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	<title>Leben &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Blumen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/blumen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2023 13:43:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Blumen]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Blumen schmücken Hannahs Lebensweg, den Sophie beschreibt, weil sie meint, &#8222;dass auch die kleinen Dinge in Wechselwirkung mit einem selbst stehen können&#8220;. Es gibt Dinge, die einen ein Leben lang begleiten: Menschen, Orte, Erlebnisse. Man schreibt diesen Dingen meist nicht eine direkte Bedeutung zu, sie gehören einfach zu einem, wie zum Beispiel die Lieblingsfarbe oder]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Blumen schmücken Hannahs Lebensweg, den Sophie beschreibt, weil sie meint, &#8222;dass auch die kleinen Dinge in Wechselwirkung mit einem selbst stehen können&#8220;.</strong><span id="more-15613"></span></p>
<p>Es gibt Dinge, die einen ein Leben lang begleiten: Menschen, Orte, Erlebnisse. Man schreibt diesen Dingen meist nicht eine direkte Bedeutung zu, sie gehören einfach zu einem, wie zum Beispiel die Lieblingsfarbe oder das Verhältnis zu den Eltern. Wenn man aber beginnt genauer darüber nachzudenken, dann erkennt man gewisse Muster, welche die eigene Selbstbeziehung und die Beziehung zur Gesellschaft mit diesen Dingen unweigerlich verbinden. Trotz alledem vergisst man vielleicht, dass auch die kleinen Dinge in Wechselwirkung mit einem selbst stehen können.<br />
<strong>1995</strong><br />
Hannah umklammert die Hand ihres Vaters. Es ist ein angenehmer Freitagmorgen, die Sonne scheint und die Vögel singen schon munter in den Bäumen. Hannah hat in der Grundschule die verschiedenen Vogelarten kennengelernt und erzählt ihrem Vater nun begeistert von Meisen, Rotkehlchen und Spatzen. Sie liebt es an der frischen Luft zu sein, und so hat ihr Vater sie auf einen Spaziergang in den Wald mitgenommen. Die Erde unter ihren Füßen wirbelt herum und sie muss aufpassen nicht über die grob verstreuten Äste zu stolpern. Sie laufen immer weiter in den Wald hinein und plötzlich steht sie vor einer blauen Wand. Dies ist zumindest ihr erster Eindruck, denn bei genauerem Hinsehen, erkennt sie die vielen kleinen Blumen, blaue Waldblumen, wie Papa erklärt. Ganz fasziniert und vorsichtig, um auf keine der Blumen zu treten, geht sie ein Stück auf die Lichtung, um die Blumen genauer zu betrachten. Als ihre Mutter von der Arbeit nach Hause kommt, findet sie ein Glas mit blauen Blumen ihrem Küchentisch stehen.<br />
<strong>1998</strong><br />
Hannah hält sich ein Taschentuch vor den Mund, um nicht laut aufzuschluchzen. Obwohl das wahrscheinlich niemandem aufgefallen wäre, denn in der kleinen Kirche, weinen viele Menschen. Ihr Opa ist vor ein paar Tage gestorben und sie ist noch immer ganz geschockt. Sie hatte gewusst, dass es ihm nicht mehr so gut ging, aber dass er nun einfach nicht mehr da sein sollte, wollte und konnte sie nicht begreifen. Nach der Trauerfeier steht die Familie mit Bekannten am frisch zugeschaufelten Grab und treten nacheinander näher an das Grab, um ihre letzten Worte an den Verstorbenen zu richten. Ihre Mutter tritt gerade einen Schritt zurück und schaut sie erwartungsvoll an. Hannahs Augen brennen unangenehm und sie hat mittlerweile Kopfschmerzen. In ihrer rechten Hand umklammert sie eine Sonnenblume und tritt einen Schritt nach vorne.<br />
<strong>2006</strong><br />
Mit klopfenden Herzen steht sie vor dem Spiegel ihres Zimmers und betrachtet sich kritisch. War die Bluse wirklich die richtige oder war das ein bisschen zu übertrieben? Hätte sie ihre Haare lieber glätten sollen? Überhaupt..stand ihr das rot wirklich so gut, wie sie noch im Laden gedacht hatte? Gleichzeitig hatte Maya sie auf ein Date eingeladen, also musste sie Hannah doch mögen, auch wenn das rot vielleicht nicht ihre Farbe war. Obwohl..sie dreht sich ein wenig. Eigentlich steht es ihr doch recht gut. Sie nimmt ihren Stoffbeutel vom Bett und im nächsten Moment klingelt schon die Haustüre. Sie erschrickt sich ein wenig und bemerkt erneut ihren Herzschlag. Maya sieht gut aus, eigentlich wie immer, lächelt und übergibt ihr einen Strauß Rosen.<br />
<strong>2008</strong><br />
Applaus. Mit einem Lächeln tritt sie nach vorne, stolpert nur ein bisschen bei den Treppen auf dem Weg zu Bühne und steht schließlich neben ihren Klassenkameraden. Sie hat sich noch die befreiter gefühlt. Obwohl sie die Noten der Abschlussprüfung schon seit Wochen weiß, konnte sie es noch immer nicht glauben, dass sie jetzt einen Abschluss in der Tasche hatte. Endlich mit dem Leben machen, was sie will. Lächelnd versucht sie in der Menge ihre Eltern zu finden. Die Schulleiterin übergibt ihr das Zeugnis und eine rosa Tulpe. Alles ist perfekt.<br />
<strong>2013</strong><br />
„…und das ist der Schlüssel für das Büro.“, lächelt die Frau beziehungsweise jetzt ihre Kollegin. Der erste Job. Vielleicht sollte sie aufgeregter sein, doch eigentlich ist Hannah ganz entspannt. Nach dem Vorstellungsgespräch war sie sich sicher gewesen, die Stelle zu bekommen. Eine Woche später hatte sie die Zusage. Es war nicht genau das, was sie hatte machen wollen, aber der Job hatte sich so angeboten und nun war sie doch motiviert in den Arbeitsalltag einzusteigen. Sie verabschiedet sich geht mit ihrem Rucksack in Richtung des Büros. Es riecht noch nach neuer Farbe. Sie ist gespannt, wie es sein wird hier zu arbeiten. Auf dem Tisch steht ein bunter Strauß mit Sommerblumen.<br />
<strong>2021</strong><br />
Mayas Hand liegt auf ihrer Hüfte, während sie sich langsam zu den letzten Takten des Walzers drehen. Hannah war noch nie so froh, dass sie den Tanzkurs einige Jahre zuvor zusammen belegt hatten. Mayas Haare riechen unglaublich gut, denkt sie, während die ersten Töne des neuen Liedes erklingen. Es ist irgendwas Schnelleres, ganz kann sie es nicht zuordnen. Sie legt den Kopf leicht in den Nacken und blickt in Mayas strahlende Augen, dann ihre Lippen, ihren Hals, ihre Schultern. Bei dem Gedanken Leuten „ihre Ehefrau“ vorzustellen, wirbeln noch immer Schmetterlinge in ihrem Bauch. Sie blickt auf die Jacke, die Maya Wochen zuvor mit ihren Eltern ausgesucht haben musste. An die Brusttasche ist eine weiße Margerite gepinnt.<br />
<strong>2030</strong><br />
Sie grinst ihre beste Freundin an, die ihr das Bündel überreicht. Sie sieht gut aus, besonders dafür, dass sie vor einer Woche ein Kind bekommen hat. Hannah freut sich für sie. Sie hatte sich schon immer Kinder gewünscht und Hannah war sich sicher, dass sie eine großartige Mutter sein würde. Das Baby schläft in ihren Armen einfach weiter und sie muss beim Anblick seiner kleinen Mütze lächeln. „Ich hab noch was für dich“, lächelt sie und nickt mit dem Kopf in Richtung der Narzissen, die sie nach dem betreten des Zimmers auf den Tisch gestellt hat.<br />
<strong>2037</strong><br />
Es fällt ihr schwer zu atmen. Ihre Rippen schmerzen unfassbar sehr. Auch ihr Kopf tut weh und irgendwie auch ihr Knöchel. Am liebsten will Hannah schreien, aber hat nicht das Gefühl die Kraft dazu zu haben. Also schließt sie einfach die Augen. Als sie sie wieder öffnet fühlen ich die Schmerzen abgedämpfter an, nicht mehr so stechend und den Atem raubend. Sie versucht sich umzudrehen, um einzuschätzen, wo sie sich befindet. Krankenhaus..ganz eindeutig. Ein Arzt betritt das Zimmer und beginnt über ihren Zustand zu reden. Sie fühlt sich benebelt und es fällt ihr schwer ihm zuzuhören. Maya sitzt auf einem Stuhl schräg vor ihr. An ihrer linken Hand glänzt ein goldener Ring, sie hält einen Strauß mit weißen und lila Blumen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gefühllosigkeit ist ein Gefühl</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/gefuehllosigkeit-ist-ein-gefuehl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2021 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
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					<description><![CDATA[Content Note: Psychische Gesundheiten / Krankeiten. Unser Autor Tom fand zwei Jahre lang keine Worte dafür, was er hier im Text aufgeschrieben hat. Im Laufe seiner tiefenpsychologischen Therapie und eigenen Reflexionsversuchen gelang ihm Anfang diesen Jahres der Sprung raus aus der Ego-Ebene und das Erlebte aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dieses Essay erschien zunächst im Mantis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Content Note: Psychische Gesundheiten / Krankeiten. </b></p>
<p><b>Unser Autor Tom fand zwei Jahre lang keine Worte dafür, was er hier im Text aufgeschrieben hat. </b><b>Im Laufe seiner tiefenpsychologischen Therapie und eigenen Reflexionsversuchen gelang ihm Anfang diesen Jahres der Sprung raus aus der Ego-Ebene und das Erlebte aus der Vogelperspektive zu betrachten. Dieses Essay erschien zunächst im Mantis Magazine #11. Für die Veröffentlichung hier auf meinTestgelände ist er nach gut einem Vierteljahr nochmal in das Thema eingestiegen und versuchte sich bewusst zu machen, was das Aufschreiben dieser Geschichte mit ihm gemacht hat.</b></p>
<p><span id="more-14348"></span></p>
<p>Berlin 2019: Als ich gewusst habe, ich fahre, da dachte ich, es kann nur besser werden, doch es kam schlimmer. Schlimmer als all die schlaf-gestörten Nächte, die ich erlebt hatte, während ich<a href="https://www.torial.com/tom.oswald/portfolio/416429" target="_blank" rel="noopener"> die Lebensgeschichte eines anderen aufgeschrieben habe</a>. Schlimmer als die Zurückweisung der für mich damals wichtigsten Person in meinem Leben in einer neuen Stadt, die mich gleichzeitig ermattet und überfordert hat. Schlimmer als die Angst, dass ich nie wieder aus dem Bett kommen werde, das mich in der Zeit angezogen hat wie ein Magnet ein tonnenschweres Auto anzieht, kurz bevor er das Fahrzeug loslässt, kurz vor dem determinierten Fall in die Schrottpresse. Ich hatte Angst, niemandem in meinem Leben und schon gar nicht mir selbst gerecht werden zu können, Angst vor Arbeitslosigkeit, Energielosigkeit und Verlust. In diesem Moment kam keine meiner früheren Aggressionen zum Vorschein. Keine Emotion, die durchbricht. In diesem Moment war ich leer und mein Kopf voller Gedanken, die mir das Gefühl gaben, er explodiert bald. Ich bin implodiert. Habe mich selbst in Ketten gelegt, um die Auswirkungen des Schadens zu spüren und war gefangen in meinem Dasein als weißer, konservativ sozialisierter, 23-jähriger von Geburt an männlich gelesener, deutscher Student aus einem nicht-akademischen Haushalt ohne Migrationserfahrung. Ohne Emanzipationserfahrung.</p>
<p>Den Begriff „Emanzipation“ definiert der Duden mit: „Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit; Selbstständigkeit; Gleichstellung.“ In gesellschaftlichen Debatten wird dabei meist nur die Emanzipation der <b>FLINTA</b> ( cis <b>F</b>rauen, <b>L</b>esben, <b>I</b>ntersexuelle, <b>N</b>onbinäre Menschen, <strong>t</strong>rans Personen und <b>A</b>gender) diskutiert. Diese Bewegungen sind global, entwickelten sich über Jahrhunderte weiter und dauern bis heute an. FLINTA kämpfen für ihre Rechte. Sie kämpfen gegen die strukturelle Diskriminierung und Unterdrückung im Patriarchat. Und CIS-Männer? Sie mussten nie für ihre Rechte kämpfen, sie halten Macht und Privilegien bis heute inne.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Verinnerlichte Rollenbilder, verinnerlichter Druck</b></p>
<p>Meine Glaubenssätze, wie „Sei ein Mann“ (sei stark, sei tapfer, sei hart, sei bestimmt, sei abgesichert und setze dich solange gegen alles und alle anderen durch, bis du bekommst, was du willst), verfestigten sich mit der Zeit, wie Grabsteine aus flüssigem Beton, in meinem Bewusstsein. Sie waren das Symbol vom Tod meiner Hoffnung. Der Hoffnung auf „Nicht sein zu müssen, wie es vom außen erwartet und mir zugeschrieben wird. Vielmehr so sein zu können, wie ich es im Inneren bin und fühle.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mit dem Umzug nach Berlin wollte ich aus dieser Sozialisation ausbrechen. Den Ausbruch aus Bayern, den Ausbruch meiner seit Jahren unterdrückten Gefühle erzwingen. Aus dem Zwang mir selbst gegenüber brach ich ein und schon im ersten Jahr meiner Ankunft in mich zusammen. Unter der Saugglocke in meinem Bett, betäubt von Dokus und Serien sah ich mich, gut 10 Jahre später, Anfang/Mitte Dreißig und immer noch im selben Bett liegend. Ich sah, wie ich mich immer noch quälte, von journalistischer Arbeit leben zu können, weil das in all den Jahren das Einzige war, was mich ausmachen würde. Zumindest in meinem Kopf.</p>
<p>Ich wollte heulen. Ging nicht. Wollte all das vergessen, was sich wie mit einem Vorschlaghammer in meine Gedanken schlug. Wollte loslassen. Dabei hatte ich Pläne, auf die ich mich freuen sollte. Ich stand kurz vor dem Aufbruch in die Ukraine. Hatte die Zusage für ein interkulturelles Projekt im Hinterland der Karpaten. Hatte den Anreiz, mein Bett zu verlassen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zurück in Berlin, Südkreuz, Februar 2019: Als der Zug sich in Bewegung setzte, begann das Grübeln wieder. Ein Gedankenchaos, das sich wie ein gefährlicher Strudel auf hoher See in meinem Kopf ausbreitete und mich in ein tiefes Loch ohne sichtbaren Boden hineinzog. Ich war beschämt. Beschämt von mir und meiner Vergangenheit, beschämt von meinen Eigenschaften als Mann im Patriarchat, beschämt von all den Ungerechtigkeiten in der Welt. Lange Zeit fühlte ich mich als Opfer, in dem Moment sah ich nur den Täter in mir. Ich habe schwarz oder weiß gedacht, schwarz oder weiß gefühlt, die Welt nur schwarz oder weiß gesehen. Da war kein grau mehr. Kein warum? Nur eine Ohnmacht, die mich bewegungsunfähig machte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Ich muss etwas ändern“, dachte ich. „Jetzt!<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich wollte mir Hilfe von außen holen, eine Therapie machen oder so. Wollte einen gesunden und nachhaltig anhaltenden Weg aus meinem Leid finden und mich von dem durchdringenden Schmerz befreien. Einen Augenblick später tippte ich die E-Mail an die Kassenärztliche Vereinigung Berlin:</p>
<p><b><i>Sehr geehrte Damen und Herren, </i></b><br />
<b><i>ich befinde mich aktuell in einer Phase der extremen Antriebslosigkeit und habe durch Gespräche mit Freunden festgestellt, dass es depressive Anzeichen sind. </i></b><br />
<b><i>Ich weiß nicht mehr weiter&#8230; </i></b><br />
<b><i>Viele Grüße</i></b></p>
<p>Wirklich weitergekommen bin ich in diesem Jahr nicht mehr. Aus Nachhaltigkeit wurde ein Feuerwerk aus Ablenkungen und Kompensationen. Die Bilanz: eine abgebrochene Therapie, eine zweimal beendete romantisch-polygame Beziehung, ein weiteres unbezahltes Praktikum, um mich doch noch im Berufsfeld des Journalismus irgendwie zu etablieren. Und viele Fluchtwege aus meinem Kummer. Darunter: Sieben Festivals im Sommer, sechs Länder bereist und eine Menge abgestumpften Sex auf der Suche nach Nähe und Geborgenheit. Auf der Suche nach einer flauschigen Decke, die mich wohlwollend umhüllt und mich die Welt da draußen für einen Moment vergessen lässt. Auf einen Arm, der mich auffängt und sich um mich legt. Auf einen Neustart. Das Feuerwerk knallte laut und zog in bunten Farben wie Blitze in der Dunkelheit an meinen Augen vorbei. Einen Augenblick war alles um mich herum wieder dunkel. War vergessen. Zurück blieben Asche und das Verlangen nach dem nächsten Kick.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mitte des Jahres sah ich, dass kein Kick der Welt mich zurück in die Bahn kickt. Stattdessen lag ich betäubt am Straßenrand. Mit dem nächsten Auslandsprojekt, der nächsten Flucht vor mir selbst, schwor ich mir 3 Monate auf viele dieser Ablenkungen zu verzichten. Kalter (Sex)entzug. In der Hoffnung, ich wäre danach dazu fähig, den Neustart-Button drücken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>2020 ist alles anders. Alles besser?</b></p>
<p>Januar 2020 in Berlin: Ich drückte den Neustart-Button. Eine neue Therapie, neues Bewusstsein für Freundschaften, regelmäßiger Ausgleich durch Theaterarbeit und Schwimmen. Und Sexualität nur nach Gefühl. Nicht um meine Leere zu kompensieren oder meine Unsicherheiten, meinen Zweifel und meinen Hass auf mich selbst. Nein, diesmal will ich anfangen mich zu lieben, mich fair und wertschätzend zu behandeln. Und nicht nur mir zu verzeihen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht mehr der Mensch sein, der abends, weil er „nichts Produktives“ geschafft hat, die Verabredung mit seinen Freunden aus Scham absagt und ohne Essen versucht zu schlafen. „Das hast du dir nicht verdient“, sagte meine immer lauter werdende innere Stimme damals.</p>
<p>Nicht mehr der Mensch sein, der sich selbst durch Erfolg im Job, Geld und in Sex bemisst. Das Credo „höher, schneller, weiter“ sollte aus meinen Lebensplänen gestrichen werden. Ebenso die „Base-Theorie“, bei der es darum geht, wie bei einer Checkliste, bei Dates meine Gegenüber möglichst „sicher“ zum Sex zu motivieren. „Wenn ich mit einer Frau schon im Bett liege, muss ich auch mit ihr schlafen. Auch, um dann mir selbst und anderen etwas zu beweisen.“ Eine Theorie aus meiner Kindheit und Jugend, die in meinem damaligen Umfeld heteronormativ und patriarchal kultiviert wurde. Ansonsten warst du als Mann schwach und uncool. Mann macht den ersten Schritt. Mann macht die Show. Mann muss eine Strategie haben, um mit Frau intim zu werden. Was ich heute sofort in die Schublade der Pick-Up-Artists packen würde, war zu Jugendzeiten die Norm. 2020 war ich absolut dagegen. Gegen Diskriminierung aller Art.</p>
<p>Dennoch fällt es mir auch heute noch schwer, meinen eigenen moralischen Ansprüchen zu genügen und eine klare Meinung zu all den Themen zu finden. Politisch und gesellschaftlich: Je mehr Perspektiven, Bildungsfaktoren, Sozialisationen und Lebensrealitäten ich gesehen habe, desto weniger konnte ich mir eine sachliche Meinung darüber bilden. Desto weniger konnte ich im Kopf rational bleiben, auch wenn in eigenen Krisenzeiten auf meinen Rationalen Autopilot immer Verlass ist. Bis heute. Selbst, wenn ich dagegen ankämpfen will. Ist der Schmerz zu groß, schaltet er um. Rationalisiert und legitimiert mein Verhalten, selbst, wenn ich damit geliebten Menschen an meiner Seite nachhaltige Schmerzen zufüge. Er redet mir ein: „Ich bin der Gute.“</p>
<p><b>Sichtbare Wut, unsichtbarer Schmerz</b></p>
<p>Letztendlich kamen die Symptome und die Probleme gar nicht so plötzlich und erst recht nicht die Einsicht, was dagegen zu tun. Ich unterdrückte, seitdem ich denken kann, viel. Nicht bewusst, sondern aus mangelnder Sensitivität. Aus mangelnder Durchlässigkeit und mangelndem Mut, der Mensch zu sein, der ich bin und so zu sein, wie ich bin. Mehrdimensional. Als Mann, als Sohn, als Bruder, als Freund oder als Boyfriend. Mit harten Seiten und mit weichen. Mit zahlreichen Männlichkeiten und ebenso vielen Weiblichkeiten. Mit Gefühlen, die nicht immer sichtbar an der Oberfläche waren und es bis heute noch immer nicht sind. Seit ich denken kann, war ich wütend. Als Kind der Giftzwerg, der sich ausspinnen soll und erst dann wieder kommen darf, wenn er wieder „normal“ ist, später als junger Erwachsener, der Igel mit ausgefahrenen Stacheln, der nicht wirklich einen Menschen an sich ran lässt, zwischenmenschliche Beziehungen schnell wieder abbricht oder gar nicht erst annimmt. Demut und Versöhnungsgedanken, Fehlanzeige. Heute ziert eine tiefe Zornesfalte mein Gesicht.</p>
<p>Doch mein Zorn war nur die sichtbare Spitze eines Eisberges, gegen den selbst mein Autopilot nicht mehr ankommen konnte. Unsichtbar aber da und unterhalb der Wasseroberfläche verbarg sich meine Trauer. Meine Angst und meine Scham. Damals wurde mein Verhalten von außen meist mit Unverständnis bewertet, irgendwann tat ich es selbst nach innen. Ich verstand mich nicht. Verstand nicht, wer dieser Mensch sein mag, der in seinen Wutausbrüchen so in sich zusammen fällt. Der insgeheim nach Hilfe ruft, einen Ausweg aus seiner selbst sucht und dies in seiner Verzweiflung anmaßend als Drohung ausspricht und manipuliert. Der Mensch, der so viele Menschen, die ihm etwas bedeuten, aktiv verletzt hat und es kurz darauf wieder bereute, aber nicht fähig war, diese Reue zu kommunizieren. Ich war passiv und still. In diesen Momenten war nur eines größer als die Scham. Der Selbsthass.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich hasste bis zu meinem unausweichlichen Zusammenbruch 2019 im emotionalen Chaos. Aus mir selbst heraus konnte ich mir nicht helfen und die Reisen oder auch Flucht- und Kompensationsbewegungen nach Außen bewiesen letztendlich nur eines. Ich brauche Hilfe. Spezielle Hilfe. Bei einer meiner Tramperfahrungen lernte ich einen erfahrenen Psychotherapeuten kennen. Er war damals so um die 60 Jahre alt und auf dem Weg zu einem Fachkongress in Berlin, bei dem er selbst einen Vortrag gehalten hat. „Du bist anders“, meinte er damals, „anders als 90% der Menschen in deinem Alter.“ Dementsprechend brauchst du auch eine therapeutische Hilfe, die mit deinem Lebensstil vertraut ist und ihn anerkennt.“ Bevor er mich in Berlin Mitte absetzt, erzählte er mir noch etwas von einem Stürmer und Dränger in mir, abgeleitet aus der Historischen Epoche des Sturms und Drangs. Ich war mehr als verwirrt.</p>
<p><b>Meine Emanzipation: Ich bin am Anfang, aber ich hab angefangen</b></p>
<p>Heute kann ich es immer noch nicht nachvollziehen, wie er mich gesehen hat. Für mich aber zählt: Er hat mich gesehen und letztendlich mich dazu motiviert, einen zweiten Therapieversuch im Januar 2020 zu starten. Eine Stütze, die mir bis heute Stabilität gibt. Aus dieser Stütze entstanden weitere Inseln in einem weiten Meer der Außenwelt und näherem Umfeld in Berlin; Lübeck und an weiteren Orten, an denen mir auf meiner Lebensreise die Türen geöffnet und die Hand gereicht wurde. Orte, wo ich willkommen bin und immer noch aufgefangen werde, wenn ich mich danach fühle und den Mut habe, um Hilfe zu fragen. Sie aber auch anzunehmen gelingt mir nicht immer, Scham, Angst und Sorgen sind noch da, auch wenn der Hass langsam sich auflöst, wie der Nebel an einem kalten sonnigen Morgen im Frühling. Was neu ist, ist die Zuversicht. Die Zuversicht, dass alles gut wird, auch wenn ich meiner Oma damals nach dem Ausspruch dieses Satzes selten geglaubt habe. Vor allem, wenn ich dachte, ich bin kurz davor in den Fluten des Neuen, Aufregenden, Experimentellen und sich ständig veränderten Meeres zu ertrinken. Heute kann ich sagen:, Ich liebe es, in diesem Meer zu schwimmen, tief einzutauchen und mich auch mal treiben zu lassen. Mich frei zu bewegen und frei zu fühlen. Dennoch brauche ich Inseln, um nicht in der Flut, die dieses Leben mit sich bringt, unterzugehen. Eine Insel, auf der ich mich zu Hause fühle. Eine Insel, auf der ich individuelle Familiengefühle spüre. Eine kreative Insel für Theaterarbeit, Körperarbeit, Kunst und Experimente. Eine Insel, auf der ich soft sein und auch Schwäche und Emotionen zeigen kann und auch lernen kann, diese zu zeigen. Eine Insel, auf die ich zu jeder Zeit hin kann, wenn&#8217;s mir schlecht geht. Mit maximalem Vertrauen, Aufrichtigkeit und Respekt vor den Lebensrealitäten und Umständen anderer. Für das Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Lebendigkeit und der Lust, alle Parameter nach Lebensphase und Gefühl frei und selbstständig justieren zu können. Eine Inselgemeinschaft. (M)ein Leben lang.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Essay, verfasst am 08.02.2021, überarbeitet am 20.07.2021</i></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In diesem Text stellt Tom die Frage: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/05/wann-ist-ein-mann-ein-mann/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Wann ist ein Mann ein Mann?</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Paradox &#038; Anderssein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/paradox/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Oct 2021 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Ich hab den einen Traum den doch jeder hat.&#8220; Heute präsentieren wir euch zwei Gedichte unserer Autorin Celine. Es geht um alles und nichts: um Liebe, ums Leben, um Wut, um einen Alltag, der voller Herausforderungen steckt und um eine tiefe Sehnsucht. Aber lest selbst und lasst Celines Worte auf euch wirken.  Block I Denken,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Ich hab den einen Traum den doch jeder hat.&#8220; Heute präsentieren wir euch zwei Gedichte unserer Autorin Celine. Es geht um alles und nichts: um Liebe, ums Leben, um Wut, um einen Alltag, der voller Herausforderungen steckt und um eine tiefe Sehnsucht. Aber lest selbst und lasst Celines Worte auf euch wirken. </strong></p>
<p><span id="more-13356"></span></p>
<p><strong>Block I</strong><br />
Denken, Blick senken.<br />
Renn, muss schnell sein.<br />
Blaulicht schimmert in deinen Augen.</p>
<p>HEKTIK in der Luft.<br />
Fliegen oder doch fallen.<br />
Sind gefangen auf der Straße. Augen sind rot denn ich bin schlaflos.<br />
Umgeben von so viel und doch so wenig.</p>
<p>Wollen alles haben, aber haben nichts außer uns.<br />
Alles leuchtet gleichzeitig grau.<br />
Sind süchtig, Beziehung definitiv kritisch.<br />
Lieben uns, sind so bunt.<br />
Doch nur hier geht es rund.<br />
Nehmen alles auf uns, sind zu schwer.<br />
Die einen haben alles, doch wir haben nichts.</p>
<p>Armut wächst, in der Armut versteckt. Ist so echt dieser Dreck.<br />
Kein Geld. Hatte keine Wahl..</p>
<p><strong>Block II</strong><br />
Sitze hier, auf Krise.<br />
Ich überlege was ich machen kann um mich über Wasser zuhalten.<br />
Nur Fragezeichen.<br />
Nur Rechnungen.<br />
Suche immer noch den Weg hier raus.<br />
Hab mich verlaufen in einem Haufen von Zahlen.<br />
Draußen am rauchen, tauchen in meinem Traum.</p>
<p>Ich will mich nicht schon wieder verlieren.<br />
Doch so kurz davor.<br />
Sehe keinen Ausweg außer wieder abzuhauen.<br />
Bitte.<br />
Will nicht nur Hass spüren, für dieses System.</p>
<p>PARADOX.<br />
Doch das Leben scheint auf Paradox<br />
Immer Planlos, sag mir wie.<br />
Immer sehen sie was ich nicht sehe. Ziele setzen aber erreiche es nicht.<br />
Dachte ich finde hier raus.<br />
Erfolglos.<br />
Immer dieses Risiko, riesengroß.<br />
Niemand gibt dir den Halt, werde immer Ratloser. Muss gehen es wird spät.</p>
<p>Ohne einen Plan, weiß nicht wohin ich geh.<br />
Ich hab den einen Traum den doch jeder hat.</p>
<p><strong>Anders sein</strong><br />
Sag mir wie lang müssen wir noch warten?<br />
Sag mir wie lange ist es dennoch möglich, unsere eigenen Augen zu verschließen?<br />
Sag mir wie lang werden wir brauchen um endlich was zu starten?<br />
Bitte sag mir wie lange, um alle Tränen auf dieser Welt zu vergießen?<br />
Und vielleicht sagst du mir auch, wie oft müssen wir noch gegen unseren eigenen Willen kämpfen?<br />
Sag wie oft müssen wir dieses Leid noch ertragen?</p>
<p>Und wann können wir endlich friedlich zusammen Leben?<br />
Ohne dieses, du darfst dies und das nicht und du musst so und so sein?<br />
Lasst uns doch gemeinsam eine Lösung finden oder dreht ihr euch immer nur um euch selbst?<br />
Wir können doch nicht immer die Last der Welt auf unseren eigenen Schultern tragen!!<br />
Wir müssen gemeinsam diesen Weg gehen uns lieben und schätzen!!<br />
Ständig nur müde zu sein und ständig darauf achten zu müssen wer man wirklich ist.<br />
Ständig musst du so tun als wärst du jemand anders anstatt sich frei zu fühlen.</p>
<p>Die anderen dürfen sich frei fühlen aber wir nicht?<br />
Die, die auf das andere Geschlecht stehen?<br />
Die, die eine andere Hautfarbe haben oder eine andere Herkunft?<br />
Die, die sich entschieden haben doch nicht der zu sein als der man geboren ist?<br />
Die, die eine andere Religion haben?</p>
<p>DIE DÜRFEN SICH NICHT FREI FÜHLEN?<br />
NEIN?<br />
Mit was für einer Begründung denn?<br />
RICHTIG, ES GIBT KEINE!!!</p>
<p>Wir dürfen und sollten uns auch frei fühlen!!!<br />
Ich spreche hier für alle, für alle die sich nicht frei fühlen!<br />
Für alle die das Gefühl haben sich verstecken zu müssen!<br />
Für alle die das Gefühl haben sich nicht frei zu fühlen!</p>
<p>FÜR ALLE DIE ANDERS SIND!</p>
<p>WIR SIND WIR!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr zum Thema Liebe <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/liebe/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Mädchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/maedchen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute gibt es unseren ersten Post der Woche ausnahmsweise schon am Montag. Und zwar aus einem besonderen Grund! Unsere Autorin Lilith verrät ihn euch: &#8222;Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau, heute, am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute gibt es unseren ersten Post der Woche ausnahmsweise schon am Montag. Und zwar aus einem besonderen Grund! Unsere Autorin Lilith verrät ihn euch: &#8222;Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau, heute, am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit der Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern beschäftigt habe. Ich habe eine riesige Veranstaltung geplant und mich einfach viel zu sehr in dieses eigentlich so erschreckende Thema hineingesteigert – ja, und was dabei herausgekommen ist, hören Sie jetzt. Der Text heißt ganz einfach nur <em>Mädchen.</em>&#8222;</strong></p>
<p><span id="more-13458"></span></p>
<p>Ich bin unterwegs, schlendere die Straße entlang – viel zu viele Menschen um mich herum.<br />
Bin unterwegs, schlendere weiter, schaue mich um<br />
und erkenne ein Mädchen,<br />
Hollister-Top – bauchfrei natürlich, S-Oliver Hose, so kurz, dass ihre Arschbacken gerade noch herausschauen – versteht sich.<br />
Trägt Ohrringe, die länger sind als ihr Hals, sodass sie schon fast ihre Schulter berühren,<br />
Lippgloss – größer gezeichnet, als ihr tatsächlicher Mund.<br />
Eine Tasche von Mickle Corse in der einen, einen Geldbeutel von louis vuitton in der anderen Hand.<br />
Ich laufe weiter und schüttle den Kopf.<br />
Sie ist ein Mädchen, vielleicht 12 Jahre alt – noch ein Kind und auch wieder keines.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das es viel zu einfach hat im Leben,<br />
viel zu einfach, als dass sie noch Ziele haben könnte, nach denen es sich lohnt zu streben,<br />
ihre Eltern besitzen so viel Geld, dass das Konto droht überzulaufen,<br />
wenn sie nicht in die Stadt geht, um sich täglich etwas Neues zu kaufen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
das sich für nichts als sich selbst interessiert,<br />
wie von Geburt an vorprogrammiert,<br />
ein Gossip-Girl ohne andere Interessen als Geld, Smartphone, W-Lan, Jungs, Betrug und Intrigen.<br />
Ihr Leben besteht aus stupiden<br />
Beschäftigungen, wie Shoppen, Kino, schlafen, Essen; shoppen, Kino, Schlafen, Essen<br />
– ach ja What`s App benutzen hätte ich fast vergessen,<br />
bei allem darauf achtend ihre neuen Klamotten nicht zu beschmutzen,<br />
zu schauen, dass sie nicht noch weiter verrutschen,<br />
sich möglichst überhaupt nicht anzustrengen,<br />
und den Ausschnitt, den sie von der Welt sieht, noch mehr einzuengen.</p>
<p>Sie schaut zu mir herüber,<br />
schenkt mir einen verachtenden Blick,<br />
ich tue, als bemerkte ich ihn nicht.</p>
<p>Stattdessen schüttle ich verzweifelt meinen Kopf und laufe weiter.<br />
Länger kann man den Anblick einer solchen Person einfach nicht ertragen!<br />
Länger kann man nicht zuschauen, wie sie den Jungs ihrer Clique den Arsch ins Gesicht reckt und unbemerkt ihren BH immer weiter herunterrutschen lässt.</p>
<p>Aber egal – es ist ihr Leben!<br />
Nun laufe ich weiter und beginne, an jemanden anderen zu denken.</p>
<p>Auch sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das viel zu viel denkt,<br />
ihre Gedanken äußerst selten in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
viel mehr lässt sie sie ihr Gehirn umkreisen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich für wirklich alles und jeden interessiert,<br />
das keine Angst hat, dass es sich ununterbrochen geniert,<br />
nur, weil es etwas Neues versucht – zum aller ersten Mal<br />
das alles Kennenlernen möchte,<br />
alles erleben und die ganze Welt sehen will<br />
nur um es einmal gewusst zu haben,<br />
das gerne verreist,<br />
auf die Meinung anderer sehr gerne scheißt,<br />
denn es möchte sich seine eigene Meinung bilden.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das wirklich alles ausprobiert,<br />
es unheimlich hasst, dass alle Welt gegeneinander konkurriert,<br />
da es doch nichts als Spaß erleben will.<br />
Das einkaufen geht im Second-Hand Shop,<br />
nicht, weil ihr Geldbeutel für alles andere zu klein,<br />
sondern, weil sie es interessanter findet,<br />
und auch einmal nachdenkt, bevor die Kasse klingelt.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen, das gerne lacht,<br />
dessen Augen zu einem kleinen Feuer entfacht<br />
werden,<br />
wenn man sie auch nur ein bisschen erwärmt,<br />
ein Mädchen, das unheimlich gerne lernt,<br />
Ein Mädchen, das sehr viel Liebe erfährt,<br />
der nichts, wirklich nichts richtig Schlimmes wiederfährt,<br />
wenn es sich an einige Regeln hält.</p>
<p>Sie ist das Mädchen,<br />
das sich für andere einsetzt,<br />
deren Hilfe mindestens genauso sehr schätzt,<br />
denn Kooperation wird bei ihr großgeschrieben.<br />
das versucht, sich wirklich für andere einzusetzen,<br />
zu verhindern, dass die Welt aufhört jeden wirklich jeden zu verletzen &#8211;<br />
interessiert, garantiert übermotiviert, ungeniert, mit Zuversicht, Glück und Mut vollgeschmiert, jedoch unverziert aufpoliert, ist, ist sie….machtlos.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen das viel zu viel denkt.<br />
Ihre Gedanken wirklich nie in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
und fantasiert – wirklich viel zu viel.<br />
Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich einbildete, sie könne die Welt verändern,<br />
bis sie alt genug dazu war, nicht mehr zu naiv zu sein.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht weiß, was mit ihrem Leben anzufangen,<br />
nichts kann ihr wirklich halt geben,<br />
aus Hunger und Not – hat es keine Zeit an etwas anderes zu denken<br />
– und kann niemandem mehr als ihre Arbeitskraft schenken<br />
– auch wenn sie es selbst viel zu wenig findet.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich um ihre kranke Mutter kümmert,<br />
und dabei zusieht, wie sich nur alles verschlimmert,<br />
und alles verflimmert vor ihren tränenden Augen,<br />
nur, um gleich wieder aufzustehen – sie braucht doch die Zeit – darf keine Pausen machen. Hat keine Zeit dafür zu trauern, und weinend am Bett ihrer sterbenden Mutter zu sitzen,<br />
muss arbeiten, helfen, die Familie versorgen,<br />
versuchen all die vielen Sorgen<br />
– abzulenken von ihrer Welt – die zwar nicht sie hat bestellt,<br />
aber sie trotzdem lernt, mit ihnen umzugehen, um weiterhin sicher im Leben zu stehen.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht zur Schule gehen darf, obwohl es so gerne möchte.<br />
Keine Chance auf Bildung, statt Schulbesuch Hochzeit – wirklich kein kleinster Anspruch auf die Erfüllung irgendeines ihrer Rechte.<br />
Denke an ein Mädchen, das keinerlei Chance auf ein besseres Leben vor sich sieht,<br />
Geschwister versorgen, kochen, Landwirtschaft &#8211; ihr Vater lange ausgeflogen – und sie schiebt,<br />
alleine die Arbeiten des Tages vor sich her.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, in nichts als Kleidung gehüllt.<br />
Von nichts als Angst vollkommen ausgefüllt;<br />
Angst vor der Arbeit, vor Krankheit und Tod,<br />
dass sie stirbt in der größten Not –<br />
ihrer Familie, die ohne sie überhaupt niemanden mehr hat,<br />
der ihnen abends ein Feuer entfacht.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen am Ende ihrer Kräfte. Ein Mädchen, mit einem Krug auf dem Kopf.<br />
Ein Mädchen, das Wasserholen gehen möchte – es ist heiß, viel zu heiß,<br />
sie hat Durst, nichts als Durst.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, dessen Körper nicht mehr mitspielt, dessen Psyche sich verabschiedet<br />
von einem Moment auf den anderen –<br />
denke an ein Mädchen,<br />
das tot liegt im ewigen, viel zu heißen Sand – der leere Wasserkrug liegt neben ihrer linken Schulter.</p>
<p>Ich denke zurück an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das dachte, sie könnte die Welt verändern,<br />
etwas bewirken, irgendetwas verbessern<br />
doch alles Illusion – verpufft im Nichts.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Lilith <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Kaleb Erdmann: Ironie</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/kaleb-erdmann-ironie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Poetry Slam]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Sep 2021 07:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Na, wann habt ihr euch zuletzt gefragt, ob etwas ironisch gemeint war oder nicht? Und habt ihr auch schon einmal behauptet, etwas nur &#8222;ironisch gut zu finden&#8220;, weil ihr euch nicht getraut habt, zuzugeben, dass ihr es eigentlich tatsächlich gar nicht so verkehrt findet? &#8222;Ihr liebt Britney, ihr traut euch nur nicht, es zuzugeben!&#8220;, sagt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Na, wann habt ihr euch zuletzt gefragt, ob etwas ironisch gemeint war oder nicht? Und habt ihr auch schon einmal behauptet, etwas nur &#8222;ironisch gut zu finden&#8220;, weil ihr euch nicht getraut habt, zuzugeben, dass ihr es eigentlich tatsächlich gar nicht so verkehrt findet? &#8222;Ihr liebt Britney, ihr traut euch nur nicht, es zuzugeben!&#8220;, sagt der Poetry Slammer Kaleb Erdmann etwa über ironische Spears-Fans. Wir wünschen euch &#8211; ganz unironisch! &#8211; viel Spaß mit diesem witzigen und doch auch ernsten Text zum Thema Ironie.</strong></p>
<p><span id="more-13347"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Poetry Slam-Texte gefällig? <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier entlang</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Ordinäres oder modernes Grundgesetz?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/grundgesetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Sep 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[#Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile 72 Jahre alt: Das Grundgesetz. In wenigen Tagen findet die Bundestagswahl statt, unsere Autorin Ann Katrin hat das zum Anlass genommen, sich nochmal intensiv mit dem GG zu beschäftigen. Welche Aspekte zu Gender im Grundgesetz zu finden sind und ob das GG überhaupt inklusiv ist, erfahrt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und mittlerweile 72 Jahre alt: Das Grundgesetz. In wenigen Tagen findet die Bundestagswahl statt, unsere Autorin Ann Katrin hat das zum Anlass genommen, sich nochmal intensiv mit dem GG zu beschäftigen. Welche Aspekte zu Gender im Grundgesetz zu finden sind und ob das GG überhaupt inklusiv ist, erfahrt ihr in ihrer Analyse. Viel Spaß beim Lesen!</strong><strong><br />
</strong></p>
<p><span id="more-13343"></span></p>
<p>2021 ist ein Jahr voller Landtagswahlen und der Bundestagswahl im September. Diese Zeit bietet für die Wähler eine gute Chance, die politischen Kenntnisse aufzufrischen. Ich habe mir das Grundgesetz nochmal genauer angesehen und besonders auf die Inklusion, hinsichtlich der vielen Orientierungsgruppen, geachtet. Sie kommen nicht vor! Das deutsche Grundgesetzt (GG) gilt für alle in Deutschland geborenen Menschen, Gruppen mit Flüchtlings-und Asylhintergrund sowie Personen mit deutschem Pass. Außerdem regelt das GG deutlich mehr als nur das soziale Zusammenleben, sondern auch wie Deutschland aufgebaut ist, inklusive der Eigentümer der Bundesrepublik und den Ablauf eventueller Veränderungen der staatlichen Struktur. Aber das Gesetz stellt neben der rechtlichen und politischen Aufstellung auch eine Richtlinie für das gesellschaftliche Zusammenleben dar. Es sind unterschwellige Leitlinien, wie Menschen miteinander umgehen und sich gegenseitig positionieren sollten. Dies ist besonders durch Artikel 1 gewährleistet, welcher die Würde des Menschen über allem anderen schützt. Gleichzeitig ist der Artikel auch durch die Ewigkeitsklausel geschützt und kann so nicht verändert werden. Betrachten wir das GG allerdings als maßgebendes Dokument, wie die Personen der deutschen Gesellschaft betrachtet werden, stoßen wir auf einige Hürden bezüglich der Einbindung der Gruppen mit diversen Orientierungen und Identifizierungen. Im Jahr 2021 kategorisieren wir Personen nicht nur als Mann oder Frau, sondern berücksichtigen auch die persönliche Wahrnehmung bezüglich des eigenen Körpers und der sexuellen Orientierung. Viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind schon dabei sich anzupassen und für Gleichberechtigung sowie für Inklusion zu sorgen. Ein nächster großer Schritt sollte eine drastische Überarbeitung des GG sein, welche eine deutliche Inklusion der diversen Gruppen nach sich ziehen kann. Das seit 1949 bestehen GG umfasst aktuell 202 Artikel und wurde seit seinem Bestehen schon 60 Mal geändert, einige Artikel wurden neu formuliert oder ganz entfernt. Aber die Formulierungen der angesprochenen Personen haben sich nicht verändert. Hauptsächlich wird im GG vom “Deutschen Volk” und explizit von Männern und Frauen gesprochen. Die am meisten verwendete Formulierung ist immer noch “Personen” und “jedermann”. Diese Formulierungen sind grob gesehen sehr allgemein und inklusiv und natürlich kann nicht jeder Artikel in korrekter Gendersprache überarbeitet werden, besonders, da mehr als die Hälfte des GG das politische und rechtliche System, sowie die Zuständigkeiten und das Eigentum der Bundesrepublik erläutern. Aber einige Artikel sind in ihrer aktuellen Formulierung sehr explizit ausgrenzend und leider nicht durch Gleichberechtigung geprägt. So besagt Artikel 3 die explizite Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Aber gerade in diesem Artikel sollten dann auch alle Gruppen eingeschlossen werden, wie die LGBTQ, Transgender oder Personen mit Nicht-binärer Orientierung (divers). Bisher werden Personen, die sich als divers oder Trans identifizieren, ausgeschlossen, falls sie weder explizit Mann noch Frau sind oder sich so sehen. Dies stellt auch die Frage, ob das GG sich nur auf eine rein biologische Kategorisierung der Geschlechter bezieht und wie die Definition Mann und Frau hergeleitet wird. Gleichzeitig besagt Artikel 3, dass keine Person benachteiligt werden darf. Wie also werden hier Menschen mit einer anderen Orientierung als die im GG festgelegte beachtet und geschützt? Ein weiterer Streitpunkt kommt mit Artikel 12. Dieser Artikel bezieht sich auf die Verpflichtung zum Zivildienst. Ersterer Absatz besagt deutlich, dass Männer verpflichtet werden dürfen, sollte die Not bestehen. Ein weiterer Absatz besagt, dass Frauen ebenso verpflichtet werden können, wenn die freiwillige Besetzung durch Männer nicht ausreicht und auch, dass Frauen vom Dienst mit der Waffe ausgeschlossen werden: “Sie dürfen auf keinen Fall zum Dienst mit der Waffe verpflichtet werden.” So viel zu voller Gleichberechtigung. Abgesehen vom expliziten Ausschluss weiblicher Personen vom Waffendienst, werden hier auch wieder nur Männer und Frauen angesprochen. Wenn sich eine Person also &#8222;anders&#8220; identifiziert, anstatt klar als Frau oder Mann, entfällt diese Person im Artikel 12 dann komplett? Darüber hinaus könnte eine freiwillige Bereitstellung zum Zivildienst zu der Frage führen, für welche Aufgaben die Person gemeldet werden würde. Gilt diese Person dann für die weibliche Gruppe oder die männliche? Wird sie aufgrund der physischen Attribute eingeordnet oder nach der sexuellen Orientierung oder der persönlichen Identifikation? In den restlichen Artikeln des GG kommt es nicht zu solch starken Auffälligkeiten aber zusammengefasst ist das GG leider sehr einseitig formuliert. Es klingt sehr einfach, die Anpassung des GG zu fordern und Vorschläge zu machen. Allerdings muss auch abgewogen werden, wie diese Veränderungen durchgeführt werden würden und welche Schwierigkeiten aber auch Vorteile entstehen könnten. Die positiven Aspekte lassen sich einfach zusammenfassen: transparente Inklusion und Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen mit diversen Orientierungen und Identifizierungen. Eine Aufnahme im GG würde zu mehr Akzeptanz führen und zu mehr Beachtung durch die Politik. Außerdem setzt die Veränderung ein klares Zeichen für eine wirklich transparente und moderne Politik in Deutschland. Bisher blieb es nur bei Veranstaltungen, sozialen Bewegungen und gelegentlichen Statements durch einzelne Politiker. Die Hürden auf der anderen Seite sind etwas komplizierter. Zum einen wäre es ein sehr aufwendiger Prozess zwischen Politikern und Sozialwissenschaftlern, sich darauf zu einigen, welche Formulierungen untergebracht werden sollten, um die verschiedenen Personengruppen korrekt zu integrieren. Ein weiterer Punkt wäre der fortlaufende Prozess. Wenn diese erste Unterbringung erst einmal beginnt, dann kann argumentiert werden, dass mit jeder neuen Identifikationsgruppe auch eine erneute Anpassung des GG notwendig wird. Es wäre also ein sich wiederholender Prozess, den sicherlich nicht viele Politiker begrüßen würden. Zuletzt stellt sich die Frage, wann eine eindeutige Aufnahme in das GG notwendig wird oder ob vielleicht eine klare Definition der Personengruppen eine schnelle Lösung wäre. Dies könnte nur eine Aufnahme bzw. Ergänzung benötigen mit klarer Formulierung, dass die neue Bezeichnung für die restlichen Artikel gelten wird.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Noch unentschlossen wo du am 26.09 dein Kreuz setzt? Mach einfach den <a href="https://www.wahl-o-mat.de/" target="_blank" rel="noopener">Wahl-O-Mat</a><br />
</strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich will, dass du es tust!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/wenn-schlau-das-neue-schoen-waere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Sep 2021 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[#Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[#gelände2021]]></category>
		<category><![CDATA[#Wahl]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13333</guid>

					<description><![CDATA[Unsere Autorin Fee will, dass du es tust! Nämlich dein Kreuz setzen bei der Bundestagswahl am 26.09.2021 Dieser Beitrag erschien bereits zur Bundestagswahl 2017 und wir finden ihn so stark und passend wie damals. Viel Spaß beim Ansehen! Du willst Texten und Slams verfassen vom Profi lernen? Dann komm zu Fee&#8217;s Poetry Slam Workshop am]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin Fee will, dass du es tust!<br />
Nämlich dein Kreuz setzen bei der Bundestagswahl am 26.09.2021<br />
Dieser Beitrag erschien bereits zur Bundestagswahl 2017 und wir finden ihn so stark und passend wie damals. Viel Spaß beim Ansehen!<br />
</strong></p>
<p><strong>Du willst Texten und Slams verfassen vom Profi lernen? Dann komm zu Fee&#8217;s Poetry Slam Workshop am Donnerstag den 23.09.2021 von 16-18 Uhr. Der Workshop ist kostenlos. Melde dich einfach an unter mail@meintestgelaende.de<br />
</strong></p>
<p><span id="more-13333"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Du bist noch unsicher wo du dein Kreuz setzen sollst? Mach einfach den <strong><a href="https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2021/app/main_app.html" target="_blank" rel="noopener">Wahl-O-Mat</a></strong></li>
<li>Die Wahlporgramme <strong><a href="https://www.bundestagswahl-2021.de/wahlprogramme/" target="_blank" rel="noopener">findest du hier</a></strong></li>
<li>Noch mehr tolle Workshops im Rahmen unseres #hybrid Gelände 2021 <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/07/hybridgelaende2021/" target="_blank" rel="noopener">findest du hier</a></strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lockdown: Mein Fluch und Segen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/fluchundsegen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Jun 2021 07:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Haaaaach — der Lockdown, der Lockdown&#8230; inzwischen gibt es ja dank sinkender Zahlen endlich wieder einige Öffnungen. Unter Auflagen ist beispielsweise auch ein Besuch im Fitnessstudio drin. Gut nicht nur für all jene, die Sport machen möchten, sondern auch für die, die als Trainer*innen arbeiten! So zum Beispiel auch Nev. In seinem Videotagebuch berichtet er uns,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Haaaaach — der Lockdown, der Lockdown&#8230; inzwischen gibt es ja dank sinkender Zahlen endlich wieder einige Öffnungen. Unter Auflagen ist beispielsweise auch ein Besuch im Fitnessstudio drin. Gut nicht nur für all jene, die Sport machen möchten, sondern auch für die, die als Trainer*innen arbeiten! So zum Beispiel auch Nev. In seinem Videotagebuch berichtet er uns, wie er den Lockdown erlebt hat und weshalb dieser für ihn Fluch und Segen zugleich war. Viel Spaß beim Anschauen!</strong><span id="more-13101"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Einige unserer Autor*innen haben darüber berichtet, <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/covid19/" target="_blank" rel="noopener"><strong>wie sich Lockdown und Co. für sie angefühlt haben</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Im Hier und Jetzt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/im-hier-und-jetzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jun 2021 07:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13097</guid>

					<description><![CDATA[CN: Sexualisierte Gewalt. Vor einer Weile konnten wir euch darüber informieren, dass Celine ihren Stiefvater angezeigt hat und der Prozess gegen ihn begann. Nun meldet sie sich leider mit nicht so guten Nachrichten. Wir danken dir weiterhin für deine Offenheit, dafür, dass du deine Geschichte mit uns teilst, liebe Celine, und wünschen dir viel Kraft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>CN: Sexualisierte Gewalt. Vor einer Weile konnten wir euch darüber informieren, dass Celine ihren Stiefvater angezeigt hat und der Prozess gegen ihn begann. Nun meldet sie sich leider mit nicht so guten Nachrichten. Wir danken dir weiterhin für deine Offenheit, dafür, dass du deine Geschichte mit uns teilst, liebe Celine, und wünschen dir viel Kraft.</b></p>
<p><span id="more-13097"></span></p>
<p>Ich hatte gelernt, wieder Nein zusagen. Ich hatte gehofft, dass ich all das schaffe. Dass ich wieder frei sein kann war doch eigentlich vorauszusehen. Dass meine Alpträume endlich aufhören, und ich hatte gehofft wieder lieben zu können und Menschen mein Vertrauen schenken zu können.</p>
<p>Ich hatte gehofft, dass ich das Licht wieder sehen kann, aber ich habe mich da wohl leider getäuscht.</p>
<p>Kennt ihr den  §174 Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen?</p>
<p>Die Erfassung mit einem Elternteil in einer Partnerschaft lebenden Personen in den Tatbestand des § 174 StGB (Missbrauch von Schutzbefohlenen) erfolgte erst Anfang 2015, so dass 2013 diese Taten noch nicht strafbar waren.</p>
<p>Das, was man mir angetan hat, wird nicht bestraft, wird fallen gelassen. Keine Verurteilung und auch kein Freispruch. Das sagte man mir 3 Wochen vor der dem Gerichtstermin, die sagten mir, dass in der Verhandlungsvorbereitung der Staatsanwaltschaft aufgefallen sei, dass die Taten zu meinem Nachteil noch nicht strafbar waren.</p>
<p>Nach 2 Jahren, nach all der Hoffnung die ich hatte, nach allen Höhen und Tiefen und nach all der Angst gehe ich nur noch zur Gerichtsverhandlung am 27. April und sage für meine Schwester aus, mit der letzten Hoffnung die ich habe.</p>
<p>Mit meiner letzten Kraft, und danach bin ich fertig mit dem Ganzen, denn auch die Staatsanwaltschaft wird mir hier nicht mehr weiterhelfen können, liebes Deutschland.</p>
<p>Ich bin Celine Grace Senses und ich wurde Opfer von sexuellen Missbrauch 2011-2016. Mir wurde ein Stück Kindheit genommen. Und mir wird dieses Stück Kindheit nie wieder zurück gegeben. Ich bin Celine Grace Senses und habe euch hier meine Geschichte erzählt.. eine von vielen Geschichten.. Danke!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Celine hat über das, was ihr angetan wurde, einen beeindruckenden Text geschrieben. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/09/celine-es-war-2011/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hör ihn dir hier an</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Inter*Happiness</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/interhappiness/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 May 2021 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12945</guid>

					<description><![CDATA[Wir haben unglaublich viel mitgenommen und gelernt von Ikas Kolumne zum Thema Inter* hier auf meinTestgelände! Heute präsentieren wir euch mit &#8222;Inter*Happiness&#8220; den vorerst letzten Text aus dieser Reihe, und Ika gibt uns und euch gleich noch einige Tipps für Self-Care fernab von falschen Glücksversprechen mit auf den Weg. Vielen Dank, Ika, für die Einblicke]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir haben unglaublich viel mitgenommen und gelernt von Ikas Kolumne zum Thema Inter* hier auf meinTestgelände! Heute präsentieren wir euch mit &#8222;Inter*Happiness&#8220; den vorerst letzten Text aus dieser Reihe, und Ika gibt uns und euch gleich noch einige Tipps für Self-Care fernab von falschen Glücksversprechen mit auf den Weg. Vielen Dank, Ika, für die Einblicke in dein Leben, deine ehrlichen und direkten Worte, deine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strukturen und deinen Blick darauf, wie sie uns alle beeinflussen.</strong></p>
<p><span id="more-12945"></span></p>
<p>Wenn irgendwo im Internet schon wieder etwas zu Selbstliebe steht, bin ich ehrlich gesagt eher skeptisch.<br />
Ich glaube nicht daran, dass Mensch sich nur selber lieben muss &#8211; dann wird alles gut.</p>
<p>Weil niemand allein ist auf dieser Welt. Mein Glücklichsein ist also auch abhängig von anderen. Manchmal von Umständen, die ich gar nicht beeinflussen kann.</p>
<p>Auf der Suche nach Wohnungen und Jobs zum Beispiel sind wir eben nicht &#8211; alle gleich.</p>
<p>Zu behaupten, &#8222;Erfolg&#8220; läge hier nur in meiner Hand und Verantwortung, würde ignorieren, dass oft Machtstrukturen mit entscheiden.</p>
<p>Trotzdem glaube ich auch nicht, dass alles nur von außen bestimmt wird.</p>
<p>Immer wieder kann ich Entscheidungen treffen. Dinge tun, die mir gut tun. Sachen hinter mir zu lassen, die mich einschränken.</p>
<p>Dazu kommt dann wohl auch noch ein bisschen Zufall.</p>
<p>Trotz diesem Zufall aber wird es immer leichter sein, auch in schwierigen Umständen Glück zu finden &#8211; wenn ich lerne überhaupt nach dem Glück zu suchen. Wenn ich mir selber dieses Glück gönne.</p>
<p>Darum schreibe ich hier jetzt doch einen Inter*empowerment-Text &#8211; Tadaa.</p>
<p>Es soll diesmal also nicht um Diskriminierungen gehen, sondern um die Dinge, die mir geholfen haben, mich als Inter* zu lieben &#8211; wie ich bin.</p>
<p>Vielleicht können ja auch andere etwas damit anfangen.</p>
<p>Mein Inter* sein hat leider lange dazu geführt, kein besonders gutes Gefühl zu meinem Körper zu haben.</p>
<p>Sport hat mir manchmal geholfen &#8211; mich wieder zu spüren. Außerdem setzt zum Beispiel Krafttraining Adrenalin frei. Ein bisschen wie ein Rausch &#8211; nur ohne Kater.</p>
<p>Auch Tattoos waren eine tolle Entdeckung für mich. Hier habe ich endlich das Gefühl bekommen, selber über meinen Körper zu bestimmen. Es war toll zu fühlen, dass mein Körper veränderbar ist &#8211; und dass ich selber aussuchen kann, wo ich welche Farbe haben will.</p>
<p>Musik war für mich immer ein sehr direkter Weg, Gefühle die sonst unterdrückt werden mussten, rauszulassen.</p>
<p>Lange hatte ich das Gefühl, mit meinem Inter*sein allein zu sein.</p>
<p>Hier war es gut und wichtig, andere Inter* zu treffen. Sich auszutauschen.Von anderen zu lesen. Zu lernen.</p>
<p>Es hat mir geholfen meine eigene Perspektive ernst zu nehmen, wenn ich von anderen Inter* mitbekommen habe, dass es ihnen ähnlich geht.</p>
<p>Da war es auch gut und wichtig, mich mit den Strukturen zu beschäftigen die uns als Inter* unterdrücken. So kann ich lernen mir selber zu verzeihen. Wenn mir manches nicht so leicht fällt wie anderen. Wenn ich wieder denke, dass ich selber schuld daran bin.</p>
<p>Wenn ich gerade zu wenig auf meinem Körper klar komme, um mich auf Nähe zu anderen Menschen einzulassen, dann kann es mir gut tun, mit einer Katze oder einem Hund zu kuscheln.</p>
<p>Wenn ich mal wieder etwas verwirrt und überfordert davon bin, wie diese Welt so funktioniert. Dann hilft genau das hier. Schreiben.</p>
<p>Das ist wie Aufräumen im Kopf &#8211; manchmal anstrengend, aber nachher ist alles etwas sortierter und klarer.</p>
<p>Darum möchte ich auch nochmal ein herzliches Dankeschön an das meintestgelände-Team sagen, dass ich hier diese Kolumne schreiben konnte.</p>
<p>Allen Inter* und Trans* da draußen möchte ich schreiben: It&#8217;s okay not to be okay.</p>
<p>Mann kann nicht jeden Mist, den einem das Leben so hinwirft, zu Gold machen.</p>
<p>Aber wenn die Möglichkeiten da sind, wenn man sich mal wieder selber im Weg steht, weil man dieses Glück doch noch gar nicht kennt oder gewohnt ist, dann gilt auch: It&#8217;s okay to feel good!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wie immer hat Ika <a href="https://www.youtube.com/watch?v=qdkBfX6OiqU" target="_blank" rel="noopener"><strong>noch einen Musiktipp</strong></a> für euch!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Es ist 2021 </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/es-ist-2021/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 May 2021 07:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Beim #gelände19 war unsere Autorin Celine im Poetry Slam-Workshop dabei — und hat sich in ihrem Text &#8222;Es war 2011&#8220; mit den Erfahrungen sexualisierter Gewalt, die sie machen musste, auseinandergesetzt. Inzwischen hat sie ihren Stiefvater angezeigt und momentan läuft der Prozess. Celine schreibt darüber, und heute lest ihr den ersten Teil. Wir wünschen Celine viel Kraft für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Beim #gelände19 war unsere Autorin Celine im Poetry Slam-Workshop dabei — und hat sich <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/09/celine-es-war-2011/" target="_blank" rel="noopener">in ihrem Text &#8222;Es war 2011&#8220;</a> mit den Erfahrungen sexualisierter Gewalt, die sie machen musste, auseinandergesetzt. Inzwischen hat sie ihren Stiefvater angezeigt und momentan läuft der Prozess. Celine schreibt darüber, und heute lest ihr den ersten Teil. Wir wünschen Celine viel Kraft für diese Zeit!</strong></p>
<p><span id="more-12928"></span></p>
<p>Mein Handy leuchtete auf… Eine E-Mail von meiner Rechtsanwältin: &#8222;Sehr geehrte Frau Celine Senses.&#8220; Ich stand da mit komplett gemischten Gefühlen und dachte mir: Wow … nach über einem Jahr bekomme ich eine endlich DIE E-Mail&#8230; &#8222;Ich freue mich Ihnen mitteilen zu können&#8220;, oh mein Herz klopfte so unfassbar schnell… &#8222;Ihnen mitteilen zu können, dass die Staatsanwaltschaft Anklagen gegen IHN erhoben hat.&#8220; Mein Herz stand für einen kurzen Moment still… &#8222;Das bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft Ihren Aussagen vollumfänglich Glauben schenkt&#8230;&#8220; stand in der nächsten Zeile.</p>
<p>Ihr wisst nicht wie lange ich auf diesen Moment gewartet habe, ich hatte fast schon aufgegeben, aber nur fast. * lächeln*</p>
<p>Es wird eine Hauptverhandlung geben, aber wann, das wusste man noch nicht… GEDANKEN SCHOSSEN MIR IN DEN KOPF, GEFÜHLE SPIELTEN VERRÜCKT UND ALLES WAS ICH MACHEN KONNTE WAR ES, DIE WORTE AUF PAPIER ZU BRINGEN… Und das habe ich getan ….</p>
<p>Du bist ungefragt ein Teil meines Lebens geworden, und dazu hast du auch noch mein ganzes Leben verändert, NEGATIV.  Und als wäre das nicht schon schlimm genug, hast du auch mich verändert. Und dass ich hier über dich schreibe hat nur einen Grund, nach all dem hier fang ich neu an.  Das hier sind meine letzten Worte an dich…</p>
<p>Du bist der Grund für all die Leere, die ich spüre.</p>
<p>Du bist der Grund, warum ich nachts Alpträume habe.</p>
<p>Du bist der Grund für all die Angst, die mich und mein Leben zerstört hat, aber hey, immerhin nur zum Teil.</p>
<p>Und genauso bist du auch schuld daran, dass ich schöne Dinge mit schönen Menschen nicht erleben konnte.</p>
<p>Du bist schuld für all die Zweifel, für all das Misstrauen, das ich gegenüber Menschen habe und haben werde.</p>
<p>Du bist schuld daran, dass Leute denken, meine Aura sei aggressiv.</p>
<p>Du bist schuld daran, dass ich den Mann, den ich liebe, nicht richtig lieben kann.</p>
<p>Du bist schuld daran, dass ich körperliche Nähe ekelhaft finde.</p>
<p>Das Warten, die Gefühle und die Gedanken brachten es soweit, dass ich jetzt wieder alleine bin&#8230; weil ich nicht richtig lieben kann.</p>
<p>Ja, du bist schuld daran.</p>
<p>Ich hoffe, dass du dir dieser Schuld dein Leben lang bewusst bist.</p>
<p>Ein altes Sprichwort besagt: „Tränen kehren eines Tages zu ihrem Verursacher zurück.“</p>
<p>Das hattest du mir immer gesagt, wenn ich traurig über irgendwen war oder wenn jemand meine Gefühle verletzt hatte… Witzig, oder?</p>
<p>Du als Person bist die Täuschung selbst, so falsch und feige, so  kalt und so verletzend… ich weiß noch wie du immer gesagt: „Familie ist alles“. Du hast Familie nicht verdient.</p>
<p>Das, was du verdienst, ist die Dunkelheit. Keine Sonne und nie wieder Regen und auch keinen Wind. So wirst du herausfinden, wie mich gefühlt habe.</p>
<p>Glaub mir, die Dunkelheit ist schlimmer als du denkst, wenn du den Lichtschalter nicht findest. Dein Ende wird irgendwann Dunkelheit sein, ohne einen einzigen Lichtschalter, du wirst spüren, wie unglaublich groß die Dunkelheit sein kann, und du wirst spüren, was die Dunkelheit mit einem machen kann!</p>
<p>Ich könnte Ewigkeiten darüber schreiben wie grausam das alles ist, und was du angerichtet hast, in meiner Familie… Aber das wird mir hier zu lang…</p>
<p>Ich mache hier jetzt ein Stopp, denn in meinem Kopf ist nur noch viel Schrott…</p>
<p>Wollte euch nur sagen habe gelernt wieder NEIN zu sagen! Ich bin eine, eine von 8 Milliarden Menschen und erzähle hier meine Geschichte, diese eine von vielen Geschichten.</p>
<p>DANKE.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/10/ich-will-alles/" target="_blank" rel="noopener"><strong>In diesem Text</strong> </a>schreibt unsere Autorin Fee über das Thema sexualisierte Gewalt.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Handwerklich ungeübt und bevormundet?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/handwerklich-ungeuebt-und-bevormundet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Apr 2021 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Ann Katrin! In ihrem ersten Text geht es um&#8217;s Handwerken und um die Frage, was junge Menschen alleine im Haushalt instand halten können — und welche Rolle das Geschlecht dabei spielt&#8230; Wie sieht es bei euch aus? Traut ihr euch zu, Möbel selbst aufzubauen, oder würdet ihr euch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir begrüßen eine neue Autorin auf meinTestgelände: Herzlich willkommen, Ann Katrin! In ihrem ersten Text geht es um&#8217;s Handwerken und um die Frage, was junge Menschen alleine im Haushalt instand halten können —<span class="Apple-converted-space"> </span>und welche Rolle das Geschlecht dabei spielt&#8230; Wie sieht es bei euch aus? Traut ihr euch zu, Möbel selbst aufzubauen, oder würdet ihr euch eher für den Montage-Service entscheiden? Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12894"></span></p>
<p>Bei einem Umzug in eine neue Wohnung oder auch ein Haus kommt es immer zu den üblichen Aufgaben und manchmal auch zu eher seltenen handwerklichen Herausforderungen. Zuletzt kam ich über diese To-Do´s ins Gespräch und habe zwei für mich sehr typische Reaktionen erlebt: „Du kannst sowas? Das ist ja cool“ und „Denk daran es so und so zu machen. Oder soll ich es schnell für dich erledigen?“. Neutral betrachtet sind diese Sätze sehr freundlich gemeint und sind auch bei vielen Menschen einfach die erste Reaktion. Jetzt kommt es aber zum Kontext; der erste Satz kam von einer weiblichen Person und letzterer Satz von einer männlichen Person. Und wenn ich so über meine Gespräche zum handwerklichen Bereich nachdenke, sind das auch in 90% der Fälle diese Reaktionen die ich von Gesprächspartnern meines Alters erhalte.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Da kommt mir die Frage: sind jüngere Generationen handwerklich unbegabt geworden? Und sind häusliche Aufgaben weiterhin auf die Geschlechterrollen festgelegt?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zum handwerklichen Hintergrund von Generation Y und Z können immer Statistiken und Zahlen herangezogen werden, aber die sagen oftmals nichts über private Fähigkeiten aus. Mein persönlicher Hintergrund ist eher akademischer Natur und dennoch bin ich sowohl in allgemeinen als auch speziellen Gebieten des Handwerkes so gut befähigt, dass ich nicht um Unterstützung bitten müsste. Lampen anbringen oder auch ausgefallenere Reparaturen sind für mich keinerlei Problem; handwerklich ausgebildete Familienmitglieder haben unterschiedliche Lektionen stets in den Alltag integriert und so einen nachhaltigen Lernprozess geschaffen. Aber wie verhält es sich mit den anderen Mitgliedern meiner Generation?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Laut offiziellen Statistiken gab es 2019 knapp <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1365/umfrage/bevoelkerung-deutschlands-nach-altersgruppen/">5.56 Millionen</a> Personen im Alter von 14-20 in Deutschland. Natürlich gehen viele dieser Menschen noch zur Schule, aber einige davon starten eventuell schon eine Ausbildung, dann stellt sich die Frage, welche Karriere Wege eingeschlagen werden. Eine andere Statistik zeigt auf, dass im Jahr 2019 insgesamt <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70717/umfrage/neu-abgeschlossene-ausbildungsvertraege-im-handwerk/">139 Tausend</a> neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wenn dieser Anteil nur auf die Gruppe der 14-20-Jährigen angewendet wird, ist es ein geringer Bruchteil der Altersgruppe die sich für eine handwerkliche Ausbildung entscheidet. Viele von diesen neuen Azubis brechen die Ausbildung eventuell auch ab, weil es doch nicht die richtige Wahl war oder einige werden auch vorzeitig entlassen aufgrund anderer Einschätzung durch die Arbeitgeber. Das heißt, es bleiben nicht mehr sehr viele Azubis, die die Ausbildung durchziehen und ins Berufsleben starten. Alles in allem, scheint es ein geschwindend geringer Anteil der jüngeren Generationen zu sein, die sich für eine Ausbildung im Handwerk interessieren und sich dort beruflich auch niederlassen. Was aber tun die restlichen Millennials und Digital Natives 2.0, wenn sie nun vor handwerklichen Herausforderungen im Haushalt stehen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Im Laufe unseres Lebens ziehen wir ca. 4,5-mal um. Daher müssen wir für jeden dieser Wohnorte die üblichen Installationen vornehmen. Diese beinhalten Lampen zu installieren, eine Waschmaschine anschließen, Möbel aufbauen, Bilderrahmen oder Spiegel anbohren und manchmal auch Küchenmöbel installieren. Viele Möbelhäuser bieten mittlerweile schon einen Montage-Service an und auch für größere Elektro-Geräte wird ein ähnlicher Service geboten. Beides kostet teilweise aber auch einen sehr teuren Aufschlag und nicht jede Person kann sich so etwas leisten. Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Faktor, Pärchen die gerade zusammenziehen und die Wohnung einrichten, möchten sich ihr Heim gemeinsam gestalten und entscheiden sich auch dazu die Möbel selbst aufzubauen. Möbelhäuser wie IKEA bieten zwar auch eine babyleichte Aufbau-Anleitung, aber wie steht es damit Löcher zu bohren oder eventuelle Reparaturen in der Wohnung vorzunehmen? Da kommt es dann doch wieder zu Problemen. Kleinere Reparaturen sind schnell gemacht, aber wenn ein Regal doch nicht ganz optimal hält, stehen einige Personen schon vor der Herausforderung zu entscheiden woran es liegen könnte. Und eine gute Lösung zu finden.</p>
<p>Ein weiterer kritischer Punkt von handwerklichen Fähigkeiten scheint die gesellschaftliche Akzeptanz der Rollenverteilung zu sein. Seit Jahrhunderten ist Frauen die Aufgabe der Kindererziehung und täglicher, häuslicher Aufgaben wie Kochen, Putzen und Wäschewaschen zugeordnet. Für Männer sind es hingegen der Unterhalt; der Schutz der Familie und die handwerklichen Tätigkeiten. Aber was passiert, wenn diese stereotypischen Rollen aufgebrochen werden? Die beiden häufigsten Reaktionen habe ich schon beschrieben. Als Frau werde ich entweder bewundert oder bevormundet. Hinzu kommt noch mein Alter, mit 25 Jahren scheine ich in den Augen der meisten Personen zu jung, um mich in den entsprechenden Aufgaben ausreichend auszukennen oder eine Ahnung zu haben, was ich da tue. Die Generationen Y und Z brechen viele Geschlechterrollen immer mehr auf, sie beschäftigen sich immer häufiger mit tabu Themen. Aber sind diese Verhaltensweisen nur ein Dramaspiel oder wenden sich die jüngeren Generationen wirklich zum rollenunabhängigen Handeln?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Obwohl Handwerksbetriebe die Stellenanzeigen immer häufiger geschlechterneutral verfassen oder eine Begünstigung diverser Geschlechter ausdrücken, sind kaum drastische Veränderungen wahrzunehmen. Allein der Anteil weiblicher Auszubildenden im Handwerk hat sich über die Jahre von 1992 bis 2017 kaum verändert. Mit Schwankungen zwischen <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36281/umfrage/frauenanteil-bei-auszubildenden-im-handwerk-seit-1992/">19% und 24%</a> scheint der Anteil weiterhin zu gering zu sein, um dem femininen Geschlecht eine handwerkliche Bedeutung zukommen zu lassen. Doch an dieser Stelle kommt auch der Zweifel auf, ob es nur an den gesellschaftlichen Strukturen gelegen ist, dass weibliche Personen nicht ins Handwerk aufgenommen werden. Oder ob es auch den Frauen selber liegt, sich nicht in die Tätigkeiten einfinden zu wollen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Klar ist jedenfalls, dass weiterhin geschlechtliche Vorurteile auch bei den jüngeren Generationen noch spürbar vertreten sind und es eine große Herausforderung bleibt, diese Ansichtsweisen zu einem angenehmeren Standpunkt zu verändern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr zum Thema Beruf findest du <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/beruf/" target="_blank" rel="noopener"><strong>unter dem entsprechenden Hashtag</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Norm(alität)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/die-normalitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[sabylonica]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Apr 2021 07:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12882</guid>

					<description><![CDATA[Unser*e Autor*in Sabylonica hat sich wieder einmal tiefgründige Gedanken gemacht und einen Text über Norm und Moral verfasst. Was soll das überhaupt sein, &#8222;normal&#8220;, und wer legt fest, was in diese Schublade einsortiert wird und was nicht? Was ist, wenn man selbst nichts mit den gesellschaftlichen Erwartungen anfangen kann und zum Beispiel keine Kinder bekommen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser*e Autor*in Sabylonica hat sich wieder einmal tiefgründige Gedanken gemacht und einen Text über Norm und Moral verfasst. Was soll das überhaupt sein, &#8222;normal&#8220;, und wer legt fest, was in diese Schublade einsortiert wird und was nicht? Was ist, wenn man selbst nichts mit den gesellschaftlichen Erwartungen anfangen kann und zum Beispiel keine Kinder bekommen möchte? Um diese philosophischen Fragen und einige mehr geht es im Text. Viel Spaß beim Lesen und Nachdenken! </strong>🤓</p>
<p><span id="more-12882"></span></p>
<p>Wenn ich über die Moral schreibe, meine ich nicht die Moral der Gesellschaft, die sich ohnehin zeitlich und örtlich begrenzen lässt und ihren Nutzen nicht dem Wohle der Allgemeinheit repräsentiert, sondern im Egoismus wiederfinden lässt, zudem ist die Moral oft der Politik gleichgestellt; meine Rede bei der Moral ist die Moralvorstellung subtiler, sogar gleichberechtigter Prinzipien. Gut, die Moral glänzt mit einer gewissen Normerwartung, aber diese Normerwartungen sind nicht dem Allgemeinwohle zu Diensten und verbirgt indessen eine leise Expansion von <b>Norm</b>alität. Wie ich das meine? Nun, die egoistischen Prinzipien färben sich auf kollektiver Weise auf andere ab und wird zu einem dominierenden Egoismus. Nur diejenigen, die nicht der Normerwartung entsprechen und dementsprechend als nicht normal deklariert werden, gehören nicht dem kollektiven Egoismus an und diese Normen wären nicht zu Gunsten der Allgemeinheit. Prinzipiell sind nahezu alle Normen egoistisch, der Unterschied liegt darin, ob sie einen schützt oder andere ausgrenzt. Über viele Normdefinitionen lässt sich gänzlich streiten, ob über Vorstellungen was die Liebe zwischen zwei Menschen angeht oder die Rede von einfachen Geschmäckern ist und ebenso gibt es eine riesige Bandbreite an Freiraum, was die Normerwartungen angeht.</p>
<p>Ein Beispiel, was die Definition besser aufklärt, wie eine Moral zeitlich und örtlich eingeschränkt ist: Wenn wir 300 Jahre zurückblicken, war beim Wert <i>Homosexualität</i> die Norm im Okzident, dass sie eine psychische Krankheit darstellen würde, im Orient vor 300 Jahren jedoch war Homosexualität völlig <b>norm</b>al und vergleichsweise heute stellt sie im heutigen Okzident keine Krankheit mehr dar, aber diesmal ist sie im Orient geprägt von angeblich psychischer Krankheit. Und auch innerhalb eines Ortes können unterschiedliche Normerwartungen auftauchen, aber meistens dominiert eine Normerwartung über alle individuellen Prinzipien und meistens grenzen solche dominierenden Normen andere aus.</p>
<p>Nach diesem Einblick der Moralvorstellung für den Egoismus, würde ich nun auf die Moralvorstellung der individuellen Prinzipien eingehen. Ich denke, dass hier auch die Vernunft als Synonym verwendet werden kann. Mir ist ebenso bewusst, dass niemals der Punkt des Utilitarismus, dem Glücke der Allgemeinheit, erreicht werden kann, weil diese Vorstellungen rein utopische sind und weil der (kollektive) Egoismus sich dagegenstellt.</p>
<p>Wir wissen, dass die Norm der Gesellschaft inferior ist und einseitige Strukturen aufweist. Wäre aber der Ansatz nicht umsetzbar mehrere Normerwartungen gleichzustellen? Ja, das ist möglich, nur spielt die Gesellschaft eine erheblich große Rolle und kann sich in der einseitigen Norm unberechtigterweise angegriffen fühlen und Widerstand leisten. Zum Beispiel kann der Wunsch Kinder zu bekommen nicht jedem gerecht sein. Nicht jeder wünscht sich ein Kind und nicht jeder möchte eines. Aber wenn wir nach dem kollektiven Egoismus der Norm gehen, erwartet die Gesellschaft, dass jeder, sofern gesundheitlich möglich, ein Kind auf die Welt setzt. Und bei diesem Wert sollte es doch um das Wohl des Kindes gehen und nicht um den Willen des Egoismus. Geschweige denn, dass auch hierbei eine Intersektionalität mitspielt, beispielsweise eine asexuelle Person oder eine Person mit Vaginismus. Aber diese Moralvorstellung, Kinder bekommen zu müssen, ist eine so fest etablierte Normalität und indessen scheint kein Freiraum in Sicht zu sein für den reinen Vernunft nachdenken zu können, ob es doch überhaupt vernünftig ist Kinder zu bekommen. Und ich meine, ob es aus der Sicht der Betroffenen vernünftig ist Kinder zu bekommen, aus der Sicht der dominierenden Normidentität wird es sicherlich vernünftig sein.</p>
<p>Schlussendlich richte diesen Appell an die Moralvorstellung jeder individuellen Prinzipien: Jeder Mensch hat seine eigenen, individuellen Prinzipien für sein eigenes Glück, die auch gut so sind und einen schützen können und da sollte niemand mit seiner egoistischen Norm eingreifen dürfen. Soll jeder nach seiner Normalität, ohne die der anderen zu verletzen oder einzuschränken, leben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Sabylonica <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/sabylonica/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Funkeln der Diamanten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/das-funkeln-der-diamanten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Mar 2021 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12831</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns über einen Beitrag von der Was geht Almanya-Autorin Pia Johannimloh. &#8222;Das Funkeln der Diamanten&#8220; ist aus dem Buch &#8222;Aus Angst wächst Mut&#8222;, in dem außer Pia noch 18 weitere junge Menschen sehr persönliche Geschichten erzählen. In dieser hier geht es um einen Tag in der Schule, der ganz anders endet als erwartet&#8230; viel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wir freuen uns über einen Beitrag von der Was geht Almanya-Autorin Pia Johannimloh. &#8222;Das Funkeln der Diamanten&#8220; ist aus dem Buch &#8222;<a href="https://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener">Aus Angst wächst Mut</a>&#8222;, in dem außer Pia noch<strong> 18 weitere junge Menschen sehr persönliche Geschichten erzählen. In dieser hier geht es um einen Tag in der Schule, der ganz anders endet als erwartet&#8230; viel Spaß beim Lesen!</strong></b></p>
<p><span id="more-12831"></span></p>
<p>Der Regen prasselte gegen mein Fenster, so dass ich wach war, bevor der Wecker klingelte. Ich schaltete das Licht oberhalb meines Kopfes an, schlug die Decke zurück und stieg aus dem Bett. Als ich in den Spiegel schaute, erkannte ich mich selbst nicht wieder. Ich hatte dunkle Ringe unter den Augen und meine Haare sahen aus, als hätte ich einen Stromschlag bekommen. Nach gefühlten zwei Stunden hatte ich meine Frisur gebändigt und meine Augenpartie übergeschminkt. Am Frühstückstisch waren meine Eltern in ein Gespräch vertieft. Mein Bruder las seine Nachrichten, niemand nahm mein gelangweiltes „Morgen“ zur Kenntnis. Ich trank ein Glas Milch und aß einen Apfel.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Es hatte aufgehört zu regnen, doch die Straßen waren immer noch nass. Die Blätter, die schon zahlreich von den Bäumen fielen, machten den Weg auch nicht besser. Es war rutschig und kalt. Der Berg kam mir an diesem Morgen noch steiler vor als sonst und ich musste mein Fahrrad hinauf schieben, um überhaupt herauf zukommen. Ich stellt mein Fahrrad hinter der Schule ab und beeilte mich, ins Gebäude zu kommen. Am Eingang passte mich eine Freundin ab und gemeinsam gingen wir geradewegs zu unserem Klassenzimmer. Unsere Lehrerin war wie immer zu spät und ihr Unterricht langweilig wie nie zuvor. Im Laufe der Stunde schliefen meine Mitschüler nach und nach ein oder versanken in ihren Gedanken. Mit der Zeit ließ auch meine Konzentration nach. Irgendwann schaltete ich ganz ab und hang nur noch meinen Gedanken nach.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Glocke ließ uns alle hochschrecken. Langsam leerte sich unsere Klasse. Ich nahm das Klassenbuch an mich und verließ zusammen mit meinen Freundinnen den Raum. Die frische Luft auf dem Weg zur Sporthalle tat gut. Aber irgendetwas war komisch. Zuerst war es nur ein Gefühl, aber nach und nach wurde es Gewissheit. Und dann sah ich es auch: Meine Mitschüler beobachteten mich die ganze Zeit von der Seite und tuschelten miteinander. Was hatte das zu bedeuten? Was stimmte nicht mit mir? Mehrmals kontrollierte ich unauffällig meine Sachen. Hatte ich auch wirklich nichts vergessen? Nein, hatte ich nicht. Alles war da. Die Schuhe, ordentlich gebunden, die Hose, vorne geschlossen, das T-Shirt, ohne auffälligen Aufdruck und ohne flecken. Was war denn nur los? Warum starrten die mich so an?</p>
<p>Dann kassierte ich auch noch zwei dumme Sprüche, war aber nicht in der Lage, etwas zurück zu geben. Stattdessen antwortete meine Freundin, ohne dass ich verstand, worum es ging. In meinem Kopf lief eine Dauerschleife. Immer und immer wieder dasselbe. Eine Reihenfolge von Schritten perfekt auf die Musik abgestimmt. Zumindest war es für mich perfekt. Würden die anderen es genauso finden?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wir waren bei der Halle angekommen. Da draußen eine Eiseskälte herrschte, freute sich jeder über die geheizten Räume. In Windeseile zog ich mich um, schnappte mir das Klassenbuch und betrat die Halle. Dort hatte sich schon die Hälfte meiner Klasse versammelt.</p>
<p>Als Frau Hansen die Halle betrat, achtete zuerst niemand auf sie. Sie wurde nie beachtet, nie wahrgenommen und nie respektiert. Sie war eine von der Sorte, mit der man machen konnte, was man wollte. Niemals würde und könnte sie sich dagegen wehren. Doch heute war alles anders. Wir spürten es lange bevor sie bei uns angekommen war. Es lag förmlich in der Luft, dass diese Stunde nicht mehr so sein würde wie die vorherigen. Ohne dass sie ein Wort gesprochen hatte, wurden alle plötzlich still, merkwürdig still. Und wieder spürte ich die Blicke der anderen. Sie schauten nur mich an. Die Skepsis in ihren Blicken bohrte sich durch meinen Körper direkt in mein Herz. Für einen Moment hörte es auf zu schlagen.</p>
<p>Noch immer starrten mich meine Mitschüler an, als käme ich von einem anderen Planeten. Erst als Frau Hansen das Wort ergriff, nahmen sie ihre Blicke langsam von mir. Wieder sah ich an mir herunter. War etwas nicht in Ordnung mit mir? Hatte ich mein T-Shirt vielleicht falsch herum angezogen oder meine Hose auf links? Nein mit mir war alles in Ordnung.</p>
<p>Irgendwann bemerkte ich, dass wir im Halbkreis um Frau Hansen herum saßen. Ich bekam nur einige Gesprächsfetzten mit, den Zusammenhang verstand ich nicht. Als ich meinen Namen hörte, wurde ich hellhörig. Wie in Trance stand ich auf und stellte mich neben Frau Hansen. Wieder diese Blicke, wieder dieser stechende Schmerz. Das beliebteste Mädchen unserer Klasse funkelte mich böse an. Ich konnte sie noch nie leiden, ebenso wenig wie sie mich. Tom, mein Schwarm, lächelte mich anerkennend an. Seine strahlenden Augen und sein freundliches Lächeln taten mir gut. Wenigstens einer, der es gut mit mir meinte. Die anderen schauten einfach nur auf den Boden.</p>
<p>Mein Herz schlug so schnell, wie eine Rakete die gerade in den Himmel schießt, es schlug so laut, dass ich dachte, jeder hätte es hören können. Die Stimmen meiner Mitschüler wurden lauter. Dann standen alle auf und blickten mich erwartungsvoll an. Worüber hatte Frau Hansen gesprochen? Meine Freundin schaute mich verwirrt an, als ich sie danach fragte, aber sie gab mir Antwort.</p>
<p>Meine Lehrerin hatte also über mich und meine bisher unzumutbaren Leistungen gesprochen. Diese ungemein lieb gemeinte Rede beschwor nur noch mehr spöttische Blicke herauf. Selbst zwei meiner ehemals guten Freundinnen lachten nun über mich. Ich kochte innerlich vor Wut. Freunde? Das sollten Freunde sein?</p>
<p>Nur zwei Menschen lachten nicht mit. Tom, der Junge in den ich schon seit langem verliebt war und meine beste Freundin. Aber vielleicht steckte sie auch mit den anderen unter einer Decke. Von nun an würde ich auf mich allein gestellt sein. Niemandem konnte ich mehr vertrauen.</p>
<p>Während die anderen sich warm liefen, dehnte ich mich und lief zwei Runden mit. Das Verhalten meiner Mitschüler besserte sich auch im weiteren Verlauf der Stunde nicht. Das war mir mittlerweile aber auch ziemlich egal. Die dummen Sprüche die mich jede Minute erreichten und diese spöttischen Blicke schraubten meine Laune immer tiefer. Ich lief mit meiner Freundin zusammen und bald gesellte sich auch Tom zu uns. Wir kamen ins Gespräch und meine Laune besserte sich augenblicklich. Sie fiel aber sofort rapide wieder ab, als mich der nächste dumme Spruch erreichte. Er kam von Elias, dem Klassenclown, der sogleich die Faust meines Schwarms kassierte. Er taumelte und setzte sich unfreiwillig auf seinen Hosenboden. Die Klasse krümmte sich vor Lachen und ich wurde knallrot.</p>
<p>Dann sah ich, wie Tom stehenblieb und auf seine Hand starrte. Die Haut um seine Knöchel herum war aufgeplatzt und er blutete, aber zum Glück nur leicht. Während Frau Hansen die Hand untersuchte und verband, riss Elias schon wieder dumme Sprüche. Ich blickte Tom verlegen an und er schenkte mir ein aufmunterndes Lächeln. Durch Toms Verletzung blieb nicht mehr viel von der Stunde übrig. Doch dieser letzte Rest gehörte nun vollständig mir. Während ich die CD einlegte, steigerte sich mein Lampenfieber ins Unermessliche. Es würde schwer werden, die Aufmerksamkeit meine Klasse zu bekommen, das wusste ich. Aber, dass es so schwer werden würde, hätte ich dann doch nicht gedacht.</p>
<p>Ich ließ sie sich in einer Reihe aufstellen, startete die CD und ließ ein Lied durchlaufen. Dann stellte ich mich zwei Schritte vor die Klasse und schaute in die Runde. Ich sah neugierige, aber auch verächtliche Blicke. Ich sah Neid und auch Respekt und ich sah ein strahlendes Lächeln. Dieser Blick war es, der mir signalisierte, dass ich es auf jeden Fall schaffen würde.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dann drehte ich mich um und mein Lied setzte ein. Ich kam gut in den Takt, tanzte – wie ich fand &#8211; ausdrucksstark und elegant, rhythmisch und fließend. Ja, ich tanzte, ich tanzte einfach vor den Augen meiner staunenden Mitschüler, vor der ganzen Klasse und vor Frau Hansen. Meine Angst, meine Unsicherheit und meine Wut waren mit einem Mal überwunden. Und wenn man die Zeit jetzt angehalten und sich mein Gesicht genauer angeschaut hätte, hätte man sehen können, dass meine Augen funkelten. Sie funkelten wie die schönsten Diamanten der Welt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte aus dem Buch und weitere Beiträge von <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Was geht Almanya gibt&#8217;s hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Meine Mantren: Gesundheit und Self-Care während der Corona-Krise</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/meine-mantren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mare]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 07:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mentale Gesundheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Teamsport, Schwimmbad, Fitness-Studio oder Meditationskurs: Was uns ansonsten Struktur und Entspannung beschert, ist leider momentan nicht möglich. Was also tun? Auf Online-Angebote zurückgreifen? Irgendwie müssen wir uns schließlich um uns selbst kümmern, eine Balance finden, richtig? Unsere Autorin Mare hat aufgeschrieben, wie sie die Sache mit der Self-Care in Zeiten der Pandemie angeht. „Wir beginnen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Teamsport, Schwimmbad, Fitness-Studio oder Meditationskurs: Was uns ansonsten Struktur und Entspannung beschert, ist leider momentan nicht möglich. Was also tun? Auf Online-Angebote zurückgreifen? Irgendwie müssen wir uns schließlich um uns selbst kümmern, eine Balance finden, richtig? Unsere Autorin Mare hat aufgeschrieben, wie sie die Sache mit der Self-Care in Zeiten der Pandemie angeht.</b></p>
<p><span id="more-12827"></span></p>
<p>„Wir beginnen. Einatmen. Ausatmen. Ohhhhm.“<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich atme ein. Ich atme aus. Ich fühle mich vollkommen bescheuert dabei, wie ich im Schneidersitz auf dem Boden sitze und der Frau auf dem Computerbildschirm dabei zuhöre, wie sie auf einer Sprache schief Wörter singt, die weder ich noch sie verstehen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich mag Yoga. Oder besser gesagt: ich bin im Fitnessstudio gerne in die Yogakurse gegangen. Genauso wie ich gerne schwimmen war und in den Kampfsportverein gegangen bin. Oder einfach nur am Ende eines langen Tages ein bisschen im Park eine Runde spazieren war.</p>
<p>Was ich nicht mag, sind Online-Yogakurse, die unbedingt dem ganzen einen esoterischen Flair geben müssen, indem Worte rezitiert werden, die keiner versteht (oder noch schlimmer, die man lieber nicht verstehen würde a la „Ich fühle Mondenergie in meinem Herzen wachsen!“). Aber mir bleibt momentan dank Corona nichts anderes übrig, als mich von Video von Video zu klicken, um merkwürdige Mantren-Gesänge zu vermeiden.</p>
<p>Dabei können Mantren hilfreich sein. Gerade in dieser Zeit. „Ein Mantra kann eine Silbe, ein Wort oder (meistens) eine Wortfolge sein, die wiederholt aufgesagt, gedacht oder gesungen wird“, sagt das <a href="https://neueswort.de/mantra/">Online-Wörterbuch</a>. Und ich habe auch Mantren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Ich mache es, um gesund zu sein und mich um meinen Körper zu kümmern. Nicht um irgendeinen Schönheitsideal zu entsprechen.</i> Immer und immer wieder<i>. Ich mache es, um gesund zu sein. </i>Und irgendwie stimmt das auch.<span class="Apple-converted-space">  </span>Mir geht es so gut wie noch nie. Plötzlich ist da Energie, wo vorher nie welche war. Und auch die chronischen Rückenschmerzen lassen nach. Und trotzdem. Mit jedem Kilo, das auf der Waage fällt, kommt das Erfolgsgefühl.</p>
<p>Aber dann kommt der Schnitt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Bleib mal lieber zu Hause und geh nicht zum Training. Herunterfahren des öffentlichen Lebens. Kontaktverbot. Und jetzt auch noch das böse Wort mit Q.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Unterstimulierung. Energieüberschuss. Zukunftsängste. Rückenschmerzen. Frustessen. Home-Workouts und Online-Yogakurse. Seit Tagen kein Blick auf die Waage. Und mein Mantra. <i>Ich mache es, um gesund zu sein.</i></p>
<p>Ich versuche es zu dem Mantra von allem zu machen, was ich in diesen Tagen tue. Für meine körperliche Gesundheit und für meine geistige. Denn einige Tage ziehen sich hin, strecken sich aus, fühlen sich an, als müsste ich mich durch Stunde um Stunde kämpfen, denn hinter jedem Gedanken warten die Sorgen. An anderen Tagen überschlagen die Stunden sich. Mit jeder Vibration vom Handy kommt die Angst um schlechte Nachrichten, von der Tagesschau oder dem Bekanntenkreis, und oft genug kommen sie auch.</p>
<p><i>Ich mache es, um gesund zu bleiben</i>. An manchen Tagen heißt das, dass mein Wecker um 8 klingelt, denn ich brauche einen Tagesrhythmus. Frühstück. Yoga. Arbeit. Mittagessen. Hausarbeiten. Cardio-Training. Abendessen. Gruppenchats auf Discord oder Brettspiele mit den Mitbewohnern. Fast schon das Gefühl von Normalität.</p>
<p><i>Ich mache es, um gesund zu bleiben. </i>An manchen Tagen heißt das, dass ich mich mit dem Snackvorrat in eine Decke auf dem Sofa einwickle und eine Staffel von irgendeiner dummen Serie auf Netflix in einem Rutsch durchgucke. Denn die Ereignisse überschlagen sich, genauso wie die schlechten Nachrichten. Wir durchleben momentan eine globale Pandemie, keinen normalen Hausarrest. Die beste Version von mir selber in der Quarantäne ist nicht die, die fünf neue Sprachen anfängt und einmal komplett das Haus grundreinigt, während sie Gewichte stemmt. Die beste Version von mir selber, ist die, die es da irgendwie durchschafft. Das ist genug. Das ist genug. <i>Das ist genug.</i></p>
<p>Zwei Gedanken gehören zu meinem Mantra: Ich darf nicht aufgeben. Ich muss mich um mich selber kümmern, darf nicht versinken in Angewohnheiten, die mir am Ende nur schaden.</p>
<p>Und: Wenn ich mich schone, meine Batterien auflade, die Kekspackung für ein bisschen Glückgefühl leer esse, dann kümmere ich mich auch um mich. Ich kümmere mich darum, durch den Tag zu kommen.</p>
<p>Es ist ein Balanceakt. Ständig fühle ich, wie ich von der einen Seite zu der anderen schwanke. Aber genau für sowas hat mir Yoga ein Mantra mitgegeben. Einatmen. Ausatmen. Und auf einen Punkt direkt vor mir konzentrieren. Und nicht zu weit nach vorne oder oben gucken. Dann fällt das mit dem Gleichgewicht leichter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von Mare gibt&#8217;s <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/mare/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>!</li>
</ul>
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		<title>Lebensläufe: Lilith</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/lebenslaeufe-lilith/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Conrad]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Mar 2021 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Juhu, endlich ein neues Video aus Conrads Reihe &#8222;Lebensläufe&#8220;! Die Protagonistin des heutigen Films kennt ihr als engagierte und vielseitig interessierte Autorin hier auf meinTestgelände: Lilith. Ihr Motto lautet: Ausprobieren! Nach der Schule hat sie verschiedene Praktika absolviert, um herauszufinden, was sie im Bachelor studieren möchte. Inzwischen studiert sie Internationale Beziehungen in Dresden &#8211; und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Juhu, endlich ein neues Video aus Conrads Reihe &#8222;Lebensläufe&#8220;! Die Protagonistin des heutigen Films kennt ihr als engagierte und vielseitig interessierte Autorin hier auf meinTestgelände: Lilith. Ihr Motto lautet: Ausprobieren! Nach der Schule hat sie verschiedene Praktika absolviert, um herauszufinden, was sie im Bachelor studieren möchte. Inzwischen studiert sie Internationale Beziehungen in Dresden &#8211; und nebenbei findet sie noch Zeit für Hobbys und Ehrenämter. Heute ist sie beispielsweise bei der <a href="https://www.klischee-frei.de/de/klischeefrei_97926.php" target="_blank" rel="noopener"><em>3. Fachtagung der Initiative Klischeefrei</em></a> mit dabei. Schaut unbedingt rein und lasst euch inspirieren!</strong></p>
<p><span id="more-12803"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Liliths Profil <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
<li>Und hier gibt&#8217;s weitere <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/conrad/" target="_blank" rel="noopener"><strong>&#8222;Lebensläufe&#8220;-Videos</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Präsentierteller</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/praesentierteller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2021 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir starten in den neuen Monat mit einem poetischen Text von unserer Autorin Lina Klöpper. Worum es geht? Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Um Körperbilder, um Schönheitsnormen, um unangebrachte Fragen, um ungebetene Ratschläge und Kommentare sowie die verschwommene Grenze zur Übergriffigkeit. Aber lest selbst: ich mache mir doch nur sorgen, bist du]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir starten in den neuen Monat mit einem poetischen Text von unserer Autorin Lina Klöpper. Worum es geht? Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Um Körperbilder, um Schönheitsnormen, um unangebrachte Fragen, um ungebetene Ratschläge und Kommentare sowie die verschwommene Grenze zur Übergriffigkeit. Aber lest selbst:</strong></p>
<p><span id="more-12791"></span></p>
<p>ich mache mir doch nur sorgen, bist du schwanger, willst du das wirklich noch essen, du musst langsam mal aufpassen, weißt du, das ist ungesund, jemand den ich kannte hatte mit 40 deshalb schon einen herzinfakt, ich habe angst um dich, das ist ungesund, geh mal zum arzt, mach mal mehr sport, sag mal nein, lass hunger zu, lass eine mahlzeit weg, iss mal einen apfel, achte mal auf dich, so wie du aussiehst möchte dich keiner haben, so kann dich keiner lieben, ich mache mir doch nur sorgen</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>warum willst du nicht noch nachtisch, heute sind feiertage, heute ist geburtstag, heute geht das mal, ab morgen musst du aufpassen, iss das doch jetzt, natürlich ist da fleisch dran, willst du noch nachschlag, nur was kleines, Willst du heute alkohol? – schnelles nicken, davon wirst du aber noch fetter</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>Vielleicht bist du so vom fahrstuhl fahren, du kommst alleine nicht klar, schau dich doch an, vielleicht ist es vom vegetarisch sein, du machst sicher keinen sport, du machst doch sicher generell gar nichts, ich will gar nicht wissen wie es bei dir aussieht, deine klamotten haben falten, deine jacke spannt, welche größe hast du denn jetzt, du solltest mal zum arzt gehen, wollen wir dich gleich hier wiegen</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>Du brauchst einen abschluss, aus dir wird doch nichts, wie lange dauert das noch, schon wieder durchgefallen, wir haben das damals auch geschafft, wir hatten alle stress, es geht jedem mal nicht gut</p>
<p><i>Du atmest schwer</i><br />
<i>Du atmest langsam</i><br />
<i>Tränen in den Augen</i><br />
<i>Stummes nicken</i><br />
<i>&#8218;ok&#8216;</i></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>mytruestorys2000: Sicherheit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/mytruestorys2000-sicherheit/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/mytruestorys2000-sicherheit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2021 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute dürfen wir euch wieder einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Kreativ- und Schreibwettbewerb für Mädchen und junge Frauen „Das ist mir was wert!“ präsentieren. Der Wettbewerb wurde gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesem Text beschreibt die junge Autorin eindrucksvoll, welchen Einfluss Rassismus und Hass auf ihr Leben und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute dürfen wir euch wieder einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Kreativ- und Schreibwettbewerb für Mädchen und junge Frauen „<a href="https://www.lizzynet.de/wws/dasistmirwaswert-wettbewerb.php?sid=41092982455971637358762546255030" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das ist mir was wert</a>!“ präsentieren. </strong><strong>Der Wettbewerb wurde gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesem Text beschreibt die junge Autorin eindrucksvoll, welchen Einfluss Rassismus und Hass auf ihr Leben und ihre Entscheidungen haben&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-12769"></span></p>
<p>Ich habe mich in diesem Land immer sicher gefühlt. Es gab nie einen Grund, um von irgendeiner Gefahr auszugehen. Bis heute.</p>
<p>Wenn ich auf die Straßen ging, konnte ich immer die Blicke auf mir spüren. Sah ich so anders aus? Passte ich nicht ins Bild?</p>
<p>Wenn ich in den Bus oder die Bahn stieg, wendeten die Leute ihren Kopf zu mir, beäugten mich kritisch und rückten weg. Niemand setzte sich neben mich, wenn ich mir einen Platz aussuchte.</p>
<p>Wenn ich eine große Tasche mit Büchern mitschleppte, ließen mich die Blicke erst gar nicht los. Und manchmal sah ich dann direkt in die Augen von jemandem, der mich mit Hass ansah.</p>
<p>Aber warum? Was war der Grund für diesen Hass gegen einen Menschen, den die Leute doch überhaupt nicht kannten?</p>
<p>Ich kenne die Antwort. Aber ich möchte es mir nicht eingestehen. Ich sehe es, aber ich verschließe die Augen davor.</p>
<p>Sie starren mich an, weil meine Haut etwas dunkler ist. Weil meine Gesichtszüge mich als Ausländerin verraten. Weil das Tuch auf meinem Kopf mich als Muslimin kennzeichnet. Sie starren mich an, weil sie Angst vor Leuten wie mir haben. Oder glauben, ich sei wie die Leute, vor denen sie sich wirklich fürchten. Und das obwohl mich absolut nichts mit diesen Menschen verbindet.</p>
<p>Zunächst waren mir die Blicke egal. Ich wurde nie angesprochen oder angegriffen, weshalb ich mir keiner Gefahr bewusst war. Ich lebte einfach mein Leben, ging zur Schule und machte meinen Abschluss. Anschließend bewarb ich mich für ein Medizinstudium und wartete ab. Ich ging meinen Weg, wie jeder andere.</p>
<p>Aber mir war nicht bewusst, dass ich dieses Privileg nicht besaß.</p>
<p>Ich hatte mich auf alle Unis in der Nähe beworben, da ich nicht weit weg von meiner Familie sein wollte. Den Studienplatz in meiner Heimatstadt bekam ich leider nicht, aber dafür wurde ich woanders angenommen. Ich konnte es kaum glauben, als die Nachricht eintraf. Und ganz schnell hatte sich alles geändert. Innerhalb von Tagen musste ich einen Umzug planen, mir eine Wohnung suchen und die gewünschten Unterlagen an die Uni schicken. Nur langsam konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, alles hinter mir zu lassen, um endlich das zu studieren, für das ich mich so lange angestrengt hatte.</p>
<p>Aber auf die große Freude folgte der bittere Absturz.</p>
<p>Halle an der Saale. Das sollte der Ort sein, wo ich mein Studium beginnen sollte. Bei der Stadt hatte ich mir nichts gedacht. Ich hatte sie nur ausgewählt, weil sie nicht weit weg von meiner Heimatstadt war.</p>
<p>Aber genau da lag mein Fehler.</p>
<p>Ich hatte nicht das Privileg, mir irgendeine beliebige Stadt auszusuchen. So wie die anderen.</p>
<p>Ich war naiv. Ich dachte Rassismus wäre nur etwas, was man in den Medien hört. Ich dachte, es wäre etwas, was der Vergangenheit angehört. Aber ich hatte mich gewaltig getäuscht.</p>
<p>Als mein älterer Bruder davon hörte, dass ich zur Uni zugelassen wurde, freute er sich für mich. Er bat mir seine Hilfe in der Wohnungssuche an und fuhr sogar mit mir zu der besagten Stadt, um ein paar Wohnungen zu besichtigen. Mir wurde ganz flau im Magen, als wir zu der Stadt fuhren, in der ich einen neuen Abschnitt meines Lebens beginnen sollte. Hier würde ich erst einmal für die nächsten sechs Jahre alleine sein. Dieser Gedanke gefiel mir nicht, aber ich stieß es beiseite. Die Freude auf das Studium überspielte alle negativen Gefühle.</p>
<p>Nachdem wir ein paar Wohnungen besichtigt hatten und zusammen mit meiner Mutter im Auto zurückfuhren, versuchte mein Bruder mich von der Idee abzubringen. Ich sollte nicht wegziehen. Ich sollte es einfach nächstes Jahr nochmal versuchen. Aber warum? Das hier war meine Chance! Wer wusste schon, ob ich nächstes Jahr wieder direkt einen Platz bekommen würde? Alles in mir stimmte gegen diese Idee. Ich verstand einfach seinen Grund nicht.</p>
<p>Und dann erzählte er mir, was ihm passiert war, als er schon einmal hierherkam. Wie man ihn bedroht und mit Messern angegriffen hatte. Und er zeigte mir die Zeitungsartikel anderer schlimmer Taten im Internet. Dann erzählte seine Frau mir, dass diese Stadt nicht sicher sei für Mädchen wie mich. Ausländer. Muslime. Kleine Mädchen, die noch nichts von der Welt gesehen hatten.</p>
<p>Ich wollte das alles nicht glauben. Rassismus? Den hatte man doch schon überwunden. Das war doch ein Ding der Vergangenheit! Ich hatte mich doch oft genug im Unterricht mit der Geschichte Deutschlands beschäftigt und wusste, was alles passiert war. Es konnte doch nicht sein, dass es da draußen noch Menschen gibt, die immer noch dieser schwachsinnigen Ideologie folgen! Oder?</p>
<p>Ich hatte zu große Angst. Meine Familie wollte nur das Beste für mich. Sie wollten, dass ich sicher war. Alleine in eine Stadt zu ziehen, in der man Menschen wie mich hasste, war einfach nicht sicher für mich. Und ich akzeptierte es nach einer Weile. Ich glaubte meinen Eltern und meinem Bruder und ließ es einfach sein. Am nächsten Tag schickte ich meinen Verzicht auf den Studienplatz an die Universität.<br />
Die nächste Zeit danach war ich am Boden zerstört. Ich hatte meinen Traum aufgegeben, weil es manchen Menschen da draußen einfach nicht passte, wie ich aussah oder welcher Religion ich angehörte. Ich hatte meinen Traum für meine Sicherheit eingetauscht.</p>
<p>Ich wollte nicht wahrhaben, dass meine Familie Recht hatte.</p>
<p>Nicht bis zum 09.Oktober 2019. Es stand überall in den Zeitungen, jeder Sender berichtete davon und meine Freunde schickten mir sofort Links zu den Artikeln.</p>
<p>Ein Anschlag auf eine Synagoge in Halle an der Saale, zwei Menschen wurden getötet.</p>
<p>Ein Anschlag in der Stadt, dessen Universität ich besuchen wollte. Und das in der ersten Woche, in der das Semester begonnen hatte.</p>
<p>Ich war einfach nur sprachlos. Die Bedrohung wurde zur Realität. Es waren keine leeren Worte. Es gibt wirklich Menschen da draußen, die sogar so weit gehen würden, um die unerwünschten Leute aus diesem Land zu treiben. Eine Realität für die ich meinen Traum aufgab, aber meine Sicherheit bewahrte.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Wettbewerbstexte und auch andere Beiträge von LizzyNet <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lizzynet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Hanau.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/hanau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Memo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 07:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute vor genau einem Jahr ermordete ein Nazi zehn Menschen in Hanau, davon neun aus rassistischen Motiven: Ferhat Ünvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kalojan Welkow, Fatih Saraçoğlu, Said Nessar El Hashemi und Vili Viorel Păun. Das Leid ihrer Familien und Freund*innen ist nach wie vor unvorstellbar groß. Eine lückenlose Aufklärung der Tat hat es noch immer nicht gegeben. Im Verlag stolze augen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute vor genau einem Jahr ermordete ein Nazi zehn Menschen in Hanau, davon neun aus rassistischen Motiven: Ferhat Ünvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kalojan Welkow, Fatih Saraçoğlu, Said Nessar El Hashemi und Vili Viorel Păun. Das Leid ihrer Familien und Freund*innen ist nach wie vor unvorstellbar groß. Eine lückenlose Aufklärung der Tat hat es noch immer nicht gegeben.</strong></p>
<p><strong>Im Verlag <em>stolze augen books</em> erscheint heute das Buch <a href="https://stolzeaugen-books.de/buecher/texte-nach-hanau/" target="_blank" rel="noopener"><em>Texte nach Hanau</em></a> erschienen, das wir euch sehr ans Herz legen. </strong></p>
<p><strong>Auch unser Autor Memo hat zur Verarbeitung dieser furchtbaren Tat ein Gedicht geschrieben:</strong></p>
<p><span id="more-12141"></span></p>
<p>Hanau ist geprägt…<br />
Die Menschen in Hanau sind geprägt…<br />
Die Familien in Hanau sind geprägt…<br />
Etwas grausames ist geschehen und schon wieder versuchen manche, es nicht zu sehen.<br />
Versuchen es zu verleugnen, diese schandhafte Tat,<br />
Tun so als ob es diese Menschen niemals gab!<br />
Wir dürfen dieses Ereignis nicht verstecken!<br />
Wir dürfen uns nicht verstecken!<br />
Ich weiss, es schmerzt darüber zu sprechen,<br />
Aber nur so können wir die Kette der Gewalt durchbrechen…</p>
<p>Der Stille Atem des Todes legte sich an jenem Tag um 10 Menschen,<br />
Dass müssen wir lernen zu verstehen..</p>
<p>Es waren 10 zu viel,<br />
Einer der Ihnen das Leben stiehl,<br />
Rassismus war des Mörders Schatten,<br />
10 Existenzen die keine Chance mehr für ihr eigenes Leben hatten,<br />
Zu Unrecht angeklagt, verurteilt und vollstreckt,<br />
Keiner der die Familien der Opfer, aus diesem Alptraum weckt,<br />
Sind wir wirklich schon so weit?<br />
Der Hass ist wieder zum Morden bereit?<br />
Unschuldige, die um Hilfe schrien,<br />
Gejagt von Ihm,<br />
Einem Mann, der seine Menschlichkeit aufgab,<br />
Als die schwarze Ideologie in ihm austrat,<br />
Überzeugt von seiner weißen Männlichkeit,<br />
demonstriert er in seinem Inneren Auge die geschlechtliche Überlegenheit,<br />
Getrieben von dem Bild einer weißen, reinen Frau und Ihrem selbstverherrlichenden Mann,<br />
ereignete sich die abscheuliche Tat dann,<br />
Falsche Treue in Form eines Briefes, war sein Schild, Verachtung sein Schwert,<br />
Ein Rechter Mann, der sich am Ende hat selbst entfernt,</p>
<p>Es wird nicht mehr so sein, wie es vorher einmal war,<br />
Angst und Schmerz werden unsere ständigen Begleiter,<br />
Als ich diesen Anschlag sah,<br />
Stellte ich mir die Frage: geschieht es jetzt weiter?<br />
Entwickeln wir uns zurück, zu dieser Zeit?<br />
Wer wird der nächste sein?<br />
Ich, du, er oder sie?<br />
Was tun wir jetzt und vor allem wie?</p>
<p>Gesellschaftlicher Zusammenhalt, ja, für den Anfang ist das richtig,<br />
Es betrifft uns aber alle, uns alle, diese Erkenntnis ist wichtig!</p>
<p>Vorurteile und Hass zerfressen unsere Realität,<br />
Wenn wir nicht aufpassen, ist es gerade dass, was zukünftige Generationen prägt,<br />
Die Arbeit beginnt bei jedem eigen,<br />
Unser Bewusstsein muss zur moralischen Gleichheit neigen,<br />
Denn unser gesellschaftliches Leben wird immer von unseren Gedanken und Herzen Speisen,<br />
Es war wirklich schrecklich was passierte und was ich sah,<br />
Für uns und für die Familien ist es wichtig, dass wir nicht vergessen was in Hanau geschah….</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr über Memo erfahren wollt, <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/memo/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>klickt hier</strong></a>!</li>
</ul>
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		<title>Thron</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/thron/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Hoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Feb 2021 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Benachteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie gewohnt auf den Punkt rappt Robin Hoff aka Ecxes über große Träume und Ziele, die dafür gesorgt haben, immer durchzuhalten und weiterzumachen: &#8222;Ohne einen Cent, nur ein Plan und die Vision, ich geb niemals auf, ich will rauf auf diesen Thron&#8220; &#8211; wir wünschen euch viel Spaß beim Anhören des neuen Songs! Mehr dazu:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie gewohnt auf den Punkt rappt Robin Hoff aka Ecxes über große Träume und Ziele, die dafür gesorgt haben, immer durchzuhalten und weiterzumachen: &#8222;Ohne einen Cent, nur ein Plan und die Vision, ich geb niemals auf, ich will rauf auf diesen Thron&#8220; &#8211; wir wünschen euch viel Spaß beim Anhören des neuen Songs!</strong></p>
<p><span id="more-12758"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hört unbedingt auch in <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/mr-hoff/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>alle anderen Songs von Ecxes</strong></a> rein!</li>
</ul>
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		<title>Wenn Gott eine Frau wäre</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/wenn-gott-eine-frau-waere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Feb 2021 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie sieht es bei euch aus &#8211; seid ihr gläubig? Wir freuen uns über ein neues Video von Lidia, das eine Antwort auf genau diese Frage sein könnte. Sie hat sich gleich mit mehreren ganz schön großen Themen auseinandergesetzt: Religion. Glaube. Liebe. Hoffnung. Krankheit, Tod, Trauer. Was wäre, wenn Gott eine Frau wäre? &#8222;Was wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie sieht es bei euch aus &#8211; seid ihr gläubig? Wir freuen uns über ein neues Video von Lidia, das eine Antwort auf genau diese Frage sein könnte. Sie hat sich gleich mit mehreren ganz schön großen Themen auseinandergesetzt: Religion. Glaube. Liebe. Hoffnung. Krankheit, Tod, Trauer. Was wäre, wenn Gott eine Frau wäre? &#8222;Was wir aus der Welt machen, liegt in unseren Händen.&#8220; Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-12765"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr tolle Videos von Lidia <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lidia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Online ist anonyme Bösheit grenzenlos</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/online-boesheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Feb 2021 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Hatespeech]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Hass und Beleidigungen im Netz sind nach wie vor ein großes Problem. Ob es nun um Politik, die neuesten Corona-Verordnungen oder schlicht und ergreifend um authentische Geschichten aus dem Leben eines*einer Blogger*in geht — auf die Hater wartet man in der Regel nicht lange! Unsere Autorin Marie macht sich in diesem Text ein paar Gedanken darüber, woher]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hass und Beleidigungen im Netz sind nach wie vor ein großes Problem. Ob es nun um Politik, die neuesten Corona-Verordnungen oder schlicht und ergreifend um authentische Geschichten aus dem Leben eines*einer Blogger*in geht — auf die Hater wartet man in der Regel nicht lange! Unsere Autorin Marie macht sich in diesem Text ein paar Gedanken darüber, woher dieser immense und oft anonym herausgebrüllte Hass rühren könnte — und erzählt außerdem davon, was sie motiviert, trotzdem weiterzumachen.</strong></p>
<p><span id="more-12692"></span></p>
<p>Ich schreibe über ein Thema, das man als Blogger, Youtuber und Influencer kennt und mit umzugehen lernen muss.</p>
<p>Jeder Mensch, der öffentlich in den sozialen Medien steht, über sein Leben berichtet oder sich komplett öffnet und angreifbar macht, damit auf den sozialen Medien eventuell noch Geld verdient, muss eine Sache in Kauf nehmen und sich ein dickes Fell zulegen &#8211; und wenn man das nicht kann, wird man wahrscheinlich von Zeit zu Zeit an sich selbst zweifeln und sehr darunter leiden:<br />
Die allseits bekannten HATER in den sozialen Medien.</p>
<p>Oft frage ich mich, wieso es online so viele beleidigende, angreifende Menschen gibt, die kein Blatt vor den Mund nehmen und nicht davor scheuen, mit bösen Begriffen und Anschuldigungen um sich zu werfen. Die das Leben Anderer auseinandernehmen, einfach alles schlecht machen und nicht auch nur einmal dran denken, dass es deren Leben ist und nicht das eigene.<br />
„Leben und leben lassen“. Das interessiert niemanden.</p>
<p>Ich denke, dass all das etwas mit hochgradiger Missgunst zutun hat, weil das eigene Leben eventuell nicht so läuft, wie man es gerne hätte. Viele Menschen haben ein Problem damit, laut zu werden, sich zu öffnen und über kritische Themen zu reden. Schwächen zuzugeben und sich damit authentisch und selbstbewusst zu präsentieren.<br />
Und das ist etwas, was ganz viele öffentliche Blogger tun:<br />
Sie verhalten sich eben genauso. Öffnen sich gegenüber einer Vielzahl fremder Menschen, zeigen, dass Schwäche in Ordnung ist. Und dafür müssen sie einiges aushalten von wahrscheinlich denjenigen, die genau das nicht können und auf diese „Gabe“ neidisch sind, denn es ist etwas Gutes, das zu können. Man motiviert, man reflektiert sich selbst.</p>
<p>Obwohl sie einen nur als „Boxsack“ dafür benutzen, weil sie etwas kompensieren müssen, werden diejenigen fertig gemacht, die, wie zum Beispiel ich auf Instagram, ehrlich Schwächen und auch scheiß Zeiten im Leben präsentieren, um Anderen ein gutes Gefühl zu geben. Ein Gefühl von Verbundenheit, ein Du-bist-nicht-allein-Gefühl.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht nur ein perfektes, aufgesetztes Leben. Aber egal, ob man eben authentisch ist und „die Wahrheit“ zeigt, oder sich dafür entschieden hat, nur perfekte Situationen aus dem Leben zu zeigen und damit eine spezielle Reichweite in eine Art Traumwelt einzuladen, gibt es diese Hater, die niemals ihr Leben ändern würden, um erfüllter zu sein, die sich niemals trauen würden, über ihre eigenen Schwächen zu reden, aber ganz groß dabei sind, genau die, die das nämlich können und tun &#8211; und damit anderen helfen und motivieren &#8211; durchweg schlecht zu machen und zu denken, es würde jemanden jucken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Am besten geht das natürlich so anonym wie möglich. Fake-Profile, kein abonnieren des Profils und auch spionieren lassen. Mit jedem Beitrag, jedem „nackt machen“, indem man aus dem Herzen spricht und Schwächen zugibt, bietet man eine Angriffsfläche für all die, die damit nicht umgehen können, dass man so selbstreflektiert und selbstbewusst ist, sich nicht einschränken lässt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Influencer, die Geld mit sozialen Medien verdienen, müssen Neider und Hater akzeptieren, ob sie wollen oder nicht. Denn, wenn sie sich einschränken, hat das große Ausmaße. Sie würden Abonnenten verlieren, die Reichweite würde sich verkleinern und die Folge ist, dass Kooperationen eventuell gekündigt werden.</p>
<p>Ich blogge auf Instagram und bekomme keinen Cent dafür. Ich habe nichts zu verlieren, es hängt nichts davon ab, was ich preisgebe und wie sehr ich mich Fremden gegenüber öffne. All das, was ich erzähle, mache ich freiwillig und weil ich so viel positive Rückmeldungen bekomme von Menschen, die ich noch nie im Leben gesehen habe. Sie fühlen sich motiviert und freuen sich darüber, dass ich authentisch bin, kritische Themen anspreche und vor allem Themen, die jeden beschäftigen.</p>
<p>Ich frage mich, was Hater für ein Ziel damit haben, ihre Missgunst überall zu verteilen.<br />
Es ist ein leichtes Spiel, anonym, nicht mal mit einem Foto auf dem Profil, zu beleidigen und mit bösen Beschimpfungen, um sich zu schmeißen. Man kann diejenigen nicht nachverfolgen, es ist einfacher, online respektlos zu sein und ordentlich die Sau rauszulassen, als wenn man dieser meist fremden Person auf der Straße gegenübersteht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>So ist das nunmal.<br />
Niemand würde auf eine fremde Person zugehen und ihm persönlich ins Gesicht sagen:</p>
<p>„Deine Kleidung sieht richtig scheiße aus, wie kannst du denn sowas nur anziehen, das würde ich nie tun.“</p>
<p>„Du kaufst Erdbeeren, obwohl gerade gar keine Saison ist? Ich würde das ja nicht machen.“</p>
<p>„Du bist fett, ich verstehe gar nicht, wieso dein/e Partner/in mit dir zusammen ist.“</p>
<p>„Dein Kind ist alt genug, um keine Windeln mehr zu tragen, es tut mir echt leid, solche Eltern zu haben.“</p>
<p>Versteckte, unsichtbare Hater sind gefährlich, denn sie würde niemals mit der Wimper zucken, so sehr zu verletzen, zu beschimpfen, zu mobben, dass sie selbst eine Grenze sehen. Anonym ist Bösheit grenzenlos.</p>
<p>Und anscheinend tut es gut, jemanden das fühlen zu lassen, was man selbst fühlt. Hater tun das Gegenteil davon, ihre bösen Worte für sich zu behalten, wenn sie nichts Nettes zu sagen haben und das macht den Begriff „Hater“ überhaupt erst aus, denn das ist ihre Aufgabe: Nicht leise zu sein, auf keinen Fall das, was ihnen nicht passt, für sich zu behalten und die Person damit zu verschonen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Sinn dahinter ist, all den Bloggern so gut es geht, ein extrem schlechtes Gefühl zu geben, DAMIT sie sich schlecht fühlen und an sich selbst zweifeln. Sie wollen, dass Menschen sich schlecht fühlen, weil sie sich selbst schlecht fühlen.<br />
Was ist das bitte für ein beschissenes Mindset.</p>
<p>Authentische Blogger, wie zum Beispiel ich, wollen, dass es Menschen, die sich schlecht und allein fühlen, besser geht. Ich öffne mich mit Themen, um verschlossenen Menschen zu zeigen, dass sie trotzdem gehört werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Und Andere wollen, dass es mir schlecht geht.<br />
Wird es nicht. Es wird mir niemals schlecht gehen, wenn sich Andere darum bemühen.<br />
Dafür bin ich zu stark und wünsche das all den anderen Bloggern, Youtubern und Influencern da draußen auch. Glaubt an euch und an das, was ihr vermitteln wollt.<br />
Und den Hatern wünsche ich, diesen stillen Zorn loszulassen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Es wird euch nicht glücklicher und erfüllter<span class="Apple-converted-space"> </span>machen, Andere unglücklich zu machen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Unsere Autorin Veronika Rieger hat bereits <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/veronika-rieger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>mehrere Texte zum Thema Hass im Netz</strong></a> veröffentlicht.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>I‘m gonna live until I die</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/im-gonna-live-until-i-die/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2021 13:21:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Ika schreibt heute über ein Thema, mit dem wir alle früher oder später konfrontiert werden &#8211; kein Weg führt daran vorbei: Es geht um Tod und Trauer. Jede*r geht anders damit um, und das ist auch absolut in Ordnung. Bloß verdrängen sollten wir es nicht unbedingt. Stattdessen lieber darüber reden oder, so wie Ika: darüber]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ika schreibt heute über ein Thema, mit dem wir alle früher oder später konfrontiert werden &#8211; kein Weg führt daran vorbei: Es geht um Tod und Trauer. Jede*r geht anders damit um, und das ist auch absolut in Ordnung. Bloß verdrängen sollten wir es nicht unbedingt. Stattdessen lieber darüber reden oder, so wie Ika: darüber schreiben.</strong></p>
<p><span id="more-12707"></span></p>
<p>Heute hat diese Kolumne ein etwas anderes Thema. Es soll weniger um Inter* sein gehen. Achtung &#8211; nicht erschrecken. Aber heute geht es um das Thema Tod und Trauer. Viele haben Angst vor dem Tod. Oder verdrängen den Tod.</p>
<p>Wir scheinen in einer Zeit und Gegend zu leben, in der für starke Gefühle wenig Platz ist.</p>
<p>Ständig gibt es Nachrichten über die neuesten Corona-Zahlen.</p>
<p>Leute wissen Infektionsraten und R-Werte. Aber Menschen sind keine Zahlen.</p>
<p>Selten lese ich die Geschichten hinter den Zahlen.</p>
<p>Von der Angst vor Corona, von der Trauer um Angehörige.</p>
<p>Es scheint Manchen dann wichtiger, dass &#8222;die Wirtschaft&#8220; läuft &#8211; als dass möglichst viele gesund bleiben.</p>
<p>Ich glaube sogar, dass auch die ganzen Maskenverweigerer unbewusst aus Angst vor dem Tod<span class="Apple-converted-space">  </span>handeln.</p>
<p>Manche Menschen haben ein so zerbrechliches Ego, dass sie nicht durch ein Stück Tuch an die eigene Sterblichkeit erinnert werden wollen.</p>
<p>Für mich ein Zeichen dafür, dass Verdrängung im Umgang mit dem Tod und der Trauer nicht unbedingt die beste Strategie ist.</p>
<p>Auch wenn ich selber Verdrängung kenne.</p>
<p>Ich glaube aber, dass wir eigentlich auch viel vom Tod lernen können.</p>
<p>In einem Interview<span class="Apple-converted-space"> </span>mit einem Hospiz-Mitarbeiter wurde dieser gefragt, ob sein Job nicht sehr psychisch belastend wäre und wie er das schaffen würde.</p>
<p>Er hat sinngemäß geantwortet, dass es ihm gut tue, das Gefühl zu haben, etwas Wichtiges zu tun. Er meinte, dass viele seiner Patienten Humor hätten und sehr dankbar seien.</p>
<p>Dann hat er noch betont, dass ein Satz, den er bis jetzt noch nie von den Sterbenden gehört habe lautet: Ach, wär ich doch nur früher mal länger im Büro geblieben.</p>
<p>Auch der Satz &#8211; hätte ich doch nur besser mal auf einen glatten Lebenslauf geachtet &#8211; wird wohl eher selten am Sterbebett zu hören sein.</p>
<p>Ich denke dann an die Schulzeit zurück.</p>
<p>Im Poesiealbum haben alle noch geschrieben &#8211; Lebe jeden Tag als wäre er dein letzter.</p>
<p>Aber dann kam wohl irgendwie der Alltag dazwischen.</p>
<p>Leute fingen an Bäume zu pflanzen, Kinder zu kriegen, eine Karriere zu machen.</p>
<p>Bei mir war das irgendwie anders.</p>
<p>Das war glaub ich kein Zufall.</p>
<p>Mit drei Jahren ist mein Zwillingsbruder an Krebs gestorben.</p>
<p>Ich hatte eigentlich ziemliche Verlustängste.</p>
<p>Aber auch Angst ist manchmal ein krasser Motor.</p>
<p>Und während ich Angst hatte, andere zu verlieren &#8211; hatte ich um mich selber wenig Angst.</p>
<p>Manchmal eher eine Narrenfreiheit.</p>
<p>Wenn das Leben offensichtlich eh jederzeit vorbei sein könnte &#8211; kann ich auch jetzt ein bisschen geniessen, anstatt vernünftig an die Zukunft zu denken. No Future &#8211; wisst ihr?</p>
<p>Manche verpassen aus Angst vor dem Tod ihr Leben. Ich habe eher versucht für zwei zu leben.</p>
<p>Manchmal war das toll &#8211; manchmal ganz schön anstrengend.</p>
<p>Für ein live fast, die young &#8211; und den Rockstar-Tod mit 27 &#8211; bin ich mittlerweile zu alt.</p>
<p>Also gewöhn ich mich besser mal daran, noch etwas länger auf dieser blauen runden Kugel durch den Raum zu reisen.</p>
<p>Ich muss wohl doch ein bisschen – planen &#8211; an später denken – Geduld &#8211; lernen.</p>
<p>Aber wenn ich daran denke &#8211; wie andere ihr Glück auf nach der Rente oder<span class="Apple-converted-space"> </span>einen angeblichen Himmel &#8211; nach dem Tod verschieben. Wenn ich daran denke, wie andere ihr Leben so wenig schätzen, dass sie nie an den Punkt kommen, mal zu fragen, was ihnen eigentlich wichtig ist.</p>
<p>Dann bin ich doch ein bisschen froh, dass da einiges anders gelaufen ist bei mir.</p>
<p>Ich will hier gar nichts schön reden. Trauer ist ein unangenehmes Gefühl. Tod macht Angst. Auch Corona macht Angst und ich würde lieber nicht in Zeiten einer Pandemie leben.</p>
<p>Aber vielleicht ist es ein guter Zeitpunkt, damit aufzuhören, Tod und Trauer zu verdrängen.</p>
<p>Wir sind alle sterblich. Auch wenn der Tod nicht für alle gleich ist. Weil es viel mit den Lebensbedingungen zu tun hat, wer welche Lebenserwartung hat.</p>
<p>Trotzdem hat jede*r nur ein Leben.</p>
<p>Das könnte und sollte doch eigentlich ein Ansporn sein. Das Beste daraus zu machen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wie immer hat Ika <a href="https://www.youtube.com/watch?v=-azBAvaifQk" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>noch einen Musiktipp</strong></a> für euch.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lebensläufe: Der Mediengestalter Ayman</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/lebenslaeufe-der-mediengestalter-ayman/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Conrad]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2020 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Eigentlich hat Ayman mal in Syrien gelebt und als Stuckateur gearbeitet. Ein Job, den er sich selbst jetzt nicht unbedingt ausgesucht hätte. Inzwischen hat er sein Zuhause in Wettin gefunden und macht dort eine Ausbildung zum Mediengestalter — und hat sich verliebt, und zwar in Kamera und Licht. Wusstet ihr schon, dass die beiden quasi Verwandte sind?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eigentlich hat Ayman mal in Syrien gelebt und als Stuckateur gearbeitet. Ein Job, den er sich selbst jetzt nicht unbedingt ausgesucht hätte. Inzwischen hat er sein Zuhause in Wettin gefunden und macht dort eine Ausbildung zum Mediengestalter — und hat sich verliebt, und zwar in Kamera und Licht. Wusstet ihr schon, dass die beiden quasi Verwandte sind? Für unsere Reihe &#8222;Lebensläufe&#8220; hat Conrad ein tolles Portrait von einem beeindruckenden jungen Mann gedreht. Unbedingt anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-12656"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Lebensläufe <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/conrad/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>gibt es hier</strong></a>!</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Teufelskreis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/teufelskreis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2020 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Sei doch einfach mal glücklich!&#8220; Hat das auch schon mal jemand zu euch gesagt? Oder, Hand aufs Herz: Habt ihr das vielleicht schon mal zu jemandem gesagt, vielleicht ja zu euch selbst? Unsere Autorin Lidia hat einen mitreißenden Text darüber geschrieben, weshalb das gar nicht mal so einfach umzusetzen ist in der Welt, in der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Sei doch einfach mal glücklich!&#8220; Hat das auch schon mal jemand zu euch gesagt? Oder, Hand aufs Herz: Habt ihr das vielleicht schon mal zu jemandem gesagt, vielleicht ja zu euch selbst? Unsere Autorin Lidia hat einen mitreißenden Text darüber geschrieben, weshalb das gar nicht mal so einfach umzusetzen ist in der Welt, in der wir leben — selbst wenn es uns eigentlich gut geht. Viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-12639"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr inspirierende Texte von Lidia <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lidia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>M A M A</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/11/m-a-m-a/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Hoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2020 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns riesig, euch heute das neue Musikvideo von Robin Hoff aka Ecxes präsentieren zu können 😍 Wie der Titel schon verrät, setzt er sich darin — selbstverständlich im gewohnten Flow und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen — mit der Beziehung zu seiner Mutter auseinander. Den Song könnt ihr natürlich auch überall streamen.  Mehr dazu: Ihr]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns riesig, euch heute das neue Musikvideo von Robin Hoff aka Ecxes präsentieren zu können </strong>😍 <strong>Wie der Titel schon verrät, setzt er sich darin — selbstverständlich im gewohnten Flow und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen —<span class="Apple-converted-space"> </span>mit der Beziehung zu seiner Mutter auseinander. Den Song könnt ihr natürlich auch überall streamen. </strong></p>
<p><span id="more-12561"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Ihr wollt auf dem Laufenden bleiben? <a href="https://www.instagram.com/robinhoffofficial/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Folgt Robin Hoff auf Instagram</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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		<item>
		<title>Auf dem Silbertablett</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/11/auf-dem-silbertablett/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Nov 2020 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[onlinegelände20]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch wenn wir in diesem Jahr nicht an einem Ort zusammenfinden und &#8222;nur&#8220; ein #onlinegelände20 veranstalten konnten &#8211; es sind sooo viele tolle Texte und Beiträge entstanden! So zum Beispiel dieses Gedicht über Empathie von Melanie Flores Bernholz, den sie gleich in zwei Sprachen geschrieben hat.  En bandeja de plata. ¡Qué ingenua la naturaleza humana]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch wenn wir in diesem Jahr nicht an einem Ort zusammenfinden und &#8222;nur&#8220; ein #onlinegelände20 veranstalten konnten &#8211; es sind sooo viele tolle Texte und Beiträge entstanden! So zum Beispiel dieses Gedicht über Empathie von Melanie Flores Bernholz, den sie gleich in zwei Sprachen geschrieben hat. </strong></p>
<p><span id="more-12546"></span></p>
<p><strong>En bandeja de plata.</strong></p>
<p>¡Qué ingenua la naturaleza humana y su empatía!<br />
Siempre fijada en lo que se le trae servido en bandeja de plata, sin cuestionar, sin recapacitar&#8230;<br />
Da igual si feliz o triste, para ella nada existe más allá del propio vivir, pues hasta que no lo sienta en su ente, del desconocido no comprenderá el sufrir.</p>
<p>Parecerá tener la clave quien se adueñe de ella, pero ¡ay santo cielo! De la nada no sale, no hay ser capaz de imaginar ni sentir lo que no conoce o bien no sabe.</p>
<p><strong>Auf dem Silbertablett.</strong></p>
<p>Wie naiv die menschliche Natur und ihre Empathie!<br />
Immer auf das fixiert, was man ihr auf dem Silbertablett serviert, ohne zu hinterfragen, ohne zu überlegen&#8230;<br />
Egal ob glücklich oder traurig, des eigenen Lebens weiter hinaus existiert für sie kein Graus, denn bis sie es nicht am eigenem Leibe erfährt, wird sie das Leiden des Unbekannten nicht verstehen.</p>
<p>Wer sie beherrscht, scheint den Schlüssel zu haben, doch ach Du meine Güte! Aus dem Nichts kommt sie nicht, denn kein Wesen ist fähig sich vorzustellen oder gar zu empfinden, was es nicht kennt.</p>
<p>Melanie Flores Bernholz, 09.07.2020.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Unter dem <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/onlinegelaende20/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hashtag #onlinegelände20</strong></a> findet ihr viele weitere Beiträge, die diesen Sommer entstanden sind.</li>
</ul>
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		<title>Eine Kindheit während Corona</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/09/eine-kindheit-waehrend-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 06:39:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Jahr der Pandemie war bislang für uns alle schwierig, kompliziert und überfordernd. Unsere Autorin Marie berichtet in diesem Text aus ihrem Alltag mit ihrem kleinen Sohn, denn Eltern stehen nochmal vor ganz anderen Herausforderungen und Fragen. Sollte mein Kind einen Mund-Nasen-Schutz tragen? Wie gehe ich mit Ängsten um? Wie erkläre ich die Situation altersgemäß?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Das Jahr der Pandemie war bislang für uns alle schwierig, kompliziert und überfordernd. Unsere Autorin Marie berichtet in diesem Text aus ihrem Alltag mit ihrem kleinen Sohn, denn Eltern stehen nochmal vor ganz anderen Herausforderungen und Fragen. Sollte mein Kind einen Mund-Nasen-Schutz tragen? Wie gehe ich mit Ängsten um? Wie erkläre ich die Situation altersgemäß? Wie können die Kinder trotz allem noch, ganz einfach, Kinder sein?</b><br />
<span id="more-12416"></span><br />
Als die Pandemie ungefähr im Januar 2020 zu uns nach Deutschland schwappte, hat glaube ich niemand geahnt, was das bedeuten würde. Für uns Menschen, für unsere Kinder, unsere Eltern, für chronisch Kranke, überhaupt das Berufsleben und für den häuslichen Frieden.<br />
Sicherlich hat man die Situation anfangs erst unterschätzt, dann, als der „Lockdown“ kam, Panik um seine Existenz bekommen und nach dem „Lockdown“ war man genervt, weil es kein Ende zu nehmen schien und da realisierte man langsam, dass die Lage ja doch ernst ist.</p>
<p>Jeder Mensch wurde auf die Probe gestellt, ins kalte Wasser geworfen, musste, von gestern auf heute, mit einer Situation fertig werden und seinen Alltag, wenn nicht sogar sein ganzes Leben, neu planen.</p>
<p>Im Februar 2020 wurden ganz plötzlich die Kitas und viele Arbeitsplätze geschlossen, sodass von einem Tag auf den Anderen Kinder und Eltern zu Hause waren und nicht wussten, wie man den Alltag nun geregelt bekommen sollte.<br />
Mein, zu dem Zeitpunkt vierjähriger Sohn, sollte, ohne dass er darauf vorbereitet werden konnte, für mind. 9 Wochen zu Hause bleiben, ohne seine Freunde zu sehen. Nur noch Alltag mit Mama und Papa. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/planlos-ging-der-plan-los/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Dazu habe ich bereits einen Artikel geschrieben.</strong></a></p>
<p>Nun hat der Kita-Alltag wieder begonnen, wir hatten das Glück, dass die Kita nicht so lange geschlossen hatte, wie andere Kindergärten. Nichtsdestotrotz merken alle Kinder, dass draußen etwas anders ist.<br />
In den Geschäften, egal in welchen, laufen die Menschen mit Mund-Nasen-Schutz herum und gehen sich aus dem Weg.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mein Dilemma war und ist es immernoch, ob mein Kind einen Mund-Nasen-Schutz tragen sollte. Ich als Mutter finde es alles nicht einfach. Natürlich möchte ich meinen Sohn vor Corona schützen und gebe ihm einen Mund-Nasen-Schutz. Wie oft habe ich nun schon den Satz gehört „Ihr Sohn ist doch unter 6, der braucht noch keinen tragen!“, aber nur, weil er unter 6 ist, ist er doch nicht immun gegen Corona?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Er selbst mag den Mund-Nasen-Schutz.<br />
So sehr, dass er von innen immer darauf herumkaut, bis er nass und warm ist. Aber ist das so gut? Birgt das nicht neue Risiken, mit einem warmen, feuchten Stoff vor dem Gesicht herumzulaufen? Wenn ich ihm keinen Mund-Nasen-Schutz geben würde, wäre ich wiederum eine Rabenmutter.</p>
<p>Denn als wäre die Situation nicht genug, gibt es ja auch noch zwei Extremen, die ständig kollidieren:<br />
Die sogenannten „Aluhüte“ und die „Ordnungshüter“.<br />
Die Einen finden es schlimm, wenn man einen Mund-Nasen-Schutz trägt und man wird als schlimme Mutter bezeichnet, wenn man dem armen Kind so etwas gibt, die Anderen finden es schlimm, wenn man keinen trägt und das arme Kind und allen Anderen einer solchen Gefahr aussetzt und beide Seiten gehen oft so weit, dass man regelrecht belästigt oder bedrängt wird.</p>
<p>Ich habe von Kindern gehört, die Angst haben, wenn sie so viele fremde Menschen nur mit Augen, ohne Mund und Nase, sehen. Man darf nicht vergessen, dass Kinder eine ganz andere Sicht auf die Welt haben. Nicht nur, dass sie alles von unten sehen, sondern auch, dass es einfach unheimlich sein kann, wenn sie sehr jung sind oder einfach andere Auffassungen haben, als andere Kinder.<br />
Nicht jeder Mensch ist gleich, jeder hat andere Ängste und Empfindlichkeiten und so ist es auch bei Kindern, egal wie gut die Eltern die Situation erklärt haben, so einfach ist es leider nicht.</p>
<p>Und je kleiner die Kinder sind, desto unheimlicher kann es für sie sein. Natürlich wurden/werden ein Haufen Babys in der Quarantänezeit- und danach geboren, sie wurden/werden alle in die Pandemie hineingeboren. Sie werden von Anfang an, sobald sie Situationen unterscheiden können, wie das eigene zu Hause, das Spazierengehen an der Luft und eben in Geschäfte gehen, ganz viele Menschen ohne Mund und Nase sehen. Vielleicht reden diese Menschen auch mit ihnen und sie sehen aber nur Augen und hören eine Stimme. Keine Mimik, kein Lächeln, kein sich bewegender Mund, als würden nur Mama und Papa einen Mund und eine Nase besitzen, die sie ja zu Hause ohne Mundschutz sehen.<br />
Und plötzlich haben Mama und Papa auch so ein unheimliches Ding im Gesicht, sodass man nur noch die Augen sieht, wenn überhaupt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Denn Säuglinge sehen bis zu einem bestimmten Lebensmonat übrigens nur verschwommen, stellt euch mal vor, wie es ist, verschwommen so viele „vermummte“ Gesichter zu sehen und sich selbst nicht äußern zu können.</p>
<p>Was mir aufgefallen ist, ist, dass die größeren Kinder, ab ca. vier Jahren, momentan alle wie Erwachsene über Corona reden. Sie kennen die Maskenpflicht, sie meckern, wenn sie jemanden sehen, der die Maske falsch trägt und allgemein ist Corona anscheinend ein Teil ihres Lebens geworden, der sie permanent beschäftigt. Sie wissen, worum es geht.<br />
Sie müssen Kind sein, aber gleichzeitig verantwortungsbewusst denken, das erwarten zumindest viele von ihnen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Maske richtig tragen, Kindern auf dem Spielplatz nicht zu nah kommen. Türen, Geländer etc. nicht anfassen und nicht in die Gegend husten oder niesen. Hände nicht ins Gesicht nehmen und brav, wie die Erwachsenen, sich ständig die Hände mit zum Teil aggressivem Desinfektionsmittel einreiben.<br />
Wenn sich Kinder nicht „vorschriftsmäßig“ verhalten, werden die Eltern blöd angeschaut oder sogar angesprochen. Dass sie es den Kindern doch bitte mal besser erklären sollen. Aber wir Eltern sind genauso überfordert. Wir haben dem Kind vielleicht schon 30 Mal gesagt, dass es den Mundschutz bitte NICHT in den Mund nehmen soll. Es ist nicht so, dass wir nicht selbst drum kämpfen, dass das Kind gesund bleibt und in gewisser Weise auch Andere schützt.<br />
Man vergisst oft, dass es KINDER sind. Kinder haben bis zu einem gewissen Alter weder ein Empathievermögen, noch überhaupt den Sinn dafür, was Verantwortung Anderen gegenüber ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Und man sollte daran denken, dass für uns als Erwachsene diese Pandemie etwas ganz Neues ist, eine ganz neue, plötzliche Herausforderung und selbst wir oft dran verzweifeln. Wie ist das wohl für Babys und Kinder?</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Unter dem <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/covid19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hashtag #Covid19</strong></a> findet ihr all unsere Beiträge und Texte zum Thema.</li>
</ul>
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		<title>Das eigene Kind als emotionaler Boxsack</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/das-eigene-kind-als-emotionaler-boxsack/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2020 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Marie hat selbst einen viereinhalbjährigen Sohn. In diesem Text sinniert sie darüber, wie Kinder uns Erwachsenen die Möglichkeit geben, uns zu verändern oder gar bessere Menschen zu werden &#8211; Menschen, die sich mit sich selbst auseinandersetzen, die alte Wunden aufarbeiten statt sie weiterzugeben, und die Gefühle zulassen und tatsächlich fühlen. Was für ein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Unsere Autorin Marie hat selbst einen viereinhalbjährigen Sohn. In diesem Text sinniert sie darüber, wie Kinder uns Erwachsenen die Möglichkeit geben, uns zu verändern oder gar bessere Menschen zu werden &#8211; Menschen, die sich mit sich selbst auseinandersetzen, die alte Wunden aufarbeiten statt sie weiterzugeben, und die Gefühle zulassen und tatsächlich fühlen. Was für ein schöner Text! Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.</b></p>
<p><span id="more-12258"></span></p>
<p>In der aktuellen Corona-Krise kommt es vermehrt zu häuslicher Gewalt und die Rate der Kinderpornographie steigt. Das darf nicht so sein, das ist eine Katastrophe.<br />
Auch, wenn ich keine besonders große Reichweite habe, hoffe ich sehr, dass diese Menschen anfangen, ihr Verhalten zu reflektieren, in den Spiegel schauen und überlegen, wieso es jemals dazu gekommen ist.</p>
<p>Es gibt so viele Persönlichkeitsstörungen, psychische Konflikte und emotionale Extreme, die erwachsene Menschen entwickeln können. Es gibt so viele gebrochene Seelen da draußen, die darauf warten, geheilt zu werden, oder sich gerne selbst heilen möchten, aber das Grundproblem gar nicht erkennen.<br />
So gut wie alle sind auf die Kindheit/Jugend zurückzuführen. Ein Bruch im Urvertrauen, zu wenig elterliche Liebe, emotionale Vernachlässigung oder allgemein Vernachlässigung.<br />
Viel zu oft werden Kinder als minderwertige Menschen gesehen, nicht als Vollwertige.<br />
Und gleichzeitig müssen sie mehr leisten und beweisen, als sie vielleicht können. Es sind kleine Kämpfer, die ganz häufig nicht Kind sein dürfen, sondern ein hartes Fell bekommen, um Niederlagen, Verluste von Elternteilen, Strafen und Vernachlässigungen einzustecken.<br />
Und das macht etwas mit ihnen, nach und nach.</p>
<p>Manchmal gibt es Probleme mit dem eigenen Kind, die auf uns selbst zurückzuführen sind. Das Kind badet Dinge aus, die uns gefehlt haben, die wir uns wünschen, ohne zu erkennen, dass uns genau das früher gefehlt hat.<br />
Dem Kind die Schuld geben an Dingen, die man sich aber selbst zu verschulden hat. Von sich auf das Kind projizieren, das Kind als emotionalen Boxsack missbrauchen.</p>
<p>Wir, als Erwachsene, sind in der Lage, zu erkennen, was uns fehlt, wenn wir uns damit befassen.<br />
Und dann können wir etwas ganz Krasses tun: Wir können es aufarbeiten, wir können aktiv dafür sorgen, dass es uns besser geht!<br />
Ist das nicht mega? Wir sind dazu in der Lage!<br />
Wir müssen nicht ewig leiden, wir können etwas tun.<br />
Eine Voraussetzung gibt es aber: Der Wille muss da sein. Wir müssen es wirklich wollen.</p>
<p>Wir können uns eingestehen, dass Eltern nicht perfekt sind.<br />
Auch unsere Eltern sind bestimmt nicht perfekt.<br />
Als Kind hebt man Mama und Papa oft in den Himmel, keiner ist besser als Mama und Papa und sie machen alles richtig. Natürlich ist das so, als Kind hat man auch kaum die Möglichkeit, um Ecken zu denken, abzuwägen, was eventuell nicht gut für uns ist.<br />
Wir glauben Mama und Papa. Alles.</p>
<p>Ich nehme meinen Sohn immer in den Arm, wenn er weint, oder es ihm nicht gut geht.<br />
Aber wenn ich das nicht tun würde, würde er mit 4 ½ Jahren nicht zu mir kommen und sagen: <i>„Mama, wenn ich weine, musst du mich in den Arm nehmen, sonst kann ich eventuell später Folgen davontragen“</i>.<br />
Mein Kind würde sich vielleicht wünschen, dass ich ihn in den Arm nehme, aber mit der Zeit würde er das kompensieren. Und es würde etwas mit ihm machen, dass er nie in den Arm genommen wird. Es würde Folgen haben.<br />
Nichtsdestotrotz bin ich seine Mama und das, was ich mache, wird richtig sein in seinen Kinderaugen.<br />
Dass ihm etwas fehlt, wird, wie gesagt, unbewusst kompensiert.</p>
<p>Es geht hier darum, dass wir unsere Kinder von Geburt an emotional aufladen. Mit Liebe, mit Sicherheit, Vertrauen, Körpernähe und auch Respekt.<br />
Wenn ich keinen Respekt meinem Kind gegenüber hätte, würde ich es wie Müll behandeln. Schubsen, wenn es im Weg steht, beleidigen oder auslachen.</p>
<p>Wir alle waren mal Babys, wir alle standen mal am Anfang unseres Lebens. Jetzt sind wir erwachsen und man respektiert uns (im besten Fall), aber gibt es dafür ein Anfangsalter?<br />
Nein, gibt es nicht.</p>
<p>Respekt als Lebewesen, als Mensch mit Bedürfnissen und Rechten, haben wir, sobald wir anfangen zu leben. Unsere Kinder müssen respektiert werden. Ihre Rechte auf Grenzen, ihre Rechte auf eine eigene Meinung, ihre Rechte auf Freiheit &#8211; solange das Leben nicht gefährdet ist, ihr wisst, was ich meine.<br />
Und das ist extrem wichtig, dass unsere Kinder dieses Gefühl bekommen, ein vollwertiger Mensch zu sein, der ernst genommen wird. Nur weil sie kleiner sind als wir, sind sie nicht minderwertiger. Respekt fängt nicht erst ab einem bestimmten Alter an, so ist es einfach.</p>
<p>Wisst ihr, was unsere Kinder uns geben? Etwas sehr Wertvolles: Sie zeigen uns, dass sie angenommen, geliebt und respektiert werden wollen. Sie geben uns die Möglichkeit, in uns zu gehen und uns mit all diesen Dingen auseinanderzusetzen. Wir merken vielleicht, was uns fehlt, was uns in der Kindheit gefehlt hat, wir setzen uns damit auseinander. Vielleicht heilen wir uns sogar, ändern uns, werden bessere Menschen, können mehr fühlen.<br />
Weil unsere Kinder uns in diese Richtung schubsen, indem sie einfach da sind und uns Gefühle in all ihren Facetten zeigen.<br />
Liebe, Trauer, Wut, Stolz, Freude, Enttäuschung etc.</p>
<p>Wenn wir daran nicht interessiert wären, an etwaigen Änderungen unserer eigenen Konflikte, die vielleicht als Folge aus der Kindheit entstanden sind, ist das echt ein Problem, immerhin geht es darum, dass das Kind mit den Werten und Gefühlen aufwächst, die uns vielleicht fehlen.</p>
<p>Niemand ist perfekt, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, sehe ich eine wundervolle, perfekte Zeit, mit den besten Eltern und der tollsten Schwester, die ich mir hätte wünschen können. Ich denke sehr gerne an meine Kindheit zurück.<br />
Nichtsdestotrotz haben sicherlich Werte gefehlt oder es gab Dinge, die mehr im Vordergrund standen, als andere, dass ich hier und da einige eigene Verhaltensweisen entwickelt habe, die mich blockieren, die mich stören und die dafür sorgen, dass ich mich kontraproduktiv verhalte.<br />
Sei es meine Eigenheit, dass ich mich viel zu sehr um Andere kümmere, als um mich selbst, sehr selbstlos bin &#8211; oder meine Art, dass ich ganz allergisch darauf reagiere, wenn man mich bevormunden möchte oder für mich redet.<br />
All solche Eigenschaften haben sich irgendwann entwickelt und es ist einfach wichtig, dass wir selbst versuchen, zu erkennen, wenn wir Probleme im Alltag bekommen, wenn unsere Lebensqualität darunter leidet, dass wir so sind, wie wir sind.<br />
Es liegt an uns, uns Hilfe zu suchen, darüber zu reden, oder es selbst anzupacken und egal, wie klein und langwierig die Schritte sind, es SIND SCHRITTE.<br />
Wir werden glücklicher, unsere Kinder werden glücklicher, das Leben wird schöner.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Mentale Gesundheit in Zeiten der Pandemie</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/05/12193/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2020 07:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
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		<category><![CDATA[Psyche]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie lässt sich der Kontakt zu Freund*innen und Familie halten? Wie oft sollte ich Nachrichten lesen? Wie komme ich ins Arbeits-Mindset, wenn ich den ganzen Tag zuhause bin? Und überhaupt, wie lassen sich die ganzen Corona-Maßnahmen vielleicht ein kleines bisschen besser aushalten? Sophia hat ein Video für uns gedreht und widmet sich darin diesen und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie lässt sich der Kontakt zu Freund*innen und Familie halten? Wie oft sollte ich Nachrichten lesen? Wie komme ich ins Arbeits-Mindset, wenn ich den ganzen Tag zuhause bin? Und überhaupt, wie lassen sich die ganzen Corona-Maßnahmen vielleicht ein kleines bisschen besser aushalten? Sophia hat ein Video für uns gedreht und widmet sich darin diesen und noch vielen weiteren Fragen. Viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-12193"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Quarantäne-Tipps gefragt? Hier empfehlen wir euch <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/buchempfehlungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Bücher</strong></a>, <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/film-serientipps/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filme</a></strong> und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/podcast-empfehlungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Podcasts</strong></a>.</li>
<li>Mehr von <a href="https://www.meintestgelaende.de/?s=sophia" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Sophia findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Glück in Zeiten von Corona</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/05/glueck-in-zeiten-von-corona/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Mare]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2020 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Glück und Unglück liegen bekanntlich nah beieinander. In Zeiten von Corona, Lockdown und Kontaktsperre aber womöglich noch ein bisschen näher als sowieso schon, oder? Unsere Autorin Mare schreibt über ihre Gefühle, Ängste und Sorgen &#8211; um sich selbst, um ihre Familie und ihre Mitmenschen. Und sie schreibt auch darüber, wie wichtig es besonders in Krisenzeiten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Glück und Unglück liegen bekanntlich nah beieinander. In Zeiten von Corona, Lockdown und Kontaktsperre aber womöglich noch ein bisschen näher als sowieso schon, oder? Unsere Autorin Mare schreibt über ihre Gefühle, Ängste und Sorgen &#8211; um sich selbst, um ihre Familie und ihre Mitmenschen. Und sie schreibt auch darüber, wie wichtig es besonders in Krisenzeiten ist, das kleine Glück zwischendurch zu erkennen und in vollen Zügen zu genießen.</strong></p>
<p><span id="more-12170"></span></p>
<p>Früher als kleines Kind hatte ich manchmal Alpträume, in denen meine Eltern oder Großeltern starben. Es passierte nicht regelmäßig und auch nicht wegen irgendeines schlimmen Ereignisses in meiner Vergangenheit, immerhin verlief meine Kindheit relativ friedlich und die erste Beerdigung eines Verwandten besuchte ich erst mit 15. Und trotzdem. Manchmal wachte ich weinend auf, überwältigt von dem Gefühl zurückgelassen worden zu sein von Menschen, die ich liebte.</p>
<p>Manchmal wachte meine Mutter von meinem Schluchzen auf, manchmal tapste ich zu meinen Eltern ins Bett. Aber immer wusste meine Mutter, was ich hören wollte. „Wir sind doch noch hier“, sagte sie und nahm mich in den Arm, „und du weißt doch, was meine Mutter immer gesagt hat: Wenn jemand im Traum stirbt, heißt das, dass dieser Mensch ein langes, glückliches Leben führen wird.“ Schon als kleines Kind glaubte ich nicht wirklich daran, dass Träume etwas bedeuten. Und trotzdem tat es jedes einzelne Mal gut, die Worte zu hören. Sie beruhigten mich. Sie gaben mir Sicherheit. Genauso wie die Umarmung meiner Mutter.</p>
<p>Gestern Nacht träumte ich, dass meine beiden Eltern starben. <em>Waise</em>. Dachte ich im Traum. <em>24 und Waise.</em> Ich wachte weinend auf. Alleine. Mein Verlobter war schon im Frühdienst. Er hatte sonst nie Frühdienst, aber jetzt ist er <em>systemrelevant</em>. Auch ein merkwürdiges Wort. Wie <em>Waise</em>. Es gehört nicht in meine alltäglichen Gedanken, soll dort nichts zu suchen und doch ist es jetzt ständig da. Genauso wie Zuhause-Instagramsticker, rissige Handinnenflächen und das unsichtbare Schwert, das über zu vielen von uns hängt: <em>Risikogruppe</em>.</p>
<p>Am nächsten Morgen schrieb ich meiner Mutter. „Ich habe heute Nacht geträumt, dass ihr beiden gestorben seid ☹“. Ich erwartete keine Umarmung. Nur schwarze Worte auf weißem Bildschirm. Aber dieselben Worte von eh und je. Irgendwas musste mich beruhigen, mir in diesen merkwürdigen Zeiten Sicherheit geben. „Wir tun alles was wir können“, antwortete  sie mir, „aber wenn es doch irgendwann mal soweit ist, möchten wir, dass du weißt, dass wir uns wünschen, dass du ein langes, glückliches Leben führst.“ Ich hatte keine Umarmung erwartet. Nur schwarze Worte auf weißem Bildschirm. Aber ich wollte lieber meine Eltern umarmen. Und durfte es trotzdem nicht.</p>
<p>Heute Morgen bin ich aufgewacht. Nicht weinend aus einem Albtraum, sondern sanft aus einem erholsamen Schlaf. <em>Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich der Mensch umgewöhnen kann</em>, dachte ich, als ich mich freute, Klopapier kaufen zu können. Heute war ein guter Tag, ein erholsamer Tag. Voller Whatsapp-Sprachnachrichten, Verlinkungen zu dummen Instagram-Challenges und sogar einer Party-Einladung. „Heute, 20 Uhr, soll ich dich zu unserem Discord-Server hinzufügen?“</p>
<p>Heute war ein guter Tag, ein erholsamer Tag. <em>Die Welt hat schon immer geendet</em>, las ich erst vor Kurzem in einem Gedicht und irgendwie gab es mir Kraft. Die Situation fühlt sich zwar katastrophal an, aber die Menschheit hat es schon durch viele Katastrophen geschafft. Zeitgleich fühle ich mich schuldig. Manchmal ist mir sowas schon früher passiert, aber in letzter Zeit immer häufiger. In den kleinen und großen Momenten, in denen ich Glück finde, oder auch nur Ablenkung, spricht die Stimme in meinem Kopf. <em>Du bist nur gerade hier, weil andere Menschen leiden oder sogar sterben müssen</em>. <em>Denk an die ganzen Menschen, die jetzt ihren Job verlieren, oder die ganzen Menschen, die sich noch infizieren werden. Was ist mit Menschen, die schon vorher nichts hatten? Und was ist mit deinen Eltern? Eine Sekunde mal nicht besorgt sein, wenn deine Eltern gefährdet sind! Was bist du denn für eine Tochter?</em></p>
<p>Ein langes, glückliches Leben führen. Das wollen wir eigentlich alle. Für uns, und für die Menschen, die wir lieben, und eigentlich auch für all unsere Mitmenschen. Und dafür müssen wir jetzt kämpfen. Indem wir Künstler*innen und Kulturschaffende aus unserer Gegend unterstützen oder an Gabenzäune für Obdachlose in unserer Umgebung spenden. Indem wir online gegen die Zustände an unseren Außengrenzen protestieren oder Petitionen zu unseren Herzensthemen unterschreiben. Aber nicht jede*r ist dazu in der Lage. Weil Geld oder Zeit fehlt, oder schlicht und ergreifend die Nerven. Aber das ist egal. Denn wir alle helfen trotzdem. Indem wir die Regeln einhalten, die wir alle schon oft genug gehört haben. Und indem wir nicht die Menschen umarmen, um die wir uns am meisten sorgen, selbst wenn wir uns nichts sehnlicher wünschen.</p>
<p>Aber auch, indem wir das kleine Glück, das wir manchmal finden, nicht wegwerfen. Denn auch um uns selber müssen wir uns kümmern. Das schulden wir auch den Menschen, die sich um uns sorgen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte und Beiträge von Mare <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/mare/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Ehre in Zeiten von Corona</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/04/ehre-in-zeiten-von-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 07:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Uff, es sind wirklich ganz schön toughe Zeiten, die wir hier momentan alle erleben. Umso wichtiger, aufeinander zu achten! Wie lässt sich das gerade umsetzen? Was ist ehrenvolles Verhalten während der Corona-Krise? Die HeRoes Duisburg haben einige Statements dazu gesammelt &#8211; lasst euch von ihnen inspirieren! Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen. Mehr dazu: Sämtliche]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Uff, es sind wirklich ganz schön toughe Zeiten, die wir hier momentan alle erleben. Umso wichtiger, aufeinander zu achten! Wie lässt sich das gerade umsetzen? Was ist ehrenvolles Verhalten während der Corona-Krise? Die HeRoes Duisburg haben einige Statements dazu gesammelt &#8211; lasst euch von ihnen inspirieren! Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen.</strong></p>
<p><span id="more-12160"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Sämtliche Beiträge zum Thema sammeln wir unter dem Hashtag <a href="https://www.meintestgelaende.de/?s=Covid19" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>#Covid19</strong></a>.</li>
<li>Mehr von den HeRoes Duisburg gibt es <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Planlos ging der Plan los</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/04/planlos-ging-der-plan-los/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2020 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch unsere Autorin Marie bleibt aufgrund des Lockdowns zuhause. Klingt erstmal gemütlich? Nun: In ihrer Wohnung leben allerdings auch noch ihr vierjähriger Sohn und ihr Partner, dessen Arbeit ins Homeoffice verlegt wurde&#8230; Ersatz-Kita, Aufenthaltsort UND Büro, das ist ganz schön viel für eine Zwei-Zimmer-Wohnung! Hier berichtet Marie von den ersten Tagen nach der plötzlichen Umstellung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch unsere Autorin Marie bleibt aufgrund des Lockdowns zuhause. Klingt erstmal gemütlich? Nun: In ihrer Wohnung leben allerdings auch noch ihr vierjähriger Sohn und ihr Partner, dessen Arbeit ins Homeoffice verlegt wurde&#8230; Ersatz-Kita, Aufenthaltsort UND Büro, das ist ganz schön viel für eine Zwei-Zimmer-Wohnung! Hier berichtet Marie von den ersten Tagen nach der plötzlichen Umstellung.</strong></p>
<p><span id="more-12137"></span><br />
Zwei Erwachsene und ein vierjähriges Kind in einer kleinen Wohnung in Berlin. Jeder Tag fühlt sich wie Sonntag an. Vor einer Woche hat die allgemeine Homeoffice-Situation, zur Eindämmung von Covid19, begonnen.<br />
Ich musste mir plötzlich ganz schnell einen Plan überlegen, wie mein Sohn die Zeit, die er fünf Tage die Woche, acht Stunden täglich, in der Kita verbringt, zu Hause rumbekommt. Aber das war noch nicht alles, denn der Papa musste ja auch plötzlich einen ruhigen Platz in der Wohnung kriegen, von dem aus er ungestört mindestens acht Stunden arbeiten konnte, inklusive stundenlange Telefon-Meetings.</p>
<p>Planlos ging der Plan los.<br />
Ich hatte einen starken Druck in den ersten Tagen, weil all das über Nacht funktionieren musste, man hatte keine Vorlaufzeit, keine Zeit, um sich eine Struktur aufzubauen und niemand wusste, wie lange dieser Plan überhaupt anhalten musste.<br />
Da ich davon ausging, dass auch die Berliner Kitas schließen – und viele Arbeitnehmer Homeoffice bekommen werden, habe ich an einem freien Vormittag die leerste Ecke in der Wohnung so eingerichtet, dass der Papa einen Schreibtisch hatte, auf dem der Laptop dauerhaft stehen konnte.<br />
Leider ging dieser Plan nach hinten los, denn diese leere Ecke war mitten im Zentrum des Geschehens: Im Flur.</p>
<p>Keine Chance für Telefonie oder acht Stunden konzentriertes Arbeiten, für unseren Sohn die perfekte Gelegenheit, den Papa immer anzusprechen, wenn er ihn sieht, außerdem sind wir permanent an ihm vorbeigelaufen, wenn es in die Küche, ins Bad oder in eines der beiden Zimmer ging – und da lag das nächste Problem: Zwei Zimmer. Wir haben nur zwei Zimmer.</p>
<p>An Tag zwei habe ich räumliches Tetris gespielt.<br />
Möbel verschoben, Ecken freigelegt, einen Spielplatz auf dem Balkon errichtet, mit Sandkiste und Spielsachen. Das ist übrigens ein <strong>Quarantäne-Tipp</strong> von mir, denn der Sandkasten mit 60 kg Spielsand sorgt dafür, dass sich mein Sohn selbst beschäftigt und ich einige eigene Dinge erledigen kann. Wir haben ihn am zweiten Tag noch schnell gekauft, bevor alle Läden dicht gemacht haben.</p>
<p>Nun stand der Kleiderschrank unseres Sohnes im Flur und die Homeoffice-Ecke ist ins Schlafzimmer gezogen. Sehr gequetscht und eng, aber man konnte die Tür schließen. Mein Sohn und ich hatten das Wohnzimmer, den Flur, die Küche und das Bad für uns und so bleibt es erstmal. Wenn der Papa aus dem Schlafzimmer kommt, kann er angesprochen werden, ansonsten bleibt die Tür zu, was übrigens auch ein anderes Problem gelöst hat: Gereizte Stimmung.</p>
<p>Wenn einer gereizt war, waren alle gereizt und das hat sich hochgeschaukelt, wenn man auch noch ständig im selben Raum war oder Sichtkontakt hatte. Hört sich vielleicht dämlich an, weil man ja freiwillig zusammenlebt, aber…wie soll ich mich denn, zum Beispiel mit einem Migräne-Anfall, den ich jede Woche habe, eine Stunde alleine hinlegen, wenn das Homeoffice-Büro im Schlafzimmer ist und das Wohnzimmer zur Hälfte Spielzimmer ist, das zudem so intensiv genutzt wird, dass der Lautstärkenpegel immer kurz vor der Eskalation liegt. Es ist für alle nicht einfach.<br />
Momentan fühle ich mich, als wäre ich kein Mensch, sondern etwas, was einfach funktionieren muss. Das Verbindungsstück zwischen einem entspannten Zusammenleben zwischen ungestörtem Homeoffice und einem Kind, das, wie in der Kita, acht Stunden Action braucht.</p>
<p>Achja und zusätzlich muss die Wohnung sauber bleiben und das Essen auf dem Tisch stehen. Hört sich an sich simpel an, ABER: Ich DARF keine eigenen Bedürfnisse haben.<br />
Sobald ich solche Gedanken bekomme, kriege ich direkt ‘ne Ansage aus meinem Kopf.</p>
<p>…„Ich möchte mich kurz 15 Minuten alleine hinlegen, der Vormittag war sehr anstrengend“ &#8211; (Wo?! Ins Homeoffice? Ins Spielzimmer? Leg dich doch in die Küche oder vor die Waschmaschine ins Bad)<br />
…„Ich möchte das Bad jetzt ohne parallele Kinderbeschäftigung putzen“ &#8211; (Bitte was?! Mach das doch nachts, wenn alle schlafen)</p>
<p>Die Idee mit dem frühen Mittagessen hatte ich komischer Weise schon direkt am ersten Homeoffice-Tag: Um spätestens 10 Uhr war das Mittagessen fertig und stand bereit, sodass der Papa essen konnte, sobald er eine Pause hatte, denn ich wollte vormittags gerne an die frische Luft und nicht in der Wohnung gefangen sein, bis Zeit für das Mittagessen war. Außerdem konnten wir direkt essen, wenn wir ausgepowert wieder nach Hause kamen.</p>
<p>Eine weitere Idee, die ich hatte, war der Tagesplan. Am ersten Wochenende ohne Homeoffice, mit mehr Zeit für mein eigenes Office, hatte ich die Idee, einen Tagesplan am Laptop zu entwerfen, als Richtwert für uns, wann was dran ist UND mit geplanten Ruhepausen beziehungsweise geplanten Zeiten, an denen sich mein Sohn alleine beschäftigen sollte, damit ich, egal, was es war, es ohne paralleler Kinderbespaßung tun konnte. Diesen Plan habe ich einmal für uns Eltern gemacht und mit Bildern für den Kleinen, damit er es auch auf Augenhöhe hängen hat.<br />
Und was soll ich sagen? Vom ersten Tag an hat er sich an alles gehalten. Er läuft mehrmals täglich zur Wand, um zu schauen, was nun auf dem Plan steht. Nach dem Mittagessen kommt die Ruhepause, in der nur geflüstert – und sich alleine beschäftigt wird. Nach dieser Pause habe ich mehr Energie und kann mehr mit allem anfangen.</p>
<p>Deswegen komme ich auch dazu, jetzt diesen Text zu schreiben. Das hat in der Mittagsruhe nicht geklappt, weil mein Sohn mit mir zusammen eingeschlafen ist, aber ich hatte trotzdem eine Lösung: Wir sind in einen leeren Park gefahren, in dem er zu zweit mit seinem Opa spielen – und ich im Auto am Laptop sitzen kann.</p>
<p>Ich muss sagen, dass ich wirklich stolz auf mich selbst bin, dass ich ein Organisations- und Planungs-Talent habe, in solchen Ausnahmesituationen hilft das wirklich sehr und ich bin extrem dankbar für diese „Gabe“.</p>
<p>Wäre ich alleinerziehend und müsste im Homeoffice sitzen, wüsste ich ehrlich gesagt nicht, wie ich das anstellen sollte. Da habe ich großen Respekt all den alleinerziehenden Heldinnen/Helden gegenüber, die das meistern müssen.</p>
<p>Ich weiß, dass es von Tag zu Tag bei uns entspannter wird, je mehr wir uns an diese Situation gewöhnen und ich bin gespannt, wie es wird, wenn das ganze Chaos zu Ende ist und sich der normale Alltag wieder einpendeln muss. &#8211; Nach dem Chaos ist vor dem Chaos.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Möchtest du wissen, wie Maries Alltag ohne Lockdown und Corona aussieht? Schau doch mal <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a> vorbei.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Part 3: It all comes to an end</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/04/part-3-end/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2020 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal ist es an der Zeit, zurückzublicken auf all das, was man erreicht und geschafft hat &#8211; und dann darf man es sich definitiv auch erlauben, stolz zu sein und sich selbst auf die Schulter zu klopfen! Wir freuen uns heute mit unserem Autor Sven Schwarz 🎉 Eigentlich wollte ich keinen weiteren Text verfassen&#8230; Doch nach]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manchmal ist es an der Zeit, zurückzublicken auf all das, was man erreicht und geschafft hat &#8211; und dann darf man es sich definitiv auch erlauben, stolz zu sein und sich selbst auf die Schulter zu klopfen! Wir freuen uns heute mit unserem Autor Sven Schwarz </strong>🎉</p>
<p><span id="more-12124"></span></p>
<p>Eigentlich wollte ich keinen weiteren Text verfassen&#8230;<br />
Doch nach einem gutem halben Jahr sind so viele Dinge passiert, die ich einfach zu Wort bringen muss.</p>
<p>Ich lese mir die zwei Texte durch. Bin schockiert, wortlos und schlicht ergriffen.<br />
Das war wirklich ich selbst? Das waren tatsächlich meine Gedanken?</p>
<p>Stolz, ist das erste Gefühl, was mich überkommt. Das zu erreichen, wo ich jetzt stehe.</p>
<p>Dieses halbe Jahr beinhaltet unendlich viele Gedanken, Gefühle und Geschehnisse, die mich dazu verleiteten, einen dritten (und hoffentlich letzten) Text zu verfassen.</p>
<p>Um etwas vorzugreifen: Alle wissen Bescheid! Ich kann der sein, der ich bin und so leben, wie ich mich fühle.  ⁃ das beste Gefühl überhaupt &#8211;</p>
<p>Es geht darum, sein Leben so zu leben, wie es sein soll. So, dass man sich gut fühlt.<br />
Dafür gibt es jedoch viele Faktoren, die dieses Gefühl ausschlaggebend prägen.<br />
Ganz davon abgesehen, dass man sich selbst schätzen und lieben lernt.</p>
<p>Freunde! Freunde zu haben, sie wertzuschätzen und zu lieben ist wohl die Basis eines jeden Menschen.<br />
Was würden wir ohne diese tun?<br />
Wer wären wir stattdessen?<br />
Ich möchte meine, die meinen Lebensweg bisher positiv prägten, nicht missen.</p>
<p>Da gibt es jene, die man kennenlernt, bei denen man sich fragt, was man ohne sie machte?! Wo war dieser besondere Mensch davor?<br />
Dann gibt es noch welche, die es einfach mehr als verdient haben, in diesem Text erwähnt zu werden.<br />
Dazu muss man sagen, dass ich in diesem Jahr meine Ausbildung (mehr als) erfolgreich absolviert habe. Und diese beiden Menschen haben dazu einen großen Teil beigetragen.<br />
Zwei Menschen, die auf einmal da sind. Als gäbe es ein Leben ohne sie nicht.<br />
Unvorstellbar!<br />
Zwei Menschen, die plötzlich da, und nicht mehr wegzudenken sind.<br />
Zwei Menschen, die mit dafür verantwortlich sind, dass ich jetzt der sein kann, der ich bin.<br />
Mit diesen beiden Menschen den Lebensabschnitt zu beenden, und gleichzeitig neu zu beginnen, tut so gut.</p>
<p>Natürlich sind da nicht nur positive Gefühle. Ein paar nostalgisch geprägte Gedanken schwelgen selbstverständlich umher.<br />
„Wie war das noch damals, als es noch niemand wusste &#8211; noch vor meiner Ausbildung?!</p>
<p>Doch da wo ich jetzt stehe, fühlt es sich schon verdammt gut an.</p>
<p>Ein wesentlicher Grund, der dazu beigetragen hat, ist meine fantastische Familie.<br />
Ja, auch sie wissen es (alle) seit Ende des letzten Jahres. GOTTSEIDANK!</p>
<p>Der, für mich, größte &#8211; und wichtigste &#8211; Schritt überhaupt. Ich kann bei meiner Familie der sein, der ich bin.<br />
Ich weiß nun, ich werde geliebt, weil ich der bin, der ich bin.</p>
<p>Ich kann nicht sagen, dass ich das vorher nicht dachte, bzw. wusste. Allerdings kann ich jetzt mit stolz behaupten, es genau zu wissen.<br />
Die Familie zu schätzen und zu lieben, ist wohl etwas, was jeder verinnerlichen sollte. Auf welcher Art auch immer.<br />
Ich habe es. Und bin überglücklich.</p>
<p>Ich habe mir die Texte durchgelesen und fühlte mich irgendwie verpflichtet, das Ganze zu Ende zu bringen.<br />
Um dem Ganzen auch ein Ende zu setzen und das Kapitel „Outing“ zu beenden.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier kommt ihr zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/sven-schwarz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Part 1 und Part 2</strong></a> von Svens Geschichte.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehrwert</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/03/mehrwert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hollies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Stereotyp]]></category>
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					<description><![CDATA[Wow! Leah Leaf aus der Redaktionsgruppe Hollies hat ein ziemlich krasses Gedicht geschrieben. Wir freuen uns, dass wir es veröffentlichen dürfen! Es geht um Wert, um Mehrwert und mehr wert, darum, dass man sich fragt, ob man gut genug, ob man genug ist und wer das überhaupt festlegen darf. Viel Spaß beim Lesen! Ich richte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wow! Leah Leaf aus der Redaktionsgruppe Hollies hat ein ziemlich krasses Gedicht geschrieben. Wir freuen uns, dass wir es veröffentlichen dürfen! Es geht um Wert, um Mehrwert und mehr wert, darum, dass man sich fragt, ob man gut genug, ob man genug ist und wer das überhaupt festlegen darf. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12097"></span></p>
<p>Ich richte dieses Gedicht an dich<br />
Ich seh dich nicht, und doch bist du da<br />
Irgendwie immer,<br />
Ich spür dich doch, Jeden Tag Gesellschaft<br />
Ich hab dir was zu sagen, doch ich weiß du hörst mich nicht<br />
Deshalb bleib am Ende doch nur ich<br />
Ich steh vorm Spiegel<br />
Und richte dieses Gedicht dann eben halt<br />
An &#8230;</p>
<p>Wie findest du mich?<br />
Nett? Schlau? Gut?<br />
Dumm? Nervig? Schlecht?<br />
Oder einfach nur netter als, schlauer als, besser als?<br />
Dümmer als, Nerviger als, Schlechter als?<br />
Welchen Wert hab ich?<br />
Bin ich Mehr Wert?<br />
Irgendwo höher auf ner eindimensionalen Skala<br />
Bin ich für dich einfach normaler?<br />
Nicht mal besser als normal, nein,<br />
Hauptsache nicht abweichend<br />
Du findest mich nicht gut sondern ausreichend<br />
Jeder näheren Frage elegant ausweichend<br />
Ausweitende Diskriminierung nicht direkt sondern schleichend</p>
<p>Ich spüre deinen Hass, dafür hass ich dich!<br />
Schrei ich in den Spiegel, und sehe doch nur<br />
Mich</p>
<p>Wie ich so da stehe und mir selber so ähnlich sehe<br />
Du, ich, wir sind doch&#8230;gleich<br />
Gleich wert<br />
Ja wir sind Teil der Gesellschaft, doch wir sind nicht allein,<br />
Die es Leid sind, mehr oder weniger Wert zu sein,<br />
Die nichts Anderes wollen als sich von dem Druck zu befreien.<br />
Wie viele von uns wohl grad ihr Spiegelbild anschrei’n<br />
Und fragen</p>
<p>Bin ich nicht gut?<br />
Bin ich nicht gut genug?<br />
Bin ich weniger wert?</p>
<p>Wie oft haben wir uns auf die Waage gestellt<br />
Wie selten haben wir das infrage gestellt<br />
Wie selten wurden schiefe Normvorstellungen gerade gestellt</p>
<p>Nur damit sich hier diese Frage gleich klärt<br />
Und wieder etwas Klarheit einkehrt<br />
Ich sag es ganz klar, es ist kein Scherz</p>
<p>Es gibt nur einen Wert<br />
Wir sind gleich wert</p>
<p>Wir wollen und werden nie ein Wert für den Markt sein<br />
Dennoch sollten wir gewarnt sein<br />
Dass uns manche doch so sehn<br />
Lasst uns widerstehn!<br />
Lasst uns rausgehen und denen erzähln:</p>
<p>Wir sind alle gleich!<br />
Ob arm oder reich<br />
Ob schwarz oder weiß<br />
Ob unsere Erscheinung für irgendeinen Maßstab reicht<br />
Egal in welchem Lebensbereich</p>
<p>Keine von uns ist mehr wert<br />
Alle zusammen sind wir Mehrwert<br />
Nicht trotz<br />
Sondern gerade wegen der Unterschiede<br />
Gemeinsam sind wir mehr wert, und unser Mehrwert liegt in diesen Unterschieden<br />
Unser Mehrwert liegt im Gleichwert</p>
<p>Mehr Wert? Gleich Wert!</p>
<p>Ich richte dieses Gedicht an dich<br />
Du, die du dich angesprochen fühlst<br />
Das bist du nämlich!<br />
Und ich weiß, dass du mich hörst<br />
Stolz und selbstbewusst schau ich meinem Spiegelbild nun gerade in die Augen<br />
Auf einer Augenhöhe, gleichwertig<br />
So sehe ich auch<br />
Dich</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den Hollies findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/hollies/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>unter diesem Link</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Part 2: Things are getting better</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/03/part-2-things-are-getting-better/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2020 07:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Sven Schwarz schreibt über eine wichtige Zeit in seinem Leben. Darüber, wie unendlich wichtig es ist, dass Freund*innen und Familie zu einer*einem halten. Darüber, wie wichtig es ist, dass &#8222;Toleranz&#8220; nicht nur Phrase ist, sondern auch gelebt wird. Und darüber, wie man sich oft jahrelang das Schlimmste ausmalt &#8211; und dann werden durch ein einfaches]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sven Schwarz schreibt über eine wichtige Zeit in seinem Leben. Darüber, wie unendlich wichtig es ist, dass Freund*innen und Familie zu einer*einem halten. Darüber, wie wichtig es ist, dass &#8222;Toleranz&#8220; nicht nur Phrase ist, sondern auch gelebt wird. Und darüber, wie man sich oft jahrelang das Schlimmste ausmalt &#8211; und dann werden durch ein einfaches &#8222;Na und?&#8220; alle Ängste weggepustet. Aber lest selbst:</strong></p>
<p><span id="more-12093"></span>Nach zwei Jahren ist es Zeit, eine weitere Bilanz zu ziehen.<br />
Was habe ich erreicht? Wie geht es mir seither? Ist es schon besser geworden?<br />
Wenn ich mir den Text durchlese, habe ich viele negative Gedanken. Gedanken, die jetzt nicht mehr negativ sind. Glücklicherweise.<br />
Es fühlt sich so an, als würde ich meinem jüngeren Ich auf den Kopf tätscheln, so wie das Erwachsene eben lehrhaft tun. Von oben herab, mit neu gewonnener Weisheit.</p>
<p>Die Gedanken, die ich damals pflegte, sind anscheinend noch da. Dennoch höre ich sie wesentlich seltener. Neue Gedanken schwelgen umher und verbrauchen viel Platz. Was gut ist.<br />
Viel negatives, was durch Unsicherheit geplagt war, fällt weg. Warum? Kann ich nicht sagen.</p>
<p>In zwei Jahren ist viel passiert. Das meiste an mir selbst. Ich habe mich definitiv verändert. Zum Guten, wie ich finde. Ich kann mich vollends akzeptieren und weiß, wer ich bin. Ein äußerst wichtiges Gut.</p>
<p>Ich konnte mich vielen Menschen öffnen. Viele Menschen, die mir halfen, helfen und helfen werden. Darüber bin ich unendlich dankbar. Was ich ohne diese machen würde? Kein Plan!</p>
<p>„Toleranz“ ist DAS Wort in der Gesellschaft. Jeder gibt vor, es zu haben. Nach außen, versteht sich.<br />
Wenn ich meine „Time-line“ auf Facebook durchgehe, sehe ich viele Bilder/Videos, in denen mir eigentlich Mut zugeteilt werden sollte. Tut es aber nicht.<br />
Mut wofür?<br />
Brauche ich den Support von Menschen, die ich gar nicht kenne?<br />
Schafft man den „letzten Schritt“ ohne fremde Hilfe?<br />
Irgendwann ist man auf sich gestellt und es geht einzig und allein darum, dass es MIR gut geht.<br />
Das ist mir in den zwei Jahren bewusst geworden.<br />
Es MUSS mir egal sein, was andere (darüber) denken.</p>
<p>Ich machte mir jahrelang sorgen, was Familienmitglieder wohl zu meiner „Verkündung“ (mir fiel wirklich kein besseres Wort ein) sagen würden. Ablehnung? Desinteresse? Unverständnis? Akzeptanz? Offenheit?<br />
Man denkt sich tausend Szenarien aus, was passieren könnte, wenn&#8230;<br />
Ja, wenn&#8230;<br />
Vordergründig sind natürlich negative Gedanken. Schlimme Szenarien, die meine Angst füttern und immer größer werden lassen.</p>
<p>Vor genau drei Tagen dann der erste Schritt. Ein wichtiger Schritt, der das Ganze wie ein Dominostein zum Anstoß verleitete.<br />
Ein Familienmitglied weiß Bescheid.<br />
Die Resonanz: Die schönste Antwort, die ich mir je ausdenken konnte! „Na und?“<br />
Zwei kleine Worte, welche im Nachhinein für mich die Welt bedeuten. „Na und?“ so wie „Und das ist alles?“ &#8230;<br />
Es wird als normal angesehen.<br />
Na klar, das tue ich ja auch.<br />
Trotzdem.</p>
<p>Ich konnte mir niemals ausmalen, wie es mir danach gehen sollte. Ich fühle mich großartig und bereit, es allen zu sagen. Es braucht seine Zeit. Dennoch bin ich gewillt.<br />
Gewillt nun so zu leben, wie ich bin.<br />
Lebe ich dann anders?<br />
Ich denke, offener und lebensfroher.<br />
Die wenigsten werden das merken.<br />
Die einzige Person, welche dies am extremsten spürt, bin Ich. Und genau darum geht es doch.</p>
<p>Alles nimmt seinen Lauf. Das merke ich.<br />
Gegen das Schicksal hat man nichts in der Hand. Man ist unbewaffnet und muss sich dem fügen, was kommt.<br />
Ich freue mich auf das, was kommt. Ich bin bereit dafür.<br />
Bereit neue Dinge anzugehen, die lange geschlossen und abgekapselt gewesen sind.</p>
<p>Rückblickend fühle ich mich reifer und bereit, mein Leben so zu leben, wie es sein soll. Unverändert und unverfälscht.</p>
<p>Alles unsichere wird sicher. Alles ängstliche wird stark. Alles verschwommene wird klar und deutlich. Alles verschlossene wird transparent. Alles ängstliche wird motivierend.<br />
Alles ändert sich zum Guten. Klingt sehr euphorisch.</p>
<p>Der alte Text noch eher paradox und negativ, wirkt dieser schon eher euphorisch und positiv.<br />
Zum Glück.</p>
<p>Ich bin glücklich darüber, Menschen zu kennen, die mit dafür verantwortlich sind.<br />
Ich bin glücklich darüber, mich akzeptieren zu können.</p>
<p>Meine Gedanken dieses Mal aufzulisten fällt mir leichter. Wesentlich.</p>
<p>Wenn ich daran denke, dass es da draußen tausend Menschen gibt, die in einer ähnlichen Situation sind/bleiben und darin verharren, weil ihnen niemand hilft oder weil sie sich selbst scheußlich finden (da musste auch ich durch), dann wird mir ganz unwohl. Ich würde am liebsten jedem helfen.<br />
Mir ist klar, dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss.</p>
<p>Meinen habe ich gefunden. Zum Glück!<br />
Dies zu finden hat lange genug gedauert. Geprägt aus Trauer und Freude.</p>
<p>Es ist gewiss kein einfacher Weg, welcher bestimmt noch die ein oder andere Ablehnung mit sich bringt. Doch erlebt die nicht jeder?</p>
<p>Der kleine Anteil an Freude ist gewachsen. Sehr sogar.<br />
Ich freue mich auf meinen weiteren Weg und bin überglücklich, meine Freunde und meine Familie zu haben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Falls du ihn verpasst haben solltest, geht&#8217;s hier nochmal zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/02/where-it-all-began-part-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Sven Schwarz&#8216; erstem Text</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sameth: Die Blüte der Jugend</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/sameth-die-bluete-der-jugend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Feb 2020 09:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2019]]></category>
		<category><![CDATA[Klima]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12042</guid>

					<description><![CDATA[Die Frage aller Fragen: Wen kann man denn überhaupt noch wählen &#8211; und was hat das Ganze mit Generationengerechtigkeit zu tun? Beim #gelände19 hat Sameth seinem sehr verständlichen Ärger über die Politik Luft gemacht &#8211; auf der Bühne, mit einem eigens dafür geschriebenen Text. Schaut unbedingt rein! 🌎🌍🌏 Mehr dazu: Mehr vom #gelände2019 gefällig? 😉]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Frage aller Fragen: Wen kann man denn überhaupt noch wählen &#8211; und was hat das Ganze mit Generationengerechtigkeit zu tun? Beim #gelände19 hat Sameth seinem sehr verständlichen Ärger über die Politik Luft gemacht &#8211; auf der Bühne, mit einem eigens dafür geschriebenen Text. Schaut unbedingt rein! </strong>🌎🌍🌏</p>
<p><span id="more-12042"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr vom <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/gelaende2019/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>#gelände2019</strong></a> gefällig? 😉</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Verlust durch Tod und Trennung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/verlust-durch-tod-und-trennung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2020 09:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Trauer hat so viele verschiedene Gesichter &#8211; die eine, &#8218;richtige&#8216; Art zu trauern existiert nicht. Und außerdem fühlt sich Trauer nicht immer gleich an. Sie besteht nicht nur aus einem Gefühl, sondern aus einem ganzen Haufen an Emotionen. Unsere Autorin Marie hat über ihre Trauer geschrieben &#8211; über die Trennung von ihrem Partner, über den]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Trauer hat so viele verschiedene Gesichter &#8211; die eine, &#8218;richtige&#8216; Art zu trauern existiert nicht. Und außerdem fühlt sich Trauer nicht immer gleich an. Sie besteht nicht nur aus einem Gefühl, sondern aus einem ganzen Haufen an Emotionen. Unsere Autorin Marie hat über ihre Trauer geschrieben &#8211; über die Trennung von ihrem Partner, über den Tod eines geliebten Menschen. Herausgekommen ist ein mutiger Text über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Arten von Trauer.</strong></p>
<p><span id="more-12018"></span></p>
<p>Die letzten drei Monate des Jahres 2018 habe ich Gefühle kennengelernt, die ich vorher noch nicht erlebt habe. Der Verlust geliebter Menschen, auf zwei verschiedene Arten.<br />
Durch Trennung und durch den Tod.<br />
Eins haben beide Verluste gemeinsam, es ist die Trauer um die Person, die man liebt und verloren hat. Zu wissen, dass sie weg ist, obwohl man sie liebt. Ohne, dass man etwas hätte ändern können. Man kann niemanden zwingen, zu bleiben, egal wie sehr man es selbst möchte. Diese Trauer, wenn die Person weg ist, schlägt einen nieder, es ist unverständlich, es gibt vielleicht noch so viel zu fragen, zu verstehen, zu sagen.<br />
Vorwürfe, dass man es vorher hätte ändern können, damit es anders kommt.</p>
<p>Leider ist die Trauer nicht das Einzige an Gefühlen, die mich überkamen. Ich habe in den wenigen Wochen, die vom einen Verlust in den Nächsten übergingen, einen Haufen Emotionen gespürt, die man nicht einfach wegsteckt, die man nicht beeinflussen – und erst recht nicht herunterschlucken kann.</p>
<p>Der Mensch, den man durch eine Trennung verliert, ist freiwillig gegangen, hat diese Entscheidung eigenständig getroffen, kann selbst bestimmen, inwieweit er den Verlassenen noch an sich heran lässt, Gespräche führt, Krisen überstehen würde. Er tut etwas Schmerzhaftes: Er entscheidet sich aktiv, zu verlassen.</p>
<p>Ich habe Wut und Hass gespürt. Wie kann dieser Mensch einfach gehen, wenn er mich doch liebt? Wie kann er mich so bewusst verletzen? Wut auf mich selbst, dass ich so oft verziehen – und weitergemacht habe. Neben der Wut kam die Sehnsucht, das Vermissen, denn diese eine Person war so unendlich vertraut und man hat sich an den Alltag gewöhnt, der nun plötzlich so anders ist.<br />
Enttäuschung, Zorn, Angst, Schmerz, Sehnsucht, Liebe, eine Mischung aus guten – und schlechten Emotionen, die mich wochenlang begleitet haben. Sie wechselten sich ab, sie wurden durch äußere Einflüsse getriggert und verstärkt. Erinnerungen, die plötzlich geweckt wurden, lösten Wut und Sehnsucht in mir aus! Wut, weil er einfach gegangen ist und mich mit diesen Erinnerungen alleine ließ – Sehnsucht, weil es eben eine vertraue Erinnerung war und ich es so vermisste. Schmerz und Angst, weil derjenige sein Leben mit einer neuen Person weiterführen würde.<br />
Es ist furchtbar anstrengend, eine Person zu vermissen, sich nach ihr zu sehnen, wenn man so wütend auf sie ist und sie eigentlich nie wiedersehen möchte. Es ist paradox, es ist der Verlust.</p>
<p>Der Verlust durch den Tod hat mich von einer Sekunde auf die Nächste umgehauen. Ich habe keine negativen Emotionen gespürt. Ich habe etwas Sanftes gespürt, etwas wie Mitleid.<br />
Diese Person lebt nicht mehr weiter und hat sich wahrscheinlich nicht freiwillig dafür entschieden.</p>
<p>Noch dazu kam bei mir ein Gefühl, das ich als solches beschreiben würde, die durch den Tod verlorene Person beschützen zu können. Sie ist nicht mehr körperlich anwesend, aber sie ist immer noch da und hat mich nicht verlassen. Ich kann an diese Person denken, für sie denken, im Guten an sie denken, mich um sie kümmern, ich spüre keine Verbitterung.<br />
Es ist ein angenehmer Schockzustand, eine angenehme Sehnsucht.<br />
Es ist eine angenehme Trauer, die ich zulasse, weil mich diese Person nicht verletzt hat.</p>
<p>Ein großer Unterschied zum Verlust durch Trennung, denn dieser Mensch lebt weiter, es gab für mich keinen Grund für Mitleid, keinen Grund für Leid in seinem Namen. Er lebt sein Leben weiter, hat seine Zukunft vor sich und entschied sich bewusst, sie nicht mit mir zu teilen.<br />
Das ist keine angenehme Trauer, sie ist verbunden mit all dem Ekel, dass ich mich aufgeopfert habe, mich hab verändern lassen, vertraut habe und mich eingelassen habe, um am Ende ohne jegliche Chance verlassen zu werden, was im Nachhinein dazu führte, dass die Wut, die Enttäuschung und gleichzeitig die Sehnsucht &#8211; ausgelöst durch die Liebe &#8211; mein Herz hat brechen lassen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/08/mein-opa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>diesem Text</strong></a> berichtet Jeremy von Was geht Almanya, wie er den Tod seines Opas erlebt hat.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tugay &#8211; Marionette // #gelände19</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/01/marionette/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2020 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2019]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Tugay hat genug von den Fäden an seinen Händen und seinen Füßen &#8211; uuuund er hat beim #gelände19 beim Workshop &#8222;Act, Comedy &#38; Selfperformance&#8220; teilgenommen. Was dort entstanden ist &#8211; inklusive Auflösung des Rätsels, welche Fäden er denn nun meint &#8211; dürfen wir euch heute präsentieren. Viel Spaß beim Anschauen!  Mehr dazu: &#8222;Was bedeutet Männlichkeit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Tugay hat genug von den Fäden an seinen Händen und seinen Füßen &#8211; uuuund er hat beim #gelände19 beim Workshop &#8222;Act, Comedy &amp; Selfperformance&#8220; teilgenommen. Was dort entstanden ist &#8211; inklusive Auflösung des Rätsels, welche Fäden er denn nun meint &#8211; dürfen wir euch heute präsentieren. Viel Spaß beim Anschauen! </strong></p>
<p><span id="more-11995"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>&#8222;Was bedeutet Männlichkeit für mich?&#8220;, fragen sich die HeRoes <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/05/maennlichkeit-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>in diesem Beitrag</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Starke Frauen* auf Rollschuhen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/01/starke-frauen-auf-rollschuhen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Jan 2020 07:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 25. Mai waren Dennis Seidel und Daniela Chmelik beim Roller Derby und anschließend bei einem feministischen Poetry Slam in Hamburg. Roller Derby ist ein Action-Sport, bei dem mensch Fitness, Ausdauer, Gleichgewicht, Schnelligkeit, Konzentration, Teamgeist und Rollschuhe braucht, wie Dennis Seidel feststellt. Außerdem fiel er in love mit einem neuen Role Model: Wie ich mich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am 25. Mai waren Dennis Seidel und Daniela Chmelik beim Roller Derby und anschließend bei einem feministischen Poetry Slam in Hamburg. Roller Derby ist ein Action-Sport, bei dem mensch Fitness, Ausdauer, Gleichgewicht, Schnelligkeit, Konzentration, Teamgeist und Rollschuhe braucht, wie Dennis Seidel feststellt. Außerdem fiel er in love mit einem neuen Role Model:</strong></p>
<p><span id="more-11974"></span></p>
<p>Wie ich mich umschau&#8216;<br />
kommt sie auf Rollschuhen:<br />
meine Traumfrau!<br />
Sie ist stark,<br />
was ich mag!<br />
Meine Traumfrau kam mir entgegen<br />
bei Hamburger Regen.<br />
Wir gingen in den Park.<br />
Sie ist stark.<br />
Sie hat viele männliche Fans<br />
und auch einige Bands.<br />
Ich jubel laut.<br />
Ich bin verliebt in diese Frau.<br />
Sie ist so schön wie sie war,<br />
sie hat blondes, gelocktes Haar.<br />
Sie ist eine Rollschuhfahrerin<br />
und keine Autoraserin.<br />
Sie heißt Linda;<br />
sie will keine Kinder.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den Story Tellern findet ihr hier.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
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	</channel>
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