suchte. Es war nicht so spät wie sie gedacht, aber auch nicht so früh, wie sie gehofft hatte. Liam brachte sie zur Tür, an der sie ihre Schuhe anzog und Liam drückte. Er verwickelte sie in einen letzten Kuss, ehe sie in das Treppenhaus trat. Dort steckte sie sofort ihre Kopfhörer ein und stieg die knarrenden Holztreppen hinunter. Von Anger Crottendorf aus, Haltestelle Breite Straße, nahm sie erst die 4 ins Zentrum und stieg am Augustusplatz in die 15 in Richtung Leipzig, Miltitz ein. Von dort aus fuhr sie zum Lindenauer Markt. Hielt wie versprochen bei dem kleinen Dönerladen an und nahm einmal einen Döner mit Grillgemüse und Falafel mit und für sich einen Dürüm mit Halloumi. Danach lief sie bis zur Lützner Straße, querte diese nachdem sich nach gefühlten Minuten eine Lücke aufgetan hatte, und lief durch ein immer offenes, bestickertes Tor bis zur Hintertür und schloss diese auf. Zum Glück wohnte Alex im Erdgeschoss und schloss, wenn er da war, nie ab, sodass sie ohne Unterbrechung in die Wohnung kommen konnte. Mit einem Fuß hielt sie den grau-weißen Kater Baldrin zurück und schloss die Tür schnell hinter sich.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Bin zu Hause«, rief sie in den Flur und Alex kam aus der Tür seines Wohnzimmers in einer Jogginghose gekleidet und schlang sie fest in seine Arme.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Hallo Schatz«, flüsterte er ihr ins Ohr und küsste sie danach zur Begrüßung auf den Mund. Er nahm ihr die Essenstüte ab und packte das Essen aus, um es in der Küche auf Teller zu legen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Wir sollten uns echt mal angewöhnen Dosen mitzunehmen, der Müll ist wirklich unnötig«, sagte er nachdenklich, ehe er die Verpackungsreste im kleinen Kabuff in den Mülleimer schmiss. Mia nickte, stellte ihren Rucksack im Flur ab und goss aus dem offenen Rosé zwei Gläser ein, sowie Wasser. Sie trugen alles gemeinsam ins Wohnzimmer auf den Couchtisch und machten es sich auf der Couch bequem. Mia legte ihr Handy auf den Tisch und sie kuschelten sich aneinander, während sie bei einer Serie aßen. Als Alex fertig war massierte er ihren Nacken.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Wie war die Arbeit?«, fragte Mia und Alex begann eine Erzählung wie der kleine Edgar im Kindergarten gefragt hatte, ob er genauso wie Alex auch Nagellack tragen dürfte, weil die kleine Katja gesagt hat, das dürften nur Mädchen. Jetzt wollte der kleine Edgar wissen, ob das der Alex nur darf, weil er mal ein Mädchen war, oder ob Edgar auch seine Lieblingsfarbe blau auf seine Nägel bringen durfte.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Wie war es bei Liam?«, fragte er zurück.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Ziemlich gut. Sind mit dem Vortrag gut weitergekommen und der Rest war eigentlich wie immer.« Alex nickte und lehnte sich noch etwas mehr auf der Couch zurück. Mia wollte heute noch etwas für ihre Bachelorarbeit schreiben und Alex würde sich sicher freuen nebenbei etwas zeichnen zu können.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Mia ging kurz auf Toilette und holte aus dem Rucksack im Flur ihren Laptop. Sie kam zurück zu Alex, der ihr Handy eingängig studierte.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Was gibt’s?«, fragte Mia und ließ sich wieder neben ihn fallen in die weichen Kissen.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Liam hat dir ein ziemlich heißes Bild geschickt und dazu geschrieben, dass er es heute einfach unglaublich fand und sich schon auf das nächste Mal freut.« Alex drehte das Smartphone zu ihr.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Da muss er sich aber ziemlich angestrengt haben, um diese Bauchmuskeln zu zeigen«, kommentierte sie. </span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Alex schaute sich das Bild noch mal eingehender an.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Ich finde er sieht ziemlich heiß aus.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Heiß, definitiv. Aber als ich heute auf ihm saß war da nichts von Muskeln zu sehen.«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Alex grinste und legte das Handy zurück auf den Tisch.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Da fand er es also unglaublich, was habt ihr denn gemacht?«</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Also ich habe mich noch mal daran versucht ihm einen zu blasen. Er fand es wohl echt super, ich weiß noch nicht so ganz. Dann habe ich ihn geritten, du glaubst gar nicht wie sehr ich es vermisst habe, einen Typen zu reiten. Und er hat mich danach geleckt und mit dem Vibrator genommen. Also</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">ja, ziemlich gut.« Alex kicherte.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">»Er schreibt es war unglaublich und du sagst es war ziemlich gut. Ach, Hase.« Alex gab Mia einen innigen Kuss und nahm das Tablet raus, um weiter an seinen Tattoodesigns zu arbeiten. Mia ließ sich, wie immer, ablenken und kaufte Karten für den Westslam am Donnerstag, der direkt neben ihrer</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Haustür stattfand. Danach bekam sie noch gefühlte zwei Sätze geschrieben, ehe Alex ankündigte ins Bett zu gehen und sie sich ihm kurzerhand anschloss. Ein Kuss führte zu mehr Küssen, führte zu Sex. Alex leckte sie, bis sie kam, seine Technik war atemberaubend und daraufhin leckte sie Alex Vulva, bis dieser sich in die Matratze krampfte. Danach befriedigte sie ihn noch mit ihrer Hand und wollte ihm auch den dritten Orgasmus schenken, doch beide waren einfach zu müde.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Sie murmelte noch, dass sie morgen zum Westslam gerne Liam mitnehmen würde und Alex seufzte in ihr Ohr, dass sie doch gar nicht fragen müsse. Nach einer halben Stunde stieß Mia sanft Alex von sich weg und drehte sich auf die andere Seite. Kuschelnd einschlafen würde sie wohl nie können.</span><span data-ccp-props="{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6,&quot;335559739&quot;:0,&quot;335559740&quot;:360}"> </span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Liebe: Ein Gleichnis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/11/liebe-ein-gleichnis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna-Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2024 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[S*explore]]></category>
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					<description><![CDATA[Was ist Liebe? Ist sie einfach ein Gefühl oder auch eine Entscheidung? Ist Liebe ein Handwerk oder vielleicht Kunst? Erschaffen wir die Liebe oder ist sie immer da und wartet darauf, dass wir an ihr teilnehmen? Viele wichtige Fragen und ein paar Antworten von Johanna. &#8222;Die erste Liebe hält sowieso nicht“ – Im „Ich habe]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was ist Liebe? Ist sie einfach ein Gefühl oder auch eine Entscheidung? Ist Liebe ein Handwerk oder vielleicht Kunst? Erschaffen wir die Liebe oder ist sie immer da und wartet darauf, dass wir an ihr teilnehmen? Viele wichtige Fragen und ein paar Antworten von Johanna.</strong></p>
<p><span id="more-16361"></span></p>
<p><span data-contrast="auto">&#8222;Die erste Liebe hält sowieso nicht“ –</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Im „Ich habe mich verknallt“ verlernt der Mensch, was es bedeutet zu lieben. Er empfängt, er wiegt sich, ruht sich aus auf dem Gefühl des Bauchkribbelns aus, das Aufregung, Umbruch &amp; Neuanfang bedeuten kann.</span><span data-ccp-props="{}"><br />
Vielleicht besinnt er sich und gelangt zur Rationalität zurück. Tut er es nicht, beginnt er zu geben.</span><span data-ccp-props="{}"><br />
</span><span data-contrast="auto">Im Verliebtsein wird die Verbindung tief, zwei Menschen einen sich, denn sie kennen sich?</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Manche schlafen miteinander, anderen reicht ein Kuss, noch mehr Zeit und Gespräche. Sie sind an der Schwelle zum Zusammensein. Wer fragt zuerst? Wer wagt den Grenzübertritt? Und ab da soll </span><i><span data-contrast="auto">die Liebe</span></i><span data-contrast="auto"> erreicht worden, gefunden worden sein. Im Innersten bleiben sie sich fremd.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Denn</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">wie zwei Künstler schauen sie nicht genau genug auf das zwischen ihnen, ein Holzbrett, viele von ihnen liegen verstreut im Ort. Sie könnten es pflegen und bearbeiten, sie könnten es beiseitelegen oder in lodernden Flammen verbrennen. Sie fragen sich nicht, was es ausmacht, sie stürzen sich hinein in ein Gefühl und bleiben doch bei sich. Und während sie das Holz zu pflegen gedenken, merken sie nicht, wie es von innen heraus morsch wird. Sie arbeiten es ein und errichten ein Haus. Dieses morsche Brett ist der Träger des Fundaments. Sie vertrauen darauf, aber haben nie gelernt, es zu verstehen. Seine Beschaffenheit, sein Anspruch an eine geeignete Umwelt werden nicht </span><i><span data-contrast="auto">gesehen</span></i><span data-contrast="auto">.</span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wenn der Künstler sich seiner Rolle nicht gewahr wird, wird er nicht recht arbeiten können.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Wenn er sein Handwerk nicht versteht, wird seine Arbeit nicht von Dauer sein. Er verletzt sich an Schrauben, beweint verblassende Farben, provisorische Gebilde, die verfallen, denen er mit genug Vorbereitung und Übung seiner Fähigkeit einfach hätte begegnen können. Das Stück Holz ist die Liebe. Kommerzialisiert und vernachlässigt, genutzt von allen, doch von wenigen beherrscht und gerecht behandelt. Sie sehen nicht seinen Wert. Die Bücher und Geschichten, die auf ihm entstehen, das Gebäude zu dem es geschaffen wird, ein Zuhause, das es für viele kleine Wesen sein kann. Die Liebe. Sie wird genutzt, um gefühlt worden zu sein.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-contrast="auto">Ich denke Liebe ist, wo Bereitschaft zum Lieben und das Geliebtwerden, Gefühl und Anziehung aufeinandertreffen. Sie wird von der Entscheidung gehalten, einen Menschen weiter lieben zu wollen, ihn zu umsorgen. Doch zwei Menschen können noch so gut ausgebildet sein. Eine Liebe, in der die Liebe im Ich liebe dich zu sein aufgehört hat und ein tiefes Verstehen nicht mehr möglich war, kann nichts mehr wachsen. Sie braucht Wertschätzung. Und das meist der Liebe geschieht zwischen den Zeilen, zwischen dem ersten Blick, dem ausgesprochenen „Ich liebe dich“ bis zum Tode. Die Liebe überlebt uns.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Samu/elle und Ina über Offene Beziehungen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/10/samu-elle-und-ina-ueber-offene-beziehungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Samuelle Striewski]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Oct 2024 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[S*explore]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie entscheidet ihr euch, ob ihr mit einer Person körperlich werden oder sie daten wollt? Und wann ist es soweit, daraus eine Beziehung zu machen? Und wie lässt sich über solche Fragen, in (offenen/poly) Beziehungen kommunizieren? Ina und Samu/elle tauschen sich in aller Offenheit über ihre Erfahrungen mit diesem Thema aus. Könnt ihr manche ihrer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie entscheidet ihr euch, ob ihr mit einer Person körperlich werden oder sie daten wollt? Und wann ist es soweit, daraus eine Beziehung zu machen? Und wie lässt sich über solche Fragen, in (offenen/poly) Beziehungen kommunizieren?</strong><br />
<strong>Ina und Samu/elle tauschen sich in aller Offenheit über ihre Erfahrungen mit diesem Thema aus. Könnt ihr manche ihrer Gedanken nachvollziehen? Worin würdet ihr widersprechen?</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weiterleben</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/10/weiterleben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mäx]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Oct 2024 07:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben - wie ich will]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Ende einer Beziehung bedeutet nicht automatisch das Ende der Gefühle &#8211; sogar wenn die Trennung das Richtige war. Ich laufe in der Küche auf und ab. Es ist noch ungemütlich von der letzten Putzaktion meines paranoiden Mitbewohners. Ich denke an dich. Eigentlich ist nichts passiert, um das man viel Aufhebens machen müsste. Jetzt geht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Ende einer Beziehung bedeutet nicht automatisch das Ende der Gefühle &#8211; sogar wenn die Trennung das Richtige war.</strong><br />
<span id="more-16210"></span></p>
<p><span data-contrast="none"><br />
Ich laufe in der Küche auf und ab. Es ist noch ungemütlich von der letzten Putzaktion meines paranoiden Mitbewohners. Ich denke an dich. Eigentlich ist nichts passiert, um das man viel Aufhebens machen müsste. Jetzt geht es so weiter wie vorher, aber ich fühle mich verändert. Ein Riss in der Realität, jemand hat die Tür zu einem Paralleluniversum einen Spalt breit geöffnet, und jetzt stehe ich gelähmt vor ihr und bewundere die funkelnden, bunten, feurigen und angsteinflößenden Farben. Ich weiß, dass ich nicht hindurchgehen werde, mit Gewissheit. Aber ich stehe wie angewurzelt und staune. Ich meine, eine Schwere in dir gespürt zu haben. Ich hatte nicht erwartet, mal der mit Zufriedenheit und Leichtigkeit zu sein, vor allem nicht von uns beiden. Ich hätte gedacht, du hast es auch gefunden, das Etwas, das dir fehlt, ich hab&#8217;s dir gewünscht, es nimmt mich mit, dich so zu sehen. Und es verwirrt mich, wenn du sagst, dass du froh bist, dass ich noch lebe. Für mich ist das so lange her&#8230; auf eine merkwürdige Art rührt es mich. Dieses Stückchen von dir werde ich immer in mir tragen. Aber es ist gut so, wie es ist. Diese Intensität und Zweisamkeit lässt sich auf Dauer nicht aushalten, ich will mich nicht mehr so zerreißen lassen. Ich habe etwas von deiner Schwere mitgenommen. Ich bin still, nachdenklich, weit weg. Was machst du wohl gerade? Wie hältst du das aus? Wahrscheinlich kennst du&#8217;s gar nicht anders. Ich hoffe, du findest noch, was du suchst. Ich hab dich zu gern, um dich so mitanzusehen.</span><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
<p><span data-ccp-props="{}"> </span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Liebe leben und erschaffen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/09/liebe-leben-und-erschaffen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2024 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt viele Formen der Liebe. Marie hat eine ganz besondere kennengelernt: Die bedingungslose Liebe. Ich hatte in meiner gesamten Jugend viele „Liebesbeziehungen“. Die Einen kürzer, die Anderen länger, oft war es die berühmte „Liebe fürs Leben“. In der Pubertät lernt man, was Liebe überhaupt ist, meistens bleibt es beim „verliebt sein“ und die richtige]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Formen der Liebe. Marie hat eine ganz besondere kennengelernt: Die bedingungslose Liebe.<span id="more-16179"></span></p>
<p>Ich hatte in meiner gesamten Jugend viele „Liebesbeziehungen“. Die Einen kürzer, die Anderen<br />
länger, oft war es die berühmte „Liebe fürs Leben“. In der Pubertät lernt man, was Liebe<br />
überhaupt ist, meistens bleibt es beim „verliebt sein“ und die richtige Liebe, beziehungsweise den<br />
Unterschied vom verliebt sein zur richtigen Liebe merkt man, wenn das Erwachsenenalter beginnt<br />
und es in der Liebe auf etwas ankommt.<br />
Gemeinsame Wege gehen, heiraten, Kinder bekommen, gemeinsame Strukturen, Routinen, Alltag,<br />
also wenn man eben das Leben gemeinsam lebt, geht die Liebe irgendwie tiefer.<br />
Versteht man, was ich meine?<br />
Ich möchte hier aber gar nicht über die typische Liebe zu einer/einem PartnerIn schreiben,<br />
sondern über eine Liebe, die ich in dieser Form in meiner gesamten Jugend noch nie gefühlt<br />
habe.<br />
Also nichts, was ich einfach so, während der Pubertät, kennengelernt habe.<br />
Es ist die Liebe, die ich lebe, seit ich mit einundzwanzig das erste Mal Mutter geworden bin.<br />
Heute habe ich drei Kinder und kann sagen, dass genau DAS für mich LIEBE LEBEN bedeutet.<br />
Leben erschaffen zu haben, die man mit Liebe füttert und genau das selbe unaufgefordert<br />
zurückbekommt, das Gefühl, dass man irgendwie auch dieser Mensch ist, in Kleinformat, aber<br />
eben diese Verbundenheit, weil diese Menschen in meinem Körper entstanden sind.<br />
Diese Liebe, die ich jeden Tag, jede Nacht, einfach immer meinen Kindern gegenüber spüre, ist<br />
mein Leben und für mich auch einfach die Definition für Leben.<br />
Natürlich fühle ich meinen Kindern gegenüber nicht diese Liebe, wie ich sie einem Partner<br />
gegenüber fühle, das wäre auch etwas seltsam und strafbar, man spürt keine körperliche<br />
Anziehungskraft, daher kann man das auch absolut nicht miteinander vergleichen, obwohl beides<br />
eben eine Liebe ist.<br />
Nichtsdestotrotz ein Unterschied wie Tag und Nacht.<br />
Gegenüber seiner Kinder hat man einen Beschützerinstinkt, Verantwortung, man sorgt dafür, dass<br />
das Kind überlebt, sich sicher fühlt, es etwas lernt, es mit Fragen zu einem kommen kann, es ist<br />
eine mütterliche Liebe (in meinem Fall, da ich ja nicht der Vater bin), die mir auch so viel mehr wert<br />
ist!<br />
Warum? Weil man sich in einer Partnerschaft trennen kann, jeder geht seinen eigenen Weg, man<br />
findet neue Lieben und beginnt neue Leben mit diesen Lieben.<br />
Aber die Liebe zu meinen Kindern kann ich nicht eintauschen, ich würde meine Kinder niemals<br />
weggeben und stattdessen andere Kinder anfangen zu lieben.<br />
Diese Liebe ist, im Gegensatz zu einer Partnerschaft, bedingungslos, ich erwarte nichts von<br />
meinen Kindern, bei einem Partner erwarte ich, dass man auf einer Wellenlänge ist, was die Liebe<br />
angeht, damit man sich nicht hintergeht oder sich einer von beiden vernachlässigt fühlt.<br />
Man muss sich bemühen, denn lieben ist ein Verb, man muss es tun! Gegenseitig!<br />
Meine Kinder müssen mir ihre Liebe aber nicht beweisen oder zeigen, da sie, aufgrund dessen,<br />
dass ich eben durch ihre Erschaffung ihre Mutter bin, mich ohnehin lieben, brauchen und wollen!<br />
Ich hoffe, man versteht, warum ich diese Liebe zu meinen Kindern als LEBEN sehe, als LIEBE<br />
LEBEN.<br />
Obwohl ich nicht weiß, wie es ist, eine Pflegemutter zu sein, eine Adoptivmutter oder eine<br />
Stiefmutter, kann ich mir vorstellen, dass das auch eine ähnliche Form dieser Liebe ist, da sie<br />
anders ist, als zur/zum eigenen PartnerIn.<br />
Es ist das Leben mit den Kindern, das man liebt, egal wie es läuft, man trennt sich nicht von<br />
diesen Kindern, eine Liebe, die man Tag für Tag lebt, ein Leben lang.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vielmännerei – Unnatürlich, Zukunftsweisend, Unterforscht?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/09/vielmaennerei-unnatuerlich-zukunftsweisend-unterforscht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 15:46:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Polyandrie]]></category>
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					<description><![CDATA[Polyandrie bedeutet, dass eine Frau mit mehreren Männern gleichzeitig  verheiratet ist. Darüber wird eher weniger gesprcohen, Lilith hat dem Thema daher einen Text gewidmet. “Spirit Bird” von Sarah Milledge Nelson ist das Buch, welches ich mir in den Urlaub mitgenommen habe. Kurz zusammengefasst entdeckt eine aus Korea stammende und in ihrer frühen Kindheit von US-Amerikaner:innen adoptierte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><span data-teams="true"><span class="ui-provider ah ahl ip ahm ahn aho ahp ahq ahr ahs aht ahu ahv ahw ahx ahy ahz aia aib aic aid aie aif aig aih aii aij aik ail aim ain aio aip aiq air" dir="ltr"><strong>Polyandrie bedeutet, dass eine Frau mit mehreren Männern gleichzeitig  verheiratet ist. Darüber wird eher weniger gesprcohen, Lilith hat dem Thema daher einen Text gewidmet.</strong><br />
</span></span><span id="more-16192"></span></p>
<p>“Spirit Bird” von Sarah Milledge Nelson ist das Buch, welches ich mir in den Urlaub mitgenommen habe. Kurz zusammengefasst entdeckt eine aus Korea stammende und in ihrer frühen Kindheit von US-Amerikaner:innen adoptierte Archäologiestudentin ihre Herkunft und erlebt dabei Urkulturen aus Korea kennen. In ihren Träumen erweckt ein Dorf zum Leben, das nicht nur auf traditionellen Ritualen und Ernährungsweisen beruht, sondern auch, in dem es die Regel ist, dass die Frauen des Dorfs ganz selbstverständlich mehrere Männer haben und mit ihnen gemeinsam im selben Haus leben. Doch – ist diese Form des Zusammenlebens tatsächlich so verbreitet?</p>
<p>Polyandrie, oder umgangssprachlich Vielmännerei, tritt in der Natur tatsächlich häufiger auf, als es die meisten unter uns vermuten würden. Fangen wir an bei Tieren, denen wir tagtäglich begegnen. Wer stört dich dauerhaft mit seinem Gesumme? Richtig geraten, die uns dauerhaft umschwirrende Fruchtfliege. Sie lebt in einer Form, bei der das Weibchen mit mehreren männlichen Artgenossen sexuellen Kontakt hat, während jeder der männlichen Artgenossen nur mit einem Weibchen interagiert. Auch die lauten Grillen, sowie einige Arten der Käfer und Spinnen leben polyandrisch. Seltsam eigentlich auch, dass uns in der Grundschule so häufig mithilfe des Bienchenbeispiels die Sexualerziehung nähergebracht werden soll. Während hier eine etwas weit hergeholte Blumen-Bienchen Analogie zurate gezogen wird, beleuchten wir selten , ob eine ähnliche Lebensform in menschlichen Gesellschaften funktionieren könnte, wie sie durch die Bienenkönigin als Reproduzentin für das Bienenvolk erfolgt. Auch der Vogelgesang kommt aus vielen Schnäbeln, deren Besitzerinnen gleich mit mehreren Männchen “vögeln”. Heimische Vertreterinnen sind z.B. die Heckenbraunelle, oder die Goldschnepfe und auch das Lauf- und Blatthühnchen gehören dazu. Am exotischsten kommt sicher der Tiefsee-Anglerfisch daher. Mit einem deutlich größeren Weibchen als die männlichen Artgenossen können sich mehrere Männchen am weiblichen Fisch festbeißen und werden ab dann auf Lebzeit mit der Dame herumgetragen. Im Extremfall verschmelzen somit bis zu acht Zwergmännchen mit einem Weibchen und sind alleine nicht mehr überlebensfähig.</p>
<p>Es gibt mehrere Stimmen, die behaupten, Polyandrie wäre <i>wider der Natur</i>. Diese mit Insekten und Vögeln zu überzeugen wird eher schwer gelingen. Doch vielleicht regen besonders die nächsten Beispiele, deren RepräsentantInnen uns als Menschen deutlich ähnlicher sind, dann doch zum Grübeln an, ob die ewige Mann-Frau-Kind Konstellation wirklich das einzig Wahre in dieser Welt ist. Denn auch in der Welt der Säugetiere treten polyandrische Lebensformen auf, z.B. bei den Grauen Mausmaki, einer Affenart oder dem Murmeltier. Interessant ist zudem, dass in den beschriebenen Konstellationen der Tierwelt nicht nur der Akt der Zeugung durch mehrere Männer pro Frau erfolgt, sondern in einigen Fällen auch die Kinderaufzucht größtenteils dem Mann zukommt.</p>
<p>Bei uns, den Homo Sapiens Sapiens ist Polyandrie in der Historie gaaaaanz selten vertreten. Zumindest ist das der bleibende Eindruck, wenn man sich die Geschichtsbücher ansieht, die in der Schule behandelt werden. Als “Einzelbeispiele” werden in diesen oftmals die berühmten Gesellschaften auf den Marquesa-Inseln im Südpazifik, dicht gefolgt von Gemeinschaften im Hochland von Tibet, erwähnt. Doch im Jahr 2010 analysierten die AnthropologInnen Kathrine Starkweather und Raymond Hames in eine Studie der University of Nebraska-Lincoln, Polyandrie in weiteren 53 Regionen. Hierbei wird beispielsweise untersucht, wie sich Polyandrie als vorherrschende Praxis herausgebildet hat. Dabei werden Hypothesen geprüft, die eine lange Abwesenheit eines Teils der Männer, sodass währenddessen auf andere zurückgegriffen werden muss, oder eine hohe Sterblichkeit als Hauptursachen für die Notwendigkeit von Vielmännerei vermuten. Auch wird analysiert, wie sich in derartigen Gesellschaften verschiedene Wege entwickelt haben, um zu entscheiden, wer als Vater gilt. Während in einigen Gemeinschaften in Zeremonien die Vaterschaft anhand von Eigenschaften und Merkmalen zugesprochen wird, so stammen in anderen alle Kinder “offiziell” zu gleichen Teilen von allen Männern im Haushalt ab.</p>
<p>Wenden wir nun unseren Blick ins 21. Jahrhundert. Recherchiert man nach dem Begriff Polyandrie sind die gleich oben erscheinenden Werbeeinträge voll von Plattformen zum Finden von PartnerInnen, die sich spezifisch eine Beziehung im Konzept der Polyandrie wünschen. Ist das also der neue Trend? Ganz sachlich betrachtet spricht tatsächlich einiges für diese Art des Zusammenlebens. Murmeltierfrauen machen es zum Beispiel ganz clever: während des Winterschlafs wärmen die Männchen nur diejenigen Nachkommen, von denen sie glauben, sie seien die eigenen. Also: erst einal schön viel Verwirrung schaffen, damit der Nachwuchs am besten von allen Seiten auf Überlebenstemperatur gehalten wird. Im Falle der stetig wachsenden Weltbevölkerung könnte sich für uns Menschen sogar ein weiterer Vorteil als Nützlich erweisen: polyandrische Gesellschaften bringen in der Regel weniger Nachwuchs als monogame oder polygyne Familien hervor. Der Tibetologe Melvyn C. Goldstein vertritt die Meinung, dass diese Form des Zusammenlebens entsprechend eine gelungene Form der Anpassung an limitierte Ressourcen darstellen kann.</p>
<p>Schauen wir uns jedoch die menschliche Realität an, ergeben sich bereits rein rechtlich einige Hürden. Zwar kann einer Frau niemand verbieten, mit mehreren Männern in sexuellen Kontakt zu treten oder auch Kinder mit unterschiedlichen biologischen Vätern zu zeugen, dennoch ist eine langfristige Familienkonstellation mit mehreren gleichberechtigten männlichen Partner:innen so vom Gesetzgeber nicht vorgesehen. In Deutschland ist Bigamie, also das Eingehen einer zweiten Ehe zusätzlich zu einer bestehenden, gemäß § 1306 BGB verboten. Wer gegen dieses Verbot verstößt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Dies gilt entsprechend für Polyginie als auch Polyandrie. Diskussionen hierzu kommen immer wieder auf. Sei es dadurch, dass die Behörden von Mehrehen, die im Ausland geschlossen werden, oftmals nichts mitbekommen oder wenn es darum geht zu entscheiden, wer im Falle einer Flucht nach Deutschland nachzugsberechtigt ist.</p>
<p>Auf dem afrikanischen Kontinent entfachte passend zu dem Themenfeld im Jahr 2023 eine hitzige Diskussion. In Südafrika stand die Durchsetzung eines “inklusiven Eherechts” zur Debatte. Um das Ehegefüge mit dem Verfassungsgrundsatz der Gleichheit in Übereinstimmung zu bringen, wäre im Falle des Erlaubens von Polygynie auch die Einführung des Rechts auf Mehrfachehen für Frauen  notwendig. Während dies insbesondere bei männlichen Vertretern, die mehrere Frauen pro Mann durchaus befürworten, auf Ablehnung stößt, setzen sich einige feministische Aktivistinnen für ein solches Recht ein. Wichtig dabei zu beachten: in den polyandrisch lebenden Gesellschaften stellt diese Lebensform nicht zwingend eine Gleichstellung der Frau auf allen Ebenen dar. Oftmals handelt es sich auch hier um patriarchale Gesellschaftsformen, bei denen die Frau in entsprechend mehrere sexuelle Beziehungen mit verschiedenen Männern gezwungen wird.</p>
<p>Doch – könnte die heutige Gesellschaft es schaffen, diese Begrenzungen zu überwinden und aus dem Recht auf Vielehen eine offenere und tolerantere Gesellschaft entstehen zu lassen? Welche Türen öffnet dies für Missbrauch? Wie wichig ist es, dass derartige Lebensformen auch vorm Staat als Ehen anerkannt werden, oder reicht es, wenn Menschen, die auf diese Art zusammenleben möchten, ihre Zuneigungen und Präferenzen frei ohne Trauringe ausleben dürfen? Welcher gesellschaftlichen Sigmatisierung sind sie heutzutage ausgesetzt? Fragen, über die ihr euch vielleicht beim nächsten Spaziergang im Wald Gedanken machen könnt, während ihr die vielfältigen Lebensformen der Vögel, Insekten und Säugern beobachtet.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Liebe Leben</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/09/liebe-leben-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2024 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Nev ist schon eine Weile verheiratet und findet, die Liebe hat Höhen und Tiefen &#8211; sogar wenn es die Liebe deines Lebens ist. Wie Nev und seine Frau sich gegenseitig fordern und warum das die Liebe frisch hält, erfahrt ihr im Video. &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nev ist schon eine Weile verheiratet und findet, die Liebe hat Höhen und Tiefen &#8211; sogar wenn es die Liebe deines Lebens ist. Wie Nev und seine Frau sich gegenseitig fordern und warum das die Liebe frisch hält, erfahrt ihr im Video.<span id="more-16183"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aus Freundschaft wurde Liebe(skummer)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/09/aus-freundschaft-wurde-liebeskummer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2024 10:49:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[ Wie Marie lernte keine Taube mehr zu sein. Tja, was soll ich sagen, ich bin nicht stolz drauf, aber wie sagt man so schön? Wo die Liebe hinfällt… Vor vielen Jahren habe ich mich in den besten Freund meines damaligen festen Freundes verliebt. Erst war er nur mein bester Freund und wir haben viel Zeit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Wie Marie lernte keine Taube mehr zu sein.</strong><br />
<span id="more-16153"></span></p>
<p>Tja, was soll ich sagen, ich bin nicht stolz drauf, aber wie sagt man so schön?<br />
Wo die Liebe hinfällt…<br />
Vor vielen Jahren habe ich mich in den besten Freund meines damaligen festen Freundes verliebt.<br />
Erst war er nur mein bester Freund und wir haben viel Zeit miteinander verbracht, während mein<br />
fester Freund Vollzeit gearbeitet hat. Man muss dazu sagen, dass er mich oft nicht fair behandelt &#8211;<br />
und ständig angelogen hat, weshalb ich viel mit meinem besten Freund reden musste.<br />
Mit reingespielt hat &#8211; auch wenn es sich komisch anhört &#8211; unser Sternzeichen, wir haben beide<br />
das gleiche, weshalb wir uns vom Charakter her unglaublich ähnlich waren, ich sage bis heute,<br />
dass es eine Art Seelenverwandtschaft war.<br />
Es war leider eine Liebe, wie ich sie noch nie gefühlt habe, weil eben dieses<br />
Seelenverwandtschaftsding extrem viel dazu beigetragen hat.<br />
Man hat sich ohne Worte verstanden, man hatte die selben Interessen, die selben Gedanken, den<br />
selben Humor, es war alles so stimmig.<br />
Ich habe mich so wohl gefühlt.<br />
Andererseits aber auch so furchtbar, weil es eben der beste Freund meines Freundes war.<br />
Vor allem in der ersten Zeit, nach der Trennung und dem übergehenden Beziehungsbeginn dem<br />
Gewissen, dass die beiden sich oft sehen.<br />
Ihr fragt euch, warum sich &#8211; trotz Trennung &#8211; die beiden oft sehen mussten?<br />
Weil wir ein Kind haben. Inzwischen sogar drei und mit meinem damaligen besten Freund bin ich<br />
natürlich schon lange nicht mehr zusammen, mit dem Papa meiner Kinder dafür inzwischen<br />
verheiratet.<br />
Nur als kleiner Spoiler, dass sich alles zum Guten gewendet hat!<br />
Die Liebe zwischen meinem besten Freund und mir war etwas Besonderes, wie ich ja schon<br />
gesagt habe, unser Sternzeichen Skorpion hat uns extrem zusammengeführt, aber &#8211; trotz all der<br />
schönen, romantischen Seelenverwandtschaftsmomente, gab es auch eine dunkle Seite, die ab<br />
einer bestimmten Beziehungslänge einen großen Kummer hervorgerufen hat.<br />
Er war ein Narzisst. Er konnte mir Liebe zeigen oder Hass, ganz wie er gerade drauf war.<br />
Er hat Tage gehabt, an denen der mir die Sterne vom Himmel holen konnte, gute Laune hatte,<br />
auch meinem Sohn gegenüber und man einfach wusste, dass alles gut wird…und dann gab es<br />
Tage, an denen er seine Sache gepackt hat und weg war. Mir nicht mehr geschrieben hat, eine<br />
Auszeit brauchte (aber von was?) oder mich so sehr eingeengt hat, mir Dinge verboten hat, sogar<br />
was ich für Kleidung an hatte, bis er mich auf der Straße, in der Öffentlichkeit, so gewaltvoll<br />
behandelt hat, dass Passanten eingeschritten sind.<br />
Diese schlimmen Phasen wurden irgendwann mehr und mehr und die Guten immer weniger. Aber<br />
sie waren da! Sehr selten, aber auch die kamen immer mal wieder raus und darauf habe ich<br />
gewartet.<br />
Mein Psychologe nannte es „Intermittierende Verstärkung“ und verglich es mit einer Taube, die<br />
gelernt hat, dass aus dem Futtertrog manchmal Futter kommt, allerdings nicht regelmäßig. Sie<br />
wusste jedoch, es kommt welches, wenn sie warten würde.<br />
Ich war also die Taube.<br />
Diese emotionale Abhängigkeit von einem Narzissten, der einfach alles in der Hand hatte, hat<br />
jegliches Leben aus mir gesaugt. Denn er war mein Leben. Meine Liebe, die auf Krampf da war,<br />
denn viel mehr Anderes hatte ich nicht mehr.<br />
Die Abhängigkeit war mein Leben.<br />
Und am Ende hat sogar er sich getrennt, nicht ich.<br />
Das war die schlimmste Liebe und gleichzeitig die Schönste, ich kann es wahrscheinlich niemals<br />
so wiedergeben, wie es für mich war.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gloria &#038; Rike über Freundinnenschaft</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/08/gloria-rike-ueber-freundinnenschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Gloria]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2024 10:11:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freund*innenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe Leben]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=16139</guid>

					<description><![CDATA[Für Gloria &#38; Rike ist ihre Freundinnen*schaft eine wichtige Beziehung in ihrem Leben. Wie sie diese führen und wie sie trotz großer Distanz in Kontakt bleiben, erzählen sie im Video.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für Gloria &amp; Rike ist ihre Freundinnen*schaft eine wichtige Beziehung in ihrem Leben. Wie sie diese führen und wie sie trotz großer Distanz in Kontakt bleiben, erzählen sie im Video.<span id="more-16139"></span></strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn du Musik hörst, dann hörst du nichts</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/05/wenn-du-musik-hoerst-dann-hoerst-du-nichts/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anna Beda]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 May 2023 11:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15580</guid>

					<description><![CDATA[Zwei Menschen, eine Nacht im Club, ein Weg nach Hause und der Tag danach. – Anna Beda über sehr unterschiedliche Erfahrungen. Ich sitze dir gegenüber. Eigentlich sitzt du eher neben mir. Auf meiner Fensterbank. Ich glaube, du sitz mir zu nah, aber es ist auch kein Platz für mehr Raum. Und du bist mir zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zwei Menschen, eine Nacht im Club, ein Weg nach Hause und der Tag danach. – Anna Beda über sehr unterschiedliche Erfahrungen.</strong><span id="more-15580"></span></p>
<p>Ich sitze dir gegenüber. Eigentlich sitzt du eher neben mir. Auf meiner Fensterbank. Ich glaube, du sitz mir zu nah, aber es ist auch kein Platz für mehr Raum.</p>
<p>Und du bist mir zu nah, aber trotzdem höre ich nicht was du sagst. Du hast mich verloren, als du von gestern Abend erzählt hast.<br />
Du hast laut gelacht. Zu laut. Du hast laut gelacht und erzählt von gestern Abend und der Nacht.<br />
Was ein Club, hast du gesagt und ach so viele schöne Menschen. Wie die Musik gewummert hat, hast du gesagt. Du hast sie sogar noch auf dem Weg nach Hause über Kopfhörer gehört, um nicht zu vergessen, wie schön es gestern Abend war. Ach wie schön, hast du gesagt. Und dann hast du mich verloren, weil du schon längst von was anderem erzählst, während ich wieder im Club hänge. So wie gestern Abend.</p>
<p>Obwohl wir uns doch kennen, haben wir uns gar nicht gesehen. Aber ich hab auch alles dafür getan nicht gesehen zu werden. In meiner Clubhose und meinem Clubshirt, beides sehr weit und sehr lang, hab ich in der hintersten Ecke getanzt. Mehr gewippt, weil Tanzen wäre viel zu riskant. Die ganze Zeit habe ich auf meinen Becher gestarrt, um niemanden in die Augen gucken zu müssen und auch, um mich sicher zu fühlen, während ich aus dem Becher genippt habe.<br />
Ich war mit Leuten da und trotzdem wurde ich angeguckt. Ich war mit Leuten da und trotzdem wurde ich angesprochen.<br />
Ich bin viel früher gegangen als du und ich hab auch gar nicht hingehört. Also gar nicht hingehört, zu welcher Musik ich gewippt habe. Habe mich ständig vergewissert.<br />
Du hast gefeiert und getanzt und gelacht und so viele schöne Menschen gesehen und ich wollte eigentlich nur nach Hause.</p>
<p>Und auf dem Weg nach Hause habe ich meinen Schlüssel in der Faust gehalten. Meine Knöchel spannen noch jetzt. Ich bin schnell gegangen und habe nicht daran gedacht, wie der Abend war. Ich habe auf die Straße geguckt und krampfhaft jedes Geräusch wahrgenommen. Mein Kopf packt das eigentlich nicht, dieses zuverlässig zuhören, aber alleine, auf der Straße, höre ich alles.<br />
Ich hatte Angst. Du nicht. Und dann ist eine Gruppe Frauen kichernd an mir vorbei Richtung Zuhause und sie sahen so unfassbar nett aus. Und trotzdem bin ich schneller gelaufen, als ich sie das erste Mal gehört habe.<br />
Auch jetzt, einen Tag später, mit dir auf der Fensterbank, fängt mein Bauch wieder fürchterlich zu kribbeln an. Ich sitze im Schneidersitz.<br />
Ich habe die Straßenseite gewechselt und bin eine Straße zu früh abgebogen, um dem Mann auszuweichen, der den gleichen Weg hatte wie ich. Ich habe mein Herz klopfen hören und vor meiner Haustür nach links und rechts geguckt. Ich habe gezittert, als ich sie aufgeschlossen und dann schnell wieder zugeknallt habe. Dann habe ich meiner Freundin geschrieben, dass ich jetzt Zuhause bin.</p>
<p>Mein Herz hat gar nicht mehr aufgehört zu schnell zu klopfen und ich habe mein Kopf eingezogen, als ich im Bett lag und dann habe ich heute Morgen entschlossen, dass ich lieber nicht mehr in Clubs gehen will. Und jetzt kommst du und erzählst ganz benebelt von deinem Abend im Club und ich bin neidisch.<br />
Vielleicht bin ich auch wütend, weil du mir erzählst, wie schön doch alles ist und für mich absolut nichts schön war. Vielleicht bin ich wütend vor Neid, weil ich auch das fühlen will, was du fühlst. Und du nicht fühlen kannst, was ich fühle. Und irgendwie weiß ich nicht weiter.<br />
Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich finde es gemein ehrlich zu dir zu sein, weil du doch so glücklich bist. Aber du hast schon so viel Raum eingenommen, mehr als die Hälfte meiner Fensterbank und auch wenn ich mir heimlich mehr Platz zu erschleichen versuche, dominierst du uns.</p>
<p>Du kannst gar nicht verstehen, dass du mir gerade zu nah bist. Ich habe auch nichts dazu gesagt. Und ich gönn dir nicht, dass du mit Kopfhörern auf, nur deine eignen Probleme hörst. Also unterbreche ich dich und erzähle dir von gestern Abend.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zukunftsplenum</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/05/zukunftsplenum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[AMS]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 May 2023 08:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
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					<description><![CDATA[AMS fragt sich, wie ein Leben in der Zukunft aussehen könnte, wenn AMS nicht in einer romantischen Beziehung lebt, sondern andere Formen des Zusammenlebens sucht. Meine Oma fragt mich, ob ich an Weihnachten meinen Freund mitbringe. Oder an Ostern. Oder zum Geburtstag meiner Mutter. Immer. Wenn wir telefonieren, fragt sie mich wie es meinem Freund]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>AMS fragt sich, wie ein Leben in der Zukunft aussehen könnte, wenn AMS nicht in einer romantischen Beziehung lebt, sondern andere Formen des Zusammenlebens sucht.</strong> <span id="more-15466"></span></p>
<p>Meine Oma fragt mich, ob ich an Weihnachten meinen Freund mitbringe. Oder an Ostern. Oder zum Geburtstag meiner Mutter. Immer. Wenn wir telefonieren, fragt sie mich wie es meinem Freund geht. Wenn sie mir schreibt, fragt sie, ob mein Freund bei mir ist. Oder ob ich einen neuen Freund habe.<br />
Meine Tante heiratet im Sommer und meine Oma fragt, ob mein Freund mitkommt. Ich sage, ich weiß es noch nicht, denn meine Beziehung ist gerade etwas kompliziert. Ich sage, dass ich vielleicht einfach eine Freundin mitbringe, denn Freund*innenschaften sind genauso wichtig. Aus eigener Erfahrung ist auf sie auch mehr Verlass, sie halten länger, das sage ich aber nicht. Meine Oma sagt: Nein. Nur dein Partner ist eingeladen.</p>
<p>Meine Oma lebt seit 40 Jahren allein. Ich wohne seit 10 Jahren mit Freund*innen zusammen und kann mir nicht vorstellen, mit einem Partner zusammen zu ziehen. Oder Partner*innen, davon mal ganz abgesehen. Während meine Oma ein Leben als selbstbestimmte Frau geführt hat, hat sie gleichzeitig die Abzweigung zum feministischen Lebensentwurf um 180 Grad hinter sich gelassen hat, denn sie fordert von mir in jedem Kontakt die Einhaltung des konservativen Lebensstils. Ich habe immer so getan, als würde mich das kalt lassen. Bis die Einladung zur Hochzeit meiner Tante ins Haus geflattert kam, zu der ich noch nie viel Kontakt hatte. Meine Tante heiratet mit über 60 Jahren und als ich mir das Bild der beiden nicht mehr ganz so jungen Menschen auf der Hochzeitseinladung ansah, habe ich eine kleine Träne verdrückt. Wieso?</p>
<p>Mit Mitteendezwanzig habe ich realisiert, dass der Druck, den ältere Generationen dieser Gesellschaft auf mich aufgebaut haben nicht ganz an mir vorbei gegangen zu sein scheint. Mir fehlt es an weiblichen und oder queeren Vorbildern, die ihr Leben außerhalb dieser Erwartungshaltung führen. Ich wünsche mir eine Alternative aber kannte bis dato niemanden, der das verkörperte.<br />
Kann es ein Leben für weiblich gelesene, nicht-binäre Menschen jenseits der 30 geben? Gibt es beispielsweise im beruflichen Kontext eine Perspektive, in der nicht die eigene Identität geleugnet werden muss? Wie kann Wohnen und Leben aussehen, wenn irgendwann die meisten Freund*innen um einen herum mit ihren romantischen Beziehungen zusammenziehen? Ist mir doch das Schicksal der komischen einsamen Katzenperson zugeteilt? Muss ich für immer in irgendwelchen Hausprojekten leben, mit denen ich mich doch nicht identifizieren kann, nur um nicht im Großstadtjungel komplett zu vereinsamen?</p>
<p>Das Bild der beiden nimmt mir den Druck. Den Druck, dass ich bis Mitteendezwanzig jetzt mal endlich den Partner fürs Leben gefunden haben muss und meine Beziehungen funktionieren müssen und es gab mir gleichzeitig die Hoffnung, dass jenseits der 30 noch so einiges auf mich wartet, von dem ich jetzt nicht mal die leiseste Ahnung habe. Zumindest für den Moment. Wir brauchen Vorbilder, um Alternativen denken zu können und den Mut zu haben, in sie zu vertrauen.</p>
<p>Eine gute befreundete Person hat vorgeschlagen ein Zukunftsplenum abzuhalten. Wieso sich nicht einfach für Freund*innen als Lebenspartner*innen entscheiden?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Liebe als Mittel zum Zweck</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/04/liebe-als-mittel-zum-zweck-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Apr 2023 14:52:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Liebe ganz unromantisch. Warum für sabylonica die Liebe mehr Mittel zum Zweck als das größte Glück ist. Die Liebe, als ungünstiges Mittel den Alltag zu kompensieren, wollen viele Menschen. Doch was steckt dahinter? Die Liebe beginnt damit, dass eine Gewohnheit im Alltag eines Menschen entsteht, diese zu einer Routine wird und schlussendlich zu einer Abhängigkeit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Liebe ganz unromantisch. Warum für sabylonica die Liebe mehr Mittel zum Zweck als das größte Glück ist.</strong><span id="more-15438"></span></p>
<p><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Die Liebe, als ungünstiges Mittel den Alltag zu kompensieren, wollen viele Menschen. Doch was steckt dahinter? Die Liebe beginnt damit, dass eine Gewohnheit im Alltag eines Menschen entsteht, diese zu einer Routine wird und schlussendlich zu einer Abhängigkeit führt. Der Mensch i</span></span><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">n</span></span><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;"> Liebestrance steht abhängig zur anderen Person oder Personen. Liebe entsteht, um die Dinge zu füllen, die man selbst nicht füllen kann, die aber andere dir geben können. Sei es nun Wertschätzung, Aufmerksamkeit oder anderes. Es gibt immer einen Hintergedanken sich zu verlieben. Klar, es passiert und man verliebt sich nicht kontrolliert mit voller Absicht, aber man verliebt sich auch nicht in jeden Menschen, sondern eben nur in die, die diese Leere füllen können. Daran ist nichts verwerflich, aber angemerkt, all dies können auch Freund*innen oder andere Personen, ohne im Kontext der Liebe zu stehen, füllen. Vielmehr mag es dann wohl die Intimität und Zärtlichkeit sein, wonach man sich sehnt, sofern man sexuelle Lüste empfindet. Das Gefühl berührt und im Akt die Fülle zu spüren, sehnliche Dinge, die viele Menschen verspüren wollen. Mag sein, dass eben die Intimität und die Zärtlichkeit für viele eine entscheidende Rolle spielen zu lieben. Die zwei Attribute füllen die Leere und es kann zu einer Gewohnheit, einer Routine und zur Abhängigkeit führen. Der Mensch kann abhängig vom Gefühl, was gegeben wird, werden.</span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Die Liebe sei wie eine Droge, ein Spruch, den viele unterschreiben würden. Aber wie einem bewusst ist, hört irgendwann die Wirkung einer Droge auf. Entweder es war zum Ausprobieren oder man entwickelt eine Sucht. Der Mensch entwickelt oftmals eine Sucht zur Liebe, nur wird die Wirkung niemals so sein wie beim ersten Mal. Ob nun beim ersten Mal verliebt sein oder bei der Anfangsphase des Liebesprozesses zu einer oder mehreren Personen.</span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Durch die Menschheitsentwicklung entstanden Bräuche, wie der Bund der Ehe. Diese Menschheitserfindung ist eine Idee, die Liebe, die verspürt wird, fest zu schnüren. Den Menschen ist es wohl wichtig, die Liebe in Grenzen zu halten und es formell zu sichern. Man will die Liebe absichern, sie in Grenzen halten. Wie das mit den Grenzen gemeint ist? Die Liebe kann auf verschiedensten Wegen etwas Großes bewirken, wird aber durch den Bund der Liebe eingeschränkt beziehungsweise wird versucht, die Liebe zu etikettieren, damit sie ja nicht verlischt. Zum krönenden Abschluss wird ein Ring beim jeweils anderen angesteckt, um dem Ganzen Ausdruck zu verleihen.</span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Das zum ungefähren Prozess der Liebe. Dieser Prozess nun versucht Zugang in der Gesamtheit der Menschen zu finden. Demnach sollen alle Menschen denselben Prozess durchführen. Nur ist dieser Prozess nicht auf alle Menschen zu übertragen, denn alle lieben, wenn überhaupt, auf unterschiedlichste Art und Weise. Da kann ein menschenerfundenes Konzeptbuch der Liebe kein Zugang für alle finden. Nur beginnt seit der frühen Kindheit die wichtige Präsenz dieses Prozesses durch Filme, Umwelt, Schule und andere Einflüsse.</span></span></span></p>
<p><span style="font-family: Calibri, serif;"><span style="font-family: Arial, serif;"><span style="font-size: medium;">Auch innerhalb der Umwelt ist das Thema präsent und einem entsteht der Druck, diesen Weg gehen zu müssen, dabei erscheint mir beispielsweise dieser Weg für nicht wichtig. Ich zu meinem Teil möchte nicht diesen Prozess erleben. Wenn ich meine Freund*innen befrage, wo sie sich in zehn Jahren sehen, meinen sie, eine Familie gegründet zu haben. Eine Familie, also Kinder bekommen zu haben. Das kann ich mir ebenso wenig vorstellen wie zu heiraten, geschweige denn zu lieben. Wahrscheinlich denken Menschen, dass sie mit Kindern, den seit Anbeginn der Menschheit bestehenden Wunsch, unsterblich sein zu wollen, erfüllen könnten. Und wo ich in zehn Jahren bin, weiß ich nicht. Ich habe die Sorge, dass ich heiraten müsste. Den Weg, den jede*r geht, auch begehen, nur möchte ich das nicht und entscheide für mich selbst meinen eigenen Weg. Mein Weg ist unabhängig von jener Person. Ob sich meine Meinung irgendwann ändern wird, kann ich nicht sagen, aber ich will nicht sagen, dass ich den Weg gehen muss!</span></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Er hat mich nie geschlagenTeil II &#8211; Intermittierende Verstärkung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/02/er-hat-mich-nie-geschlagen-teil-ii-intermittierende-verstaerkung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Feb 2022 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[CN: Gewalt in Beziehungen. Unsere Autorin Marie schreibt über ihre Erfahrungen in einer toxischen Beziehung. “Ich habe mal gehört, dass ein emotionaler Entzug so schlimm für den Menschen ist, wie ein Drogenentzug.”, erzählt sie und beschreibt, wie vielfältig Gewalt sein kann. Eindrucksvoll vermittelt Marie die Kontrollsucht ihres Ex-Freundes und den toxischen Kontakt zu ihm. “Er]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>CN: Gewalt in Beziehungen.</strong><br />
<strong>Unsere Autorin Marie schreibt über ihre Erfahrungen in einer toxischen Beziehung. “Ich habe mal gehört, dass ein emotionaler Entzug so schlimm für den Menschen ist, wie ein Drogenentzug.”, erzählt sie und beschreibt, wie vielfältig Gewalt sein kann. Eindrucksvoll vermittelt Marie die Kontrollsucht ihres Ex-Freundes und den toxischen Kontakt zu ihm. “Er hat mich nie geschlagen” ist ein erschütternder Bericht über emotionalen Missbrauch. Lest hier Teil 2.</strong><span id="more-14460"></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Bei Gedanken an die Zukunft, an eine neue Beziehung, an Liebe, wurde mir ganz schlecht. Vielleicht war noch nicht genug Zeit vergangen, aber ich hatte solche Angst. Ich glaube, ich hatte Angst davor geliebt zu werden.<br />
Ich konnte mich nicht mehr öffnen, obwohl ich es so gerne getan hätte. Wenn ich Komplimente bekam, das Gefühl vermittelt bekam, respektiert zu werden, ernst genommen zu werden, wusste ich gar nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich wurde innerlich panisch, wollte aus der Situation flüchten.<br />
Und mir kamen die Tränen darüber, dass das so war.<br />
Ich hatte es nicht mehr unter Kontrolle.<br />
Natürlich wollte ich geliebt werden und ich wollte lieben. Aber ich spürte nichts mehr und hatte solch einen Fluchtinstinkt, wenn ich mir vorstellte, von jemand anderem geliebt zu werden. Vielleicht hatte ich das Gefühl, ich würde es nicht verdienen, besser behandelt zu werden, als bisher.<br />
Vielleicht vermisste ich die Kontrollsucht eines Mannes, die krankhafte Eifersucht, weil ich mich daran gewöhnt hatte und es zur eigenen Sicherheit als eine Art seiner Zuneigung gesehen hatte.<br />
Ich war verwirrt, wusste nicht mehr, was richtig und was falsch war.</span></span></span></p>
<p>Die Trennung im Oktober 2018 war nun ein paar Monate her.</p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Leider gab es da eine bestimmte Sache, die so gravierend und prägend war, dass ich selbst Monate nach der Trennung noch nicht loslassen konnte, weil ich es gewohnt war von ihm:</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Er ging und kam.<br />
Ging und kam.<br />
Immer und immer wieder.<br />
Einen Kreislauf, den ich aus der Beziehung kannte, dass er ging, wenn er nicht mehr wollte und irgendwann wiederkam. Das war die besagte, ruhige Phase, bis er wieder ging.<br />
Und dann wieder kam.<br />
Und wieder ging.<br />
Das hat sich so gefestigt in meinem Kopf, diese intermittierende Bestärkung, dass ich nach der Trennung immernoch dieses wartende Gefühl hatte, dass er wieder kommt. Obwohl die Trennung so endgültig war, mit komplettem Kontaktabbruch, jeglichen Blockierungen in sozialen Medien, jeder Mensch hat gesagt „Marie, er kommt nicht wieder, es ist eine endgültige Trennung“, aber ich kannte es anders von ihm! </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich habe in diesen drei Monaten nicht gelebt innerlich. Ich habe extrem abgenommen und war wie leer. Ich hatte Entzugserscheinungen in Form von Blasen auf der gesamten Haut. Dieser emotionale Entzug von einer Person, die mich nur kontrollieren wollte, war das, was vorher mein Leben war und das war weg. Wie sollte ich weiterleben, ich kannte das Leben einfach nicht mehr.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich habe mal gehört, dass ein emotionaler Entzug so schlimm für den Menschen ist, wie ein Drogenentzug.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Und nach drei Monaten ohne Kontakt war es soweit, es kam eine E-Mail, dass er mit mir reden – und einen Neuanfang möchte. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Es hat sich bestätigt. Ich wusste es. Meine permanente Nervosität, dass ich doch irgendwie gewartet habe, hat sich bestätigt.</span></span></span></p>
<p>Es ging so schnell, plötzlich haben wir Kontakt gehabt, viel geschrieben, ein Treffen ausgemacht, an dem ich sogar Blumen bekam. Fotos von uns hatte er auch dabei. Und Salat. Aus unserem Stamm-Restaurant.<br />
Es hat mich überrumpelt. Es gab kein Gespräch, wir haben uns nicht ausgesprochen, es hat sich angefühlt, als wenn er einfach schnell einen kleinen Erfolg wollte. Meine Wunden waren präsent, der Schmerz war da, über den ich reden wollte. Ich wollte wissen, warum alles so gekommen ist, wie es gekommen ist. Das wurde ihm aber zu viel. Welch eine Überraschung. Er wollte einen Neuanfang.<br />
<span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich wollte, dass er sich erst bessert und eine Therapie macht, um mich (Frauen allgemein) besser zu behandeln. Die Stimmung kippte, er machte wieder zu und war weg.<br />
Nur zwei Wochen nach diesem Kontakt war er wieder weg.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Das gleiche Muster wie immer. Kompletter Kontakt weg aber ich automatisch in Warte-Haltung. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, ich konnte nicht loslassen, ich war das Warten gewohnt und ich war es gewohnt, dass er wiederkommt.<br />
Ich war wie eine Taube, die vor ihrem Futtertrog sitzt, aus dem in ungewissen Abständen ein Korn kommt, auf das sie wartet, egal wie lange es dauert. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Denn ein Korn wird kommen, das hat sie gelernt. Sie weiß nur nicht, wann.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Deswegen sitzt sie da und wartet.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Egal wie lange.<br />
Man nennt es intermittierende Verstärkung.</span></span></span></p>
<p>Ich war jeden Tag nervös, habe meinen Schmerz kompensiert. Meine Gedanken drehten sich immer nur um ihn und darum, wann er denn wiederkommt. Er kommt wieder, das wusste ich.<br />
Ein Monat nach dem letzten Kontakt verging.<br />
Zwei Monate, drei Monate, vier Monate. <span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Dann kam der 14. Juni 2019 und während ich auf dem Bett lag und mal wieder in meinen Spam-Ordner schaute, hatte das Warten plötzlich ein Ende.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Es hat sich angefühlt, als würde ein Schwall LEBEN in meinen Körper strömen.<br />
Plötzlich hatte alles wieder einen Sinn. Ich habe wieder gefühlt und gelebt, ab dieser Sekunde.<br />
Wieder eine E-Mail. Wieder hat er angeblich viel nachgedacht, wieder hat sich angeblich etwas geändert und wieder vermisste er mich.<br />
Dasselbe Gelaber wie schon fünf Monate davor.<br />
Aber so labil und naiv wie ich war, war das das Schönste, das hätte passieren können.<br />
Der Kontakt war wieder da, auch ein Treffen wollte er wieder aber natürlich nicht so schnell, denn er hatte nicht viel Zeit (Wir halten fest: Er hat sich keine Zeit nehmen können für mich, in Kombination mit der angeblichen Wichtigkeit seiner Kontaktaufnahme nach so vielen Monaten) und war kurz darauf erstmal einige Wochen im Urlaub. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Auch danach hat er sich nicht mehr gemeldet. Der Kontakt war wieder weg, bis ich mich kurz darauf mit einem alten Freund traf, der gleichzeitig auch sein Freund ist. </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Und siehe da: Es kam eine E-Mail, ob ich mich lieber mit seinem Freund treffen würde, als mit ihm. Ja. Ich wollte mich gerade mal wieder mit meinem Kumpel treffen.<br />
Und an den folgenden Treffen war er immer dabei. Ein komisches, vertrautes Gefühl.<br />
Wir schrieben wieder öfter und vertraut. Die Trennung war bereits ein Jahr her.</span></span></span></p>
<p>Es hätte so schön sein können, wenn ich nicht gewusst hätte, wie er war. Toxisch. Einfach gefährlich für Menschen mit Gefühlen. Komischerweise blieb der Kontakt diesmal länger erhalten aber er wollte sich einfach nicht öffnen. Ich habe also nichts anderes getan als in der Beziehung: Gekämpft.</p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Wozu hatten wir den Kontakt, was sollte der bringen? Eine Freundschaft hätte ich nie im Leben mit ihm geführt.<br />
Ich war es gewohnt gegen Wände zu rennen und mir klar zu werden, dass ich nichts wert bin. Ich bin es nicht wert, dass man sich für mich entscheidet. War ich diesmal wieder nur eine Hintertür?</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Was zur Hölle war ich für ihn und wieso mache ich das immer wieder mit?</span></span></span></p>
<p>Diese Momente, auf die ich immer gewartet habe, dass etwas Nettes kam, etwas, das mir Hoffnung machte, waren für mich das Schönste, was passieren konnte.<br />
Das war so erbärmlich.</p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Kurz vor meinem Geburtstag habe ich eine Nachricht bekommen: „Tust du mir noch einen letzten Gefallen?“ Und als ich gefragt habe, um welchen Gefallen es ging, kam die Antwort, dass er mich noch ein letztes Mal küssen will.<br />
Wie kann man so sehr mit Gefühlen spielen?<br />
Ich habe ihm diesen Gefallen nicht getan. Und darüber bin ich bis heute stolz.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Aber stark war ich noch lange nicht. Er hatte mich so lange nach der Beziehung noch unter Kontrolle. Ich habe ihn so geliebt und weiß nicht warum?!</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Der Kontakt musste bestehen bleiben, damit ich ein Gefühl von Leben habe aber gleichzeitig war es so toxisch. </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Und um mich endgültig zu zerstören, habe ich etwas getan, was wohl kaum jemand verstehen würde:</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Ich habe vorgeschlagen, dass wir verreisen. Zu viert. So, wie wir früher verreist sind. Er, sein bester Freund, ich und der Papa meines Sohnes (mit unserem Sohn).<br />
Und wir haben es getan. Ich habe, glaube ich, mal erwähnt, dass ich Meisterin bin, mich psychisch selbst zu zerstören.<br />
Alle sind mitgezogen, niemand hat die Reißleine gezogen und dann waren wir plötzlich an der Ostsee. Habe ich mir gewünscht, dass er dort endlich zur Vernunft kommt, damit wir wieder zusammen sein können? Es ist natürlich nichts dergleichen passiert.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Zurück in Berlin wollte ich endlich wissen, was nun passiert, weil es mich alles einfach nur noch verletzte. Er wusste nicht, was er wollte. Wow.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Er wollte sich dann doch nochmal mit mir treffen: „Du wirst dich freuen, es wird nichts sein, was dich verletzt“.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Hatte sich das Kämpfen gelohnt? Es sollte mich nicht verletzen? Dann kann es nur etwas Gutes bedeuten und mir fiel ein Stein vom Herzen! Ich konnte gut schlafen, es ging mir einfach gut.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Natürlich hatte er für dieses Treffen aber erst in zwei Wochen Zeit.<br />
</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Egal, so blieb meine gute Laune wenigstens zwei Wochen bestehen, dank der Vorfreude.<br />
Einen Tag vor dem Treffen hat er abgesagt.<br />
</span></span></span><a name="_GoBack"></a><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Helvetica, serif;"><span style="font-size: medium;">Wir haben seit über 1 1/2 Jahren keinen Kontakt mehr.</span></span></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong><br />
Den ersten Teil von Maries Bericht findest du <a href="https://www.meintestgelaende.de/2022/02/wann-ist-ein-mann-ein-mann-2/">hier.</a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jean-Luc: Wir haben uns</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/jean-luc-wir-haben-uns/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2021 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13617</guid>

					<description><![CDATA[Heute gibt&#8217;s endlich mal wieder was für eure Ohren! Und zwar einen ganz tollen Song von Jean-Luc (Was geht Almanya). Es geht um Zusammenhalt, um Liebe und um Vertrauen zueinander &#8211; und dann ist Scheitern eigentlich gar nicht mehr möglich. Viel Spaß beim Anhören! Mehr dazu: Auf der Suche nach einem Soundtrack für den Tag?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute gibt&#8217;s endlich mal wieder was für eure Ohren! Und zwar einen ganz tollen Song von Jean-Luc (Was geht Almanya). Es geht um Zusammenhalt, um Liebe und um Vertrauen zueinander &#8211; und dann ist Scheitern eigentlich gar nicht mehr möglich. Viel Spaß beim Anhören!</strong></p>
<p><span id="more-13617"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auf der Suche nach einem Soundtrack für den Tag? <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/musik/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier entlang</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Radioglowgirls &#8211; Dirty Dancing</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/radioglowgirls-dirty-dancing/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Radioglowgirls]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2021 07:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[Okay, Hand auf&#8217;s Herz: Wer von euch hat noch nie &#8222;Dirty Dancing&#8220; gesehen? Und wer hat den Kultfilm schon mehrmals angeschaut? Egal, zu welcher Gruppe ihr gehört, sicherlich werden euch der Filmtitel und die großartigen Songs aus dem Soundtrack nicht vollkommen neu sein. Wir präsentieren euch heute eine Radiosendung der Radioglowgirls, in der sich Lotte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13110" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/ana-enriquez-HTBre_uQUJU-unsplash-1-724x600.jpg" alt="" width="700" height="580" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/ana-enriquez-HTBre_uQUJU-unsplash-1-724x600.jpg 724w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/ana-enriquez-HTBre_uQUJU-unsplash-1-300x249.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/ana-enriquez-HTBre_uQUJU-unsplash-1-768x637.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/ana-enriquez-HTBre_uQUJU-unsplash-1-1536x1273.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/ana-enriquez-HTBre_uQUJU-unsplash-1-2048x1697.jpg 2048w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
<p><strong>Okay, Hand auf&#8217;s Herz: Wer von euch hat noch nie &#8222;Dirty Dancing&#8220; gesehen? Und wer hat den Kultfilm schon mehrmals angeschaut? Egal, zu welcher Gruppe ihr gehört, sicherlich werden euch der Filmtitel und die großartigen Songs aus dem Soundtrack nicht vollkommen neu sein. Wir präsentieren euch heute eine Radiosendung der Radioglowgirls, in der sich Lotte mit Handlung und den spannenden Hintergründen des Films auseinandersetzt. Absolut hörenswert! Viel Spaß! </strong></p>
<p><span id="more-13106"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier geht’s zur <a href="https://www.facebook.com/jungundblau" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Facebook-Seite von jung &amp; blau</strong></a> – der Sendeplattform für Kinder und Jugendliche.</li>
<li>…und hier zum <a href="https://www.instagram.com/hup_le/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Instagram-Profil</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Texte von Dennis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/texte-von-dennis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Apr 2021 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch gleich mehrere kurze Texte vom Story Teller-Autor Dennis Seidel, in denen er sich Gedanken über viele verschiedene Themen macht: Es geht um Träume, um seine Freundin, um Homosexualität, um Rassismus, um Diskriminierung, um Beziehungen und ums Reisen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Träume Jeder hat seine eigenen Träume. Man]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute präsentieren wir euch gleich mehrere kurze Texte vom Story Teller-Autor Dennis Seidel, in denen er sich Gedanken über viele verschiedene Themen macht: Es geht um Träume, um seine Freundin, um Homosexualität, um Rassismus, um Diskriminierung, um Beziehungen und ums Reisen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12839"></span></p>
<p><strong>Träume</strong><br />
Jeder hat seine eigenen Träume.<br />
Man hat sie entweder nachts, wenn man schlafen tut, dann sieht man in sich hinein und sieht Bilder, die nicht real sind, sondern in seinen eigenen Träumen.<br />
Man hat aber auch Träume, die man sich wünschen tut, sei es seine eigene Traumfrau oder aber einen Traum, den man schon lange hat. Mein Traum zum Beispiel war es immer Schauspieler zu sein, und der Traum hat sich Anfang Januar 2003 dann erfüllt, ich bin bei MDUH, einer Theatergruppe von Barner 16. Auch war mein größter Traum endlich mal mit eigenen Projekten auf der Bühne zu stehen, dieser Traum hatte sich dann 2014 erfüllen können, als ich mein allererstes Regie-Projekt Liebe in den 80er Jahren machte, wo ich fünf Schauspieler auf der Bühne hatte, danach kam dann der große Durchbruch mit meinem ersten Solo-Stück Ordinary Girl.<br />
Aber nun zurück zum Thema Träume: Wenn man träumt, dann ist man in seiner Traumwelt und nicht in der realen Welt, man träumt dann schöne Sachen, aber auch schreckliche Sachen, das sind dann sogenannte Albträume.<br />
Ich habe jetzt sogar eine Freundin, aber leider keine echte, sondern eine aus Pappe, sie heißt Verena und ist sehr hübsch für mich. Verena ist meine Traumfrau, eine Traumfrau aus Pappe.</p>
<p><strong>Lesbisch</strong><br />
Wenn sich zwei Frauen bzw. zwei Mädchen lieben tun, sind sie lesbisch, also homosexuell.<br />
Es gibt auch Männer bzw. Jungs, die sich lieben tun, die sind dann schwul.<br />
Aber mein heutiges Thema handelt vom Lesbisch-Sein bei Mädchen und Frauen, das fängt ja vielleicht schon dort an, wo sich zwei Frauen bzw. Mädchen toll finden, sie daten sich dann und verabreden sich.<br />
Das Gegenteil von lesbisch und schwul ist heterosexuell, also wenn ein Mann auf Frauen steht, bzw. eine Frau auf Männer.<br />
Wenn sich zwei Frauen bzw. Mädchen in der Öffentlichkeit küssen, dann schauen die Menschen manchmal angewidert.<br />
Meine Meinung zum Lesbisch-Sein ist: Jede Frau sollte sich selber entscheiden, ob sie nun auf Männer steht oder auf Frauen, sie soll selbst empfinden, was für Gefühle sie hat.<br />
Ich habe nichts gegen lesbische Frauen und Mädchen.<br />
Jede Frau und jedes Mädchen sollte zu ihren Gefühlen anderen Frauen und Mädchen gegenüber stehen und sie der jeweiligen Person auch zeigen.<br />
Lesbische Frauen und Mädchen sind ja auch ein Teil unser Gesellschaft und sollen nicht ausgeschlossen werden.</p>
<p><strong>Rassismus</strong><br />
Es gibt Menschen, die haben was gegen Schwarze bzw. gegen Behinderte und Ausländer.<br />
Das sind dann Rassisten.<br />
Rassisten pöbeln manchmal gegen Schwarze, Behinderte und Ausländer, manchmal sind es besoffene Menschen, die rassistisch sind. Aber auch normale Menschen können rassistisch sein. Ich habe damals, als ich noch zu Hause gewohnt habe, mal mitgekriegt wie in der S-Bahn ein Schwarzer beschimpft wurde und dann dadurch der ganze S-Bahnverkehr stillgelegt wurde. Und einmal wurde ich in der U-Bahn von HSV Fans blöd angemacht.<br />
Für mich ist Rassismus ein Thema, das alle was angeht!<br />
Jeder sollte ein Zeichen gegen Rassismus setzen, denn alle Menschen sollen Teil unser Gesellschaft sein, seien es schwarze Menschen oder Menschen mit weißer Haut oder egal mit welcher Hautfarbe, junge und alte Menschen, Menschen mit und ohne Handicap, Männer und Frauen, Jungen und Mädchen. Und dann gibt es auch Zwischenstufen, also verschiedene Menschen. Es gibt Männer und Frauen, aber es gibt auch Zwischenstufen. Es gibt Männer, die zum Beispiel mehr sogenannte Frauensachen machen und Frauen, die eher sogenannte Männersachen machen. Es gibt Männer, die zum Beispiel lieber shoppen gehen anstatt sich mit Kumpels zum Fußball zu treffen oder abends mit Kumpels in die Kneipe um die Ecke zu gehen, um dort Bierchen zu trinken. Diese Männer tragen auch mal Frauenklamotten. Ist sowas denn normal? Jeder Mensch, ob Mann oder Frau sollte so gesehen werden wie er oder sie sich gerne zeigt.<br />
Es gibt Frauen, die Fußball spielen oder handwerkliche Arbeiten machen, und auch auf der Baustelle gibt es Frauen, die Jobs annehmen und in Tischlerei-Betrieben auch. Und es gibt auch Frauen, die sich abends zum Stammtisch in der nächstgelegenen Kneipe treffen.<br />
Aber warum gibt es denn Zwischenstufen zwischen Männern und Frauen? Weil sich jeder Mensch als Mensch ähnlich ist und anders.</p>
<p><strong>Beziehung</strong><br />
Jeder hat eine Beziehung zu einem bestimmten Menschen, sei es eine Liebesbeziehung oder aber eine freundschaftliche Beziehung.<br />
Ich zum Bespiel habe eine Beziehung zu einer richtig tollen Frau namens Verena, sie ist aber leider keine reale Frau, sondern eine aus Pappe.<br />
Ich baue mir meine Frauen immer aus bestimmten Bildern und Pappe zusammen.<br />
Es gibt aber auch den Begriff Fernbeziehung; das ist wenn der Partner/die Partnerin in einem andern Land bzw. Bundesland lebt.<br />
Mit meiner Ex-Freundin Paula verstehe ich mich immer noch sehr gut. Nur die anderen stört es manchmal, wenn ich mit meiner Papier-Freundin kuschele.</p>
<p><strong>Reisen</strong><br />
Jedes Jahr im Sommer reise ich in irgendeine Jugendherberge in einer großen deutschen Stadt, wo man gut shoppen gehen kann oder wo ein großer Flughafen ist.<br />
Ich war schon sechsmal in Frankfurt, zweimal in Berlin, einmal in München und einmal in Köln. Dieses Jahr möchte ich wieder nach Frankfurt, erstens wegen der großen Einkaufsstraße Zeil und zweitens wegen dem großen Airbus A380 am Frankfurter Flughafen.<br />
Wenn ich verreise, brauche ich immer sehr viel, was ich mitnehmen muss: Das sind Klamotten, Waschzeug, Geld und Ausweise, mein Lieblingskuschelkissen, meine Kamera, Handy und Barbie Puppen bzw. Papp-Figuren.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier geht&#8217;s <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/story-teller/" target="_blank" rel="noopener"><strong>zum Profil der Redaktionsgruppe Story Teller</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>It´s a shame &#8211; von Liebe und Scham </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/08/its-a-shame-von-liebe-und-scham/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2020 07:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Ika bespricht in diesem neuen Text etwas sehr, sehr Wichtiges und gleichzeitig unglaublich Kompliziertes: Scham und Liebe. Zwei Gefühle, die manchmal bloß schwer auszuhalten sind, die für Verwirrung sorgen können &#8212; und die viel mehr zusammenhängen, als wir vielleicht glauben. Wie immer fließen auch Ikas eigene Erfahrungen in puncto Verliebtheit und Scham sowie die spezielle]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ika bespricht in diesem neuen Text etwas sehr, sehr Wichtiges und gleichzeitig unglaublich Kompliziertes: Scham und Liebe. Zwei Gefühle, die manchmal bloß schwer auszuhalten sind, die für Verwirrung sorgen können &#8212; und die viel mehr zusammenhängen, als wir vielleicht glauben. Wie immer fließen auch Ikas eigene Erfahrungen in puncto Verliebtheit und Scham sowie die spezielle Bedeutung für Ika als Inter* Person mit in den Text ein. Viel Spaß beim Lesen!</strong><br />
<span id="more-12406"></span></p>
<p>Die erste Person, in die ich so richtig verliebt war – war meine beste Freundin. Im Grunde haben wir eine über vier Jahre lange Beziehung geführt. Wir haben uns jeden Tag gesehen und sie war die einzige Person, der ich einigermaßen vertraut habe zu der Zeit.</p>
<p>Nur hatten wir keinen Sex oder haben uns geküsst. Für manche nennt sich das dann „nur befreundet“.<span class="Apple-converted-space">  </span>Für mich war es schwierig, als dann wer anders da war – den sie küssen und kuscheln und mit dem sie Sex haben wollte, und ich mich plötzlich nur noch als Nummer zwei gefühlt hab.</p>
<p>Meine ersten sexuellen Erfahrungen hatte ich dann mit einer Person, in die ich gar nicht verliebt war. Aber ich wollte dazugehören und auch mal Liebe, Sex und Zärtlichkeit.<span class="Apple-converted-space">  </span>Leider habe ich irgendwie mehr Druck als Lust gefühlt und es hat alles nicht sonderlich gut funktioniert.</p>
<p>Schon bevor ich wusste was das heißt, wurde mir gesagt, ich sei lesbisch. Ich hab das dann auch erst mal geglaubt. Erst als ich selber immer mehr als männlich gelesen wurde, habe ich gemerkt, dass ich auch Männer*<span class="Apple-converted-space">  </span>attraktiv finden kann. Immer mehr merke ich – nicht nur Geschlechtergrenzen sind fließend.<span class="Apple-converted-space">  </span>Auch die Grenzen zwischen Freundschaft und romantischer Liebe.</p>
<p>Klingt alles ganz schön kompliziert ? Ist es leider auch. Und trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – ist es auch wahnsinnig schön.</p>
<p>Heute kann ich sagen – ich habe viele verschiedene Formen der Liebe – für ganz unterschiedliche Menschen. Mit manchen kann ich mich gut über Gefühle austauschen – weil da irgendwas in uns ähnlich ist. Mein Herz kann dann Luftsprünge machen – wenn ich mich verstanden fühle. Wenn andere Worte finden für etwas, wofür ich nach Worten gesucht habe. Manche Menschen sehe ich sehr lange nicht – aber weil wir vor Jahren viel zusammen durchgemacht haben, sind sie ein bisschen wie Geschwister geworden – und sehr schnell ist da ganz viel Nähe, wenn wir uns wiedersehen.</p>
<p>Für mich ist das nicht mehr oder weniger wertvoll als Beziehungen, in denen ich auch kuscheln, küssen oder anderen Körperkontakt mag. Wenn es etwas gibt was ich heute mag an meinem Inter* sein – dann ist es wohl genau das. Wer schon nicht Mann oder Frau ist – warum sollte der*die dann irgendwelchen Beziehungsidealen von vor 100 Jahren hinterher rennen? Ich muss zugeben, dass ich da nicht immer so entspannt war. Ich habe lange gebraucht mich davon zu lösen. Von dem was mir jede Werbung, jede romantische Komödie immer wieder erzählt.</p>
<p>Dass es<span class="Apple-converted-space"> </span>die eine Richtige gibt – und wenn du die findest, dann wird alles gut.<span class="Apple-converted-space"> </span>Dass zu zweit gegen den Rest der Welt die beste Strategie ist. Surprise – die Realität ist<span class="Apple-converted-space"> </span>etwas<span class="Apple-converted-space"> </span>komplexer.</p>
<p>Heute glaube ich, dass es vielleicht gar nicht am wichtigsten ist, ob ich jetzt in einer romantischen Zweierbeziehung bin, mehrere Polybeziehungen habe oder viele enge Freundschaften. Ich glaube Liebe ist gar nicht etwas abstraktes, das plötzlich und auf einmal – dann aber<span class="Apple-converted-space">  </span>für immer &#8211; da ist. Natürlich gibt es Verliebheitsgefühle. Aber ich glaube Liebe ist etwas, das wir tun. Wenn wir ehrlich und liebevoll miteinander umgehen. Dann lieben wir. Das ist manchmal schwer. Oder anstrengend. Oder beängstigend. Aber auch schön. Weil wir nicht auf das Schicksal oder Amor warten brauchen.</p>
<p>Wir müssen uns nur trauen. Das ist nicht immer leicht in einer Welt, in der Bilder beim Daten<span class="Apple-converted-space"> </span>oft wichtiger sind als eine ähnliche Einstellung. Sowieso ist es schwer mit der Ehrlichkeit, wenn gleichzeitig an so vielen Stellen Erwartungen zu erfüllen sind. Viele wollen dann nur<span class="Apple-converted-space">  </span>bestimmte Seiten von sich zeigen. Ecken und Kanten werden glatt gebügelt. Oder verdrängt.</p>
<p>Bei mir hat das nie so richtig funktioniert. Mit 17 Jahren war ich im Urlaub ziemlich verliebt. Für meine beste Freundin hatte ich wie oben im Text erwähnt auch Gefühle, aber die waren<span class="Apple-converted-space"> </span>mittlerweile mehr wie eine feste starke Verbundenheit. Diese Urlaubsbekanntschaft fühlte sich dagegen wie ein Feuerwerk an. Unbekannter. Gefährlicher. Aufregender. Was habe ich also getan – mit diesen Gefühlen umzugehen? Mich betrunken. Und dann kotzend alles ausgepackt was ich an Trauma und Neurosen so anzubieten hatte.</p>
<p>Ich war auch an anderen Stellen ziemlich gut im anti-flirten. Wenn du wen gut findest, nicht die schönsten, nettesten Seiten von sich zeigen. Sondern die abstoßendsten.<span class="Apple-converted-space"> </span>Ich glaube ich hab es mir selber gar nicht gegönnt. Zu lieben. Geliebt zu werden. Das wiederum hat viel mit Scham zu tun. Schon in der Grundschule fingen die ersten<span class="Apple-converted-space"> </span>an, sich über mich lustig zu machen. War „es“ ein Zwitter? Ein Mädchen, das ein Junge sein wollte? In jedem Fall<span class="Apple-converted-space"> </span>irgendwie komisch. Da ich nie besonders groß, stark oder mutig war, brauchte ich andere Strategien um mich gegen Anfeindungen zu verteidigen. Wenn die Jungs also hinter mir herliefen, um zu versuchen, mich zu schlagen, habe ich ihnen einfach Küsschen zugeworfen mit meiner Hand. Das reichte manchmal schon aus, um sie in die Flucht zu schlagen. Wenn sie doch mal zu nahe kamen habe ich sie frech auf den Arm geküsst. Spätestens dann waren alle sehr schnell weg. Liebesbekundungen sind für kleine Jungs ziemlich uncool und eklig. Wenn sie dann noch von einem Zwitter kommen, gilt beides wahrscheinlich doppelt. Für den Moment war das eine gute Strategie. Sie sind schreiend weggerannt und ich hatte meine Ruhe.</p>
<p>Kill them with kindness – nennt sich das wohl. Irgendwann hat sich niemand mehr getraut, mich zu ärgern. Aber ohne dass ich es verstanden habe, ist da auch noch etwas ganz anderes passiert. Ich habe mich immer mehr geschämt. Ich habe verinnerlicht, dass mein Körper so anormal ist, dass es die einzige legitime Reaktion auf Berührung mit meinem Körper ist, wegzulaufen.</p>
<p>Scham ist glaube ich für viele Inter* ein Thema. Hier ein Zitat aus der Apothekenumschau zum Thema Scham: &#8222;Für Daniel Fessler von der University of California ist Scham seit der Frühgeschichte des Menschen der &#8222;entscheidende Mechanismus, um die Zusammenarbeit in Gruppen zu etablieren und aufrechtzuerhalten.&#8220; Die peinigende Emotion treibt dazu an, die geltenden Normen einzuhalten. Dies sichert den Verbleib in der Gruppe – und somit das Überleben. Nach innen wirkt Scham wie eine Alarmglocke, nach außen beschwichtigt sie: Seht her, ich habe eine Regel verletzt, und mir geht es nicht gut damit. Mehr Bestrafung ist nicht nötig.&#8220;<span class="Apple-converted-space">  </span>(Ingrid Kupzik, Apothekenumschau , 06.05.2014)</p>
<p>Das Fiese dabei ist: Wir als Inter* haben noch nicht mal irgendwas Aufregendes, Verbotenes getan. Wir hatten nicht einmal den kurzen Moment, uns beim Regelbruch erst mutig und stark zu fühlen, bevor dann die Scham kommt. Schon allein unsere Existenz scheint die Regeln des Zusammenlebens so sehr zu stören,<span class="Apple-converted-space"> </span>dass wir als erstes lernen uns zu schämen. Aber mir reichts.</p>
<p>Und ich hoffe und glaube,  anderen auch. Sollen die sich doch schämen, die mich ärgern wollten – nur weil ich nicht Junge oder Mädchen bin. Sollen sich die schämen, die meinen, dass es eklig wäre, von mir geküsst zu werden.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Ika wünscht sich eine Verlinkung <a href="https://www.youtube.com/watch?v=J-4gAetwNkw" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>zu folgendem Pet Shop Boys-Song</strong></a> 🙂</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>And so it goes</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/07/and-so-it-goes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Hensel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2020 07:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch einen Poetry Slam-Text von Sven Hensel! Es geht um einen Raum, in dem sich eine Menge Menschen befinden &#8211; Männer, in die er mal verliebt war, Teenage-Romanzen, Tinderdates, Crushes, One-Night-Stands,&#8230; eieiei, eine ganz schön unangenehme Vorstellung, oder? Deswegen nennt Sven diesen Raum auch seinen &#8222;Alpt-Raum&#8220; 😉 Viel Spaß beim Zuschauen &#38;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute präsentieren wir euch einen Poetry Slam-Text von Sven Hensel! Es geht um einen Raum, in dem sich eine Menge Menschen befinden &#8211; Männer, in die er mal verliebt war, Teenage-Romanzen, Tinderdates, Crushes, One-Night-Stands,&#8230; eieiei, eine ganz schön unangenehme Vorstellung, oder? Deswegen nennt Sven diesen Raum auch seinen &#8222;Alpt-Raum&#8220; 😉 Viel Spaß beim Zuschauen &amp; Zuhören!</strong></p>
<p><span id="more-12353"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Slam-Videos findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier.</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Verlust durch Tod und Trennung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/verlust-durch-tod-und-trennung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2020 09:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Trauer hat so viele verschiedene Gesichter &#8211; die eine, &#8218;richtige&#8216; Art zu trauern existiert nicht. Und außerdem fühlt sich Trauer nicht immer gleich an. Sie besteht nicht nur aus einem Gefühl, sondern aus einem ganzen Haufen an Emotionen. Unsere Autorin Marie hat über ihre Trauer geschrieben &#8211; über die Trennung von ihrem Partner, über den]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Trauer hat so viele verschiedene Gesichter &#8211; die eine, &#8218;richtige&#8216; Art zu trauern existiert nicht. Und außerdem fühlt sich Trauer nicht immer gleich an. Sie besteht nicht nur aus einem Gefühl, sondern aus einem ganzen Haufen an Emotionen. Unsere Autorin Marie hat über ihre Trauer geschrieben &#8211; über die Trennung von ihrem Partner, über den Tod eines geliebten Menschen. Herausgekommen ist ein mutiger Text über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Arten von Trauer.</strong></p>
<p><span id="more-12018"></span></p>
<p>Die letzten drei Monate des Jahres 2018 habe ich Gefühle kennengelernt, die ich vorher noch nicht erlebt habe. Der Verlust geliebter Menschen, auf zwei verschiedene Arten.<br />
Durch Trennung und durch den Tod.<br />
Eins haben beide Verluste gemeinsam, es ist die Trauer um die Person, die man liebt und verloren hat. Zu wissen, dass sie weg ist, obwohl man sie liebt. Ohne, dass man etwas hätte ändern können. Man kann niemanden zwingen, zu bleiben, egal wie sehr man es selbst möchte. Diese Trauer, wenn die Person weg ist, schlägt einen nieder, es ist unverständlich, es gibt vielleicht noch so viel zu fragen, zu verstehen, zu sagen.<br />
Vorwürfe, dass man es vorher hätte ändern können, damit es anders kommt.</p>
<p>Leider ist die Trauer nicht das Einzige an Gefühlen, die mich überkamen. Ich habe in den wenigen Wochen, die vom einen Verlust in den Nächsten übergingen, einen Haufen Emotionen gespürt, die man nicht einfach wegsteckt, die man nicht beeinflussen – und erst recht nicht herunterschlucken kann.</p>
<p>Der Mensch, den man durch eine Trennung verliert, ist freiwillig gegangen, hat diese Entscheidung eigenständig getroffen, kann selbst bestimmen, inwieweit er den Verlassenen noch an sich heran lässt, Gespräche führt, Krisen überstehen würde. Er tut etwas Schmerzhaftes: Er entscheidet sich aktiv, zu verlassen.</p>
<p>Ich habe Wut und Hass gespürt. Wie kann dieser Mensch einfach gehen, wenn er mich doch liebt? Wie kann er mich so bewusst verletzen? Wut auf mich selbst, dass ich so oft verziehen – und weitergemacht habe. Neben der Wut kam die Sehnsucht, das Vermissen, denn diese eine Person war so unendlich vertraut und man hat sich an den Alltag gewöhnt, der nun plötzlich so anders ist.<br />
Enttäuschung, Zorn, Angst, Schmerz, Sehnsucht, Liebe, eine Mischung aus guten – und schlechten Emotionen, die mich wochenlang begleitet haben. Sie wechselten sich ab, sie wurden durch äußere Einflüsse getriggert und verstärkt. Erinnerungen, die plötzlich geweckt wurden, lösten Wut und Sehnsucht in mir aus! Wut, weil er einfach gegangen ist und mich mit diesen Erinnerungen alleine ließ – Sehnsucht, weil es eben eine vertraue Erinnerung war und ich es so vermisste. Schmerz und Angst, weil derjenige sein Leben mit einer neuen Person weiterführen würde.<br />
Es ist furchtbar anstrengend, eine Person zu vermissen, sich nach ihr zu sehnen, wenn man so wütend auf sie ist und sie eigentlich nie wiedersehen möchte. Es ist paradox, es ist der Verlust.</p>
<p>Der Verlust durch den Tod hat mich von einer Sekunde auf die Nächste umgehauen. Ich habe keine negativen Emotionen gespürt. Ich habe etwas Sanftes gespürt, etwas wie Mitleid.<br />
Diese Person lebt nicht mehr weiter und hat sich wahrscheinlich nicht freiwillig dafür entschieden.</p>
<p>Noch dazu kam bei mir ein Gefühl, das ich als solches beschreiben würde, die durch den Tod verlorene Person beschützen zu können. Sie ist nicht mehr körperlich anwesend, aber sie ist immer noch da und hat mich nicht verlassen. Ich kann an diese Person denken, für sie denken, im Guten an sie denken, mich um sie kümmern, ich spüre keine Verbitterung.<br />
Es ist ein angenehmer Schockzustand, eine angenehme Sehnsucht.<br />
Es ist eine angenehme Trauer, die ich zulasse, weil mich diese Person nicht verletzt hat.</p>
<p>Ein großer Unterschied zum Verlust durch Trennung, denn dieser Mensch lebt weiter, es gab für mich keinen Grund für Mitleid, keinen Grund für Leid in seinem Namen. Er lebt sein Leben weiter, hat seine Zukunft vor sich und entschied sich bewusst, sie nicht mit mir zu teilen.<br />
Das ist keine angenehme Trauer, sie ist verbunden mit all dem Ekel, dass ich mich aufgeopfert habe, mich hab verändern lassen, vertraut habe und mich eingelassen habe, um am Ende ohne jegliche Chance verlassen zu werden, was im Nachhinein dazu führte, dass die Wut, die Enttäuschung und gleichzeitig die Sehnsucht &#8211; ausgelöst durch die Liebe &#8211; mein Herz hat brechen lassen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/08/mein-opa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>diesem Text</strong></a> berichtet Jeremy von Was geht Almanya, wie er den Tod seines Opas erlebt hat.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Väter TV: Interview mit Lukas König</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/11/vaeter-tv-lukas-koenig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2019 07:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Obwohl wir uns im Jahr 2019 befinden, sind die Themen Elternzeit und Kinderbetreuung immer noch ganz schön konfliktgeladen. Väter, die lange Elternzeit nehmen, werden beispielsweise noch oft genug schräg angeschaut. Die vermeintliche Norm der zuhause bleibenden Mutter, die zugunsten des Nachwuchses auf Job und/oder Karriere verzichtet, ist weit verbreitet. In diesem Video von Väter TV,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Obwohl wir uns im Jahr 2019 befinden, sind die Themen Elternzeit und Kinderbetreuung immer noch ganz schön konfliktgeladen. Väter, die lange Elternzeit nehmen, werden beispielsweise noch oft genug schräg angeschaut. Die vermeintliche Norm der zuhause bleibenden Mutter, die zugunsten des Nachwuchses auf Job und/oder Karriere verzichtet, ist weit verbreitet. In diesem Video von Väter TV, das wir euch heute präsentieren, lernt ihr Lukas König kennen. Einen jungen Mann, der Mathe studiert und Vater einer Tochter ist &#8211; und der genauso viel Elternzeit genommen hat wie seine Freundin Jenny.</strong></p>
<p><span id="more-11903"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Es kann schon ganz schön herausfordernd sein, jung ein Kind zu bekommen. Hier liest du <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/01/mein-babyalltag-mit-22/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Maries Geschichte</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wer liebt hier wen?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/11/wer-liebt-hier-wen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Nov 2019 07:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie fühlt man sich, wenn dein Freund oder deine Freundin dich betrügt? Und: Wer liebt hier eigentlich wen? Diese Fragen stehen im Vordergrund der Theaterproduktion von mixed pickles e.V., die 2018 in Lübeck entstanden ist. Hier im Trailer können wir ein bisschen hinter die Kulissen schauen: Wie haben sich die jungen Menschen dem Text angenähert,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie fühlt man sich, wenn dein Freund oder deine Freundin dich betrügt? Und: Wer liebt hier eigentlich wen? Diese Fragen stehen im Vordergrund der Theaterproduktion von mixed pickles e.V., die 2018 in Lübeck entstanden ist. Hier im Trailer können wir ein bisschen hinter die Kulissen schauen: Wie haben sich die jungen Menschen dem Text angenähert, wie das Stück erarbeitet? Vorhang auf! Viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-11892"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Du bist Theater-Fan? Dann check mal <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/theater/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>den entsprechenden Hashtag</strong></a>!</li>
<li>Wenn ihr mehr über die Arbeit von mixed pickles sehen wollt, klickt <strong><a href="http://www.mixedpickles-ev.de">hier</a>.</strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#gelände19 // Dennis &#8211; Supertraumfrau</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/supertraumfrau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Sep 2019 10:20:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2019]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob als Schauspieler, Rapper, Poetry Slammer, Autor oder Regisseur, Dennis hat schon in verschiedenen Rollen sein vielfältiges Talent auf meintestgelände.de bewiesen. Auch auf dem #gelände ist er seit Tag 1 dabei, dieses Jahr im Singer/ Songwriter Workshop. Dort hat er in wenigen Tagen den Song „Supertraumfrau“ komponiert und auf der Abschlußveranstaltung live performt.  Mehr dazu:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ob als Schauspieler, Rapper, Poetry Slammer, Autor oder Regisseur, Dennis hat schon in verschiedenen Rollen sein vielfältiges Talent auf meintestgelände.de bewiesen. Auch auf dem #gelände ist er seit Tag 1 dabei, dieses Jahr im Singer/ Songwriter Workshop. Dort hat er in wenigen Tagen den Song „Supertraumfrau“ komponiert und auf der Abschlußveranstaltung live performt. </strong></p>
<p><b></b><span id="more-11741"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/geschlechterrollen-von-dennis-seidel/">Hier</a> gibt es einen Text von Dennis zum Thema Geschlechterrollen.</li>
<li>Und mehr Eindrücke vom #gelände19 findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/07/impressionen-vom-gelaende19/">hier</a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vater werden ist nicht schwer – Vater sein dagegen sehr</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/08/vater-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2019 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir melden uns endlich zurück aus der Sommerpause und starten mit unserer Autorin Marie, die sich in diesem sehr persönlichen Text mit der Frage auseinandersetzt, was eigentlich einen guten Vater ausmacht und inwiefern Elternschaft schon weit vor der Geburt beginnt. Triggerwarnung vorweg: Fehlgeburt. Ein Mann ist während einer Schwangerschaft der eher inaktive Teil. Denn die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir melden uns endlich zurück aus der Sommerpause und starten mit unserer Autorin Marie, die sich in diesem sehr persönlichen Text mit der Frage auseinandersetzt, was eigentlich einen guten Vater ausmacht und inwiefern Elternschaft schon weit vor der Geburt beginnt. Triggerwarnung vorweg: Fehlgeburt.</strong></p>
<p><span id="more-11721"></span></p>
<p>Ein Mann ist während einer Schwangerschaft der eher inaktive Teil. Denn die werdende Mutter trägt das Kind viele Monate unter ihrem Herzen, spürt es, spürt die Veränderungen in und an ihrem Körper und hat schon in dieser Zeit einen Bindungs-Vorsprung zum Baby.<br />
Der werdende Papa kann es mit der Hand fühlen, die Bauchbewegungen sehen, die Entwicklung auf Ultraschallfotos verfolgen, aber eben leider alles nur von außen, die körperliche Verbindung spürt er eher nicht.</p>
<p>Eine Geburt ist der erste richtige Kampf, den die Mama für das Kind führt, damit es leben kann. Der Papa kann nur zusehen, wenn er Glück hat. Jedoch wollen viele Väter so viel mehr. Mitkämpfen, statt hilflos danebenstehen. Zeigen, dass sie da sind und alles geben würden, für das Baby und die Mama. Doch die richtige Bindung, das Kennenlernen entsteht erst, sobald das Baby fertig entwickelt auf der Welt ist. Jetzt ist es für die meisten Väter das größte Ziel, ein guter Vater zu sein.</p>
<p><strong>Doch was ist ein guter Vater?</strong></p>
<p>In den letzten zwei Jahren habe ich selbst den Unterschied kennengelernt, zwischen einem guten Vater und einem schlechten Vater. Der Unterschied ist gravierend.<br />
Ob ein Mann ein guter Vater ist, spürt nicht nur das Kind, sondern auch dessen Mutter.<br />
Ich präsentiere hier einen Vergleich.</p>
<p>Person 1, der Vater meines Sohnes, der ein wundervoller Papa ist &#8211; und Person 2, eine vergangene Beziehung, mit zwei Fehlgeburten, die mir gezeigt hat, wie das Gegenteil vom guten Vater aussieht: Als ich im Jahr 2014 schwanger wurde, war für Person 1, den Vater meines Sohnes, der größte <em>Ich-bin-ein-guter-Vater</em>-Beweis, für <em>mich</em> da zu sein, weil er es für das Baby nicht konnte, denn es war ja in meinem Bauch, nicht in seinem. Also war es für ihn am logischsten, mich zu pflegen, denn das spürt das Baby, wenn es der Mama gut geht und sie gesund ist/isst. Als positiven Nebeneffekt habe ich in diesen Monaten erfahren, wie fürsorglich, pflicht- und verantwortungsbewusst er ist.</p>
<p><strong>Ob man ein guter (werdender) Vater ist, geht für mich also schon in der Schwangerschaft los.</strong></p>
<p>Eine Schwangerschaft ist genauso Verantwortung, wie ein Baby auf dem Arm zu tragen. Für beide Elternteile. Im Jahr 2017 war ich in meiner neuen (inzwischen beendeten) Beziehung zweimal schwanger. Beide Male verlor ich die Babys. Leider konnte Person 2 mit dieser Verantwortung, mir während ich seine Babys verlor, beizustehen, nicht umgehen, saß mit einer Null-Bock-Haltung neben mir im Krankenhaus, als ich erfahren habe, dass das Baby weg ist &#8211; und ist ausgezogen, wollte sein bequemes Leben weiterführen, weil das Dasein, während einer Fehlgeburt, für ihn zu anstrengend war.</p>
<p>Das war für mich das Zeichen <em>„Halt Stopp! Wenn du während einer Fehlgeburt nicht nur das Baby, sondern auch den dazugehörigen Vater verlierst, wird er sich in anstrengenden Situationen mit Kind auch verziehen und niemals alles geben! Keine Kinder mit solch einem Typen, er wäre kein guter Vater.“.<br />
</em><br />
In diesen Wochen, während der Nachblutungen, der psychischen Belastung, der Trauer und dem Betreuen meines zwei Jahre alten Kindes, das zu dem Zeitpunkt noch nicht in die Kita ging, hat Person 1 mich dort aufgefangen, wo Person 2 mich hat fallen lassen. Er hat die Verantwortung auf sich genommen, diese Fürsorge übernommen, die Person 2 mir nicht mehr geben wollte. Und sein Satz <em>„Hätte er dich verlassen, obwohl du ein Kind mit ihm hast, würde ich das Kind wie mein eigenes behandeln und dich damit nie im Stich lassen“, </em>ist einer der schönsten Sätze, die mir Sicherheit geben. Dass er da war, hat mir eine unglaubliche Last von den Schultern genommen, ich konnte weiterhin eine gute Mama sein und gleichzeitig die Fehlgeburten realisieren, weil ich diese Unterstützung von ihm hatte.</p>
<p><strong>Die Unterstützung in jeglichen Lebenslagen ist also ein wichtiger Punkt, wenn man ein guter Vater sein möchte.</strong></p>
<p>Denn das Kind spürt, wenn es eine Krise gibt. Sich gegenseitig den Rücken zu stärken kann ungemein helfen, Kraft und Energie zu gewinnen. Wenn das Kind auf der Welt ist und sich entwickelt, viele anstrengende Entwicklungsphasen durchlebt, ist es für mich wichtig, dass der Vater sich dran beteiligt, interessiert und gewillt ist, sein Kind in dieser Entwicklung zu begleiten.<br />
Der Vater meines Sohnes hat jegliche Krankenhaus- und Arztbesuche, nächtliches Milchgeben, Wutanfälle und Krankheiten genauso mit begleitet, wie ich. Das war (und ist weiterhin) sein Wunsch.</p>
<p><strong>Dass der Vater, soweit es beruflich möglich ist, aktiv und gewillt ist, in stressigen und unentspannten Situationen zu helfen, gehört für mich dazu, wenn man ein guter Vater ist.</strong></p>
<p>In der anderen vergangenen Beziehung hat sich mein Partner oft nur zu uns gesellt, wenn es entspannt und bequem war. Die helfende Hand zu sein, wenn es anstrengend wird, war nicht in seinem Sinne. Oft war er in solchen Situationen sauer, weil die Stimmung umschlug, es anstrengend wurde und man sich bemühen musste, Werte zu vermitteln.</p>
<p>Alles in allem muss ich sagen, dass alle Kriterien für mich auf beide Elternteile zutreffen, ob man Vater oder Mutter ist, ist egal, denn keiner muss meiner Meinung nach mehr tun als der andere. Wenn der Vater berufstätig ist, während die Mutter in Elternzeit das Baby betreut, zählen für ihn die Aufgaben zu Hause genauso dazu wie für die Mutter.Das Stillen kann er nicht übernehmen und auch manch andere Dinge kann der eine besser als der andere.<br />
Ein Gleichgewicht zu finden, ist sehr, sehr wichtig und zu versuchen, sich gegenseitig auszugleichen. Wenn die Mama am Ende ihrer Kräfte angekommen ist, ist das für den Papa das Zeichen, zu übernehmen. Wenn der Papa erschöpft ist, übernimmt die Mama. Und ansonsten machen es beide zusammen.</p>
<p><strong>Dass der Papa dazu bereit ist – und sich im Klaren ist, dass das auch nach Feierabend so sein wird, ist für mich ein Zeichen, dass er ein guter Vater ist. </strong></p>
<p>Wenn er es sich für alle Beteiligten fair einteilt, ob er sich nach dem Feierabend ausruht und dann Zeit mit seiner Familie verbringt oder umgekehrt. Wichtig ist, dass der Feierabend nicht so aussieht, dass er nach Hause kommt und den Rest des Tages mit der Couch verschmilzt.</p>
<p>Diese Erfahrung habe ich gemacht und habe mich allein gefühlt. Denn auch ich habe zuvor einen anstrengenden Tag gehabt, mehrere Stunden den Haushalt erledigt, mit dem Baby gespielt, eingekauft, geputzt, aufgeräumt und der Tag ist für mich, mit dem Feierabend des Partners, nicht vorbei, sondern geht weiter, bis zum Abend, wenn das Kind eingeschlafen ist und wenn möglich durchschläft.</p>
<p>Leider gibt es viele Väter, die sich die Freiheit herausnehmen, während der Schwangerschaft – oder wenn es ihnen zu anstrengend wird, zu gehen. Die Familie zu verlassen. Weil die Kinder oft, gerade im Babyalter, mehr von Mama abhängig sind, die Mutter meistens diejenige ist, die Elternzeit in Anspruch nimmt – und nicht mal die Möglichkeit und Freiheit hätte, zu gehen.</p>
<p><strong>Dass ich dem Vater meines Kindes vertrauen kann, mich auf ihn verlassen kann und somit auch das Kind immer das Gefühl bekommt, dass Papa nach Hause kommt nach der Arbeit, macht einen guten Vater aus.</strong></p>
<p>Nicht jeder Mensch mag es, zu spielen. Ich persönlich bin eine Person, die sich sehr, sehr schwer tut mit Rollenspielen. Da kommen wir wieder zu dem Punkt <em>gegenseitiger Ausgleich. </em>Der eine kann das besser, der andere das. Mit einem Kind zu spielen, sich mit ihm auf Augenhöhe zu beschäftigen, ist ein toller Weg, sein Kind mehr und mehr kennenzulernen. Und es gibt dem Kind das Gefühl, nicht nur jemand zu sein, der dafür sorgt, dass es alles bekommt, um zu überleben, sondern auch, dass man ein Spielpartner ist. Wem das Spielen nicht liegt, liest vor oder bastelt mit ihm.</p>
<p><strong>Ein guter Vater bemüht sich, eine Beziehung, eine tiefe Bindung zu seinem Kind aufzubauen. </strong>Und das funktioniert spielerisch einfach extrem gut, ohne dass es stressig ist.</p>
<p>Der Überbegriff, was einen guten Vater ausmacht, ist derselbe, der einen guten Beziehungspartner ausmacht: LIEBE. Sobald man liebt, gibt man. So viel es geht.<br />
<strong>&#8211; Fürsorge<br />
&#8211; Vertrauen<br />
&#8211; Respekt<br />
&#8211; Geduld<br />
&#8211; Ehrlichkeit<br />
&#8211; Verlass<br />
&#8211; Nähe<br />
&#8211; Geborgenheit</strong></p>
<p><strong>Ein guter Vater – und das ist wahrscheinlich der einzige Unterschied zur Mutter – setzt seine Kraft und seine Körpergröße nur zum Schutz ein, niemals gegen das Kind oder dessen Mutter.</strong></p>
<p>Ob nun dem Beziehungspartner, oder dem Kind. Liebe ist immer der Überbegriff, um ein guter Mensch zu sein. Der Überbegriff einer guten Mutter oder eines guten Vaters. Liebende Menschen sind liebevoll und behandeln so ihre Mitmenschen, vor allem die eigene Familie.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Alle weiteren Texte von Marie findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
<li>Und hier findet ihr einen Slam-Text aus der Perspektive einer Tochter: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/mein-held-mein-papa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Mein Held, mein Papa</strong></a> von Lidia.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Er hat mich nie geschlagen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/12/er-hat-mich-nie-geschlagen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2018 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[„… jedoch wünschte ich, er hätte es getan.“ Der Beginn von Maries Text verstört. Wünscht sie sich wirklich, von ihrem Freund geschlagen zu werden? Nein, keineswegs. Sie erzählt von einer gewalttätigen Beziehung, die sie über zweieinhalb Jahre führte und in der sie sich selbst nahezu komplett aufgab für ein bisschen Zuwendung und Liebe. Der Preis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„… jedoch wünschte ich, er hätte es getan.“ Der Beginn von Maries Text verstört. Wünscht sie sich wirklich, von ihrem Freund geschlagen zu werden? Nein, keineswegs. Sie erzählt von einer gewalttätigen Beziehung, die sie über zweieinhalb Jahre führte und in der sie sich selbst nahezu komplett aufgab für ein bisschen Zuwendung und Liebe. Der Preis war hoch. Wie hoch, das beschreibt Marie in brutaler Offenheit, die zeigt, wie Lieblosigkeit und Kontrolle einen Menschen bis ins Selbstverständnis zerstören können.</strong></p>
<p><span id="more-11158"></span></p>
<p>&#8230;jedoch wünschte ich, er hätte es getan.<br />
Mein Artikel handelt von emotionalem Missbrauch in einer Liebesbeziehung, eine stille Gewalt, die nach außen hin kaum einer bemerkt. Es äußert sich schleichend und meistens wird es erst realisiert, wenn es zu spät ist, wenn man so sehr an sich selbst zweifelt, weil man das Gefühl bekommt, nichts wert zu sein, nicht richtig zu sein.<br />
Man will die Anerkennung von genau dem Menschen, der sich einem ständig entzieht, wird süchtig nach dessen Bestätigung, dass man halbwegs wertvoll ist, denn meistens ist man es nicht.</p>
<p>So lange habe ich das Gefühl bekommen, alles mögliche falsch zu machen. Dinge, die im Alltag normal waren, waren plötzlich etwas, das nicht sein darf. Ich habe den Menschen, den ich so sehr geliebt habe, viel zu oft verärgert. Ich habe Dinge getan, die in seinen Augen respektlos waren. Zu diesen Dingen zählte zum Beispiel das Freundetreffen.</p>
<p>Ich habe niemals das Vertrauen missbraucht, trotzdem wurde mir nicht vertraut.</p>
<p>Als Folge durfte ich mich nicht mit Freunden treffen, die männlich waren. Ich habe mich isoliert und meine Freunde lediglich gesehen, wenn wir eine der vielen Beziehungspausen hatten, während denen mein Partner sich nicht mehr sicher war, ob er mich möchte &#8211; und mich wochen- bis monatelang hat warten lassen, mich jedoch weiterhin mit Regeln und Vorwürfen bei sich hielt.</p>
<p>Meine damals beste Freundin, die ich wegen dieser Beziehung – und fehlender Einsicht meinerseits, bald darauf verloren habe, hat einmal zu mir gesagt: <em>„Er hält dich in einem Käfig und wirft dir ab und zu ein paar Brocken zu. Und du freust dich darüber, als wäre es das tollste auf der Welt.“</em></p>
<p>Noch nie habe ich mich so wertlos gefühlt. Wie eine Strafe. War ich wirklich so grausam, dass man fast zwei Jahre braucht, um zu überlegen, ob ich die Richtige bin? Was an mir war falsch, dass ich so lange auf eine Person warten musste, die ich so sehr liebte.<br />
Ich habe angefangen, mir Bücher zu kaufen. Das war zwar der richtige Ansatz, jedoch war es zu kompliziert. Ist das Egoismus? Narzismus? Einfach nur Respektlosigkeit? Bindungs – oder Verlustangst? Eine Beziehungsunfähigkeit?</p>
<p>Ich wusste es nicht. Oder war sein Verhalten ganz normal, meins jedoch nicht?<br />
Je öfter mir meine Freunde und Verwandte sagten, dass ich die Notbremse ziehen sollte, weil das nicht normal sei, desto mehr hängte ich mich rein, mich mehr anzustrengen, ihn zu halten und zu rechtfertigen, weshalb er so reagiert. Die Schuld auf mich genommen, zugegeben, dass all das, was ich mache, wirklich nicht okay ist. Damit sein Verhalten entschuldigt ist.</p>
<p>Irgendwann traf ich auf den Begriff &#8220;Emotionaler Missbrauch&#8220; und traute meinen Augen nicht, als ich gelesen habe, woran man ihn erkennt:</p>
<p>1. Ein ständiger Wechsel zwischen Zuneigung und Ablehnung deines Partners, über Jahre.<br />
2. Krankhafte Eifersucht → Isolation von Freunden<br />
3. Deine Selbstachtung und das Selbstwertgefühl verschwinden nach und nach<br />
4. Es reicht nie, was du tust<br />
5. Kontrolle, Drohungen, wenn du etwas tust, was dem Partner nicht passt<br />
6. Partner ist unfähig, Kritik/Schuld anzunehmen/zuzugeben<br />
7. Partner überschreitet menschliche Grenzen<br />
8. Partner übernimmt keine Verantwortung für das eigene Handeln<br />
9. Partner hat die eigenen Emotionen nicht im Griff<br />
10. Der Fokus liegt die meiste Zeit auf ihm und seinen Bedürfnissen</p>
<p>Wir hatten im Jahr 2017 zwei schlimme Verluste, zwei Fehlgeburten mit einem Abstand von einem halben Jahr. Nach der ersten Fehlgeburt hat er mich alleine gelassen, statt mir beizustehen. Die ganze Situation war so auf ihn gerichtet, dass ich das Gefühl hatte, nicht ich, sondern ausschließlich er hat das Baby verloren. Mein Fokus war auf ihn gerichtet, denn er ist gegangen. Er hat diesen Verlust nicht ausgehalten und hat mich verlassen. Nur für ein paar Wochen, denn ich habe so sehr gekämpft, bis ich am Ende meiner Kräfte war – dann kam er wieder. Ich war der glücklichste Mensch der Welt.<br />
So blind, dass ich mich an jedem Grashalm festhielt.</p>
<p>So fixiert, dass ich den Verlust nicht verarbeitet habe.</p>
<p>Während der darauffolgenden Schwangerschaft hatte ich Angst. Weniger, das Baby wieder zu verlieren, eher, IHN dann wieder zu verlieren! Er war immer so schnell weg.<br />
Wie das Schicksal es wollte, ich verlor das Baby wieder. Und ihn auch.<br />
Diesmal ist er für mehrere Monate gegangen. Zwischenzeitlich hat er mich mit Anwesenheit und Zuneigung beehrt, wann immer er wollte, aber wie es mir ging, wie sehr ich ihn brauchte, war egal. Es ging nur um ihn und dass ich doch gefälligst Rücksicht nehmen soll. Immer und immer wieder.</p>
<p>Ich kämpfte, weinte, wütete, vermisste. Zuneigung bekam ich, wenn er es wollte. Ich gab sie ihm immer, musste jedoch ständig eine Zurückweisung einstecken.</p>
<p>Ich verlor mein Selbstwertgefühl mehr und mehr. Ich fühlte mich nicht mehr richtig, dieser Wechsel zwischen Himmel und Hölle waren unfassbar anstrengend.<br />
Wenn es eine Zeit gab, in der er sich wieder für mich entschied, ich wieder seine Traumfrau war und er sein restliches Leben mit mir verbringen wollte, war es einerseits das schönste, was mir hätte passieren können, andererseits hatte ich einen enormen Druck, eine unterbewusste Angst, weil er nie lange blieb.</p>
<p>Meine Aufgabe war es, da zu sein, perfekt zu sein, Fehler zu verstecken und es meinem Partner so bequem und einfach wie möglich zu machen, denn sonst hätte das Risiko bestanden, dass er wieder geht. Ich war in einer Hab-Acht-Stellung und verlor immer mehr an Energie und Realitätsbezug.</p>
<p>Nichtsdestotrotz war ich der glücklichste Mensch der Welt, wenn er bei mir war, mir Zuneigung und Aufmerksamkeit gab. Denn wenn er da war, war er es richtig. Mit Liebe. So schien es zumindest.<br />
Schwarz und Weiß. Wenn etwas passierte, ein Streit, eine Situation, in der auch ich mal sauer war, oder ein Gedankenblitz seinerseits, verschloss er sein Herz, machte einfach zu und ich war allein. So lange musste ich Rücksicht nehmen, immer und immer wieder. Immer nur Rücksicht, wenn er sich zurück zog.<br />
Aber wurde Rücksicht auf mich genommen, während ich unsere Babys verlor, Zuneigung brauchte oder ihm all meine Liebe geben wollte? Nein. Nie.</p>
<p>Wenn ein Kumpel, der ihm nicht passte, mit mir schrieb, wollte er den Chatverlauf sehen, von oben bis unten, ich habe all seine Wut abbekommen, musste mich rechtfertigen und als wenn das nicht genug wäre, hat auch mein Kumpel Drohungen über Social Media bekommen. Er war so respektlos und herablassend zu eigentlich jedem Menschen. Ich wollte ihn so gerne mitnehmen, wenn ich mich mit Freunden traf, aber das wollte er nie, wollte meine Freunde nicht kennenlernen, ich selbst durfte sie aber auch nicht treffen.<br />
Ich bin so unendlich froh, mir dieses Verhalten nicht angeeignet zu haben.<br />
Ich bin so froh, immer respektvoll gewesen zu sein, denn ich habe die Sicht auf die Realität wieder und weiß zu hundert Prozent, dass ich nie etwas unverzeihliches, respektloses getan habe. Nie.<br />
Das sind Dinge, die er mir niemals vorwerfen könnte.</p>
<p>Oft habe ich es bereut, menschliche Reaktionen gezeigt zu haben, anstatt mich einfach zu fügen, indem ich während eines ausartenden Streits aus dem Auto gestiegen bin, um mit dem Bus nach Hause zu fahren, damit wir uns beruhigen. Denn zu dem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass es das schlimmste ist, was ich hätte tun können, was mir auch bestätigt wurde, als ich am Abend zwei blaue Flecken auf meinem Arm entdeckte und mein Handgelenk eine Woche nicht mehr bewegen konnte. <em>„Wärst du im Auto geblieben, wäre das nicht passiert“ </em>Selbst, als zwei fremde Männer zu uns kamen, um ihm zu sagen, dass man so keine Frau durch die Straßen zerrt, war die Antwort <em>„Sie will ja nicht mit mir reden!“</em>. Und ich habe direkt danach den Satz <em>„Na? Haste wieder schön auf die Tränendrüse gedrückt?“ </em>zu hören bekommen. Er hat mir im selben Atemzug verboten, weiterhin mit seinen Eltern Kontakt zu haben, denn &#8220;sowas&#8220; hätten sie nicht verdient.</p>
<p>Ja, meine Tränen flossen. Denn es hat mir unfassbar wehgetan. Nicht nur körperlich, auch im Herzen.</p>
<p>Als wieder eine Phase begann, in der er sich nicht mehr sicher mit mir war – und ich mich mit meinen Freunden traf, um keine Depression zu bekommen, wurden mir grundlos Dinge unterstellt, ich wurde mit einer &#8220;Hure&#8220; verglichen, er stand plötzlich vor der Tür bei meinen Freunden oder drohte mir. Immer wieder.<br />
Alles war ich, alles schlechte, was er sich in dem Moment gerade erlaubte. Jedes Mal. Ein menschlicher Boxsack, der immer hinhalten musste, wenn er es wollte.</p>
<p>Er hat meinem besten Freund schlechte Eigenschaften über mich eingeredet, dass ich mich von Männern leicht beeinflussen lasse und mir nach einer Trennung direkt männliche Ablenkung suchen würde, was mir die Bezeichnung &#8220;Hure&#8220; zu recht geben würde. Hure, Hure, Hure.<br />
So oft habe ich diesen Begriff noch nie gehört und erstrecht nicht im Bezug zu mir.<br />
Ein Mensch, der seine Emotionen nicht im Griff hatte und jegliche Verantwortung für sein eigenes Verhalten abschob.</p>
<p>Keine zwei Wochen später kam der Tag, an dem ich frei sein sollte.<br />
Während ich in der einen Woche eine &#8220;Hure&#8220; war, weil ich Freunde traf, bekam ich in der darauffolgenden Woche den Vorschlag von ihm, mich mit Männern abzulenken.<br />
Denn er trennte sich.<br />
Eine Leere.<br />
Ein Gefühl des Erstickens.<br />
Ein Gefühl der Extase, ein Entzug aus heiterem Himmel.<br />
Er war weg.</p>
<p>Eine zweieinhalb Jahre lange Beziehung, in denen ein Mann mehr als die Hälfte der Zeit braucht, um zu überlegen, ob er bleibt, bis er mich verlässt.<br />
Zweieinhalb Jahre, in denen der Fokus zum größten Teil darauf lag, mich warten – und spüren zu lassen, nicht richtig zu sein.<br />
Zweieinhalb Jahre, in denen ich so viel aufgegeben, verloren und geändert habe, damit er bleibt.<br />
Nein, das war keine Liebe.<br />
Ich war ein Gegenstand, den er besitzen – und kontrollieren wollte.<br />
Mein Herz ist gebrochen, denn meine Liebe war so ehrlich, dass ich ohnmächtig bin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/11/ehre-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>sprechen darüber</strong></a>, wie verletzend es für sie ist, im Namen einer Ehre kontrolliert und bewertet zu werden.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Was juckt dich die Ehre deiner Schwester? <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/was-juckt-dich-die-ehre-deiner-schwester/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Fragt Burak</strong></a> und beschreibt all die Gewalt und Unterdrückung als Folge eines patriarchalen Verständnisses von Ehre.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie will ich lieben?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/12/wie-will-ich-lieben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Dec 2018 07:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Im November trafen sich zehn junge Frauen mit Behinderung zu einem Workshop zum Thema „Was ist denn schon normal?“ Es ging auch um die Frage „Wie will ich lieben?“, also sind die jungen Frauen losgezogen, haben sich gegenseitig und auch andere Besucher*innen im Tagungshaus befragt, was denn für sie eigentlich Liebe ist. Entstanden ist eine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im November trafen sich zehn junge Frauen mit Behinderung zu einem Workshop zum Thema „Was ist denn schon normal?“ Es ging auch um die Frage „Wie will ich lieben?“, also sind die jungen Frauen losgezogen, haben sich gegenseitig und auch andere Besucher*innen im Tagungshaus befragt, was denn für sie eigentlich Liebe ist. Entstanden ist eine schöne kleine Audiocollage.</strong></p>
<p><span id="more-11150"></span></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-11151" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/11/IMG_4334-800x533.jpg" alt="" width="700" height="466" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/11/IMG_4334-800x533.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/11/IMG_4334-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/11/IMG_4334-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auf dem #gelände18 haben wir mal nachgefragt, was den Jugendlichen wichtiger ist: Geld oder Liebe? <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/gelaende18-geld-oder-liebe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Die Antworten seht ihr hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es eine <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/08/foto-love-story-i-love-you-emma-star/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Foto-Love-Story</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#gelände18 // Theater: Befehle und so</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/befehle-und-so/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Oct 2018 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2018]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf dem gelände18 haben wir in in verschiedenen Workshops gerappt, getanzt, Musik gemacht, Poetry Slam Texte geschrieben, Graffiti gemalt und Theater gespielt. Heute präsentieren wir euch ein Stück aus dem Theater Workshop, indem sich die Teilnehmenden mit Beziehungsrollen beschäftigt haben. Dabei ist die Realität oft anders, als sich die Männer das, im Gespräch mit ihren Freunden,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><b>Auf dem gelände18 haben wir in in verschiedenen Workshops gerappt, getanzt, Musik gemacht, Poetry Slam Texte geschrieben, Graffiti gemalt und Theater gespielt. Heute präsentieren wir euch ein Stück aus dem Theater Workshop, indem sich die Teilnehmenden mit Beziehungsrollen beschäftigt haben. Dabei ist die Realität oft anders, als sich die Männer das, im Gespräch mit ihren Freunden, vorgaukeln. Aber schaut am besten selbst. </b></p>
<p><span id="more-11057"></span><b></b><b></b></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/gelaende18-aftermovie/"><strong>Hier</strong></a> könnt ihr nochmal unseren #gelände18 Aftermovie ansehen.</li>
<li>Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/leonie-du-poetry-slam-vom-gelaende18/"><strong>hier</strong></a> den Poetry Slam Text von Leonie.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Leonie &#8211; DU (Poetry Slam vom #gelände18)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/leonie-du-poetry-slam-vom-gelaende18/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Poetry Slam]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Oct 2018 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2018]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Leonie hat auf dem #gelände18 an unserem Poetry Slam Workshop teilgenommen und dort innerhalb weniger Tage diesen wunderbaren Text verfasst. Auf der Abschlussveranstaltung hat sie diesen dann live vorgetragen und mit ihrer Performance den Saal in ihren Bann gezogen. Hört am besten selbst rein. Mehr dazu: Hier könnt ihr einen Poetry Slam Text von Lidia]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Leonie hat auf dem #gelände18 an unserem Poetry Slam Workshop teilgenommen und dort innerhalb weniger Tage diesen wunderbaren Text verfasst. Auf der Abschlussveranstaltung hat sie diesen dann live vorgetragen und mit ihrer Performance den Saal in ihren Bann gezogen. Hört am besten selbst rein.</b></p>
<p><span id="more-11024"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/mein-held-mein-papa/"><b>einen Poetry Slam Text </b></a>von Lidia über ihren Papa nochmal ansehen.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/queerslam-2018/"><b>hier gibt es einen Text von Julian,</b></a> vorgetragen auf dem Queerslam18.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Identität</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/identitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Oct 2018 07:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Verschiedene Autor*innen der story-teller haben sich mit dem Thema Identität beschäftigt. Dabei geht es vor allem um die Fragen: Wie sehe ich mich selbst? Wie sehen mich andere? Und was brauche ich, um zufrieden zu sein? Herausgekommen sind wunderbare Texte, die ihr unbedingt lesen solltet. Dennis Seidel: Wer bist du? &#8211; Ich bin Dennis Seidel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Verschiedene Autor*innen der story-teller haben sich mit dem Thema Identität beschäftigt. Dabei geht es vor allem um die Fragen: Wie sehe ich mich selbst? Wie sehen mich andere? Und was brauche ich, um zufrieden zu sein? Herausgekommen sind wunderbare Texte, die ihr unbedingt lesen solltet.</strong></p>
<p><span id="more-10986"></span></p>
<p><strong>Dennis Seidel:</strong></p>
<p>Wer bist du? &#8211; Ich bin Dennis Seidel und bin am 12.11.1979 in Hamburg Eppendorf geboren worden. Meine Größe ist 1,63. Meine Hobbys sind: Schreiben, Reisen, Lesen, Shoppen gehen, mit Bus und Bahn durch Hamburg fahren, Musik hören. (Linda Hesse), Freunde treffen, Malen und Zeichnen, im Internet recherchieren, mich verkleiden.<br />
Meine Staatsangehörigkeit ist deutsch, ich kann aber auch ein bisschen Englisch. Ich bin 38 Jahre alt. Mein Familienstand ist ledig.<br />
Ich mag gerne Hunde, meine Eltern und mein Bruder haben ja zwei Hunde, einen großen Mischling aus Golden Retriever und Berner Sennenhund und einen kleinen Mops.<br />
Ich habe eine körperliche Behinderung, weil ich mit nur einer Niere zur Welt gekommen bin, deswegen kann ich keine schweren Sachen tragen.<br />
Ich arbeite in einer Theatergruppe für Menschen mit Handicap in Hamburg St. Pauli.</p>
<p><strong>Wie sehen dich andere Menschen?</strong> &#8211; Andere Menschen sehen mich als normalen Mitbürger Hamburgs, sie merken es mir nicht an, dass ich anders bin als sie, nur bei stark besoffenen Leuten und laut pöbelnden Fußball-Fans bin ich etwas vorsichtig, ich bin schon ein paar Male in der Bahn, im Bus oder auch zu Fuß auf dem Weg zur Arbeit blöd angemacht worden.</p>
<p><strong>Fragen zum Thema Identität von Dennis Seidel</strong></p>
<p>Wo kommen Sie her? Wann sind Sie geboren und wo? Wie ist Ihr Familienstand?<br />
Was sind Ihre Hobbys/Interessen? Wie groß sind Sie? Haben Sie ein Haustier?<br />
Haben Sie Kinder? Wo arbeiten Sie?<br />
Sind Sie Raucher/in, trinken Sie Alkohol? Wo waren Sie schon mal im Urlaub?<br />
Was ist Ihr Lieblingsessen? Was lesen Sie gerne? Was hören Sie für Musik?</p>
<p><strong>Matti Wustmann:</strong></p>
<p>Ich definiere mich selbst aus einer Kombination von vielen Dingen.<br />
Zum Beispiel bin ich ein Zeichner, und ich schreibe hin und wieder auch Texte.<br />
Aber das allein macht mich noch nicht als ganzes aus.<br />
Ich habe eine chronische Erkrankung, die Teile meines Alltags bestimmt.<br />
Aber ich lebe damit und mein Leben wird nicht zu 90% davon beeinträchtigt, auch wenn es etwas ist, das niemals vollkommen selbstverständlich sein darf.<br />
Meine geistigen und gesundheitlichen Stärken und Schwächen sind auch nur Einzelteile.<br />
Meine Identität möchte ich auch nicht auf einzelne Dinge reduzieren, die ich mag oder nicht mag.<br />
Ich muss nicht alles was ich mag und/oder liebe in Diskussionen bis aufs Blut verteidigen.<br />
Ich muss nicht jede Meinung die nicht meiner entspricht in den Boden stampfen.</p>
<p>Ich bin<br />
Bruder<br />
Freund<br />
Kumpel<br />
Feind<br />
Enkel<br />
Onkel<br />
Cousin<br />
Bekannter<br />
Unbekannter<br />
Klugscheißer<br />
Nachdenker<br />
Besserwisser<br />
Faulpelz<br />
Nachfrager<br />
Ablehner<br />
Glückspilz<br />
Macher<br />
Konsument<br />
Zuhörer<br />
Fan<br />
Meckerkopf<br />
Gewinner<br />
Verlierer<br />
Genießer<br />
Kritiker<br />
Befürworter<br />
uvm.<br />
Ich bin ich</p>
<p><strong>Maria Thöne:</strong></p>
<p>Ich bin &#8230; Zuerst muss ich sagen, dass ich ein Mensch bin und Keine Maschine.<br />
Ich bin kreativ, schreibe gerne, dichte gerne humorvolle Gedichte und Song-Texte.<br />
Ich bin ein Mensch, der sich so schnell nicht von Rückschlägen beeindrucken lässt.<br />
Ich bin eine Kämpferin, und ich kann auf Durststrecken durchhalten.<br />
Ich war früher eine gute Läuferin und kämpfe jeden Tag darum optimistisch und reflektiert zu sein.<br />
Mir gelingt es oft auf meine innere Stimme zu hören und so mein Selbstvertrauen zu stärken.<br />
Ich beweise täglich, wo meine Stärken liegen und schaffe es manchmal richtig gut über mich hinauszuwachsen. Ich überrasche mich. Und habe gelernt vieles mit Humor zu sehen. Mein Galgenhumor ist manchmal einmalig. Und ich kann über mich selbst lachen.<br />
Ich besiegte immer wieder meine Ängste. Und bin mit dem Ergebnis zufrieden.<br />
Ich bin immer noch lernfähig.<br />
Ich bin zielorientiert. Ich bin ein Mensch, der aus einer Not eine Tugend macht. Not macht mich erfinderisch. Ich bin mutig und lasse mir gerne Mut machen.<br />
Natürlich habe ich auch schlechten Seiten. Die versuche ich nicht zu nutzen. Doch das sind eben meine Fehler und ich versuche sie nicht zu machen.Wenn ich einen gemacht habe, habe ich auch den Mut mich zu entschuldigen.<br />
Ich bin ein Mensch mit allen Emotionen. Und immer bemüht mein Bestes zu geben.<br />
Ich bin ein hilfreicher Mensch und mag es nicht ausgenutzt zu werden. Dann werde ich sauer.<br />
Ich mag Menschen, die mir wohlgesinnt sind und mir gut tun. Ich kann es nicht leiden, wenn jemand schlecht über mich redet und nicht den Mut hat es mir selbst zu sagen.<br />
Ich kann vieles verstehen und verzeihen. Nur wenn man mir wirklich Böses angetan hat, kann ich nachtragend und gemein sein. Ich bin ein liebenswerte Mensch und könnte keiner Fliege was zuleide tun. Ich bin sehr tierlieb und ein bisschen krank. Man nennt es Borderline. Doch dazu möchte ich nichts sagen. Mein Text ist nicht privat. Danke fürs Zuhören.</p>
<p><strong>Dennis Lange</strong></p>
<p>Wer bist Du?<br />
Ich bin ich.<br />
Ein Mensch<br />
unsicher<br />
ängstlich<br />
neugierig<br />
intelligent<br />
angeblich einfühlsam (Ich bin halt unsicher solche Beschreibungen meiner Person von Anderen anzunehmen).</p>
<p>Ich fühle meine Identität bedroht von: Gesellschaft, Staat, Mutter, also von Menschen, Situationen, Institutionen, die mich verunsichern, verängstigen, mich mich zurückziehen und verkriechen lassen.</p>
<p>Der schwerste Punkt in meiner Identitätsbildung, war der tiefste Punkt meiner Depression: nur im Bett liegend, kaum mehr essend, nicht mehr sein wollend. Ist das der Verlust der Identität?</p>
<p>Was ich brauche im Leben, fürs Leben ist einen positiven Blick auf meine Identität bzw. mein Sein. Und Bestätigung von Außen. Sonst: Rückzug, Fade away, nicht mehr sein wollen.</p>
<p><strong>Michael Schumacher:</strong></p>
<p>Wer bin ich!?<br />
Ich bin so wie ich bin.<br />
Wie ich genauer bin, hängt auch von Situationen und Menschen ab, mit denen ich mich gerade abgebe.<br />
Ich nehme wahrscheinlich also hin und wieder eine bestimmte Rolle ein.<br />
Das heißt auch, dass ich mich mit meinem Gegenüber identifiziere.<br />
Ich bin mal sehr nachdenklich, mal sehr gut aufgelegt, mal sehr mittfühlend, mal sehr geschafft, mal sehr angespannt, mal neutral, mal sehr gewissenhaft, mal sehr unsicher.<br />
Was mein allgemeines Ich angeht, kann ich sagen, dass ich sehr ruhig bin.<br />
Was hin und wieder zur Folge haben kann, dass ich leicht übersehen werde, obwohl ich mit Sicherheit viel zu sagen hätte.<br />
Ich bin offen für alles und jeden.<br />
Und eigentlich mag mich jeder.<br />
Es erzählen mir interessanterweise viele Menschen von ihren Sorgen oder Problemen.<br />
Das liegt bestimmt daran, dass ich ein sehr guter Zuhörer und meinem Gegenüber gegenüber sehr offen bin.<br />
Viele Dinge nehme ich in meinem Inneren auf.<br />
Ich bin auf jeden Fall ein sehr introvertierter Mensch.<br />
Darüber hinaus habe ich auf jeden Fall eine sehr soziale Ader, die stets gut ankommt.<br />
Das alles ist meine persönliche Identität.</p>
<p>Zur Identität gehört &#8211; sich selber so zu akzeptieren wie man ist &#8211; seine Besonderheiten als Gewinn sehen, weil niemand so ist wie man selber &#8211; gut mit sich selbst zu sein &#8211; seine Fehler und Schwächen zu akzeptieren, weil kein Mensch vollkommen ist &#8211; sich selber mögen, weil jemand Andere nur mögen kann, wenn er sich auch selber mag &#8211; Freiräume für sich zu haben &#8211; eine eigene Meinung &#8211; nicht immer funktionieren zu müssen, sondern Sachen auch mal sein zu lassen, wenn nichts mehr geht &#8211; seine Probleme offen auszusprechen &#8211; ehrlich mit sich selber zu sein &#8211; und sich selber treu bleiben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch die HeRoes haben sich mir Identität(en) beschäftigt, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/jungs-und-ihre-identitaeten/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ihren Text könnt ihr hier lesen</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">In &#8222;<a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/09/ja-so-bin-ich-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>JA! So bin ich</strong></a>&#8220; von den story-teller geht es ebenfalls darum sich selbst zu akzeptieren.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Augenblick</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/augenblick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Oct 2018 07:50:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns euch einen neuen Text von Nev präsentieren zu können. In diesem Text schreibt er über den intimen Moment der Zweisamkeit und die Gedanken, die sich immer wieder in diesen Augenblick einschleichen. Sterne. Überall Sterne. Tausende und aber tausende funkelnde Lichtpunkte, die diese klare Sommernacht noch mehr verschönern. Mein Blick auf die Unendlichkeit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns euch einen neuen Text von Nev präsentieren zu können. In diesem Text schreibt er über den intimen Moment der Zweisamkeit und die Gedanken, die sich immer wieder in diesen Augenblick einschleichen.</strong></p>
<p><span id="more-10982"></span></p>
<p>Sterne. Überall Sterne. Tausende und aber tausende funkelnde Lichtpunkte, die diese klare Sommernacht noch mehr verschönern. Mein Blick auf die Unendlichkeit gerichtet. Lausche meiner nächtlichen Begleitung, wie sie von Gott, der Welt und der Psyche der Frau erzählt. Frauen. die komplizierten und doch so reizvollen Wesen. Manchmal reicht ein verführerischer Blick, eine hochgezogene Augenbraue oder ein einziges Wort um den Verstand zu betäuben. Und wieder einmal ist es der Fokus &#8211; die Priorität, die man setzt. Die Gedanken sind frei, doch sind manche unserer Gedanken so wichtig, so problematisch und auch dramatisch, dass wir unser gesamtes Handeln danach ausrichten?!  Nichts passiert umsonst. So das Motto. Welcher tiefe Sinn sich dahinter versteckt, bleibt auch nach stundenlangem Philosophieren im Verborgenen. Der Grund, warum beispielsweise Menschen in unser Leben treten und andere wieder gehen &#8211; Auf diese Frage habe ich bis heut keine Antwort gefunden. Vielleicht gibt es sie auch nicht. Die Antwort, die alles erklärt, sodass alles einen Sinn ergibt. Wäre ja auch zu schön. Wir wandern und taumeln durch unsere Gefühle und Empfindungen. Suchend. Fragend. Vielleicht ist der Schlüssel: Annehmen! Menschen, die uns gut tun. Die ehrlich und authentisch sind. Zu uns stehen &#8211; in guten wie in schlechten Tagen. Weinen und Lachen können&#8230; Ich kehre zurück aus meinen Gedanken. Nur ein leises Zirpen der Grillen oder eine schnaubende Kuh durchdringen die Ruhe. Kann einfach schweigen und muss mich nicht seltsam dabei fühlen. Ich treffe auf wortloses Verständnis meines attraktiven Gegenübers. Es scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Die Atmung ist flach und ruhig. Nichts deutet auf Anspannung hin und so genießen wir die intensive Zweisamkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr eine <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/08/ehrliche-kontaktanzeige/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ehrliche Kontaktanzeige</strong></a> von Maddy.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier eine <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/09/die-unendliche-geschichte/" target="_blank" rel="noopener"><strong>weitere Liebesgeschichte</strong></a> von Nev.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ehrliche Kontaktanzeige</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/08/ehrliche-kontaktanzeige/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maddy]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Aug 2018 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Dating]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lesbisch]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10843</guid>

					<description><![CDATA[Es ist Sommer, Maddy ist 16 und sie möchte gerne lieben. Da gibt es Datingapps, die sie nutzt, aber dort darf mensch sich nicht geben wie mensch eigentlich ist, findet sie. Alles nur Äußerlichkeiten, ein Wisch und schon ist frau Geschichte. Mit ihren 16 Jahren hat sie schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht: Mit Fakeprofilen,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist Sommer, Maddy ist 16 und sie möchte gerne lieben. Da gibt es Datingapps, die sie nutzt, aber dort darf mensch sich nicht geben wie mensch eigentlich ist, findet sie. Alles nur Äußerlichkeiten, ein Wisch und schon ist frau Geschichte. Mit ihren 16 Jahren hat sie schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht: Mit Fakeprofilen, mit Menschen, die sie ändern oder die einfach nur Sex wollten. Eine Frau direkt ansprechen? Das traut sie sich nicht. Und nun formuliert sie eine sehr umfängliche Kontaktanzeige und beschreibt die Frau, die sie gerne kennenlernen möchte – vielleicht auch ein Weg abseits von Tinder und Co.?</strong></p>
<p><span id="more-10843"></span></p>
<p>Wir schreiben das Jahr 2018, es ist Sommer und ich bin sechzehn Jahre alt. Nein, so stellt man sich ja nicht vor. Wie stellt man sich vor? Mit „Ich bin lesbisch?“ Mit „Ich bin single?“ Mit „Ich bin..“, ach nein, so weit kommt man oftmals gar nicht mehr. Man – also ich – könnte sich auch schön mit „Hallo, mein Name ist Maddy und ich komme aus dem schönen Langenfeld“ vorstellen, aber das brauchen und wollen die Leute nicht mehr. Auf so super schönen Datingapps wie meinem besten Freund Lovoo oder dem herzallerliebsten Tinder, da sind solche Dinge ja bereits Pflicht. Mit Pflicht meine ich, dass sie angegeben werden MÜSSEN. Und ich höre schon die ersten aus den Ecken kriechen mit ihrem „Mit 16 muss man keine Beziehung haben!11!1!11!“, aber ich bin ehrlich, ja, ich hatte wahrscheinlich bereits zu viele Beziehungen für mein Alter, ich hatte Sex, mein Gott, ja, ich war dreizehn Jahre alt und habe echt komische Dinge in meinem Leben gemacht und dazu gehören auch Fehler, mein Gott. Alle tun so, als wären sie perfekt. Aber wer möchte schon perfekt sein? Perfekt bedeutet nämlich vollendet und wer möchte sich im Laufe seines Lebens denn nicht in eine positive Richtung weiterentwickeln? Perfektion bleibt ewig gleich. Was ein langweiliger Zustand.</p>
<p>Auf jeden Fall – ja, die meisten meiner Beziehungen entsprachen nicht im Geringsten meiner Vorstellungskraft und vielleicht habe ich deswegen so ein verkorkstes Bild von Liebe. Yo, ich philosophiere gerne über ihren Sinn und weshalb Beziehungen zum Scheitern verurteilt sind, aber wieso tu gerade ich das? Ich bin Autorin. Und ich schreibe Romane und Gedichte, die sich intensiv mit dem Thema Liebe auseinandersetzen. Dennoch schaffe ich es nie, eine Beziehung zu führen, weil ich gerne manipuliert wurde, mich in etwas gestürzt habe, ohne Gefühle zu haben oder mir einige Dinge absolut nicht gepasst haben. Ich bin schon viele Kompromisse eingegangen, doch wenn eine Beziehung ein einziger, großer Kompromiss ist, dann hat sie keinen Sinn.  Überhaupt wird heutzutage zu sehr nur auf das Äußere geachtet. Es ist nicht so, als sei ich hässlich, Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber man sitzt da vor den Datingapps und kann nur wischen. Wischen, nach rechts oder links, ob einem die Person zusagt. Vom Äußeren. Ich bin da eher so ein Mensch, der auf die Profile klickt und die Grundaussagen, die gegeben sind, betrachtet und dabei immer wieder feststellen muss, dass es so traurig ist, wie viele 14-18-jährige bereits rauchen.  Ich denke mir also, Person XY sähe nett aus, dann gibt es jedoch die vier unterschiedlichen Fälle, die mir sofort sagen, dass ich es einfach lassen sollte. Fall 1: Die Person fängt an, mir zu erzählen, dass „Shishabar“ zu ihren Hobbys zählen würde. Soll ich es noch weiter ausformulieren? Solche Menschen beschreiben?  Sie ist vierzehn Jahre alt, raucht, geht feiern und trinkt viel Alkohol, da frage ich mich, wie sie in Shishabars oder Clubs überhaupt hineinkommt.  Fall 2: Die Person ist NUR auf Sex aus. Sex ist super, ohne Frage. Aber wenn ich davon rede oder angegeben habe, dass mich Liebe interessiert und die Person mich am besten noch von einem Dreier mit einem Typen überzeugen will, dann könnte ich weinen. Das liegt nicht in meinem Interesse. Ich hab der dann wahrscheinlich schon zwölftausend Mal gesagt, dass ich lesbisch bin, as straight as a circle. Denkt doch nach.  Nicht besser finde ich es allerdings, wenn die Person asexuell ist. Ist ihre Sache, aber damit hatte ich leider viel zu viel Erfahrung, solche Menschen kann ich nicht daten.  Fall 3: Die Person flirtet mit mir, ist aber suspekt und hat ein Bild drin. Ein einziges. Wie oft stoße ich so auf Fakes? Öfter, als ich dachte. Leider.  Fall 4: Abkürzungen, Smalltalk und der ganze Scheiß. Ich will keine „gm“-Nachricht, nachdem „wmds“ oder „wg“ gefragt wurde. Ich find‘ den Scheiß auf Englisch ganz in Ordnung, aber doch nicht die ganze Zeit auf Deutsch.</p>
<p>Ich habe mich lang genug mit solchen Menschen herumgeschlagen, aber es gibt Dinge, die ich ebenso nicht in Ordnung finde.  Man zieht sich in einer Beziehung nicht gegenseitig runter. Man kann zusammen kämpfen, aber wenn der andere gerade nichts mit negativen Dingen zu tun haben möchte, da er selbst am Recovern ist, dann geht man damit nicht zum Partner. Das ist für mich normal. Man sollte NIEMALS seine Freunde in einer Beziehung vernachlässigen. Meine beste Freundin steht über allem, meine anderen Freunde und der Partner stehen auf derselben Ebene. Wer anderen Kontakte, Hobbys oder seinen Kleidungsstil verbietet, der gehört nicht in mein Leben, nicht als Partnerin.  Wenn man sich freizügiger anzieht, viele Freunde hat oder zum Beispiel Pole Dance macht, dann sollte man Vertrauen haben. Das sagt doch nicht aus, dass die Person super gern fremdgeht. Viele haben dieses Selbstbewusstsein nicht einmal!</p>
<p>„Wenn du eine Beziehung willst, dann versuche es doch außerhalb des Internets, Maddy!“ No shit, Sherlock. Heteros haben es da so viel leichter. Ich flirte doch kein Mädel an, damit sie mir dann ihren Freund vorstellt. Auf meiner Stirn steht nicht „unbelehrbar lesbisch“ oder so.  Wobei, auf meinem Laptop schon und den habe ich immer dabei. Kann ich ja unauffällig einem schönen Mädchen ins Gesicht klatschen.  Nein, Spaß beiseite. Ich gehe nicht feiern, weil ich ein Problem mit Alkohol und soziale Ängste habe. Ja, ich singe in einer Band und mache Poetry Slam, aber das ist mit Panikattacken verbunden. Ich möchte mich von Dingen, die ich liebe, aufgrund von psychischen Krankheiten nicht distanzieren. Aber ich schaffe es nicht, im realen Leben jemanden kennenzulernen, zumindest nicht, was das Dating angeht.  Und selbst da ist die Chance noch höher, dass meine Erwartungen nicht erfüllt werden. Oder die wichtigsten zumindest.  Um ein wenig mehr zu erzählen, bin ich mal ehrlich. Ich wurde mal angegriffen, als ich ehrliche Dinge in eine Beschreibung auf Lovoo gepackt habe, doch das hält mich nicht ab. Man sollte nicht von einer gespielten Version von mir zusammen sein, das hatte ich oft genug.</p>
<p>Du solltest weiblich sein und eine Vagina besitzen. Manchen reicht das. Jedoch schließt das bei mir aus, dass ich mit Nonbinaries oder Transfrauen zusammen sein kann, wenn die Transition nicht vollständig erfolgt ist.  Auf den ersten Blick sieht man nur das Äußere, aber das ist mir fast schon egal. Ich habe keinen Typ, ich mag kurze Haare, lange Haare, mittellange Haare, stehe ja auf jegliche Art von Färbung, sei es Natur oder wild und bunt, ich mag Piercings, ich mag Tattoos. Ich mag jegliche Art von Figur an Frauen, persönliche Präferenz liegt da zwischen Normalgewicht und etwas molligeren Frauen. Ich mag es, wenn sie atmen kann. Sowas in der Art. Das soll nur aussagen, dass mir das Aussehen schlussendlich egal ist, solange sie gepflegt ist und gut riecht. Da kann sie auch super schlank oder adipös sein, es ist der Charakter, der zählt. Ich will doch niemandem, der meiner Meinung nach etwas hübscher ist, mit dem ich es aber keine drei Wochen aushalte.  Also, wenn du nur rauchst, säufst, den ganzen Tag nichts machst außer Serien gucken und dann abends feiern gehst oder Drogen nimmst, dann gehörst du nicht in mein Leben.  Wenn du ab und an trinkst, dann würde ich mir von dir wünschen, dass du es akzeptierst, dass ich es nicht tu. Man kann mich nicht auf Partys mitnehmen, wenn man nicht auf mich aufpasst. Ich kann extrovertiert sein, aber da kommt die panische, introvertierte Seite in mir heraus.  Wenn du Serien großartig findest, nur zu, aber bitte erwarte nicht von mir, dass ich mitschaue. Ich bin ein eher aktiver Mensch und würde mich dabei nur langweilen. Lesen ist da etwas anderes. Es wäre mein größter Wunsch, wenn Lesen und Literatur deine Schwäche wären, da sich mein kleines Autorenherz dann freuen und jubelnd in die Luft hüpfen würde, doch wenn es das nicht ist, dass du dich dennoch für meine Werke interessieren würdest. Für mich geht das Schreiben über alles und aufgrund dessen kann niemand mein Partner sein, der es nicht akzeptiert, sich für meine Prosa und Lyrik interessiert und unterstützt.</p>
<p>Ich brauche Auszeiten. Ich brauche Zeit in der Natur, Zeit zum Schreiben, Zeit für mich. Zeit, in der ich mit niemandem kommuniziere. Ich brauche Abstand. Von jedem. Ich hoffe, du verstehst, dass ich das dann nie persönlich gegen dich richten würde. Ich meine, wenn du Fußball oder Baseball oder Hockey spielen würdest, würde ich dasselbe tun, mich damit befassen, zu deinen Spielen gehen, akzeptieren, wenn wir uns mal weniger sehen können, weil du Training hast.  Eine Leidenschaft sollte von niemandem zunichte gemacht werden. Wenn ich dich liebe, liebe ich alle Facetten an dir. Es wäre mein Traum, mit jemandem zusammen zu sein, der selber malt oder sich mit Kunst befasst, zeichnet oder sonst was, jedoch würde es mir reichen, wenn du irgendetwas aktiv machen würdest. Einen Traum, eine Leidenschaft hast. Weißt, was du willst. Es ist mir egal, ob du eher extrovertiert oder introvertiert bist, es stecken beide Seiten in mir.</p>
<p>Es wäre super, wenn du nicht nur zuhause auf dem Sofa liegst. Ob deine Leidenschaft jetzt Fotografie, Ballett oder Fußball ist, das ist mir gleich. Jeder sollte etwas haben, was ihn im Leben antreibt, wie es das Schreiben auch bei mir tut. Generell sollten sich unsere Interessen und besonders der Musikgeschmack mehr oder weniger abdecken.  Ich höre Metalcore, Hard Rock, Pop Punk und Alternative, jedoch auch Acoustic und einfach softe Musik, wenn sie sich z.B mit LGBT-Themen befasst.  Es gibt Momente, in denen ich beim Radio lachend mitsinge und tanze, jedoch mag ich Radiomusik eher weniger und Deutschrap ist für mich zu 80 Prozent keine Musik. Wenn du zu 187 oder diesem „BabeBabe“-Zeug oder Shindy, Bushido usw. abgehst, dann möchte ich dich wohlmöglich nicht einmal in meinem engeren Freundeskreis.  Die Texte in der Musik bedeuten mir mehr als das Genre und wir können uns gegenseitig Musik zeigen, allerdings schließe ich so etwas da aus. Ich stehe auch absolut mehr auf Klassik als auf Oldies oder Schlager. Mal so als kleinen Überblick. Ich gehe auf Konzerte, jedoch nicht auf Festivals, die länger als einen Tag dauern.  Ich würde gerne mal zu einem gehen, aber die Sozialphobie, Hygieneprobleme und einiges mehr halten mich aktiv davon ab.</p>
<p>Ich würde es mögen, wenn du mit mir Schwimmen, Klettern oder Wandern gehen würdest. Ich liebe die Höhe und die Berge, ich liebe es, Ski zu fahren, Wasserski, ich möchte mehr Volleyball spielen und komme aus einer Sportlerfamilie, es wäre cool, wenn du solche Sachen mit mir tun könntest, wenn wir gemeinsam sowas unternehmen könnten. Da habe ich nichts gegen Kompromisse. Wenn du Höhenangst hast, klettere ich eben allein und du zeigst mir stattdessen etwas von deinen Hobbys. Manchmal bin ich diese typische Klischeefrau. Shopping und Make Up und Kleidung – ein Traum. Du solltest damit zumindest klarkommen, zumindest damit, dass ich teilweise sehr viel Make Up benutze. Bei dir ist mir das völlig gleich. Wie gesagt, äußerlich habe ich keinen Typ. Große Brüste, kleine Brüste – mir egal, hab nur selber ziemlich wenig Holz vor der Hütte und es wäre schade, wenn dich das davon abhalten würde, mich kennenzulernen. Brüste sind nicht alles, auch wenn ich sie echt toll finde. Aber ich denke, da bin ich nicht allein.  Ich habe Narben an meinem Körper. Du solltest damit kein Problem haben oder darüber herziehen, ich habe mir keine psychische Krankheit ausgesucht, ich werde sie nicht wegmachen lassen, wenn du eine krumme Nase hättest, dann würde ich dich auch nicht dazu bringen, weil es zu dir gehört und ich das nicht schlimm finde. Ich habe Emetophobie. Wenn dir das nichts sagt, würde ich es jetzt googlen und dich damit beschäftigen. Die Angst ist so groß, dass ich sie nicht einmal hier beschreiben kann und du solltest wissen, dass sie mich sehr einschränkt, auch in Bereichen wie Reisen und so weiter. Essen ist manchmal sehr schwer.</p>
<p>Du müsstest auf viele Fragen vorbereitet sein und nicht deswegen immer genervt die Augen verdrehen. Ich habe Panikattacken und Hygieneprobleme, also muss bei mir alles immer super hygienisch sein und es kann sein, dass ich dich wegen einer Erkältung meiden muss, weil ich eine große Angst vor jeglichen Krankheiten habe. Ich habe eine schwerere Vergangenheit, die ich nicht an dir auslassen werde, aber dir sollte bewusst sein, dass ich auch mal Tiefphasen habe und aufgrund gewisser Faktoren keine Übernachtungen bei mir oder woanders zulassen kann. Wenn ich dich dann bei mir übernachten lassen sollte, kann es sein, dass wir in getrennten Betten schlafen müssen, weil gewisse Zwänge es nicht anders zulassen. Dennoch bin ich kein extrem anhänglicher Mensch, was Beziehungen angeht und ich lasse meine Probleme nicht am Partner aus.  Das heißt trotzdem nicht, dass ich keine Liebe zeige. Ich tue viel, für den Menschen, den ich liebe, bin aber auch keine Klette. Ein gewisses Mittelding ist da wohl ganz nett. Ich mag es, wenn Menschen individuell sind, wenn ich in einer Menschenmasse erkennen kann – hey, das ist meine, die liebe ich über alles und die kriegt jetzt auch kein anderer oder keine andere. Sei die beste Version von dir selbst.  Ich bin in einem LGBT Jugendzentrum und auf CSDs dabei, ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner besten Freundin, die ich nicht vernachlässigen werde und möchte.  Ich habe eine Routine, du kannst dennoch sehr gerne zum Beispiel zu Auftritten mitkommen oder ins Jugendzentrum oder meine Freunde kennenlernen, whatever. Wir sollten ein gesundes Nähe-Distanz-Verhältnis haben. Außerdem ist es mir egal, was für eine Entfernung zwischen uns liegt. Das können 10 Kilometer, aber auch 400 sein. Letztendlich ist es die Liebe, die zählt und Liebe überwindet Distanzen.</p>
<p>Wir sollten ein Team sein, unterschiedlich, aber dennoch mit Gemeinsamkeiten. Wir sollten zusammenhalten. Ich möchte deine Welt kennenlernen, wie du bist, dass du dich nicht verstellst und dass wir zusammen einen guten Weg gehen. Es wäre super, wenn du kein Problem mit Fotos hast. Du musst nicht aktiv auf Social Media sein, ich bin es auch nur auf Instagram, weil ich da meine Community habe, wo ich auch gerne Werbung mache oder einfach mein Leben teile. Es ist für mich keine Pflicht, aber du solltest schon mindestens das Fachabitur haben oder Abi oder eine vernünftige Ausbildung mit gutem Realschulabschluss. Schule sagt nicht immer unbedingt was über Intelligenz aus, aber ich möchte auch nicht mit jemandem zusammen sein, der strohdoof ist. Ich denke nicht, dass eine Beziehung Regeln hat (klar, Treue und Vertrauen und so weiter), aber ich denke, wir können das zusammen gut aufbauen, auf unsere Art und Weise. Ich bin nicht so der Familienmensch und will auch keine Kinder, könnte es mir aber vorstellen, vielleicht mal zu heiraten, wenn wir schon so weit in die Zukunft gehen. Ich habe in zwei Jahren mein Abitur, dann studiere ich vermutlich Germanistik, Philosophie und Literaturwissenschaften und lebe mein Leben so, wie ich es eben beschrieben habe.</p>
<p>Ja, das bin ich. Maddy, 16, single, lesbisch und verzweifelt.  Gerade finde ich es ganz angenehm, allein zu sein, aber vielleicht ändert sich das. Aber an der Situation wird sich nichts ändern, da ich das Gefühl habe, ein Mädchen wie sie, die ich beschrieben habe, ist in der heutigen Welt wohl ziemlich selten. Auf diesen blöden Datingapps kann man ja fast nie jemanden finden.  Jemanden wie dich bestimmt nicht. Vielleicht war ich auch zu ehrlich, aber jetzt hat man ein Bild von mir, ohne überhaupt einmal mit mir gesprochen zu haben. Chatgespräche können auch leichter missinterpretiert werden. Ich werde innerhalb der nächsten zwei Jahre ausziehen und mir zwei Katzen zulegen, die ich als Liebe meines Lebens bezeichnen werde und auf die Namen Caro und Diana taufen kann und ja, hinter beiden Namen steckt eine Geschichte. Wenn du dennoch existieren solltest, dann kannst du dich gerne melden. Irgendwo wirst du schon sein. Währenddessen werde ich mich weiter mit den merkwürdigsten Menschen herumschlagen, aber die Hoffnung, irgendwann auf dich zu treffen, die gibt mir Kraft und zwischenzeitlich kann ich weiter an der dramatischsten Liebesgeschichten schreiben, Gedichte und Poetry Slams an dich verfassen, die du irgendwann zu hören bekommst.  Und dann bist du mein Mädchen und wir kämpfen zusammen.  Denn diese Gesellschaft regt mich auf. Aber noch ist sie nicht verloren und wir können sie retten, wir können uns gegenseitig retten, denn Liebe kann die Welt verändern.  Du wirst meine Welt verändern.  In Liebe, deine zukünftige Ehefrau.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hier seht ihr ein <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/05/maddy-cas-im-interview/" target="_blank" rel="noopener"><strong>sehr ehrliches Video</strong></a> von Maddy. Zusammen mit ihrer*ihrem Ex-Partner*in Cas.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier eine <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/gelaende18-geld-oder-liebe/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Umfrage vom #gelände18</strong></a>, in der wir die Jugendlichen gefragt haben ob ihnen Geld oder Liebe wichtiger ist.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Immer bei Sturmtief</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/07/immer-bei-sturmtief/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Dominik]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Jul 2018 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Dominik hat die besondere Gabe, mit seiner Sprache große Emotionen nachfühlbar zu machen, bis es weh tut. So auch in seinem neuen Text über eine Liebe, die auf seiner Seite so groß war, dass sie ihn durch halb Europa trieb – nur, um dann zu erfahren, dass er in diesem Fall der Einzige war, der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dominik hat die besondere Gabe, mit seiner Sprache große Emotionen nachfühlbar zu machen, bis es weh tut. So auch in seinem neuen Text über eine Liebe, die auf seiner Seite so groß war, dass sie ihn durch halb Europa trieb – nur, um dann zu erfahren, dass er in diesem Fall der Einzige war, der so liebte&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-10716"></span></p>
<p>Gute betrunkene Gespräche leben ja zu einem nicht unwesentlichen Teil von Umkreisungen, Wiederholungen und Auslassungen. Als mir dieser Typ mit dem total ironischen Schlapphut aber mittlerweile bestimmt zum fünften Mal erzählte, dass hier gestern jemand einen Barhocker in der Toilette runterspülen wollte, war mir das dann doch irgendwie zu viel und ich stolperte über die Balkonschwelle zurück nach drinnen. Es war definitiv einer der Abende, von denen man nichts erwartet und dann kolossal enttäuscht wird, weil Abende, von denen man nichts erwartet ja sehr oft sehr gut werden.</p>
<p>Ich setzte mich in einen alten Kinosessel und hörte den Gesprächen der anderen zu, die meiner Meinung nach vollkommen geisteskrank waren. Da standen zum Beispiel zwei jungen Frauen und unterhielten sich über ihre Tattoos:</p>
<p>Und was steht da auf deinem Arm?<br />
Ha?<br />
Auf deinem Arm, was da steht?<br />
&#8222;Agité&#8220;<br />
Okey – was heißt das?<br />
&#8222;Rastlos&#8220;<br />
Ist das so?<br />
Nee, ist einfach nur eine lange Geschichte. Eine lange, lahme Geschichte.</p>
<p>Ich halte sowas für vollkommen irre. Ein anderes Gespräch drehte sich darum, dass Karl verschiedene weibliche Promis nicht auseinanderhalten könne. Namentlich:</p>
<p>Yvonne Catterfeld und Jeanette Biedermann,<br />
Maybrit Illner und Sandra Maischberger,<br />
Natalie Portman und Keira Knightley.</p>
<p>Doch dann, als hätte das Knarze meines Kinostuhls, wenn man aufstehen und gehen will sie gerufen, saß da die Rettung in Form eines Mädchens neben mir, die so unscheinbar schön war, dass man kurz überprüft, ob man sich auch nichts über das Shirt gekippt hat. Sie wirkte wacher als der mäßig gebildete, etwas traurige, ohne besondere Hobbys versehene Rest der Veranstaltung, der da an seinem Craft-Bier nippte und Sachen sagten wie „Aber das kannst du auch eigentlich alles in meinem Blog nachlesen“. Solche verstörenden Sachen eben. Im Gegensatz zu allen anderen konnte ich mir bei ihr vorstellen, wie sie eine Münze in eine Parkuhr wirft oder reagieren, wenn ihr eine Gurkenscheibe seitlich aus einem sehr großen Bürger rutscht. Für mich ist es eben wichtig, dass ich mir sowas vorstellen kann. Bei Emilia ging das und zwar ohne Probleme.</p>
<p>Dass sie Emilia hieß, wusste ich übrigens, weil es auf einem Post-it auf ihrer Stirn klebte. Ihr Einfaltspinsel von bestem Freund hatte es nämlich anscheinend für geistreich gehalten, bei „Wer bin ich?“ ihren eigenen Namen zu nehmen. Ich sage da einfach nichts dazu. Wir begannen uns jedenfalls zu unterhalten, vieles habe ich mittlerweile vergessen, eine Sache weiß ich aber noch als wären all das vor drei Wochen passiert. Emilia erzählte, dass sie als kleines Kind immer den Zahnpastaschaum heruntergeschluckt hatte, woraufhin ich mir sehr stark lachend einen solchen Schluckauf einfing, dass ich ihn den ganzen Abend über nicht mehr los bekam.</p>
<p>Irgendwann gingen wir hicksend nach Hause, jeder in seines, aber mit dem Gefühl, das vielleicht bald mal ändern zu können.</p>
<p>Alles was dann kam, haben Menschen schon wesentlich besser aufgeschrieben als ich es hier tun könnte. Schöne Gefühle, gute Gespräche, und die erneute Erkenntnis, dass man vollkommen vergessen hat, wie schön menschliche Nähe ist. Wie unglaublich warm ein fremder Körper sein kann und dass eine Umarmung von hinten einen vermutlich eher zu retten in der Lage ist als vieles andere, das man sonst als so wichtig einschätzt. Wir sind wie Reptilien. Wärme oder Stillstand.</p>
<p>Alles begann erst schlechter zu werden, als sich Emilias Ex-Freund durch nächtliche Anrufe und die richtigen Nachrichten zu falschen Zeit wieder in ihr Leben bohrte. Mit submariner Beharrlichkeit sorgte er dafür, dass sie ihn nicht vergaß und wenn man ihr nach dem Aufleuchten des Handbildschirms ins Gesicht sah, meinte man ein Stück Blei durch Honig fallen zu sehen. Langsam senkte sich alles nach unten, langsam wurde alles schwer, langsam wurde sie immer trauriger.</p>
<p>Das zog sich über ein Jahr.</p>
<p>Ich kannte diesen Ex-Freund nicht persönlich, doch wollte endlich etwas machen und nun ist es bei mir eben so, dass mir gerade dann die besten Ideen kommen, wenn ich Dinge tue, die an sich in keiner Weise inspirierend sind. Aus diesem Grund habe ich auch die BUNTE abonniert, einfach deshalb, weil es einmal in der Woche für das Nervensystem extrem heilsam sein kann, Sätze wie &#8222;Ich bin fremdgegangen – soll ich beichten?&#8220; zu lesen.</p>
<p>Die Idee, die mir kurz nach der Überschrift „Lage außer Kontrolle. Der Rosenkrieg wird immer schmutziger!“ kam, um Emilia auf andere und im besten Fall bessere Gedanken zu bringen, war folgende: Sie würde am kommenden Wochenende mit dem Zug nach Paris zu ihrer Mutter und ihrem Stiefvater fahren. Wäre es da nicht großartig, wenn ich ihr kurz vor der Ankunft in Paris eine Nachricht schicken würde, dass ich auch gleich da wäre? Ich legte die Zeitung auf den Beistelltisch und richtete mich auf. Dass wir uns gemeinsam durch den abendlichen Bahnhof zum Parkplatz drängen und zusammen zu ihren Eltern fahren könnten? Dass ihre Mutter schon Bescheid wisse und zudem eine kleine Überraschungsfeier geplant hatte, dass alle da sein würden, essend und lachend? Ja dachte ich, das wäre großartig und sah einen aus dem Leim gegangenen B-Promi an, der volltrunken aus einer Bar stolperte.</p>
<p>Und dann war es soweit: Ich saß im Zug, tippte die Nachricht und sendete sie um kurz vor acht los. Mein Herz rumpelte wie ein Mixer mit zu harten Früchten darin. Alles war genau richtig, die Lichter der Stadt sahen nicht aus wie Glühwürmchen oder verschollene Träume, sondern einfach wie die Lichter einer Stadt. Vor mir stand ein lauwarmer Kaffee und ich freute mich so sehr, gleich dieses Gesicht sehen zu können. Der Ausstieg war in Fahrtrichtung links. Nur Emilia meldete sich nicht.</p>
<p>Kein Lebenszeichen, keine Erwiderung dieser ganz offensichtlichen Liebesbeweises, kein „Bist du verrückt?! Bis gleich du Spinner [lustiger Smiley]“, „Warum machst du sowas? Ich mag keine Überraschungen, das weißt du [kein Smiley]!“ oder „Ich wollte ein Wochenende nur mit meinen Eltern verbringen. Du erdrückst mich! [böser Smiley]“. Nichts.</p>
<p>Wie sich herausstellte war meine Meldung nicht die wichtigste gewesen, die auf ihrem Telefon aufgeleuchtet war. Auch ihr Ex-Freund hatte ihr geschrieben. Sein Text hatte weniger Worte, war in seiner Aussage klarer und für sie anscheinend auch relevanter. „Ich habe Krebs [kein Smiley]“ wehte es sie da vom Bildschirm an.</p>
<p>Als ich den Grund erfahren habe, warum Emilia sich nicht gemeldet, sie meinen Text zunächst nicht einmal gelesen hatte, spürte ich wie die Botenstoffe in meinem Hirn ihren Dienst als Kellner quittierten und die Tabletts mit voller Wucht gegen meine Schädelwände warfen. Sie rief mich an und sagte vollkommen zerfetzte Dinge. Ich glaube, dass ich lange nicht geantwortet habe und mich dann sowas sagen hörte wie „So schlimm kann es nicht sein, wenn es ein Tier im Wasser gibt, das so heißt, oder?“ So eine geisteskranke Scheiße eben.</p>
<p>Als ich auflegte, hatte ich ein seltsames Gefühl. Mir war klar, dass das mit Emilia vorbei sein würde und wichtiger noch, dass es gerade jemanden gab, für den vermutlich weitaus größere Dinge bald vorbei sein könnten, doch ich fühlte nicht wirklich etwas. Begriff nur, dass die großen Veränderungen sich zunächst nie wie solche anfühlen. Das Problem ist nie ein Sturm, denn bei einem Sturm weißt du, dass es dir deine Existenz unterm Arsch wegblasen wirst. Das Problem ist ein unerwarteter Windstoß, den du nicht erwartest, der dir aber die unterste Karte aus deinem Haus pustet und alles zum Einsturz bringt.</p>
<p>Emilia fuhr also nicht nach Paris zu ihrer Mutter, sondern nach Marseille zu ihm und es musste, das habe ich mir im Nachhinein überlegt, an diesem Abend einen Moment gegeben haben, an dem unsere Züge aneinander vorbeigefahren sind und wir nicht mehr als 12 Meter auseinander waren. Man hätte bestimmt auch überlegen können, wann genau das war, dafür fehlte mir aber beim besten Willen die Kraft. Dieses Zeug hält doch hinterher keiner mehr aus, oder?</p>
<p>Und so saß ich dann also zusammen mit Emilias Mutter, den 21 anderen Gästen und meinem hervorragenden Französisch an einem üppig gedeckten Tisch und hatte absolut keinen Appetit. „Du Champ-“, er hickste „-pagne“ fragte Pierre, ein rundlicher Mann mit einer Flasche in der Hand. „No merci“ sagte ich und musste an ein umgedrehtes Pissoir denken. „No merci“ war überhaupt der Satz der Stunde, „Verschon mich doch einfach“, der zugehörige und alles umkreisende Gedanke.</p>
<p>Als ich am nächsten Morgen aufwachte, merkte ich, dass sich etwas verändert hatte. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Nebel im Kopf. Außerdem erkannte mein Handy meinen Fingerabdruck nicht mehr, ganz so, als hätte mich all das gestern so verändert, dass ich nicht mehr derselbe Mensch war. Als hätte all das gestern DNA zerschossen.</p>
<p>Das ist jetzt fünf Jahre her und was soll ich sagen:</p>
<p><strong>Er hat den Krebs besiegt und Emilia lebt bei ihm. Ihr Kind hat mittlerweile die Größe eines Rollkoffers, alle Finger und kann „Bonjour“ sagen. </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier gibt es einen weitere Liebesgeschichte für euch, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/09/die-unendliche-geschichte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>diesmal von Nev</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier könnt ihr Dominik <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/der-schweigefuchs/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf der Bühne</strong></a> sehen.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ehrenkultur</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/ehrenkultur-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jun 2018 07:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Während eines langersehnten Familientreffes erfährt Memo, dass seine Cousine bald heiraten wird. Zwar kenne sie ihren zukünftigen Ehemann noch nicht, die beiden seien einander aber bereits seit ihrer Geburt versprochen. Dieser Text aus dem Buch „Aus Angst wächst Mut“ beschreibt eindrucksvoll die Zerrissenheit zwischen Familie, Tradition und dem Wunsch, das eigene Leben frei zu gestalten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während eines langersehnten Familientreffes erfährt Memo, dass seine Cousine bald heiraten wird. Zwar kenne sie ihren zukünftigen Ehemann noch nicht, die beiden seien einander aber bereits seit ihrer Geburt versprochen. Dieser Text aus dem Buch „Aus Angst wächst Mut“ beschreibt eindrucksvoll die Zerrissenheit zwischen Familie, Tradition und dem Wunsch, das eigene Leben frei zu gestalten.</strong></p>
<p><span id="more-10696"></span></p>
<p>Ich saß im Wohnzimmer und schaute zum Fernseher. Es lief eine berühmte arabische Comedy Serie. Sie handelte von einer wohlhabenden Familie in Kairo, die mit den alltagsüblichen Problemen der Gesellschaft zurechtkommen muss. Die eher modernen Kinder beschäftigten sich mit den für die Altersklasse typischen Problemen von Teenagern. Die Eltern konnten dafür wenig Verständnis aufbringen, da ihre Generation mit anderen Themen zu kämpfen hatte. Der Humor der Serie basierte eigentlich darauf, dass die sozial-gesellschaftlichen Probleme der Familie übertrieben oder ironisch dargestellt wurden. Es war keine Serie, die für mich wirklich einen hohen Unterhaltungswert hatte, ich war vielmehr von einem sehr bekannten Phänomen betroffen, das wir heute hinlänglich als Langeweile kennen.</p>
<p>An sich fehlte mir nur etwas Geborgenheit. Nicht die Geborgenheit, an die man denken würde, wenn man sich alleine gelassen fühlt. Es war vielmehr die Wärme, die man verspürt, wenn das eigene Heim mit Leuten gefüllt ist, die man liebt und mit denen man groß geworden ist. Ich wusste aber schon zu dem Zeitpunkt, dass wir Besuch von meinem Onkel bekommen würden. Meine Vorfreude war daher groß. Dieser Mann war derjenige, dessen Humor jegliche Vorstellungskraft überstieg. Es war dieses Zusammenspiel von Gesten und Sprüchen, die meinen Onkel sympathisch und im gleichen Maße charmant wirken ließen. Ja, es war wohl tatsächlich diese Geborgenheit, nach der ich mich sehnte.</p>
<p>Genau in diesem Moment klingelte es an der Tür und meine lang ersehnte Familie traf ein. Ich konnte mich noch daran erinnern, als wir noch Kinder waren, wie meine Cousine und ich von meinem Onkel stetig herumgetragen wurden und wir zusammen mit ihm zu dem Spielplatz gingen. Die Freude, die ich in diesem Augenblick in meinem Herzen spürte, fühlte sich genauso an, wie die, die ich als Kind verspürte. Wie bei meiner Familie üblich, standen schon Berge von Essen bereit, die meine Mutter in einer erschreckenden Hektik zubereitet hatte. Nachdem wir uns das leckere Mahl zugute kommen ließen, gingen wir wie gewohnt ins Wohnzimmer und unterhielten uns bei einem Tee.</p>
<p>Die Wärme der Familie verteilte sich über den ganzen Raum und war für alle spürbar. Ich fühlte mich geborgen und sicher. Es war eine innere Zufriedenheit, die mir die Kraft gab, mich jedem Problem zu stellen. Selbst meine ältere Cousine war da. Sie war hübscher geworden, leicht verändert hatte sie sich, das musste man gestehen. Als Kinder haben wir uns erbitterte Kämpfe geliefert. Sie war so taff wie schon als Kind und man merkte, dass sie genau denselben Humor wie den ihres Vaters hatte. Es war eine Fülle an Themen, über die wir sprachen, einige waren wichtig, andere dienten einfach nur der Unterhaltung.</p>
<p>Plötzlich hörte ich meinen Onkel mit einer übermütigen Stimme sagen, dass meine Cousine heiraten werde. Ich registrierte seine Worte und begann nachzurechnen, wie alt sie mittlerweile sein musste. Sie kann höchstens 17 Jahre alt sein, dachte ich. Ihr zukünftiger Verlobter sei 23 Jahre alt, hörte ich ihn sagen. In mir baute sich eine leichte Spannung auf. Mir war nicht klar, ob diese Ehe auch eine gewollte Ehe war. Meine Neugier wuchs. Mein Onkel fügte in einem Nebensatz hinzu, dass weder der Verlobte meine Cousine kennen würde, noch kenne sie ihn. Er sei der Sohn eines guten Freundes, fügte er hinzu. Sie waren schon seit Tag eins einander versprochen. Misstrauen machte sich bei mir breit. Ich fühlte mich genötigt, etwas sagen zu müssen. Mir war nicht bewusst, ob dieser Mann, der in unserem Wohnzimmer saß, derjenige war, der gutherzig jedes Vergehen meinerseits verzieh. War dieser Mann wirklich mein moralisch vorbildlicher Onkel?</p>
<p>,,Wollten sie das?“, fragte ich. Plötzlich hörte das Gelächter auf. Die Gesichter aller Beteiligten wurden ernst. Es war so, als ob ich mit meiner Frage etwas Abscheuliches und Menschenverachtendes gesagt hätte. Die Wärme verschwand aus dem Zimmer. ,,Ich habe der Familie mein Ehrenwort gegeben“, rief er. In diesem Augenblick konnte ich meine Anspannung nicht mehr unterdrücken. Ich musste einfach Gewissheit haben. ,,Ist es freiwillig?“, fragte ich ihn erneut.</p>
<p>,,Es ist das Richtige!“, rief er. ,,Wer bestimmt das?“, entgegnete ich. Die Wärme verschwand nun komplett aus dem Raum und wich einer ungeahnten Kälte. Aus Sicherheit wurde Angst. Aus Geborgenheit Ungewissheit. Mir war nicht klar, ob selbst meine Eltern zu mir halten würden. Alle hörten auf zu reden. Stille. Ihre Blicke trafen mich wie Fausthiebe, prasselten von jeder Seite auf mich ein. Gesichter mit Masken der Verwunderung, die den Beigeschmack des Zorns enthielten. ,,Es ist Tradition, unsere Tradition“, rief mein Onkel. Sie müssen sich nicht kennen? Ist das wirklich Tradition? Sind das die Normen und Gesetzte, die wir als human empfinden?</p>
<p>Ich überlegte kurz, bevor ich diesem Mann, der mein Onkel war und den ich vorher als fürsorglichen Familienmenschen kannte, die Stirn bot. ,,Wessen Tradition?“, rief ich. Erneut Stille. Ein eisiger Schleier zog sich über den Raum. Alle riefen zur selben Zeit: ,,Du bist respektlos!“ Ihre Worte fühlten sich an wie eine geballte Wand aus Abneigung und Verachtung. Alle sahen in mir eine Art Verräter, der gegen ihre Wertvorstellungen verstößt.</p>
<p>Ich wusste ab dem Moment, das ich alleine mit meiner Haltung stehen werde. Und mir war auch klar, dass meine von nahöstlicher Kultur geprägte Familie nicht die Art von rationalem Denken verspürte wie ich. Kurz darauf entgegnete mein Onkel: ,,Er wird ihre Ehre bewahren, ihren Stolz vollenden. Er wird eine richtige Frau aus ihr machen.“</p>
<p>Ehre? Stolz? Dies hatte für mich nicht mit Ehre und Stolz zu tun. Es war lediglich ein traditionelles Konzept, welches der jüngeren Generation aufgestülpt werden sollte. Ehre und Stolz, das sind subjektive Begriffe, die ich mit einem mal als lächerlich empfand. Eine Verschleierung des Systems Patriarchat. Nicht mehr. Im Endeffekt ging es um das Wort meines Onkels, das ihm wichtiger war als das Glück seiner Tochter. Ich fühlte eine tiefe Zerrissenheit. Auf der einen Seite hatte ich den Mann vor mir, der so liebevoll war und der so gut wie alles für die Familie tun würde. Aber auf der anderen Seite war mir bewusst, dass er einer anderen Generation entstammte, die vom Patriarchat geprägt war. Ich verspürte Wut. Endlose Wut, die ich nicht zurückhalten konnte.</p>
<p>Diese Begebenheit hat in mir eine wichtige Einsicht bewirkt: Ich habe keinen Drang danach, mich mein gesamtes Leben lang unterzuordnen. Ich möchte über Tabus reden können. Ich möchte als selbstständiger Mensch angesehen und gerecht behandelt werden. Ich möchte in einer Kultur leben, in der Partnerschaft, Liebe und Gleichheit selbstverständlich sind. Ohne Schuld und Schamgefühle. Eine Zwangsehe wird es für mich nicht geben. Dafür bin ich bereit zu kämpfen.<strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die HeRoes Duisburg beschäftigen sich viel mit dem Thema Ehre, hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/05/ehre/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ein tolles Video</strong></a> dazu.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es </span><a style="font-size: 1.14285rem;" href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/mein-koerper-mein-recht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>einen weiteren Text von Memo</strong></a><span style="font-size: 1.14285rem;">. Es geht um Körperlichkeit und Sexualität.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Manipulation</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/manipulation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Jun 2018 07:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Bereits die ersten zwei Texte, die Marie auf meinTestgelände veröffentlicht hat, haben uns besonders aufgrund ihrer Ehrlichkeit begeistert. In ihrem aktuellen Text geht es um Manipulation innerhalb von Beziehungen. Und dabei erzählt Marie ehrlich und detailliert wie sie selbst manipuliert wurde, aber auch wie sie selbst die Rolle der Manipulierenden eingenommen hat&#8230;  Von der Manipulierenden]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bereits die ersten zwei Texte, die Marie auf meinTestgelände veröffentlicht hat, haben uns besonders aufgrund ihrer Ehrlichkeit begeistert. In ihrem aktuellen Text geht es um Manipulation innerhalb von Beziehungen. Und dabei erzählt Marie ehrlich und detailliert wie sie selbst manipuliert wurde, aber auch wie sie selbst die Rolle der Manipulierenden eingenommen hat&#8230; </strong></p>
<p><span id="more-10658"></span></p>
<p><strong>Von der Manipulierenden zur Manipulierten</strong></p>
<p>Es war beruhigend, Kontrolle zu haben. Mir hat das Gefühl von Macht gefallen. Mit ein paar Handgriffen und Sätzen eine ganze Situation ändern zu können, zu meinem eigenen Zweck. Nur für mich, damit es mir gut geht und ich einen Blick auf alles habe. Der Fokus sollte auf mir liegen. Wenn er nicht auf mir lag, war ich beleidigt, sauer, habe ich mich emotional gerächt.   Der Manipulierende pflanzt sich wie ein Parasit in den Kopf des Schwächeren. Man wird ihn nicht los, weil man es zum Einen nicht merkt und zum Anderen das Gefühl hat, dass alles richtig läuft. Und wenn einem doch etwas auffällt, schaut man zuerst in den Spiegel und sucht den Fehler bei sich. Manipulation macht blind, Manipulation macht abhängig.  Einmal ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, als ich an einem Abend, vor vielen Jahren mit Freunden unterwegs war und einer von ihnen gefragt hat: &#8220;Und, was macht dein Freund so? Außer Stöckchen apportieren?&#8220;  Das war hart. Und wahr. Oh man, das war mir wirklich peinlich. Ich war wesentlich jünger, hatte noch kein Kind und eine andere Vorstellung einer Beziehung als jetzt.   Wenn sich zwei Menschen finden, deren Selbstbewusstsein weit voneinander entfernt ist, gibt es immer eine Person, die (auch im positiven Sinne) die Richtung vorgibt, aber ggf. auch (im negativen Sinne) Macht ausübt – und eine Person, die das akzeptieren muss, wenn sie bleiben will. Und so war es bei mir in den letzten Jahren. Das Traurige ist, dass ich die Machtausübende war. Davon möchte ich euch erzählen. Warum? Weil ich diesen Fehler eingesehen habe, ich habe es eingesehen, dass ich so war und kann offen drüber schreiben, weil ich die andere Seite auch kennengelernt habe: Die der Manipulierten.   Wenn du das machst, musst du die Konsequenzen akzeptieren  Im Nachhinein frage ich mich, warum man sich nicht einfach von mir getrennt hat. Jetzt weiß ich, wieso: Weil es MANIPULATION ist, man bemerkt es nicht. Manipulation bedeutet, etwas verdeckt in der Hand zu haben. Man täuscht, man hat Kontrolle, man lenkt und die andere Person kann gar nicht anders, als mitzugehen, weil es die Möglichkeit, ggf. gehen zu können, nicht gibt. Durch Manipulation lässt man jemanden so handeln, wie man es selbst gerne sehen möchte. In einer Beziehung macht man seinen Gegenüber durch Manipulation abhängig von sich selbst. Emotional, finanziell, materiell, psychisch, was auch immer, einfach abhängig. Man hat das Gefühl, ohne den Anderen nicht mehr leben zu können.  Inzwischen weiß ich, dass Manipulation nichts mit wahrer, ehrlicher Liebe zu tun hat. Ich habe gelernt, dass es einerseits Liebe gibt, andererseits Abhängigkeit. Es gibt beides zusammen, jedoch für den Einen mehr, als für den Anderen.  Ich habe aus Angst manipuliert. Aus Angst, verlassen zu werden. Seltsam oder? Ich habe sozusagen jemandem keine Wahl gelassen, anstatt sein eigenes Handeln zu akzeptieren. Ich habe also etwas getan, wofür man mich eigentlich hätte verlassen müssen – aus Angst, verlassen zu werden. Außerdem lag es an geringem Selbstbewusstsein. Hätte ich ausreichend Selbstbewusstsein gehabt, hätte ich das eigene Handeln meines Partners angenommen, ohne Angst zu kriegen, verlassen zu werden, nur weil die Aufmerksamkeit mal nicht ausschließlich auf mir lag. Dann kam noch Langeweile dazu. Wenn mein Partner in der Zeit, in der ich selbst nichts zu tun hatte, sein eigenes Ding gemacht hat, habe ich mich aus Langeweile – und weil ich es eben konnte – emotional &#8220;gerächt&#8220;, dafür, dass ich nicht im Mittelpunkt stand, weil mein Partner eben auch mal etwas ohne mich zu tun hatte.</p>
<p><strong> Emotionale Rache</strong></p>
<p>Diese &#8220;emotionale Rache&#8220; kann ich nicht genau beschreiben. Ich habe etwas gefühlt wie &#8220;Wenn du jetzt nicht bei mir bist, liebst du mich nicht und kannst mich mal am Arsch lecken&#8220; und musste ihm zeigen, was er eben davon hat. Zum Beispiel habe ich absichtlich mehrere Stunden nicht auf Nachrichten geantwortet, um zu demonstrieren, dass ich auch wichtige Dinge ohne ihn zu tun habe.  Wie du mir, so ich dir. Was du kannst, kann ich schon lange.  Im Nachhinein bin ich froh, dass die armen Kerle mich nicht länger ertragen mussten, so würde ich auch keine Beziehung mit mir führen wollen – oder umgekehrt eine Beziehung mit einem Mann, der mich so an der Leine führt. Im Endeffekt wurde es mit der Zeit sehr langweilig, weil mein Gegenüber keine eigene Meinung mehr hatte, die emotionale Waage bei diesem Ungleichgewicht schon ins kippen geriet, es keine Spannung mehr gab, weil ich die Fäden in der Hand hatte und mein Partner für mich gelebt hat, anstatt mit mir.  Ziemlich erbärmlich von mir, wenn ich das im Nachhinein alles Revue passieren lasse. Wie wenig habe ich an mich selbst geglaubt, an meinen eigenen Wert, dass ich keine Wahl gelassen habe, sich eigenständig – und ggf. gegen mich zu entscheiden. Wie unmenschlich.  Wie kann man denn glücklich sein, wenn es der Partner gar nicht selbst entscheiden kann, ob er glücklich ist, sondern es sein MUSS, weil er sonst emotionale bestraft wird.</p>
<p><strong>   Mutter sein oder manipulieren?   </strong></p>
<p>Seit ich ein Kind habe, hat sich einiges geändert bei mir. Die Verantwortung hat den größten Platz eingenommen, sodass ich keine Kapazität mehr habe, etwas anderes zu lenken oder zu kontrollieren. Das war wie eine Therapie.  Mein Sohn bekommt meine Aufmerksamkeit, meine Energie, ich könnte es mir nicht mehr leisten, mich so auf das Manipulieren eines Menschen zu konzentrieren. Außerdem kann ich es mir nicht leisten, meine Launen durch Situationen, die mir nicht passen, so zu versauen, wenn die Prioritäten ganz woanders liegen, nämlich auf der Entwicklung meines Kindes. Wenn man ein Kind bekommt, reift man. Das ist einfach so. Seit ich Mutter bin, habe ich ein anderes Bild einer Beziehung. Ich habe gelernt, zu akzeptieren, zu schätzen, zu respektieren. Ich habe meinen eigenen Wert erkannt und würde niemanden mehr zwingen, sich mit mir abzugeben, wenn er es nicht von selbst möchte. Ich behandle, wie ich selbst behandelt werden möchte. Kein Mensch der Welt ist perfekt, in Beziehungen tun wir alle mal Dinge, die nicht besonders nett sind, testen unbewusst Grenzen aus, kontrollieren auch mal, sind beleidigt und legen unwichtige Dinge auf die Goldwaage. Das ist ganz normal. Nur wenn genau das so überwiegt, dass es kein Gleichgewicht mehr gibt, ist es nicht mehr normal.</p>
<p><strong>Nun war ich an der Reihe  </strong></p>
<p>Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich als erfolgreich Manipulierende mal zur blinden Manipulierten werde. Das einzig Positive daran ist, dass ich mich dafür schäme, was ich mal getan habe.  Ich habe diese Abhängigkeit kennengelernt, wenn man hingestellt wird, als macht man einen riesen Fehler, den man sofort einzusehen hat, wenn man nicht drunter leiden möchte, selbst wenn man ihn vielleicht gar nicht als Fehler sieht. Nur weil man selbstständig etwas entscheidet, was der anderen Person nicht gefällt.</p>
<p>Ohne, dass es um Betrug, Unwahrheiten oder sonstige Vertrauensmissbräuche geht. Einfach alltägliche Entscheidungen. Ich war an dem Punkt, an dem ich mich selbst dafür mit Missachtung gestraft habe, mir eingeredet habe, ich sei nichts wert, weil ich immer Fehler mache, wegen denen man sauer werden musste, sich zurückzog oder mich beschimpft hat, ganz wie es in dem Moment beliebte – und für all das Argumente hatte, damit ich diese Reaktionen verstehe.</p>
<p>Wenn die Zärtlichkeit, das Liebevolle, die Aufmerksamkeit nachlässt und die Zeit, die aber genau dafür dienen sollte, dafür genutzt wird, die Liebe in den Hintergrund zu schieben, Macht auszuüben, Drohungen auszusprechen, ein schlechtes Gewissen einzureden, auf Fehler aufmerksam zu machen, zu versetzen und vertrösten, aber immer mal wieder ein wenig gibt, wird man abhängig, weil man selbst ja Liebe empfindet und sich daher über jeden Brocken, der einem ab und zu hingeworfen wird, freut, als wäre es das Tollste auf der Welt.</p>
<p><strong>Jeder Mensch mit Selbstbewusstsein manipuliert?</strong></p>
<p>Natürlich nicht. Ich habe mich selbst gefragt, wieso es Menschen gibt, die so etwas tun.  Und dann bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass manipulierende Menschen in der Vergangenheit vielleicht einen Verlust erlebt haben könnten.  Dass etwas passiert ist, was sie nicht mehr unter Kontrolle hatten, etwas hinnehmen mussten, was nicht zu ändern war. Ein Verlust, eine Trennung, einfach etwas, wo sie kein Mitspracherecht hatten und etwas Schmerzhaftes akzeptieren mussten, was sie so nicht noch einmal erleben möchten. Das kann dann zur Folge haben, dass man einen Menschen so einengt, kontrolliert und manipuliert, damit derjenige nicht auf die Idee kommt, einen zu verlassen, oder die Chance hat, einen anderen Weg einzuschlagen. Wenn man manipuliert, ist man meiner Meinung nach eigentlich sehr, sehr ängstlich und hatte schon mal selbst das Gefühl, abgelehnt worden zu sein. In meinem Fall war es eine prägende Beziehungstrennung vor einigen Jahren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong> </strong>Alle Texte von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Wie schön Liebe und Beziehung sein können, schreibt Nev <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/beziehungsweise/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in diesem Text</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Familie</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/familie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jun 2018 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute haben wir einen neuen Text von Dennis Seidel für euch. Dennis ist unter anderem bei unserer Redaktionsgruppe Story-Teller aktiv und hat sich diesmal mit dem Thema Familie beschäftigt. Das Konzept „Vater-Mutter-Kind“ hält er nämlich für ziemlich überholt &#8211; und außerdem erzählt er aus seiner eigenen Familiengeschichte. Wenn eine Frau und ein Mann zusammen sind]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute haben wir einen neuen Text von Dennis Seidel für euch. Dennis ist unter anderem bei unserer Redaktionsgruppe Story-Teller aktiv und hat sich diesmal mit dem Thema Familie beschäftigt. Das Konzept „Vater-Mutter-Kind“ hält er nämlich für ziemlich überholt &#8211; und außerdem erzählt er aus seiner eigenen Familiengeschichte.</strong><span id="more-10654"></span></p>
<p>Wenn eine Frau und ein Mann zusammen sind und Kinder haben sind sie eine Familie. Es gibt auch schwule und lesbische Paare die Eltern werden können und Kinder haben. Manche wundern sich dann.</p>
<p>In manchen Familien gibt es auch Haustiere wie Katzen, Hunde, Meerschweinchen, Vögel, Hamster, Kaninchen oder Fische.</p>
<p>In manchen Familien geht es sehr rasant zu besonders wenn es sehr schwierige Kinder oder Elternteile gibt.</p>
<p>In meiner Familie zum Beispiel war es früher sehr schlimm, mein Vater hat meine Mutter immer geschlagen und rumgebrüllt, aber sie haben sich auch sehr lieb gehabt. Ich habe meistens bemerkt, dass es zwischen den beiden nicht so harmonisch war.</p>
<p>Jetzt ist meine Mutter mit meinem Stiefvater Bernd zusammen, sie haben sogar einen Hund, einen großen Golden-Retriever-Berner-Sennenhund-Mischling namens Argus. Mein Bruder Kevin und seine Freundin Vanessa haben auch einen kleinen Hund, einen schwarzen Mops namens Leo. Für mich ist meine Familie sehr wichtig.</p>
<p>Zu meiner Mutter habe ich noch sehr guten Kontakt. Der Kontakt zu meinem Vater ist leider abgebrochen.</p>
<p>Ich habe schon damals als kleiner Junge mit Puppen statt mit Fußbällen gespielt und habe mich auch wie ein Mädchen gefühlt. Meine Eltern haben schon damals gewusst, dass in mir etwas besonderes stecken tut. Meine Eltern waren ganz &#8222;normale&#8220; Menschen. Das hieß dass meine Mutter Frauenklamotten trug und mein Vater Männerkleidung. Sie haben sich in ihrer Rolle als Mann und Frau sehr wichtig gefunden, für beide war es sehr wichtig auch ihr Äußeres zu zeigen.</p>
<p>Ich habe damals als ich noch Zuhause gewohnt habe, auch schon ein bisschen angefangen Mädchenklamotten zu tragen. Meine Eltern fanden das lustig. Aber ich habe es immer heimlich gemacht wegen meinem Bruder, der sich immer drüber lustig gemacht hat, wenn ich in Frauenklamotten rum gelaufen bin. Meine Eltern fanden es auch anders an mir, dass ich in Frauenklamotten rum gelaufen bin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong> </strong>Hier findet ihr ein Interview mit den Story-Tellern <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/10/zweimal-mama-oder-zweimal-papa/" target="_blank" rel="noopener"><strong>zum Thema Familie</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier seht ihr einen <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/02/selina-liebert-geschwisterliebe/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Poetry Slam-Text</strong></a> von Selina Liebert über die Beziehung zu ihrem Bruder.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Liebe kennt keine Grenzen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/05/liebe-kennt-keine-grenzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 May 2018 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[In Poetry Slam-Texten lassen sich Gefühle und Erfahrungen wunderbar ordnen und beschreiben. Genau das hat Vinzenco von Was geht, Almanya?! in seinem Text getan. Es geht um die Liebe und ist traurig schön dabei&#8230; Liebe hat keine Grenzen Sie hat keine Farbe Liebe kennt keine Grenzen Und nicht einmal eine Religion Liebe ist einsam, wenn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Poetry Slam-Texten lassen sich Gefühle und Erfahrungen wunderbar ordnen und beschreiben. Genau das hat Vinzenco von Was geht, Almanya?! in seinem Text getan. Es geht um die Liebe und ist traurig schön dabei&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-10606"></span></p>
<p>Liebe hat keine Grenzen<br />
Sie hat keine Farbe<br />
Liebe kennt keine Grenzen<br />
Und nicht einmal eine Religion<br />
Liebe ist einsam, wenn sie nicht erwidert wird</p>
<p>Ich habe sie an einem Abend getroffen<br />
An einem Ort<br />
Der ganz besonders für mich war<br />
Und die Zeit blieb stehen &#8211; nur für uns beide</p>
<p>Sie war so wunderschön wie eine Rose<br />
Ich war glücklich<br />
Weil ich meine Sterne gefunden hatte<br />
Sterne, weil ihr Lächeln<br />
Strahlend war wie der Sternenhimmel<br />
Aber das Glück ist weggeflogen<br />
So, wie eine Seifenblase wegfliegt</p>
<p>Seltsame Blicke waren auf uns beide gerichtet<br />
Ich konnte sie nicht beschützen<br />
Vor diesen scharfen Blicken<br />
Also beschloss ich<br />
Sie mit zu mir nach Hause zu nehmen<br />
Wo jedoch ein neuer Albtraum begann</p>
<p>Die gleichen Menschen<br />
Die mir das Leben gegeben haben<br />
Lehnten meine Liebe zu meiner Liebe ab,<br />
weil sie anders war als alle anderen<br />
da sie eine andere Hautfarbe hatte<br />
In diesem Moment wollte ich mich<br />
mit ihrer eigenen Farbe anmalen</p>
<p>Zu dieser Zeit hat meine Rose nicht verstanden,<br />
was um sie herum passierte<br />
Und langsam hasste sie die Welt<br />
Sie wäre gerne weiß geworden, um endlich akzeptiert zu werden<br />
Von Menschen, die sie nicht akzeptieren wollten</p>
<p>Sie lief weg, einfach fort von hier<br />
Und sie läuft heute immer noch davon<br />
Allein in dieser Welt<br />
Voll von Menschen, die urteilen, ausgrenzen, verurteilen<br />
Aber die selbst nicht beurteilt werden wollen</p>
<p>Sie rennt weg<br />
Allein, wehrlos, zerbrechlich<br />
Sie würde sich gerne verstecken<br />
Vor diesen Blicken<br />
Vor diesen Urteilen</p>
<p>Ich frage mich,<br />
Wie lange muss sie noch weglaufen?!<br />
Und wann wird ihre Kraft schwinden?</p>
<p>Wenn du ihr zufällig begegnest<br />
Beurteile sie nicht<br />
Grenz sie nicht aus und setz sie nicht herab<br />
Sondern umarme sie.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr euch nochmal Bene‘s ersten Poetry Slam-Text ansehen und -hören.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier geht&#8217;s zu unserer <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Rubrik Poetry Slam</strong></a> – mit vielen tollen Videos und Texten.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Maddy und Cas im Interview</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/05/maddy-cas-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maddy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2018 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Non-binary]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10584</guid>

					<description><![CDATA[Auf den ersten Blick scheinen Maddy und Cas ein lesbisches Paar zu sein. Doch Cas ist non-binär, identifiziert sich also weder als männlich oder weiblich. Mit Maddy hat sie eine Partnerin gefunden, die sich selbst lange mit ihrer Geschlechtszugehörigkeit beschäftigt hat und deshalb nachvollziehen kann, was in Cas vorgeht. Mehr dazu: Mehr Filme von und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf den ersten Blick scheinen Maddy und Cas ein lesbisches Paar zu sein. Doch Cas ist non-binär, identifiziert sich also weder als männlich oder weiblich. Mit Maddy hat sie eine Partnerin gefunden, die sich selbst lange mit ihrer Geschlechtszugehörigkeit beschäftigt hat und deshalb nachvollziehen kann, was in Cas vorgeht.</strong><span id="more-10584"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Filme von und für queere Jugendliche <a href="http://www.queerblick.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr bei queerblick</strong></a>, die auch den Film über Maddy und Cas produziert haben&#8230;</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">&#8230;und auf ihrem <a href="https://www.youtube.com/channel/UCX-eWY-X03KmDJWTSf1LM-w" target="_blank" rel="noopener"><strong>YouTube-Kanal</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ehre</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/05/ehre/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 May 2018 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10578</guid>

					<description><![CDATA[Die Arbeit gegen Unterdrückung im Namen der Ehre ist ein zentraler Teil des Projektes HeRoes Duisburg. In ihrem neusten Video geht es um Alltagssituationen, in denen die Ehre auf dem Spiel steht. Dabei zeigen die HeRoes wie und vor allem warum sie es schaffen diese Situationen gewaltfrei zu lösen.  Mehr dazu: Burak Yilmaz von den]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Arbeit gegen Unterdrückung im Namen der Ehre ist ein zentraler Teil des Projektes HeRoes Duisburg. In ihrem neusten Video geht es um Alltagssituationen, in denen die Ehre auf dem Spiel steht. Dabei zeigen die HeRoes wie und vor allem warum sie es schaffen diese Situationen gewaltfrei zu lösen.</strong></p>
<p><span id="more-10578"></span><strong> </strong><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Burak Yilmaz von den Heroes Duisburg arbeitet in Workshops viel zum Thema Ehre und beschreibt <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/was-juckt-dich-die-ehre-deiner-schwester/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>seine positiven Erfahrungen in diesem Text</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier diskutieren die Redaktionsgruppen Jeco, Was geht Almanya und Heroes Duisburg <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/04/im-namen-der-ehre/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>über den Begriff Ehre</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
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