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	<title>Diskriminierung &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Diskriminierung &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Bitte ein März ohne Merz: Wo ist diese Cancelculture?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/03/bitte-ein-maerz-ohne-merz-wo-ist-die-cancelculture/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Mar 2025 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[Deutschland, März, Merz. Ich kann und will nicht mehr. Überall im Land wird gewetteifert wer die meisten Ausländer gerade abschiebt oder abschieben wird, wie sehr man arme Menschen hassen und finanziell noch mehr benachteiligen kann und, natürlich, wer am besten reichen Menschen politisch in den Arsch kriechen kann. Zwischendrin der weiße Jürgen, der sich mal]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschland, März, Merz. Ich kann und will nicht mehr. Überall im Land wird gewetteifert wer die meisten Ausländer gerade abschiebt oder abschieben wird, wie sehr man arme Menschen hassen und finanziell noch mehr benachteiligen kann und, natürlich, wer am besten reichen Menschen politisch in den Arsch kriechen kann. Zwischendrin der weiße Jürgen, der sich mal wieder darüber aufregt, dass der Syrer ein iPhone hat und der sich einen &#8222;Opas gegen Grün&#8220; Sticker auf seinen fetten SUV haut. In diesen Zeiten ist jegliche Lektüre wie &#8222;1984&#8220; oder &#8222;Animal Farm&#8220; völlig überflüssig, da man sich ganz einfach umschauen und live mitansehen kann, wie Milliardäre sich jegliche politische Macht erkaufen können.</p>
<p>Der kurze Blick nach Amerika zeigt, dass es völlig egal ist, wie offensichtlich ein Musk seine finanziellen Möglichkeiten spielen lässt, es lässt die meisten kalt. Die Migranten sind ja schuld! Und natürlich die Ökoterroristen! Und Frauen! Scheiß Feminismus! Der Gender Gaga!</p>
<p>Ich laufe an einem &#8222;Zeit für freie Meinung&#8220; Wahlplakat von der AfD vorbei und möchte kotzen.<br />
Von wegen man kann in diesem Land nix sagen. Man kann alles sagen. Man kann gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe stimmen, man kann fordern, dass Geflüchtete an den Grenzen erschossen werden sollen, man kann so viele Nazi-Codes verwenden, wie man will, man kann Transmenschen konsequenzlos am Arbeitsplatz bedrohen, man kann über bewaffnete syrische Jugendliche reden, die ja in Syrien auch immer Waffen mit sich führen, man kann sogar für Vergewaltigung verurteilt werden und trotzdem ganz entspannt und easy Präsident werden. Gar kein Problem das alles.</p>
<p>Meine Zundschnür wird jeden Tag kürzer. Währenddessen sitzt die weiße Gabi bei mir im Büro und will mir versichern, dass alles gut ist. Niemaaand wird abgeschoben und es ist ja noch Demoookratie. Als hätte es die Weimarer Republik nicht gegeben. Digga, halt den Rand.</p>
<p>Und während sich meine Geschwister aus allen möglichen Communitys Szenarien vorstellen, Todesangst haben und über eine Flucht aus Deutschland nachdenken, ist Gabi völligst entspannt. Und wenn was passiert, hat sie ja von nix gewusst.<br />
Das alles zeigt vor allem eins: Die Mehrheitsgesellschaft will uns migrantische Menschen weder hier haben noch unsere Rechte schützen. In der Sekunde in der angefangen wurde, über Asylrecht, GEAS und anderen Scheißdreck mit den Rechten zu diskutieren und sich ihnen anzubiedern, ist dieses ohnehin schon empathielose Land, in dem man nie willkommen war, noch mehr nach rechts gerutscht. Und was alle immer wieder gerne vergessen: Am liebsten wird immer das Original gewählt. Nämlich Nazis. Und Armut verschwindet auch nicht einfach so, wenn alle Ausländer weg sind.</p>
<p>Die Kohle ist nämlich woanders: bei den Superreichen.</p>
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		<title>Buginesen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/buginesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martha]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jun 2023 07:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Kolonialisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Martha schreibt über den Umgang mit den fünf Geschlechtern der Bugis in Süd-Sulawesi, Indonesien und den Zusammenhang von Traditionen, Religionen und Politik. Vor etwa drei Wochen brachen mein Freund und ich zu einem halbjährigen Auslandsaufenthalt auf – 10 Tage auf Bali, dann Work and Travel in Neuseeland und zum krönenden Abschluss einige Tage an der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Martha schreibt über den Umgang mit den fünf Geschlechtern der Bugis in Süd-Sulawesi, Indonesien und den Zusammenhang von Traditionen, Religionen und Politik.</strong><span id="more-15598"></span></p>
<p>Vor etwa drei Wochen brachen mein Freund und ich zu einem halbjährigen Auslandsaufenthalt auf – 10 Tage auf Bali, dann Work and Travel in Neuseeland und zum krönenden Abschluss einige Tage an der Westküste der USA. Eine komische Vorstellung für uns, die erst vor wenigen Monaten das Abitur erhalten hatten. In Vorbereitung auf die große Reise machten wir natürlich die obligatorischen Google-Suchen: Wetterbedingungen in der Regenzeit, Mückenarten auf Bali, schönste Orte in Neuseeland, und so weiter. Doch etwa zwei Monate vor der Abreise stießen wir auf eine unerfreuliche Nachricht: Das indonesische Parlament hatte ein Gesetz beschlossen, das künftig außerehelichen Sex verbieten sollte. Als unverheiratete Touristen erkundigten wir uns weiter: Sexuelle Beziehungen von Unverheirateten würden ab 2025 mit einem Jahr Gefängnis bestraft werden, sofern die Beschwerde eines Familienmitgliedes der involvierten Personen vorläge. Auch wenn für uns also klar war, dass wir nicht vom Gesetz betroffen waren und ohne Sorge nach Bali reisen konnten, empfand ich ein starkes Mitgefühl für die Betroffenen. Bisher galten außerehelicher Sex und homosexuelle Beziehungen in Indonesien zwar nicht als Straftat, jedoch wird beides in dem konservativen Land als Tabu betrachtet. Wenig überraschend wird hier auch die gleichgeschlechtliche Ehe nicht anerkannt, für die LGBTQ+-Community ist der Gesetzesentwurf also eine Katastrophe: Sie können sexuelle Vorlieben ohnehin nicht öffentlich ausleben und laufen darüber hinaus Gefahr, für ihre Sexualität ins Gefängnis zu müssen. Als eine Person, die aus einem demokratischen Land kommt, in dem die LGBTQ+-Community von den meisten akzeptiert wird, ist es schlimm zu sehen, wie sie in anderen Ländern behandelt wird. Ich vermutete, dass es auch Menschen mit Geschlechteridentitäten jenseits des binären Spektrums (Trans*personen, Nicht-Binäre Personen usw.) in Indonesien schwer haben. Umso mehr überraschte es mich, als ich bei weiteren Recherchen ein indonesisches Volk entdeckte, das fünf verschiedene Geschlechter anerkennt: die Bugis.</p>
<p>Die Buginesen oder Bugis sind eine ethnische Gruppe, die in Süd-Sulawesi, auf der drittgrößten Insel Indonesiens, beheimatet sind. Die Hauptreligion der Bugis ist der Islam und sie sprechen neben Indonesisch auch die eigene Landessprache Basa Ugi und weitere ähnliche Sprachvariationen. Sie sind ein sehr altes Volk, dessen austronesische Vorfahren sich bereits 2500 v. Chr. auf Sulawesi niedergelassen haben. Die meisten (männlichen) Buginesen verdienen ihren Lebensunterhalt als Reisbauern, Händler oder Fischer und buginesische Frauen helfen in der Landwirtschaft und arbeiten in den Häusern. Auch heutzutage werden viele der buginesischen Ehen arrangiert und finden oft unter Cousins statt.</p>
<p>Auch wenn die Forschung eher auf ein konservatives Wert- und Familienbild schließen lässt, gibt es etwas, das Forscher schon seit Jahrzehnten an den Bugis fasziniert: ihre Auffassung von Geschlechteridentitäten, welche seit mindestens sechshundert Jahren in der Kultur verankert ist. Die Bugis erkennen drei „sexes“/ biologische Geschlechter (männlich, weiblich, intersexuell), vier „genders“/ soziale Geschlechter (Männer, Frauen, „Calabai“ und „Calalai“) und eine fünfte Meta-Gender-Gruppe, die „Bissu“, an. Direkt vergleichbar mit unseren westlichen Vorstellungen von Geschlecht sind die fünf Gruppierungen der Buginesen nicht, doch gerade bei den aktuellen Debatten um das binäre System und verschiedene Geschlechteridentitäten fand ich es sehr interessant, einen näheren Blick auf sie zu werfen.</p>
<p>Die ersten beiden Geschlechter der Bugis sind „Makkunrai“ und „Oroané“, die der westlichen Auffassung von männlichen und weiblichen Cisgender entsprechen. Ausgefallener wirken auf uns „Calalai“ und „Calabai“: Calalai sind anatomisch weiblich und übernehmen viele der Rollen und Funktionen, die gesellschaftlich Männern zugeschrieben werden. Sie tragen Männerkleidung und kurze Haare, arbeiten mit Männern, rauchen Zigaretten und gehen nachts alleine raus. Trotz aller Verhaltensweisen werden Calalai nicht als Mann betrachtet und wollen selbst auch nicht zum Mann werden.</p>
<p>Das Gegenstück zu ihnen sind die Calabai, anatomisch männliche Personen, die in vielerlei Hinsicht Eigenschaften verkörpern, die traditionellerweise Frauen zugeschrieben werden. Oft lassen sie sich die Haare lang wachsen und tragen Kleider und Make-up. Calabai arbeiten in Beauty-Salons oder organisieren Hochzeiten. Aber auch sie betrachten sich nicht als Frauen und werden nicht als Frauen angesehen. Während Calalai jedoch dazu neigen, sich an die männlichen Normen anzupassen, haben Calabai für sich selbst eine besondere Rolle in der Bugis-Gesellschaft geschaffen: Sie verhalten sich auf eine Weise, die bei Makkurnrai-Frauen verpönt wären, tragen kurze Röcke, rauchen oder haben ein mehr sexualisiertes Auftreten. In der Bugis-Gesellschaft werden Calalai und Calabai manchmal missbilligt, doch zu großen Teilen als wichtige Mitglieder der Community angesehen und müssen sich nicht davor fürchten, attackiert oder belästigt zu werden.<br />
Die fünfte Gruppierung, die Bissu, werden weder als männlich noch als weiblich angesehen, sondern als Repräsentanten des gesamten Gender-Spektrums. Viele von ihnen werden als intersexuell geboren und verkörpern spirituelle Wesen, die die Kraft von männlich und weiblich in sich tragen. Zum Beispiel tragen Bissu oft Blumen (weibliches Symbol), aber auch den „Keris“-Dolch (männliches Symbol). Sie nehmen in der Bugis-Religion eine schamanenähnliche Rolle ein und führen verschiedene Zeremonien durch. Bissu sind zudem in der Lage, als Vermittler zwischen Menschen und Geistern zu fungieren, weil sie weder als männlich noch als weiblich, weder als Frau noch als Mann gelten, sondern als eine Mischung aus allen vier.<br />
Leider führt die jahrhundertelange Tradition der Bugis nicht zur Anerkennung ihrer Genders. Aufgrund der Kolonisierung Indonesiens durch die Niederlande sind die komplexen Traditionen der Geschlechtervielfalt von ethnischen Gruppen wie den Bugis verloren gegangen und ihre Konzepte von Geschlecht und Sexualität wurden entsprechend den modernen Religionen und Werten neu definiert. In den letzten Jahrzehnten ist die indonesische Gesellschaft weniger tolerant gegenüber nicht-binären Geschlechtervorstellungen geworden, was zur Verfolgung von Calabai- und Bissu-Personen geführt hat. „Als die Darul-Islam-Rebellionsbewegung von Kahar Muzakkar in den 1950er Jahren einen islamischen Staat errichten wollte, wurden die Bissu verhaftet, gefoltert und zur Buße gezwungen“, so Nurhayatai Rahman Mattameng, ein Bugis-Philologe. Einigen Bissu wären die Köpfe kahl geschoren worden, um sie öffentlich zu beschämen; einige seien sogar getötet worden. Alle Betroffenen wurden zudem gezwungen, To Latang, der angestammten Religion der Bugis, abzuschwören und stattdessen eine der offiziell anerkannten Religionen Indonesiens zu wählen.</p>
<p>Auch in der jüngeren Vergangenheit ist die LGBTQ*-Community in Indonesien immer wieder von Hass und Gewalt betroffen gewesen. Im Jahr 2001 brannten islamische Extremisten den Hauptsitz von GAYa Celebes, einer Schwulenrechtsorganisation in Makassar nieder. 2018 wurden Transgender-Frauen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta zusammengetrieben und in Haftanstalten gebracht. Aktuell erleben Bissu, Calalai und Calabai eine Menge Stigmatisierung und Diskriminierung, die leider mit dem wachsenden Selbstbewusstsein des politischen Islam zunimmt. Beim Interview mit der BBC prophezeite Eka, Chef-Bissu in Segiri, den Bissu eine düstere Zukunft: „Die Zahl der Lehrer mit Kenntnissen über die Bissu-Traditionen nimmt ab. Auch das Interesse der Menschen, als Calabai zu leben, ist weniger geworden. In Zukunft werden sie vom Aussterben bedroht sein.“</p>
<p>Doch manche wie der Bugis-Aktivist und Anthropologe Halilintar Lathief haben noch Hoffnung. Seine Organisation Latar Nusa kämpft für die Wiederbelebung der Bissu- und Calabai-Kultur, indem sie die traditionelle Literatur der Buginesen bewahrt und das Volk befähigt, die wirtschaftlichen Vorteile ihrer rituellen Rollen zu nutzen. Als er von der BBC interviewt wurde, verkündete er: „In den ersten Tagen wollte aufgrund des Traumas der Verfolgung, die sie erlitten hatten, niemand Bissu werden oder behaupten, einer zu sein. Sie hatten Angst, verhaftet oder getötet zu werden. Jetzt, nach einigen Jahren, gibt es viel mehr Menschen, die sich als Calabai identifizieren, und mehr, die stolz darauf sind, Bissu genannt zu werden.“<br />
Für uns bleibt also nur zu hoffen, dass die Kultur der Buginesen noch für viele Jahre erhalten bleibt und auch Bissu und Calabai weiter für ihr Bestehen kämpfen. Denn in viel zu vielen Teilen der Welt müssen Menschen auch heutzutage darauf verzichten, ihre Identität ausleben zu können. Und wer weiß, vielleicht reise ich mit meinem Freund beim nächsten Mal nicht nach Bali, sondern nach Sulawesi.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>DU BIST SCHÖN SO WIE DU BIST!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/05/du-bist-schoen-so-wie-du-bist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DigitalAngels]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 May 2023 12:46:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Bodyshaming]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Zeze von den digital angels erzählt von Bodyshaming in der Familie. Und davon, sich dennoch selbst zu lieben. Bei dem was ich euch erzählen werde, geht es um Bodyshaming. Ich erlebe es seit zehn Jahren, dass die aus meiner Familie sich über meinen Körper beschweren, sie machen sich lustig etc. Ich war nie traurig, ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zeze von den digital angels erzählt von Bodyshaming in der Familie. Und davon, sich dennoch selbst zu lieben.</strong><span id="more-15554"></span></p>
<p>Bei dem was ich euch erzählen werde, geht es um Bodyshaming.</p>
<p>Ich erlebe es seit zehn Jahren, dass die aus meiner Familie sich über meinen Körper beschweren, sie machen sich lustig etc.<br />
Ich war nie traurig, ich hab mir selbst immer Rat gegeben und hab weiter gelächelt.<br />
Meine Brüder und Schwestern haben sich über mein Gewicht lustig gemacht.<br />
Sie haben immer gesagt dass ich wie ein Fass aussehe, ich soll anfangen abzunehmen.<br />
Meine Mutter war immer sauer, als sie mich auslachten und redete mit mir und sagte „es wäre super wenn ich versuche ein bisschen Sport zu machen und abnehme“. Ich sagte „das ist nicht meine Schuld“ – und fing an zu weinen.<br />
Sie wischte meine Tränen ab und hob mein Gesicht nach oben und sagte „weine nicht – wir sagen es, wegen deiner Gesundheit“.<br />
Ja, ich habe Asthma und es wird immer schlimmer und ich muss abnehmen.<br />
Meine Mutter sagte „es wäre gut wenn ich es versuche, weil meine Gesundheit ist wichtig und dabei könnte mein Körper schön und schlank aussehen.<br />
Ich bin jetzt 18 Jahre alt und ich wiege 85 kg. Ich denke es ist okay aber ich habe breite Schultern und ich sehe älter aus als ich bin, weswegen die Menschen, die mich draußen sehen oder mich garnicht kennen behaupten, dass ich zwischen 25 und 30 alt bin.<br />
„Ach egal, lass es. Komm schon ich sehe nicht so alt aus.“ Sage ich mir selber.<br />
Eine Sache noch: ich hasse Hochzeiten! Warum ?<br />
Weil jedes Mal, wenn uns jemand auf Hochzeiten einlädt, dann muss ich neue Kleider kaufen und in Ballkleider-Läden gibt es nur die Größen 34 bis maximal 40. Dann kommen immer hässliche Kleider mit langem Rock, die mir garnicht passen.<br />
Und da meckert meine Mutter – warum ich nicht dünn und schlank bin und vergleicht mich mit anderen Mädchen, die dort auch Kleider anprobieren.</p>
<p>Egal, jetzt alles ist egal: was meine Eltern sagen, was meine Brüder sagen, alles ist egal!</p>
<p>Ich war auch sechs Monate im Gym und ich habe Diät gemacht, in sechs Monaten habe ich fünf Kilo abgenommen. Es ging nicht, es war zu schwer und ich hab es einfach sein lassen.<br />
Ich habe angefangen mich zu lieben und ich poste jetzt auch viele Fotos auf Instagram. Ich schäme mich nicht und ich werde mich nicht mehr schämen.<br />
Ich bin wunderschön, so wie ich bin!</p>
<p>Ja, auf Instagram schreiben mir viele Perverse (ich nenne sie mal so) z.B. „dein Körper ist sehr schön – er ist bestimmt so weich und weiß wie Milch“, „ich stelle mir viel heiße Positionen oder Spiele vor, die ich gern mit deinem Körper oder mit dir machen kann“, „dein Körper ist Vollschlank“. Und so weiter.<br />
Nein, ich ärgere mich nicht und blockiere sie einfach und damit ist es fertig.<br />
Also, was ich euch sagen will, ist: bleibt einfach wie ihr seid und wenn ihr es für euch wollt, dann verändert euren Körper für euch und nicht für diejenigen, die euch garnicht verdienen.</p>
<p>𝒵ℯ𝓏ℯ</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>LGBTQ-Personen überall, bloß nicht in der Fußballszene</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/12/lgbtq-personen-ueberall-bloss-nicht-in-der-fussballszene/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martha]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Dec 2022 14:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2022]]></category>
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					<description><![CDATA[Während der WM in Katar wurde viel über die Situation von diskriminierungsbetroffenen Menschen vor Ort gesprochen. Martha lenkt den Blick zurück nach Deutschland, wo es bisher noch keinen aktiven Profifußballer gibt, der nicht cis-männlich und heterosexuell ist. Die diesjährige Fußball-WM in Katar ist wohl eines der umstrittensten Sportevents aller Zeiten. Sie steht schon seit längerem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während der WM in Katar wurde viel über die Situation von diskriminierungsbetroffenen Menschen vor Ort gesprochen. Martha lenkt den Blick zurück nach Deutschland, wo es bisher noch keinen aktiven Profifußballer gibt, der nicht cis-männlich und heterosexuell ist.</strong><span id="more-15225"></span></p>
<p>Die diesjährige Fußball-WM in Katar ist wohl eines der umstrittensten Sportevents aller Zeiten. Sie steht schon seit längerem in der Kritik, vor allem weil ihre Vorbereitung, zum Beispiel den Bau von Stadien, unter schrecklichen Arbeitsbedingungen stattfand und über 6500 (Gast-)arbeiter*innen das Leben kostete. Zum anderen gilt in Katar die Scharia, also das islamische Recht. Laut diesem sind Frauen sind nicht gleichberechtigt, zudem sind außerehelicher und homosexueller Sex verboten und können mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft werden. Von Seiten des Staates wurde jedoch verkündet, dass alle Menschen und auch queere Personen zur WM in Katar willkommen seien. Doch erst vor wenigen Wochen bezeichnete der katarische WM-Botschafter und frühere Fußball-Nationalspieler Khalid Salman Homosexualität als „geistigen Schaden“. Den meisten ist zudem bewusst, dass die Versprechen der Toleranz von der Seite Katars dazu dient, um vor der Öffentlichkeit besser da zu stehen.</p>
<p>Es ist also wenig überraschend, dass viele kritische Stimmen zum Boykott der WM aufrufen und dies mit Erfolg: 6,2 Millionen Menschen sahen sich das Eröffnungsspiel zwischen Katar und Equador an. 2018 waren es noch knapp 10 Millionen Zuschauer. Von vielen Seiten wird auch an die teilnehmenden Fußballer appelliert: Der englische Ex-Stürmerstar Gary Lineker forderte schwule Fußballer zum Coming-out während der Weltmeisterschaft in Katar auf. Bisher seien der Engländer Jake Daniels und der Australier Josh Cavallo die einzigen höherklassig spielenden Fußballer, die ihre Homosexualität öffentlich gemacht haben.</p>
<p>In Deutschland hat sich bislang noch kein aktiver Fußballprofi als homosexuell geoutet. Dies mag im Jahr 2022 zwar absurd klingen, entspricht jedoch der Wahrheit. Wenn man nach queeren Fußballer*innen aus Deutschland sucht, bietet Google sechs verschiedene Portraits an, eine Liste mit vier Frauen und zwei Männern. Unter ihnen sind die Degenfechterin Imke Duplitzer, die Sportschützin Jolyn Beer und die Leichtathletin Martina Stutz, welche sich zwar als lesbisch geoutet haben und ihren Sport (bis auf Strutz) noch aktiv betreiben, jedoch keine Fußballspieler*innen sind. Übrig bleiben nun noch Marcus Urban, Thomas Hitzlsperger und Tanja Walther-Ahrens, die sich <i>nach</i> der Beendigung ihrer aktiven Karriere outeten.</p>
<p>2016 ermittelte die Dalia-Studie, dass 7.4% der Deutschen Teil der LGBTQ+-Community sind, die Wahrscheinlichkeit, dass keine deutschen Fußballer in größeren Vereinen schwul sind, geht also gegen 0. Doch nun stellt sich natürlich die Frage, warum sich noch keiner von ihnen geouted hat.</p>
<p>Als der schwule Ex-Fußballspieler Thomas Hitzlsperger im Juli 2022 zu diesem Thema interviewt wurde, vermutete er: „Ich war zwölf Jahre lang in unterschiedlichen Profiteams, ich kenne die Vorurteile. Die Sorgen vor negativen Folgen sind groß. Es wird zu wenig über das Positive nachgedacht.“</p>
<p><a name="page633R_mcid29"></a> Doch was sind die konkreten Vorurteile über die Hitzlsperger hier spricht? Nach etwas Recherche fand ich eine Publikation der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) mit dem Titel „Kick it out – Homophobie im Fußball“. Die Autorin dieses Textes ist Tanja Walther-Ahrens, eine ehemalige Bundesliga-Fußballspielerin, die sich 2002 als lesbisch outete. Und auch wenn die Publikation 2006 veröffentlicht wurde, hat sie auch 16 Jahre später nur wenig an Relevanz und Aussagekraft verloren. Ihre Inhalte können uns helfen zu verstehen, was es mit dem Mangel von queeren Fußballspielern auf sich hat.</p>
<p>In ihrer Publikation bezeichnet Walter-Ahrens die Fußballwelt als „einen der konservativsten Bereiche unserer Gesellschaft“, der jahrzehntelang von Männern dominiert wurde (und meiner Meinung nach immer noch von ihnen dominiert ist). Besonders paradox sei, dass Fußball eine sehr berührungsintensive Sportart und Körperkontakt zwischen den Spielern – ob beim Umarmen nach einem Torerfolg oder dem Trösten bei einer Niederlage – völlig normal ist. Gleichzeitig herrsche große Angst vor den fremden, queeren Personen, denen man meist mit Intoleranz oder sogar mit Aggressivität begegne. Zudem seien alle möglichen homophobe und sexistische Stereotype an der Tagesordnung. Ein paar besonders feindliche verbale Äußerungen erwähnt Walter-Ahrens auch in ihrer Publikation: „Homosexualität ist abnormal. Ich werde niemals Homosexuelle in mein Team berufen.“ (Otto Baric, Teamchef des kroatischen Nationalteams (2004)) und „Im Bett kann eine Frau so herrlich sein, auf dem Fußballplatz wird sie mir immer schrecklich vorkommen.“ (Rudi Gutendorf, deutscher Trainer (1982)) sind zwei schreckliche Beispiele.</p>
<p>Laut der ehemaligen Fußballspielerin ist die Sportart eng mit heterosexueller, monokultureller Männlichkeit und dem Bild des starken Manns verbunden. Wenn Frauen* Sport treiben, nehmen sie oft männlich definierte Eigenschaften an und erscheinen besonders stark und mutig. Sie überschreiten die Grenzen von Weiblichkeit zu Männlichkeit. Für Männer sei ein solcher Schritt schwieriger, denn sobald sie nicht dem klassischen Rollenbild entsprächen, werde ihnen schnell Homosexualität angedichtet. Dies hat sich seit 2006 zum Glück verbessert. Androgynie ist in vielen Teilen der Welt gesellschaftlich akzeptierter und Stars wie Harry Styles und Timothee Chalamet werden für ihre „gender-bending („geschlechtsbeugende“) looks“ gefeiert. Doch sie sind keine Fußballstars.</p>
<p>Denn in der Fußballwelt ist das Zeigen von „weiblichen“ Wesensarten eine Schwäche, weibliche Facetten werden abgewertet und ausgegrenzt. Die Kulturwissenschaftlerin Almut Sülze verkündete in ihrem Beitrag zu Martin Dinges‘ Buch „Männer – Macht – Körper“: „Die Männlichkeit des Fußballs funktioniert über die Abgrenzung zu Frauen und Schwulen, die in Sexismus und Schwulenfeindlichkeit münden“. Schlechte männliche Spieler werden als „Mädchen“ oder „Schwuchtel“ bezeichnet, während Fußball spielende Frauen als „Mannweiber“ oder „Lesben“ abgetan werden.</p>
<p>Verständlicherweise haben männliche schwule Fußballstars Angst davor, wie ihre Kollegen bei einem Coming-Out auf sie reagieren und fragen sich, ob sie selbst direkt von Homophobie betroffen sein würden. Aus einem riesigen, verworrenen Netz aus Stereotypen und Vorurteilen kann man nur schwer entkommen und es zu zerstören erscheint beinahe unmöglich. Dabei könnte gerade dies ein Ziel der professionellen Fußballspieler sein, schließlich sind sie reich, genießen ein hohes Ansehen, haben große Fangemeinden und vor allem eine riesige Reichweite. Mit Jake Daniels und Josh Cavallo als prominente Beispiele ist es hoffentlich nur eine Frage der Zeit, bis es zu weiteren Coming-Outs in der Fußballszene kommt und das bald vielleicht sogar in Deutschland.</p>
<p>Beim Frauenfußball sind lesbische Spielerinnen schon seit Jahren keine Seltenheit mehr: Bei der WM 2019 traten 51 lesbische und bisexuelle WM-Spielerinnen aus 15 Ländern an. Die Fußballerinnen Anna Blässe und Lara Dickenmann, die zusammen beim VfL Wolfsburg spielen, sind sogar verheiratet.</p>
<p>Die gedrohten Sanktionen der FIFA gegen das Tragen der „One-Love-Binde“ und das Verbot von Regenbogen-Farben bei der WM in Katar zeigen klar, dass sich die Fußballwelt zurzeit politisiert. Von vielen Seiten wird dies kritisiert, unter anderem vom französischen Staatschef Macron. Doch wer weiß, vielleicht treibt das Phänomen die konservative, männerdominierte Instanz nun doch zu ein bisschen Fortschritt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alienation</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/08/alienation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beau]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Aug 2022 10:42:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch mit Beau einen neuen Autoren auf meinTestgelände vorstellen zu dürfen. In seinem ersten Text „Alienation“ beschreibt er das Gefühl, sich als trans* Person alleine in Cis-Räumen zu bewegen. Er lässt uns an der Anspannung teilhaben, die bereits durch die Antizipation von Diskriminierung ausgelöst wird und wie wichtig daher queere Rückzugsräume sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="Body"><strong>Wir freuen uns, euch mit Beau einen neuen Autoren auf meinTestgelände vorstellen zu dürfen. In seinem ersten Text „Alienation“ beschreibt er das Gefühl, sich als trans* Person alleine in Cis-Räumen zu bewegen. Er lässt uns an der Anspannung teilhaben, die bereits durch die Antizipation von Diskriminierung ausgelöst wird und wie wichtig daher queere Rückzugsräume sind.</strong></p>
<p><span id="more-14976"></span></p>
<p>Vor kurzem war ich, relativ kurz aufeinander folgend, Gast auf zwei künstlerischen Festivals. Meine Freude über das Privileg, solche Veranstaltungen besuchen zu können – gerade in pandemischen Zeiten – trübte jedoch der Fakt, dass ich meines Wissens nach die einzige trans Person unter dutzenden bis hunderten von cis Menschen war. Im Englischen gibt es ein schönes Wort dafür: alienation. Die Übersetzung Entfremdung trifft es für mich nicht so ganz; alienation fängt das „zum Alien werden“ ein. In einem Raum voller cis Menschen war ich das Alien. Ich habe zum ersten Mal verstanden, wie dieses Gefühl einen brechen kann. Als ich mich wieder in einem Raum voller queerer Menschen aufhielt, war es wie ein Aufatmen.</p>
<p>Dabei könnte man einlenken: mir ist doch gar nichts passiert. Mir ist keine konkrete Gewalt widerfahren, niemand hat mich blöd angemacht – ich sollte doch froh sein. Tatsächlich ist es schwierig, in Worte zu fassen, was denn eigentlich das Problem ist, wenn nur das Potential von Diskriminierung in der Luft liegt, die Angst, jederzeit könnte ein beschissener Kommentar fallen, und niemand würde sich Mühe geben, mir zur Unterstützung beizuspringen. Das Wissen: wenn etwas passiert, bin ich allein. Die Fragen: tolerieren sie mich nur, weil ich ein weißer, transmaskuliner Mensch bin? Würden sie mit meinen Geschwistern, die andere Labels tragen, anders umspringen? Werden meine Arbeit und meine Aussagen anders behandelt als die von meinen cis Mitbürger*innen? Sind sie wirklich froh, dass ich da bin – oder sind sie froh, weil meine Anwesenheit ihnen beweist, wie tolerant sie selbst sind?</p>
<p>Denn gerade in linken Räumen besteht ja häufig durchaus ein Interesse, dass trans Menschen und queere Menschen mit am Tisch sitzen. Doch dieses Interesse resultiert dann nicht in konkreten Maßnahmen, die Räume für trans Menschen zugänglicher machen würden. Wie viele Orte nennen sich beispielsweise „FLINTA* Only“, begreifen „FLINTA*“ jedoch nur als „aufgeklärte“ Version des Wortes „Frauen“ und verweigern dann sowohl trans Frauen, trans femme Personen und als auch Menschen, die sie als zu butch und zu maskulin einstufen, den Zutritt? Andere wichtige Maßnahmen wären vielerorts die Schaffung von einer nicht gegenderten Toilette, die Einführung von Awareness Teams oder Diskriminierungsbeauftragen oder generell das Anbieten von Schulungen über Transphobie. Wenn es an Wissen fehlt, bestehen in unserer Zeit der Instagram-Infographik genug Möglichkeiten, sich dieses Wissen anzueignen – das Interesse muss nur da sein. Wahres Interesse, die Perspektiven von trans Menschen mit einzubeziehen, auch wenn das zusätzliche Arbeit bedeutet.</p>
<p>Und selbst, wenn man als Organisation all die Arbeit macht, ist es wichtig, ein Verständnis dafür zu entwickeln, dass es trotzdem nicht genug sein kann. Kein Ort, an dem Menschen miteinander kommunizieren, ist je perfekt, egal wie viel Anti-Diskriminierungs-Wissen in ihm steckt. Die Erkenntis der Unmöglichkeit darüber, jemals mit der Arbeit gegen Diskriminierung fertig sein zu können, sollte jedoch nicht davon abhalten, es zu versuchen. Solange ein Raum größtenteils aus nicht queeren Menschen besteht – und das sind die meisten Räume – wird es für mich eben immer einen Punkt geben, an dem ich mich wieder irgendwohin zurückziehen muss, wo ich von meiner Community umgeben bin. Ich vermute, das geht vielen queeren Menschen so.</p>
<p>Genau deswegen braucht es auch eine Vielzahl von queeren Räumen, welche die Bedürfnisse aus allen Ecken der Community erfüllen: sowohl offene, fehlerfreundliche Orte, in denen Menschen mit verschiedenen Erfahrungsschätzen miteinander in Diskurs treten können, als auch geschlossene safe spaces als Entspannungs- oder Unterstützungsangebot und Antwort auf diskriminierende Erfahrungen. Vielerorts bestehen bereits hervorragende Strukturen – queere Menschen haben sich vernetzt, ihre eigenen Räume geschaffen. Abseits von großen Städten stoßen derartige Initiativen jedoch oft auf Unverständnis von öffentlicher Seite, auf einen Mangel an geeigneten<br />
Räumlichkeiten oder an finanzieller Förderung. Zum Glück schafft das Internet inzwischen Abhilfe, auch wenn Online-Communities nicht immer ein Ersatz für konkrete Hilfe vor Ort sein können.</p>
<p>In der ebenfalls eher provinziell veranlagten Gegend, in der ich mich gerade herumtreibe, hat sich vor ein paar Monaten ein Transmännlichkeiten-Stammtisch zusammengefunden. Zeitgleich hat eine Gruppe begonnen, zweimal pro Monat ein queeres Treffen im örtlichen linken Zentrum zu organisieren. All die Bücher von trans Autor*innen, die ich gelesen habe, die Twitteraccounts, denen ich folge, die Online-Communities – all diese Ressourcen haben mir geholfen, doch sie kommen nicht an die heilende Wirkung heran, welche diese beiden regelmäßigen online oder in Präsenz stattfindenden Treffen auf mich hatten. Ich wünsche mir für alle trans Menschen, die sich des Öfteren in cis-dominierten Räumen aufhalten, solche Rückzugsmöglichkeiten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>China im Licht der Öffentlichkeit: Wir, die Guten?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/china-im-licht-der-oeffentlichkeit-wir-die-guten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mare]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Mar 2022 09:16:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[olympia]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit den olympischen und paralympischen Spielen stand China im Fokus der Öffentlichkeit. Diskutiert wurde über LGBTIQ*-Feindlichkeit und Rassismus gegen Teile der eigenen Bevölkerung. Gut so, schreibt Mare, aber kein Grund, darüber den Sexismus und Rassismus vor der eigenen Haustür zu übersehen. Genozid an den Uiguren, der vermeintliche sexuelle Missbrauch an der Tennisspielerin Peng Shuai und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit den olympischen und paralympischen Spielen stand China im Fokus der Öffentlichkeit. Diskutiert wurde über LGBTIQ*-Feindlichkeit und Rassismus gegen Teile der eigenen Bevölkerung. Gut so, schreibt Mare, aber kein Grund, darüber den Sexismus und Rassismus vor der eigenen Haustür zu übersehen.</strong></p>
<p><span id="more-14674"></span></p>
<p align="justify">Genozid an den Uiguren, der vermeintliche sexuelle Missbrauch an der Tennisspielerin Peng Shuai und generell ein fehlender Respekt gegenüber Menschenrechten &#8211; Die Olympiade in China hat die Probleme des Landes in die mediale Öffentlichkeit des sogenannten Westens gerückt. Es ist wichtig, gegen diese Probleme zu protestieren. Gleichzeitig leiden schon seit Beginn der Pandemie chinesische und chinesischstämmige Menschen unter wachsendem anti-chinesischem Rassismus. Wir dürfen in unserer Kritik an China und der dort stattgefundenen Olympiade nicht vergessen, dass die Handlungen einer Regierung nie mit den Meinungen und Handlungen einzelner Personen gleichzusetzen sind.</p>
<p align="justify">Dieser Rassismus, Dinge nur schwarz oder weiß sehen zu können, führt auch dazu, dass wir unsere eigenen Probleme herunterspielen. Ein Beispiel: Vielleicht habt ihr das Glück, weniger als ich in sozialen Netzwerken wie Twitter aktiv zu sein. Falls ihr genauso wie ich leider zu viel Zeit dort verbringt, dann kennt ihr diese Diskussion vielleicht auch. Ein neuer Disneyfilm kommt bald raus und das Marketing verkündet stolz, dass schon wieder Disney neue bahnbrechende LGBTIQ*-Repräsentation zeigen wird. Im Endeffekt heißt das, dass sich zwei Frauen für zwei Sekunden im Hintergrund küssen. „Das ist wegen China!“, werden dann Disney-Fans sagen, um das arme milliardenschwere Medienimperium vor genervten Tweets zu verteidigen. „Man kann in China sowas nicht zeigen, deshalb müssen die das so machen, damit man das einfach rausschneiden kann.“</p>
<p align="justify">Hat China ein Problem mit Homophobie? Sicherlich. Das darf man auch nicht vergessen, wenn man über diese Diskussion spricht, und viele Gegenreaktionen auf Twitter und co. schlagen über das Ziel hinaus und verleugnen die Existenz davon. Aber gleichzeitig muss man sich fragen, ob ein so einflussreiches und vermögendes Medienmonopol wie Disney nicht in der Lage wäre, mehr Rückgrat zu zeigen. Gleichzeitig hat Disney auch keine reine Weste, was die Unterstützung von LGBTIQ*-Rechten im Westen angeht.<a class="sdfootnoteanc" href="https://www.yahoo.com/lifestyle/disney-called-out-funding-hate-florida-lgbtq-youth-213725312.html?guccounter=1&amp;guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cuZ29vZ2xlLmNvbS8&amp;guce_referrer_sig=AQAAAC3ZTtoDsmKUokkJ-s_haS4s4QyI2g59j1KP5qh5dTvw8a543JgiCSwoaoiVte_dxATQ0s9hs-hWCCXuh4uCgRxgQrut957Cf78oTFfWcep3b-SfZg-GEyk3sk6aIkgI6bOdM2-gew_ayr6i_NY7pp3njjWMO_5zK7uV3b8hkvvP" name="sdfootnote1anc"><sup>1</sup></a> Wir müssen in der Lage sein können, Homophobie nicht nur als Problem „rückschrittiger“ Länder zu sehen, sonst ist das Homonationalismus<a class="sdfootnoteanc" href="https://www.meintestgelaende.de/2021/11/regenbogenflagge/" name="sdfootnote2anc"><sup>2</sup></a> und Homonationalismus ist immer auch rassistisch.</p>
<p align="justify">Natürlich wirkt das Beispiel von Twitterdiskussionen über Disney-Filme banal im Vergleich zu Themen wie Genozid, aber es zeigt ein Muster, dass sich durch unsere öffentlichen Diskussionen zieht: Wir sind die Guten, die anderen sind die Rückständigen und Probleme, mit denen sie zu kämpfen haben, gibt es bei uns nicht mehr. Die andere Seite, die gegen den Rassismus einstehen will, verleumdet dann häufig in diesen Twitter-Diskussionen die Existenz des ursprünglichen Problems. Aber das hilft natürlich auch niemandem.</p>
<p align="justify"><a name="_GoBack"></a> Die Olympischen Winterspiele 2022 sind vorbei, die Paralympics auch. Was andauern wird sind die Menschenrechtsverletzungen, unter denen die chinesische Bevölkerung zu leben hat, genauso wie der Rassismus, unter denen chinesische und chinesischstämmige Menschen zu leiden haben. Mit dem Einfall Russlands in der Ukraine gibt es ein neues Nr. 1 Nachrichtenthema, und auch wenn die internationale Solidarität mit der Ukraine gut und richtig ist, dürfen wir nicht vergessen, dass in vielen Fällen die russische Bevölkerung selbst unter ihrer Regierung leidet und Personen keine Schuld dafür haben, in Russland geboren oder russischer Abstammung zu sein.</p>
<p align="justify">Bei allem gilt: Wir müssen Nuancen erkennen können. Im Endeffekt sollten wir uns über Diskriminierung, Menschenrechtsverletzungen, Krieg und Genozid empören, weil uns Menschen wichtig sind. Dass wir dabei andere Menschen nicht mit unserem Rassismus unter den Bus werfen, ist fundamental. Und oft müssen wir als Menschen aus Westeuropa auch mal in solchen Diskussionen einen Schritt zurücktreten, um zu hören, was tatsächliche Betroffene zu sagen haben.</p>
<div id="sdfootnote1">
<p class="sdfootnote">
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kreuzweise: Checklist Gesellschaft</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/kreuzweise-checklist-gesellschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jan 2022 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Angesichts der vielen Wahlwerbespots und zahlreichen politischen Versprechungen, die den Landtags- und Bundestagswahlen im vergangenen Jahr 2021 vorausgegangen sind, wurde &#8222;Kreuzweise &#8211; der Film-Ideenwettbewerb&#8220; ins Leben gerufen. Denn die Lockrufe der Parteien stimmen nicht immer mit den Interessen junger Menschen überein. Das Motto lautete: &#8222;Macht deutlich, was euch jetzt und für die Zukunft wichtig ist!&#8220;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="brz-fw-xs-im-400 brz-fw-sm-im-400 brz-fw-lg-400 brz-ft-google brz-ff-overpass brz-fs-xs-im-24 brz-fs-sm-im-24 brz-fs-lg-23"><strong><span style="font-size: 1.14285rem;">Angesichts der vielen Wahlwerbespots und zahlreichen politischen Versprechungen, die den Landtags- und Bundestagswahlen im vergangenen Jahr 2021 vorausgegangen sind, wurde &#8222;Kreuzweise &#8211; der Film-Ideenwettbewerb&#8220; ins Leben gerufen. Denn die Lockrufe der Parteien stimmen nicht immer mit den Interessen junger Menschen überein. Das Motto lautete: &#8222;</span><span class="brz-cp-color6">Macht deutlich, was euch jetzt und für die Zukunft wichtig ist!&#8220;</span></strong></p>
<p><strong>Wir dürfen euch heute einen der Gewinner*innen-Filme präsentieren. In &#8222;Checklist Gesellschaft&#8220; macht Robin Csodo aus Halle auf die gespaltene Gesellschaft aufmerksam. Ort und Handlung: die Aufnahmeprüfung an einer Grundschule in Halle, in der die Dinge aus dem Ruder laufen. Viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-14370"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr <a href="https://kreuzweise2021.de/#Home" target="_blank" rel="noopener"><strong>weitere Infos zum Wettbewerb</strong></a> sowie die anderen Gewinner*innen-Filme.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Süß</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/suess/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Isa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jan 2022 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr, mit Isa eine weitere neue Autorin hier auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen! Isa hat das Buch &#8222;Süß&#8220; der Journalistin Ann-Kristin Tlusty gelesen und für uns besprochen. Worum es geht? Das lest ihr hier. Sanft. Süß. Zart. Diese Attribute werden Frauen nicht nur zu- und vorgeschrieben, sondern teilweise auch von ihnen selbst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr, mit Isa eine weitere neue Autorin hier auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen! Isa hat das Buch &#8222;Süß&#8220; der Journalistin Ann-Kristin Tlusty gelesen und für uns besprochen. Worum es geht? Das lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-14366"></span></p>
<p>Sanft. Süß. Zart. Diese Attribute werden Frauen nicht nur zu- und vorgeschrieben, sondern teilweise auch von ihnen selbst internalisiert. Wie kommt es, dass Frauen in Zeiten eines salonfähigen und weitverbreiteten Feminismus immer noch die Aufgabe zukommt, als Zuckerguss auf dem von Männern dominierten Alltag zu fungieren? Und wie haben sich solche zuckrigen Ansprüche an Weiblichkeit nahezu unbemerkt in feministische Ansätze eingewoben? Vor diesen Fragen nimmt die Streitschrift von Ann-Kristin Tlusty ihren Ausgang. Zudem stellt sie schon zu Beginn ihrer Schrift klar, dass sich ihr Weiblichkeitsbegriff auf alle Menschen bezieht, die sich als Frau fühlen und nicht bloß jene, die als solche geboren werden. Intelligent, nahbar und authentisch analysiert die Autorin die Sphären der sanften, sich stets selbst aufopfernden; der süßen, sexuell verfügbaren sowie der zarten, anmutig schwächlichen Frau und bettet sie in einen Kontext von Macht und Ohnmacht, ökonomischer Ungleichheit und fragwürdiger sexueller Mündigkeit ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die sanfte Frau geht vollkommen in ihrer Aufgabe als Pflegerin und Ernährerin auf, ohne sich dabei zu beschweren. Aus diesem Grund ist die sanfte Frau oftmals in Pflegeberufen anzutreffen, die ihrerseits innerhalb einer neoliberalen und kapitalistischen Gesellschaft vernachlässigt werden und unterbezahlt sind. Diese Sanftheit resultiert, so Tlusty, aus dem gesellschaftlichen Anspruch an Frauen, sich stets mütterlich und aufopfernd zu verhalten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die süße Frau wird von anderen – aber auch von sich selbst – als eben solche empfunden. Schüchtern kichert sie, wenn sich Männer auf der Tanzfläche an sie anschmiegen, obwohl sie sich dabei eigentlich alles andere als wohl fühlt. Hauptsächlich ist die süße Frau aber eines: sexuell befreit bzw. jederzeit sexuell verfügbar. Diesen Anspruch an sexuelle Offenheit um jeden Preis verortet die Autorin in den feministischen Bewegungen der 1960er Jahre und analysiert diese Sphäre vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Lebensrealität. Um als Feministin zu gelten, scheint ein offenherziger Umgang mit Sex unumgänglich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Sphäre der zarten Frau, der in dem Buch ebenfalls Beachtung geschenkt wird, begegnet man häufig in medialen Darstellungen von Weiblichkeit. Anmutig schwächlich ziert diese Frau leicht bekleidet und dementsprechend fröstelnd die bunten Seiten diverser Modemagazine. Man trifft die zarte Frau natürlich sehr oft auf Kinoleinwänden, während sie als Schönheit darauf wartet, von einem Mann aus einer brenzligen Lage gerettet zu werden (ohne dass dabei ihr Make-Up verwischt, selbstverständlich).<span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<p>In erster Linie dient dieses Buch der Auseinandersetzung mit den antifeministischen Unterdrückungsmechanismen in unserer Gesellschaft. Tlusty stellt sich aber ebenfalls vehement gegen eine Ansammlung feministischer Strömungen, die sie unter dem Namen ‚Potenzfeminismus‘ subsumiert. Unter Potenzfeminismus versteht sie all jene feministischen Strömungen, die auf verschiedensten Social Media Plattformen Konzepte wie Female Empowerment und radikale Selbstliebe propagieren und dabei außer Acht lassen, dass sich die Kämpfe des Feminismus nicht rein auf einer individuellen Ebene ausfechten lassen. Vielmehr bedarf es grundlegender, kollektiver Bemühungen, um einen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen und dem klebrigen Stigma der süßen Frau ein Ende zu setzen.</p>
<p>Eine Leseempfehlung für alle, die sich sowohl mit den zeitgenössischen feministischen Strömungen als auch mit ihren eigenen Ansprüchen an Weiblichkeit kritisch auseinandersetzen wollen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Das Buch findet ihr <a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/suess/978-3-446-27101-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ruhrgebietskinder: Emre B.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/ruhrgebietskinder-emre-b/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ruhrgebietskinder]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Dec 2021 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns riesig, denn wir dürfen sechs Filme von der Landeszentrale für politische Bildung NRW bei uns veröffentlichen &#8211; und damit ein herzliches willkommen an unsere neue Redaktionsgruppe: Ruhrgebietskinder! Heute stellen wir euch Emre vor. Er ist 22 Jahre alt, studiert Soziale Arbeit und ist dafür aus einem Dorf in Bayern nach Duisburg gezogen. In]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns riesig, denn wir dürfen sechs Filme von der Landeszentrale für politische Bildung NRW bei uns veröffentlichen &#8211; und damit ein herzliches willkommen an unsere neue Redaktionsgruppe: Ruhrgebietskinder! Heute stellen wir euch Emre vor. Er ist 22 Jahre alt, studiert Soziale Arbeit und ist dafür aus einem Dorf in Bayern nach Duisburg gezogen. In diesem Film spricht Emre über seine Erfahrungen mit Rassismus, sein Engagement im Netz und seine Leidenschaft für&#8217;s Kochen. Außerdem dürfen wir einige seiner Gedichte hören. Wir wünschen euch viel Spaß dabei, Emre besser kennenzulernen.</strong><span id="more-14356"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Das Video wurde <a href="https://www.politische-bildung.nrw.de/digitale-medien/titelverzeichnis/details/video/ruhrgebietskinder-emre-b" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a> erstveröffentlicht. (<span style="font-size: 1.14285rem;">Die auf dieser Seite herunterladbaren Videos stehen unter der </span><a style="font-size: 1.14285rem;" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener">Creative Commons-Lizenz CC-BY-ND 4.0</a><span style="font-size: 1.14285rem;">.)</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weißer Mann, wann hast du mich endlich lieb?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/weisser-mann-wann-hast-du-mich-endlich-lieb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lisa Brück]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Dec 2021 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Lisa Brück &#8211; herzlich willkommen bei meinTestgelände! Es ist ein lyrischer Text über weiße Privilegien und Rassismen, der zum Nachdenken und Reflektieren anregt.  Übrigens: Morgen, am 10. Dezember, ist der Internationale Tag der Menschenrechte.  Weißer Mann, wann hast du mich endlich lieb? Wenn sich mein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute präsentieren wir euch den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Lisa Brück &#8211; herzlich willkommen bei meinTestgelände! Es ist ein lyrischer Text über weiße Privilegien und Rassismen, der zum Nachdenken und Reflektieren anregt. </strong></p>
<p><strong>Übrigens: Morgen, am 10. Dezember, ist der Internationale Tag der Menschenrechte. </strong></p>
<p><span id="more-14352"></span></p>
<p>Weißer Mann, wann hast du mich endlich lieb?</p>
<p>Wenn sich mein Kleid noch enger an meinen Körper schmiegt, wenn ich nur lächele obwohl mir in deiner Gegenwart nicht danach zumute ist, wenn ich immer hinter statt neben dir steh, kann es sein dass du mein nicht weiß sein für einen Augenblick vergisst?</p>
<p>Wenn ich „zugebe“ gerne in der letzten Reihe zu stehen, wenn du nicht mal mehr merkst ob ich bleib oder geh, wenn ich niemals Schrei nicht mal mehr meine Stimme gegen die Deine Erheb,</p>
<p>Wenn ich meine Rechte vergesse, und für Deine leb</p>
<p>Wenn ich Beleidigungen als Koseworte interpretier, wenn ich keine Zuneigung als deine Art der Zuneigung akzeptier</p>
<p>Sag mir Weißer Mann, wenn ich mich noch ein wenig mehr Reck</p>
<p>Wenn ich mich dir noch ein bisschen entgegenstreck</p>
<p>Wenn ich nicht mehr so laut Fluch</p>
<p>Ist das dann endlich genug?</p>
<p>Wenn ich noch ein bisschen schneller Tanz</p>
<p>Wenn ich nichts besser kann</p>
<p>Wenn ich heller werde</p>
<p>wenn ich mir nicht mehr gleiche</p>
<p>und ich ein bisschen für dich sterbe?</p>
<p>Sag mir weißer Mann,</p>
<p>magst mich du die meinen lieber als Scherben?</p>
<p>Sag, kannst du mich nicht einmal annehmen, trotz deines Zornes mich abseits meiner Wurzeln zu sehen,</p>
<p>Sag mir würde es etwas ändern, wenn es das alles gibt?</p>
<p>Weißer Mann wann hast du mich endlich lieb?</p>
<p>Denn</p>
<p>Ich wollte weiß bleiben</p>
<p>Mich weiß kleiden</p>
<p>Dazugehören</p>
<p>Heißt weiß leben</p>
<p>Weiß verinnerlichen</p>
<p>Weiß einzuverleiben</p>
<p>Unbeschrieben</p>
<p>Ohne schwere</p>
<p>Wie leicht ich</p>
<p>Wie leicht</p>
<p>Mein Leben wäre</p>
<p>Wenn ich keine Farbe hätte</p>
<p>Wenn ich weiß, genug für dich wäre</p>
<p>Wenn ich ein unbeschriebenes Blatt</p>
<p>Für dich</p>
<p>Für euch werde</p>
<p>Wenn ich in meine Einzelteile zerfalle</p>
<p>Wenn ich weiß, werde</p>
<p>Und weiß für dich bleibe</p>
<p>Wenn ich mich in mir zurückziehe</p>
<p>Mich endgültig in einen Kokon verschließ</p>
<p>Wenn ich dir helfe</p>
<p>Wenn du es leicht hast</p>
<p>Wenn ich schweige</p>
<p>Worte der Anklage runterschlucke</p>
<p>Und keine Tränen mehr vergieße</p>
<p>Wenn ich keinen Raum mehr beanspruche</p>
<p>Nur einen<span class="Apple-converted-space">  </span>Platz in der Ecke wo du mich nicht sehen musst</p>
<p>Wo du mich vergessen kannst</p>
<p>Du uns nicht Rede und Antwort stehen musst</p>
<p>Sag</p>
<p>Wenn meine Schreie verklingen</p>
<p>Wenn mein Tod keine Nachricht mehr wert ist,</p>
<p>wenn keine Proteste mehr stattfinden</p>
<p>wenn alles was mich ausmacht</p>
<p>nach und nach an Kontur verliert</p>
<p>wenn ich für dich verschwinde</p>
<p>wenn ich keinen deiner Horrorgeschichten mehr entspringe</p>
<p>wenn unsere Lieder unsere Stimmen nur noch leise nachhallen und langsam verklingen</p>
<p>wenn meine Kunst nicht mehr existiert</p>
<p>ich als Kunstwerk</p>
<p>ich als Mensch nicht mehr existier</p>
<p>sag kannst du mich dann endlich akzeptieren</p>
<p>wenn ich vor dir auf die Knie geh</p>
<p>wenn ich dir keine Steine mehr in den Weg leg</p>
<p>wenn ich nicht mehr in deiner Nachbarschaft leb</p>
<p>wenn ich mich nicht mehr unter die deinen beweg</p>
<p>wenn ich mit meinen Händen nicht mehr nach deinen greife</p>
<p>wenn meine Worte keine Wege mehr weisen,</p>
<p>wenn meine Haut endlich deiner gleicht</p>
<p>und mein Schmerz</p>
<p>mein Leid</p>
<p>dass du gesammelt hast wie Briefmarken</p>
<p>Jahrhundertelang</p>
<p>Deinen Gefühlen und Regeln weicht</p>
<p>Sag mir, wenn ich zu nichts werde</p>
<p>Sind wir dann endlich eins?</p>
<p>Sag, kannst du mich nicht einmal annehmen, nicht krampfhaft versuchen meine Wurzeln nicht zu sehen,</p>
<p>Sag mir würde es etwas ändern, wenn es das alles gibt?</p>
<p>Weißer Mann warum hast du mich nicht lieb?</p>
<p>Aber ich weiß</p>
<p>Ich stelle die falschen Fragen</p>
<p>Denn Ich muss nicht sein</p>
<p>Damit du mich akzeptieren kannst</p>
<p>Wer bist du, dass du entscheidest</p>
<p>Wie ich aussehe</p>
<p>Wie mich verhalte</p>
<p>Wie ich rausgehe</p>
<p>Ob ich mich enthalte</p>
<p>Wie ich für mich einstehe</p>
<p>Ob ich zu laut bin</p>
<p>Und alles</p>
<p>Weil ich dir nicht vertraut bin</p>
<p>Nach 400 Jahren</p>
<p>Du mir misstraust</p>
<p>Von Beginn</p>
<p>Du mauerst jeden meiner Wege</p>
<p>Und behauptest dann,</p>
<p>ich habe es mir selbst verbaut</p>
<p>und wenn ich dann durch deine Hände</p>
<p>selbst wenn ich in Zelle 5 einsam sterbe</p>
<p>wird mir nicht geglaubt</p>
<p>Denn Beweise lernen dann plötzlich laufen</p>
<p>Verschwinden</p>
<p>Wenn es um dich geht</p>
<p>Aber bei mir braucht es nicht mal die</p>
<p>Um mich hinter Gitter zu bringen</p>
<p>Ich bin doch schuldig</p>
<p>Auf den Straßen</p>
<p>In den Schulen</p>
<p>An den Kassen</p>
<p>Bevor ich überhaupt ein Schritt</p>
<p>Im Gerichtssaal bin</p>
<p>Es wird immer gefragt, ob wir Waffen besitzen</p>
<p>Aber letztes Jahr im Februar</p>
<p>Konnte sich keiner erklären</p>
<p>Wie jemand anders fast 20 Jahren</p>
<p>Nicht rechtens Waffen besaß</p>
<p>Einzelfälle sagst du</p>
<p>Das wars</p>
<p>Ich werde dir nie gleichen</p>
<p>Denn ich will nicht an Substanz verlieren</p>
<p>Ich werde nie aufhören zu sein,</p>
<p>aber ich hoffe, du wirst in Zukunft aufhören meine Kindes Kinder zu attackieren</p>
<p>Ich werde reden und Worte finden, wo es dir versagt,</p>
<p>ich werde verlernen und weitergeben, dass es nicht an uns liegt oder lag</p>
<p>Denn</p>
<p>Ich sag dir, ich will mich nicht ändern, um dir zu gefallen</p>
<p>Ich hoffe, diese Worte werden in dir nachhallen</p>
<p>Sag mir, würdest du dich ändern,</p>
<p>wenn du es wärst,</p>
<p>wenn dein weiß sein schwerer wiegt?</p>
<p>Weißer Mann</p>
<p>Ich sage</p>
<p>Irgendwann wird es mir egal sein, dass du mich nicht liebst.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/04/oury-jalloh/" target="_blank" rel="noopener"><strong>In diesem beeindruckenden Poetry Slam-Text</strong></a> befassen sich Abdul und Lisa mit dem Mordfall Oury Jalloh.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen Pinkwashing und Homonationalismus:  Was mir die Regenbogenflagge immer noch bedeutet</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/regenbogenflagge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mare]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Nov 2021 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über einen neuen Text von Mare! Sie schreibt über die Regenbogenflagge. Das hat sie für meinTestgelände 2017 schon einmal getan. Was hat sich seitdem verändert? Was bedeutet es, dass wir die Regenbogenflagge immer häufiger sehen, dass sich Unternehmen, Produkte, Organisationen und ganze Staaten damit schmücken? Ist die Welt dadurch ein sicherer, ein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über einen neuen Text von Mare! Sie schreibt über die Regenbogenflagge. Das hat sie für meinTestgelände 2017 <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/remembering-orlando-was-mir-die-regenbogenflagge-bedeutet/" target="_blank" rel="noopener">schon einmal getan</a>. Was hat sich seitdem verändert? Was bedeutet es, dass wir die Regenbogenflagge immer häufiger sehen, dass sich Unternehmen, Produkte, Organisationen und ganze Staaten damit schmücken? Ist die Welt dadurch ein sicherer, ein besserer Ort für LGBTQIA+-Personen geworden? Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-14313"></span></p>
<p>Es ist der 23. Juni 2021. Die deutsche Nationalmannschaft spielt gegen Ungarn in der Münchener Allianzarena. Aus Protest gegen die queerfeindliche Politik Orbáns und aus Trotz gegen die Entscheidung der UEFA, das Münchener Fußballstadion nicht in Regenbogenfahnen erstrahlen zu lassen, zeigen sich viele deutsche Städte solidarisch und wehen Regenbogenflaggen. Auch Social Media wird geflutet von regenbogenfarbenen Profilbildern und Posts. Mit dabei: Die UEFA selbst.</p>
<p>Vor vier Jahren schrieb ich bereits einen Beitrag auf meinTestgelände zu der Regenbogenflagge. Ich schrieb damals, dass sie vor allem eine Sache für mich bedeutet:</p>
<p>„Stolz. Stolz auf uns. Stolz auf den Mut, man selbst zu sein. Stolz auf die Menschen, die trotz aller Widerstände Rechte und Räume erkämpft haben. Stolz, dass wir einen Ort haben, an dem wir weinen können, uns gegenseitig halten können und dass dabei eine Flagge auf unserer Schulter liegt, die keinem Staat gehört, sondern uns.“</p>
<p>Diesen Beitrag hatte ich damals zum Jahrestag des Anschlages auf den queeren Nachtclub <i>Pulse </i>in Orlando geschrieben. Es war ein Ereignis, das mich und viele um mich herum zutiefst erschütterte. Viel hat sich seitdem verändert, in der Welt und in meinen Einstellungen. Einige Sachen zum Positiven, einige zum Negativen und einige Sachen, die ich noch nicht einordnen kann.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Pinkwashing“ ist in den letzten Jahren ein Begriff geworden, der immer mehr auf Social Media und unter Aktivist*innen herumgeistert. Laut Wikipedia bedeutet das Wort „Strategien, die durch das Vorgeben einer Identifizierung mit der LGBT-Bewegung bestimmte Produkte, Personen, Organisationen oder Staaten bewerben, um dadurch modern, fortschrittlich und tolerant zu wirken.“</p>
<p>Immer öfter höre ich diese Kritik: Firmen wollen nur unser Geld und zeigen deshalb die Regenbogenflagge, aber zeitgleich unterstützen sie homophobe Regierungen, wenn es für sie profitabel ist. Das Beispiel der UEFA ist dafür sehr anschaulich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ein anderes Wort ist vor allem im Zuge des Ungarn-Deutschland-Spiels auch häufiger gefallen: Homonationalismus. Vereinfacht gesagt bezeichnet dieser Begriff eine Kombination aus Nationalstolz und pro-queeren Einstellungen. Einige Beispiele, die ich in den Tagen vor besagtem Länderspiel selber gesehen habe:<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Politiker*innen, die noch ein paar Wochen vorher gegen das Selbstbestimmungsgesetz für trans* Menschen gestimmt haben, aber sich selber auf die Schulter klopfen „weil sich Deutschland so offen und fortschrittlich zeigt!“</p>
<p>Leute, die sagen, wie toll doch Deutschland ist und ungarischen Personen Gewalt wünschen für die Taten ihrer Regierung, ohne dabei zu bedenken, dass es die (queeren) Menschen in Ungarn sind, die am meisten unter seiner Politik leiden.</p>
<p>Frontex, die Europäische Agentur für die Grenz- und Küstenwache, die maßgeblich an der Abschottung der „Festung Europas“ arbeitet und zum Massensterben im Mittelmeer beiträgt, veröffentlicht einen Post in Regenbogenfarben. Das zähle ich auch dazu, denn europäischer Patriotismus gehört genauso auf die Liste hier.</p>
<p>Hat sich also die Regenbogenflagge verkauft und ist, wie einige behaupten, nur noch ein Werbe- und Propagandamittel? Die Sache ist kompliziert.</p>
<p>Genauso wie sich Leute über diese Entwicklung beschweren, gibt es auch Menschen, denen es schwerfällt, Pinkwashing als ein Problem zu sehen. Ein Tweet ist mir dabei vor allem in Gedächtnis geblieben. „In meinem Land wird man verprügelt, wenn man eine Regenbogenflagge vom Balkon hängen lässt, und Europäer beschweren sich, wenn Unternehmen Regenbogenflaggen benutzen? Wisst ihr, wie viel ich dafür geben würde, in so einem Land zu leben?“</p>
<p>Außerdem ist es einfach, auszublenden, was für Prozesse in den Unternehmen an sich stattfinden. Oft sind es Mitarbeitende, die selber queer sind, die von innen heraus versuchen, positive Veränderungen zu bewirken. Natürlich ist Doppelmoral und heuchlerisches Verhalten von Unternehmen und Staaten zu kritisieren, aber dass queere Menschen überhaupt als Zielgruppe für Marketing und Propaganda gesehen werden, ist, so paradox es auch scheinen mag, ein immenser Fortschritt. Wir als queere Community dürfen nicht vergessen, wie weit wir eigentlich in den letzten Jahren gekommen sind und wie sehr wir noch vor einigen Jahren an den sozialen Rand gedrängt wurden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Im Endeffekt sehe ich die Dinge so: Queer sein ist für mich nicht primär eine Identität, sondern eine politische Forderung, und die queere Community ist für mich vor allem eine politische Gemeinschaft. Das klingt vielleicht im ersten Moment merkwürdig, aber was ich damit meine ist, dass wir in unserer jetzigen Welt, die noch voller Hass, Verfolgung und Diskriminierung gegen queere Menschen ist, vor allem zusammenkommen, weil wir Forderungen an die Gesellschaft und die Politik haben, die wir noch nicht erfüllt sehen. In einer Welt komplett ohne Queerfeindlichkeit gäbe es vielleicht noch Labels wie „lesbisch“ oder „nicht-binär“, aber würden wir wirklich eine Community brauchen?</p>
<p>Die Regenbogenflagge ist für mich also eine politische Flagge, die mit politischen Forderungen verbunden ist. Eine Flagge, wie ich schon 2017 schrieb, „die keinem Staat gehört, sondern uns“. Aber was bedeutet sie jetzt? Für mich steht sie dafür, dass Menschen ein Recht darauf besitzen, frei von Diskriminierung leben und lieben zu dürfen, wie sie möchten. Das bedeutet für mich, dass jeder Mensch ein Anrecht darauf besitzt, dass seine*ihre Menschenrechte geachtet werden, und dazu gehört, dass Geschlechtsidentität und Sexualität frei ausgelebt werden dürfen.</p>
<p>Klingt erstmal ganz nett. Jetzt kommt aber der Haken: Wenn die Regenbogenflagge eine politische Flagge ist, dann heißt das, dass sie keine feste Bedeutung hat, sondern ihre Bedeutung in gesellschaftlichen Prozessen immer neu ausgehandelt wird. Ein Beispiel: Wofür steht Deutschland? Wofür sollte Deutschland stehen? Je nach politischer Einstellung kriegt man auf diese Frage unterschiedliche Antworten, und wofür im Endeffekt die Deutschlandfahne steht, ist kein festes Ergebnis, sondern verändert sich auch danach, wie genau die Diskussion darum in einem spezifischen Moment aussieht, und wen man fragt. Für die Regenbogenfahne also heißt das, dass die eigentlich wichtige Frage ist: Was will ich, wofür die Regenbogenflagge steht, und wie setze ich das um? Das ist eine offene Frage, auf die ich auch kein abschließendes Ergebnis präsentieren kann, sondern nur meine eigene Meinung.</p>
<p>Zusammenfassend also: Wenn wir Pinkwashing und Homonationalismus kritisieren, dürfen wir nicht vergessen, dass die bloße Existenz dieser Phänomene ein Zeichen dafür ist, wie weit wir als Bewegung schon gekommen sind. Gleichzeitig müssen wir uns aber auch laut in unseren Taten und Worten dafür einsetzen, dass die Regenbogenflagge eine Bedeutung besitzt, die es wert ist zu unterstützen, und nicht von Bewegungen vereinnahmt wird, die versuchen, ihre Bedeutung zu verändern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Für mich persönlich heißt die Flagge: Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde und Freiheit, nicht nur unabhängig von der Sexualität und Geschlechtsidentität, sondern auch von Herkunft, Hautfarbe, Religion und sozialer Herkunft. Und das versuche ich nicht zu vergessen, wenn ich die Regenbogenflagge wehen lasse.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Queer, queer, queer: <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/queer/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier entlang!</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nackt im Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/nackt-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Nov 2021 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[10 cm – zu viel oder zu wenig? Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser: Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>10 cm – zu viel oder zu wenig?<span class="Apple-converted-space"> Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser</span></b><strong><span class="Apple-converted-space">: </span><i>Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen wurden. Neben der geringeren Anzahl an Tagen sowie an Sportarten waren auch deutlich weniger Klamotten angesagt. Denn: die Athleten traten nackt an. Trotz Kleidung in den Stadien heute sind manche Regelwerke mit entsprechenden Maximalwerten an Stoffmaßen fragwürdig und stehen in scheinbarem Zwiespalt zwischen sportlicher Funktionalität, Attraktivität für die Zuschauer*innen und dem Wohlfühlen der Athlet*innen. Ein Beitrag über Selbstbestimmung des Outfits im Sport.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></strong></p>
<p><span id="more-14305"></span></p>
<p>„Die folgende Abbildung zeigt, welche Körperbereiche zwingend verdeckt sein müssen“. Ich blättere auf die nächste Seite des Regelwerk Rock’n’Roll. Über mehrere Abschnitte erstreckt sich die umfassende Kleiderordnung für den Wettkampfsport. Welche Körperteile müssen bei welchem Geschlecht wie bedeckt sein, welche Farben sind für das Make-Up erlaubt? Und auf welche Stellen in meinem Gesicht darf ich Glitzersteine platzieren? Minutiös aufgeschlüsselt sind die Vorgaben. Etwas zu kompliziert, wie ich auf den ersten Blick empfinde – aber: bei weitem besser als das, was sich in anderen Schriftstücken findet. So beispielsweise im Beach-Handball: „Die Shorts, sofern sie nicht zu lässig geschnitten sind, können länger sein, aber nicht länger als 10 cm über dem Knie. Spielerinnen müssen Bikinihosen tragen, die der angehängten Abbildung entsprechen. Sie müssen körperbetont geschnitten sein, mit einem hohen Beinausschnitt. Die Seitenbreite darf höchstens 10 cm betragen“ heißt es dort. Eine Maximalbreite bei meiner Tanzkleidung kann ich glücklicherweise nicht finden – auch den Mitspielerinnen des norwegischen Teams wäre dies wohl lieber gewesen. Bei der EM in Bulgarien drohte ihnen die Disqualifikation, weil sie genau diesen Abschnitt des Regelwerks bewusst nicht einhielten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Handball ist hierbei leider keine erschütternde Ausnahme. Frauen mussten lange Zeit im Bikini antreten, seit 2004 bestand die offizielle Regelung, dass die Hosen der Frauen an der Seite eine Breite von sieben Zentimetern nicht überschreiten durften. Eine traurige Unterbietung der Regularien im Beach-Handball. Bei den männlichen Spielern hingegen waren die Hosen im selben Jahr knielang.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Früher hingegen gestaltete sich die Situation in den Sportstätten anders – nämlich allseits mit noch mehr unbedeckter Haut. Und tatsächlich war auch hierfür einmal wieder eine Frau verantwortlich. Ähnlich wie schon Eva Schuld auf sich lud, so war es einige Jahrtausende später eine sich entblößende Dame, die dafür sorgte, dass Nacktheit im wettkampflichen Sport zu einem Normalum wurde. Der Begriff Gymnastik basiert auf gymnos was so viel wie nackt bedeutet. Der wenige Stoff sollte unter anderem ein unnötiges Mehr an Schweiß vermeiden. Dass auch die Trainer keine Kleidung tragen durften, liegt jedoch an einer männlich verkleideten Trainerin. Scheinbar schlich sie sich im Jahr 404 v. Chr. als anfeuernde Mutter zu den 94. Olympischen Spielen. Als ihr Sohn gewann, riss sie sich vor lauter Ergriffenheit die Kleidung vom Leib. Um zukünftige ungebetene weibliche Gäste zu vermeiden, bestand die Folge in der Auferlegung eines Nacktheitzwangs. Was wohl die Zuschauer*innen sagen würden, wenn auch sie maximal mit zehn-Zentimeter Höschen begleitet sein dürften? Warum denn nicht, wenn die Voyeure ohnehin mehr an den Körpern als an den sportlichen Leistungen interessiert zu sein scheinen: <a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1300/J057v13n01_04">Wie eine Studie von sechs Beachvolleyballbegegnungen bei den Olympischen Spielen 2004 ergab</a>, zeigten 20 Prozent der Bilder die Brüste der Athletinnen, 17 Prozent ihren Po. Brüste und Po fungieren dabei wohl besonders unbedeckt als Zuschauermagnet.</p>
<p>In diesem Jahr war die Bandbreite der Outfits bei den Olympischen sowie Paraolympischen Spielen recht groß. Während einige Outfits sehr an die antike Kleidungsfreiheit grenzen, betonen andere Sportlerinnen, dass sie sich mit mehr Bedeckung wohler fühlen. Besonders bezeichnend – die Gymnastinnen ganz widersprüchlich zum „nackten“ Wortursprung. &#8222;Schönes Turnen hat nichts damit zu tun, dass man das auch geil findet&#8220;. Unter diesem Motto trat Elisabeth Seitz gemeinsam mit ihren Kolleginnen in Tokio an. Die Unitards des Nationalteams sind zweckmäßig für den Sport eng anliegend, aber eben auch ganzkörperbedeckend. Mut zur Bekleidung nach Lust und Laune unterstreicht die deutsche Rekordmeisterin. Spaß am Sport soll genauso wenig von einer Minimalbekleidung abhängen wie Spaß am Sportschauen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht nur Berühmtheiten aus dem Sport setzen sich für die Selbstbestimmung der Kleiderwahl ein. Die Sängerin Pink beispielsweise kritisierte die Strafe des Hanballfrauenteams, die ihnen letztendlich anstelle der Qualifikation auferlegt wurde, öffentlich und bot an, die Summe zu übernehmen. Positiv ist zumindest die Debatte, die dadurch verstärkt wurde. Besonders entscheidend ist dabei, den Kontext nicht aus den Augen zu verlieren. Das fundamentale Problem liegt schließlich in den Entscheidungsstrukturen solcher Bestimmungen:<span class="Apple-converted-space">  </span>Häufig bestimmen nicht die Athletinnen oder Athleten, sondern Aufsichtsräte der jeweiligen Sportverbände. Diese wiederum sind zu großen Teilen männlich besetzt – und rechtfertigen sich mit dem Argument der Einschaltquoten. Würden die Frauen auf den Bildschirmen unattraktiver aussehen – was scheinbar durch eine jugendfreiere Klamotte bedingt würde – müsste man sich auch nicht beschweren, dass dem Frauensport medial geringe Aufmerksamkeit zukommt. Bessere Sendezeiten anstelle der Etablierung von Stripkluboutfits fällt ihnen als Maßnahme wohl nicht ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders problematisch ist die Debatte im Kontext des Sexismus‘ sowie sexuellen Missbrauchs im Sport. Enthüllungen über Unrechtmäßigkeiten gegenüber Sportlerinnen, wie sie in der Dokumentation Athlete A dargestellt sind, gehören leider keiner Seltenheit an. Egal also ob hinter oder vor den Kulissen – Sportlerinnen werden zu selten in ihrer Leistungsfähigkeit bewertet und zu sehr als Schönheiten und Sexobjekte wahrgenommen. Aber nicht nur die Geschlechterdebatte ist im Sport prominent – Entscheidungsgremien sind eben nicht nur vorwiegend männlich, sondern auch weiß und alt. So durfte beispielsweise die Schwimmerin Alice Dearing nicht eine extra an ihre Afro-Haare angepasste Schwimmkappe tragen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Letztendlich bleibt zu hoffen, dass Initiativen wie die Unitards in diesem Jahr bei Olympia Wirkung entfalten und absurde Vorstöße wie die 2012 eingebachte Idee, Boxerinnen zwangsweise mit Röcken statt Shorts in den olympischen Ring zu schicken, Geschichte bleiben. Das wichtigste: Spaß an einem gefahrenfrei ausgeführten Sport haben. Und als Zuschauer*in? Die Leistung der Sportler*innen und nicht deren äußerliches Erscheinungsbild bewerten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Klickt euch für weitere Beiträge unbedingt mal rüber zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Liliths Autorinnenprofil</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Erleben Jungen Sexismus?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/erleben-jungen-sexismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch heute einen weiteren Text aus den Einsendungen zum Jungen*-Schreibwettbewerb zu präsentieren. Ismail Rahals Beitrag &#8222;Erleben Jungen Sexismus?&#8220; hat uns total überzeugt, räumt er darin doch mit so manchen Vorurteilen auf und hat außerdem noch Lösungsvorschläge parat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Sexismus ist eine Art von Diskriminierung auf Basis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, euch heute einen weiteren Text aus den Einsendungen zum Jungen*-Schreibwettbewerb zu präsentieren. Ismail Rahals Beitrag &#8222;Erleben Jungen Sexismus?&#8220; hat uns total überzeugt, räumt er darin doch mit so manchen Vorurteilen auf und hat außerdem noch Lösungsvorschläge parat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-14297"></span></p>
<p>Sexismus ist eine Art von Diskriminierung auf Basis des Geschlechts. In der heutigen Gesellschaft werden größtenteils Frauen, jedoch auch ein gewisser Prozentsatz an Männern Opfer dieser Form von Diskriminierung. Es gibt beispielsweise soziale (Grundschullehrer, Kindergärtner) oder kosmetische (Make-up-artist) Berufe, in denen Männer unterrepräsentiert sind. Aussagen wie „Männer können doch gar nicht mit Kindern umgehen.“ oder „Für Männer gehört es sich nicht, sich mit kosmetischen Themen zu beschäftigen!“ zeigen, dass Sexismus auch Männer trifft.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich persönlich habe schon mehrmals Situationen erlebt, die von Sexismus geprägt sind. In meiner Kindheit wurde oft zu mir gesagt, dass ein Junge nicht weinen soll, wenn er sich verletzt hat, weil er ein Junge ist und stark sein muss. In meiner Jugend habe ich einmal beim Filmschauen mit meinen Freunden bei einer traurigen Szene geweint. Daraufhin haben mich meine Freunde ausgelacht und meinten, dass ich ein Mädchen sei, wenn ich weine. Ich habe mich durch diese Situationen immer unter Druck gesetzt gefühlt, Dinge zu unterlassen, nur weil ich ein Junge bin. In ähnlichen Situationen habe ich deshalb gezwungenermaßen meine Gefühle unterdrückt und versucht nicht zu weinen, damit ich als stark wahrgenommen und nicht ausgelacht wurde.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auch in der Kommunikation mit meinem eher konservativ denkenden Vater habe ich öfter zu hören bekommen, dass ich einer Frau meine Gefühle nicht zeigen soll. Dies begründete er damit, dass sonst die Gefahr besteht, dass die Frau die Kontrolle über den Mann gewinnt und ihn ausnutzen könnte. Durch meine jetzige Beziehung habe ich jedoch gelernt, dass es sehr wichtig ist, seiner Partnerin Emotionen zu zeigen, weil man ohne diese viele schöne Gefühle verpasst.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nun möchte ich eine letzte Erfahrung schildern, und zwar, welche Rolle ich in dem Leben meiner Familie einnehmen soll: Weil ich der Junge/große Bruder bin, wurde ich durch die Art der Erziehung indirekt von meinen Eltern gezwungen, mich um meine Schwester zu kümmern und sie zu beschützen. Zudem sollte ich der „Boss“ sein und Dinge wie beispielsweise den Kleidungsstil oder den Freundinnenkreis meiner Schwester für sie entscheiden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Da Sexismus in der heutigen Gesellschaft ein großes Problem darstellt, stellt sich die Frage, wie eine sexismusfreie Gesellschaft erreicht werden kann. Ich denke, dass man dafür vor allem die jüngeren Generationen in Betracht ziehen muss. Schon im Kindergarten können stereotype Geschlechterrollen vermieden werden. Beispielsweise sollte thematisiert werden, dass Jungen und Mädchen mit jedem Spielzeug spielen können, da so die Entwicklung von Geschlechterrollen, die die Basis für Sexismus darstellen, unterbrochen werden kann. Social media hat heutzutage einen großen Einfluss auf die Gesellschaft, sodass man diesen Vorteil nutzen kann, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Beispielsweise könnten Kampagnen, die Geschlechterrollen bewusst aufbrechen, als Werbung auf Instagram geschaltet werden, sodass alle Nutzer*innen erreicht werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zudem helfen in den Schulen Projektwochen oder Werbung für außerschulische Projekte, um die Schüler*innen an das Thema Sexismus heranzuführen. Beispielsweise habe ich mich durch das Projekt „Heroes“ viel mehr und intensiver mit Sexismus auseinandergesetzt. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Insgesamt kann ich also aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass auch Männer von Sexismus betroffen sind. Häufig wurde von mir erwartet, dass ich mich beispielsweise nicht verletzlich, sondern stark zeige, weil ich ein Mann bin. Um eine sexismusfreie Gesellschaft zu erreichen, dauert es sicher noch einige Zeit, da es noch vieler Veränderungen bedarf. Jedoch könnte man den Prozess hin zu einer sexismusfreien Gesellschaft starten, indem man zunächst jüngere Generationen an das kritische Hinterfragen von Geschlechterrollen mithilfe von Kampagnen und Projekten heranführt. Diese Adressatengruppe bildet nämlich die zukünftige Gesellschaft.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Der Gewinner-Text des Wettbewerbs</strong></a> stammt aus der Feder von Nico Herrmann und trägt den Titel &#8222;Verzerrte Sicht&#8220;.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Coming Out – Das bin ich</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/coming-out-das-bin-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna-Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Nov 2021 07:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13593</guid>

					<description><![CDATA[Heute vor genau einem Monat, nämlich am 11.10., war der Internationale Coming Out Day. Passend zu diesem Anlass präsentieren wir euch mit Freude den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Johanna-Maria. Sie hat sich den MDR DOK Film »Coming Out« angesehen, beschreibt im Text ihre Eindrücke aus dem Film und stellt spannende und schockierende Bezüge zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute vor genau einem Monat, nämlich am 11.10., war der Internationale Coming Out Day. Passend zu diesem Anlass präsentieren wir euch mit Freude den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Johanna-Maria. Sie hat sich den MDR DOK Film »Coming Out« angesehen, beschreibt im Text ihre Eindrücke aus dem Film und stellt spannende und schockierende Bezüge zu ihrem Alltag her, dem einer jungen Frau der Generation Z.      </strong></p>
<p><strong><span id="more-13593"></span></strong></p>
<p>Für gewöhnlich schaue ich selten Filme. Gerade solche, die Geschlechterklischees vertiefen, keine objektive Berichterstattung vorlegen können, oder schlicht und ergreifend keinen Mehrwert in Form einer ,,Message“ liefern, sind für mich uninteressant. Fast habe ich meinen Glauben in die Filmbranche verloren, da fiel mir der Film &#8222;Coming Out“ auf dem YouTube Kanal MDR DOK in die Hände. Thematisiert werden hier die Outings unterschiedlichster junger Menschen. Während wir einige hautnah und unzensiert bei ihrem Gespräch mit Eltern/Verwandten/Freund*innen verfolgen dürfen, legen andere ihren Weg der Selbstfindung und des ,,Andersseins“ dar. Die Reaktionen der Umstehenden: Teils liebevoll, wissend, akzeptierend bis hin zu erschütternden, menschenverachtenden und hasserfüllten Aussagen.</p>
<p>Der Film hat mich deshalb sehr emotional mitgenommen. Reale und oftmals erdrückende Videosequenzen. Eine klare Empfehlung also, denn einen so ungefilterten Einblick erfährt man selten, dazu später mehr.</p>
<p>Diese Filmentdeckung möchte ich mit Verweis auf den Coming Out Day (11. Oktober) 2021 zelebrieren. Als Erinnerung daran, dass wir nicht allein sind. Mein Appell: Seid stolz auf euch, ihr seid wundervoll! Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen meiner kleinen Stellungnahme.</p>
<p>Vor Kurzem wurde ich in der Schule in ein interessantes Gespräch verwickelt. Es ging um die Beinbehaarung bei Frauen*. Als Mädchen wurde ich hinzugezogen und nach meinen Erfahrungen gefragt. Es stellte sich heraus, dass die Mehrheit der in das Gespräch verwickelten (pubertierenden) Jungen dachte, Frauen* hätten keine Beinhaare und waren über die Widerlegung entsprechend schockiert. Weiter schien kein Verständnis dafür zu bestehen, dass nicht jede Frau* die Pille als Verhütungsmethode verwenden möchte. Die Nebenwirkungen seien verkraftbar und die Verweigerung ihrer Verwendung unverständlich, hieß es. Auf die Spitze wurde das Gespräch dadurch getrieben, dass mir einige Mitschüler*innen erklärten, dass sie nie Sexualkunde in der Schule gehabt hätten und von ihren Eltern nicht aufgeklärt worden wären. Schlussfolgend bleibt diesen Jugendlichen also nur die Aufklärung durch Funk und Fernsehen, worin eine große Gefahr besteht. Anders als im oben erwähnten Video führen erste Nachforschungen zu Geschlechtsidentitäten, Sexualität, Gender und der Selbstfindung aber zumeist zu eintönigen und falschen Quellen, eben dem &#8222;bereits bekannten&#8222;. Allein durch Recherchieren gelangt man durch Werbeanzeigen auf pornographisches Material, fake News, Hass, Pauschalisierungen. Das muss gar nicht offensichtlich geschehen. Oft reicht ein Klick auf die Überschrift ,,Bilder“ oder (Werbe-)Anzeigen, schon sieht man Bilder, die sexistischen Hintergrunds sind und in jungen Jahren negativ prägen; sie schaffen ein Weltbild, das als Norm dargestellt und Minderheiten ausschließen wird. Dass wir uns mit dem übermäßigen Konsum dieser Videos, Bilder und Texte keinen Gefallen tun, ist oft nicht präsent, doch dass Deutschland Weltmeister im &#8222;Porno-Gucken&#8222;** ist, ist nichts, auf das man stolz sein sollte – und birgt eine riesige Gefahr. 11 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Erstkonsument*innen von Pornos** und es wird ein surreales Bild von Liebe und Sex geschaffen – um nur einen Aspekt aufzugreifen. Und wieder einmal stelle ich unter Menschen fest, dass wir häufiger Diskurse führen und vor allem zuhören müssen. Das ausschweifende, aber dennoch erkenntnisreiche Gespräch im Schulgebäude wurde beendet und wir gingen befreit und erkenntnisreich auseinander. Es muss sich noch einiges ändern, insbesondere bei der medialen Darstellung.<br />
Wieso dieser Exkurs?</p>
<p>Für eine ach so aufgeklärte und reife Generation Z ist das ziemlich erschreckend und dennoch Alltag. Nie hatten wir einen dermaßen unbegrenzten Zugriff auf Informationen durch das Internet. Leider bewirkt das nicht, dass wir auch wirklich informierter durchs Leben gehen, sondern online die Aspekte aufgreifen, die uns am besten gefallen und unsere Meinung, auch Algorithmen bedingt, unterstreichen. Es beginnt bei der kaum geförderten Diskussionskultur und wird dadurch fortgeführt, dass wir verlernt haben, andere Meinungen auszuhalten und zu argumentieren. Erst seit dem 01.10.2017 gilt die Ehe für alle und wir haben es trotzdem nicht vollbracht, über Geschlechtervielfalt und Gleichberechtigung zu sprechen, ohne dass eine der Fronten resigniert das Handtuch wirft. Haben noch immer keinen (Sexualkunde)Unterricht, bei dem Heterosexualität nicht die Norm darstellt. Stattdessen wird geschwiegen, ignoriert und gehofft, alles regele sich von allein. Wir definieren uns über Mode, denn bereits jede*r zweite*r Deutsche legt Wert auf Marken.*** Dabei ist Individualität so wundervoll und wichtig. Hierzu möchte ich mich auf das Video ,,Coming Out“ beziehen, denn es spiegelt bei genauerem Hinsehen genau diese Probleme wider. Immer wieder beteuern die Eltern darin, sie hätten gewusst, dass ihr Kind bereits in jungem Alter diese Wahl getroffen hätte. Gesagt haben sie ihren Liebsten davon aber nichts, von ihrer stillen Vermutung über die Sexualität und das Leben ihrer Kinder. Die Kinder/Jugendlichen betonen während ihrer Gespräche immer und immer, dass sie keine Wahl getroffen hätten, dass es falsch sei, das zu behaupten und fragen, wann denn sie [ihre Eltern] entschieden hätten, heterosexuell zu sein. Diese Aussage wird auf der anderen Seite ignoriert. So wird der Diskurs fortgeführt und übrig bleiben Wut, Frust und Verletztheit, weil man trotz eines 30-minütigen Gesprächs aneinander vorbeigeredet hat. Weil man sich jemandem anvertraut hat und statt Akzeptanz Meinungen erfährt. Ein Coming Out sollte nicht bewertet werden. Niemand hat das Recht dazu, jemanden in Bezug auf seine Sexualität und Identifikation abzuwerten und zu kategorisieren. Es ist essenziell, den Unterschied zwischen Meinung und Hass zu kennen. Es ist doch in Ordnung, nicht jede*n zu mögen, aber dann halte lieber Abstand, statt zu hassen und zu hetzen. Nicht alles, was gedacht wird, muss auch ausgesprochen werden, denn wir wissen nicht, wir es auf unser Gegenüber wirken wird.</p>
<p>Wir werden bereits bei unserer Geburt einem Geschlecht und einem Namen zugeordnet, beides wird auf Akten hinterlegt. Wir werden irgendwo reingepresst, dabei hat jede*r andere Wünsche, Normen, Gedanken und Probleme im Leben. Jede*r, der/die sich outet ist normal, ist liebenswert. Denn Homosexualität ist verdammt nochmal keine Krankheit. Wer ,,Schwuchtel“ als Schimpfwort verwendet ist ignorant und versucht auf den Kosten anderer inneren Druck zu kompensieren…</p>
<p>Es liegt nicht an Euch. Das dürft ihr niemals vergessen und deshalb steht zu dem, was ihr seid. Das kann euch keiner nehmen. Ein Outing kann sehr befreiend sein, aber man sollte sich bereit fühlen. Der richtige Moment wird kommen, wenn das erstmal nicht der Fall ist, ist das auch okay! Und wenn es dann doch nicht so läuft wie geplant: Langsam rantasten und sich Menschen suchen, die einem gut tun. Dieser Rückhalt ist unglaublich wichtig. Es sollte möglich sein, so zu leben wie man es möchte, wenn niemandem Schaden zugefügt wird. Und das ist hier absolut nicht der Fall. Befreit euch und lebt 🙂 Und ja, auch ich gehöre dieser Community an und das hier ist mein Outing: Ich bin bisexuell und glücklich damit.<br />
Hab(t) Euch lieb.</p>
<p>*Frau meint hier das biologische Geschlecht<br />
** <a href="https://www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken" target="_blank" rel="noopener">https://www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken</a><br />
*** <a href="https://de.statista.com/infografik/25869/befragte-die-bei-kleidung-und-schuhen-besonders-aufmarken-achten/" target="_blank" rel="noopener">https://de.statista.com/infografik/25869/befragte-die-bei-kleidung-und-schuhen-besonders-aufmarken-achten/</a></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Du möchtest dich gern mit Erfahrungsberichten zu Coming Outs beschäftigen? Eine kurze Reportage dazu von BR Puls gibt&#8217;s <a href="https://www.youtube.com/watch?v=iUlN9gNKaVQ">hier</a></strong></li>
</ul>
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		<title>Die blutige Wahrheit &#8211; Warum Menstruationshygieneartikel kostenfrei sein sollten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/die-blutige-wahrheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aurum]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Nov 2021 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Menstruation]]></category>
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					<description><![CDATA[Ob nun Binden, Tampons, Menstruationstassen oder -schwämmchen: Menstruationsprodukte kosten Geld. Und zwar gar nicht mal so wenig. Das ist ein Problem, insbesondere für von Armut betroffene Menschen. In Schottland sorgt inzwischen ein Gesetz dafür, dass Hygieneprodukte kostenfrei erhältlich sind. Die Reaktionen auf diese Entscheidung und vor allem die erboste Kritik daran &#8211; zumeist von cis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ob nun Binden, Tampons, Menstruationstassen oder -schwämmchen: Menstruationsprodukte kosten Geld. Und zwar gar nicht mal so wenig. Das ist ein Problem, insbesondere für von Armut betroffene Menschen. In Schottland sorgt inzwischen ein Gesetz dafür, dass Hygieneprodukte kostenfrei erhältlich sind. Die Reaktionen auf diese Entscheidung und vor allem die erboste Kritik daran &#8211; zumeist von cis Männern &#8211; in den sozialen Medien hat unsere Autorin Amelie in ihrem neuen Text für euch auseinander genommen. </strong><span id="more-14292"></span></p>
<p><b>Das Gesetz</b></p>
<p>Am 24. November 2020 hat das schottische Parlament ein Gesetz erlassen, welches in Zukunft kostenfreie Binden und Tampons bereitstellt. „Ich bin stolz darauf, für diese bahnbrechende Gesetzgebung gestimmt zu haben, die Schottland zum ersten Land der Welt macht, das kostenlose Menstruationsprodukte allen zur Verfügung stellt, die sie brauchen.“ Das äußerte die schottische Ministerpräsident Nicola Sturgeon, am Tag der Abstimmung. Das Gesetz sieht in Zukunft vor, dass an öﬀentlichen Orten wie etwa Gemeindezentren, Jugendclubs oder Apotheken Tampons und Binden kostenlos erhältlich sein sollen. Ein solches Gesetz ist bisher einmalig auf der Welt.</p>
<p><b>“Also ich bin der Meinung”</b></p>
<p>Vor allem davon ausgelöst, wurde in den sozialen Medien ein ausgiebiger Diskurs über kostenfreie Menstruationshygieneartikel freigetreten. Ob Facebook-Posts, Tweets oder Instagram-Kommentare, die vorherrschenden Gedanken schienen überall gleich und die Bildung von zwei Fronten war zu beobachten: Unterstützer*innen und Gegner*innen gerieten aneinander. In der zweiten Gruppierung ist dabei eine erstaunlich hohe Anzahl an cis-Männern zu finden, welche Kommentare wie <i>„Wenn Frauen jetzt das kriegen, möchten wir als Männer aber auch kostenfreie Rasierer und Taschentücher.“</i>, <i>“Also ich finde irgendwo ist auch mal Schluss. Es kann nicht alles kostenlos geben. Was kommt als nächstes, kostenloses Toilettenpapier?“</i> oder <i>„Das ist doch nur so ne feministische Scheiße, gebt lieber obdachlosen Menschen Essen. Das brauchen nämlich alle.“</i> hinterlassen haben.</p>
<p><b>Periodenarmut</b></p>
<p>Scheinbar ist diesen Menschen trotz mehrfacher Belehrung nicht bewusst, welch großes Problem Periodenarmut (eng. period poverty) ist. Aufgrund der teuren Monatshygiene, aber auch Nebenkosten wie Schmerztabletten und Unterwäsche müssen viele menstruierenden Menschen weltweit am Existenzminimum leben. Deshalb wurde in Schottland nach dem Motto: „Niemand sollte sich Sorgen machen, woher die nächsten Tampons kommen.”, gehandelt. Zuvor gab jede fünfte Frau in einer Studie aus 2018 an, dass sie ein Problem hätten für Hygieneartikel aufzukommen. Neben dem physischen Aspekt, dass Ersatzprodukte wie Socken, Stoﬀreste oder Wattebäusche viel unpraktischer und unsicherer sind, kommt aber auch die psychische Belastung dazu. Einerseits der Scham sich die “richtigen” Produkte nicht leisten zu können; andererseits die Angst etwas könnte “undicht” sein oder auslaufen. Das alles kann letztendlich dazu führen, dass Menschen während der Menstruation nicht oder nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Es scheint nun auf der Hand zu liegen, weshalb sich in Schottland so entschieden hat.</p>
<p><b>Kommentare des Grauens</b></p>
<p>Um nun nochmal auf die oben genannten Kommentare einzugehen.</p>
<p><i>“Also ich finde irgendwo ist auch mal Schluss. Es kann nicht alles kostenlos geben. Was kommt als nächstes kostenloses Toilettenpapier?</i></p>
<p>In dem Beschluss geht es vor allem um kostenfreie Hygieneartikel an öﬀentlichen Plätzen und auf öﬀentlichen Toiletten. Somit ist es gut mit Toilettenpapier zu vergleichen, welches schon längst überall in genüge vorhanden ist und als Standard angesehen wird.</p>
<p><i>„Wenn Frauen jetzt das kriegen, möchten wir als Männer aber auch kostenfreie Rasierer und Taschentücher.“</i></p>
<p>Da diesen Menschen scheinbar nicht bewusst ist, was der Unterschied zwischen Bartwuchs und einer Menstruation ist, werde ich sie hier noch einmal auflisten. Eine charakteristische Abweichung ist wohl, dass man(n) aus einem Bart nicht blutet. Zusätzlich fehlen natürlich auch Bauchkrämpfe gepaart mit anderen Symptomen wie Rückenschmerzen, Übelkeit, Appetitsverlust, Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen. Um hier einen kleinen Teil genannt zu haben. Abgesehen davon gibt es auch kein strukturelles Problem im Zusammenhang mit Bartpflege, wie es in der Perioden Armut zu finden ist.</p>
<p><i>„Das ist doch nur so ne feministische Scheiße, gebt lieber obdachlosen Menschen essen. Das brauchen nämlich alle.“</i></p>
<p>Zum einen trieft das Kommentar nur so von whataboutism, bei dem auf einen anderen Missstand hingewiesen wird, um die eigentliche Aktion zu entkräften. Abgesehen davon scheint mir der kommentierende Menschen ein wenig voreingenommen dem Feminismus gegenüber. Insgesamt fand ich es bei meinem Recherche interessant zu beobachten, wie schnell sich einige cis-Männer benachteiligt fühlten. Es wird etwas entschieden und plötzlich hört man „Wir werden diskriminiert!!!!!“- Schreie aus ihren Reihen. Und das in einer Gesellschaft in der gerade sie profitieren.</p>
<p><b>Es ist Gegenteiltag</b></p>
<p>Aber ich würde sogar noch weitergehen und behaupte; wenn in der heutigen patriarchalischen Gesellschaft, Rollen getauscht werden würden (heißt Menschen mit männlichen Geschlechtsorganen menstruieren), gäbe es diese Probleme nicht. Anstatt zu tabuisieren würde es gefeiert werden, wenn man(n) seine erste Periode bekommen würde. Es wäre ein Symbol der Stärke jeden Monat die Krämpfe aushalten zu müssen. Anstelle der aktuell häufig damit verbundenen Ekelreaktion, würde oﬀen davon gesprochen werden. Und möglicherweise wären Tampons, Binden und co. schon längst kostenlos und überall verfügbar. Dies ist jedoch nicht der Fall und deshalb möchte ich schlussendlich festhalten „no uterus no opinion“. Meinetwegen sollen sich alle Menschen die sich beschwert haben, später auch an den Tampons oder Binden ihrer Wahl bedienen. Falls in Deutschland überhaupt in den nächsten Jahren ein solches Gesetz verabschiedet wird, denn bis jetzt ändert sich für uns rein gar nichts.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Let&#8217;s talk about Menstruation! Hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/menstruation/" target="_blank" rel="noopener"><strong>weitere Beiträge zum Thema</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Keine Energie für Fairplay? Ein außerplanmäßiger Beitrag.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/keine-energie-fuer-fairplay-ein-ausserplanmaessiger-beitrag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Luisa]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2021 15:20:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Identitäten]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<category><![CDATA[Transfeindlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Position zum transfeindlichen Angriff auf FaulenzA während des Spiels SV Babelsberg 03 gegen FC Energie Cottbus am Sonntag den 31.10.2021. FaulenzA, meinTestgelände steht uneingeschränkt hinter dir. Wir sind schockiert und wütend über den transfeindlichen Angriff auf die Künstlerin FaulenzA beim Spiel Cottbus gegen Babelsberg letzten Sonntag (31.10). Im Fanblock von Energie Cottbus war ein großes]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p align="LEFT"><strong>Position zum transfeindlichen Angriff auf FaulenzA während des Spiels SV Babelsberg 03 gegen FC Energie Cottbus am Sonntag den 31.10.2021. FaulenzA, meinTestgelände steht uneingeschränkt hinter dir.</strong><span id="more-14321"></span></p>
<p align="LEFT">Wir sind schockiert und wütend über den transfeindlichen Angriff auf die Künstlerin FaulenzA beim Spiel Cottbus gegen Babelsberg letzten Sonntag (31.10). Im Fanblock von Energie Cottbus war ein großes Banner mit dem Gesicht FaulenzAs, die Mitglied bei SV Babelsberg 03 ist, zu sehen. Daneben waren die Schriftzüge „Eure Daten sind uns scheissegal“ und „Sind eure Fressen doch die größte Qual“ zu lesen. Wir verstehen dies als offene Aufforderung zur Gewalt.<br />
Bereits in der Vergangenheit ist Energie Cottbus durch gewaltbereite Fans aufgefallen. Und auch diesen Sonntag wurde nicht nur FaulenzA transfeindlich &amp; misogyn angegriffen, sondern auch ein Mitarbeiter des SV Babelsberg von einem Cottbus Fan ins Gesicht geschlagen.</p>
<p align="LEFT">Fußballspiele sollten Orte der freundschaftlichen Rivalität sein, des Austauschs und Fairplays. Nicht des Hasses und Mobbings.</p>
<p align="LEFT">Das Banner, das FaulenzAs Gesicht im Energie Fanblock zeigte, war handgemalt und wirft die Frage auf, was in Menschen vorgeht, die so viel Zeit investieren, um ein einzelnes Mitglied der gegnerischen Mannschaft zu exponieren und anzugreifen.</p>
<p align="LEFT">Am Dienstag haben wir die Beauftragte für Vielfalt und Toleranz und den Beauftragten für Fans von FC Energie Cottbus per Mail um Stellungnahme gebeten.</p>
<p align="LEFT">Auf seiner Internetseite schreibt der Verein:<br />
„[…] unser aller Herzensverein steht seit jeher für Fairness, Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz und lehnt jegliche Formen von Diskriminierung, Rassismus oder Gewalt konsequent ab. Abschätzige, diffamierende, politisch motivierte und beleidigende Äußerungen gegenüber unseren Gästen im Stadion der Freundschaft sowie unseren Gastgebern auswärts können und werden wir nicht dulden. Mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten werden wir dafür Sorge tragen, dass derartige Gebaren in unserem „Wohnzimmer“ und allen Spielstätten an denen wir sportlich aktiv sind nicht mehr zu hören und zu sehen sein werden.“</p>
<p align="LEFT">Energie Cottbus hat nun die Möglichkeit unter Beweis zu stellen, dass diese Haltung mehr als nur ein Lippenbekenntnis ist.</p>
<p align="LEFT">Zum jetzigen Zeitpunkt warten wir noch auf die Stellungnahme durch den Verein.</p>
<p align="LEFT"><!--more--></p>
<p align="LEFT">Hier die Stellungnahme des Fan Clubs Babelsqueers:</p>
<p><strong>TRANSFEINDLICHE FANCHOREO MIT FAULENZA-BANNER IN COTTBUS</strong><br />
Beim Babelsberg-Spiel in Cottbus gab es Sonntag eine transfeindliche Choreo mit einem Doppelhalter, auf dem die transweibliche Musikerin und Aktivistin FaulenzA gemalt war.<br />
Daneben fand sich das Spruchband &#8222;Eure Daten sind uns scheissegal, sind eure Fressen doch die größte Qual&#8220;<br />
Das Spiel wurde von Babelsbergfans boykottiert, weil Cottbus die Daten der Gästefans als Corona-Maßnahme sammelt. Mit dem FaulenzA-Bild beziehen sich die Cottbusser auf FaulenzA&#8217;s Musikvideo &#8222;Babelsberg Fussballfans&#8220;, was von vielen Nazis und Mackern aus der Fussballszene gehatet wurde. Wir solidarisieren uns mit FaulenzA. Transfeindlichkeit und Diskriminierung trifft uns alle. Wir wünschen uns eine Fussballkultur, in der alle Menschen willkommen sind, unabhängig ihrer Identität, Sexualität, Hautfarbe, Herkunft, und, und, und!<br />
Gegen Transmisogynie in Cottbus und anderswo!</p>
<p>~Babelsqueers (<a href="mailto:babelsqueers@riseup.net">babelsqueers@riseup.net</a>)</p>
<p><a href="https://www.facebook.com/hashtag/faulenza?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#faulenza</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/feminismus?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#feminismus</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/babelsberg?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#babelsberg</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/babelsberg03?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#babelsberg03</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/yallasvb?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#yallasvb</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/gemeinsamlauter?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#gemeinsamlauter</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/antifafussball?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#antifafussball</a><a href="https://www.facebook.com/hashtag/fu%C3%9Fballfansf%C3%BCrfeminismus?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#fußballfansfürfeminismus</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/transpride?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#transpride</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/transmisogynie?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#transmisogynie</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/solidarit%C3%A4t?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZVjnIxCtFtYEbE7Vciby6E1eSUu5x8YMIwqQTzYtvUPyJW7ENc78GeMAjPI-C7XOl2gMFr55svVyYasRI4TGTnuwWQnhKUVE1QPHPsckaMCEVGRFrX1Xh_fkhMx6fZ8UWzTieDGiSvzYAXwFzkaqJZu-ASdRMO7Dnjllux-3EnByUbT6XxJd6LNDW3YNKXuaCIWybtM_a-A-2OKACSAWF7o&amp;__tn__=*NK-R">#solidarität</a></p>
<p align="LEFT"><!--more--></p>
<p align="LEFT"><strong>Auch die taz berichtet über den Vorfall, den Artikel findest du <a href="https://taz.de/Transfeindlichkeit-im-Cottbusser-Stadion/!5809316/">hier</a></strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sprüchebilder</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/spruechebilder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Oct 2021 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fotos]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Ehre]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13609</guid>

					<description><![CDATA[Unsere Redaktionsgruppe HeRoes hat griffige Sprüchebilder entworfen, die wir euch heute präsentieren dürfen. Sie haben sich dafür mit Begriffen wie &#8222;Ehre&#8220; und &#8222;Respekt&#8220; auseinandergesetzt und positionieren sich wie immer sehr klar und deutlich gegen Gewalt. Tolle Arbeit, HeRoes!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Redaktionsgruppe HeRoes hat griffige Sprüchebilder entworfen, die wir euch heute präsentieren dürfen. Sie haben sich dafür mit Begriffen wie &#8222;Ehre&#8220; und &#8222;Respekt&#8220; auseinandergesetzt und positionieren sich wie immer sehr klar und deutlich gegen Gewalt. Tolle Arbeit, HeRoes!</strong></p>
<p><span id="more-13609"></span></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13610" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-600x600.jpg" alt="" width="600" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/1.jpg 960w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /> <img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13611" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-601x600.jpg" alt="" width="601" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-601x600.jpg 601w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-768x766.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/3.jpg 960w" sizes="(max-width: 601px) 100vw, 601px" /> <img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13612" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-600x600.jpg" alt="" width="600" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/5.jpg 960w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13613" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-600x600.jpg" alt="" width="600" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-600x600.jpg 600w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-300x300.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-150x150.jpg 150w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-768x768.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6-570x570.jpg 570w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/10/6.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mädchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/maedchen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute gibt es unseren ersten Post der Woche ausnahmsweise schon am Montag. Und zwar aus einem besonderen Grund! Unsere Autorin Lilith verrät ihn euch: &#8222;Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau, heute, am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute gibt es unseren ersten Post der Woche ausnahmsweise schon am Montag. Und zwar aus einem besonderen Grund! Unsere Autorin Lilith verrät ihn euch: &#8222;Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau, heute, am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit der Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern beschäftigt habe. Ich habe eine riesige Veranstaltung geplant und mich einfach viel zu sehr in dieses eigentlich so erschreckende Thema hineingesteigert – ja, und was dabei herausgekommen ist, hören Sie jetzt. Der Text heißt ganz einfach nur <em>Mädchen.</em>&#8222;</strong></p>
<p><span id="more-13458"></span></p>
<p>Ich bin unterwegs, schlendere die Straße entlang – viel zu viele Menschen um mich herum.<br />
Bin unterwegs, schlendere weiter, schaue mich um<br />
und erkenne ein Mädchen,<br />
Hollister-Top – bauchfrei natürlich, S-Oliver Hose, so kurz, dass ihre Arschbacken gerade noch herausschauen – versteht sich.<br />
Trägt Ohrringe, die länger sind als ihr Hals, sodass sie schon fast ihre Schulter berühren,<br />
Lippgloss – größer gezeichnet, als ihr tatsächlicher Mund.<br />
Eine Tasche von Mickle Corse in der einen, einen Geldbeutel von louis vuitton in der anderen Hand.<br />
Ich laufe weiter und schüttle den Kopf.<br />
Sie ist ein Mädchen, vielleicht 12 Jahre alt – noch ein Kind und auch wieder keines.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das es viel zu einfach hat im Leben,<br />
viel zu einfach, als dass sie noch Ziele haben könnte, nach denen es sich lohnt zu streben,<br />
ihre Eltern besitzen so viel Geld, dass das Konto droht überzulaufen,<br />
wenn sie nicht in die Stadt geht, um sich täglich etwas Neues zu kaufen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
das sich für nichts als sich selbst interessiert,<br />
wie von Geburt an vorprogrammiert,<br />
ein Gossip-Girl ohne andere Interessen als Geld, Smartphone, W-Lan, Jungs, Betrug und Intrigen.<br />
Ihr Leben besteht aus stupiden<br />
Beschäftigungen, wie Shoppen, Kino, schlafen, Essen; shoppen, Kino, Schlafen, Essen<br />
– ach ja What`s App benutzen hätte ich fast vergessen,<br />
bei allem darauf achtend ihre neuen Klamotten nicht zu beschmutzen,<br />
zu schauen, dass sie nicht noch weiter verrutschen,<br />
sich möglichst überhaupt nicht anzustrengen,<br />
und den Ausschnitt, den sie von der Welt sieht, noch mehr einzuengen.</p>
<p>Sie schaut zu mir herüber,<br />
schenkt mir einen verachtenden Blick,<br />
ich tue, als bemerkte ich ihn nicht.</p>
<p>Stattdessen schüttle ich verzweifelt meinen Kopf und laufe weiter.<br />
Länger kann man den Anblick einer solchen Person einfach nicht ertragen!<br />
Länger kann man nicht zuschauen, wie sie den Jungs ihrer Clique den Arsch ins Gesicht reckt und unbemerkt ihren BH immer weiter herunterrutschen lässt.</p>
<p>Aber egal – es ist ihr Leben!<br />
Nun laufe ich weiter und beginne, an jemanden anderen zu denken.</p>
<p>Auch sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das viel zu viel denkt,<br />
ihre Gedanken äußerst selten in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
viel mehr lässt sie sie ihr Gehirn umkreisen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich für wirklich alles und jeden interessiert,<br />
das keine Angst hat, dass es sich ununterbrochen geniert,<br />
nur, weil es etwas Neues versucht – zum aller ersten Mal<br />
das alles Kennenlernen möchte,<br />
alles erleben und die ganze Welt sehen will<br />
nur um es einmal gewusst zu haben,<br />
das gerne verreist,<br />
auf die Meinung anderer sehr gerne scheißt,<br />
denn es möchte sich seine eigene Meinung bilden.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das wirklich alles ausprobiert,<br />
es unheimlich hasst, dass alle Welt gegeneinander konkurriert,<br />
da es doch nichts als Spaß erleben will.<br />
Das einkaufen geht im Second-Hand Shop,<br />
nicht, weil ihr Geldbeutel für alles andere zu klein,<br />
sondern, weil sie es interessanter findet,<br />
und auch einmal nachdenkt, bevor die Kasse klingelt.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen, das gerne lacht,<br />
dessen Augen zu einem kleinen Feuer entfacht<br />
werden,<br />
wenn man sie auch nur ein bisschen erwärmt,<br />
ein Mädchen, das unheimlich gerne lernt,<br />
Ein Mädchen, das sehr viel Liebe erfährt,<br />
der nichts, wirklich nichts richtig Schlimmes wiederfährt,<br />
wenn es sich an einige Regeln hält.</p>
<p>Sie ist das Mädchen,<br />
das sich für andere einsetzt,<br />
deren Hilfe mindestens genauso sehr schätzt,<br />
denn Kooperation wird bei ihr großgeschrieben.<br />
das versucht, sich wirklich für andere einzusetzen,<br />
zu verhindern, dass die Welt aufhört jeden wirklich jeden zu verletzen &#8211;<br />
interessiert, garantiert übermotiviert, ungeniert, mit Zuversicht, Glück und Mut vollgeschmiert, jedoch unverziert aufpoliert, ist, ist sie….machtlos.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen das viel zu viel denkt.<br />
Ihre Gedanken wirklich nie in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
und fantasiert – wirklich viel zu viel.<br />
Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich einbildete, sie könne die Welt verändern,<br />
bis sie alt genug dazu war, nicht mehr zu naiv zu sein.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht weiß, was mit ihrem Leben anzufangen,<br />
nichts kann ihr wirklich halt geben,<br />
aus Hunger und Not – hat es keine Zeit an etwas anderes zu denken<br />
– und kann niemandem mehr als ihre Arbeitskraft schenken<br />
– auch wenn sie es selbst viel zu wenig findet.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich um ihre kranke Mutter kümmert,<br />
und dabei zusieht, wie sich nur alles verschlimmert,<br />
und alles verflimmert vor ihren tränenden Augen,<br />
nur, um gleich wieder aufzustehen – sie braucht doch die Zeit – darf keine Pausen machen. Hat keine Zeit dafür zu trauern, und weinend am Bett ihrer sterbenden Mutter zu sitzen,<br />
muss arbeiten, helfen, die Familie versorgen,<br />
versuchen all die vielen Sorgen<br />
– abzulenken von ihrer Welt – die zwar nicht sie hat bestellt,<br />
aber sie trotzdem lernt, mit ihnen umzugehen, um weiterhin sicher im Leben zu stehen.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht zur Schule gehen darf, obwohl es so gerne möchte.<br />
Keine Chance auf Bildung, statt Schulbesuch Hochzeit – wirklich kein kleinster Anspruch auf die Erfüllung irgendeines ihrer Rechte.<br />
Denke an ein Mädchen, das keinerlei Chance auf ein besseres Leben vor sich sieht,<br />
Geschwister versorgen, kochen, Landwirtschaft &#8211; ihr Vater lange ausgeflogen – und sie schiebt,<br />
alleine die Arbeiten des Tages vor sich her.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, in nichts als Kleidung gehüllt.<br />
Von nichts als Angst vollkommen ausgefüllt;<br />
Angst vor der Arbeit, vor Krankheit und Tod,<br />
dass sie stirbt in der größten Not –<br />
ihrer Familie, die ohne sie überhaupt niemanden mehr hat,<br />
der ihnen abends ein Feuer entfacht.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen am Ende ihrer Kräfte. Ein Mädchen, mit einem Krug auf dem Kopf.<br />
Ein Mädchen, das Wasserholen gehen möchte – es ist heiß, viel zu heiß,<br />
sie hat Durst, nichts als Durst.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, dessen Körper nicht mehr mitspielt, dessen Psyche sich verabschiedet<br />
von einem Moment auf den anderen –<br />
denke an ein Mädchen,<br />
das tot liegt im ewigen, viel zu heißen Sand – der leere Wasserkrug liegt neben ihrer linken Schulter.</p>
<p>Ich denke zurück an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das dachte, sie könnte die Welt verändern,<br />
etwas bewirken, irgendetwas verbessern<br />
doch alles Illusion – verpufft im Nichts.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Lilith <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was kann ich gegen Hate Speech tun?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/was-kann-ich-gegen-hate-speech-tun-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Oct 2021 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[#hybridgelände21]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Hatespeech]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch nochmal einen Beitrag von Veronika Rieger mit einigen hilfreichen Tipps gegen Hate Speech. Wenn ihr tiefer ins Thema eintauchen möchtet, meldet euch gerne zum #hybridgelände21-Online-Workshop von Theresa Lehmann und Eva Kappl am 15. Oktober von 14:30 bis 18:00 Uhr an! Schreibt uns dazu einfach eine Mail. Die Teilnahme ist kostenlos.  Zum]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute präsentieren wir euch nochmal einen Beitrag von Veronika Rieger mit einigen hilfreichen Tipps gegen Hate Speech. Wenn ihr tiefer ins Thema eintauchen möchtet, meldet euch gerne zum #hybridgelände21-Online-Workshop von Theresa Lehmann und Eva Kappl am 15. Oktober von 14:30 bis 18:00 Uhr an! <a href="mailto:mail@meintestgelaende.de" target="_blank" rel="noopener">Schreibt uns dazu einfach eine Mail</a>. Die Teilnahme ist kostenlos. </strong><br />
<strong>Zum Workshop: &#8222;Was ist Hate Speech? Wie äußern sich Diskriminierung und menschenfeindliche Ideologien auf contenbasierten Plattformen wie Tiktok und Instagram? In einem praxisnahen Workshop wollen wir uns anschauen was man in kurzen Videoformaten alles ausdrücken kann, wie man problematische Inhalte erkennt und welche Möglichkeiten es gibt darauf zu reagieren.&#8220;</strong><br />
<span id="more-13455"></span></p>
<p><b>Rezepte gegen Trolle – Wie Stellung gegen Hass im Netz beziehen funktionieren kann </b></p>
<p>Hate Speech ist ein weit verbreitetes Phänomen und trotzdem reagiert bisher nur ein kleiner Teil der digitalen Gesellschaft mit aktiver Gegenrede auf Hass im Netz. Das führt dazu, dass nur 31% der Verfasser*innen von Hate Speech für ihre Postings kritisiert werden.<br />
Dabei ist es unerlässlich Hass im Netz nicht einfach unkommentiert stehen zu lassen, sondern Haltung zu bewahren und Stellung zu beziehen.</p>
<p><b>Warum sollte ich mich gegen Hate Speech einsetzen?</b></p>
<p>Hate Speech greift nicht nur die explizit angegriffene Person oder Personengruppe an, sondern immer auch die Gesellschaft, in der wir leben! Wenn Menschen durch Hass im Internet so eingeschüchtert werden sollen, dass sie sich nicht mehr trauen ihre Meinung zu sagen oder sich zu zeigen, schadet das unserer Demokratie</p>
<p>Sich gegen Hass im Netz einzusetzen heißt also sich für die Freiheit und Sicherheit von sich und anderen in der Gesellschaft einzusetzen. Die Gesetze schützen uns dabei, denn niemand muss Hassreden hinnehmen oder aushalten.</p>
<p><b>Wie kann ich mich gegen Hate Speech einsetzen?</b></p>
<p>Wenn du Hate Speech im Internet entdeckst, kannst du aktiv werden! Das Ziel ist dabei die Betroffenen nicht alleine in der Auseinandersetzung mit den Hater*innen stehen zu lassen und den Mitlesenden zu zeigen, dass Hate Speech nicht akzeptiert und haltlos ist.</p>
<p>Stärke die Angegriffenen:<br />
Kontaktiere die angegriffene Person und frag nach, wie du sie unterstützen kannst. Tritt für ihre Rechte ein. Wenn eine Personengruppe angegriffen wird, kannst du nachforschen ob ein*e Vertreter*in der Personengruppe sich geäußert hat und diese unterstützen.</p>
<p>Bleibe sachlich und ruhig. Lass dich nicht auf das Niveau der Hater*innen ein, indem du beleidigend oder abwertend reagierst.</p>
<p>Benenne die Hassrede des/der anderen („Das ist rassistisch/sexistisch etc.“).</p>
<p>Fake News kannst du leicht enttarnen, in dem du sie mit verlässlichen Artikeln widerlegst oder nach konkreten Quellen für das Behauptete fragst.</p>
<p>Über strafrechtlich relevante Hate Speech musst du nicht diskutieren! Du kannst online den relevanten Paragraphen finden und unter das Hass-Posting setzen, um die anderen Personen darauf aufmerksam machen, dass der Inhalt dieses Postings illegal ist.<br />
Wenn du dir unsicher bist, kannst du dich an die Internet-Beschwerde-Stelle, die Online-Wache der Polizei oder <a href="https://love-storm.de/#actions" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>love-storm.de</strong></a> wenden!</p>
<p>Dokumentiere die Hasskommentare und Nachrichten dazu, am besten mit einem Screenshot und einem Screenshot des Profils der Hater*innen.</p>
<p>Lösche den Hasskommentar, fordere die Person auf ihren Kommentar / ihr Bild / ihr Posting zu löschen oder mache die Seite darauf aufmerksam, was auf ihrer Plattform geschieht, und fordere sie dazu auf das Hassposting zu entfernen.</p>
<p>Du musst nicht ewig diskutieren. Mach deine Position klar und beende das Gespräch, wann immer du willst.</p>
<p><b>Und wenn ich selbst betroffen bin? </b></p>
<p>Zu aller Erst: Es liegt nicht an dir! Der dir entgegengebrachte Hass entsteht aus Projektionen, die mit dir als Person nur sehr sehr wenig zu tun haben. Das im Bewusstsein zu haben verringert den Hass leider nicht, hilft dir aber vielleicht die Nachrichten besser abstreifen zu können.</p>
<p>Mach dein Profil dicht! Stelle es auf privat, überprüfe deine Sicherheitseinstellungen und verwende ein sicheres Passwort.</p>
<p>Blockiere die lautstärksten Angreifer*innen! Du musst dich derartigen Angriffen nicht aussetzen und bist unter keinen Umständen verpflichtet auf sie zu reagieren.</p>
<p>Du entscheidest, ob und wie du auf einen Angriff reagieren möchtest! Du kannst jederzeit offline gehen und eine Person deines Vertrauens mit einbinden.</p>
<p>Hol dir Hilfe: Aktiviere deine Freund*innen! Wenn du selbst die Kommentare nicht mehr sehen willst und es dich belastet, kann es helfen, eine vertraute Person zu haben, die sich für dich um den Hass kümmert, Kommentare meldet, Nutzer*innen sperrt und Ihr Profil wieder nutzbar macht.<br />
Wenn du weitere Unterstützung möchtest, wende dich an professionelle Beratungsstellen wie <a href="https://hateaid.org/politische-forderungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>HateAid</strong></a>.</p>
<p>Sammle strafrechtlich Relevantes mit Screenshot und URL, melde Nachrichten und Kommentare auf der Plattform</p>
<p>Sprich über deine Erfahrungen mit Hass im Internet und suche dir Verbündete! Gemeinsam ist es leichter deine Erlebnisse zu reflektieren und zu verarbeiten</p>
<p>Es ist nicht schwer sich gegen Hate Speech einzusetzen und je mehr von uns aktiv werden, umso stärker und geschlossener können wir auf Hass im Internet reagieren. Wenn du dich weiter schlau machen möchtest, findest du <a href="https://app.love-storm.de/trainings" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>  kostenlose Online-Trainings für den richtigen Umgang mit Hate Speech. Niemand muss Hass im Internet aushalten und über sich ergehen lassen und niemand muss Hass im Internet alleine bewältigen. Gut, dass wir gemeinsam ganz schön viele sind!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von Veronika, zum Beispiel darüber, was Hate Speech eigentlich ist, findest du <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/veronika-rieger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Autorin, deren Name nicht genannt werden darf</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/09/die-autorin-deren-name-nicht-genannt-werden-darf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aurum]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Sep 2021 07:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Harry Potter]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13321</guid>

					<description><![CDATA[Heute begrüßen wir eine*n weitere*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände: Amelie Z., herzlich willkommen! So stellt Amelie sich selbst vor: &#8222;Hey, ich bin Amelie [they/them] und möchte vor allem hier um meine Gedanken zum Queer ein, der Welt und eigentlich allem anderen teilen. Seit dem Tag an dem ich das Schreiben gelernt habe, nutze ich dieses]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute begrüßen wir eine*n weitere*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände: Amelie Z., herzlich willkommen! So stellt Amelie sich selbst vor: &#8222;Hey, ich bin Amelie [they/them] und möchte vor allem hier um meine Gedanken zum Queer ein, der Welt und eigentlich allem anderen teilen. Seit dem Tag an dem ich das Schreiben gelernt habe, nutze ich dieses Mittel um meine Gedanken auszudrücken. Manchmal kommt etwas Brauchbares dabei raus, das könnt ihr dann hier lesen :)&#8220; Und damit hat they vollkommen recht! Hier also ein absolut brauchbarer Text von Amelie:</strong></p>
<p><span id="more-13321"></span></p>
<p>Seit ihrer Veröffentlichung 1997 erfreut sich die Buchreihe Harry Potter großer Beliebtheit. Mit den Verfilmungen, Spin-offs, Parodien und eines der vielfältigsten Fandoms, gehört Harry Potter zu <em>den</em> popkulturellen Einflüssen des 21. Jahrhunderts. Diese These lässt sich relativ einfach bestätigen. Dafür muss nur die Frage: &#8222;Was ist dein Hogwartshaus?&#8220; gestellt werden. In den meisten Fällen wird darauf eines der vier Häuser folgen. Es gibt fast niemanden, der noch gar nichts da von Harry Potter gehört hat, und zumindest die Filme kennen eigentlich alle.</p>
<p><strong>J. K. Rowlings Ansehen</strong><br />
Dabei galt die Autorin Joanne K. Rowling bis jetzt immer als liebenswürdige Person. Zwar war sie, aufgrund des Universums rund um die Zaubererwelt, berühmt und reich geworden, jedoch setzte sie sich zum Beispiel auch für Frauenrechte ein und spendete einen Teil ihres Vermögens. Mit der Zeit gab es immer wieder vereinzelte Kritik. Zum Beispiel weil sie für nachträglichen Ergänzungen am Buch Twitter nutzte oder die Filmreihe &#8222;Fantastische Tierwesen&#8220; startete. Es gab jedoch keine größeren Skandale und auch generell war es sehr still um die Harry Potter-Autorin.</p>
<p><strong>Der Tweet, der alles änderte</strong><br />
Dies änderte sich alles mit einem Tweet am 6. Juni 2020. Dabei ging sie auf einen Artikel ein, in welchem der Term &#8222;people who menstruate&#8220; (menstruierende Menschen) anstelle von &#8222;Frauen&#8220; genutzt wurde. Sie kritisierte die Verwendung dieser Umschreibung, indem sie folgendes twitterte: &#8222;I‘m sure there used to be a word for those people. Someone help me out. Wumben? Wimpund? Woomud?&#8220; (<em>Ich bin mir sicher, es gab früher ein Wort für diese Menschen. Kann mir jemand helfen? Darauffolgend Wörter welche dem Wort Women/Frau ähneln.</em>)<br />
Nach diesem Tweet hagelte es an Kritik. Doch warum eigentlich?</p>
<p><strong>Transphobie</strong><br />
Der Term &#8222;menstruierende Menschen&#8220; inkludiert all die Leute, die keine Frauen sind und trotzdem monatliche Menstruationen erfahren. Also zum Beispiel trans* Männer oder nicht-binäre Menschen (Personen, die sich nicht dem binären Geschlechtersystem zugehörig fühlen.) Demzufolge richtete sich J. K. Rowlings Kritik nicht an das Wort an sich, sondern war vielmehr versteckte Transphobie. Diesen Standpunkt zeigte sie auch nochmal deutlicher am selben Tag in weiteren Tweets. Dabei vertrat sie die Meinung, dass trans Menschen dafür sorgen würden, dass das Konzept des physischen Geschlechts (engl. sex) zerstört wird. Dadurch würde, laut Rowling, keine gleichgeschlechtliche Liebe existieren können, außerdem würden Frauen entwertet. Hierbei zeigt sich lediglich Rowlings Unwissenheit zum Thema Geschlecht.</p>
<p><strong>Der Unterschied zwischen gender und sex</strong><br />
Im englischsprachigen Raum gibt es eine deutliche Unterscheidung zwischen dem körperlichen Geschlecht, welches sex genannt wird, und dem sozialen Geschlecht, bezeichnet als gender. Sex ist dabei alles, was man an Geschlechtsmerkmalen und Chromosomen erkennen kann. Gender ist die Bezeichnung dafür, wie sich eine Person fühlt. Bei trans* Menschen unterscheiden sich sex und gender, und viele versuchen aufgrund dessen, ihr Äußeres dem Inneren anzupassen, um sich wohler zu fühlen. Dabei wird jedoch die Grundlage des sexes nicht zerstört, wie J. K. Rowling behauptet.</p>
<div class="page" title="Page 2">
<div class="section">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong>J. K. Rowlings „Meinung“</strong><br />
Trotz vieler Erklärungsversuche beharrte Rowling weiterhin auf ihrer &#8222;Meinung&#8220; und veröffentlichte ein wenig später einen rund 3000 Wörter langen Aufsatz über trans* Menschen. Dieser beinhaltet zum einen Vermutungen darüber, dass das &#8222;Identifizieren&#8220; von Menschen als trans aktuell ein Trend sei. Außerdem äußerte sie, dass sie, wenn sie später geboren wäre, sich vielleicht selbst als trans &#8222;identifiziert&#8220; hätte, um ein besseres Leben als Mann zu führen. Außerdem hält sie trans* Frauen nicht für richtige Frauen. Ihrer Überzeugung nach handelt es sich hierbei um Männer, die Frauen in Umkleidekabinen oder auf Toiletten belästigen wollen.</p>
<p><strong>Gender dysphoria</strong><br />
Diese Erklärungen sind äußerst lächerlich, da es zum einen nachgewiesen ist, dass die meisten trans* Menschen gender dysphoria oder andere Arten von Unwohlsein rund um ihr Geschlecht verspüren. Ein Zustand, der auftritt, wenn das sex nicht mit dem gender übereinstimmt, und zum Beispiel zu Depressionen, Angststörungen, Essstörungen und Panikattacken führen kann. Dabei kann dysphoria durch die verschiedensten Dinge wie das Nutzen der falschen Pronomen oder der falschen Kleidung ausgelöst werden. So ist es also wissenschaftlich erwiesen, dass Transsein keine Entscheidung ist. Abgesehen davon würden sich diese Menschen dann theoretisch auch dazu &#8222;entscheiden&#8220; weniger Rechte zu haben und von Menschen wie Rowling diskriminiert zu werden.</p>
<p><strong>Die Bücherreihe ohne Autor*in</strong><br />
Nach diesem Skandal hat sich ein großer Teil der Fans gegen Rowling gewendet. Um trotzdem noch Harry Potter-Fan bleiben zu können, wird aktuell entweder versucht zu verschweigen, dass Harry Potter eine Autorin besitzt oder jede beliebige fiktive oder reale Person anstelle von J. K. Rowling eingesetzt. Also zum Beispiel Daniel Radcliffe, Hermine Granger oder Marsha P. Johnson. Manche gehen sogar soweit, dass sie J. K.s Namen in ihren eigenen Büchern überkleben oder -malen. Außerdem wird versucht, keinen offiziellen Merch oder Fanartikel zu erwerben, damit man sie so nicht weiter unterstützt. Hierbei ist wirklich hervorzuheben, dass offene Unterstützung von Rowling schädlich für die LGBTQ+-Community ist. Somit möchte ich an jeden Menschen appellieren, welcher sich als Teil der Community oder als Ally sieht. Alle, die ihr Reichweite geben, unterstützen ihre &#8222;Meinung&#8220; und schaden der LGBTQ+-Community.</p>
</div>
</div>
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Was gegen Transfeindlichkeit hilft? Gegenrede. Immer wieder. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/05/queer-punk/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Und: Queer Punk!</strong></a></li>
</ul>
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		<title>Handicap is great!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/08/handicap-is-great/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2021 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Story Teller-Autor Peter Burhorn sagt, er will Behinderung „great again“ machen. Wie meint er das? Ein Text von ihm &#8211; und außerdem noch eine tolle Idee: die &#8222;Handy-Cap&#8220;. Leben mit Behinderung ist wie im Theater. Es ist ein tolles Theaterstück, was ihr gesunden Menschen macht. Ich sehe das so, ich sehe mich als Zuschauer auf]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Story Teller-Autor Peter Burhorn sagt, er will Behinderung „great again“ machen. Wie meint er das? Ein Text von ihm &#8211; und außerdem noch eine tolle Idee: die &#8222;Handy-Cap&#8220;.</strong></p>
<p><span id="more-13290"></span></p>
<p>Leben mit Behinderung ist wie im Theater. Es ist ein tolles Theaterstück, was ihr gesunden Menschen macht. Ich sehe das so, ich sehe mich als Zuschauer auf der Tribüne und schaue mir den Alltag an.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Für mich ist das Leben schon immer aus anderer Perspektive gewesen. Ob andere Behinderte genauso denken? Ich würde gern mal eine Umfrage dazu machen.</p>
<p>Am Leben kann sich jeder beteiligen. Trotzdem fühle ich mich in meinem Lebensalltag &#8211; das ist mir vor Jahren aufgefallen &#8211; viel mehr als Zuschauer als als Beteiligter.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Ich wüsste gern, ob es Anderen auch so geht, ob es Gleichgesinnte gibt, die es wie ich schwer haben beim Mitreden.</p>
<p>Irgendwie bin ich ein Zuschauer der Menschheit.</p>
<div id="attachment_13291" style="width: 710px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13291" class="wp-image-13291 size-large" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Foto-am-11.06.21-um-18.14-800x533.jpg" alt="" width="700" height="466" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Foto-am-11.06.21-um-18.14-800x533.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Foto-am-11.06.21-um-18.14-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Foto-am-11.06.21-um-18.14-768x512.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Foto-am-11.06.21-um-18.14.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /><p id="caption-attachment-13291" class="wp-caption-text">&#8222;Handy-Cap&#8220;-Idee: Daniela Chmelik, Dennis Lange; Zeichnung: Matti Wustmann . Fotos: Dennis Lange</p></div>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13292 size-large" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-800x600.jpg" alt="Foto: Dennis Lange" width="700" height="525" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-800x600.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-300x225.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-768x576.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-228x171.jpg 228w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-160x120.jpg 160w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-320x240.jpg 320w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-380x285.jpg 380w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-700x525.jpg 700w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-760x570.jpg 760w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3-1140x855.jpg 1140w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_3.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-13293 size-large" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-800x600.jpg" alt="Foto: Dennis Lange" width="700" height="525" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-800x600.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-300x225.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-768x576.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-228x171.jpg 228w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-160x120.jpg 160w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-320x240.jpg 320w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-380x285.jpg 380w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-700x525.jpg 700w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-760x570.jpg 760w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5-1140x855.jpg 1140w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/08/Lange_Handicap_5.jpg 1280w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
<p><b>Corona</b></p>
<p>Ich finde durch meine Behinderung interessant, wie andere über Krisen denken. Durch meine Behinderung bin ich bereits abgehärtet, was Krisen betrifft. Bei der Corona-Krise merke ich erst, wie sich gesunde Menschen über Krisen erschrecken. Ich weiß natürlich auch, dass wir es mit einer sehr ernsten Krise zu tun haben. Aber worauf ich hinaus will ist, dass ich das Gefühl habe, den gesungen Menschen auf der Welt ging es jahrelang zu gut. Durch das Masken-Tragen finde ich auf einmal vieles angenehmer, viel gerechter, da die ganze Welt eine Behinderung hat. Das mit den Masken ist wichtig für unsere Gesundheit. Aber seit der Corona-Krise fühle ich mich auf einmal etwas mehr gleichberechtigt.</p>
<p>Mein Fazit mit Erfahrung an Menschen mit Behinderung: Es sind die menschlichsten Menschen. Wir sind mehr wir selbst. Eines sind wir natürlich nicht: perfekt. Perfekt ist keiner von uns. Jeder Mensch ist ein Mensch. Was ist eigentlich die Bedeutung von „behindert“? Was meint denn „speziell“? Und warum wird der Mensch überhaupt in Schubladen gesteckt?</p>
<p>Ich habe einen neuen Spruch: Behinderung Lives Matter. Das will ich auf mein Transparent schreiben.</p>
<p>Ein Tag ohne Perfektion ist erstens viel menschlicher und das Menschliche wie der Charakter ist natürlich und würdig. Was ist schon Perfektion? Was ist das Streben nach Perfektion? Höher, schneller, weiter. Und am Ende kam Corona!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von den Story Tellern <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/story-teller/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Sprache, Macht und Gender</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/08/sprache-macht-und-gender/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir starten in die neue Woche mit einem neuen Text unserer Autor*in Veronika Rieger. Veronika ist selbst nichtbinär und schreibt hier über Sprache, Macht und darüber, wie Personen, die weder Mann noch Frau sind, allzu häufig nur &#8222;mitgemeint&#8220; sind — und weshalb das ein Problem ist. Doch nicht nur das: Step by step erklärt Veronika auch noch,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wir starten in die neue Woche mit einem neuen Text unserer Autor*in Veronika Rieger. Veronika ist selbst nichtbinär und schreibt hier über Sprache, Macht und darüber, wie Personen, die weder Mann noch Frau sind, allzu häufig nur &#8222;mitgemeint&#8220; sind </b><strong>—</strong><span class="Apple-converted-space"> </span><b>und weshalb das ein Problem ist. Doch nicht nur das: Step by step erklärt Veronika auch noch, wie wir es besser machen können. In diesem Sinne: Liebe Leser*innen, wir wünschen euch viel Spaß bei der Lektüre!</b></p>
<p><span id="more-13270"></span></p>
<p>Liebe Schwestern und Brüder, sehr geehrte Damen und Herren, geachtete Leser und Leserinnen&#8230;</p>
<p>Diesen Ansprachen fehlt etwas. Vielleicht ist es euch aufgefallen, vielleicht steht euch jetzt ein Fragezeichen im Gesicht. Vielleicht geht es euch auch wie mir. Ich bin nichtbinär und ich bin bei solchen Ansprachen oft nur mitgemeint. Während wir beim Thema gegenderte Sprache, die Frauen inkludiert, in unserer Gesellschaft schon etwas weiter sind, wird selbst im feministischen Diskurs gern vergessen, dass auch weitere Geschlechter außerhalb von Mann und Frau existieren.<br />
Für Menschen, die intersexuell sind oder zu den nichtbinären Geschlechtern (wie beispielsweise agender, genderfluid, demigender usw.) gehören, bleibt oft nur die Möglichkeit mitgemeint zu sein.<br />
Aber mitgemeint ist nicht ausreichend, denn es macht die Menschen unsichtbar, deren Geschlecht ein anderes ist und es vergrößert die Ungleichbehandlung von Menschen nichtmännlicher Geschlechter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Unsere Sprache ist mächtig, denn sie beeinflusst die Bilder, die wir im Kopf haben und unsere Wahrnehmung der Welt, in der wir leben. Die Verwendung geschlechtersensibler Sprache kann geschlechter-stereotypen Bildern sowie Diskriminierungen und Benachteiligungen entgegenwirken und dabei helfen, Geschlechternormen und Rollendenken zu überwinden. Es gibt zahlreiche Forschungsarbeiten, die belegen, dass die Verwendung von nur männlichen Formen unserer Sprache, also dem generischen Maskulin, Menschen dazu bringt zuerst und vorrangig an Männer zu denken. Bei der Formulierung „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ denken Menschen also primär an männliche Fachpersonen. FINTA (das sind Frauen, Intersexuelle Menschen, nichtbinäre Menschen, Menschen die trans sind und agender Personen), sind zwar „mitgemeint“, sie werden aber tatsächlich meist nicht mitgedacht und fühlen sich oft nicht angesprochen oder ermutigt und fähig dazu z.B. Berufe oder soziale Rollen, die immer als männliche Form erwähnt werden, selbst zu ergreifen.</p>
<p>Um eine gerechtere Behandlung von Menschen aller Geschlechter in dieser Gesellschaft zu erreichen ist es also wichtig auch eine Sprache zu wählen, die alle Menschen mit einschließt und mit darstellt, damit sich unsere Bilder im Kopf und unsere Wahrnehmung der Welt dementsprechend erweitern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Aber ist das nicht mega umständlich?<br />
</b>Im Gegenteil, es beugt sogar Missverständnissen vor, denn gendergerechte Sprache bezeichnet konkret, wer alles gemeint ist. Es gibt Forschung dazu, die belegt, dass das Textverständnis der Leser*innen nicht leidet, wenn der Text geschlechtergerechte Sprache verwendet. Eine Sprache zu verwenden, die alle Geschlechter mit einschließt, <a href="https://www.tu-berlin.de/fileadmin/a70100710_gleichstellung/Diversity_Allgemeines/KFG-Leitfaden_geschlechtersensible_Sprache.pdf" target="_blank" rel="noopener">ist leicht zu erlernen und sowohl in schriftlicher als auch mündlicher Form gut machbar.</a></p>
<p><b>Aber das verändert doch Sprache künstlich?<br />
</b>Dass Sprache ein festes und beständiges Konstrukt ist, ist eine Fehlannahme, denn unsere Sprache ist ständig im Werden und verändert sich von alleine, dadurch, dass wir sie verwenden. Es entstehen neue Worte, wie beispielsweise durch die Pandemie „zoomen“, „Alltagsmaske“ und schon vorher „hamstern“. Und so wie neue Worte entstehen, verschwinden langsam auch veraltete Worte aus unserem Vokabular, weil sie unsere Lebensrealität nicht mehr widerspiegeln. Oder weißt du noch was „poussieren“ oder „Biedersinn“ bedeuten?</p>
<p><b>Aber wie viele Menschen betrifft das denn?</b><br />
Das ist schwer zu sagen, denn eine genaue Erfassung aller Geschlechtsidentitäten gibt es in Deutschland noch nicht. <a href="https://www.bundesverfassungsgericht.de/e/rs20171010_1bvr201916.html#abs10" target="_blank" rel="noopener">In Deutschland sind geschätzt ungefähr 0,2 % der Einwohner*innen intersexuell</a>, das sind bei 83,02 Millionen Einwohner*innen Deutschlands ungefähr 166 040 Menschen. Um das in eine begreifbare Größe zu setzen: Das ist mehr als zweimal die Allianzarena komplett voll.<br />
Dazu kommen all die Menschen, die zu den nichtbinären Geschlechtern gehören. Im Jahr 2016 gaben 3,3% der 3100 Befragten bei einer<i> Vermächtnisstudie</i> der ZEIT an, „entweder ein anderes Geschlecht zu haben als bei ihrer Geburt zugewiesen oder sich schlicht nicht als weiblich oder männlich zu definieren“ Das sind ca. 2,5 Millionen Menschen in Deutschland.<br />
Konkrete Zahlen bleiben, solange es keine große Statistik dazu gibt, schwer zu nennen. Deutlich wird aber: Es gibt eine große Gruppe an Menschen, die von einer nur binär gegenderten Sprache, also Sprache, die nur männliche und weibliche Formen verwendet, nicht mit erfasst und erwähnt wird.</p>
<p><b>Ist das nicht alles nur eine neumodische Phase?<br />
</b>Nein. Menschen, die Geschlechtern außerhalb des Mann &#8211; Frau &#8211; Spektrums angehören, sind keine “neumodische Erscheinung”, sondern existieren seit jeher in allen Gesellschaften und Kulturkreisen. <a href="https://missy-magazine.de/blog/2017/10/04/hae-was-heisst-denn-nicht-binaer/" target="_blank" rel="noopener">So gab und gibt es beispielsweise die Baklâ auf den Philippinen, Two Spirit bei der indigenen Bevölkerung Nordamerikas, die Māhū auf Hawaii und noch einige weitere.</a> Transgender Personen sind auch in Mitteleuropa seit der Antike bekannt.</p>
<p><b>Und wie kann geschlechtersensible Sprache aussehen?</b><br />
Deine Sprache kannst du zum Beispiel durch das Verwenden eines Gender-Sternchens gendergerecht machen. Du sagst dann „Liebe Leser*innen“. Das Gender-Sternchen zeigt dabei die Vielfalt aller Geschlechter auf.</p>
<p>Auch die Verwendung eines Doppelpunkts ist möglich, also „Liebe Leser:innen“. Der Doppelpunkt kann von einigen Lesehilfen für visuell eingeschränkte Personen besser ausgesprochen werden und ist im Sinne der Inklusion hilfreich, allerdings fühlen sich viele nichtbinäre Personen von ihm nicht gut dargestellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wenn du gegenderte Sprache in der gesprochenen Form verwendest, machst du eine kurze Sprechpause dort, wo der Doppelpunkt oder das Gender-Sternchen steht.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wenn du lieber kein Sonderzeichen verwenden möchtest, lohnt es sich neutrale Personenbezeichnungen zu verwenden, wie beispielsweise: „Liebe Gäste“, „Liebes Publikum“ „Liebe Mitglieder“ , „Liebe Geschwister“, „Liebe Anwesende“, „medizinisches Fachpersonal“, „Lehrkraft“, usw.<br />
Diese geschlechtsneutralen Formulierungen erfordern manchmal ein bisschen sprachliches Geschick, sind aber auf alle Fälle ein guter Anreiz die eigene Sprache kreativ und vielfältig zu verwenden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich kann mich gut erinnern, als ich gelernt habe zu gendern. Ich saß mit lauter neuen Menschen zusammen und war ein bisschen irritiert und gleichzeitig sehr neugierig, warum diese alle eine Sprechpause machten und darauf achteten, alle in ihrer Sprache mit einzuschließen. Ich dachte eine Weile, dass gendern lernen schwierig ist, aber um ehrlich zu sein, geht es einem nach kürzester Zeit ganz flüssig von der Zunge. Natürlich kann man sich dagegen entscheiden gegenderte Sprache zu verwenden, obwohl sie ein so einfaches und dennoch so hilfreiches Werkzeug ist um Diskriminierung zu verringern und unsere Gesellschaft zum positiven zu verwenden. Aber das zeigt letztendlich mehr die eigene Ignoranz und Faulheit auf, als man vielleicht denkt.<br />
Wenn ich sehe, wie instinktiv und freudig junge Menschen heute an gegenderte Sprache herangehen und sie verwenden, dann freut mich das wahnsinnig und stimmt mich optimistisch. Ich glaube, Pinkstinks haben recht: Die Zeiten gendern sich.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mit der Macht der Sprache hat sich auch Pia<a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/10/pia-brauneis-worte-schaffen-werte/" target="_blank" rel="noopener"><strong> in ihrem Text für den LizzyNet-Schreibwettbewerb beschäftigt</strong></a>.</li>
<li>Und in den Kolumnen von Ika <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/04/inter-geschichte/" target="_blank" rel="noopener"><strong>erfahrt ihr mehr über das Inter-Sein</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>meinTestgelände Jugendevent in Berlin 2022</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/jugendevent-berlin2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 12:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[#gelände]]></category>
		<category><![CDATA[#workshop]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Das meinTestgelände Jugendevent in Berlin. Sei dabei! MeinTestgelände möchte dich zu einem zweitägigen Jugendevent nach Berlin einladen. Lerne neue Menschen kennen und genießt gemeinsam Jugendkultur in der Hauptstadt. Das Jugendevent ist offen für alle zwischen 18 bis 27 Jahre und deine Teilnahme ist völlig kostenlos. Auf geht&#8217;s! +++Die Workshops sind ausgebucht, Anmeldungen nur noch für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das meinTestgelände Jugendevent in Berlin. Sei dabei!<br />
</strong>MeinTestgelände möchte dich zu einem zweitägigen Jugendevent nach Berlin einladen. Lerne neue Menschen kennen und genießt gemeinsam Jugendkultur in der Hauptstadt. Das Jugendevent ist offen für alle zwischen 18 bis 27 Jahre und deine Teilnahme ist völlig kostenlos. Auf geht&#8217;s!</p>
<p><strong>+++Die Workshops sind ausgebucht, Anmeldungen nur noch für die Warteliste möglich.+++</strong></p>
<p><strong>Anmeldung unter: <a href="mail@meintestgelaende.de">mail@meintestgelaende.de</a></strong></p>
<p><span id="more-13136"></span></p>
<p><strong>Was?</strong> Workshops im Archiv der Jugendkulturen.<br />
Wir starten am 2.3 mit einem Graffiti Spaziergang für alle.</p>
<p><strong>Workshops:</strong><br />
• Von Disco zu House zu Techno &#8211; Can you feel the bass?<br />
• Comic und Manga<br />
• HipHop / Rap</p>
<p><strong>Wann?</strong> Anreise abends am 1.3 (oder morgens 2.3) // Workshops am 2.3 + 3.3<br />
<strong>Wo?</strong> Berlin, Nähe Mehringdamm im Archiv der Jugendkulturen<br />
<strong>Wer?</strong> Alle die Lust haben von 18 bis 27 Jahren und das mT Team</p>
<p>Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden natürlich von meinTestgelände für dich übernommen. Du wirst in einem Ein- oder Zweibettzimmer im Metropol Hostel untergebracht. Deine Fahrtkosten werden im Nachhinein von uns erstattet. Hebe dein abgestempeltes Zug- oder Busticket gut auf.</p>
<p>Wichtig: Beim Event ist 2G angesagt! Du brauchst einen Nachweis über deinen Impfstatus und täglich werden Tests durchgeführt – Ungeimpfte mit ärztlichem Attest entsprechen 2G, müssen am Anreisetag aber einen tagesaktuellen Test vorweisen.</p>
<p>Wenn du deine Teilnahme anmeldest, teile uns gleich mit, bei welchem der 3 Workshops du mitmachen möchtest. Ein Workshop erstreckt sich jeweils über die zwei Tage.</p>
<p><strong>Zeitplan:</strong><br />
2.3<br />
9.00 oder 10.00 Uhr: Graffiti Spaziergang, alle die schon angereist sind, gehen auf einen Streifzug durch Kreuzberg<br />
12.00 &#8211; 16.00: Workshops</p>
<p>3.3<br />
9.00 &#8211; 16.00 Uhr: Workshops</p>
<p><strong>Beschreibung der Workshops<br />
</strong>Der 2.3 startet morgens mit dem Graffiti Spaziergang, danach besuchen alle die Workshops, die sie jeweils ausgesucht haben.</p>
<p><strong>Spaziergang zum Thema Street Art/Graffiti</strong><br />
Auf unserem Streifzug durch Berlins dichtbemaltesten Bezirk Kreuzberg gehen wir ungewöhnlichen Spuren nach, die sich an Mauerwerken und Hausfassaden befinden. Dabei stoßen wir auf kunstvolle Scherenschnitte, Schablonen, handbemalte Sticker, Throw-Ups und Tags. Wir vollziehen die Entstehung des Graffiti-Writings aus New York und Philadelphia genauso nach wie die politischen Wurzeln des Schablonen-Graffitis. Am Beispiel Kreuzberger Bilder lernen wir die historischen Hintergründe unterschiedlichster Formen urbaner Kunst kennen – von illegal gekachelten Mosaikbildern bis hin zu aufwändigen 3DInstallationen. Wie liest man Graffiti und was bedeuten die vielen Namen? Kunst oder Schmiererei? Wer verbirgt sich hinter den rätselhaften Botschaften? Was ist die Motivation der Maler_innen? Und welche Techniken wurden benutzt? Antworten auf diese und andere Fragen gibt es hier!</p>
<p><strong>Von Disco zu House zu Techno &#8211; Can you feel the bass?</strong><br />
1975, Berlin: Kraftwerk spielen als erste Band ein Album nur mit elektronischen Instrumenten ein. Dieses lassen sie live von vier Robotern auf der Bühne präsentieren. 1977, New York City: Larry Levan mixt als DJ in seiner legendären Diskothek Paradise Garage die Instrumentalpassagen seiner Platten ineinander und legt damit einen Grundstein für die House Music. 1980, Detroit: Juan Atkins, Kevin Saunderson und Jeff Mills verfremden afroamerikanische Rhythmen, Salsa und Diskoelemente, unterlegen ihre Musik mit dem Rhythmus eines Drumcomputers und schaffen so einen völlig neuen Sound, der unter dem Namen Techno berühmt wird. In den 1990er-Jahren entsteht eine neue musikalische und soziale Bewegung, die Millionen von Menschen weltweit begeistert. Techno, House und Clubkultur wurden aber auch immer wieder genutzt, um für ein selbstbestimmtes Leben zu demonstrieren und Rassismus, Homophobie und Geschlechterfragen zu thematisieren. Der Vortrag/Workshop erarbeitet die musikalische und soziale Geschichte dieser basslastigen Bewegung. Im praktischen Workshop-Teil werden die Grundlagen des DJings im House und Techno vermittelt.</p>
<p><strong>Comic und Manga</strong><br />
Comics und deren japanische Variante, Mangas, sind heute mehr denn je ein wichtiges Ausdrucksmittel und Bezugssystem vor allem für Jugendliche. In Japan gibt es Mangas für alle erdenklichen Zielgruppen, die hier er-scheinenden Hefte richten sich aber zumeist an Teenager und lassen sich dem Romance- oder Action/Fantasy/Science Fiction-Genre zurechnen. In oft mehrere tausend Seiten umfassenden seifenoperartigen Serien finden sich auch sensible Geschichten zu Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe oder pubertäre Identitätsfindung. Parallel dazu haben sich sogenannte „Graphic Novels“ als ernstzunehmende Ausdrucksformen zwischen Literatur und Bildender Kunst etabliert. Die bekanntesten sind wohl der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Holocaust-Comic „Maus“ und „Persepolis“, die Autobiografie der Iranerin Marjanne Satrapi. Kurzum: Die heutige Comic-Kultur ist ein Erzählmedium ohne inhaltliche oder stilistische Grenzen, ähnlich wie die Literatur oder der Film. In einer immer stärker von Bildschirm-Medien dominierten Welt machen Kinder und Jugendliche oft ihre ersten Lesefreude-Erfahrungen mit Comics und Mangas. Als Ausdrucksform besteht die Attraktivität für Jugendliche vor allem darin, dass kein anderes erzählerisches Bildmedium die Möglichkeit bietet, eigene Ideen und Geschichten so direkt umzusetzen und zu veröffentlichen. Dementsprechend existiert eine sehr offene, international vernetzte Comic-Fanzine-Szene, in der die meisten der heute wichtigen Comic-Autor_innen angefangen haben. Im Vortrag wird die Geschichte des Mediums besprochen und die Vielfalt an Stilen und Themen präsentiert. Daraufhin werden grundlegende Techniken des Erzählens (Drei-Akt-Struktur etc.) erläutert, gefolgt von einigen Tricks und Tipps zur Umsetzung in Comicform. Diese Erkenntnisse versuchen wir dann im Workshop umzusetzen, indem wir gemeinsam spielerisch zu einem vorgegebenen aktuellen Thema Charakter und Geschichten entwickeln. Diese Geschichten werden dann gemeinsam in einem kopierten „Mini-Comic“-Heft zusammengestellt, wovon alle Teilnehmer_innen ein Exemplar erhalten.</p>
<p><strong>HipHop/Rap</strong><br />
Dieser kulturhistorische Musik-Workshop befasst sich mit den Wurzeln der HipHop-Bewegung am Beispiel Rap/Sprechgesang. Nach einer kurzen audiovisuellen Einführung in das Thema und einigen praktischen Rhythmus-, Reim- und Dynamik-Übungen bekommst Du die Gelegenheit, einen eigenen Raptext zu verfassen. Die Ergebnisse werden individuell vor der Gruppe präsentiert und diskutiert. Diese Workshop-Einheit wird mit einer spontanen, professionellen Musikaufnahme/CD-Produktion abgerundet. Du erhältst eine Kopie des aufgenommenen Songs! Inhalt dieses Workshops ist eine eigene, kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Rap sowie eine kritische Betrachtung gängiger, medialer Klischees dieses Musikgenres.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nein heißt Nein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/nein-heisst-nein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2021 07:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[[CN: Sexualisierte Gewalt.] Die HeRoes Duisburg haben sich für dieses Video mit Übergriffigkeit und sexualisierter Gewalt auseinandergesetzt — und sie sind sich einig: Auch wenn ein &#8222;Nein&#8220; viele verschiedenen Formen haben kann, es bedeutet immer exakt dasselbe: Nein. Ein Nein ist ein Nein ist ein Nein! Und das sollten gefälligst alle respektieren. Vielen Dank für das reflektierte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>[CN: Sexualisierte Gewalt.] Die HeRoes Duisburg haben sich für dieses Video mit Übergriffigkeit und sexualisierter Gewalt auseinandergesetzt </strong><b>—<span class="Apple-converted-space"> </span></b><strong>und sie sind sich einig: Auch wenn ein &#8222;Nein&#8220; viele verschiedenen Formen haben kann, es bedeutet immer exakt dasselbe: Nein. Ein Nein ist ein Nein ist ein Nein! Und das sollten gefälligst alle respektieren. Vielen Dank für das reflektierte Video!</strong></p>
<p><span id="more-13168"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den HeRoes <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schwarm-Stereotype &#038; Vorurteile vs. Diversität im (Rand-)Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/stereotype-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ann Katrin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2021 07:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[An der Fußball-EM — und diversen damit zusammenhängenden Skandalen — kommen wir gerade nicht vorbei, ob wir uns nun für diese Ballsportart begeistern können oder nicht. Fußball gehört irgendwie dazu, oder nicht? Zumindest hat man da schnell ein recht klares Bild vor Augen. Aber wie steht es um Sportarten, die nicht von so vielen Menschen ausgeübt und/oder bejubelt werden?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>An der Fußball-EM </strong><b>— </b><strong>und diversen damit zusammenhängenden Skandalen </strong><b>— </b><strong>kommen wir gerade nicht vorbei, ob wir uns nun für diese Ballsportart begeistern können oder nicht. Fußball gehört irgendwie dazu, oder nicht? Zumindest hat man da schnell ein recht klares Bild vor Augen. Aber wie steht es um Sportarten, die nicht von so vielen Menschen ausgeübt und/oder bejubelt werden? Unsere Autorin Ann Katrin hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt und in diesem Rahmen mit drei Sportler*innen gesprochen. Ihren Text und die Interviews lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-13152"></span></p>
<p>Sportliche Aktivitäten sind seit jeher ein wichtiger Bestandteil einer jeden Gesellschaft, auf die eine oder andere Weise. Positive Aspekte wie ein persönliches Zugehörigkeitsgefühl, psychische und physische Vorteile und die Macht zu sozialen Veränderungen lassen sich sehr schnell erkennen. Für letzteres ist das neuste Beispiel die Debatte um das Erleuchten des Münchener Fußballstadions in Regenbogenfarben als Protest gegen das LGBTIQ+ feindliche Gesetz in Ungarn. Leider zeigte sich die UEFA dem Vorhaben abgeneigt, mit einer Begründung zur angeblichen politischen Neutralität die aber finanzielle Gründe vermuten lässt.</p>
<p>Neben vielen politischen oder finanziell begründeten Diskussionen bergen Sportarten, besonders die weniger Bekannten Rand-Sportarten auch heute noch viele Stereotypen gegen die SportlerInnen und führen daher auch wieder und wieder zu Diskussionen über die persönliche sexuelle Orientierung, die Einstellung zum Sport, die Motivation der Aktiven und vieles mehr. Viele Fälle zeigen nur die Wiedergabe von allgemein bekannten Stereotypen gegenüber den SportlerInnen. Entweder weil dieses begrenzte Bild durch die persönlichen Beziehungen oder die Medien vermittelt werden. Ein weiterer Faktor für das Fortbestehen derselben Vorurteile ist die einfache Unwissenheit. Personen die sich nicht mit den verschiedenen Sportarten auskennen neigen dazu diese mit Stereotypen zu verbinden. Für die SportlerInnen kann so ein Gespräch oder direkte Rückmeldung sehr unangenehm oder (je nach persönlicher Einstellung) auch ärgerlich und sogar verletzend sein. Die Unterschiede in den nationalen Sportarten oder die Beliebtheit von Sportarten in den verschiedenen Ländern spielt nur noch eine kleine Rolle. Die weltweite Aufmerksamkeit wird in den letzten Jahren immer mehr auf Randsportarten gelenkt. Sowohl das Internet als auch die verstärkte Darstellung durch Streaming Services wie Netflix (hier wurde 2020 die Serie Cheer veröffentlicht) oder Amazon Prime (diese bieten eine Auswahl an Channels mit Wettkämpfen oder Dokuserien) bieten Unterstützung das allgemeine Verständnis aufzuklären.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich habe zu dem Thema der Vorurteile in Randsportarten drei SportlerInnen befragt:<br />
Cheerleading ist in Deutschland mit mindestens 20.000 SportlerInnen noch ein sehr kleiner Wettkampf-Sport, obwohl die allgemeine Aktivität durch das amerikanische Bild fast jeder Person bekannt ist. Aber leider resultieren aus der geringen Bekanntheit dieses Wettkampfsports auch weiterhin viele Vorurteile den SportlerInnen gegenüber.</p>
<p>Stefan (männlich) und Laura (weiblich) (Namen zur Sicherheit geändert) kommen beide aus dem Cheerleading und haben mit mir über ihre Erfahrungen gesprochen:</p>
<ol>
<li>Welche Motivation treibt dich an gerade diesen Sport zu betreiben? Welche Faszination steckt dahinter?</li>
</ol>
<p><i>S.: Die Mischung aus Bodenturnen und Akrobatik. Besonders gefesselt hat mich die Faszination des Partnerstunts. Beim Partnerstunt wird eine Person, der Flyer, von einer anderen Person, der Base gehoben. &#8230;. Das Zusammenspiel und Vertrauen, das nötig ist um schwere Elemente zu meistern, der Weg dahin, das Üben und sogar das Versagen auf dem Weg ist das, was mich an diesen Sport gefesselt hat.</i></p>
<p><i>L.: Dieser Sport ist einfach mal was anderes, man fühlt sich total frei und es bringt Spaß. Es ist eine Mischung aus Tanz, Akrobatik und Stunts was ist sehr gut finde. Man ist ein großes Team und hält zusammen. Ich kenne keine andere Sportart in der Vertrauen im Team so wichtig ist wie bei dieser Sportart. Zudem finde ich es ziemlich aufregend sich für eine Meisterschaft vorzubereiten. Man ist voller Adrenalin und Aufregung und sobald man durch ist, ist man als Team so froh und stolz, dass man es geschafft hat. </i></p>
<ol start="2">
<li>Wie oft besprichst du dein sportliches Hobby mit Freunden, Bekannten oder fremden Personen?</li>
</ol>
<p><i>S.: Da ein Großteil meines Freundeskreises ebenfalls aus Cheerleadern besteht, ist Cheerleading unter uns auch häufig ein Thema. Mit Bekannten oder Fremden kommt das Thema meist in der ersten Zeit beim Kennenlernen auf. Da ich sehr gern über den Sport spreche kommt es auch häufig vor, dass ich das Thema anspreche.</i></p>
<p><i>L.: Ich bespreche meinen Sport überwiegend nur mit denen die auch diesen Sport betreiben, denn viele sehen den Sport nicht wirklich an, weil die meisten denken, dass man ja nur mit irgendwelchen pom poms durch die Gegend läuft.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<ol start="3">
<li>Was sind die häufigsten Reaktionen von den Gesprächspartnern?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>S.: Die erste Reaktion ist meist, ob das nicht ein reiner Frauensport ist oder welche Mannschaft ich denn anfeuern würde. Häufig werde ich im ersten Moment auch stark belächelt. Viele andere haben das Bild der Sideline Cheerleader im Kopf, die ein anderes Team unterstützen und verstehen es nicht, wenn ich erkläre, dass wir für Meisterschaften und nur für uns Selber trainieren. Je jünger ich und meine Gesprächspartner sind oder waren, desto länger braucht es, bis der Gesprächspartner verstanden hat, worum es beim Meisterschaftscheerleading eigentlich geht.</i></p>
<p><i>Einer der Kommentare, der immer wieder aufkommt ist „Ist das nicht das mit den Puscheln?“ oder auch Kommentare wie „Trägst du dann auch einen Minirock?“. Oft wird auch sofort eine Mutmaßung zu meiner sexuellen Orientierung getroffen und ich werde gefragt, ob ich schwul bin.</i></p>
<p><i>L.: Die Reaktionen von den anderen sind überwiegend negativ und abweisend. „ach das ist doch das mit den Pom poms und wo jeder mit jedem rum macht“</i><br />
<i>„Ist aber schon ganz schön billig sich so zu zeigen mit einem kurzen Röckchen“</i><br />
<i>„ein wenig hin und her laufen kann doch jeder. Um Cheerleader zu sein braucht man kein Talent“</i><br />
<i>„Sind doch die, die immer am Rand stehen beim Basketball und so oder?“ </i><br />
<i>„Wie jetzt?! Jungs machen da auch mit? Wie schwul ist das denn?!“</i></p>
<ol start="4">
<li>Wurden dir im Zusammenhang mit der Sportart schon einmal sexistische Kommentare gegeben? Gab es Kommentare, welche eine typische geschlechtliche Orientierung implizieren?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>S.: Durch das Stereotypische Bild eines Cheerleaders als junges Mädchen, das beim Football leicht bekleidet am Spielfeldrand steht und das Publikum anheizt, kommt es sehr häufig zu sexistischen Kommentaren. Mir gegenüber hauptsächlich wie eben erwähnt, eine Mutmaßung, dass ich Homosexuell sei. Bei den Frauen aus dem Cheerleading habe ich häufig erlebt, dass sie als „leicht zu haben“ gelten und, dass Männer offen über ihre Phantasien mal mit einer Cheerleaderin ins Bett zu gehen sprechen.</i></p>
<p><i>L.: Ja, es wurden schon des Öfteren sexistische Kommentare abgegeben. Das gab es auch schon sehr oft</i></p>
<ol start="5">
<li>Was empfindest du beim Erhalt solcher Kommentare?</li>
</ol>
<p><i>S.: Anfangs hat es mich sehr gestört und belastet. Wenn man als Kind bereits mit Sexismus und Kommentaren zur sexuellen Orientierung konfrontiert wird, ist es schwer das einfach abzuschütteln. Inzwischen als erwachsener Mann ist es deutlich leichter über Vorurteile und Stereotypen zu lachen, den Menschen zu zeigen, was der Sport wirklich beinhaltet und aufzuklären. Häufig habe ich danach auch positive Reaktionen erhalten. Dadurch, dass der Sport, wenn man ihn auf einem hohen Niveau ausübt, sehr Visuell ist, kann man damit die nötige Athletik und Sportlichkeit anhand von Videos schnell erkennen.</i></p>
<p><i>L.: Ich fühle mich oft sehr komisch und schlecht, weil ich immer denke, dass sie recht haben könnten, weil sie diese Sportart immer so schlecht reden.</i></p>
<ol start="6">
<li>Wünschst du dir eine andere Reaktion der Gesprächspartner? Wenn ja, welche?</li>
</ol>
<p><i>S.: Manchmal würde ich mir wünschen, dass meine Gesprächspartner, wenn sie den Sport nicht selber gesehen oder ausgeübt oder zumindest mit einem Sportler darüber gesprochen haben, nicht davon ausgehen, dass die Art auf die Cheerleader in Filmen dargestellt werden, der Realität entspricht. Ich bin nicht verletzt oder sauer, wenn jemand nicht weiß, was Cheerleading eigentlich ist und ich bin immer gern dazu bereit einen Einblick zu geben und zu helfen. Aber wenn jemand mir wieder die gleichen Vorurteile erzählt, die ich seit Mittlerweile 12 Jahren immer wieder höre, dann enttäuscht mich das definitiv.</i></p>
<p><i>L.: Ich würde mir wünschen, dass diese Sportart mehr Anerkennung bekommen würde. Das mal gesagt wird “Wow ist das gefährlich, dafür muss man bestimmt richtig lange üben. Respekt!”</i></p>
<ol start="7">
<li>Weist du deine Gesprächspartner daraufhin, wenn die Kommentare dich verletzen oder dir unangebracht erscheinen?</li>
</ol>
<p><i>S.: Für gewöhnlich gehe ich immer davon aus, dass es sich bei solchen Kommentaren um Unwissenheit und nicht bösen Willen handelt und spreche es nicht an. Wenn es aber zum wiederholten Mal passiert, dass mich jemand mit dem Sport den ich ausübe anzugreifen versucht, kann es schon passieren, dass ich eine entschiedene Grenze setze und meinem Gesprächspartner sage, dass seine Kommentare unangebracht und verletzend sind.</i></p>
<p><i>L.: Ich sage immer, dass die keine Ahnung haben und nicht urteilen sollen, sondern einfach mal mitkommen und man dann ja sehen wird, ob das alles so easy ist.</i></p>
<p>Als nächstes habe ich Timon (männlich) <i>(Namen zur Sicherheit geändert)</i> zu seinen Erfahrungen aus dem Eishockey befragt. Ebenso wie Cheerleading ist Eishockey zwar bekannt, birgt aber auch viele stark festgelegte Geschlechterrollen für die SportlerInnen. In dieser Sportart hat Deutschland ca. 30.000 SportlerInnen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<ol>
<li>Was sind deine persönlichen Erfahrungen aus dem Eishockey bezüglich definierter Geschlechterrollen oder Vorurteile gegenüber den SportlerInnen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Erster Spruch du siehst nicht aus wie Eishockeyspieler, Spieler werden häufig als großen muskulösen Mann vorgestellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<p><i>Das Bodyshaming kam häufig durch das heranwachsen. Bis 6 Jahre haben die Teams häufig zusammen geduscht und danach wurden wir dann separiert in Männer und Frauen. Dann sind von den Jungs auch Kommentare gekommen. Dann kamen auch Imitationen, ´ich versteh das nicht, ich bin 8 Jahre, davor hat es auch funktioniert´. In der Pubertät kamen dann noch mehr Kommentare, teilweise zum dominieren, um zu zeigen wer das sagen hat. Z.b. wurde den Frauen gesagt, die vorher geduscht haben, sie sollen sich beeilen, die Männer wollen auch duschen. Einmal ist ein Mann in die Frauendusche gekommen, sein Kommentar war “chillt euch mal, ich guck euch nichts ab”. Also um die Scham in der Situation zu überspielen, hat er es wohl mit einem sexistischen Spruch überspielt.</i></p>
<p><i>Situationen auf dem Eis waren teilweise so, dass die Frauen im Team teilweise besser waren als die Männer und haben teilweise auch in der Nationalmannschaft gespielt. In der Nationalmannschaft gibt es andre regeln, weniger Körperkontakt und Fouls werden schneller geahndet. Es wird davon ausgegangen, dass der Körper einer Frau schwächer ist, wenn Frauen zusammen spielen sei es friedvoller. Es gab Kommentare wie zb gegen andere Leistungsmannschaften (internationaler) “das sind ja alles Mannsweiber” weil die Frauen auch ruppiger gespielt haben. Es wurde auch gesagt, damit die deutschen Frauen besser werden sollen sie mit den Männern im selben Team um da nicht in Watte gepackt werden.</i></p>
<ol start="2">
<li>Wie waren/ sind die Reaktionen mit anderen Personen außerhalb des Sports?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Im Gespräch mit Leuten außerhalb des Sports kam es zu Verwunderung, weil Eishockey oft als Männer Sport betrachtet wurde oder haben sich darüber lustig gemacht, dass die Frauen oftmals besser spielen als die Männer. “Zeig den Frauen mal wie das Eishockey geht”, ein anderes Thema war auch in Jungs Gruppen, dass es ums frauenaufreißen geht, nach dem High-School Klischee und die Frauen himmeln einen an, was innerhalb des Teams als Trophäen Sammlung gewertet wurde, auch wenn jemand eine Freundin hatte. Das ist aber nichts so besonders nur fürs Eishockey, sondern eher in der jeglichen Jungs Gruppen.</i></p>
<p><i>Mit dem Gesprächspartner gab es keine Aufklärungsgespräche, ich zu meinem Teil war zu unbewusst darin. Bei solchen Themen war ich in meiner Jugend total irritiert und hab es über mich ergehen lassen. Ich weiß das etwas falsch daran ist. Aber ich weiß nicht was falsch ist. Als Kind respektiert man die Erwachsenen ja auch und fängt dann nicht an dagegen zu reden. Gerade für die Erwachsenen wäre es in deren Augen respektlos auch wenn man es auf argumentativen Wegen machen würde.</i></p>
<ol start="3">
<li>Wie ist der Austausch mit anderen Teammitgliedern oder Ehemaligen SpielerInnen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Wenn ich mit den Leuten in Kontakt komm, und man kommt gemeinsam auf das Thema, dann würde ich gerne darüber sprechen. Ich würde das Thema aber nicht aufzwingen, was sie als Kinder gemacht haben. Dann wäre es für mich anmaßend und das will ich auf keinen Fall. Ich merk es aber auch bei andren Spielern mit denen ich noch in Kontakt stehe, da ist schon eine erwachsene Haltung du das Thema wird nicht mehr so gelebt. Der Status Eishockey Spieler nicht mehr als Trophäe gesehen wurde oder als Mittel um Frauen zu beeindrucken.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<ol start="4">
<li>Wie würdest du heute mit Kommentaren bezüglich Stereotypen oder Vorurteilen umgehen?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p>4.1. Siehst du bei Eltern oder dem direkten Umfeld von Kindern eine gewisse Rolle in der Vermittlung von Vorurteilen?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><i>Würde ich es deeskalierend ansprechen, ich würde es rückfragen “Verstehst was du da sagst”, und dazu anregen, dass eine Reflektion stattfindet. Z.b. bei sexistischen Beleidigungen, würde ich im Team den Status des Menschen ansprechen “Weißt du was du da gesagt hast oder weißt du was die andere Person fühlt” um es fragend anzusprechen.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></p>
<p><i>Es gab auch Momente, dass wenn das eigene Kind einen Check bekommen hat vom Gegner die Eltern den Gegner lautstark beleidigt haben. Unser Coach ging mal soweit und hat die Eltern verwarnt, dass wenn da nächste Mal vorkommt und sie dann zuhause bleiben und nicht mehr am Rand stehen dürfen. Das habe ich damals unterstützt und hinter jedem Gegner steht auch ein Mensch. Man kann sein Kind anfeuern und sich beschweren bei Fehlentscheidungen. Aber persönliche Beleidigungen, gegen die Kinder, die Eltern gehen unter die Gürtellinie und das würde ich gegen angehen. Das konnte der Coach aber auch machen, weil er von den Eltern angesehen wurde. Es kommt auch auf das Standing an, inwiefern die Eltern dich respektieren und ihnen klar sagen, wenn etwas nicht geht.</i></p>
<ol start="5">
<li>Was für Reaktionen würdest du dir im besten Fall erwünschen, wenn es um das Thema Eishockey geht?<span class="Apple-converted-space"> </span></li>
</ol>
<p><i>Bei dem Thema Mannweib, was auch von anderen Spielern oder Eltern genutzt wurde, mehr Bewusstsein wünschen, dass dies beleidigenden Worte sind. Wenn eine Person außerhalb des Sportes sowas sagt, kann ich es nicht übel nehmen würde mir aber mehr Bewusstsein wünschen. Bei Leuten die ich privat kenne, die ein spiel gesehen haben, ist das Bewusstsein hinterher anders. Oftmals fehlt auch der Bezug zur Sportart, weil Eishockey auch eine Rand Sportart ist. Auch der Umgang im Team, manche Situationen hätten nicht sein müssen, aber dass die Betreuerinnen ungelernte Eltern sind (ohne pädagogische Vorerfahrung) kann ich es auch nicht vorhalten, wenn sie so denken wie sie es tun.</i></p>
<p>Es lässt sich leider erkennen, dass Sport ohne Vorurteile nur selten funktioniert. Häufig entstehen diese jedoch nur aus Unbekanntheit und weniger aus der Intention heraus, die SportlerInnen zu verletzen oder zu beleidigen. Denn was alle SportlerInnen immer wieder beschreiben, ist ein allgemeines Gemeinschaftsgefühl in der jeweiligen Sportart und dass Fairness gegenüber den Gegnern oder anderen Teams auch bei Wettkämpfen eingehalten werden soll.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Zusammenhalt im Team kann durch sexistische oder andersfeindliche Kommentare auch beeinträchtigt werden. Leider können diese gleichermaßen durch das Elternhaus wie auch das Team selbst vermittelt werden, wenn ein scheinbares Gesamtbild gegen eine Ansicht besteht. Gerade für Kinder oder Jugendliche ist es schwer gegen diese Meinung anzutreten, weil sie sich noch entwickeln und eine respektvolle Haltung gegenüber den Erwachsenen haben. Wenn Vorbilder es nicht richtig oder fair vorleben, folgen jüngere Personen diesem Beispiel und tragen die Ungleichheit weiter.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Daher sollten sich in der heutigen, divers aufgestellten und stark verändernden Gesellschaft Teams und auch die Vereine mit deutlich mehr Mitgliedern für Gleichberechtigung aller Orientierungen einsetzen, denn solche Positionierungen können den Mitgliedern und Fans oder Verwandten der Aktiven helfen eine Meinung zu bilden oder zu ändern. Wenn sich jedoch bereits große Verbände dagegen wehren ihre Macht einzusetzen und auf internationaler Ebene mitzuhelfen Personen zu mehr Gleichberechtigung zu verhelfen, dann stellt sich die Frage worum es diesen Verbänden wirklich geht? Darüber hinaus kommt die Frage auf, ob es sich Vereine es sich heutzutage noch leisten können “politisch neutral” aufzutreten? Fördern sie dadurch die Diversität ihrer eigenen Teams wirklich?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Zum Thema Fußball und Gender haben auf meinTestgelände auch schon <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/11/baelle-haben-kein-geschlecht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Lilith</strong></a> und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/06/rundballsport-nur-fuer-penistraeger/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Jasmin</strong></a> geschrieben.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Im Hier und Jetzt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/im-hier-und-jetzt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Jun 2021 07:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13097</guid>

					<description><![CDATA[CN: Sexualisierte Gewalt. Vor einer Weile konnten wir euch darüber informieren, dass Celine ihren Stiefvater angezeigt hat und der Prozess gegen ihn begann. Nun meldet sie sich leider mit nicht so guten Nachrichten. Wir danken dir weiterhin für deine Offenheit, dafür, dass du deine Geschichte mit uns teilst, liebe Celine, und wünschen dir viel Kraft.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>CN: Sexualisierte Gewalt. Vor einer Weile konnten wir euch darüber informieren, dass Celine ihren Stiefvater angezeigt hat und der Prozess gegen ihn begann. Nun meldet sie sich leider mit nicht so guten Nachrichten. Wir danken dir weiterhin für deine Offenheit, dafür, dass du deine Geschichte mit uns teilst, liebe Celine, und wünschen dir viel Kraft.</b></p>
<p><span id="more-13097"></span></p>
<p>Ich hatte gelernt, wieder Nein zusagen. Ich hatte gehofft, dass ich all das schaffe. Dass ich wieder frei sein kann war doch eigentlich vorauszusehen. Dass meine Alpträume endlich aufhören, und ich hatte gehofft wieder lieben zu können und Menschen mein Vertrauen schenken zu können.</p>
<p>Ich hatte gehofft, dass ich das Licht wieder sehen kann, aber ich habe mich da wohl leider getäuscht.</p>
<p>Kennt ihr den  §174 Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen?</p>
<p>Die Erfassung mit einem Elternteil in einer Partnerschaft lebenden Personen in den Tatbestand des § 174 StGB (Missbrauch von Schutzbefohlenen) erfolgte erst Anfang 2015, so dass 2013 diese Taten noch nicht strafbar waren.</p>
<p>Das, was man mir angetan hat, wird nicht bestraft, wird fallen gelassen. Keine Verurteilung und auch kein Freispruch. Das sagte man mir 3 Wochen vor der dem Gerichtstermin, die sagten mir, dass in der Verhandlungsvorbereitung der Staatsanwaltschaft aufgefallen sei, dass die Taten zu meinem Nachteil noch nicht strafbar waren.</p>
<p>Nach 2 Jahren, nach all der Hoffnung die ich hatte, nach allen Höhen und Tiefen und nach all der Angst gehe ich nur noch zur Gerichtsverhandlung am 27. April und sage für meine Schwester aus, mit der letzten Hoffnung die ich habe.</p>
<p>Mit meiner letzten Kraft, und danach bin ich fertig mit dem Ganzen, denn auch die Staatsanwaltschaft wird mir hier nicht mehr weiterhelfen können, liebes Deutschland.</p>
<p>Ich bin Celine Grace Senses und ich wurde Opfer von sexuellen Missbrauch 2011-2016. Mir wurde ein Stück Kindheit genommen. Und mir wird dieses Stück Kindheit nie wieder zurück gegeben. Ich bin Celine Grace Senses und habe euch hier meine Geschichte erzählt.. eine von vielen Geschichten.. Danke!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Celine hat über das, was ihr angetan wurde, einen beeindruckenden Text geschrieben. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/09/celine-es-war-2011/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hör ihn dir hier an</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Inter* Geschichte</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/inter-geschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 07:04:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12853</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr über einen neuen Text von Ika. Heute geht es um die Geschichte von Inter* Personen — und was wir aus ihr lernen können. Wie immer zugänglich reflektiert Ika die Gründe, Gedanken, Gefühle und Erfahrungen festzuhalten und darüber zu schreiben — und weshalb kaum etwas so ermächtigend und mutmachend ist wie die Geschichten anderer Queers. Schon]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr über einen neuen Text von Ika. Heute geht es um die Geschichte von Inter* Personen —<span class="Apple-converted-space"> </span>und was wir aus ihr lernen können. Wie immer zugänglich reflektiert Ika die Gründe, Gedanken, Gefühle und Erfahrungen festzuhalten und darüber zu schreiben —<span class="Apple-converted-space"> und weshalb kaum etwas so ermächtigend und mutmachend ist wie die Geschichten anderer Queers.</span></strong></p>
<p><span id="more-12853"></span></p>
<p>Schon im Jahr 1907 wurde das erste mal in deutscher Sprache über Intersexualität geschrieben.<br />
Unter dem Pseudonym N.O. Body veröffentlichte Karl M Baer seine Autobiographie „Aus eines Mannes Mädchenjahren“. Das Buch erlebt schnell mehrere Neuauflagen und wurde im Jahr 1919 sogar als Stummfilm verfilmt.</p>
<p>Das Buch schildert das aufwachsen einer Intergeschlechtlichen Person, der* zunächst als Mädchen erzogen wird und später als Mann lebt.<br />
Es gibt ein Nachwort vom berühmten Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld.<br />
Die Kindheit und Jugend als intergeschlechtliche Person sind schwer zu der Zeit.<br />
Es gibt Verletzungen und Einsamkeit.<br />
Trotzdem ist es ein Buch das erzählt, wie Karl M Baer seinen Weg geht und findet.</p>
<p>Obwohl ich mich mit Intersexualität als Thema jetzt schon etwas länger beschäftige habe ich erst vor kurzem von dem Buch erfahren. Das ist kein Zufall.<br />
1938 musste Karl M Baer Deutschland verlassen. Als Jude und Inter* musste er vor den Nazis fliehen.<br />
Am 6 Mai 1933 wurde das Institut für Sexualwissenschaften von Magnus Hirschfeld von Nazis zerstört und die dortigen Bücher – also auch das von Karl M Baer – verbrannt.</p>
<p>Es hat bis 1993 gedauert bis es eine Neuauflage dieser ersten Interbiographie gab. Als ich das alles zum ersten mal gehört habe , war ich unglaublich traurig.</p>
<p>Ich hab dieses Buch nur gesehen. Hatte noch gar nicht darin gelesen und musste weinen.<br />
Weil es sich anfühlt als wäre mir ein Teil meiner Geschichte geklaut worden.<br />
Weil ich darüber nachgedacht habe – wie es anders hätte laufen können.</p>
<p>Wenn die Nazis nicht an die Macht gekommen wären. Wenn „Aus eines Mannes Mädchenjahren“ weiter verbreitet worden wäre, wenn das Institut für Sexualwissenschaften weiter hätte forschen können. In was für einer anderen Welt hätte ich als Inter* groß werden können?<br />
Mit Vorbildern. Mit einer Geschichte.</p>
<p>Aber neben der Trauer ist da auch Wut und Trotz.<br />
Ich denke mir – es wurde alles gemacht, um diese Geschichte auszulöschen.<br />
Und es hat lange gedauert. Aber sie ist verdammt nochmal trotzdem da.</p>
<p>Auch wenn ich die Sprache von 1907 manchmal schwer zu lesen finde – kann ich heute hier sitzen und davon lesen dass es andere vor mir gab.<br />
Diese Worte sind immer noch da.<br />
Und können mir Kraft und Bestätigung geben.<br />
Oder zumindest die Versicherung – nicht allein zu sein.</p>
<p>Aber nicht nur früher gab es Menschen die uns als Inter* unsichtbar machen wollten.<br />
Darum ist für mich klar , dass ich als Inter* gar nicht anders kann als gegen Faschismus zu sein.<br />
Darum denke ich dass es wichtig ist, sich alten und neuen Nazis in den Weg zu stellen.</p>
<p>In Deutschland ist es aktuell die Afd, die von Gender Gaga spricht und sich über uns lustig macht oder uns bedroht. Es sind Corona-Leugner, die in Wien Regenbogenfahnen verbrannt haben.</p>
<p>In Ungarn hat Orban ein neues Gesetz erlassen, dass es Trans* und Inter* unmöglich macht, ein bei Geburt festgelegtes Geschlecht später auch offiziel anzupassen.<br />
In Polen gibt es Regionen die sich als „LGBT Ideologie freie Zonen“ bezeichnen.</p>
<p>Aber dieses Wissen über die Geschichte vom Buch „Aus eines Mannes Mädchenjahren“ ist auch ein starker Antrieb. Zu schreiben. Weil ich mir wünsche, dass andere Inter* irgendwann groß werden und Vorbilder und eine Geschichte haben können.</p>
<p>Für mich war es eine der Sachen die mir am meisten Kraft gegeben haben:<br />
Geschichten von anderen mutigen Queers zu lesen.<br />
Darum möchte ich an dieser Stelle gerne allen Inter*<br />
und allen die sich selbst selten oder nie irgendwo wieder erkannt haben &#8211;<br />
in den Büchern und Geschichten des Mainstreams &#8211; sagen:<br />
lasst uns schreiben.</p>
<p>Gegen die Ignoranz. Gegen das Vergessen. Haben wir Worte. Und Gefühle.<br />
Und sogar wenn man Bücher verbrennt<br />
Sind die Worte und Gefühle<br />
stärker.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Heute gibt es<span class="Apple-converted-space"> </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Vx6aKAMYDHk" target="_blank" rel="noopener"><strong>etwas ältere Musik</strong></a>. <span style="font-size: 1.14285rem;">Diesmal <a href="https://www.youtube.com/watch?v=eeX-QUgnXRI" target="_blank" rel="noopener"><strong>sogar zwei Lieder</strong></a>: v</span><span style="font-size: 1.14285rem;">on zwei tollen Sängerinnen/Liedermacherinnen, </span><span style="font-size: 1.14285rem;">die beide Antifaschistinnen waren bzw. sind.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>(Don&#8217;t) Call the doctor</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Mar 2021 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Höchste Zeit für eine neue Kolumne von Ika! Und zwar wieder mal mit einem sehr wichtigen Thema. Ärzt*innen und Mediziner*innen mangelt es viel zu oft nicht nur an ausreichend Kenntnissen zum Thema Inter* oder auch Trans*, sondern vor allen Dingen auch an Sensibilität und Empathie. Warum wird bei Unsicherheit nicht einfach nachgefragt? Warum werden persönliche]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Höchste Zeit für eine neue Kolumne von Ika! Und zwar wieder mal mit einem sehr wichtigen Thema. Ärzt*innen und Mediziner*innen mangelt es viel zu oft nicht nur an ausreichend Kenntnissen zum Thema Inter* oder auch Trans*, sondern vor allen Dingen auch an Sensibilität und Empathie. Warum wird bei Unsicherheit nicht einfach nachgefragt? Warum werden persönliche Grenzen nicht respektiert? Warum werden Körper, die nicht der vorgegebenen und auswendig gelernten &#8222;Norm&#8220; entsprechen, exotisiert? All das und noch viel mehr fragt sich Ika in diesem Text.</strong></p>
<p><span id="more-12795"></span></p>
<p>Die erste Person, die mir hätte mitteilen können, dass ich nicht Junge oder Mädchen bin, war eine Gynäkologin.<br />
Aber statt mir zu sagen, dass ich Inter* bin und dass es völlig okay ist Inter* zu sein<br />
hat sie nur von einem „genetischen Defekt“ gesprochen.<br />
Hat Krankheits- und Syndrome-Begriffe genannt, die so gar nicht zu dem Bild was ich von mir selber hatte passten und mich dabei angeguckt als wäre ich ein Monster.</p>
<p>Vor 4 Jahren war ich bei einem Betriebsarzt. Ich sollte mein Shirt ausziehen und habe das getan. Er guckt mich an und meint: &#8222;Ja also – äh, Ihre Brust – hat die schonmal wer untersucht – also ich meine….&#8220;<br />
Ich sage: &#8222;Ich bin trans*, die ist schon ok so.&#8220;<br />
Er fragt: &#8222;Ja – aber Sie wirken ja schon eher männlich, also wann leben Sie das dann aus?&#8220;<br />
Ich sage: &#8222;Jetzt. Ich bin Transmann. Und auch Intersex.&#8220;</p>
<p>Der Arzt guckt immer länger und aufdringlicher und ist wohl froh, so etwas, also mich, mal in Echt zu sehen.<br />
Er meint das sei ja alles so spannend – und will wissen<br />
– &#8222;Also schlafen Sie dann jetzt eigentlich mit Männern oder Frauen?&#8220;<br />
Ich ignoriere die Frage – obwohl ich wohl am besten geantwortet hätte: Selbstverständlich nur mit anderen Zwittern.</p>
<p>Stattdessen redet er weiter mit sich selbst über meinen Körper. &#8222;Das ist ja bemerkenswert &#8211; weil also auf den ersten Blick merkt man ja gar nichts – und dann &#8211; also Sie können das dann auf der Arbeit sicher auch gut verstecken.&#8220;<br />
Ich glaube, das sollte ein Kompliment sein.<br />
Eigentlich konnte vor allem er seine Professionalität sehr gut verstecken.</p>
<p>Vor zwei Jahren war ich zu einer Leberuntersuchung an der Uniklinik – und wurde als erstes laut als Frau aufgerufen und dann von allen im Wartezimmer wegen meinem Bart angestarrt.<br />
Der Arzt ist jetzt auch überfordert und unsicher – aber anstatt das einfach zuzugeben schnauzt er mich an und meint: &#8222;Ja- Herr – Frau – woher soll man da auch wissen, wie man Sie jetzt ansprechen soll.&#8220;</p>
<p>Später dann will er wissen ob ich denn die Brust noch noch operieren will und findet, es sei ja schon besser sowas dann auch komplett durchzuziehen.<br />
Ich versuche seine ungebetenen Ratschläge zu ignorieren und mein Inter*Trans* sein zu erklären, aber er hört gar nicht wirklich zu.</p>
<p>Dann fängt er auch nach meiner Heimat zu fragen. Nachdem wir also schon zusammen meine Genitalien diskutiert haben – obwohl ich ihn gar nicht kenne und er natürlich nichts von sich erzählt – möchte er jetzt auch noch meine ganze Familiengeschichte erfahren. Ich gehe nie wieder zur Leber-Untersuchung.<br />
Dafür mache ich mir – nicht zum ersten Mal – Gedanken über das Thema Inter* in der Medizin.</p>
<p>In unserer Gesellschaft haben Ärzt*innen eine ziemliche Machtposition.<br />
Für manche sind sie wie Halbgötter in Weiß.<br />
Noch immer sind es Ärz*innen, die Inter* als Krankheit definieren. Die Kinder ungefragt an den Genitalien operieren oder Hormone verabreichen ohne darüber aufzuklären.</p>
<p>Ärtzt*innen lernen im Studium: Genau so sieht ein &#8222;normaler&#8220; Mensch aus. Alles andere ist ein Problem.<br />
Dann wird auswendig gelernt, was bei welcher Abweichung zu tun sei, damit alles wieder &#8222;normal&#8220; wird.</p>
<p>Sicher gibt es mittlerweile auch ein paar Progressive in der Medizin, die das anders sehen, aber die Mehrheit glaubt: &#8222;Inter* ist eine Krankheit . Und es ist Aufgabe der Medizin sie zu heilen. Auch wenn diese &#8222;Heilung&#8220; aus Narben und Trauma und Scham besteht, ist das immer noch besser, als einen Körper zu haben, ohne Narben, der aber offensichtlich Inter* ist.&#8220;</p>
<p>Auch wenn es ein großer Erfolg war, dass es endlich einen dritten Geschlechtseintrag gibt, hat es traurig und wütend gemacht, dass wieder ausgerechnet Mediziner*innen entscheiden und begutachten sollen, wer denn jetzt Inter* genug ist. Obwohl es laut Medizin ja eigentlich gar keine Inter* gibt, sondern nur viele verschiedene Syndrome und Diagnosen von Leuten die alle eigentlich Männer* oder Frauen* seien, nur eben mit Abweichungen, die es zu korrigieren gilt.</p>
<p>Aber auch abgesehen von dem spezifischem Inter* Thema ist mir bei vielen Kontakten mit Ärzt*innen folgendes aufgefallen: Sie alle lernen wohl sehr viele Latein-Vokabeln im Studium, aber scheinbar gibt es kein einziges Seminar zu Empathie. Keine einzige Schulung darin, ein freundliches Gespräch mit Patient*innen zu führen.</p>
<p>Oder die Mediziner*innen, die ich getroffen habe, haben alle ausgerechnet dieses Seminar verpasst.<br />
Jedenfalls bin ich wütend. Viele andere Inter* auch. Weil es Zeit wird, dass auch Mediziner*innen unsere Körper respektieren. Und nicht daran herum experimentieren.</p>
<p>Das biologische Geschlecht ist komplexer als die meisten glauben.<br />
Hormone, Chromosonen, innere und äußere Anatomie spielen eine Rolle.<br />
Im Übrigen ist jeder Mensch als Embryo Inter* und fast alle Menschen haben sowohl Testosteron als auch Östrogen im Blut.</p>
<p>Es gibt soviel Unwissen zu dem Thema biologisches Geschlecht, dass ich einmal, nachdem ich mich als Inter* geoutet habe, von einer Person gefragt wurde: &#8222;Ja und welche Farbe hat dann dein Blut?&#8220;<br />
Es ist Rot. Leider gibt es kein Regenbogenfarben-Inter*-Blut, womit ich angeben könnte.<br />
Es glitzert auch nicht im Dunkeln.</p>
<p>Denn obwohl unsere Körper so exotisiert werden gilt ja: eigentlich sind die Ähnlichkeiten zwischen Inter* und Endo (nicht Inter*) Körpern sehr viel größer als die Unterschiede.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Ikas Musikempfehlung: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=_37YRkp4hIQ" target="_blank" rel="noopener"><strong>Ein toller RiotGrrrl Song dazu</strong></a>.</li>
<li>Alle Texte von Ika findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/ika/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>mytruestorys2000: Sicherheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2021 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute dürfen wir euch wieder einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Kreativ- und Schreibwettbewerb für Mädchen und junge Frauen „Das ist mir was wert!“ präsentieren. Der Wettbewerb wurde gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesem Text beschreibt die junge Autorin eindrucksvoll, welchen Einfluss Rassismus und Hass auf ihr Leben und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute dürfen wir euch wieder einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Kreativ- und Schreibwettbewerb für Mädchen und junge Frauen „<a href="https://www.lizzynet.de/wws/dasistmirwaswert-wettbewerb.php?sid=41092982455971637358762546255030" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das ist mir was wert</a>!“ präsentieren. </strong><strong>Der Wettbewerb wurde gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesem Text beschreibt die junge Autorin eindrucksvoll, welchen Einfluss Rassismus und Hass auf ihr Leben und ihre Entscheidungen haben&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-12769"></span></p>
<p>Ich habe mich in diesem Land immer sicher gefühlt. Es gab nie einen Grund, um von irgendeiner Gefahr auszugehen. Bis heute.</p>
<p>Wenn ich auf die Straßen ging, konnte ich immer die Blicke auf mir spüren. Sah ich so anders aus? Passte ich nicht ins Bild?</p>
<p>Wenn ich in den Bus oder die Bahn stieg, wendeten die Leute ihren Kopf zu mir, beäugten mich kritisch und rückten weg. Niemand setzte sich neben mich, wenn ich mir einen Platz aussuchte.</p>
<p>Wenn ich eine große Tasche mit Büchern mitschleppte, ließen mich die Blicke erst gar nicht los. Und manchmal sah ich dann direkt in die Augen von jemandem, der mich mit Hass ansah.</p>
<p>Aber warum? Was war der Grund für diesen Hass gegen einen Menschen, den die Leute doch überhaupt nicht kannten?</p>
<p>Ich kenne die Antwort. Aber ich möchte es mir nicht eingestehen. Ich sehe es, aber ich verschließe die Augen davor.</p>
<p>Sie starren mich an, weil meine Haut etwas dunkler ist. Weil meine Gesichtszüge mich als Ausländerin verraten. Weil das Tuch auf meinem Kopf mich als Muslimin kennzeichnet. Sie starren mich an, weil sie Angst vor Leuten wie mir haben. Oder glauben, ich sei wie die Leute, vor denen sie sich wirklich fürchten. Und das obwohl mich absolut nichts mit diesen Menschen verbindet.</p>
<p>Zunächst waren mir die Blicke egal. Ich wurde nie angesprochen oder angegriffen, weshalb ich mir keiner Gefahr bewusst war. Ich lebte einfach mein Leben, ging zur Schule und machte meinen Abschluss. Anschließend bewarb ich mich für ein Medizinstudium und wartete ab. Ich ging meinen Weg, wie jeder andere.</p>
<p>Aber mir war nicht bewusst, dass ich dieses Privileg nicht besaß.</p>
<p>Ich hatte mich auf alle Unis in der Nähe beworben, da ich nicht weit weg von meiner Familie sein wollte. Den Studienplatz in meiner Heimatstadt bekam ich leider nicht, aber dafür wurde ich woanders angenommen. Ich konnte es kaum glauben, als die Nachricht eintraf. Und ganz schnell hatte sich alles geändert. Innerhalb von Tagen musste ich einen Umzug planen, mir eine Wohnung suchen und die gewünschten Unterlagen an die Uni schicken. Nur langsam konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, alles hinter mir zu lassen, um endlich das zu studieren, für das ich mich so lange angestrengt hatte.</p>
<p>Aber auf die große Freude folgte der bittere Absturz.</p>
<p>Halle an der Saale. Das sollte der Ort sein, wo ich mein Studium beginnen sollte. Bei der Stadt hatte ich mir nichts gedacht. Ich hatte sie nur ausgewählt, weil sie nicht weit weg von meiner Heimatstadt war.</p>
<p>Aber genau da lag mein Fehler.</p>
<p>Ich hatte nicht das Privileg, mir irgendeine beliebige Stadt auszusuchen. So wie die anderen.</p>
<p>Ich war naiv. Ich dachte Rassismus wäre nur etwas, was man in den Medien hört. Ich dachte, es wäre etwas, was der Vergangenheit angehört. Aber ich hatte mich gewaltig getäuscht.</p>
<p>Als mein älterer Bruder davon hörte, dass ich zur Uni zugelassen wurde, freute er sich für mich. Er bat mir seine Hilfe in der Wohnungssuche an und fuhr sogar mit mir zu der besagten Stadt, um ein paar Wohnungen zu besichtigen. Mir wurde ganz flau im Magen, als wir zu der Stadt fuhren, in der ich einen neuen Abschnitt meines Lebens beginnen sollte. Hier würde ich erst einmal für die nächsten sechs Jahre alleine sein. Dieser Gedanke gefiel mir nicht, aber ich stieß es beiseite. Die Freude auf das Studium überspielte alle negativen Gefühle.</p>
<p>Nachdem wir ein paar Wohnungen besichtigt hatten und zusammen mit meiner Mutter im Auto zurückfuhren, versuchte mein Bruder mich von der Idee abzubringen. Ich sollte nicht wegziehen. Ich sollte es einfach nächstes Jahr nochmal versuchen. Aber warum? Das hier war meine Chance! Wer wusste schon, ob ich nächstes Jahr wieder direkt einen Platz bekommen würde? Alles in mir stimmte gegen diese Idee. Ich verstand einfach seinen Grund nicht.</p>
<p>Und dann erzählte er mir, was ihm passiert war, als er schon einmal hierherkam. Wie man ihn bedroht und mit Messern angegriffen hatte. Und er zeigte mir die Zeitungsartikel anderer schlimmer Taten im Internet. Dann erzählte seine Frau mir, dass diese Stadt nicht sicher sei für Mädchen wie mich. Ausländer. Muslime. Kleine Mädchen, die noch nichts von der Welt gesehen hatten.</p>
<p>Ich wollte das alles nicht glauben. Rassismus? Den hatte man doch schon überwunden. Das war doch ein Ding der Vergangenheit! Ich hatte mich doch oft genug im Unterricht mit der Geschichte Deutschlands beschäftigt und wusste, was alles passiert war. Es konnte doch nicht sein, dass es da draußen noch Menschen gibt, die immer noch dieser schwachsinnigen Ideologie folgen! Oder?</p>
<p>Ich hatte zu große Angst. Meine Familie wollte nur das Beste für mich. Sie wollten, dass ich sicher war. Alleine in eine Stadt zu ziehen, in der man Menschen wie mich hasste, war einfach nicht sicher für mich. Und ich akzeptierte es nach einer Weile. Ich glaubte meinen Eltern und meinem Bruder und ließ es einfach sein. Am nächsten Tag schickte ich meinen Verzicht auf den Studienplatz an die Universität.<br />
Die nächste Zeit danach war ich am Boden zerstört. Ich hatte meinen Traum aufgegeben, weil es manchen Menschen da draußen einfach nicht passte, wie ich aussah oder welcher Religion ich angehörte. Ich hatte meinen Traum für meine Sicherheit eingetauscht.</p>
<p>Ich wollte nicht wahrhaben, dass meine Familie Recht hatte.</p>
<p>Nicht bis zum 09.Oktober 2019. Es stand überall in den Zeitungen, jeder Sender berichtete davon und meine Freunde schickten mir sofort Links zu den Artikeln.</p>
<p>Ein Anschlag auf eine Synagoge in Halle an der Saale, zwei Menschen wurden getötet.</p>
<p>Ein Anschlag in der Stadt, dessen Universität ich besuchen wollte. Und das in der ersten Woche, in der das Semester begonnen hatte.</p>
<p>Ich war einfach nur sprachlos. Die Bedrohung wurde zur Realität. Es waren keine leeren Worte. Es gibt wirklich Menschen da draußen, die sogar so weit gehen würden, um die unerwünschten Leute aus diesem Land zu treiben. Eine Realität für die ich meinen Traum aufgab, aber meine Sicherheit bewahrte.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Wettbewerbstexte und auch andere Beiträge von LizzyNet <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lizzynet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Von „Sexflatrates“ bis hin zu „Kleidung verboten“- Regelungen – die aktuelle Lage der Prostitution in Deutschland</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/prostitution-in-deutschland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Feb 2021 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[Für diesen Text hat sich unsere Autorin Lilith mit dem Thema Sexarbeit in Deutschland auseinandergesetzt. Wie steht es um die aktuelle Gesetzeslage, wie viele Sexarbeiter*innen gibt es überhaupt, und wie ordnet Lilith dies ein? All das lest ihr im Folgenden. Pornotheater, „Teeklubs mit Spaß“, Lusthäuser so groß wie ganze Hotels. Dass derartige Einrichtungen die deutschen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Für diesen Text hat sich unsere Autorin Lilith mit dem Thema Sexarbeit in Deutschland auseinandergesetzt. Wie steht es um die aktuelle Gesetzeslage, wie viele Sexarbeiter*innen gibt es überhaupt, und wie ordnet Lilith dies ein? All das lest ihr im Folgenden.</strong></p>
<p><span id="more-12756"></span></p>
<p>Pornotheater, „Teeklubs mit Spaß“, Lusthäuser so groß wie ganze Hotels. Dass derartige Einrichtungen die deutschen Straßen säumen, bekommt jede*r mit. Nicht umsonst bezeichnen Aktivisten wie auch einige Politiker Deutschland als reinstes Paradies für an bezahlter Befriedigung interessierte Männer. Denn: Die Prostitution ist in der Bundesrepublik bereits seit 100 Jahren legal. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Situation in Deutschland auch im 21. Jahrhundert durch das Prostitutionsgesetz aus dem Jahr 2001. Lediglich die Ausbeutung Prostituierter blieb strafbar. Alles andere: nach Gesetz unbedenklich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Befürworter dieser erweiterten Legalisierung der Prostitution versprachen sich daraus eine bessere Kontrolle über diesen Sektor. So ist es seitdem z.B. möglich, sich als regulär Angestellte registrieren zu lassen und eine Sozialversorgung zu erhalten. Bislang haben sich jedoch lediglich 44 Prostituierte wirklich registrieren lassen. Und das bei einer Anzahl von 4000 bis vermuteten 1 Mio. Prostituierter in der Bundesrepublik. Die Krankenversicherung ist teuer, da es sich um einen „riskanten Beruf“ handelt und der Anreiz, sich offiziell zu melden, fehlt. Viele wollen zudem nicht, dass eine derartige Tätigkeit in ihrem Lebenslauf vermerkt werden muss. Denn, dies ist vielleicht die einzige positive Nachricht: ein Großteil der Prostituierten führt diesen „Job“ nicht dauerhaft, sondern nur temporär aus.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Schlimm ist jedoch die andere Seite der „Sexindustrie“. In vielen Städten stellen die dahintersteckenden Strukturen einen Teil der organisierten Kriminalität dar und werden von Gruppen, wie den Hells Angels oder United Tribuns dominiert. Kein Wunder, in einer Industrie, in der pro Jahr 15 Mio. Euro umgesetzt werden. Dies ist besonders durch die Entwicklung ganzer Bordellketten bedingt. Kunden werden diese in jeder deutschen Stadt ebenso einfach finden, wie es für Kaffeeliebhaber bei der Kette Starbucks der Fall ist und für Shoppingqueens für H&amp;M und Zara gilt. Täglich werden in Deutschland aktuell 1,2 Mio. Männer bedient. Es gibt in diesem Milieu aufgrund der kriminellen Strukturen also nicht ausschließlich „freiwillige“ Arbeiterinnen, sondern immer noch ist der Menschenhandel keine Seltenheit. 70% des Menschenhandels in Europa wird mit Zwangsprostitution gedeckt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders Frauen aus Osteuropa werden nicht selten mit beruflichen Perspektiven als Kellnerin oder Hotelangestellte, nach Deutschland gelockt und folgen meist aufgrund ihrer finanziellen Not, diesem Aufruf. Angekommen in Deutschland werden sie zur Arbeit als Prostitutierte gezwungen und können einen Großteil ihres Gehaltes noch nicht einmal selbst einstecken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Gleichzeitig darf nicht unerwähnt bleiben, dass nicht alle Sexarbeiterinnen den Beruf aus Zwang oder aus finanziellen Nöten heraus ergreifen. Auch ist es wichtig, Menschen, die den Beruf selbst wählen, mitzudenken. Diese sollten keinesfalls stigmatisiert werden, dennoch bleibt es gerade bei einem solch intimen Berufsfeld wichtig, genau hinzusehen und die Hintergründe detailliert zu untersuchen. Und genau das wird zu selten getan:</p>
<p>Einrichtungen in denen derartige Damen arbeiten, können rechtlich nicht belangt werden. Die meisten Geschäfte vermieten „lediglich“ Räume an die Damen. Diese sind also ebenso Kunden, wie die die Einrichtung besuchenden Männer. Daraus folgt, dass für die Eröffnung eines Bordells weniger Regeln gelten, als für einen geplanten Supermarkt. Das Paradox: trotz des Verhältnisses zwischen den Frauen und dem Betreiber als „Kunde“ kann Ersterer Regeln festlegen, an die sich alle in seinem Haus Mietenden zu halten haben. Eine Beispielregel gefällig? Durchgehend nackt sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Einige Betreiber jedoch bleiben nicht untätig. Sie vermitteln Prostituierte an entsprechende Beratungsstellen und Hilfsnetzwerke, wenn sie mitbekommen, dass die Frauen einen „Arbeitgeber“ haben, der sie zwingt. Viele Freier im Gegensatz dazu, denen sich die Damen anvertrauen, trauen sich wiederum nicht, dies bei der Polizei zu melden. Zu groß empfinden sie ihr Risiko, dass aufgedeckt wird, wo sie sich abends aufhalten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Hilfsnetzwerke bieten bislang besonders für den Winter warme Räumlichkeiten und Tee, ganzjährig jedoch Beratungsgespräche, Informationsmaterial und Verhütungsmittel an. Einige Vereinigungen stellen auch draußen Räumlichkeiten, ausgestattet mit Notknopf und Notausgang, zur Verfügung, sodass besonders Stricherinnen ihre Freier an einen sicheren Platz führen können.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„All inclusive: nur 100€“ „Eine Nacht im Traumkeller: nicht mehr als 30€“. Dass Frauen und ihre Dienstleistungen als Produkte angeboten werden, scheint heutzutage kaum noch jemanden zu stören. Auch Bestellapps für derartige Dienste sprießen genauso zahlreich in die Höhe, wie es in den Freizeitspielebereichen, oder bei Pizza vorm Fernsehen der Trend ist. Selbst „Sexflatrates“ sind heute genauso leicht wie Handyverträge erhältlich. Werbung findet sich in deutschen Städten überall. Steigt man in einer deutschen Großstadt in ein Taxi, trennt man beim Öffnen der Beifahrertür die Telefonnummer eines „Orientparadies“ mit dementsprechend anzüglichen Bildern und auch auf der Autobahn wird man durch mit Werbeplakaten ausgestattete LKWs nicht in Ruhe gelassen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Markt ist hart. Es gibt nicht wenige, die bereit dazu sind, für schnelles, wohlgemerkt nicht einfaches Geld, ihren Körper als Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Konkurrenzkampf ist in der Folge dementsprechend angespannt. So kommt es, dass z.B. Frauen trotz der gesetzlichen Vorschriften nicht auf Verhütungsmittel bestehen. Wenn man den Kunden diesen Wunsch verweigere, so würden sie einfach zur Konkurrenz wechseln – und diesen Verlust können sich die meisten nicht leisten. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dass die Legalisierung der „Erwachsenen-Unterhaltung“ in der Form, wie sie aktuell ausgeprägt ist, nicht wirklich Erfolg zu verzeichnen hat, wird besonders in einem internationalen Vergleich deutlich: Selbst wenn man die Anzahl der Prostituierten in Abhängigkeit der Einwohner betrachtet, weist Deutschland mehr Sexarbeiterinnen auf als Thailand oder das für sein Rotlichtmilieu besonders berüchtigte Amsterdam in den Niederlanden. In Ländern, in denen bezahlter Geschlechtsverkehr eine Straftat darstellt, wie z.B. in Norwegen, Schweden und Island ist die Lage deutlich kontrollierter als in der Bundesrepublik. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nichtsdestotrotz muss man vorsichtig sein, wenn man das System der Legalisierung als das Non plus ultra herausstellen möchte. Dieser Ansatz muss keine Einbahnstraße sein, es besteht vielmehr die Frage, wie er umgesetzt wird. Eine Fehleranalyse der momentanen Situation wäre bereits der erste Schritt hin zur Besserung. Sind die Kontrollen nicht strikt genug? Gibt es zu wenige Regeln und Gesetze? Auch über EU-weite Regelungen wird diskutiert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Warum aber wird in diesem Artikel fast ausschließlich von „Damen“ geredet, die ihre Körper auf dem Markt anbieten? Weil das der Realität entspricht. Es werden kaum sexuelle Dienste von Männern angefordert. Zwar gibt es Callboys und auch einige männliche Stricher lassen sich auf den Straßen erblicken, diese sind jedoch in der Unterzahl. Interessant dabei: Meist werden diese nicht etwa von Frauen angefragt, sondern von homosexuell orientierten männlichen Kunden. Frauen sind in diesem gesamten Apparat also sehr selten als Kunden beteiligt. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Du willst mehr Texte von Lilith lesen? Kein Problem, <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier entlang</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Wenn Gott eine Frau wäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Feb 2021 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie sieht es bei euch aus &#8211; seid ihr gläubig? Wir freuen uns über ein neues Video von Lidia, das eine Antwort auf genau diese Frage sein könnte. Sie hat sich gleich mit mehreren ganz schön großen Themen auseinandergesetzt: Religion. Glaube. Liebe. Hoffnung. Krankheit, Tod, Trauer. Was wäre, wenn Gott eine Frau wäre? &#8222;Was wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie sieht es bei euch aus &#8211; seid ihr gläubig? Wir freuen uns über ein neues Video von Lidia, das eine Antwort auf genau diese Frage sein könnte. Sie hat sich gleich mit mehreren ganz schön großen Themen auseinandergesetzt: Religion. Glaube. Liebe. Hoffnung. Krankheit, Tod, Trauer. Was wäre, wenn Gott eine Frau wäre? &#8222;Was wir aus der Welt machen, liegt in unseren Händen.&#8220; Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-12765"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr tolle Videos von Lidia <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lidia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Das Bedürfnis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/das-beduerfnis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2021 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns heute über den 2. Teil des Textes von Story Teller-Autor Peter Burhorn, der über Männlichkeit, Behinderung, Diskriminierung und Sex philosophiert und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Das ist toll, denn über all diese Themen &#8211; und auch die Kombination aus ihnen &#8211; sollten wir dringend mehr sprechen! Viel Spaß beim]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns heute über den 2. Teil des Textes von Story Teller-Autor Peter Burhorn, der über Männlichkeit, Behinderung, Diskriminierung und Sex philosophiert und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Das ist toll, denn über all diese Themen &#8211; und auch die Kombination aus ihnen &#8211; sollten wir dringend mehr sprechen! Viel Spaß beim Lesen.</strong></p>
<p><span id="more-12752"></span></p>
<p>Das Bedürfnis nach Sexualität hat doch fast jede Existenz auf Erden, würde ich behaupten.</p>
<p><b>Sexualbegleiterinnen für Menschen mit Behinderung</b><br />
&#8230;. sollte eigentlich ein gar nicht so außergewöhnliches Thema sein.<br />
Ich habe bei Google gesucht, was Sexualbegleiterinnen machen und wie sie sich mit dem Thema beschäftigen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Was die Botschaft ist: Viele machen den Job aus Liebe und Interesse. Bei den Sexualbegleiterinnen ist das Wort „Tabu“ ein Tabu.<br />
Für Sexualbegleiterinnen gilt: Behinderte sind selbstverständlich. Und das finde ich menschlich!<br />
Ihre Dienstleistung ist geradezu eine schätzende und innovative Dienstleistung: was Schönes aus einem wichtigen Bedürfnis zu machen.</p>
<p>Ich bin Insider. Ich kenne eine Sexualbegleiterin, die ist ganz nett, die lebt in Hamburg. Sie beschäftigt sich mit dem Thema „Liebe mit Behinderung“ und zieht sich außerdem gegen einen bestimmten Preis für Behinderte aus. Sie meint, dass Sex kein Tabu für Behinderte ist, sondern für alle Menschen gleich wichtig.<br />
Sie ist eine außergewöhnliche Frau.<br />
Was ich als Mann für Fragen an sie hätte:<br />
Was würden Sie anderen Frauen mit auf den Weg geben?<br />
Gibt es Wege für Frauen, Behinderten mal nicht aus dem Weg zu gehen?<br />
Was sollen diese hohen Ansprüche?<br />
Oder: Was zählt wirklich am Menschen?<br />
Warum ist Sex mit Behinderten allgemein ein Tabu?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Warum können sich Frauen nicht auf jemanden wie mich einlassen?<br />
Mit Handicap kann es auch eine schöne Beziehung werden. Viele unterschätzen meine Qualitäten. Viele denken vielleicht auch, mir ginge es nur um Sex, Tag und Nacht und jede Sekunde. Klar ist das wichtig. Aber ich weiß auch, dass Kultur ein riesiges Universum ist. Es gibt viele Themen, Bücher, Musik und Politik. Ich kann stundenlang fachsimpeln.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich habe oft das Gefühl, ich werde von den Frauen falsch bewertet.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Gibt es auf der Welt noch Frauen ohne Ansprüche &#8230;<br />
oder Frauen, denen Äußerlichkeiten nicht wichtig sind?</p>
<p>Ich bin schon mein ganzes Leben im Sex-Liebes-Lockdown.<br />
Durch meine Behinderung.<br />
Ich wünsche mir eine Frau. Hast Du Tipps?<br />
Und: Wie selbstverständlich ist denn für Dich Sex?</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Solltest du den ersten Teil des Textes verpasst haben, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/01/alle-menschen-sind-selbstverstaendlich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier entlang</strong></a>!</li>
</ul>
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		<title>Alle Menschen Sind Selbstverständlich!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jan 2021 07:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Kombination &#8222;Behinderung und Sexualität&#8220; ist in unserer Gesellschaft traurigerweise noch immer ein ziemliches Tabuthema. Aber Peter Burhorn, Autor von den Story Tellern, schreibt darüber! Wir freuen uns sehr, euch heute seinen Text präsentieren zu dürfen. Mutig, ehrlich und direkt philosophiert er darin über Männlichkeit, Behinderung, Diskriminierung und Sex. Viel Spaß beim Lesen! Was genau]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Kombination &#8222;Behinderung und Sexualität&#8220; ist in unserer Gesellschaft traurigerweise noch immer ein ziemliches Tabuthema. Aber Peter Burhorn, Autor von den Story Tellern, schreibt darüber! Wir freuen uns sehr, euch heute seinen Text präsentieren zu dürfen. Mutig, ehrlich und direkt philosophiert er darin über Männlichkeit, Behinderung, Diskriminierung und Sex. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12733"></span></p>
<p>Was genau ist das &#8211; Männlichkeit? Für mich bedeutet Männlichkeit: mit Selbstbestimmtheit im Leben zu stehen, Dinge zu machen, die ich früher nicht gemacht habe, mir nicht mehr von Anderen reinquatschen lassen, einen eigenen Weg einschlagen.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Durch mein kindliches Aussehen ist mir leider das Erwachsenen-Leben verhagelt. Die Welt will nicht wahrhaben, dass ich innerlich erwachsen bin. Nur äußerlich habe ich tagein tagaus mit Missverständnissen zu kämpfen. Ich wäre in der Welt gern als männlich akzeptiert. Nur fehlt bei mir leider zu viel. Bei mir hat die Natur einen ganz anderen Verlauf genommen, und es fällt mir schwer mich damit abzufinden.<br />
Ich würde im Leben gern noch viele Dinge erreichen und verwirklichen. Aber meine Natur ärgert mich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b><i>Ich will ernst genommen werden</i></b><br />
Ich möchte auch gern ernst genommen werden und vorwärtskommen wie alle anderen. Es gibt Plattformen im Internet, die mir gut tun, weil ich sehe, es gibt andere Menschen wie mich, die in den sauren Apfel beißen müssen und bei denen es nicht läuft. Wenn ich Gleichgesinnte kennenlerne, gibt mir das Selbstvertrauen.</p>
<p><b>Gibt es Gleichgesinnte?</b><br />
Wenn ich mich im Zug oder in der Bahn hinsetzen möchte, habe ich schon oft erlebt, dass Frauen sich geradezu weigerten, dass ich mich neben sie setze.<br />
Ich wüsste gern, was andere Behinderte mit ihren nervigen Schicksalen durchmachen müssen. Ich wüsste gern, wo ich mich an Gleichgesinnte wenden kann. Jeder hat seine eigene Story.<br />
Ich finde es diskriminierend, wenn manche Leute von vornherein Menschen wie mich nicht neben sich sitzen lassen wollen.<br />
Mich interessiert, ob andere Behinderte diese Diskriminierung oder andere Formen auch kennen. Wie geht es Anderen in dieser Situation?<br />
Ich habe manchmal das Gefühl, für Behinderte ist es chancenlos auf der Erde.<br />
Hallo, hallo! Mich würde wirklich interessieren, ob es Kollegen auf der Welt gibt, die eine ähnliche Behinderung haben wie ich und Ähnliches durchmachen?! Ich habe eine Schluckstörung und eine helle Stimme. Es gibt auch andere Dinge, die ich gar nicht schaffe wegen meinem speziellen Syndrom. Oft werde ich darum nervig angemacht. Und ich habe keine Chance bei Frauen. Wo gibt es Gleichgesinnte, die wie ich ständig sexuell enthaltsam sein müssen?<br />
Ich würde gern zu einer Aufsteh-Demo für sexuelle Rechte trotz Behinderung. Ich würde auch dazu aufrufen. Nur weiß ich nicht, wie ich dieses pikante Thema an die Öffentlichkeit bringen kann. Es gehört viel Mut dazu. Es ist ein Tabu-Thema. Aber es ist doch wichtig Flagge zu zeigen!</p>
<p><b>Diskriminierend</b><br />
Den Satz BEHINDERTE HABENS SCHWER finde ich voll diskriminierend und daneben. Als ob der Satz es auf Behinderte abgesehen hat.<span class="Apple-converted-space"> </span><br />
Mein Ziel ist es jeden Tag genau das krasse Gegenteil zu verwirklichen.<br />
Ich will erreichen, dass man als behinderter Mensch nicht falsch dargestellt wird. Vielleicht ist das Leben mitunter gar nicht so schwer mit Behinderung.<br />
„Behinderte haben’s schwer“ ist zwar gutmütig gemeint. Aber ist es nicht wichtig, dass alle Menschen gleichbehandelt werden?<br />
Wenn Menschen so unterschiedlich zugeordnet werden, bekomme ich immer die Krise. Für Mich Sind Alle Menschen Selbstverständlich!</p>
<p><b>Gern behindert</b><br />
Im Nachhinein bin ich gern behindert. Behindert steht für Vernünftigkeit. Was ist so wichtig am gesunden Menschen? Der Tag kann auch im Leben mit Behinderung Spaß machen, wie ich beobachtet habe. Ich habe besonderen Lebensmut und Kampfgeist. Gesunde Menschen können noch gieriger sein, gehört auch zu meinen Erkenntnissen. Ich habe goldene Geduld. Man kann mit dem Leben nichts verkehrt machen, wenn man den Glauben hat, in allen Höhen und Tiefen, dass immer einer für einen da ist.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Texte und Beiträge von den Story Tellern findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/story-teller/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Was ist Nacktheit &#8211; für und in (unserer) Gesellschaft)?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/was-ist-nacktheit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Dec 2020 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über einen neuen Text von Tom! Er macht darin ein ganz schön spannendes Feld auf— nämlich Nacktheit. Was hat es damit auf sich und wie verändern sich Nacktheit sowie die Gefühle und Gedanken dazu mit dem Erwachsen- und Älterwerden? &#8222;Wie wir uns anziehen, sagt etwas über uns aus. Auch wie wir uns ausziehen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über einen neuen Text von Tom! Er macht darin ein ganz schön spannendes Feld auf— nämlich Nacktheit. Was hat es damit auf sich und wie verändern sich Nacktheit sowie die Gefühle und Gedanken dazu mit dem Erwachsen- und Älterwerden? &#8222;Wie wir uns anziehen, sagt etwas über uns aus. Auch wie wir uns ausziehen? Wie wir uns (in der Gesellschaft) nackt zeigen?&#8220;, sagt Tom. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! </strong></p>
<p><span id="more-12644"></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wie wir uns anziehen, sagt etwas über uns aus. Auch wie wir uns ausziehen? Wie wir uns (in der Gesellschaft) nackt zeigen? &#8211; eine Selbstreflexion</span></p>
<p>Der Umgang mit unserem nackten Körper beschäftigte dieses Jahr nicht nur mich als jungen Mann sondern auch Frank und sein Team von dem FUNK Format „PULS die Frage“. Im Sommer sind sie der Frage: „Wie nackt dürfen wir uns zeigen?“ auf den Grund gegangen und beleuchteten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Für manche Menschen bedeutet Nacktheit Selbsterfahrung, in unserer Gesellschaft steht nackt sein gerne für Freizügigkeit. Doch wirklich nackt können wir uns nur selten zeigen.<span style="color: #8fca40;"><span style="font-size: xx-small;"> </span></span><span style="color: #000000;">Ungewollte Sexualisierungen und Missbrauch von Nacktbildern online oder offline können die Konsequenz sein. Auch die ständige Bewertung unseres Körpers und die Idealbilder in der Werbung und bei Instagram hemmen uns.</span></p>
<p><span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Hast Du dich schon mal vor dem Spiegel gestellt und dich lange Zeit angesehen? Was fühlst Du persönlich dabei?</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Roboto;">Vor ein paar Jahren habe ich zusammen mit einem Team für den Münchner Ausbildungskanal </span></span><a href="http://afk.tv/"><span style="font-family: Roboto;">afk.tv</span></a><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Roboto;"> ein Experiment gemacht: Rund 20 unterschiedliche Teilnehmer:innen haben wir dafür in das TV Studio eingeladen und ihnen dort die Aufgabe gestellt, sich selbst, wohlgemerkt angezogen, in einem Spiegel zu betrachten. Eine Minute lang. Jede dieser Sekunden war mithilfe einer Countdownuhr oben mittig sichtbar. Der Plan, jede Person von vorne durch den Spiegel in dieser Zeit zu filmen. Wo sehen sie hin? Wie verändern sich ihre Blicke? Wie ihre Mimik? Halten sie es überhaupt aus? Im anschließenden Interview berichtet ein Großteil der Teilnehmer:innen, dass es bedeutend anstrengender war, als anfangs vermutet. Einige erzählen von aufkommenden negativen Gedanken, von Kritik an ihnen und ihrem eigenen Körper. Sitzt alles? Bin ich richtig? Bin ich schön? Gefalle ich mir? &#8211; Die meisten von ihnen schauen während der 60 Sekunden oft weg oder kaschieren ihre Unsicherheit mit Grimassen oder Gelächter. Dabei sieht ihnen während der Zeit niemand zu. Lediglich eine Kamera, von der sie erst im anschließenden Interview erfahren haben und dann entscheiden konnten, ob wir als Filmteam die Aufnahmen für unser Projekt verwenden dürfen.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Wenn wir selbst mit von uns ausgewählten Kleidern und Looks nicht lange allein im Spiegel betrachten können, ohne uns zu begutachten, wie ist das dann erst splitterfasernackt und in Gesellschaft? &#8211; Mein Erfahrungsbericht zwischen Kind sein und Leben eines jungen Erwachsenen, zwischen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern, zwischen, Normalität und Absurdität.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Damals in der Eishockeymannschaft in Bayern duschten wir alle zusammen. Moment. Nicht alle. Die beiden Mädchen in unserem Team sollten zu unserem damaligen Unverständnis mit gerade mal sechs Jahren von uns getrennt duschen. Am Eis und angezogen in voller Montur, sind wir ein Team, nackt sind wir getrennt. Aus gutem Grund? Oder um mögliche unangenehme Fragen von uns an unsere Eltern zu verhindern? Die sind natürlich nicht ausgeblieben. Aber auch innerhalb des Teams haben wir damals angefangen, nackt unsere Körper stärker und zu vergleichen, als angezogen. Spielen auf dem Eis Faktoren wie Kondition, Teamfähigkeit und Schusskraft die Hauptrolle, so sind es beim Duschen Bauchumfang, Brustbehaarung und die Körperstatur. Nicht zu vergessen, Größe, Form, Behaarung, Farbe und Kraft des Penis. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Im Team sind wir schon früh gewohnt, uns nackt zu zeigen und dem Vergleich unserer geschlechtsspezifischen Merkmale bewusst oder unbewusst ausgesetzt. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Später beim Baden am See sollen wir uns aber auf keinen Fall nackt zeigen, außer an ausgewiesenen FKK-Badestellen. Und auch das Nacktbaden, war in unseren Kreisen eine ähnliche Mutprobe wie rückwärts vom 10 Meter Turm zu springen. Und wenn dann doch jemand sich im Waldbad nackt zeigte, ist die Person, vor allem Mädchen und Frauen, von allen Seiten beäugt und unter den Jungs lautstark für alle umliegenden Badegäste bewertet worden. Statt bei uns selbst zu sein, haben wir lieber auf andere gesehen.</span></span></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-12670" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2020/12/in-den-Text-einbinden-nackt-Daniel-Anhut-und-Sascha-Lang-337x600.jpg" alt="" width="337" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2020/12/in-den-Text-einbinden-nackt-Daniel-Anhut-und-Sascha-Lang-337x600.jpg 337w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2020/12/in-den-Text-einbinden-nackt-Daniel-Anhut-und-Sascha-Lang-169x300.jpg 169w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2020/12/in-den-Text-einbinden-nackt-Daniel-Anhut-und-Sascha-Lang.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px" /></p>
<p><span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Für viele meiner Mitschüler:innen ist damals das Zeigen von nackten Körpern in der Öffentlichkeit ein Tabu. Vor allem, wenn man die Person persönlich kennt. Einmal ist das Gerücht an unserer Schule herumgegangen, dass eine Mitschülerin nackt auf einer Pornoseite zu sehen sei. Schlagartig wurde sie zur Zielscheibe für Anfeindungen und Mobbing. Auch Nacktbilder aus gescheiterten Beziehungen wurden zum Druckmittel. Dementsprechend angezogen zeigen wir uns auch innerhalb unseren Cliquen und sind vorsichtig, wem wir uns nackt zeigen. Die ersten Versuche, Sex zu haben, sind natürlich auch unter dem Credo: LICHT AUS. </span></span></p>
<p><span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Mitte Zwanzig, im Osten Deutschlands, zur wohl nacktesten und ungezügeltesten Zeit des Jahres, passierte mir dann folgendes: Bei einem Festival mit schwimmender Sauna im See bin ich zu meiner Verwunderung auf dem Weg aus dem Wasser in die Sauna von einer Gruppe junger, vermutlich, dem Proseccoglas in ihrer Hand zufolge erkennbar alkoholisierter Frauen, mit dem Schrei „Penis“ und anschließendem Gelächter darauf hingewiesen worden, dass ich höchstwahrscheinlich „dieses Ding da“ sichtbar für alle zwischen meinen Beinen hängen habe. Erkenntnis: Selbst dort, wo vermeintlich bezüglich Nacktheit keine Tabus herrschen, erlebe ich Situationen, wo Nacktsein der Aufhänger zu Belustigung ist. Und das prägt mich. Wann ich mich nackt zeige, entscheide ich nicht nach Gefühl, sondern nach Abwägung der Pros und Cons in der jeweiligen Situation, im jeweiligen gesellschaftlichen Umfeld.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Wie nackt dürfen wir uns zeigen? Wie frei(zügig) dürfen wir sein?</span></span></p>
<p><span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Dustin, 21, Protagonist vom fünften Teil der Serie von „Die Frage“ meint:</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-family: Roboto;">So, wie sich jeder wohlfühlt.“ &#8211; Das Gefühl von Nacktheit bedeutet für ihn Freiheit. </span></span></p>
<p><a name="_GoBack"></a> <span style="font-family: Roboto;"><span style="color: #000000;">Frei wollte ich mich in diesem Coronasommer, ohne Festivals, aber mit vielen Deadlines, auch spüren. Loslassen von all den Erfahrungen mit Nacktheit in meinem Leben und den Gedanken der Konsequenzen in meinem Kopf. Ich wollte bei mir selbst sein. Ohne Bewertung meines Körpers von mir selbst und der Gesellschaft. Nackt. Frei. Und letztendlich für alle, die diesen Text gelesen haben, sichtbar. Ich pose für mein erstes Nacktshooting. Entstanden sind Momente, die nicht nur meinen Kopf frei von Gedanken über Nacktheit gemacht haben, sondern auch Bilder, die mir sagen: „Du bist jederzeit nackt so schön, wie Du dich in dem Moment (wohl)fühlst.“</span></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Tom <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/tom/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Teufelskreis</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/teufelskreis/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2020 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Sei doch einfach mal glücklich!&#8220; Hat das auch schon mal jemand zu euch gesagt? Oder, Hand aufs Herz: Habt ihr das vielleicht schon mal zu jemandem gesagt, vielleicht ja zu euch selbst? Unsere Autorin Lidia hat einen mitreißenden Text darüber geschrieben, weshalb das gar nicht mal so einfach umzusetzen ist in der Welt, in der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Sei doch einfach mal glücklich!&#8220; Hat das auch schon mal jemand zu euch gesagt? Oder, Hand aufs Herz: Habt ihr das vielleicht schon mal zu jemandem gesagt, vielleicht ja zu euch selbst? Unsere Autorin Lidia hat einen mitreißenden Text darüber geschrieben, weshalb das gar nicht mal so einfach umzusetzen ist in der Welt, in der wir leben — selbst wenn es uns eigentlich gut geht. Viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-12639"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr inspirierende Texte von Lidia <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lidia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>#closethegap</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/closethegap/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Noah S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2020 07:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute begrüßen wir mal wieder einen neuen Autor auf meinTestgelände: Herzlich Willkommen, Noah! Noah ist Architekturstudent und macht sich in seinem ersten Text Gedanken darüber, was das Thema Geschlecht mit seinem Berufsfeld zu tun hat. Was denkt ihr so, wie ist der Männer-und Frauenanteil im Architekturstudium? Und wie in den Büros und in der Branche?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="section">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong>Heute begrüßen wir mal wieder einen neuen Autor auf meinTestgelände: Herzlich Willkommen, Noah! Noah ist Architekturstudent und macht sich in seinem ersten Text Gedanken darüber, was das Thema Geschlecht mit seinem Berufsfeld zu tun hat. Was denkt ihr so, wie ist der Männer-und Frauenanteil im Architekturstudium? Und wie in den Büros und in der Branche?</strong></p>
<p><span id="more-12635"></span></p>
<p>Ich studiere Architektur. Bevor ich mein Studium begonnen habe habe ich mir bereits Gedanken gemacht wie wohl der Frauen- bzw. Männeranteil im Studium sein wird und ich muss zugeben, dass ich tatsächlich überrascht war, als ich gemerkt habe, dass es sehr ausgeglichen ist. Das bestätigt auch das Internet, 52,6% Frauen und 47,4% Männer studieren aktuell Architektur. Warum es mich überrascht hat und was ich anderes erwartet habe, kann ich heute gar nicht mehr wirklich sagen.</p>
<p>Denkt man an die klassischen Klischees könnte man meinen, dass es ein kreatives Studium ist, was bei Frauen beliebt sein könnte, genauso könnte aber auch argumentieren werden, dass das Bauhauptgewerbe bestimmt von Männern geprägt ist.<br />
Der erste Teil der Klischees wird direkt bekräftigt dadurch, dass beim Studiengang Innenarchitektur, der als noch kreativer und künstlerischer gilt der Frauenanteil im Studiengang bei 87% liegt.</p>
<p>Ich habe nun weiter recherchiert und aktuelle Zahlen gesucht und gefunden, dass der Anteil der Architekten in Deutschland bei 66,6% liegt und Architektinnen sind gerade mal 33,4%. Auch die Innenarchitektinnen sind gegenüber den Innenarchitekten nur noch etwa 60%. Was für ein Unterschied zu den Studierendenanteilen. Geht man noch weiter und guckt nach berühmten Büros und ArchitektInnen findet man fast nur noch Männernamen. Jedoch sind solche Phänomene ja auch bei anderen Berufsrichtungen regelmäßig zu beobachten: rund zwei Drittel der Medizinstudierenden sind Frauen, jedoch nur 47% der Ärzte und Ärztinnen.</p>
<p>Ich habe mich gefragt: Was hat Geschlecht mit meinem Studium und meinem späteren Beruf zu tun? Warum studieren nicht auch mehr Männer Innenarchitektur? Warum sind berühmte ArchitektInnen meistens Männer obwohl mehr Frauen den Studiengang belegen?</p>
<p>Mir persönlich macht auch die Innenarchitektur viel Spaß, schon bei Sims war neben dem Hausbau das Beste die Innenräume zu gestalten, Möbel zu platzieren, etc. Aber bin ich deshalb weniger männlich? Ist die Frage welche Farben und Materialien zueinander passen und miteinander harmonieren eine Frage die angeblich nur Frauen beantworten können? Oder werden viele junge Männer schon davon abgeschreckt, dass sie im Vorhinein die Zahlen sehen und sich gar nicht trauen als Mann dieses Fach zu studieren? Auch im direkten Vergleich zum Architekturstudiengang ist der Unterschied so groß und ich verstehe nicht warum das sein kann.</p>
<p>Mit der letzten Frage habe ich mich länger beschäftigt. Einerseits ist das Problem, dass der Anteil der Studentinnen deutlich größer ist als der Arbeiterinnen in dem Bereich, ein Problem, dass auch bei anderen Berufen auftritt. Wenn dann auch Kinder dazu kommen kommt oft kommt die Kinderzeit dazwischen, die zwar immer mehr auch von Männern wahrgenommen wird, jedoch oft noch von der Mutter, was vielen Arbeitnehmerinnen einen großen Nachteil bringt. Dazu kommt auch, dass die erste Frau mit Ingenieursdiplom im Bereich Architektur erst vor etwas mehr als 100 Jahren ihren Abschluss machen konnte.</p>
<p>Wenn ich mir bei meinen KommilitonInnen die Ergebnisse anschaue und vergleiche, kann ich von fehlendem Talent der Frauen absolut nicht reden, regelmäßig hole ich mir in sämtlichen Bereichen Tipps von Kommilitoninnen. Auch die Zahlen der Hochschule belegen, dass letztendlich nicht weniger Frauen als Männer ihren Abschluss machen.</p>
<p>Also ist es noch immer ein großes Problem, dass viele talentierte Frauen, mit guten Abschlüssen, letztendlich nicht die gleichen Chancen haben, wie viele Männer mit gleichen Vorraussetzungen.</p>
<p>Eine weitere Frage, die ich mir die ganze Zeit stelle ist, warum bei allen Statistiken und Angaben immer nur zwei Geschlechter genannt werden. Obwohl es in anderen Bereichen bereits m, w, und d gibt, finde ich hier immer nur die Aufteilung in Frauen und Männer.<br />
Wahrscheinlich sind hier jedoch verlässliche Angaben zu mehr Geschlechtern nicht einfach anzugeben. Bei den meisten Statistiken lässt sich leicht in Mann und Frau unterscheiden, weil es so im Pass steht, außerdem ist ein Problem, dass viele Personen sich gar nicht anders in der Öffentlichkeit äußern und somit keine weiteren Geschlechter angegeben können. Trotzdem finde ich es schade, da es in der aktuellen Zeit, meiner Meinung nach, durchaus angebracht wäre nicht einfach nur in Mann / Frau zu unterscheiden, sondern weiter zu denken.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Architekt*in ist mit Garantie ein total spannender Job. <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/conrad/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Weitere tolle Berufe werden euch hier</strong></a> vorgestellt.</li>
</ul>
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		<title>Ein Text fürs Internet</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/ein-text-fuers-internet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Dec 2020 06:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Hatespeech]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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					<description><![CDATA[Oft genug regen wir uns — vollkommen zu Recht! — über das Internet auf. Es gibt ja auch genug Gründe: Hate Speech, Fake News, Gewalt&#8230; Online ist nicht automatisch besser als Offline. Veronika Rieger, die für uns ja bereits viel zum Thema Hass im Netz geschrieben hat, hat nun einen Text für&#8217;s Internet verfasst. Also, nicht nur,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Oft genug regen wir uns — vollkommen zu Recht! — über das Internet auf. Es gibt ja auch genug Gründe: Hate Speech, Fake News, Gewalt&#8230; Online ist nicht automatisch besser als Offline. Veronika Rieger, die für uns ja bereits viel zum Thema Hass im Netz geschrieben hat, hat nun einen Text für&#8217;s Internet verfasst. Also, nicht nur, um ihn im Internet zu veröffentlichen, sondern so: für dich, liebes Internet! Denn neben all den Schattenseiten gibt es eben auch die guten, die wichtigen, die großartigen Seiten. Und vor allem: &#8222;das Internet&#8220; selbst ist gar nicht unbedingt schuld&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-12626"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/author/veronika-rieger/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier</strong></a> findet ihr alle weiteren Texte von Veronika.</li>
</ul>
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		<title>Reclaim your Inter*net</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/11/reclaim-your-internet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2020 07:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Hatespeech]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir lieben das Internet. Ihr auch? So viele Möglichkeiten, sich zu vernetzen, informieren, auszutauschen, Gleichgesinnte, Verbündete und Freund*innen zu finden, ganz egal, wo man sich aufhält &#8211; ein Traum! Doch leider ist das nicht alles, es gibt auch Schattenseiten&#8230; Warum wir das Inter*net reclaimen sollten und weshalb Ika Menschen, die online Hass und Häme verbreiten,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir lieben das Internet. Ihr auch? So viele Möglichkeiten, sich zu vernetzen, informieren, auszutauschen, Gleichgesinnte, Verbündete und Freund*innen zu finden, ganz egal, wo man sich aufhält &#8211; ein Traum! Doch leider ist das nicht alles, es gibt auch Schattenseiten&#8230; Warum wir das Inter*net reclaimen sollten und weshalb Ika Menschen, die online Hass und Häme verbreiten, manchmal sogar leidtun, all das erfahrt ihr in Ikas neuem Text. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12550"></span></p>
<p>Schon im letzten Text ging es viel um Inter*aktivismus.<br />
Hieran möchte ich noch einmal anknüpfen.</p>
<p>Ich habe dort Gruppen, die von und für Inter* sind, vorgestellt.<br />
Aber auch wenn ihr selber gar nicht Inter* seid, könnt und dürft und sollt ihr natürlich gerne aktiv werden.</p>
<p>Wenn ihr euch erstmal noch genauer informieren wollt, geht das zum Beispiel <a href="https://inter-nrw.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.<br />
Die Seite ist aus NRW – aber vieles ist auch allgemeingültig.</p>
<p>Ansonsten soll es diesmal um einen nicht so schönen Nebeneffekt vom Aktivismus gehen.<br />
Der betrifft auch gar nicht nur Inter* oder Trans*, sondern alle, die sich zum Beispiel im Internet politisch äußern.</p>
<p>Es geht um Hate Speech. Ich hatte erzählt, Teil der Dritte Option-Gruppe zu sein.<br />
Leider gab es zu dem Erfolg der Klage auch viel Hetzte in den Kommentarspalten des Internets und natürlich wurde sich darüber lustig gemacht.<br />
Manche Rechte haben sich sogar so sehr von dieser Entwicklung bedroht gefühlt, dass sie meinten, irgendwelche Adressen im Internet veröffentlichen zu müssen.</p>
<p>Hier ist so eine Transition übrigens ein echter Vorteil – ihr rechten Hetzer da draußen, eure Namen stimmen schon lange gar nicht mehr alle.</p>
<p>Trotzdem ist so etwas natürlich traurig und beängstigend.<br />
Aber es zeigt sehr deutlich, dass es nicht darum gehen kann, diese angeblichen „Sorgen“ von vermeintlich „besorgten Eltern“ immer und überall ernst zu nehmen.</p>
<p>Stattdessen muss es darum gehen, sich von rechten Angstmachern nicht einschüchtern zu lassen. Und weiter zu arbeiten. An einer Gesellschaft, die Vielfalt nicht nur mit mehr oder weniger großer Toleranz hinnimmt, sondern Vielfalt akzeptiert und wertschätzt.</p>
<p>Ich will diesem Hass nicht zu viel Raum geben, und doch will ich das alles auch nicht unkommentiert stehen lassen.</p>
<p>Darum hier eine Auswahl der absurdesten Kommentare unter den Artikeln zur dritten Option &#8211;<br />
auch ohne Kommentar-<br />
aber so deutlich-<br />
und so aneinander gereiht-<br />
dass ich denke, dass sich jeder Kommentar erübrigt, weil es nicht nur fies, sondern auch ganz schön absurd und lächerlich ist.</p>
<p>Achtung, es geht los – hier kommt das, was Gaby und Jürgen aus einer langweiligen deutschen Kleinstadt so zur Selbstbestimmung von Inter* einfällt:</p>
<p><strong>Hate Poetry:</strong></p>
<p><em>Gott erschuf erst Adam, aus seiner Rippe erschuf er Eva, das Weib.</em><br />
<em>Und dann kam das Bundesverfassungsgericht – und erschuf den Rest.</em><br />
<em>….</em><br />
<em>Es wird wirklich Zeit für einen Politikwandel in Deutschland. Karlsruhe hat sich durch dieses Urteil selbst diskreditiert. Abschaffen!!!</em><br />
<em>….</em><br />
<em>Mittlerweile glaube ich, diese Entscheidung des BVerfG war ein Ablenkungsmanöver, nämlich um von der Flutung Deutschlands mit Migranten und den damit verbundenen Problemen abzulenken.</em><br />
<em> ….</em><br />
<em>Sie geht weiter, die Demontage der westlichen Zivilisation. Man hat die Feinde von Innen wie von Außen in Stellung gebracht, und das Gift ist fertig gemischt. Sollte doch gelacht sein wenn dieses in tausend Jahren mit Blut und Tränen aufgebaute Bollwerk der Aufklärung nicht in wenigen Jahren zusammenfällt und der neuen Weltordnung Platz macht, die unter der Führung von wirklich weisen und geläuterten Sachverwaltern ins Werk gesetzt wird.</em><br />
<em>Die russische Revolution, das dritte Reich und die Killing Fields waren stümperhafte Erstversuche. Diesmal muss es gelingen. Das Urteil des BVG ist ein krasses Fehlurteil</em><br />
<em>…..</em><br />
<em>Ich bin erschüttert, was der Menschheit Jahrtausende hinab unbekannt blieb. Was für unglaubliche Erkenntnisse uns insbesondere die letzten beiden Jahre bescherten! Das ist ein Ergebnis des Wohllebens und der damit einhergehenden Degeneration einer übersättigten, selbstgefälligen und überheblichen Gesellschaft. Ein drittes „Geschlecht“ – nun ja – wie heißt es nun? Duett? Allinclusive? Deutschland war bekannt und beneidet für seine Erfinder, seine Künstler, seine Wissenschaftler – einen guten Ruf hatte die deutsche Pünktlichkeit, Ordnung, Zuverlässigkeit und der Fleiß seiner Menschen. Zwei Jahre hemmungsloser Irrsinn reichen tatsächlich aus, um aus einem Vorzeigestaat ein der allgemeinen Lächerlichkeit ausgesetztem Land zu werden</em><br />
<em>………………………&#8230;</em><br />
<em>Die Rechtssprechung bekommt mit ihrem lactoseintolerantem, veganem Genderschwerpunkt einen ganz neuen Character. Kein Mensch möchte intersexuelle Menschen diskriminieren, es ist eine Erkrankung oder eine Variante der Natur oder was auch immer. Das aber geht zu weit</em><br />
<em>…………………………………………………….</em><br />
<em>Erstaunlich: laut tagesschau.de hat ein Kläger dieses Urteil erwirkt,  laut zeit.de war es dagegen eine Klägerin.</em><br />
<em>Lügenpresse!</em></p>
<p>Was soll ich dazu noch groß sagen?<br />
Wenn ich mich so schnell angegriffen fühlen würde – von allem, was irgendwie anders ist – ich käme ja gar nicht mehr aus dem Haus. Vor all den anderen nicht Inter* da draussen. Deswegen hab ich was gelernt, was die wohl alle nicht können: Mit Unterschieden umgehen. Verschiedene Perspektiven mitdenken.<br />
Manchmal tun mir die Leute dann auch fast ein bisschen leid. Weil ich denke: muss ganz schön anstrengend sein mit all diesem Hass immer.<br />
Aber ich will das auch nicht kleinreden. Es ist Gewalt, die da passiert. Und wenn es mir gerade nicht gut geht, macht das auch was mit mir.<br />
Zu wissen – da draussen sind Leute die mich hassen, einfach nur weil ich bin, wie ich bin.<br />
Für mich ist das alles zum Glück bis jetzt noch nicht zu bedrohlich geworden. Aber es hat leider seinen Grund, dass ich diese Texte unter einem Pseudonym veröffentliche und es ist schade, dass das so sein muss.<br />
Andere kriegen wegen ihrem Aktivismus zum Beispiel für Feminismus oder gegen Rassismus regelmäßig Todesdrohungen.<br />
Dieser Hass im Netz bleibt leider auch nicht immer im Netz. Darum ist es wichtig da gegen vorzugehen und auch einfach mal Sachen, die nichts mehr mit Meinungsfreiheit, sondern mit Beleidigung und Bedrohung zu tun haben, zu löschen.<br />
Eigentlich sollte das gar nicht so schwer sein. Das Internet könnte dann ein viel schönerer Ort sein.<br />
Denn an sich ist es ja schön, dass so viel Vernetzung und Austausch zwischen verschiedenen Leuten möglich ist wie noch nie.<br />
Auch eine erste Inter*bewegung hätte es so vielleicht nie gegeben wenn Leute nicht auch die Möglichkeit genutzt hätten, sich anonym und im Internet zu informieren und auszutauschen.</p>
<p>Also – Reclaim your Inter*net ! :=)</p>
<p>Hier noch <a href="https://www.youtube.com/watch?v=Ojnv3fegkfM" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>ein toller Gay Pride-Punk-Song</strong></a>. Heute gelten einige Themen, auch das mit der Krankheitsklassifikation, zwar nicht mehr für Schwule, aber für Trans* und Inter* schon.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wie ihr mit Hate Speech umgehen könnt, erfahrt ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/09/was-kann-ich-gegen-hate-speech-tun/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>in diesem Text</strong></a> von Veronika Rieger.</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Pia Brauneis: Worte schaffen Werte </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/pia-brauneis-worte-schaffen-werte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 27 Oct 2020 07:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute dürfen wir euch noch einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Schreibwettbewerb „Das ist mir was wert!“ zum Thema Werte, Grundrechte und Demokratie veröffentlichen 🙌 Der Wettbewerb wird gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Der heutige Text kommt von der jungen Autorin Pia Brauneis und es geht darin um die Macht der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute dürfen wir euch noch einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Schreibwettbewerb „<a href="https://www.lizzynet.de/wws/dasistmirwaswert-wettbewerb.php?sid=41092982455971637358762546255030" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das ist mir was wert</a>!“ zum Thema Werte, Grundrechte und Demokratie veröffentlichen </strong>🙌 <strong>Der Wettbewerb wird gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Der heutige Text kommt von der jungen Autorin Pia Brauneis und es geht darin um die Macht der Worte. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12514"></span></p>
<p>„Es war einmal eine kleine süße Dirne, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter […].“</p>
<p>Frau, Weib, Dame, Mädchen, Fräulein und Dirne –<br />
bei einer Zeitreise durch die Jahrhunderte wäre jeder dieser Begriffe unterschiedlich konnotiert und würde somit auch jeweils verschiedene Reaktionen hervorrufen.<br />
Anders als in der Originalfassung von Rotkäppchen heißt es heute nicht mehr Dirne, sondern „junges Mädchen“. Rotkäppchen war und ist also keine Prostituierte – es zeigt sich ein Worte-Werte-Wandel.</p>
<p>Das beliebte Argument gegen gendergerechte Sprache: „Das heißt doch schon immer so!“, ist also falsch. Schon immer ist nicht für immer: Sprache wandelt sich mit den Menschen, die sie sprechen.<br />
Dieser Wandel ist wichtig und völlig normal. Die Umstände, in denen wir leben, und die Worte, die wir verwenden, verändern sich stetig – bewusst und unbewusst.</p>
<p>Liebe Leser … – und natürlich auch liebe weibliche Leser,<br />
wenn Mädchen in der Schule immer und immer wieder mitgemeint sind, wenn sie morgens mit „Liebe Schüler!“ begrüßt werden, dann wirkt sich das auf ihr (Selbst-)Bewusst-Sein aus; sie werden nicht direkt angesprochen und begrüßt, aber sollen sich zugehörig fühlen. Sie sind weniger bewusst als ihre männlichen Mitschüler, genau genommen sprachlich unsichtbar.</p>
<p>Doch wird das generische Maskulinum eigentlich immer verwendet? Wann wird es plötzlich wichtig, eine sprachliche Unterscheidung zwischen Männern und Frauen zu machen? Immer dann, wenn es um soziale Abwertung oder schlecht bezahlte Berufe geht. Man spricht von Ärzten, Politikern und Wissenschaftlern, ebenso im gleichen Atemzug von Putzfrauen, Arzthelferinnen und Erzieherinnen. DIE Wissenschaftlerin geht dabei sprachlich genauso unter wie DER Arzthelfer.</p>
<p>2005 war zunächst nicht klar, ob es Frau Bundeskanzler oder Frau Bundeskanzlerin heißen soll. Zwar hat sich die weibliche Anrede, nach vier Amtszeiten, eindeutig durchgesetzt, doch heißt es im Grundgesetz immer noch „das Amt des Bundeskanzlers“.<br />
Da staunt man schon gar nicht mehr, dass das Wort „Kanzlerin“ im Duden als „weibliche Form zu Kanzler“ definiert ist.<br />
Andersherum heißt es beim „Kanzler“ „Bundeskanzler“, „Reichskanzler“ oder auch „leitender Beamter in der Verwaltung einer Hochschule“.</p>
<p>Doch wie steht es eigentlich um die freie Meinungsäußerung? Man sollte doch wohl reden und schreiben dürfen, wie und was man möchte!<br />
Doch wenn Äußerungen wie „Wurde diese „Dame“ vielleicht als Kind ein wenig viel gef&#8230; und hat dabei etwas von ihre[m] Verstand eingebüßt“ oder „Pädophilen-Trulla“ als eine „auf Künasts Aussage abzielende Kritik“ abgestempelt werden, die im Zuge der freien Meinungsäußerung erlaubt bleiben, dann stellt sich die Frage, wie Frauen weiterhin bezeichnet werden dürfen, gedeckt durch Meinungsfreiheit, ohne dass diese Aussagen vor Gericht landen. Gerichtsurteile setzen Zeichen den Umgang von Menschen miteinander betreffend. Ebenso setzt Sprache Zeichen.<br />
Diese Beispiele zeigen ganz deutlich: Aktuelle Diskussionen zu geschlechtsneutraler Sprache sind notwendig.</p>
<p>Viele verschiedene Emotionen leiten diese Debatte.<br />
Sobald es um gendergerechte Sprache geht, spielen auch Machtverhältnisse eine große Rolle. Wer behält seine (oder ihre?!) Macht, wer macht Kompromisse, wer wird laut und kämpft für die eigenen Ansichten, wer will die Oberhand behalten?<br />
Sprache steuert uns; oftmals ohne dass wir diese Lenkung bemerken. Wir nehmen Worte auf, verarbeiten diese unbewusst weiter und bemerken womöglich erst hinterher, dass bestimmte Worte bestimmte Taten ausgelöst haben.<br />
Genau aus diesem Grund ist Sprache Macht bzw. Mittel zur Macht.<br />
Viele Ausdrücke und Worte, die heute immer noch benutzt werden, stammen aus einer Zeit, in der die Machtverhältnisse anders aussahen. Eine Zeitreise 100 Jahre zurück. Männer konnten über Frauen und deren Leben bestimmen und dominierten somit auch die Sprache und sprachliche Regeln. Diese Machtverhältnisse haben sich mittlerweile in vielen Ländern bereits stark geändert. Viele Frauen bestimmen mit und sind autonom. Doch dieser Wandel ist noch lange nicht abgeschlossen und absolute Gleichberechtigung ist, auch in Deutschland, noch nicht erreicht. Durch das Beibehalten der sprachlichen Muster, die damals bereits verwendet wurden, wird dieser Wandel blockiert. Das, was das Denken steuert, darf nicht gegen die Gleichstellung arbeiten, sondern muss diese voranbringen. Sprache muss, als Basis für alles Weitere, gerecht werden und aufhören, Frauen, ebenso auch alle anderen Geschlechter, zu diskriminieren.</p>
<p>Schlampe, Tussi, Diva, Hure, Hexe und Emanze –<br />
hinsichtlich Beleidigungen sind Frauen sehr wohl sichtbar und werden nicht bei einer männlichen Bezeichnung mitgemeint. Dies sind nur einige Beispiele dafür, dass man ohne Probleme in jeder möglichen Situation unterschiedlichste Beleidigungen für Frauen finden kann.<br />
So meint auch Fräulein-chen eindeutig keine Verniedlichung, wie es die Endung „-chen“ normalerweise andeutet, sondern ist abwertend und tadelnd gemeint.<br />
Wenn ein Junge einen anderen „Du Mädchen!“ nennt, dann will er diesen damit beleidigen – ein Mädchen ist für ihn minderwertig.<br />
Diese Aufzählung ließe sich noch lange fortsetzen.</p>
<p>Wenn wir noch eine Zeitreise nur fünf bis zehn Jahre in die Zukunft machen könnten, bin ich mir sicher, dass sich unsere Sprache weiterentwickelt hat. Jetzt ist die Zeit, um diesen Wandel zu beeinflussen. Wir müssen darauf achten, wie wir sprechen, wen wir damit, bewusst oder unbewusst, diskriminieren und die Sprache so vielfältig machen, wie es die Gesellschaft ist. Denn Sprache bestimmt unser Denken, Fühlen und Handeln. Sie ist Kommunikationsmittel und spiegelt das eigene Bewusstsein wider.</p>
<p>Schön, dass du den Text gelesen hast, du Mädchen!<br />
Schön, dass du den Text gelesen hast, du Junge! – oder fühltest du dich gerade schon mitgemeint?</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wir durften schon einige Texte des Wettbewerbs hier veröffentlichen. Falls ihr sie verpasst habt, kein Problem: <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lizzynet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier entlang.</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich will alles — ein Erfahrungsbericht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/ich-will-alles/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2020 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Fee nimmt auf der Bühne kein Blatt vor den Mund und das ist gut, richtig und wichtig. Sie spricht und schreibt über Themen, die unangenehm sind und von denen manche Leute allen Ernstes genervt sind: Schon wieder ein Sexismus-Text, ist das nötig? Fee zeigt: Ja, es ist sogar bitter nötig. Und sie möchte die Gründe]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fee nimmt auf der Bühne kein Blatt vor den Mund und das ist gut, richtig und wichtig. Sie spricht und schreibt über Themen, die unangenehm sind und von denen manche Leute allen Ernstes genervt sind: Schon wieder ein Sexismus-Text, ist das nötig? Fee zeigt: Ja, es ist sogar bitter nötig. Und sie möchte die Gründe dafür — zahlreiche unangenehme und übergriffige Erfahrungen —nicht länger verdrängen. Wir freuen uns, dass wir heute ihren Text aus 2018 veröffentlichen dürfen.</strong></p>
<p><strong><span class="Apple-converted-space">*Triggerwarnung: In diesem Text wird explizit Übergriffigkeit/sexualisierte Gewalt beschrieben.*</span></strong><strong><span class="Apple-converted-space"> </span></strong><span id="more-12504"></span></p>
<p><i>Als unter #metoo viele Frauen* aus der ganzen Welt über ihre Erfahrungen mit Sexismus schrieben, wusste ich selbst nicht, wo ich anfangen sollte. Ich wusste nicht, wie ich mich an alles erinnern sollte und was „heftig“ genug war, es aufzuschreiben. Ich fühlte mich vor allem von der Masse der Erfahrungen erdrückt, hatte Angst, die tägliche Konfrontation damit nicht deutlich machen zu können, nicht zeigen zu können, wie weit das alles in mein Leben hineinreicht, wie früh ich damit bereits in Berührung kam.<br />
Gleichzeitig las ich viele Erfahrungsberichte, die mir Tränen in die Augen trieben und ein seltsames Gefühl bereiteten. Zu viel von dem, was ich las, hatte ich genau so schon erlebt, zu viel kam mir aus Erzählungen meiner Freundinnen* bekannt vor.<br />
Für die Initiative „17 Ziele“ ist es mir nun gelungen, einen weitgehend poetischen Text darüber zu schreiben, wo mir in meinem Leben Sexismus begegnet ist. Wenn ich diesen -wahrscheinlich persönlichsten- Text vorlese, werde ich oft gefragt, ob ich das wirklich alles erlebt hätte. Ganz oft von Frauen*. Ich denke dann: „Natürlich. Und das ist doch längst nicht alles! Wie kannst du das fragen? Dir geht es doch bestimmt genau so!“ Aber aus Erfahrung sage ich mittlerweile: „Ja, das ist mir alles widerfahren. Ich habe für manches gebraucht, um mich an Verdrängtes zu erinnern und wahrscheinlich bin ich dadurch, dass ich viel unterwegs bin, häufiger betroffen. Wenn du nachdenkst, findest du bestimmt auch Situationen, an die du dich nicht mehr erinnern wolltest.“<br />
Und tatsächlich: Ganz oft dauert es ein paar Minuten, bis die selben Frauen* wieder zu mir kommen und mir erzählen, was ihnen gerade wieder eingefallen ist. Das sind oft keine Kleinigkeiten. Aber wir haben sie verdrängt. Ich möchte das nicht mehr, ich möchte das zur Sprache bringen! Und ich möchte noch immer alles.</i></p>
<p>Mit 17 sagte ich still:<br />
Ich will, will alles!<br />
Oder nichts.<br />
Für mich soll´s gleiche Rechte regnen<br />
mir sollten sämtliche…Männer mit Respekt-…begegnen.<br />
Die Welt sollte sich umgestalten<br />
und ihre Schwänze für sich behalten.</p>
<p>Mit 17 vergaß ich auf einer Party die Zeit und kam nicht mehr nach Hause,<br />
Ein 27jähriger Politikstudent, mit dem ich mich gut unterhalten hatte, bot mir seine Gästecouch an.<br />
Auf der Busfahrt zu ihm erzählte er, dass man mit 27 natürlich schon darüber nachdenken würde, eine Familie zu gründen, zu heiraten, Kinder zu haben.<br />
10 Minuten später hatte er mir den BH ausgezogen.<br />
Ich sagte Nein.<br />
Er fragte Warum.<br />
Ich zitterte.<br />
Er sagte: Bitte!<br />
Ich drückte ihn weg.<br />
Er atmete schwer.<br />
Ich zog meine Hand weg<br />
er zog sie in seine Hose.<br />
Mit 17 floh ich mitten in der Nacht halbnackt aus einer fremden Wohnung, in der ein 10 Jahre älterer Mann mein Nein nicht akzeptieren wollte. Hätte er mich festgehalten, dachte ich, wäre ich selbst schuld gewesen.</p>
<p>Mit 4 übernachtete ich bei einem Nachbarsjungen, der schon zur Schule ging. Ich wachte auf, weil er mich festhielt und ankündigte, wir würden jetzt „ficken“. Ich wusste nicht, was das bedeutete und wollte seine Mutter nicht wecken. Er zeigte mir seinen Penis und versuchte, ihn mir in den Po zu stecken.<br />
Ich fühlte, dass ich mich irgendwie noch mehr hätte wehren sollen, außerdem war nichts passiert, deswegen erzählte ich es nie jemandem.</p>
<p>Mit 6 hatte ich nur weibliche Lehrerinnen und trug kurze Haare. Die Jungs ärgerten mich, weil ich kein richtiges Mädchen sei und eine Jungenfrisur hätte.</p>
<p>Mit 12 wuchsen mir langsam Brüste.<br />
Mit 12 ging ich an einem sonnigen Tag um die Mittagszeit an einer großen Straße entlang und fragte einen Mann im Anzug und Aktentasche nach dem Weg.<br />
Erst zeigte er mir den Weg, dann begann er, mich zu bedrängen.<br />
Er fragte, ob ich mit ihm schlafen würde,<br />
ich sagte Nein.<br />
Er fasste mir an den Hintern und sagte, mein Kleid sei so schön,<br />
ich schwieg aus Angst.<br />
Er sagte, ich würde seiner Exfrau so ähnlich sehen,<br />
ich sagte, ich sei 12.<br />
Er sagte, er hätte Kondome dabei.<br />
Ich weinte,<br />
er zog mich in eine Einfahrt,<br />
ich lief weg.<br />
Mit 12 rannte ich so schnell ich konnte auf die Türen einer S-Bahn zu und fuhr weinend und zitternd nach Hause, ohne dass jemand fragte, was los sei.<br />
Mit 12 beschloss ich, dieses Kleid nie wieder anzuziehen und dass ich Jeans hätte tragen sollen und erzählte es keinem.</p>
<p>Mit 15 dachte ich, Feministin sei ein Schimpfwort.<br />
Mit 15 sah ich das erste mal Germany´s Next Topmodel, weil alle darüber sprachen. Ich hatte damals Idealgewicht und war im Sommer darauf trotzdem wochenlang damit beschäftigt zu hungern. Ich aß nur noch Äpfel und Weintrauben, weil andere noch dünner waren, die im Fernsehen weniger wogen und ích beliebter bei den Jungs und überhaupt schöner sein wollte.<br />
Mit 15 fiel ich bei einer Generalprobe um, weil ich seit Tagen nichts gegessen hatte.</p>
<p>Mit 16 verfolgte mich ein ehemaliger Politiker unserer Stadt auf dem Schulweg, verwickelte mich in Gespräche, kam mir viel zu nah und legte mir gutväterlich seine Hand auf den Arm oder auf´s Bein.<br />
Als ich eine andere Route wählte und er mich sah, nahm er auch diese Route. Einmal war ich in der Zeitung und er rief mir zu, er hätte den Artikel ausgeschnitten und bei sich aufgehängt.<br />
Ich hatte Angst, aber wollte nicht unhöflich sein.<br />
Mit 16 gab sich jemand als Fahrkartenkontrolleur aus, um meine Adresse herauszufinden,<br />
mit 16 strich jemand im Bus mit seinem Bein an meinem hoch,<br />
mit 16 bekam ich auf Lokalisten.de mein erstes Dickpick.</p>
<p>Mit 17 warfen mir Mitschüler vor, ich sei nur so gut in der Schule, weil ich mit den Lehrern schlafen würde.<br />
Mit 17 hielt mir ein fremder Mann ein Video vor´s Gesicht, auf dem er Sex hatte.<br />
Mit 17 führte unser Englischlehrer Datensicherheit im Internet als Thema ein, indem er uns das skandalöse Dickpic des US-Abgeordneten Anthony Weiner zeigte und die Mädchen der Reihe nach fragte, was sie glaubten, auf diesem Bild zu sehen.<br />
Mit 17 trug ich wieder kurze Haare und manche Jungs nannten mich Kampflesbe.</p>
<p>Mit 18 trug ich ein Gedicht auf einem Poetry Slam vor, in dem es um Abtreibung ging, und erhielt plötzlich Mails, die mir Vergewaltigungen androhten.<br />
Mit 18 las ich unter meinen Youtubevideos, ich sei eine dumme Hure und gehöre „weg-gecockt“.<br />
Mit 19 schrieb ich einen lustigen Text, ein Kollege riet, ich solle doch bei Mädchenlyrik bleiben. Später sagte er mir, für ´ne Frau sei ich ganz witzig. Das habe ich seither zu oft gehört.<br />
Mit 20 behauptete ein Professor, Frauen hätten in der Wissenschaft nichts verloren.<br />
Mit 21 lief ich durch einen ICE voller Betrunkener und wurde ungefähr zwanzigmal angefasst.<br />
Mit 22 sang ich einem Professor für Gesang vor, der mir offenbar ein zweideutiges Angebot machte. Er schaute mir unverhohlen auf die Brüste und sagte, ich hätte ja die Figur einer Sängerin, dann schlug er vor, wir könnten uns etwas kennen lernen, als ich nichts sagte, meinte er enttäuscht „dann singen wir eben“.<br />
Mit 23 berührte mich ein Mann in der Bahn und holte dann seinen Penis vor mir aus der Hose, während alle anderen einfach wegsahen.</p>
<p>Ich bin jetzt 24.<br />
Wenn sich in der Bahn ein Mann* zu mir setzt, verkrampfe ich. Ich gehe im Kopf Strategien durch, wie ich mich wehren könnte.<br />
Wenn ich am Tag an einer Gruppe junger Männer* vorbei muss, balle ich meine Hände zu Fäusten und schaue stur geradeaus.<br />
Wenn ich nachts auf eine Bahn warte und einen Mann* sehe, versuche ich krampfhaft, ihn nicht anzusehen und grimmig zu schauen.<br />
Dann ärgere ich mich über mich selbst.<br />
Viel zu oft behalte ich aber doch Recht.<br />
Ich spüre die Blicke auf meinen Brüsten, auf meinem Hintern.<br />
Ich höre, wie jemand pfeift oder mir etwas ins Ohr haucht.<br />
Ich werde gefragt, ob ich Single sei. Brüllend, geifernd, aufdringlich.<br />
Man ruft mir hinterher, drängt mich mit dem Auto in Ecken,<br />
viel zu oft bin ich mehr Objekt als Mensch.</p>
<p>Ich habe nie hungern müssen, musste nie vor Krieg fliehen, habe als Kind nicht gearbeitet, wurde nicht verheiratet. Ich hatte Zugang zu Bildung und sauberem Trinkwasser, ich bin krankenversichert, ich konnte studieren und Nachhilfe nehmen, Die Luft, die ich geatmet habe, war immer sauber genug. Ich wurde nie aufgrund meiner Hautfarbe diskriminiert und nie aufgrund meiner Herkunft ausgeschlossen und wenn die Welt morgen untergeht, dann zumindest nicht zuerst in Deutschland.</p>
<p>Neulich sagte ein Professor, alle großen Errungenschaften der Kultur kämen von Männern.<br />
Neulich fragte ein Zuschauer, warum es so wenig Frauen auf Bühnen gäbe.<br />
Neulich warf mir jemand vor, ich würde zu viele Sexismus-Texte schreiben.<br />
Neulich sagte ein Jugendlicher, Frauen in Deutschland seien schon längst gleichberechtigt.</p>
<p>Aber mit 17 sagte ich still: Ich will.<br />
Will alles oder nichts.<br />
Und, dass ich das erlebt habe,<br />
und, dass die meisten Frauen hier jederzeit eine ähnliche Liste schreiben könnten,<br />
und dass wir 2018 haben und in einem der am weitesten entwickelten und reichsten Länder der Welt leben und dass das mich trotzdem betrifft,<br />
das ist schon mal ganz sicher nicht alles.<br />
Deswegen: Weiter kämpfen. Weiter träumen. Bis es rote Rosen regnet. Für alle!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
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<li>Mehr Texte von Fee <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/fee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
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