Vielfalt (Teil 2)

2017_08_25
(c) Bob Leckridge:  diversity  (CC BY-NC-ND 2.0)

Die Story-Teller haben sich mit Vielfalt beschäftigt und ihre vielfältigen Gedanken festgehalten. Nachdem in Teil 1 die männlichen Autoren zu lesen waren, erscheinen in diesem Artikel die Texte der weiblichen Autorinnen Maria Thöne, Kathi Bromka und Birgit Hohnen.

Vielfalt von Maria Thöne 

Vielfalt hat bei mir was mit Auswahl zu tun. Je bunter die Auswahl, umso schöner ist’s.
Das trifft auch auf die Arbeit zu. Es gibt Firmen, die verkaufen ihre Waren in verschiedener Weise. Es gibt Firmen, die bieten auch vielseitige Arbeitsplätze an. Das finde ich gut.
Viele Dinge kann man auch vielseitig benutzen und gebrauchen. Zum Beispiel…
Es gibt Menschen, die mit einer Vielfalt von Produkten nicht zurechtkommen, weil sie einfach zu viel Auswahl haben und sich nicht entscheiden können. Mir geht es manchmal auch so. Andererseits finde ich Produktvielfalt gut; es ist alles und für jeden etwas auszusuchen.
Ja, und dann steckt in Vielfalt noch: viele Falten. In der Hochglanz-Welt sind diese nicht gut angesehen. Dagegen hilft keine Antifalten-Creme, sondern ein humorvoller Spruch. Zum Beispiel: Und kriegen wir auch Falten, wir bleiben stets die Alten. Also, entspannt euch.
In Vielfalt steckt auch das Wort alt. Altwerden hat auch immer etwas Gutes. Man tauscht Arbeit gegen Ruhe. Im besten Fall.
Das Wort „viel“ steckt auch in Vielfalt. Viel Geld, viel Ferien.
Wovon würdest du viel wollen?

Was Vielfalt bedeutet von Kathi Bromka

Vielfalt bedeutet, dass viele Leute etwas wollen, und Viele wollen genau das nicht. Zum Beispiel wollen manche Menschen Bestimmer sein. Die anderen sagen: Warum bestimmst du denn? – Darum. Ich sage, es ist so wie es ist und nicht anders. – Wie meinst du mit ,nicht anders‘?
Nehmen wir mal an, dass nur 1 Mensch lebt. Ganz ohne andere Menschen. Da fragt der einzige Mensch, der bestimmen will: Wo sind denn alle? – Ja, du wolltest alleine bestimmen. So. Dann sagst du: Oh, das ist jetzt doch megadoof. Da bin ich ja jetzt alleine auf der Welt. Bäm!
Am besten sind Alle da. Und nicht du oder ich oder Gott ganz alleine.
Viel bedeutet, dass die Menschen sind. Ganz viel. Alle anders.
Und -falt hat vielleicht etwas mit Fallen zu tun oder mit Falten? Das kann ich nicht sagen! Interessantes Wort.

Vielfalt von Birgit Hohnen

Vielfalt ist, wenn man viel unternimmt, wenn man sich etwas vornimmt, was einem Spaß und Freude bereitet, und wenn man sich sagt: Ich mache es gerne für die Anderen.
Ich bin gerne unternehmungslustig. An meiner Vielfalt habe ich Spaß. Ich freue mich, wenn viel Aktivität geboten wird, und wenn man sich etwas Schönes vornimmt.
Wie kann man Vielfalt bewältigen und bewerkstelligen?
Man könnte sich einen Vielfaltsplan erarbeiten. Und könnte einen Song daraus entwickeln. Es werden viele Angebote angeboten und angenommen. Es werden viele Sachen auch vervielfältigt. Aus vielen Ideen könnte man neue Songs entwickeln. Für die Bewerkstelligung der Normalität der Vielfalt!

Die Menschen aktivieren sich. Sie sind selbstständig oder nicht. Das hängt auch von der Tagesform ab. Die Vielfalt ist ja auch eine ganze Sippe. Ich finde wichtig, dass man über sowas spricht. Dass man den Menschen sagt: Ich will, dass ihr da mal viel bunte Bewegung in die Bude bringt! Nicht nur rumsitzen!

Vielfalt bedeutet mehr: Man macht eine Vielfalt-Platte, eine Vielfalt-Sippschaft. Wie wenn man eine CD reinlegt und dann erst das eine und dann das andere Stück anhört.
Viele sagen: Ach Vielfalt, die hören wir im Radio oder gucken im Fernsehen.
Aber andere sagen: Ich gehe raus und mache Vielfalt!
Die Vielfalt ist ein Weg, auf dem man zusammen geht.
Der Höhepunkt der ganzen Vielfalt ist, dass ich sagen kann:
Jetzt bin ich auch mal dran! Und da brauche ich Hilfe, und das kann ich alleine. Vielen Dank!

Männer und Frauen von Kathi Bromka

Manche Menschen haben Brillen, manche nicht. Es gibt dicke Bäuche bei Männern und Frauen. Haare sind mal so, mal so. Männer und Frauen haben Zähne, Ältere haben Klappzähne.
Manchmal sind Frauen und Männer unterschiedlich.
Manchmal verkleiden sich Männer als Frauen und Frauen als Männer. Wenn ich mich als Mann verkleide, nehme ich einen Bart in Braun. Und ich bastel mir ein Würstchen mit Haaren. Wenn sich der Mann als Frau verkleidet, sieht er anders aus: Er spricht anders und setzt sich eine Perücke auf, schminkt sich mit Puder und Lippenstift und zieht eine Strumpfhose an. Mein Arbeitskollege Dennis Seidel zum Beispiel. Das bringt ihm Spaß und er hat Lust.
Weibchen und Männchen sind anders: Frauen haben großen Busen, Männer haben kleine Busen. Manche Männer haben Bart, alle Frauen nicht. Frauen kriegen einmal im Jahr ihre Tage; Männer nicht. Es gibt Eisprung und Befruchtung. Sexualkunde gehört in die Vagina. Frauen werden schwanger; Männer nicht. Wenn das Baby aus dem Leib der Frau kommt, sind die Schmerzen sehr stark. Frauen schreien, wenn das Baby rauskommt, das Kind erblickt die Welt und schreit auch: Mama! Na ja, später. Es gibt auch Baby-Katzen und Baby-Hunde. Und Baby-Vögel.

Mehr dazu: 

  • Die Story-Teller mit dem ersten Teil zu Vielfalt.
  • Rebellin“ – ein weiterer Text der Story-Teller.

Menschen mit Behinderung haben was zu sagen! Wir Story Teller sind die inklusive Schreibwerkstatt Story Teller aus Hamburg. Mit unseren Texten möchten wir von unseren Erfahrungen berichten, Denkanstöße geben und Selbstermächtigung voranbringen.

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