<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Suchergebnisse für &#8222;jacke&#8220; &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<atom:link href="https://www.meintestgelaende.de/search/jacke/feed/rss2/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Fri, 16 Feb 2024 10:08:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.5</generator>

<image>
	<url>https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/cropped-unnamed-32x32.jpg</url>
	<title>Suchergebnisse für &#8222;jacke&#8220; &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>An mein jüngeres Ich</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/02/an-mein-juengeres-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 11:10:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Erwachsenwerden]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Pubertät]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15924</guid>

					<description><![CDATA[Lina hat einen Text an ihr jüngeres Ich geschrieben. Dabei lässt sie bessere und schlechtere Erfahrungen Revue passieren und Blickt gleichzeitig auf den Menschen, der sie heute ist. Hallo kleine Lina, ababababbababababa bevor du fragst: ich nenne dich kleine Lina, weil du die Lina mit 12 bist. Größentechnisch haben wir uns nicht verändert, wir bleiben]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lina hat einen Text an ihr jüngeres Ich geschrieben. Dabei lässt sie bessere und schlechtere Erfahrungen Revue passieren und Blickt gleichzeitig auf den Menschen, der sie heute ist.</strong><span id="more-15924"></span></p>
<p>Hallo kleine Lina,</p>
<p>ababababbababababa</p>
<p>bevor du fragst: ich nenne dich kleine Lina, weil du die Lina mit 12 bist. Größentechnisch haben wir uns nicht verändert, wir bleiben ein Hobbit. Kleiner Körper große Füße. Um deine brenneste Frage vorne weg zu nehmen: Nein. Einfach nein. Wir sind nicht mit Harry Styles zusammen.</p>
<p>Lina, es wird nicht besser aber du kannst besser damit umgehen.</p>
<p>Ich meine das hier, das auf der Bühne, dass ist jetzt dein Job. Du könntest alles auf der Bühne machen . Du könntest Spagat machen ? Du kannst kein Spagat , du könntest richtig hoch springen ? Du kannst auch nicht springen -&gt; okay du kannst ne runde Macarena tanzen. Wenn wir schon dabei sind, ich habe viel zu lange gedacht, dass das Lied auf einer Fantasiesprache ist und habe oft zu lange gesungen : ununun MACARENA unhunhu SABRINA unhunh MACARENA ehhhhh MACARENA</p>
<p>Lina, es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen</p>
<p>Es gibt Menschen die können dich nicht leiden, das ist okay: Weißt du was nie okay war ? Leo Print. Dachtest du damit etwa : WENN ICH Leoparden Print trage bin ich nie over oder underdressed, ich bin einfach nur schnell? Du warst nie schnell Lina</p>
<p>Lina es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen</p>
<p>Die Harte Wahrheit : deine Mutter wollte nicht dein Leben zerstören als deine Ausgangssperre mit 14 Mitternacht war, du warst halt einfach 14</p>
<p>Außerdem trag bitte die dicke knallrote Winteracke</p>
<ol>
<li>die Nierenbeckenentzündung war es nicht wert</li>
<li>Heute würdest du für so eine Jacke töten</li>
<li>die Kinder aus der Klasse mobben dich nicht plötzlich, weil deine Jacke komisch ist, sie mobben dich, weil du komisch bist. Und das ist nicht okay und ich weiß du kannst es kaum erwarten das diese Zeit vorbei ist, aber bitte lass dich nicht dazu hinreißen anderen Ähnliches anzutun.</li>
</ol>
<p>Lina es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen</p>
<p>Es war nie cool mit einer Tiefsitzenden Hose auf dem Aldi Parkplatz zu chillen, Ich weiß nicht was du dir davon erhofft hast, aber du hast es nicht erreicht. An dieser Stelle will ich dir einmal auf den Hinterkopf klatschen, weil wie konntest du es wagen Socken an Weihnachten scheiße zu finden. Du hast seit 2 Jahren kein vollständiges Paar mehr gesehen und Socken sind unerwartet teuer, was solltest du bitte mehr als kuschelige Füße</p>
<p>Lina es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen.</p>
<p>Ich verstehe dass du schüchtern bist, aber irgendjemand hat sich gedacht : das ist die beste Idee, an etwas besseres werde Ich nie denken und ich werde das jetzt einem ganzen Produktionsteam vorstellen : ein Tornado, aber aus Haien. Und dann gab es 8 Filme</p>
<p>Lina es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen</p>
<p>Liebes jüngeres ich, du kannst nicht immer sagen: das ist ein Problem von Zukunftslina, Zukunftslina ist Gegenwartslina und du hast gedacht du merkst dir dieses blöde Google Mail Passwort. Aber da ist nichts in deinem Kopf, und du fandest dich so witzig mit der Sicherheitsfrage: wie war der name deines ersten Haustieres: du hattest gar kein Haustier du Pisser!</p>
<p>Ich kann dir nicht versprechen dass es besser wird aber du kannst besser damit umgehen ,</p>
<p>Du hast eigentlich immer alles gehasst, deinen Körper, deinen Kopf. Standes nackt vor dem Spiegel und hast dir gewünscht alles wegradieren zu können. Einfach die Schere nehmen zu können und wegzuschneiden was dir nicht gefällt. Ich weiß du denkst du hast kein Problem und alle haben viel größere Probleme. Und irgendwann holst du dir die Hilfe und es wird scheiße und es wird warten und dann kannst du besser damit umgehen.</p>
<p>Lina, Ich bin Stolz auf dich du hast es verdient und du hast lange nicht alles richtig gemacht aber du hast das Recht glücklich zu sein</p>
<p>Also natürlich auch auf mich</p>
<p>Und wenn es scheiße wird, dann richtig</p>
<p>Aber gut wird richtig gut.</p>
<p>Ganz tief in dir drinnen,</p>
<p>hast du Stärke, hast du Mut,</p>
<p>Ja, ich bekkene mich</p>
<p>Ich bin stolz auf dich</p>
<p>Ich würd dich gern umarmen, nur einmal fest und lang</p>
<p>Um dir zu zeigen das ganz tief in dir drin dich etwas lieben kann</p>
<p>Es braucht lange, aber du wirst auch verstehen</p>
<p>Es wird nicht besser, aber du kannst besser damit umgehen.</p>
<p>&#8211; Diese kleine Box die jeder Mensch hat, mit Kabeln die man nicht zuordnen kann ? Ich habe meine weggeschmissen, und mir geht es okay damit. ( ausbauen )</p>
<p>&#8211; Ja es gibt Frühaufsteher und das ist nervig, aber es gibt auch keinen Preis für : ich wache 5 Uhr morgens auf und muss pinkeln und versuche so lang es geht mit unfassbaren Schmerzen da zu liegen.</p>
<p>&#8211; du hattest ganz dolle Angst dass jemand herausfinden würde dass du dick bist</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Urteil &#8211; es war soweit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/das-urteil-es-war-soweit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 07:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14344</guid>

					<description><![CDATA[Content Note: Sexualisierte Gewalt.  Unsere Autorin Celine schreibt für uns über den Prozess gegen den Freund ihrer Mutter. Inzwischen ist das Urteil verkündet worden, und Celine und ihre Schwester sind erleichtert, nach dieser langen Zeit des Kämpfens zumindest ein bisschen Gerechtigkeit zu erfahren. Wie Celine den Tag am Schöffengericht erlebt hat, lest ihr hier. Es]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Content Note: Sexualisierte Gewalt. </strong></p>
<p><strong>Unsere Autorin Celine schreibt für uns über den Prozess gegen den Freund ihrer Mutter. Inzwischen ist das Urteil verkündet worden, und Celine und ihre Schwester sind erleichtert, nach dieser langen Zeit des Kämpfens zumindest ein bisschen Gerechtigkeit zu erfahren. Wie Celine den Tag am Schöffengericht erlebt hat, lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-14344"></span></p>
<p>Es war soweit…</p>
<p>Dienstag den 09.11.2021, 9:30 Uhr angekommen am Schöffengericht, standen wir da.<br />
Leer Blicke.<br />
Wut.<br />
Angst und hoher Puls.<br />
Gedanken schossen mir durch den Kopf…<br />
Eine Zigarette nach der anderen, Tränen in den Augen, denn es war endlich soweit.<br />
Um 9:45 sind wir die Treppen hochgelaufen und standen vor dem Saal 158, voller Aufregung, zitternde Beine und nasse Hände.</p>
<p>Es war soweit…</p>
<p>10 Uhr durften wir in diesen kalten weissen Saal eintreten und das taten wir dann auch…<br />
Im Saal saßen der Pflichtverteidiger und die Dolmetscherin auf der linken Seite vom Saal, in der Mitte der Richter und die zwei Schöffen. Auf der rechten Seite saßen die Staatsanwaltschaft und die Protokollantin und unsere Rechtsanwältin.<br />
Und dann saßen da wir.</p>
<p>Und du? Du kamst mal wieder zu spät.</p>
<p>Um 10:25 ging die Tür auf und ich sah den Mann in Uniform, Justiz stand auf seiner Jacke…<br />
Und dann kamst du rein, mit Handschellen an deinen Händen… in einem roten T-Shirt und grauer Jogginghose.<br />
Ich schaute dir direkt in die Augen und für einen kurzen Moment fühlte ich nichts.<br />
Du bleibst stehen.<br />
Deine hässliche Neugier und deine ungeduldige Art wollten wissen, wer alles auf diesen Stühlen sitzt.</p>
<p>Nun sitzt du auf einem dieser Stühle mit der Dreistigkeit, in unsere Richtung zu gucken.<br />
Mir kamen die Tränen.<br />
Mein Herz klopfte so schnell und meine Schwester neben mir war am zittern.<br />
Ich griff nach ihrer Hand und sie schaute mich an, dieser Blick… den ich niemals vergessen werde.<br />
So viel Schmerz in ihren Augen.<br />
So viel Angst.<br />
So viele Zweifel.</p>
<p>Der Justizbeamte wurde laut und befiehlt dir nach vorne zu schauen und nicht in unsere Richtung.<br />
Das gefiel dir nicht…<br />
Und dann hörte ich deine grauenvolle Stimme fragen &#8211; Ist das jetzt auch verboten? &#8211;</p>
<p>Deine ekelhafte Dreistigkeit allein sollte schon bestraft werden!</p>
<p>Die ersten Sätze von dem Richter bekam ich vor lauter Gedanken gar nicht mit… ich wollte einfach nur, dass es vorbei ist, ich versuchte mich zu konzentrieren.<br />
Doch dann mussten wir raus aus dem Saal, denn du hattest das Recht, etwas über dich zu erzählen und wie es dir so ergangen ist in der Untersuchungshaft…</p>
<p>Wir saßen draußen direkt vor dem Saal und warteten und warteten…<br />
Die Zeit war in diesem Moment mein schlimmster Feind.<br />
Sekunden wurden zu Minuten und die Minuten wurden zu einer fast ganzen Stunde…</p>
<p>Ich habe mich so lange Zeit emotional darauf vorbereitet gegen dich auszusagen…<br />
Allen Anwesenden zu erzählen, was für ein schreckliches Monster du bist… dir ins Gesicht gucken zu können und dir zur erzählen, was du aus mir gemacht hast… wieviel Leid du mir zugefügt hast… wieviel Schmerz ich in mir trage wegen dir, und was du alles kaputt gemacht hast.<br />
DENN ALL DAS IST DIR NICHT BEWUSST!!!</p>
<p>Ich wollte gegen dich aussagen, um endlich einen Haken dahinter setzen zu können, ich wollte gegen dich aussagen für meine Schwester. Ich wollte mein Leid mit allen Anwesenden teilen und ihnen zeigen, was für ein schrecklicher Mensch du bist.</p>
<p>Nach einer ganzen Weile kam meine Rechtsanwältin raus und schaute mich an und meinte, dass ich wahrscheinlich nicht aussagen werde gegen dich sondern nur meine Schwester… Das würde entschieden werden, wenn meine Schwester ausgesagt hat! Und vorteilhaft wäre es, wenn ich während ihrer Aussage mit draußen warte…</p>
<p>Schaffst du das fragte man meine Schwester, sie schaute mich an … Und ich versicherte ihr, dass sie es schaffen würde!!</p>
<p>Sie steht auf und betrat den Saal mit meiner Rechtsanwältin…<br />
Die Tür ging zu und ich weinte… ich wusste nicht, was ich denken sollte…<br />
Ich weiß nicht, wie lange sie ihre Aussage machte aber sie hat es geschafft… Die Tür ging auf und sie fiel mir in die Arme.<br />
Ich war so unglaublich stolz auf sie!!</p>
<p>Alle mussten raus aus dem Saal, denn der Pflichtverteidiger und er wollten sich besprechen…<br />
Man schlug ihm ein Deal vor.. bei einem Geständnis würde es zu einem Urteil von 2-3 Jahren kommen…<br />
Aber der Pflichtverteidiger wollte Bewährung für ihn???<br />
Mit was für einer Begründung sollte er Bewährung bekommen fragte ich mich…</p>
<p>Es war soweit…<br />
Nach all dem langen Warten und nicht zu wissen, was passiert, durften wir wieder in den Saal 158 eintreten…</p>
<p>Der Richter gab dem Pflichtverteidiger das Wort um sein Geständnis abzulegen und gleichzeitig zu begründen, warum Bewährung für ihn doch rechtens wäre…</p>
<p>Haltet euch fest!!</p>
<p><b>Herr XY gibt zu, die beschriebenen Taten begangen zuhaben, dennoch könne das Opfer froh sein, dass er zum MASTURBIEREN nach anfassen des Mädchens extra auf den Balkon gegangen sei. Zudem sollte auch berücksichtig werden, dass er ja nicht eingedrungen sei und es zu keiner Vergewaltigung kam, und verantwortlich ist das Opfer, denn sie habe sich freizügig gekleidet…  Unter anderem leidet Herr XY an körperlicher Gewalt, die ihm durch andere Insassen zugefügt werde… Deshalb beantrage ich Bewährung… </b></p>
<p>Meine Wut in diesem Moment kann ich absolut nicht beschreiben und der Anblick meiner Schwester in diesem Moment brach mir das Herz.<br />
Wir saßen beide nebeneinander und weinten und hofften auf ein Ende, denn das war einfach nur schrecklich und ekelhaft…</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft bekam das Wort, die Frau musste selbst erst einmal tief durchatmen, denn auch sie war einfach nur geschockt, wie alle anderen im Raum… Sie hielte ihre Ansprache und beantragte 3-4 Jahre Haft plus einen weiteren Haftbefehl, denn es besteht Fluchtgefahr…<br />
Nach ihrer Ansprache bekam unsere Rechtsanwältin das Wort, sie schüttelte den Kopf und hielte ihre Ansprache…auch sie beantragte 3-4 Jahre Haft…</p>
<p>Sie war ein kleines Mädchen und es lag ganz sicher nicht in ihrer Verantwortung, ob freizügig gekleidet oder nicht…<br />
Zum Masturbieren extra auf den Balkon gegangen?<br />
Berücksichtigen, dass es zu keiner Vergewaltigung gekommen ist?<br />
EKELHAFTES SCHWEIN!!!!</p>
<p>Es war soweit…</p>
<p>nach fast 4 Stunden kam endlich das Urteil.<br />
Erheben Sie sich…</p>
<p>Meine Knie zittern.<br />
Ich halte die Luft an.<br />
Halte die Hand von meiner Schwester.<br />
Weinten und hofften.</p>
<p>Und ich dachte mir… danach ist es endlich vorbei. Der Kampf, den wir seit 2019 kämpfen, nimmt endlich ein Ende.<br />
Gerechtigkeit oder keine Gerechtigkeit?<br />
Bewährung oder doch 3-4 Jahre Haft?</p>
<p><b>Urteil… im Namen des Volkes… in der Strafsache gegen Herr XY wegen </b><b>sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Kindern</b><b> wird der Angeklagte zu </b><b>3 Jahren Haft </b><b>verurteilt… </b></p>
<p>Ich holte tief Luft und knickte ein …<br />
Ich umarmte meine Schwester und wir beide fingen an zu weinen…<br />
Wir haben es geschafft!</p>
<p>Nach über 2 Jahren ist es endlich vorbei und wir haben ein kleines bisschen Gerechtigkeit bekommen…<br />
Die 3 Jahre Haft sind wenig, darüber brauchen wir uns nicht zu streiten, aber es ist besser, als ihn auf freien Fuß zu sehen.</p>
<p>Wir standen draußen vor dem Saal, biegen links ab in einen Gang… und da kommt er… in Handschellen, voller Wut und Hass… wird er abgeführt von dem Justizbeamten…<br />
Und mit meinem ganzen Stolz und mit meiner ganzen Kraft schaute ich ihm ein letztes Mal in die Augen und lächelte…<br />
Alles kommt zurück schrie er wie ein Bekloppter und ich antwortetet.. JA RICHTIG, ALLES KOMMT ZURÜCK ZU DIR!<br />
Und lief die Treppe mit erhobenem Kopf runter, gemeinsam mit meiner Schwester und mit meiner Mama…</p>
<p><b>… Ich bin Celine Grace Senses und ich wurde Opfer von sexuellem Missbrauch. </b><br />
<b>Das, was man mir angetan hat, wurde nicht bestraft, gekämpft habe ich trotzdem.</b><br />
<b>Ich bin eine, eine von acht Milliarden Menschen, und habe hier euch meine Geschichte erzählt, diese eine von vielen Geschichten.</b></p>
<p>Sexuelle Gewalt oder sexueller Missbrauch ist für tausende Kinder in Deutschland leider alltäglich. Nur wenige Täter und Täterinnen sind den betroffenen Kindern oder Jugendlichen wirklich fremd. Sexueller Missbrauch findet nach Angaben des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung am häufigsten innerhalb der engsten Familie statt…<br />
Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat für die Betroffenen dramatische Folgen – oft ein Leben lang.</p>
<p>Wenn du von sexueller Gewalt betroffen bist oder du dich um ein Kind sorgst, einen Verdacht oder ein komisches Gefühl hast oder du dir unsicher bist und Fragen zum Thema stellen möchtest, kannst du dich auch vertrauensvoll an das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch wenden. Es ist eine Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend, für Angehörige sowie Personen aus dem sozialen Umfeld von Kindern, für Fachkräfte und für alle Interessierten. Die pädagogischen und psychologischen Beraterinnen und Berater unterstützen bei allen Fragen zum Thema <b>kostenlos und anonym.</b><br />
Zu erreichen ist das Hilfetelefon unter der Nummer<b> 0800 22 55 530</b></p>
<p><b>Du bist niemals allein, vergiss das nicht! </b><br />
<b>Und Danke an alle, für die tolle Unterstützung und für all den Mut, den ihr mir mitgegeben habt! </b><br />
<b>Eure Celine</b></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/celine/" target="_blank" rel="noopener"><strong>alle weiteren Beiträge von Celine</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Präsentierteller</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/praesentierteller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2021 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12791</guid>

					<description><![CDATA[Wir starten in den neuen Monat mit einem poetischen Text von unserer Autorin Lina Klöpper. Worum es geht? Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Um Körperbilder, um Schönheitsnormen, um unangebrachte Fragen, um ungebetene Ratschläge und Kommentare sowie die verschwommene Grenze zur Übergriffigkeit. Aber lest selbst: ich mache mir doch nur sorgen, bist du]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir starten in den neuen Monat mit einem poetischen Text von unserer Autorin Lina Klöpper. Worum es geht? Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Um Körperbilder, um Schönheitsnormen, um unangebrachte Fragen, um ungebetene Ratschläge und Kommentare sowie die verschwommene Grenze zur Übergriffigkeit. Aber lest selbst:</strong></p>
<p><span id="more-12791"></span></p>
<p>ich mache mir doch nur sorgen, bist du schwanger, willst du das wirklich noch essen, du musst langsam mal aufpassen, weißt du, das ist ungesund, jemand den ich kannte hatte mit 40 deshalb schon einen herzinfakt, ich habe angst um dich, das ist ungesund, geh mal zum arzt, mach mal mehr sport, sag mal nein, lass hunger zu, lass eine mahlzeit weg, iss mal einen apfel, achte mal auf dich, so wie du aussiehst möchte dich keiner haben, so kann dich keiner lieben, ich mache mir doch nur sorgen</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>warum willst du nicht noch nachtisch, heute sind feiertage, heute ist geburtstag, heute geht das mal, ab morgen musst du aufpassen, iss das doch jetzt, natürlich ist da fleisch dran, willst du noch nachschlag, nur was kleines, Willst du heute alkohol? – schnelles nicken, davon wirst du aber noch fetter</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>Vielleicht bist du so vom fahrstuhl fahren, du kommst alleine nicht klar, schau dich doch an, vielleicht ist es vom vegetarisch sein, du machst sicher keinen sport, du machst doch sicher generell gar nichts, ich will gar nicht wissen wie es bei dir aussieht, deine klamotten haben falten, deine jacke spannt, welche größe hast du denn jetzt, du solltest mal zum arzt gehen, wollen wir dich gleich hier wiegen</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>Du brauchst einen abschluss, aus dir wird doch nichts, wie lange dauert das noch, schon wieder durchgefallen, wir haben das damals auch geschafft, wir hatten alle stress, es geht jedem mal nicht gut</p>
<p><i>Du atmest schwer</i><br />
<i>Du atmest langsam</i><br />
<i>Tränen in den Augen</i><br />
<i>Stummes nicken</i><br />
<i>&#8218;ok&#8216;</i></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bomber-Plüsch-Jacke mit Kunstfell</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/08/bomber-pluesch-jacke-mit-kunstfell/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Abdul]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Aug 2020 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12401</guid>

					<description><![CDATA[Einen Text zum Hören und Lesen haben wir heute für euch, und zwar von Abdul. Bestimmt kennt ihr den Spruch &#8222;Kleider machen Leute&#8220;, oder? Da scheint viel Wahrheit drinzustecken&#8230; oder zumindest meinen einige Leute, an der Kleidung anderer zum Beispiel so was wie deren Sexualität erkennen zu können. Was Abdul erlebt, als er sich eine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Einen Text zum Hören und Lesen haben wir heute für euch, und zwar von Abdul. Bestimmt kennt ihr den Spruch &#8222;Kleider machen Leute&#8220;, oder? Da scheint viel Wahrheit drinzustecken&#8230; oder zumindest meinen einige Leute, an der Kleidung anderer zum Beispiel so was wie deren Sexualität erkennen zu können. Was Abdul erlebt, als er sich eine neue Jacke kauft, die ihm einfach nur richtig gut gefällt &#8212; eben eine Bomber-Plüsch-Jacke mit Kunstfell &#8212; das erfahrt ihr in seinem Text.</strong></p>
<p><span id="more-12401"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Abdul findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/abdul/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Folgen (m)einer sozialisierten Männlichkeit </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/12/sozialisierte-maennlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Dec 2019 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Stereotyp]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11933</guid>

					<description><![CDATA[Neuer Monat, neuer Autor: Heute präsentieren wir euch den ersten Text von Tom! Er setzt sich darin mit der unterschiedlichen Sozialisation und Wahrnehmung von Jungen und Mädchen auseinander. Bestimmt habt ihr auch schon mal von &#8218;toxischer Männlichkeit&#8216; gehört. Auch darum geht es in diesem Text &#8211; nicht jedoch, ohne auch ein passendes Gegengift in der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neuer Monat, neuer Autor: Heute präsentieren wir euch den ersten Text von Tom! Er setzt sich darin mit der unterschiedlichen Sozialisation und Wahrnehmung von Jungen und Mädchen auseinander. Bestimmt habt ihr auch schon mal von &#8218;toxischer Männlichkeit&#8216; gehört. Auch darum geht es in diesem Text &#8211; nicht jedoch, ohne auch ein passendes Gegengift in der Hinterhand zu haben!</strong></p>
<p><span id="more-11933"></span></p>
<p>Meine damalige Freundin kauft sich eine Ballonhose und trägt sie noch am gleichen Tag am Stadtfest meines Heimatortes. Am selben Tag schlägt Holland das spanische Team bei der Fußballweltmeisterschaft fünf zu eins. Einen Tag später in der Umkleidekabine meiner Eishockeymannschaft: Das Topthema der Stunde? Ihre Hose: „Hast du deine Freundin nicht im Griff, dass sie in so einer Schlafanzughose herumlaufen kann?“ Bei dem nächsten Familientreffen eine Woche später, gleiches Thema. Ich, damals 18 Jahre jung und noch grüner hinter den Ohren als heute, hatte das Ausmaß dieses „Kontrollverlustes“ nicht begriffen. Ebenso nicht, dass ich die Entscheidung treffen solle, was meine damalige Freundin anzuziehen hätte und dass es auch noch „sexy“ aussehen müsse.</p>
<p>Heute würde ich von einer Sexualisierung des weiblichen Geschlechts sprechen. Jungs und Männer werden als das „starke Geschlecht“ erzogen. Das Geschlecht mit dem Beschützerinstinkt, der Verantwortung und der Führung. Anders gesagt sollen sie Frauen vor Gefahren bewahren, ihre zukünftige Familie ernähren und dabei das weibliche Geschlecht in jeglicher Hinsicht bevormunden und kontrollieren. Wenn sie dabei aber selbst in Schwierigkeiten geraten, dann bloß keine Schwäche zeigen. Männer sind standhaft. Männer weinen nicht. Fällt einer kleiner Junge aufs Knie, wird ihm gesagt: „Sei nicht so wehleidig. Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ Und Frauen? Sie werden gar nicht erst gefragt, ob sie das wollen oder überhaupt brauchen?</p>
<p><strong>Auf keinen Fall auffallen.</strong></p>
<p>Ich bin einer dieser Männer. Als kleiner Junge versuchte ich vom Kindergarten an um jeden Preis tapfer und männlich zu sein. Ich wollte nicht die „Memme“ sein, die sich beim Fallen vom Klettergerüst einen halben Tag bei der Erzieherin die Augen ausheult. Ich wollte nicht die Null im Sportunterricht sein, der &#8222;wie ein Mädchen&#8220; wirft. Und ich wollte nicht „die Schwuchtel“ in der Clique sein, nur weil ich die Farbe Lila mag. Meine Kleidung zeigte es nicht. Als ich dann mit sechszehn Jahren anfing, meine Schüchternheit zu überwinden und Mädchen in meinem Alter zu treffen, wollte ich mich genau von dieser starken Seite zeigen, wie es mir all die Männerwelt jahrelang vorgelebt hat. Ich wollte sein wie all die Männer, die ohne zu fragen ihrer Freundin die Jacke um die Schulte legen. Die schon, bevor eine Frau es überhaupt realisiert, wissen, welche Bedürfnisse sie in diesem Moment hat. Und die, die zu jeder Tages- und Nachtzeit für ihre Freundin präsent sind – ob im selben Raum oder im gemeinsamen Chat.</p>
<p>Weiblichkeit ist in unserer Sozialisierung ein zerbrechliches Gut. Und Männer sollen dieses Umhüllen, wie die Luftpolsterfolie einer Porzellanvase. Super Mario befreit Prinzessin Peach von dem bösen Bowser und der große Bruder befreit seine kleine Schwester von den bösen Jungs der Oberstufe. Solange bis die Jungs Männer werden und Frau sie anbeten muss.</p>
<p>Einige Male habe ich mich im letzten Monat mit Frauen verabredet, um mit ihnen über ihre Kindheit zu sprechen. Ich wollte erfahren, wie sie ihre Geschlechterrolle in der Gesellschaft wahrgenommen hatten. Eine Freundin aus Berlin erinnert sich dabei an die ersten Jahre ihres Lebens, in denen sie als Mädchen Gleichberechtigung im weitesten Sinne erfahren hat. Bis zu einem einschneidenden Moment ihrer äußerlichen Entwicklung. An diesem Tag hat sie schlagartig gemerkt, dass nicht nur Jungs, sondern vor allem auch erwachsene Männer sie anders wahrnehmen. Sie pfiffen ihr hinterher und keiner sagte ihr warum.</p>
<p>Einige Jahre, nachdem meine Freundin mit ihrer Ballonhose am Stadtfest hinter ihrem Rücken sexualisiert wird, beschäftigt mich der Vorfall noch immer. Warum reagierten meine Teamkollegen so? Und wieso habe ich nicht interveniert, sondern das Thema mit mir selbst im Stillen ausgemacht. Ich beschäftige mich mit meiner Persönlichkeit und hinterfrage meine eigenen Werte. An einem Tag will ich wissen, warum ich Emotionen in widersprüchlichen Verhalten ausdrücke. Ein Beispiel aus meiner Pubertät, das mich bis heute begleitet: Bin ich damals traurig, betroffen und gewollt mein Mitgefühl auszudrücken, reagiere ich verärgert und wütend. Wütend vor allem auf mich selbst und mein Verhalten. Standesgemäß habe ich dafür von meinen Eltern den Titel des „Giftzwergs“ erhalten. Das Gift in mir spüre ich bis heute. Ein Gift, was mich hemmt und langsam aber sicher emotional versteinern lässt. Mein persönliches Gegengift: Empathie.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/05/maennlichkeit-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>In diesem Video</strong></a> teilt euch Memo von den HeRoes Duisburg seine Gedanken zum Thema Männlichkeit mit.</li>
<li>Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/09/was-ist-maennlichkeit-eine-endgueltige-antwort/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier lest ihr</strong></a> Dominiks Ansichten dazu.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Weltverbesserin: Paloma in Action</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/die-weltverbesserin-i-paloma-in-action/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Sep 2019 07:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11760</guid>

					<description><![CDATA[Zum Interview erscheint Paloma Olszowka in einem Glitzer-Kleid und einer Kapuzen-Jacke voller Sterne, mit ihrer Assistentin Lisa und ihrem Freund Kai. Die 25-Jährige ist Bloggerin, YouTuberin, spielt Theater, entwarf Mode für Rollstuhlfahrer*innen und saß in im Mädchenbeirat von der Frauenstiftung Filia. Weil die Mettmannerin gerade Urlaub in Hamburg macht, konnten Dennis Seidel und Daniela Chmelik von]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Interview erscheint Paloma Olszowka in einem Glitzer-Kleid und einer Kapuzen-Jacke voller Sterne, mit ihrer Assistentin Lisa und ihrem Freund Kai. Die 25-Jährige ist Bloggerin, YouTuberin, spielt Theater, entwarf Mode für Rollstuhlfahrer*innen und saß in im Mädchenbeirat von der Frauenstiftung Filia. </strong><strong>Weil die Mettmannerin gerade Urlaub in Hamburg macht, konnten Dennis Seidel und Daniela Chmelik von den Story-Tellern sie dort in einer Bar persönlich treffen. Was für ein Glück!</strong></p>
<p><span id="more-11760"></span></p>
<p>Paloma ist ein fröhlicher Mensch. Sie sprüht vor Tatenkraft. Ihr Name kommt aus dem Spanischen und bedeutet Taube, Friedenstaube. Paloma ist auf Gran Canaria zur Welt gekommen, zehn Wochen zu früh und mit Sauerstoffmangel, der zu Tetraspastik führte. Wegen dieser Behinderung ist Paloma im Rollstuhl unterwegs. Auch ihr Freund Kai hat Tetraspastik. Anders als Paloma braucht er aber keinen Rollstuhl. Und ebenso wie Paloma ist auch er nicht kognitiv behindert, also nicht im Kopf, sondern ausschließlich körperlich.</p>
<p>&#8222;Bei mir führt die Tetraspastik dazu, dass mein Gang manchmal nicht maximal elegant ist,&#8220; sagt er, nippt an seinem Bier und grinst. Kai hat vor zwei Jahren Abitur gemacht und studiert nun Kommunikationswissenschaften. Paloma hat fürs Studieren keine Zeit. Sie versteht ihren Namen als Auftrag: Sie will der Welt Frieden bringen!</p>
<p>&#8222;Es braucht viele Menschen, die daran arbeiten, dass es keinen Hass mehr gibt und keinen Krieg&#8220;, sagt sie: &#8222;Ich kämpfe dafür, dass die Welt besser wird. Wir müssen klein anfangen, die Welt in die richtige Richtung zu wenden. Ich hatte schon mit 6 Jahren die Erkenntnis, dass ich dazu beitragen kann, die Welt besser zu machen.&#8220; Ihr Freund Kai lächelt und streichelt Palomas Hand.</p>
<p>&#8222;Menschen mit Behinderungen sind auch normal!&#8220; Auch das will Paloma vermitteln. Dafür leistet sie Öffentlichkeitsarbeit: über ihren Youtube Kanal „Paloma in Action“, ihren Blog, im Theater, mit Kursen und Projekten. Aktuell arbeitet sie an einem Buch über verschiedene Krankheiten und Behinderungen, für Leser*innen ab 10 Jahren.</p>
<p>&#8222;Ich will Aufklärungsarbeit darüber leisten, dass Menschen mit Behinderungen die gleichen Menschen sind&#8220;, ruft sie. Die Menschen in der Bar, in der wir sitzen, drehen sich zu uns um. Aber eigentlich bemerken Dennis und ich das gar nicht. Zu sehr sind wir beeindruckt von Paloma. Gut möglich, dass Dennis&#8216; nächste Papierpuppe Paloma heißt. Die aktuelle ist ja Lara, nach Lara Croft.</p>
<p>&#8222;Oft wird man wird durch die Gesellschaft behindert. Das muss man verändern. Man muss Barrieren abbauen in den Köpfen. Augen auf &#8211; jeder Mensch ist wunderbar!&#8220; Paloma spricht mit fester Stimme, und ich freue mich, dass die Menschen um uns herum zuhören.</p>
<p>&#8222;Wie bist du so &#8230; so cool, so tough geworden?&#8220;, frage ich beeindruckt und denke: Ich bin ein Emoji mit Herzen in den Augen. Paloma antwortet: &#8222;Das Leben ist nicht immer rosig. Es hält viele Prüfungen bereit. Da muss man stark sein. Man muss sich durchsetzen. Jeder Mensch ist wundervoll. Ich bin immer unterschätzt worden, und ich werde immer noch oft unterschätzt. Weil ich im Rollstuhl sitze vielleicht, oder vielleicht denkt man auch, weil meine Stimme etwas eingeschränkt ist, müsste ich auch im Kopf eingeschränkt sein.&#8220;</p>
<p>&#8222;Aber das ist Quatsch!&#8220;</p>
<p>Paloma nickt und lächelt.</p>
<p>&#8222;Hast du auch mal Selbstzweifel?&#8220; Ich bin neugierig. Dennis schüttelt seine Lara. &#8222;Ja. Aber dann stehe ich auf und denke: Die Welt braucht mich!&#8220; Ich weiß nicht, wie ich &#8218;beeindruckt&#8216; noch steigern kann. Ich himmele Paloma an. &#8222;Selbstzweifel hat doch jede*r&#8220;, führt sie fort. &#8222;Weil die Gesellschaft so ist. Die redet einem diese Zweifel ein. Und die Behörden erst! Weil Aufklärungsarbeit fehlt oder nicht richtig ankommt. Es bräuchte eine Gesellschaft ohne Noten, ohne dieses Bewertungssystem. Jeder Mensch ist anders. Und ständig muss ich mich mit Behörden rumärgern. Die können mit individuellen Fällen nicht umgehen.&#8220;</p>
<p>&#8222;Was gibt dir diese Kraft?&#8220;</p>
<p>&#8222;Das Leben und die Liebe geben mir Power, mein Freund, meine Assistent*innen, Freunde, meine Projekte. Ich bin meine Lebensträume alle schon angegangen. Ich will aber noch bekannter werden, die Welt weiter bewegen, die Herzen öffnen, glücklich sein über das Leben. Wir vergessen manchmal die Welt genau anzusehen, die Vögel, die Umwelt, und all das schützen zu wollen.&#8220;</p>
<p>Paloma erzählt von ihrer Tätowierung, einer Weltkugel mit Herzen, die sie sich auf den Oberarm hat stechen lassen. Sie bittet ihre Assistentin ihr mit dem Kapuzenpulli zu helfen, sodass wir das Tatoo anschauen können. Es sieht wirklich schön aus.</p>
<p>Dann liest Dennis unsere nächste Frage vor: &#8222;Wir finden, dass &#8218;behindert&#8216; als Schimpfwort gar nicht klar geht. Wie schimpfst du?&#8220;</p>
<p>Paloma denkt nach, denkt länger nach und schaut zum ersten Mal ratlos drein. Dann antwortet Kai: &#8222;Paloma schimpft eigentlich nie.&#8220;</p>
<p>&#8222;Ja, Jugendliche schimpfen oft mit Begriffen wie &#8217;schwul&#8216; oder &#8218;behindert&#8216;. Ich weiß auch nicht. Vielleicht muss an Schulen diesbezüglich mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden,&#8220; sagt sie dann. Und ihr Freund ergänzt: &#8222;Vielleicht muss es noch mehr Dialog geben über Inklusion. Also, so dass auch Menschen ohne Beeinträchtigungen erleben wie es ist mit einer zu leben und Verständnis gewinnen. Es muss mehr Berührungspunkte geben.&#8220;</p>
<p>Kai und Paloma haben sich bei der Lesebühne „Schall und Raucher“ in Essen kennengelernt. Paloma trat dort mit einem Poetry Slam-Text über Salz und Pfeffer auf: &#8222;Weil das Leben salzig ist und pfeffrig.&#8220; Kai war als Gast eingeladen, trug einen Text über seinen Werdegang vor und widmete ihn spontan Paloma. Zu dem Zeitpunkt hatten sich die beiden zwar noch nicht unterhalten, aber ihre fröhliche Art war ihm schon aufgefallen. Ein Fall von Liebe auf den ersten Blick. In der Pause unterhielt man sich und verstand sich super. Danach trafen sie sich immer mal wieder auf Veranstaltungen und irgendwann lud Paloma ihn zu einem Interview für ihren YouTube-Kanal ein. &#8222;Als ich ihn fragte, ist mir das Herz in die Hose gefallen&#8220;, sagt Paloma und lacht. Aber er hat zugesagt.</p>
<p>&#8222;Wie romantisch!&#8220;, ruft Dennis.</p>
<p>&#8222;Du bist so eine starke und schöne Frau!&#8220;, rufe ich.</p>
<p>&#8222;Danke, das höre ich oft&#8220;, grinst Paloma.</p>
<p>&#8222;Boah, Kai, was du für ein Glück hast!&#8220; Ich bin ein Emoji mit Herzen überm Kopf.</p>
<p>&#8222;Danke, das höre ich oft&#8220;, antwortet Kai und grinst ebenfalls.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr den <a href="https://www.youtube.com/channel/UCmZcoejShSjrkiDw4rks-Xw/featured" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>YouTube-Channel von Paloma</strong></a>.</li>
<li>Schaut doch mal auf dem <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/story-teller/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Profil der Story-Teller</strong></a> vorbei.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mädchen, Sommer, Jungs &#8211; Warum man Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/08/hinterherpfeifen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2018 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sommer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10838</guid>

					<description><![CDATA[Der Sommer in diesem Jahr ist besonders heiß. Da ist es nur verständlich, so wenig Kleidung wie möglich am Körper tragen zu wollen. Insbesondere für Männer scheint dies aber gleichbedeutend damit zu sein, Frauen hinterher zu pfeifen und die mehr oder weniger bedeckten Körperteile zu kommentieren. Verschiedene Autor*innen der story-teller haben sich mit dem Thema]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Sommer in diesem Jahr ist besonders heiß. Da ist es nur verständlich, so wenig Kleidung wie möglich am Körper tragen zu wollen. Insbesondere für Männer scheint dies aber gleichbedeutend damit zu sein, Frauen hinterher zu pfeifen und die mehr oder weniger bedeckten Körperteile zu kommentieren. Verschiedene Autor*innen der story-teller haben sich mit dem Thema beschäftigt und begründen hier, warum man Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift! </strong></p>
<p><span id="more-10838"></span></p>
<p><strong><em>Pfeifen</em></strong><strong> von Kathi Bromka mit Daniela Chmelik</strong></p>
<p>Pfeifen kann bedeuten: Du siehst schön aus. Das ist das Hinterherpfeifen: Du bist sexy, du hast wunderschöne Haare und ein schönes Lächeln.</p>
<p>Pfeifen gibt&#8217;s sonst auch beim Fußball, beim Anpfiff oder bei der gelben oder roten Karte. Wo gibt&#8217;s noch Pfeifen? Vögel pfeifen, zwitschernd. Der Wind pfeift manchmal gruselig. Menschen pfeifen, wenn sie Musik hören. Manchmal pfeife ich für mich, wenn ich gute Laune habe.</p>
<p>Wenn mich jemand anpfeift, denke ich: Hä? Warum pfeift der denn, was will der? Hat er vielleicht auch nur so gepfiffen? Wenn er mich angepfiffen hat, fühle ich mich nicht so gut. Als würde er etwas gegen mich machen, als würde er mich angreifen. Ich geh ihm dann aus dem Weg. Und ich klammer meine Arme um mich. Oder ich sage: Lass das. Ich will nicht, dass du mich anpfeifst oder angreifst. Hör auf damit. Geh woanders pfeifen. Nicht mit mir.</p>
<p>Man kann sagen: Stopp! Ich will das nicht. Ich will eine Grenze hier.</p>
<p>Oder jemand muss mich beschützen.</p>
<p>Oder: Ey, hau ab.</p>
<p>Oder ich mache den Affen und kratz mir unter den Achseln. Weil er so ein Affe ist.</p>
<p>Und wenn ich Superwoman wäre, würde ich schokoladeessend wegfliegen &#8230; und wir setzen ihn auf eine Wolke und er soll einsam pfeifen wie der Wind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Leichtbekleidet </em></strong><strong>von Matti Wustmann</strong></p>
<p>Leichtbekleideten Leuten hinterherzupfeifen gehört sich eigentlich nicht.</p>
<p>Genauer gesagt gehört es sich bei bekleideten Leute meist genauso wenig.</p>
<p>Hinterherpfeifen ist fast immer etwas Unverschämtes, besonders wenn man es bei fremden Leuten macht.</p>
<p>Das Kommunizieren durch Pfeifen ist eher was für Hundebesitzer und Fußballtrainer, ansonsten gehört sich&#8217;s eigentlich nicht.</p>
<p>Es ist eine primitive Art sich bemerkbar zu machen, und man sollte lieber versuchen direkter mit anderen zu kommunizieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum man (oder frau) Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift</em></strong><strong> von Tim Borstelmann</strong></p>
<p>Wenn Jungs oder Mädchen anderen Mädchen oder Jungs hinterherpfeifen, nur weil sie leicht oder knapp bekleidet sind, dann löst das bei ihnen ein unangenehmes Gefühl aus. Dann kommen sie in Verlegenheit. Dann fühlen sich die Mädchen oder Jungs angemacht. Dann bedecken die Mädchen mit ihren Armen ihre unangenehmen Körperteile. Dann löst das bei den Mädchen ein Schamgefühl aus. Dann fühlen sie sich verunsichert. Dann würden die Mädchen lieber eine Jacke und Hose tragen, aber das möchten sie nicht, weil ihnen dann zu warm ist oder/und weil sie dann nicht richtig braun werden.</p>
<p>Müssen sie dann in Kauf nehmen, dass man(n) ihnen hinterpfeift?</p>
<p>Bei den Jungs ist&#8217;s nicht so schlimm, wenn die nur eine Badehose tragen. Aber wenn sie eine knappe Badehose tragen, müssen sie auch damit rechnen, dass die Mädchen hinter ihnen herpfeifen oder -rufen. Bei Mädchen oder Frauen ist das schon schlimmer; denn wenn die einen knappen Bikini tragen, weil sie viel braun werden wollen, müssen sie damit rechnen, dass die Jungs oder Männer ihnen wegen ihrer Brüsten oder Hintern hinterherrufen oder -pfeifen.</p>
<p>Warum ist das so? Ist das gerecht?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum man Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift </em></strong><strong>von Michael Schumacher</strong></p>
<p>Bei sehr hohen Temperaturen leichte Kleidung anzuhaben, ist auf jeden Fall ratsam.</p>
<p>Welche leichte Kleidung ich mir anziehe, kommt darauf an, wo ich mich gerade aufhalte. Ich würde jetzt nicht Schwimm-Shorts zur Arbeit anziehen.</p>
<p>Und zu anderen feinen Anlässen jetzt auch nicht.</p>
<p>Aber privat ist es mir doch selbst überlassen, was ich anziehe.</p>
<p>Wenn jetzt Leute mir wegen meiner leichten Bekleidung hinterherpfeifen, würde ich mir meinen Teil denken. Vielleicht ist es als Kompliment gemeint?</p>
<p>Weiß man nicht.</p>
<p>Leichte Kleidung kann ja durchaus attraktiv wirken.</p>
<p>Solange ich deswegen nicht belästigt werde, kann ich gut damit leben, wenn hinter mir hergepfiffen wird.</p>
<p>Eigentlich gehört es sich aber nicht, wenn jemand einem wegen seines Aussehens hinterherpfeift.</p>
<p>Nicht jeder geht damit locker um.</p>
<p>Es gibt Menschen, die sich darum ungern mit leichter Bekleidung zeigen möchten. Vielleicht weil sie ihr äußeres Erscheinungsbild lieber verstecken.</p>
<p>Das kann bei fülligeren Menschen der Fall sein, bei mageren, oder auch bei anderen Personen.</p>
<p>Wenn man unsicheren Menschen aufgrund ihrer leichten Bekleidung hinterherpfeift, wären sie auf jeden Fall noch verunsicherter.</p>
<p>Und vielleicht auch traurig und verstört.</p>
<p>Eine Möglichkeit wäre da: zurückzuschießen.</p>
<p>Man könnte ein bisschen auf Verarschung setzen.</p>
<p>Jedenfalls sollte niemand von Mitmenschen verunsichert werden.</p>
<p>Ich will auf jeden Fall einen Appell an diejenigen verteilen, die schnell etwas aus einem Gefühl heraus tun, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was sie damit bei manch unsicheren Menschen anrichten können.</p>
<p>Vielleicht soll es als Kompliment rüberkommen, was ihr da pfeift.</p>
<p>Aber weil es auch falsch ankommen kann, ist es ratsam, dass ihr das Hinterherpfeifen unterlasst.</p>
<p>Wenn ihr Komplimente verteilen wollt, macht es bitte vernünftig und richtig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum man Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift</em></strong><strong> von Dennis Seidel</strong></p>
<p>Wenn man im Sommer einer Person, die leicht bekleidet ist, hinterherpfeift, fühlt sich diese Person vielleicht unwohl bzw. angegriffen; deswegen sollte man solchen Personen auf keinen Fall hinterherpfeifen.</p>
<p>Eine Möglichkeit ist, dass man sich eine leichte Jacke über die leichte Kleidung zieht.</p>
<p>Damit solche Leute nicht erst den Blick auf die leichte Kleidung drunter haben.</p>
<p>Wenn ich eine Superheldin wie Lara Croft wäre, würde ich demjenigen, der mir hinterpfeift, eines auf die Mütze geben. Aber leider bin ich nicht so wie sie. Ich wünsche mir sehr eine starke Frau wie Lara Croft an meiner Seite, die wenn jemand mir blöd kommt, zuschlagen kann.</p>
<p>Bei mir löst es ein Gefühl der Unsicherheit und Angst aus, wenn jemand mir hinterpfeift, wenn ich leicht bekleidet bin, und ich fühle mich dann sehr unwohl.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Auch die Hollies haben keine Lust auf Hinterherpfeifen und blöde Anmachen. Das machen sie mit <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/rap-song-mein-koerper-gehoert-mir/" target="_blank" rel="noopener"><strong>diesem Song</strong></a> klar.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/ausgezogen/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in diesem Text</strong></a> erzählen Arjeta und Khadija, wie es sich anfühlt, wenn sie von den Blicken der Männer förmlich ausgezogen werden.</span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Superheldinnen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/06/superheldinnen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jun 2017 07:00:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=8999</guid>

					<description><![CDATA[Es gibt diese Momente, da wünschen wir uns alle eine*n Superheld*in an unserer Seite. Dennis von den Story Tellern hat da großes Glück – seine Freundin Futura Joy ist so eine Superheldin, die Dennis gemeinsam mit ihren Komplizinnen aus einer fast ausweglosen Situation befreien kann. Es ist spät am Abend in der Kleinstadt Heselstücken. Futura]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt diese Momente, da wünschen wir uns alle eine*n Superheld*in an unserer Seite. Dennis von den Story Tellern hat da großes Glück – seine Freundin Futura Joy ist so eine Superheldin, die Dennis gemeinsam mit ihren Komplizinnen aus einer fast ausweglosen Situation befreien kann.</strong></p>
<p><span id="more-8999"></span></p>
<p>Es ist spät am Abend in der Kleinstadt Heselstücken.</p>
<p>Futura Joy, die Superheldin, bereitet sich gerade auf ihre Missionen vor, sie ist ja eine richtige gute Superheldin und gleichzeitig auch eine Actionheldin, die jeden der ihr böse kommt, sei es nun eine Frau oder ein Mann, zur Strecke bringt.</p>
<p>Gerade ist der Mond aufgegangen. Es ist Vollmond, so kann sie sehr gut sehen, wo gerade was passiert. Futura Joy sitzt in ihrem Zimmer an ihrem Laptop und recherchiert im Internet. Hier im Zimmer hat sie ihre ganzen Klamotten und Waffen, die sie braucht, um auf ihre Missionen zu gehen. Heute zum Beispiel trägt sie ein weißes T-Shirt mit einem lachenden Sonnenbrillen Emoji, eine schwarze Jeans und eine schwarze Lederjacke und schwarze Klappschuhe.</p>
<p>Gerade als sie im Internet recherchiert, kommt eine Hilferuf-SMS. Futura Joy weiß was das bedeutet: Sie muss ihre Recherchen abbrechen und sofort los. Es geht um ein Menschenleben. Ganz Heselstücken schläft, fast, irgendwo ist gerade ein Menschenleben in Gefahr, und Futura Joy muss jetzt dahin, um dieses Leben zu retten. Sie muss nicht lange suchen, in einem stillgelegten Fabrikgebäude, unweit von Futura Joys Zuhause sieht sie Licht, was nachts ja sehr komisch ist, und die Tür steht halboffen. Sie ist aufgehebelt worden.</p>
<p>Futura Joy geht rein und zieht ihre Waffe. Sie muss in dem Gebäude nicht lange suchen, schon im nächsten Raum wird sie fündig: Hier ist gerade Futura Joys geliebter Schatz Dennis in Gefahr. Er wird von Diane Johnsson, einer Frau, die Futura Joy sehr gut kennt, bedroht. Beide Frauen können sich nämlich nicht leiden, sind also Rivalinnen. Diane Johnsson sollte nämlich eigentlich in die Fußstapfen der berühmten Super- und Actionheldin Janina Liv treten, aber nun ist Futura Joy es geworden, und seitdem hassen sich die beiden Frauen. Dennis schreit ganz laut um Hilfe, aber keiner hört ihn, noch nicht, doch auf einmal kracht ein Schuss und eine Tür fällt ins Schloss. Dennis weiß was es bedeutet: Jetzt kommt Hilfe für ihn, in Gestalt seiner absoluten Traumfrau Futura Joy, die gekommen ist, um Dennis zu retten und endlich Diane Johnsson umzulegen. Sie ist ja eine super starke Frau. Beide Frauen schauen sich mit giftigen Blicken an, sie sind bereit zu kämpfen, aber da bekommt Futura Joy noch Unterstützung von drei anderen Frauen. Alle drei sind auch Superheldinnen und gleichzeitig Actionheldinnen. Sie heißen Jolina Adams, Bella Indiana Evans und Jackie Jones. Auch sie sind nicht so gut auf Diane Johnsson zu sprechen.</p>
<p>Futura Joy nimmt Dennis bei der Hand, beide fliehen während Futura Joys Komplizinnen sich mit Diane Johnsson abärgern. Aber sie sind auch gekommen, um ihre Anführerin Futura Joy abzulösen, aber das hören die beiden nicht mehr, sie steigen draußen vor dem Gebäude auf das Motorrad von Futura Joy. Es geht jetzt zu Futura Joy nach Hause, wo sie erst mal Dennis zudeckt, er bleibt erst mal bei ihr, sie muss leider wach bleiben, um für nächste Missionen bereit zu sein. Bald geht es für sie auch schon wieder los geht, und Futura Joy muss sich leider von ihrem liebsten Schatz verabschieden. Er fängt ein bisschen zu weinen an, will nicht, dass sie wieder los geht. Futura Joy aber muss leider.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Ozan von &#8222;Was geht Almanya&#8220; über den <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/wie-feuer-und-flamme/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wert einer guten Freund*innenschaft</a>.</strong></li>
<li>Birgit Hohnen und Melanie Lux von den Story Tellern mit einem <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/frauenkampftag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Text zum Frauenkampftag</strong></a>.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Entscheidung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/01/die-entscheidung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2017 08:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7723</guid>

					<description><![CDATA[Manchmal haben wir&#8217;s nicht leicht mit unserem Selbstwertgefühl. Obwohl wir Spaß an etwas haben, geben wir Träume so oft aus Angst davor auf, nicht gut genug zu sein. Wie aus dieser Angst aber Mut werden kann, wie wir uns aktiv für UNS und gegen die fiese Stimme in uns drin entscheiden können, das hat Dorian]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Manchmal haben wir&#8217;s nicht leicht mit unserem Selbstwertgefühl. Obwohl wir Spaß an etwas haben, geben wir Träume so oft aus Angst davor auf, nicht gut genug zu sein. Wie aus dieser Angst aber Mut werden kann, wie wir uns aktiv für UNS und gegen die fiese Stimme in uns drin entscheiden können, das hat Dorian von Was geht Almanya sehr eindrucksvoll aufgeschrieben. </em></strong></p>
<p><strong><em>(Der Text stammt aus dem Buch &#8222;<a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aus Angst wächst Mut</a>&#8222;, erschienen im Luther-Verlag.) </em></strong></p>
<p><span id="more-7723"></span></p>
<p>Mein Handy klingelt. Gandhi ruft an. Nehme ich ab oder nicht? Eine innere Stimme sagt mir: Geh nicht ran. Dorian, was ist los mit dir? Du hast demnächst einen Auftritt. Du hast nicht gelernt, hast Angst dort hin zugehen und du warst noch nicht mal bei einer Probe! Eine andere Stimme hingegen sagt mir: Geh hin, sie brauchen dich. Du brauchst sie. Und wieder die erste Stimme: Ach, hör auf zu träumen und sag ab. Geh ran und sag ihm, du kannst heute nicht. Denn seien wir mal ehrlich, du kannst doch eh nichts.</p>
<p>Ich gehe in meinem Zimmer hin und her und überlege angestrengt, wäge alles ab. Brauchen sie mich, oder hat die andere Stimme in mir doch Recht? Ich bin mir unsicher und gucke in meinen Spiegel. Ich sehe mich. Einen jungen Mann, gerade mal fünfzehn. Ich komme mir anders vor, so unsicher vor einer Entscheidung zu stehen und mich festlegen zu müssen. So bin ich nicht und so wollte ich auch noch nie sein. Meine Gefühle positionieren sich und kämpfen gegeneinander. Auf der einen Seite die eine Stimme, die mir sagt: Geh‘ jetzt da raus und zeig es ihnen! Lass deinen schauspielerischen Talenten freien Lauf! Du kannst es doch. Und du wirst es schaffen. Vergiss nicht, du hast es versprochen. Sie, die anderen, verlassen sich auf dein Wort. Auf der anderen Seite höre ich die andere Stimme, die mich mit einem erhobenen Zeigefinger und von oben herab runtermacht. Sie sagt: Die anderen denken doch sowieso, du kannst nichts. Sie warten nur auf einen Fehler. Auf einen schwachen Moment, um dich zu zerfleischen. Wie ein Rudel Hyänen, das sich auf seine wehrlose Beute stürzt, um sie zu zerreißen. Du hast doch eh Angst.</p>
<p>Mein Handy klingelt erneut und reißt mich aus meinen Gedanken heraus. Gandhi ruft wieder an. Ich reagiere nicht. Sekunden vergehen zäh wie Kaugummi. Das Klingeln trifft meine Nerven wie Nadelstiche. Was sage ich jetzt? Eine Stimme meldet sich zu Wort: „Komm, nimm ab und sag, dass du in zehn Minuten bei der Probe sein wirst und dass du dich bereits freust!“ Doch die andere Stimme erwidert: „Lass es sein! Er könnte deine Rolle locker mit jemand anderem ersetzen. Mit jemandem, der deutlich mehr Talent hat als du. Tu dir diese Qual nicht an!“ Ich schwimme in einem See voller Scham und Unsicherheit. In treibe auf einem Meer voller Unzufriedenheit, Sehnsüchte und Wünsche. Zwei verpasste Anrufe von Gandhi auf meinem Sperrbildschirm, die mich anstarren und mich nicht in Ruhe lassen.</p>
<p>Ich setze mich auf mein Bett, falte die Hände zusammen und denke an die Theatergruppe. An all die Leute, die ich kennen gelernt habe und die sich darauf verlassen, dass ich mitwirke. Was werden sie über mich denken? Hat Gandhi ihnen schon erzählt, dass ich einfach nicht ans Handy gehe, oder wird er gleich noch einmal anrufen? Und was denkt er, warum ich nicht rangehe? Macht er sich Sorgen? Ich erinnere mich an die Worte meines älteren Bruders. Er kennt Gandhi von einem anderen Projekt, bei dem er vor Jahren mitgemacht hat. Bei Gandhi sind immer coole Leute, meinte er! Das kann sein. Aber er kennt die Leute, mit denen ich jetzt arbeite, doch gar nicht. Würde er sie auch als cool bezeichnen? Und was ist überhaupt cool, was heißt das schon?</p>
<p>Trotzdem merke ich, wie die Sehnsucht nach dem Auftritt und nach den Leuten, die ich anstatt als cool eher als freundlich, lustig und aufgedreht bezeichnen würde, steigt. Ja, ich möchte dabei sein. Ich werde anfangen meinen Text zu lernen. Ich möchte allen beweisen, dass ich es kann. Und in erster Linie mir selbst. Und du, der Zweifler in mir, hältst jetzt einfach die Klappe!</p>
<p>Gandhi ruft wieder an, bereits das dritte Mal innerhalb einer Stunde. Ich merke, dass es ihm ernst ist. Es ist eher ungewöhnlich, dass er sich so oft meldet. Er arbeitet ungern mit Druck. Mir wird immer deutlicher, wie ernst es auch mir wird. Wie von selbst nehme ich das Handy in die Hand und drücke auf die grüne Annahmetaste meines Telefons. Ist er sauer, wird er mich anschreien? Ich habe Angst, empfinde aber auch gleichzeitig Mut, mich dieser zu stellen. Ich höre Gandhis Stimme: „Dorian?“ Meine anfängliche Unsicherheit verschwindet mit der Wärme seiner Stimme. Ich antworte langsam: „Ja?“ Gandhi fragt: „Kommst du heute zur Probe? Ich habe eine spannende Szene und würde dich dort sehr gerne einbauen. Du bist dafür die Idealbesetzung.“ Ich fasse meinen Mut zusammen und antworte, in der Hoffnung entspannt und selbstbewusst zu wirken: „Ja, klar, ich bin heute dabei. Mein Bus kommt in zehn Minuten?“ Ich kann regelrecht seine Freude und Erleichterung spüren, als er erwidert: „Ok, wir freuen uns und warten auf dich. Bis gleich!“ Als er auflegt, fühle ich, wie eine große Last von mir abfällt. Ich bin erleichtert und spüre, wie die Glückshormone mit rasender Geschwindigkeit durch meinen Körper jagen. Ich weiß jetzt, ich muss mir keine Gedanken mehr machen. Ich kann gleich zur Probe fahren und selbstbewusst beim nahenden Auftritt auf der Bühne stehen. Ich habe keinen Druck mehr und fühle mich frei.</p>
<p>Entschlossen ziehe ich meine Sneakers an und streife mir eine Jacke über. Dann gehe ich zu meiner Mutter, gebe ihr lässig einen Kuss auf die Wange, verabschiede mich von ihr, verlasse die Wohnung und schließe die Tür hinter mir. Am Ausgang bleibe ich einen Augenblick stehen und atme tief durch. Dorian, du bist ein verdammt cooler Typ, denke ich. Der Bus kommt und ich steige ein. Im Bus werde ich von einigen Menschen angelächelt, ich vermute, weil ich aus allen Poren meines Körpers strahle. Es fühlt sich gut an. Nach fünfzehn Minuten komme ich an der Halle an. Ich stehe vor dem Eingang und atme tief durch. Danach betrete ich den Raum und merke den Leuten die Freude über meine Anwesenheit an. Ich werde von allen mit einem Lächeln im Gesicht empfangen. Ein Lächeln, das mir zeigt, dass ich alles richtig gemacht habe.</p>
<p>Nacheinander nehmen sie mich in den Arm und freuen sich, dass ich da bin. Gandhi kommt auf mich zu, nimmt mich ebenfalls in den Arm und sagt: „Schön, dass du da bist!“ Ich antworte: „Es tut mir leid, dass ich zu spät bin. Bei der nächsten Probe werde ich pünktlich sein.“ Ich bekomme meinen Text und gehe auf die Bühne. Dort fange ich an zu spielen, zuerst etwas unsicher, doch im Verlauf der Probe immer souveräner. Und dann überkommt mich das unbeschreibliche Gefühl, angekommen zu sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hätten Menschen nicht ihre Träume verwirklicht, wäre womöglich so einiges gar nicht erst ins Rollen gekommen, wie <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/i-have-a-dream-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>dieses Beispiel</strong></a> beweist.</li>
<li>Die eigene Identität zu entdecken kann schon ziemlich viel Mut erfordern, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/poetry-slam-text-ich-bin-hier/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet auch</strong></a> Bahar von Was geht Almanya.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine Reise nach Deutschland</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/11/eine-reise-nach-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Connecting 16]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Nov 2016 08:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7482</guid>

					<description><![CDATA[Sich auf der Flucht zu befinden, nichts zu essen zu haben, nur ein T-Shirt und eine Hose. Und das mitten am Münchener Bahnhof. Wie es Hassan aus dem Sudan nach Deutschland geschafft hat, lest ihr hier.  Das Wetter ist sehr kalt. Nach einem kurzen Moment ist es regnerisch mit viel Gewitter. Es ist 23:30 Uhr.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sich auf der Flucht zu befinden, nichts zu essen zu haben, nur ein T-Shirt und eine Hose. Und das mitten am Münchener Bahnhof. Wie es Hassan aus dem Sudan nach Deutschland geschafft hat, lest ihr hier. </strong></p>
<p><span id="more-7482"></span></p>
<p>Das Wetter ist sehr kalt. Nach einem kurzen Moment ist es regnerisch mit viel Gewitter. Es ist 23:30 Uhr. Ich bin verängstigt. Wo kann ich schlafen?<strong><br />
</strong>Ich habe keine Jacke und keine Handschuhe. Ich trage nur eine Hose und ein T- Shirt. Ich bin an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Mir ist sehr kalt und habe Hunger. Seit 24 Stunden habe ich nichts gegessen. Aber das ist nicht wichtig. Ich bin noch stark. Ich suche einen Platz zum schlafen. Es gibt eine lange Straße. Ich gehe zwei Stunden langsam, denn bin ich müde und schläfrig. Ich sehe ein großes Gebäude . Das ist der Bahnhof. Wo kann man im Bahnhof schlafen : auf den Sitzplätzen oder in einer Ecke ? Ich schlafe nur drei Stunden.<strong><br />
</strong>Wir hatten in der Universität ein Fußballteam für die Französisch-Abteilung. Am 5. März 2015 um 17:10 Uhr beginnt ein Spiel gegen die Deutsch-Abteilung. Die Französisch – Studenten ermutigen ihr Team : Allez , Allez , Allez Français. Die Deutsch – Studenten feuern ihre Mannschaft auch an : los , los , los Deutsche. Die erste Hälfte endete 0:0 Am Ende hat die deutsche Mannschaft das Spiel 2:1 gewonnen. Sie sind glücklich. Aber wir sind traurig, denn wir haben verloren. Das war Fußball.<strong><br />
</strong>Das Goethe – Institut hilft den Studenten die Sprache zu lernen . Es bietet außer Deutschkurse auch Feste an : Tanz , Musik, deutsche Kultur etc.<strong><br />
</strong>Um 19:30 Uhr bin ich nach Hause gekommen. Ich habe geduscht. Das Abendessen ist um 21 Uhr fertig. Wir sind acht Personen: meine Eltern und meine Geschwister. Auf dem Tisch stehen zwei große Schüsseln mit Linsen Brötchen, Haferbrei und Obst . Wir haben uns satt gegessen. Die Familie hat am Tisch diskutiert. Die politische Lage ist im Sudan sehr schwierig. Die Jungen Menschen haben keine Perspektiven. Es herrscht Krieg. Was wollen wir in der Zukunft machen? Ich möchte gern in Deutschland Wirtschaft studierten. Ich war eingeschlafen und hatte von meiner Familie und von meinem Staat geträumt. Um halb fünf bin ich aufgewacht. Ich will nach Deutschland fahren. Ich sehe zum ersten Mal einen Fahrkartenautomaten. Ich kann ihn nicht benutzen. Ich hatte auch kein Geld. Ich habe den Fahrplan gelesen. Heute fährt um sieben Uhr ein Zug nach München. Ich bin dann ohne Ticket nach München gefahren. In meinem Land gibt es keine Eisenbahn, deshalb war ich sehr überrascht und bin ich zum ersten Mal mit dem Zug gefahren. Ich habe mich in die zweite Klasse gesetzt. Ich habe auf meinem Sitz gesessen und durch das Fenster die Landschaft gesehen. Als der Kontrolleur gekommen ist, bin in die Toilette gegangen. Nach ein paar Minuten bin ich zurückgegangen. Dann ist eine deutsche Frau zu mir gekommen und hat mich gefragt:<strong><br />
</strong>Ist dieser Platz noch frei ?“<strong><br />
</strong>Ich habe gesagt : What ?“<strong><br />
</strong>Ist dieser Platz noch frei ?“<strong><br />
„</strong>Yeah“<strong><br />
</strong>Sie hat mich gefragt: Wohin fahren Sie ?<strong><br />
</strong>Ich habe geantwortet: “ Sorry , l do not know the German Language“<strong><br />
</strong>Um 11: 30 Uhr bin ich in München angekommen.<strong><br />
</strong>Ich war glücklich und in Sicherheit.<strong><br />
</strong>Im Bahnhof hatte ich drei Tage keine Lebensmittel und nicht gut geschlafen.<strong><br />
</strong>Neben mir habe ich zwei Personen gehört. Sie haben über Flüchtlinge diskutiert. Ich habe sie nicht verstanden. Aber zuletzt hat einer von ihnen „danke“ gesagt. Das Wort gefällt mir. Aber was bedeutet „danke“ auf Arabisch oder Englisch? Auf Arabisch vielleicht شكرًا oder ?<strong><br />
</strong>Ich habe mit einem Polizisten gesprochen. Wir sind zur Polizeistation gegangen. Er hat mir viele Fragen gestellt. Ich habe ihm gesagt: Ich bin allein nach Deutschland gekommen und möchte gern hier leben . Dann sind wir mit einem Auto zu einer Unterkunft für Flüchtlinge gefahren.<strong><br />
</strong>Die Flüchtlinge in der Unterkunft kommen aus Verschieden Ländern: aus Somalia, Äthiopien, Syrien, aus dem Sudan und Albanien<strong><br />
</strong>Sie haben ganz unterschiedliche Sitten und Gebräuche: Manche essen mit der Hand, andere mit Messer und Gabel. Manche sind Muslime, andere sind Christen. Ich glaube, Leute aus ganz unterschiedlichen Ländern können zusammen in Frieden leben. In der Unterkunft gibt es Lebensmittel, Ärzte, Kleidung, Medikamente und Deutschkurs.<strong><br />
</strong>Wir haben jeden Tag von 8 bis 11 Uhr gelernt . Deutsch gefällt mir sehr gut. Ich habe schon viel Deutsch gelernt Aber für uns Sudanesen ist Deutsch sehr schwierig zu lernen, besonders die Vokale O , U und ihre Umlaute Ö, Ü.<strong><br />
</strong>In Deutschland isst man mit Besteck. Das Messer liegt Rechts und die Gabel Links neben dem Teller. Alle frühstücken zwischen 6 und 8 Uhr. In meinem Land essen wir zwischen 10 und 12 Uhr. Wir essen mit der Hand ohne Besteck .</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Weiterführende Links:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/07/menschenrechte/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Connecting16 über Menschenrechte</a></li>
<li>Mehr von Connecting16 findet ihr<a href="https://www.meintestgelaende.de/author/connecting-16/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> hier</a>.</li>
<li>Ein Dossier von der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema &#8222;<a href="http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/flucht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Flucht&#8220;</a><strong>.</strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Crossdressing: Ein Style für alle!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/05/crossdressing-ein-style-fuer-alle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 May 2016 07:03:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Crossdressing]]></category>
		<category><![CDATA[Gender Swap]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=6648</guid>

					<description><![CDATA[Müssen Männer Männerklamotten tragen? Dennis Seidel von den Story-Tellern sagt: Nein! Was dem Autor am Crossdressing gefällt, lest ihr hier. Es gibt Menschen, die sich immer mal in das andere Geschlecht wünschen, also Männer wünschen sich lieber eine Frau zu sein. Zum Beispiel ich wünsche mir, dass ich lieber eine Frau als ein Mann wäre.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Müssen Männer Männerklamotten tragen? Dennis Seidel von den Story-Tellern sagt: Nein! Was dem Autor am Crossdressing gefällt, lest ihr hier.</strong><span id="more-6648"></span></p>
<p>Es gibt Menschen, die sich immer mal in das andere Geschlecht wünschen, also Männer wünschen sich lieber eine Frau zu sein. Zum Beispiel ich wünsche mir, dass ich lieber eine Frau als ein Mann wäre. Frauen sind nämlich das Schönste, was es auf der Welt gibt.</p>
<p>Ich trage bei meinen Theater-Auftritten und bei den Proben auch manchmal Frauenklamotten. Zuhause habe ich schon eine ganze Tasche voll mit Damenbekleidung stehen.</p>
<p>Ich bin für geschlechtsgleiche Mode für Männer und Frauen oder für Männer in Frauenklamotten. Jeder und jede sollte seinen/ ihren eigenen Stil in Sachen Mode haben. Es gibt ja spezielle Mode für Männer und Frauen. Für die Männer gibt es meistens immer nur Hemden, Jeanshosen, Unterwäsche, Pullover, Sakko, Socken und Schuhe für Männer.</p>
<p>Die Frauen tragen auch Röcke und Kleider und kombinieren diese mit einer leichten Bluse, Leggings, Sandaletten. Es gibt auch Jeansjacken für Frauen und für Männer. Ich finde, es soll nur noch einen Style für alle geben. Es soll Gleichberechtigung in der Mode geben. Jeder und jede sollte auch berechtigt sein, die Klamotten des anderen Geschlechts zu tragen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Ein Junge ohne Penis – so wurde Nev geboren. In <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/06/eine-kurze-geschichte-des-lebens/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eine kurze Geschichte des Lebens</a></u> erfahrt ihr, wie es ist, im falschen Körper geboren zu sein.</li>
<li>Wie viele Geschlechter gibt es eigentlich? In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/05/mann-frau-androgyn/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>Mann, Frau, androgyn</u></a> wird dieser spannenden Frage nachgegangen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bessere Zukunft</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/09/bessere-zukunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Sep 2015 08:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=5667</guid>

					<description><![CDATA[Kann man den Flüchtlingen nicht bitte eine bessere Zukunft bauen! Zuerst sollte man mal fragen, wie es ihnen geht. Ob sie genug Essen haben oder ein Bett brauchen. Ob sie mehr Hilfe benötigen. Was glaubst du, was die Flüchtlinge brauchen? Ich glaube, sie brauchen Schuhe und Hosen, Pullover und Regenjacken. Man muss den Flüchtlingen eine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Kann man den Flüchtlingen nicht bitte eine bessere Zukunft bauen! Zuerst sollte man mal fragen, wie es ihnen geht. Ob sie genug Essen haben oder ein Bett brauchen. Ob sie mehr Hilfe benötigen. Was glaubst du, was die Flüchtlinge brauchen? Ich glaube, sie brauchen Schuhe und Hosen, Pullover und Regenjacken. Man muss den Flüchtlingen eine freundliche Unterkunft bieten. Man muss sie fragen, was sie brauchen und was ihnen auf dem Herzen liegt.</p>
<p>Die Flüchtlinge können woanders nicht mehr leben. Krieg ist gefährlich. Die müssen da weg. Die können da nicht wohnen. Die haben Angst. Denen muss geholfen werden und zwar unbedingt. Uns wird ja auch geholfen. Wir können froh sein, dass es uns gut geht. Den Flüchtlingen geht es schlecht. Ich würde mich an ihrer Stelle auch nicht wohlfühlen. Ich halte das nicht aus. Das ist total fremd. Wenn ich mir vorstelle, dass ich ein Flüchtling wäre, dann würde ich durchdrehen. Ich will nie ein Flüchtling sein, ich will Mensch sein.</p>
<p>Stell dir vor: Was wäre zum Beispiel, wenn du ein Flüchtling wärst oder eine Flüchtlingin? Was wäre zum Beispiel, wenn unser Land abgebrannt wäre? Dann würden wir alle untergehen, beziehungsweise lieber weggehen, wenn wir können.</p>
<p>Den vielen Flüchtlingen in Hamburg oder Deutschland muss man was anbieten, was kochen oder so. Aber wie macht man das ohne Geld? Das ist das Problem. Aber wir müssen den Flüchtlingen auf jeden Fall helfen, und die müssen uns helfen.</p>
<p>Wir sehen das mit dem Krieg immer nur im Fernsehen. Mit Bomben und Pistolen. Du siehst doch die ganzen Straßen, die kaputt sind. Die machen die Welt kaputt. Das ist nicht witzig. Warum machen die das? Solche Aggressionen wollen wir nicht. Das ist nicht normal. Das ist nicht zu fassen. Das ist wirklich furchtbar. Der Mensch muss ja eingehen vor Verzweiflung.</p>
<p>Das ist wirklich so. Was ich noch sagen muss: Man soll nicht immer sagen man will, man will, man will, sondern man muss machen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der schwule Fußballspieler</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/06/der-schwule-fussballspieler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Jun 2015 08:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=5178</guid>

					<description><![CDATA[Schwul sein ist im Fußball immer noch ein Tabu. Outings von Spielern gibt es deshalb nur sehr wenige. Melanie von den Story-tellern hat das Thema mit einer fiktionalen Geschichte aufgearbeitet. Hey Leute, darf ich mich vorstellen? Ich bin Lars, 22 Jahre alt. Ich bin leidenschaftlicher Fußballspieler. Es hat lange gedauert, bis ich endlich einen coolen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schwul sein ist im Fußball immer noch ein Tabu. Outings von Spielern gibt es deshalb nur sehr wenige. Melanie von den Story-tellern hat das Thema mit einer fiktionalen Geschichte aufgearbeitet.</strong><span id="more-5178"></span></p>
<p>Hey Leute, darf ich mich vorstellen? Ich bin Lars, 22 Jahre alt. Ich bin leidenschaftlicher Fußballspieler. Es hat lange gedauert, bis ich endlich einen coolen Verein gefunden habe, aber es hat sich gelohnt. Denn schließlich habe ich bei der Suche auch meine große Liebe gefunden: Marc, 25 Jahre alt.</p>
<p>Ja, da habt ihr richtig gelesen. Ich bin nämlich schwul. Anfangs konnte ich nicht so richtig dazu stehen, und diese Gefühle waren für mich fremd. Aber jetzt ist alles klar und wunderbar und ich stehe zu meinen Gefühlen. Marc und ich sind schon ein Jahr zusammen und total glücklich. Ich habe kein Problem mehr damit schwul zu sein.</p>
<p>Und wie gesagt habe ich nun auch einen tollen Verein, bei dem ich meine Leidenschaft Fußball voll ausleben kann.</p>
<p>Aber ich erzähle mal der Reihe nach. Wie alles begann: Zuerst ging es nur ums Fußballspielen. Ich wollte unbedingt in eine Mannschaft. Ich fand einen Verein beim Stadtpark. Als ich mich der Fußballmannschaft vorstellte, wurde ich alles andere als freundlich empfangen. Ich wurde wegen meiner schmächtigen Figur ausgelacht und erntete blöde und diskriminierende Sprüche. „Was willst Du denn hier, du halbe Portion. Du siehst aus wie ein Mädchen.“ oder „Deine Haare sind defenitiv zu lang, Alter, geh erst mal zum Friseur, bevor du hier aufkreuzt, sieht ja total schwul aus.“ Und dazu fieses, höhnisches Lachen von allen Seiten.</p>
<p>„Okay, okay Leute, aber wenn ich zum Friseur gehe, lasst ihr mich in eure Mannschaft?“ &#8211; „Na ja, zuerst musst du uns beweisen, ob du was drauf hast“, sagte ein gutaussehender junger Fußballspieler mit sinnlichem Schmollmund und dunklen Haaren, die er zu einem Pferdeschwanz gebunden trug. „Geh nach Hause und üb erst mal“, meinte einer der Spieler. „Aber zu allererst zum Friseur, Luschen können wir nicht gebrauchen“, meinte ein anderer. Die ganze Fußballmannschaft gröhlte. Traurig und enttäuscht zog ich wieder ab. Schweren Herzens fasste ich den Entschluss mein schönes langes blondes Haar abschneiden zu lassen. Was tut man nicht alles, um dazuzugehören. Am nächsten Tag kam ich mit kurzen Haaren und schwarzer Sonnbrille beim Training an und machte auf cool. Ich wurde dennoch ausgelacht. Besonders der süße Dunkelhaarige mit dem Pferdeschwanz war total fies: „Hola, wen haben wir denn da! Der Schwuli von gestern!? Wo sind denn deine langen Haare? Bist du unter den Rasenmäher gekommen?“ &#8211; „Wieso, du hast doch selbst lange Haare. Warum trägst du sie nicht offen und stehst dazu?“, erwiderte ich mutig. „Ach, halt’s Maul. Und verpiss dich.“ Wieder gröhlten die gesamte beknackte Mannschaft. „Was habt ihr denn alle gegen mich? Ich möchte doch nur Fußball spielen.“ &#8211; „Na gut, dann zeig, was du drauf hast, du Looser, sei ein echter Mann. Hier ist der Ball.“ Gewaltsam schoss mir einer der Spieler den Ball in den Bauch. Das tat weh. Ich hielt mir schmerzerfüllt den Bauch. Aber dann lief ich los und fing an Fußball zu spielen. Aber ich konnte mich nicht richtig konzentrieren. Immerzu musste ich zu dem dunkelhaarigen Typen mit dem Pferdeschwanz rüberschauen. Da wurde mir auch noch ein Bein gestellt &#8230; und ich flog voll auf die Schnauze. Oh man, war das ein fieses Foul. „Mensch Max, musste das sein? Er ist doch heute das erst Mal hier.“ &#8211; Was ist los mit dir, Markus? Seit wann bist auf der Schwuli-Seite?“ &#8211; „Bin ich nicht. Aber ich finde, wir sollten fair spielen.“ Hatte ich richtig gehört? Ausgerechnet der süße Dunkelhaarige war plötzlich auf meiner Seite? Ich rappelte mich wieder auf und spielte weiter. Nach dem Training unter der Dusche ging das Mobbing weiter. „Du hast beschissen gespielt, Alter, und warum hast du mich die ganze Zeit so angestarrt?“ Mit einem finsteren Blick musterte mich dieser Markus. Mir war peinlich vor allen zuzugeben, dass ich schwul bin, also erfand ich eine Ausrede: „So ein Quatsch. Ich habe mich auf das Fußballspiel konzentriert. Du siehst Gespenster. Ich hab dich nur angeguckt, um dir einen Pass zuzuspielen.“ &#8211; „Nee, ich habe genau gesehen, dass du mich schwul angestarrt hast. Wenn das noch einmal passiert, knallt’s.“ &#8211; „Richtig. Hau bloß ab. Wie wär’s mit Frauenfußball?“ Ich wurde geschubst und flog mit dem Gesicht in den Duschknauf. Total niedergeschlagen und mit einem blauen Auge fuhr ich heim. Zuhause weinte ich ganz bitterlich und fühlte mich sehr allein. Wenigstens hatte ich meine schwarze Katze Kleopatra. Ihr erzählte ich all meinen Kummer.</p>
<p>Ich fuhr nicht mehr zu dieser fiesen Fußballmannschaft. Eines Tages war ich aber zufällig in der Nähe, weil ich einen Arzttermin hatte. Auf dem Rückweg, in der U-Bahn, sah ich Markus wieder. Zum Glück hatte er mich nicht gesehen. Ich folgte ihm heimlich. Als er in Barmbek ausstieg, ging ich ihm nach. Schließlich stieg er in den 173er Bus Richtung Bramfeld. Ich beschattete ihn weiter. Als er hinten ausstieg, stieg ich vorne aus. Ich zog meine schwarze Kapuzenjacke über den Kopf, damit er mich nicht erkennen konnte und behielt ihn im Auge. Plötzlich drehte er sich um und brüllte: „Wer bist du und warum verfolgst du mich?“ Ich nahm die Kapuze ab und sagte in einem ruhigen, aber eisigen Ton. „Ich bin’s, Lars, der Schwuli. Ich verfolge dich, weil ich wissen will, warum ihr mich fertig gemacht habt, besonders du, Markus. Los, spuck’s aus. Ich will von dir selbst hören. Was sollte das? Schwulenhass ist total antik.“ &#8211; „Okay, okay. Lass uns in Ruhe reden. Ich lade dich auf ein Bier ein. Komm, ich weiß ein gutes Lokal bei mir um die Ecke.“ Als wir am Tisch saßen und unser Bier tranken, begann er zu reden: „Also, unsere Fußballmannschaft mag keine Schwulen. Das ist bei uns irgendwie immer noch völlig tabu.“ Er machte eine Pause und sagte dann: „Dabei bin ich selbst schwul.“ &#8211; „Was, du auch? Ich auch. Das mochte ich aber vor der gesamten Mannschaft nicht zugeben. Na, aber ich fand dich von Anfang an süß, deshalb habe ich dich auch so angestarrt.“ &#8211; „Oh man, Alter! Ehrlich gesagt ging’s mir ähnlich. Deshalb habe ich dich auch vor diesem Gorilla Max beschützt. Und damit wäre ich fast aufgeflogen. Deshalb musste ich weiter den coolen Fiesling spielen. Tut mir leid, ehrlich. Komm lass uns Freunde sein.“ &#8211; „Ja, sehr gern. Aber in eurer Mannschaft mag ich trotzdem nicht mehr spielen.“ &#8211; „Dafür gibt es bestimmt auch eine Lösung. Ich hätte auch schon eine Idee.“</p>
<p>Wir redeten bis zwei Uhr morgens und verstanden uns plötzlich supergut. Markus bot mir sogar an bei ihm zu übernachten, weil die Busse und Bahnen nicht mehr fuhren und die Nachtbusse nur sehr selten. Dass wir gleich in der ersten Nacht leidenschaftlich rumgemacht haben, darüber will ich lieber schweigen. Inzwischen sind wir ein schwules Paar und leben seit einem Jahr zusammen. Und was uns und Fußball betrifft: Wir haben uns zusammen vor der gesamten Stadtpark-Fußballmannschaft als schwul geoutet und uns eine neue Mannschaft gesucht. Diesen Monat spielen wir sogar bei der Europameisterschaft des schwul-lesbischen Fußballverbandes IGLFA im Hamburger Volksparkstadion mit.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
