<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Mädchen &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<atom:link href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maedchen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Thu, 25 Aug 2022 09:28:51 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0.1</generator>

<image>
	<url>https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/06/cropped-unnamed-32x32.jpg</url>
	<title>Mädchen &#8211; meinTestgelaende.de</title>
	<link>https://www.meintestgelaende.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Mädchen sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/08/maedchen-sein-3/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sara]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Aug 2022 09:28:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=15004</guid>

					<description><![CDATA[TW: Sexuelle Gewalt. In ihrem neuen Text „Mädchen sein“ beschreibt Sara sehr eindrücklich das Erleben von sexueller Gewalt. Die Zeit zwischen dem Verlassen der Bar und der Tat im Wald ist kurz, die Zeit danach ist lang und irgendwie, versucht sie Mädchen zu bleiben. Grüne, hungrige Augen, Beine, die sich unter dem Tisch berühren. Ein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>TW: Sexuelle Gewalt. In ihrem neuen Text „Mädchen sein“ beschreibt Sara sehr eindrücklich das Erleben von sexueller Gewalt. Die Zeit zwischen dem Verlassen der Bar und der Tat im Wald ist kurz, die Zeit danach ist lang und irgendwie, versucht sie Mädchen zu bleiben.</strong></p>
<p><span id="more-15004"></span></p>
<p>Grüne, hungrige Augen,<br />
Beine, die sich unter dem Tisch berühren.<br />
Ein leichter und doch bemerkbarer Hauch.<br />
Mein Kopf er dreht sich.<br />
Ich habe zu viel getrunken.<br />
Seine Hand berührt meine,<br />
es ist unschuldig, oder?<br />
Um 1 Uhr folgte der Rausschmiss.<br />
Urteil der Bar: minderjährig.<br />
Er ist es nicht, natürlich nicht.<br />
Er ist sehr leise geworden.<br />
Eigentlich ist er mir egal,<br />
ich weiß gar nicht, wer er ist.<br />
Eine Hand auf meiner Brust.<br />
Ignorieren, dann geht es weg.<br />
Vielleicht verschwindet er mit seiner Hand.<br />
Vorne ist ein Wald<br />
und ich lege mich auf den Boden.<br />
Die Blätter rascheln sanft neben mir<br />
und ich fühle mich frei.<br />
Plötzlich spüre ich einen Kuss.<br />
Sein Kopf knallt gegen meinen,<br />
er entschuldigt sind nicht.<br />
Stattdessen verlangt er mehr Zunge.<br />
Ich tue, was er sagt,<br />
viel nehme ich nicht mehr wahr.<br />
Die Zeit bleibt stehen,<br />
ist es immer noch zwölf oder doch schon drei?<br />
Seine Hüften bewegen sich auf meinen<br />
und er öffnet seinen Gürtel.<br />
Bitte nicht.<br />
Bitte kein Küssen und kein Anfassen<br />
und vor allem bitte kein Sex.<br />
Ich sage, dass es blutig ist<br />
zwischen meinen Beinen.<br />
Die einzige Ausrede, die zählt.<br />
Mein „nein“ wäre nicht genug.<br />
Wo bin ich eigentlich?<br />
Wo ist mein zuhause?<br />
Meine Hüllen sie fallen<br />
und ich fasse den Teil von ihm an,<br />
den er den ganzen Abend schon<br />
in meinen Händen sehen wollte.<br />
Der Geschmack in meinem Mund ist bitter,<br />
aber ich schlucke runter und fange an.<br />
Alles ist leer,<br />
die Blätter neben mir hören auf zu rascheln.<br />
Eigentlich höre ich gar nichts mehr.<br />
Eigentlich sehe ich gar nichts mehr.<br />
Eigentlich fühle ich gar nichts mehr.<br />
Aber ich mache weiter.<br />
Das macht man doch so, oder?<br />
Mädchen sein<br />
und Mädchen bleiben.<br />
Und so schaue ich ihn an mit großen Augen,<br />
während er seinen Teil beendet.<br />
Und mich zurücklässt,<br />
zwischen den raschelnden Blättern.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zeitreise</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/04/zeitreise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Siri_us]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2022 09:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Non-binary]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14712</guid>

					<description><![CDATA[Wir präsentieren Siri_us ersten Text nach ris Buchrezension im Februar. Siri_us ist nicht binär und berichtet von den Zuschreibungen, die ri als Junge und als Mädchen erfahren hat. Die Schlüsselfrage bei ris Zeitreise ist dabei “Gehöre ich dazu?”. Als ich ein Junge war Als ich ein Junge war, war ich frei. Ich war wild und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Wir präsentieren Siri_us ersten Text nach ris Buchrezension im Februar. Siri_us ist nicht binär und berichtet von den Zuschreibungen, die ri als Junge und als Mädchen erfahren hat. Die Schlüsselfrage bei ris Zeitreise ist dabei “Gehöre ich dazu?”.</strong></p>
<p><span id="more-14712"></span>Als ich ein Junge war<br />
Als ich ein Junge war, war ich frei. Ich war wild und stark und mutig. Ich war allein. Ich hatte keine Sprache.</p>
<p>Als ich ein Mädchen war<br />
Als ich ein Mädchen war, war ich … Ich war liebevoll, ich war wortgewandt, ich gehörte dazu. Ich war dabei.</p>
<p>Als ich ein Junge war, kämpfte ich gegen Monster und gegen die Angst und die Dunkelheit und den Schlaf.</p>
<p>Als ich ein Mädchen war, kniff ich die Augen zu, ich hielt es aus, ich bog mich, aber ich zerbrach nicht, zumindest nicht ganz.</p>
<p>„Du bist hübsch“, sagten sie. „Du bist sexy.“ „Du bist ein Mädchen, du wirst eine Frau.“</p>
<p>„Ich bin stark“, sagte ich. „Ich will auch sexy sein. Aber eine Frau?“</p>
<p>Als ich eine Frau wurde, wurde ich unabhängig. Ich ging weg, ich ging weiter. Noch weiter. Bis ich keine Frau mehr war.</p>
<p>Als ich ich wurde, wurde ich frei. Ich wurde wild und stark und mutig. Ich wurde liebevoll und wortgewandt. Ich kämpfte gegen Monster und Angst und Dunkelheit. Ich lernte, allein zu sein, ohne einsam zu sein.</p>
<p>Kann ich sexy sein?</p>
<p>Gehöre ich dazu?</p>
<p>Gehöre ich dazu? Hörst du mir zu? Gehst du? Ge_hörst du zu mir?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ruhrgebietskinder: Haticeela</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/ruhrgebietskinder-haticeela/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/ruhrgebietskinder-haticeela/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ruhrgebietskinder]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jan 2022 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14385</guid>

					<description><![CDATA[Heute geht es weiter mit der Portrait-Reihe &#8222;Ruhrgebietskinder&#8220; der Landeszentrale für politische Bildung NRW! In diesem Film wird euch Haticeela vorgestellt. Vielleicht kennt ihr sie auch schon? Denn sie ist Teil unserer Redaktionsgruppe GRRRLs Voice of HeRoes Dusiburg. Was ein Mädchen aus Marxloh alles schaffen kann: Obwohl ihr nicht mal der Hauptschulabschluss zugetraut wurde, studiert die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute geht es weiter mit der Portrait-Reihe &#8222;Ruhrgebietskinder&#8220; der <a href="https://www.politische-bildung.nrw.de/digitale-medien/titelverzeichnis/details/video/ruhrgebietskinder-haticeela" target="_blank" rel="noopener">Landeszentrale für politische Bildung NRW</a>! In diesem Film wird euch Haticeela vorgestellt. Vielleicht kennt ihr sie auch schon? Denn sie ist Teil unserer Redaktionsgruppe <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/grrrls-voice-of-heroes-duisburg/" target="_blank" rel="noopener">GRRRLs Voice of HeRoes Dusiburg</a>. Was ein Mädchen aus Marxloh alles schaffen kann: Obwohl ihr nicht mal der Hauptschulabschluss zugetraut wurde, studiert die 24jährige Haticeela heute Sozial- und Kulturwissenschaften und möchte Professorin an der Uni werden. Wir wünschen euch viel Spaß mit dem Film!</strong></p>
<p><strong>(Das Video steht unter der <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de" target="_blank" rel="noopener">Creative Commons-Lizenz CC-BY-ND 4.0</a>. Lizenzgeber ist die Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen.)</strong></p>
<p><span id="more-14385"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Falls ihr den Film über Emre B. verpasst haben solltet, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/12/ruhrgebietskinder-emre-b/" target="_blank" rel="noopener"><strong>klickt mal hier</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/ruhrgebietskinder-haticeela/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Urteil &#8211; es war soweit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/12/das-urteil-es-war-soweit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Dec 2021 07:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14344</guid>

					<description><![CDATA[Content Note: Sexualisierte Gewalt.  Unsere Autorin Celine schreibt für uns über den Prozess gegen den Freund ihrer Mutter. Inzwischen ist das Urteil verkündet worden, und Celine und ihre Schwester sind erleichtert, nach dieser langen Zeit des Kämpfens zumindest ein bisschen Gerechtigkeit zu erfahren. Wie Celine den Tag am Schöffengericht erlebt hat, lest ihr hier. Es]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Content Note: Sexualisierte Gewalt. </strong></p>
<p><strong>Unsere Autorin Celine schreibt für uns über den Prozess gegen den Freund ihrer Mutter. Inzwischen ist das Urteil verkündet worden, und Celine und ihre Schwester sind erleichtert, nach dieser langen Zeit des Kämpfens zumindest ein bisschen Gerechtigkeit zu erfahren. Wie Celine den Tag am Schöffengericht erlebt hat, lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-14344"></span></p>
<p>Es war soweit…</p>
<p>Dienstag den 09.11.2021, 9:30 Uhr angekommen am Schöffengericht, standen wir da.<br />
Leer Blicke.<br />
Wut.<br />
Angst und hoher Puls.<br />
Gedanken schossen mir durch den Kopf…<br />
Eine Zigarette nach der anderen, Tränen in den Augen, denn es war endlich soweit.<br />
Um 9:45 sind wir die Treppen hochgelaufen und standen vor dem Saal 158, voller Aufregung, zitternde Beine und nasse Hände.</p>
<p>Es war soweit…</p>
<p>10 Uhr durften wir in diesen kalten weissen Saal eintreten und das taten wir dann auch…<br />
Im Saal saßen der Pflichtverteidiger und die Dolmetscherin auf der linken Seite vom Saal, in der Mitte der Richter und die zwei Schöffen. Auf der rechten Seite saßen die Staatsanwaltschaft und die Protokollantin und unsere Rechtsanwältin.<br />
Und dann saßen da wir.</p>
<p>Und du? Du kamst mal wieder zu spät.</p>
<p>Um 10:25 ging die Tür auf und ich sah den Mann in Uniform, Justiz stand auf seiner Jacke…<br />
Und dann kamst du rein, mit Handschellen an deinen Händen… in einem roten T-Shirt und grauer Jogginghose.<br />
Ich schaute dir direkt in die Augen und für einen kurzen Moment fühlte ich nichts.<br />
Du bleibst stehen.<br />
Deine hässliche Neugier und deine ungeduldige Art wollten wissen, wer alles auf diesen Stühlen sitzt.</p>
<p>Nun sitzt du auf einem dieser Stühle mit der Dreistigkeit, in unsere Richtung zu gucken.<br />
Mir kamen die Tränen.<br />
Mein Herz klopfte so schnell und meine Schwester neben mir war am zittern.<br />
Ich griff nach ihrer Hand und sie schaute mich an, dieser Blick… den ich niemals vergessen werde.<br />
So viel Schmerz in ihren Augen.<br />
So viel Angst.<br />
So viele Zweifel.</p>
<p>Der Justizbeamte wurde laut und befiehlt dir nach vorne zu schauen und nicht in unsere Richtung.<br />
Das gefiel dir nicht…<br />
Und dann hörte ich deine grauenvolle Stimme fragen &#8211; Ist das jetzt auch verboten? &#8211;</p>
<p>Deine ekelhafte Dreistigkeit allein sollte schon bestraft werden!</p>
<p>Die ersten Sätze von dem Richter bekam ich vor lauter Gedanken gar nicht mit… ich wollte einfach nur, dass es vorbei ist, ich versuchte mich zu konzentrieren.<br />
Doch dann mussten wir raus aus dem Saal, denn du hattest das Recht, etwas über dich zu erzählen und wie es dir so ergangen ist in der Untersuchungshaft…</p>
<p>Wir saßen draußen direkt vor dem Saal und warteten und warteten…<br />
Die Zeit war in diesem Moment mein schlimmster Feind.<br />
Sekunden wurden zu Minuten und die Minuten wurden zu einer fast ganzen Stunde…</p>
<p>Ich habe mich so lange Zeit emotional darauf vorbereitet gegen dich auszusagen…<br />
Allen Anwesenden zu erzählen, was für ein schreckliches Monster du bist… dir ins Gesicht gucken zu können und dir zur erzählen, was du aus mir gemacht hast… wieviel Leid du mir zugefügt hast… wieviel Schmerz ich in mir trage wegen dir, und was du alles kaputt gemacht hast.<br />
DENN ALL DAS IST DIR NICHT BEWUSST!!!</p>
<p>Ich wollte gegen dich aussagen, um endlich einen Haken dahinter setzen zu können, ich wollte gegen dich aussagen für meine Schwester. Ich wollte mein Leid mit allen Anwesenden teilen und ihnen zeigen, was für ein schrecklicher Mensch du bist.</p>
<p>Nach einer ganzen Weile kam meine Rechtsanwältin raus und schaute mich an und meinte, dass ich wahrscheinlich nicht aussagen werde gegen dich sondern nur meine Schwester… Das würde entschieden werden, wenn meine Schwester ausgesagt hat! Und vorteilhaft wäre es, wenn ich während ihrer Aussage mit draußen warte…</p>
<p>Schaffst du das fragte man meine Schwester, sie schaute mich an … Und ich versicherte ihr, dass sie es schaffen würde!!</p>
<p>Sie steht auf und betrat den Saal mit meiner Rechtsanwältin…<br />
Die Tür ging zu und ich weinte… ich wusste nicht, was ich denken sollte…<br />
Ich weiß nicht, wie lange sie ihre Aussage machte aber sie hat es geschafft… Die Tür ging auf und sie fiel mir in die Arme.<br />
Ich war so unglaublich stolz auf sie!!</p>
<p>Alle mussten raus aus dem Saal, denn der Pflichtverteidiger und er wollten sich besprechen…<br />
Man schlug ihm ein Deal vor.. bei einem Geständnis würde es zu einem Urteil von 2-3 Jahren kommen…<br />
Aber der Pflichtverteidiger wollte Bewährung für ihn???<br />
Mit was für einer Begründung sollte er Bewährung bekommen fragte ich mich…</p>
<p>Es war soweit…<br />
Nach all dem langen Warten und nicht zu wissen, was passiert, durften wir wieder in den Saal 158 eintreten…</p>
<p>Der Richter gab dem Pflichtverteidiger das Wort um sein Geständnis abzulegen und gleichzeitig zu begründen, warum Bewährung für ihn doch rechtens wäre…</p>
<p>Haltet euch fest!!</p>
<p><b>Herr XY gibt zu, die beschriebenen Taten begangen zuhaben, dennoch könne das Opfer froh sein, dass er zum MASTURBIEREN nach anfassen des Mädchens extra auf den Balkon gegangen sei. Zudem sollte auch berücksichtig werden, dass er ja nicht eingedrungen sei und es zu keiner Vergewaltigung kam, und verantwortlich ist das Opfer, denn sie habe sich freizügig gekleidet…  Unter anderem leidet Herr XY an körperlicher Gewalt, die ihm durch andere Insassen zugefügt werde… Deshalb beantrage ich Bewährung… </b></p>
<p>Meine Wut in diesem Moment kann ich absolut nicht beschreiben und der Anblick meiner Schwester in diesem Moment brach mir das Herz.<br />
Wir saßen beide nebeneinander und weinten und hofften auf ein Ende, denn das war einfach nur schrecklich und ekelhaft…</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft bekam das Wort, die Frau musste selbst erst einmal tief durchatmen, denn auch sie war einfach nur geschockt, wie alle anderen im Raum… Sie hielte ihre Ansprache und beantragte 3-4 Jahre Haft plus einen weiteren Haftbefehl, denn es besteht Fluchtgefahr…<br />
Nach ihrer Ansprache bekam unsere Rechtsanwältin das Wort, sie schüttelte den Kopf und hielte ihre Ansprache…auch sie beantragte 3-4 Jahre Haft…</p>
<p>Sie war ein kleines Mädchen und es lag ganz sicher nicht in ihrer Verantwortung, ob freizügig gekleidet oder nicht…<br />
Zum Masturbieren extra auf den Balkon gegangen?<br />
Berücksichtigen, dass es zu keiner Vergewaltigung gekommen ist?<br />
EKELHAFTES SCHWEIN!!!!</p>
<p>Es war soweit…</p>
<p>nach fast 4 Stunden kam endlich das Urteil.<br />
Erheben Sie sich…</p>
<p>Meine Knie zittern.<br />
Ich halte die Luft an.<br />
Halte die Hand von meiner Schwester.<br />
Weinten und hofften.</p>
<p>Und ich dachte mir… danach ist es endlich vorbei. Der Kampf, den wir seit 2019 kämpfen, nimmt endlich ein Ende.<br />
Gerechtigkeit oder keine Gerechtigkeit?<br />
Bewährung oder doch 3-4 Jahre Haft?</p>
<p><b>Urteil… im Namen des Volkes… in der Strafsache gegen Herr XY wegen </b><b>sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Kindern</b><b> wird der Angeklagte zu </b><b>3 Jahren Haft </b><b>verurteilt… </b></p>
<p>Ich holte tief Luft und knickte ein …<br />
Ich umarmte meine Schwester und wir beide fingen an zu weinen…<br />
Wir haben es geschafft!</p>
<p>Nach über 2 Jahren ist es endlich vorbei und wir haben ein kleines bisschen Gerechtigkeit bekommen…<br />
Die 3 Jahre Haft sind wenig, darüber brauchen wir uns nicht zu streiten, aber es ist besser, als ihn auf freien Fuß zu sehen.</p>
<p>Wir standen draußen vor dem Saal, biegen links ab in einen Gang… und da kommt er… in Handschellen, voller Wut und Hass… wird er abgeführt von dem Justizbeamten…<br />
Und mit meinem ganzen Stolz und mit meiner ganzen Kraft schaute ich ihm ein letztes Mal in die Augen und lächelte…<br />
Alles kommt zurück schrie er wie ein Bekloppter und ich antwortetet.. JA RICHTIG, ALLES KOMMT ZURÜCK ZU DIR!<br />
Und lief die Treppe mit erhobenem Kopf runter, gemeinsam mit meiner Schwester und mit meiner Mama…</p>
<p><b>… Ich bin Celine Grace Senses und ich wurde Opfer von sexuellem Missbrauch. </b><br />
<b>Das, was man mir angetan hat, wurde nicht bestraft, gekämpft habe ich trotzdem.</b><br />
<b>Ich bin eine, eine von acht Milliarden Menschen, und habe hier euch meine Geschichte erzählt, diese eine von vielen Geschichten.</b></p>
<p>Sexuelle Gewalt oder sexueller Missbrauch ist für tausende Kinder in Deutschland leider alltäglich. Nur wenige Täter und Täterinnen sind den betroffenen Kindern oder Jugendlichen wirklich fremd. Sexueller Missbrauch findet nach Angaben des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung am häufigsten innerhalb der engsten Familie statt…<br />
Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat für die Betroffenen dramatische Folgen – oft ein Leben lang.</p>
<p>Wenn du von sexueller Gewalt betroffen bist oder du dich um ein Kind sorgst, einen Verdacht oder ein komisches Gefühl hast oder du dir unsicher bist und Fragen zum Thema stellen möchtest, kannst du dich auch vertrauensvoll an das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch wenden. Es ist eine Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend, für Angehörige sowie Personen aus dem sozialen Umfeld von Kindern, für Fachkräfte und für alle Interessierten. Die pädagogischen und psychologischen Beraterinnen und Berater unterstützen bei allen Fragen zum Thema <b>kostenlos und anonym.</b><br />
Zu erreichen ist das Hilfetelefon unter der Nummer<b> 0800 22 55 530</b></p>
<p><b>Du bist niemals allein, vergiss das nicht! </b><br />
<b>Und Danke an alle, für die tolle Unterstützung und für all den Mut, den ihr mir mitgegeben habt! </b><br />
<b>Eure Celine</b></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/celine/" target="_blank" rel="noopener"><strong>alle weiteren Beiträge von Celine</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mädchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/maedchen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Oct 2021 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13458</guid>

					<description><![CDATA[Heute gibt es unseren ersten Post der Woche ausnahmsweise schon am Montag. Und zwar aus einem besonderen Grund! Unsere Autorin Lilith verrät ihn euch: &#8222;Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau, heute, am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute gibt es unseren ersten Post der Woche ausnahmsweise schon am Montag. Und zwar aus einem besonderen Grund! Unsere Autorin Lilith verrät ihn euch: &#8222;Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau, heute, am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit der Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern beschäftigt habe. Ich habe eine riesige Veranstaltung geplant und mich einfach viel zu sehr in dieses eigentlich so erschreckende Thema hineingesteigert – ja, und was dabei herausgekommen ist, hören Sie jetzt. Der Text heißt ganz einfach nur <em>Mädchen.</em>&#8222;</strong></p>
<p><span id="more-13458"></span></p>
<p>Ich bin unterwegs, schlendere die Straße entlang – viel zu viele Menschen um mich herum.<br />
Bin unterwegs, schlendere weiter, schaue mich um<br />
und erkenne ein Mädchen,<br />
Hollister-Top – bauchfrei natürlich, S-Oliver Hose, so kurz, dass ihre Arschbacken gerade noch herausschauen – versteht sich.<br />
Trägt Ohrringe, die länger sind als ihr Hals, sodass sie schon fast ihre Schulter berühren,<br />
Lippgloss – größer gezeichnet, als ihr tatsächlicher Mund.<br />
Eine Tasche von Mickle Corse in der einen, einen Geldbeutel von louis vuitton in der anderen Hand.<br />
Ich laufe weiter und schüttle den Kopf.<br />
Sie ist ein Mädchen, vielleicht 12 Jahre alt – noch ein Kind und auch wieder keines.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das es viel zu einfach hat im Leben,<br />
viel zu einfach, als dass sie noch Ziele haben könnte, nach denen es sich lohnt zu streben,<br />
ihre Eltern besitzen so viel Geld, dass das Konto droht überzulaufen,<br />
wenn sie nicht in die Stadt geht, um sich täglich etwas Neues zu kaufen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
das sich für nichts als sich selbst interessiert,<br />
wie von Geburt an vorprogrammiert,<br />
ein Gossip-Girl ohne andere Interessen als Geld, Smartphone, W-Lan, Jungs, Betrug und Intrigen.<br />
Ihr Leben besteht aus stupiden<br />
Beschäftigungen, wie Shoppen, Kino, schlafen, Essen; shoppen, Kino, Schlafen, Essen<br />
– ach ja What`s App benutzen hätte ich fast vergessen,<br />
bei allem darauf achtend ihre neuen Klamotten nicht zu beschmutzen,<br />
zu schauen, dass sie nicht noch weiter verrutschen,<br />
sich möglichst überhaupt nicht anzustrengen,<br />
und den Ausschnitt, den sie von der Welt sieht, noch mehr einzuengen.</p>
<p>Sie schaut zu mir herüber,<br />
schenkt mir einen verachtenden Blick,<br />
ich tue, als bemerkte ich ihn nicht.</p>
<p>Stattdessen schüttle ich verzweifelt meinen Kopf und laufe weiter.<br />
Länger kann man den Anblick einer solchen Person einfach nicht ertragen!<br />
Länger kann man nicht zuschauen, wie sie den Jungs ihrer Clique den Arsch ins Gesicht reckt und unbemerkt ihren BH immer weiter herunterrutschen lässt.</p>
<p>Aber egal – es ist ihr Leben!<br />
Nun laufe ich weiter und beginne, an jemanden anderen zu denken.</p>
<p>Auch sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das viel zu viel denkt,<br />
ihre Gedanken äußerst selten in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
viel mehr lässt sie sie ihr Gehirn umkreisen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich für wirklich alles und jeden interessiert,<br />
das keine Angst hat, dass es sich ununterbrochen geniert,<br />
nur, weil es etwas Neues versucht – zum aller ersten Mal<br />
das alles Kennenlernen möchte,<br />
alles erleben und die ganze Welt sehen will<br />
nur um es einmal gewusst zu haben,<br />
das gerne verreist,<br />
auf die Meinung anderer sehr gerne scheißt,<br />
denn es möchte sich seine eigene Meinung bilden.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das wirklich alles ausprobiert,<br />
es unheimlich hasst, dass alle Welt gegeneinander konkurriert,<br />
da es doch nichts als Spaß erleben will.<br />
Das einkaufen geht im Second-Hand Shop,<br />
nicht, weil ihr Geldbeutel für alles andere zu klein,<br />
sondern, weil sie es interessanter findet,<br />
und auch einmal nachdenkt, bevor die Kasse klingelt.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen, das gerne lacht,<br />
dessen Augen zu einem kleinen Feuer entfacht<br />
werden,<br />
wenn man sie auch nur ein bisschen erwärmt,<br />
ein Mädchen, das unheimlich gerne lernt,<br />
Ein Mädchen, das sehr viel Liebe erfährt,<br />
der nichts, wirklich nichts richtig Schlimmes wiederfährt,<br />
wenn es sich an einige Regeln hält.</p>
<p>Sie ist das Mädchen,<br />
das sich für andere einsetzt,<br />
deren Hilfe mindestens genauso sehr schätzt,<br />
denn Kooperation wird bei ihr großgeschrieben.<br />
das versucht, sich wirklich für andere einzusetzen,<br />
zu verhindern, dass die Welt aufhört jeden wirklich jeden zu verletzen &#8211;<br />
interessiert, garantiert übermotiviert, ungeniert, mit Zuversicht, Glück und Mut vollgeschmiert, jedoch unverziert aufpoliert, ist, ist sie….machtlos.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen das viel zu viel denkt.<br />
Ihre Gedanken wirklich nie in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
und fantasiert – wirklich viel zu viel.<br />
Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich einbildete, sie könne die Welt verändern,<br />
bis sie alt genug dazu war, nicht mehr zu naiv zu sein.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht weiß, was mit ihrem Leben anzufangen,<br />
nichts kann ihr wirklich halt geben,<br />
aus Hunger und Not – hat es keine Zeit an etwas anderes zu denken<br />
– und kann niemandem mehr als ihre Arbeitskraft schenken<br />
– auch wenn sie es selbst viel zu wenig findet.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich um ihre kranke Mutter kümmert,<br />
und dabei zusieht, wie sich nur alles verschlimmert,<br />
und alles verflimmert vor ihren tränenden Augen,<br />
nur, um gleich wieder aufzustehen – sie braucht doch die Zeit – darf keine Pausen machen. Hat keine Zeit dafür zu trauern, und weinend am Bett ihrer sterbenden Mutter zu sitzen,<br />
muss arbeiten, helfen, die Familie versorgen,<br />
versuchen all die vielen Sorgen<br />
– abzulenken von ihrer Welt – die zwar nicht sie hat bestellt,<br />
aber sie trotzdem lernt, mit ihnen umzugehen, um weiterhin sicher im Leben zu stehen.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht zur Schule gehen darf, obwohl es so gerne möchte.<br />
Keine Chance auf Bildung, statt Schulbesuch Hochzeit – wirklich kein kleinster Anspruch auf die Erfüllung irgendeines ihrer Rechte.<br />
Denke an ein Mädchen, das keinerlei Chance auf ein besseres Leben vor sich sieht,<br />
Geschwister versorgen, kochen, Landwirtschaft &#8211; ihr Vater lange ausgeflogen – und sie schiebt,<br />
alleine die Arbeiten des Tages vor sich her.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, in nichts als Kleidung gehüllt.<br />
Von nichts als Angst vollkommen ausgefüllt;<br />
Angst vor der Arbeit, vor Krankheit und Tod,<br />
dass sie stirbt in der größten Not –<br />
ihrer Familie, die ohne sie überhaupt niemanden mehr hat,<br />
der ihnen abends ein Feuer entfacht.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen am Ende ihrer Kräfte. Ein Mädchen, mit einem Krug auf dem Kopf.<br />
Ein Mädchen, das Wasserholen gehen möchte – es ist heiß, viel zu heiß,<br />
sie hat Durst, nichts als Durst.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, dessen Körper nicht mehr mitspielt, dessen Psyche sich verabschiedet<br />
von einem Moment auf den anderen –<br />
denke an ein Mädchen,<br />
das tot liegt im ewigen, viel zu heißen Sand – der leere Wasserkrug liegt neben ihrer linken Schulter.</p>
<p>Ich denke zurück an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das dachte, sie könnte die Welt verändern,<br />
etwas bewirken, irgendetwas verbessern<br />
doch alles Illusion – verpufft im Nichts.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Lilith <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>meinTestgelände Jugendevent in Berlin 2022</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/jugendevent-berlin2022/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2021 12:02:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[#gelände]]></category>
		<category><![CDATA[#workshop]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13136</guid>

					<description><![CDATA[Das meinTestgelände Jugendevent in Berlin. Sei dabei! MeinTestgelände möchte dich zu einem zweitägigen Jugendevent nach Berlin einladen. Lerne neue Menschen kennen und genießt gemeinsam Jugendkultur in der Hauptstadt. Das Jugendevent ist offen für alle zwischen 18 bis 27 Jahre und deine Teilnahme ist völlig kostenlos. Auf geht&#8217;s! +++Die Workshops sind ausgebucht, Anmeldungen nur noch für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das meinTestgelände Jugendevent in Berlin. Sei dabei!<br />
</strong>MeinTestgelände möchte dich zu einem zweitägigen Jugendevent nach Berlin einladen. Lerne neue Menschen kennen und genießt gemeinsam Jugendkultur in der Hauptstadt. Das Jugendevent ist offen für alle zwischen 18 bis 27 Jahre und deine Teilnahme ist völlig kostenlos. Auf geht&#8217;s!</p>
<p><strong>+++Die Workshops sind ausgebucht, Anmeldungen nur noch für die Warteliste möglich.+++</strong></p>
<p><strong>Anmeldung unter: <a href="mail@meintestgelaende.de">mail@meintestgelaende.de</a></strong></p>
<p><span id="more-13136"></span></p>
<p><strong>Was?</strong> Workshops im Archiv der Jugendkulturen.<br />
Wir starten am 2.3 mit einem Graffiti Spaziergang für alle.</p>
<p><strong>Workshops:</strong><br />
• Von Disco zu House zu Techno &#8211; Can you feel the bass?<br />
• Comic und Manga<br />
• HipHop / Rap</p>
<p><strong>Wann?</strong> Anreise abends am 1.3 (oder morgens 2.3) // Workshops am 2.3 + 3.3<br />
<strong>Wo?</strong> Berlin, Nähe Mehringdamm im Archiv der Jugendkulturen<br />
<strong>Wer?</strong> Alle die Lust haben von 18 bis 27 Jahren und das mT Team</p>
<p>Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden natürlich von meinTestgelände für dich übernommen. Du wirst in einem Ein- oder Zweibettzimmer im Metropol Hostel untergebracht. Deine Fahrtkosten werden im Nachhinein von uns erstattet. Hebe dein abgestempeltes Zug- oder Busticket gut auf.</p>
<p>Wichtig: Beim Event ist 2G angesagt! Du brauchst einen Nachweis über deinen Impfstatus und täglich werden Tests durchgeführt – Ungeimpfte mit ärztlichem Attest entsprechen 2G, müssen am Anreisetag aber einen tagesaktuellen Test vorweisen.</p>
<p>Wenn du deine Teilnahme anmeldest, teile uns gleich mit, bei welchem der 3 Workshops du mitmachen möchtest. Ein Workshop erstreckt sich jeweils über die zwei Tage.</p>
<p><strong>Zeitplan:</strong><br />
2.3<br />
9.00 oder 10.00 Uhr: Graffiti Spaziergang, alle die schon angereist sind, gehen auf einen Streifzug durch Kreuzberg<br />
12.00 &#8211; 16.00: Workshops</p>
<p>3.3<br />
9.00 &#8211; 16.00 Uhr: Workshops</p>
<p><strong>Beschreibung der Workshops<br />
</strong>Der 2.3 startet morgens mit dem Graffiti Spaziergang, danach besuchen alle die Workshops, die sie jeweils ausgesucht haben.</p>
<p><strong>Spaziergang zum Thema Street Art/Graffiti</strong><br />
Auf unserem Streifzug durch Berlins dichtbemaltesten Bezirk Kreuzberg gehen wir ungewöhnlichen Spuren nach, die sich an Mauerwerken und Hausfassaden befinden. Dabei stoßen wir auf kunstvolle Scherenschnitte, Schablonen, handbemalte Sticker, Throw-Ups und Tags. Wir vollziehen die Entstehung des Graffiti-Writings aus New York und Philadelphia genauso nach wie die politischen Wurzeln des Schablonen-Graffitis. Am Beispiel Kreuzberger Bilder lernen wir die historischen Hintergründe unterschiedlichster Formen urbaner Kunst kennen – von illegal gekachelten Mosaikbildern bis hin zu aufwändigen 3DInstallationen. Wie liest man Graffiti und was bedeuten die vielen Namen? Kunst oder Schmiererei? Wer verbirgt sich hinter den rätselhaften Botschaften? Was ist die Motivation der Maler_innen? Und welche Techniken wurden benutzt? Antworten auf diese und andere Fragen gibt es hier!</p>
<p><strong>Von Disco zu House zu Techno &#8211; Can you feel the bass?</strong><br />
1975, Berlin: Kraftwerk spielen als erste Band ein Album nur mit elektronischen Instrumenten ein. Dieses lassen sie live von vier Robotern auf der Bühne präsentieren. 1977, New York City: Larry Levan mixt als DJ in seiner legendären Diskothek Paradise Garage die Instrumentalpassagen seiner Platten ineinander und legt damit einen Grundstein für die House Music. 1980, Detroit: Juan Atkins, Kevin Saunderson und Jeff Mills verfremden afroamerikanische Rhythmen, Salsa und Diskoelemente, unterlegen ihre Musik mit dem Rhythmus eines Drumcomputers und schaffen so einen völlig neuen Sound, der unter dem Namen Techno berühmt wird. In den 1990er-Jahren entsteht eine neue musikalische und soziale Bewegung, die Millionen von Menschen weltweit begeistert. Techno, House und Clubkultur wurden aber auch immer wieder genutzt, um für ein selbstbestimmtes Leben zu demonstrieren und Rassismus, Homophobie und Geschlechterfragen zu thematisieren. Der Vortrag/Workshop erarbeitet die musikalische und soziale Geschichte dieser basslastigen Bewegung. Im praktischen Workshop-Teil werden die Grundlagen des DJings im House und Techno vermittelt.</p>
<p><strong>Comic und Manga</strong><br />
Comics und deren japanische Variante, Mangas, sind heute mehr denn je ein wichtiges Ausdrucksmittel und Bezugssystem vor allem für Jugendliche. In Japan gibt es Mangas für alle erdenklichen Zielgruppen, die hier er-scheinenden Hefte richten sich aber zumeist an Teenager und lassen sich dem Romance- oder Action/Fantasy/Science Fiction-Genre zurechnen. In oft mehrere tausend Seiten umfassenden seifenoperartigen Serien finden sich auch sensible Geschichten zu Themen wie gleichgeschlechtliche Liebe oder pubertäre Identitätsfindung. Parallel dazu haben sich sogenannte „Graphic Novels“ als ernstzunehmende Ausdrucksformen zwischen Literatur und Bildender Kunst etabliert. Die bekanntesten sind wohl der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Holocaust-Comic „Maus“ und „Persepolis“, die Autobiografie der Iranerin Marjanne Satrapi. Kurzum: Die heutige Comic-Kultur ist ein Erzählmedium ohne inhaltliche oder stilistische Grenzen, ähnlich wie die Literatur oder der Film. In einer immer stärker von Bildschirm-Medien dominierten Welt machen Kinder und Jugendliche oft ihre ersten Lesefreude-Erfahrungen mit Comics und Mangas. Als Ausdrucksform besteht die Attraktivität für Jugendliche vor allem darin, dass kein anderes erzählerisches Bildmedium die Möglichkeit bietet, eigene Ideen und Geschichten so direkt umzusetzen und zu veröffentlichen. Dementsprechend existiert eine sehr offene, international vernetzte Comic-Fanzine-Szene, in der die meisten der heute wichtigen Comic-Autor_innen angefangen haben. Im Vortrag wird die Geschichte des Mediums besprochen und die Vielfalt an Stilen und Themen präsentiert. Daraufhin werden grundlegende Techniken des Erzählens (Drei-Akt-Struktur etc.) erläutert, gefolgt von einigen Tricks und Tipps zur Umsetzung in Comicform. Diese Erkenntnisse versuchen wir dann im Workshop umzusetzen, indem wir gemeinsam spielerisch zu einem vorgegebenen aktuellen Thema Charakter und Geschichten entwickeln. Diese Geschichten werden dann gemeinsam in einem kopierten „Mini-Comic“-Heft zusammengestellt, wovon alle Teilnehmer_innen ein Exemplar erhalten.</p>
<p><strong>HipHop/Rap</strong><br />
Dieser kulturhistorische Musik-Workshop befasst sich mit den Wurzeln der HipHop-Bewegung am Beispiel Rap/Sprechgesang. Nach einer kurzen audiovisuellen Einführung in das Thema und einigen praktischen Rhythmus-, Reim- und Dynamik-Übungen bekommst Du die Gelegenheit, einen eigenen Raptext zu verfassen. Die Ergebnisse werden individuell vor der Gruppe präsentiert und diskutiert. Diese Workshop-Einheit wird mit einer spontanen, professionellen Musikaufnahme/CD-Produktion abgerundet. Du erhältst eine Kopie des aufgenommenen Songs! Inhalt dieses Workshops ist eine eigene, kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Rap sowie eine kritische Betrachtung gängiger, medialer Klischees dieses Musikgenres.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gerichtstermin</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/gerichtstermin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Jul 2021 07:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13164</guid>

					<description><![CDATA[&#8222;Ich bin Celine Grace Senses und ich wurde Opfer von sexuellen Missbrauch 2011-2016. Mir wurde ein Stück Kindheit genommen. Und mir wird dieses Stück Kindheit nie wieder zurück gegeben.&#8220; Unsere Autorin Celine berichtet schon seit einer Weile offen und mutig über das, was ihr widerfahren ist, und über den laufenden Gerichtsprozess. Mit diesem Bericht nimmt sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Ich bin Celine Grace Senses und ich wurde Opfer von sexuellen Missbrauch 2011-2016. Mir wurde ein Stück Kindheit genommen. Und mir wird dieses Stück Kindheit nie wieder zurück gegeben.&#8220; Unsere Autorin Celine berichtet schon seit einer Weile offen und mutig über das, was ihr widerfahren ist, und über den laufenden Gerichtsprozess. </strong><strong>Mit diesem Bericht nimmt sie uns mit zum Gerichtstermin vor einigen Wochen. Danke, Celine, dass du deine Geschichte mit uns teilst!</strong></p>
<p><span id="more-13164"></span></p>
<p><strong>Dienstag, den 27. April.2021 Gerichtstermin 10:00 Uhr </strong></p>
<p>Es war Dienstag, der 27.April 9:45 als wir vor dem Amtsgericht standen, so voll gepumpt mit Emotionen, die man sich nicht vorstellen kann in diesem Moment.<br />
So traurig und wütend zugleich. So zerbrechlich und stark, so verwirrt und Wahnsinnig…</p>
<p>Durch die Personen-Kontrolle, und hoch in den ersten Stock geschickt worden.<br />
…Die erste Tür links…</p>
<p>Weitere 4 Menschen standen ebenfalls vor dem Gerichtssaal , von Blicken durchlöchert… beobachtet worden…<br />
In diesem kleinen Info Kasten standen die Namen von meiner Schwester, meiner Mutter und mir. UND dein Name… Gänsehaut und Schweiß… Herzklopfen und zitternde Hände …<br />
Tränen fließen meiner Schwester und mir übers Gesicht… Die Angst verspürten wir beide… hielten uns an den Händen und sagten uns : ,,WIR SCHAFFEN DAS.“</p>
<p>Bis 9:55 standen wir vor diesem Gerichtssaal, DU bist nirgendwo zusehen… Du kommst nicht oder ? Nur dein Pflichtverteidiger und die 3 anderen fremden Menschen… und WIR!<br />
EINFACH NUR SCHWACH..</p>
<p>Wir durften um 9:58 den Saal betreten… aber auch um 10:00 Uhr warst du noch nicht da…<br />
Dir wurden 20 Minuten Zeit gegeben doch noch aufzukreuzen, doch du kamst nicht!<br />
Schon zum zweiten Mal nicht…</p>
<p>Wo bist du? Bist du in Sizilien? Versteckst du dich? Vielleicht bist du auch in Deutschland und versteckst dich da irgendwo?</p>
<p>Ich wusste dass er zu feige ist… Ich wusste wie schwach er ist… Und ich wusste dass er nicht kommt…</p>
<p>Dein Pflichtverteidiger berichtete dass er dich aufgeklärt hat, was dir blüht wenn du wieder nicht auftauchst!!</p>
<p><strong>ES WIRD EIN HAFTBEFEHL GESTELLT!  DU WIRST GESUCHT!</strong><br />
<strong>EIN EUROPÄISCHER HAFTBEFEHL WIRD ANGEREGT!</strong><br />
<strong>DU LEBST JETZT IN ANGST!  WOLLTEST DU DAS? WOLLTEST DU DEIN LEBEN SO VERBRINGEN? </strong></p>
<p>NEIN?</p>
<p>Wolltest doch immer neue Abenteuer erleben, jetzt hast du dein ganz eigenes spezielles Abenteuer!</p>
<p>Und WIR?<br />
Wir warten und warten und wir warten… die Zeit vergeht nicht!  Als würden wir in einer endlosen Zeit Schleife feststecken…</p>
<p>tik… tak… tik… tak…</p>
<p>Meine Uhr ist stehen geblieben… Beobachte mein Telefon… Checke meine E-mails und hoffe darauf zu lesen, dass sie dich gefunden haben… Und wenn sie dich irgendwann gefunden haben.. dann wird’s ein Urteil geben… und welches Urteil, das wissen wir leider nicht aber dann hat das warten endlich ein Ende und ich kann wieder atmen… Und meine Uhr tickt weiter…</p>
<p>Ich hoffe bis bald!</p>
<p>Danke!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Offen darüber zu sprechen, wenn einer*m sexualisierte Gewalt angetan wird, ist nicht leicht. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/09/celine-es-war-2011/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Celine beweist Stärke, denn sie tut es trotzdem.</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn Männer Röcke tragen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/wenn-maenner-roecke-tragen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 May 2021 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12932</guid>

					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch einen ganz besonderen Beitrag der Story-Teller: Dennis Seidel hat nämlich Nils Pickert von Pinkstinks zum Interview getroffen und ihm einige spannende Fragen gestellt. Zu seiner Arbeit als Autor und Journalist, seinem Verständnis von Gleichberechtigung und Gender — und warum er gerne Röcke trägt. Viel Spaß beim Lesen! (1). Wie lange und seit wann]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute präsentieren wir euch einen ganz besonderen Beitrag der Story-Teller: Dennis Seidel hat nämlich Nils Pickert von Pinkstinks zum Interview getroffen und ihm einige spannende Fragen gestellt. Zu seiner Arbeit als Autor und Journalist, seinem Verständnis von Gleichberechtigung und Gender </strong><b>— </b><strong>und warum er gerne Röcke trägt. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12932"></span></p>
<p><strong>(1). Wie lange und seit wann arbeitest du schon für Pinkstinks? Und was machst du da?</strong></p>
<p>Ich bin seit 2013 bei Pinkstinks. Hauptsächlich schreibe ich Artikel für die Webseite und gebe Vorträge, um zu erklären, was Sexismus ist und was Pinkstinks dagegen tut. Manchmal rede ich auch mit der Presse oder denke mir mit den anderen zusammen Kampagnen aus, mit denen wir mehr Vielfalt für alle hinbekommen können.</p>
<p><strong>(2). Ist es für dich normal in der Öffentlichkeit Röcke zu tragen?</strong></p>
<p>Im Sommer trage ich ganz gerne Röcke, weil es bei Hitze kaum etwas Besseres gibt. Oft finde ich aber Hosen praktischer – schon wegen der Taschen. Ansonsten merke ich natürlich, dass andere das nicht normal finden. Das ist mir aber egal.</p>
<div id="attachment_12935" style="width: 710px" class="wp-caption alignnone"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-12935" class="wp-image-12935 size-large" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-793x600.jpg" alt="" width="700" height="530" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-793x600.jpg 793w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-300x227.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-768x581.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-1536x1163.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-2048x1550.jpg 2048w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Nils-Pickert-zum-Interview-mit-Dennis-Seidel-160x120.jpg 160w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /><p id="caption-attachment-12935" class="wp-caption-text">Das ist Nils Pickert.</p></div>
<p><strong>(3). Was verstehst du unter Gleichberechtigung und was bedeutet für dich Gender?</strong></p>
<p>Gleichberechtigung bedeutet, dass alle den gleichen Zugang zur Gesellschaft haben, die gleichen Rechte bekommen und sie für sich nutzen können. Eine Treppe zum Theater, die alle benutzen dürfen, ist zum Beispiel keine Gleichberechtigung, auch wenn es sich vielleicht so anhört. Ein Theater, das auch Menschen mit Behinderung besuchen können, die keine Treppen steigen können – das wäre Gleichberechtigung. Gender bezeichnet das soziale Geschlecht, also die Geschlechterrollen, die wir einnehmen und die uns zugeschrieben werden. Es gibt keinen biologischen Grund, warum du und ich keine Röcke tragen sollten. Es werden soziale Gründe erzählt, warum Männer das angeblich nicht dürfen. Das ist Gender. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>(4). Welche Themen bearbeitest du in Prinzessinnenjungs?</strong></p>
<p>Ich schreibe darüber wie Jungen aufwachsen und was man ihnen darüber beibringt, was es bedeutet, ein Mann zu sein. Dass sie ihre Gefühle verstecken müssen und lernen, Streit und Härte wären männliche Eigenschaften. Ich schreibe darüber, dass Tanzen und Puppen genauso spannend für Jungen sein können wie Fußball und Lego. Und ich schreibe darüber, dass viele Jungen schlagen und geschlagen werden und wie wir das beenden können.</p>
<div id="attachment_12936" style="width: 490px" class="wp-caption alignnone"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-12936" class="wp-image-12936 size-full" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Dennis-Seidel-II-Fotograf-Christian-Martin.jpg" alt="" width="480" height="547" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Dennis-Seidel-II-Fotograf-Christian-Martin.jpg 480w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/05/Dennis-Seidel-II-Fotograf-Christian-Martin-263x300.jpg 263w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /><p id="caption-attachment-12936" class="wp-caption-text">Dennis Seidel beim Theaterspielen. Fotografiert von Christian Martin</p></div>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Dennis Seidel spielt gern Frauenrollen und trägt auch gerne Röcke. Außerdem spielt er Theater <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GJlRbax1FUQ" target="_blank" rel="noopener"><strong>in der Theatergruppe MD&amp;H</strong></a> (von Barner 16). Und er sammelt Barbie-Puppen.</li>
<li>Nils Pickert ist freier <span style="font-size: 1.14285rem;">Autor und Journalist, der für <a href="https://pinkstinks.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Pinkstinks</strong></a> arbeitet (ein Verein, der sich für Gender-Vielfalt einsetzt). Er hat zwei Töchter und zwei Söhne und schreibt über Gleichberechtigung. Sein erstes Buch heißt „Prinzessinnenjungs“. Er trägt gerne Röcke und ist Vollzeit-Feminist. </span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jugendfreizeittreff Greppin: One Billion Rising</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/jugendfreizeittreff-greppin-one-billion-rising/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Apr 2021 07:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12862</guid>

					<description><![CDATA[Anlässlich von One Billion Rising 2021 im Februar hat der Kinder- und Jugendfreizeittreff Greppin in Kooperation mit dem Frauenzentrum Wolfen ein tolles, inspirierendes und corona-konformes Tanzvideo zu Sookees &#8222;One Billion Rising&#8220; produziert, das wir euch heute präsentieren dürfen. Viel Spaß beim Ansehen! One Billion Rising ist eine weltweite Kampagne für Gleichberechtigung und für ein Ende]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span class="">Anlässlich von One Billion Rising 2021 im Februar hat der Kinder- und Jugendfreizeittreff Greppin in Kooperation mit dem Frauenzentrum Wolfen ein tolles, inspirierendes und corona-konformes Tanzvideo zu Sookees &#8222;One Billion Rising&#8220; produziert, das wir euch heute präsentieren dürfen. Viel Spaß beim Ansehen!</span></strong></p>
<p><strong>One Billion Rising ist eine weltweite Kampagne für Gleichberechtigung und für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen, die 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert wurde.</strong></p>
<p><span id="more-12862"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier kommt ihr zur Website des <a href="http://www.frauenzentrumwolfen.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Frauenzentrums Wolfen</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Funkeln der Diamanten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/das-funkeln-der-diamanten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Mar 2021 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12831</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns über einen Beitrag von der Was geht Almanya-Autorin Pia Johannimloh. &#8222;Das Funkeln der Diamanten&#8220; ist aus dem Buch &#8222;Aus Angst wächst Mut&#8222;, in dem außer Pia noch 18 weitere junge Menschen sehr persönliche Geschichten erzählen. In dieser hier geht es um einen Tag in der Schule, der ganz anders endet als erwartet&#8230; viel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wir freuen uns über einen Beitrag von der Was geht Almanya-Autorin Pia Johannimloh. &#8222;Das Funkeln der Diamanten&#8220; ist aus dem Buch &#8222;<a href="https://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener">Aus Angst wächst Mut</a>&#8222;, in dem außer Pia noch<strong> 18 weitere junge Menschen sehr persönliche Geschichten erzählen. In dieser hier geht es um einen Tag in der Schule, der ganz anders endet als erwartet&#8230; viel Spaß beim Lesen!</strong></b></p>
<p><span id="more-12831"></span></p>
<p>Der Regen prasselte gegen mein Fenster, so dass ich wach war, bevor der Wecker klingelte. Ich schaltete das Licht oberhalb meines Kopfes an, schlug die Decke zurück und stieg aus dem Bett. Als ich in den Spiegel schaute, erkannte ich mich selbst nicht wieder. Ich hatte dunkle Ringe unter den Augen und meine Haare sahen aus, als hätte ich einen Stromschlag bekommen. Nach gefühlten zwei Stunden hatte ich meine Frisur gebändigt und meine Augenpartie übergeschminkt. Am Frühstückstisch waren meine Eltern in ein Gespräch vertieft. Mein Bruder las seine Nachrichten, niemand nahm mein gelangweiltes „Morgen“ zur Kenntnis. Ich trank ein Glas Milch und aß einen Apfel.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Es hatte aufgehört zu regnen, doch die Straßen waren immer noch nass. Die Blätter, die schon zahlreich von den Bäumen fielen, machten den Weg auch nicht besser. Es war rutschig und kalt. Der Berg kam mir an diesem Morgen noch steiler vor als sonst und ich musste mein Fahrrad hinauf schieben, um überhaupt herauf zukommen. Ich stellt mein Fahrrad hinter der Schule ab und beeilte mich, ins Gebäude zu kommen. Am Eingang passte mich eine Freundin ab und gemeinsam gingen wir geradewegs zu unserem Klassenzimmer. Unsere Lehrerin war wie immer zu spät und ihr Unterricht langweilig wie nie zuvor. Im Laufe der Stunde schliefen meine Mitschüler nach und nach ein oder versanken in ihren Gedanken. Mit der Zeit ließ auch meine Konzentration nach. Irgendwann schaltete ich ganz ab und hang nur noch meinen Gedanken nach.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Glocke ließ uns alle hochschrecken. Langsam leerte sich unsere Klasse. Ich nahm das Klassenbuch an mich und verließ zusammen mit meinen Freundinnen den Raum. Die frische Luft auf dem Weg zur Sporthalle tat gut. Aber irgendetwas war komisch. Zuerst war es nur ein Gefühl, aber nach und nach wurde es Gewissheit. Und dann sah ich es auch: Meine Mitschüler beobachteten mich die ganze Zeit von der Seite und tuschelten miteinander. Was hatte das zu bedeuten? Was stimmte nicht mit mir? Mehrmals kontrollierte ich unauffällig meine Sachen. Hatte ich auch wirklich nichts vergessen? Nein, hatte ich nicht. Alles war da. Die Schuhe, ordentlich gebunden, die Hose, vorne geschlossen, das T-Shirt, ohne auffälligen Aufdruck und ohne flecken. Was war denn nur los? Warum starrten die mich so an?</p>
<p>Dann kassierte ich auch noch zwei dumme Sprüche, war aber nicht in der Lage, etwas zurück zu geben. Stattdessen antwortete meine Freundin, ohne dass ich verstand, worum es ging. In meinem Kopf lief eine Dauerschleife. Immer und immer wieder dasselbe. Eine Reihenfolge von Schritten perfekt auf die Musik abgestimmt. Zumindest war es für mich perfekt. Würden die anderen es genauso finden?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wir waren bei der Halle angekommen. Da draußen eine Eiseskälte herrschte, freute sich jeder über die geheizten Räume. In Windeseile zog ich mich um, schnappte mir das Klassenbuch und betrat die Halle. Dort hatte sich schon die Hälfte meiner Klasse versammelt.</p>
<p>Als Frau Hansen die Halle betrat, achtete zuerst niemand auf sie. Sie wurde nie beachtet, nie wahrgenommen und nie respektiert. Sie war eine von der Sorte, mit der man machen konnte, was man wollte. Niemals würde und könnte sie sich dagegen wehren. Doch heute war alles anders. Wir spürten es lange bevor sie bei uns angekommen war. Es lag förmlich in der Luft, dass diese Stunde nicht mehr so sein würde wie die vorherigen. Ohne dass sie ein Wort gesprochen hatte, wurden alle plötzlich still, merkwürdig still. Und wieder spürte ich die Blicke der anderen. Sie schauten nur mich an. Die Skepsis in ihren Blicken bohrte sich durch meinen Körper direkt in mein Herz. Für einen Moment hörte es auf zu schlagen.</p>
<p>Noch immer starrten mich meine Mitschüler an, als käme ich von einem anderen Planeten. Erst als Frau Hansen das Wort ergriff, nahmen sie ihre Blicke langsam von mir. Wieder sah ich an mir herunter. War etwas nicht in Ordnung mit mir? Hatte ich mein T-Shirt vielleicht falsch herum angezogen oder meine Hose auf links? Nein mit mir war alles in Ordnung.</p>
<p>Irgendwann bemerkte ich, dass wir im Halbkreis um Frau Hansen herum saßen. Ich bekam nur einige Gesprächsfetzten mit, den Zusammenhang verstand ich nicht. Als ich meinen Namen hörte, wurde ich hellhörig. Wie in Trance stand ich auf und stellte mich neben Frau Hansen. Wieder diese Blicke, wieder dieser stechende Schmerz. Das beliebteste Mädchen unserer Klasse funkelte mich böse an. Ich konnte sie noch nie leiden, ebenso wenig wie sie mich. Tom, mein Schwarm, lächelte mich anerkennend an. Seine strahlenden Augen und sein freundliches Lächeln taten mir gut. Wenigstens einer, der es gut mit mir meinte. Die anderen schauten einfach nur auf den Boden.</p>
<p>Mein Herz schlug so schnell, wie eine Rakete die gerade in den Himmel schießt, es schlug so laut, dass ich dachte, jeder hätte es hören können. Die Stimmen meiner Mitschüler wurden lauter. Dann standen alle auf und blickten mich erwartungsvoll an. Worüber hatte Frau Hansen gesprochen? Meine Freundin schaute mich verwirrt an, als ich sie danach fragte, aber sie gab mir Antwort.</p>
<p>Meine Lehrerin hatte also über mich und meine bisher unzumutbaren Leistungen gesprochen. Diese ungemein lieb gemeinte Rede beschwor nur noch mehr spöttische Blicke herauf. Selbst zwei meiner ehemals guten Freundinnen lachten nun über mich. Ich kochte innerlich vor Wut. Freunde? Das sollten Freunde sein?</p>
<p>Nur zwei Menschen lachten nicht mit. Tom, der Junge in den ich schon seit langem verliebt war und meine beste Freundin. Aber vielleicht steckte sie auch mit den anderen unter einer Decke. Von nun an würde ich auf mich allein gestellt sein. Niemandem konnte ich mehr vertrauen.</p>
<p>Während die anderen sich warm liefen, dehnte ich mich und lief zwei Runden mit. Das Verhalten meiner Mitschüler besserte sich auch im weiteren Verlauf der Stunde nicht. Das war mir mittlerweile aber auch ziemlich egal. Die dummen Sprüche die mich jede Minute erreichten und diese spöttischen Blicke schraubten meine Laune immer tiefer. Ich lief mit meiner Freundin zusammen und bald gesellte sich auch Tom zu uns. Wir kamen ins Gespräch und meine Laune besserte sich augenblicklich. Sie fiel aber sofort rapide wieder ab, als mich der nächste dumme Spruch erreichte. Er kam von Elias, dem Klassenclown, der sogleich die Faust meines Schwarms kassierte. Er taumelte und setzte sich unfreiwillig auf seinen Hosenboden. Die Klasse krümmte sich vor Lachen und ich wurde knallrot.</p>
<p>Dann sah ich, wie Tom stehenblieb und auf seine Hand starrte. Die Haut um seine Knöchel herum war aufgeplatzt und er blutete, aber zum Glück nur leicht. Während Frau Hansen die Hand untersuchte und verband, riss Elias schon wieder dumme Sprüche. Ich blickte Tom verlegen an und er schenkte mir ein aufmunterndes Lächeln. Durch Toms Verletzung blieb nicht mehr viel von der Stunde übrig. Doch dieser letzte Rest gehörte nun vollständig mir. Während ich die CD einlegte, steigerte sich mein Lampenfieber ins Unermessliche. Es würde schwer werden, die Aufmerksamkeit meine Klasse zu bekommen, das wusste ich. Aber, dass es so schwer werden würde, hätte ich dann doch nicht gedacht.</p>
<p>Ich ließ sie sich in einer Reihe aufstellen, startete die CD und ließ ein Lied durchlaufen. Dann stellte ich mich zwei Schritte vor die Klasse und schaute in die Runde. Ich sah neugierige, aber auch verächtliche Blicke. Ich sah Neid und auch Respekt und ich sah ein strahlendes Lächeln. Dieser Blick war es, der mir signalisierte, dass ich es auf jeden Fall schaffen würde.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dann drehte ich mich um und mein Lied setzte ein. Ich kam gut in den Takt, tanzte – wie ich fand &#8211; ausdrucksstark und elegant, rhythmisch und fließend. Ja, ich tanzte, ich tanzte einfach vor den Augen meiner staunenden Mitschüler, vor der ganzen Klasse und vor Frau Hansen. Meine Angst, meine Unsicherheit und meine Wut waren mit einem Mal überwunden. Und wenn man die Zeit jetzt angehalten und sich mein Gesicht genauer angeschaut hätte, hätte man sehen können, dass meine Augen funkelten. Sie funkelten wie die schönsten Diamanten der Welt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte aus dem Buch und weitere Beiträge von <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Was geht Almanya gibt&#8217;s hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Präsentierteller</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/praesentierteller/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2021 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12791</guid>

					<description><![CDATA[Wir starten in den neuen Monat mit einem poetischen Text von unserer Autorin Lina Klöpper. Worum es geht? Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Um Körperbilder, um Schönheitsnormen, um unangebrachte Fragen, um ungebetene Ratschläge und Kommentare sowie die verschwommene Grenze zur Übergriffigkeit. Aber lest selbst: ich mache mir doch nur sorgen, bist du]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir starten in den neuen Monat mit einem poetischen Text von unserer Autorin Lina Klöpper. Worum es geht? Das lässt sich gar nicht so einfach sagen. Um Körperbilder, um Schönheitsnormen, um unangebrachte Fragen, um ungebetene Ratschläge und Kommentare sowie die verschwommene Grenze zur Übergriffigkeit. Aber lest selbst:</strong></p>
<p><span id="more-12791"></span></p>
<p>ich mache mir doch nur sorgen, bist du schwanger, willst du das wirklich noch essen, du musst langsam mal aufpassen, weißt du, das ist ungesund, jemand den ich kannte hatte mit 40 deshalb schon einen herzinfakt, ich habe angst um dich, das ist ungesund, geh mal zum arzt, mach mal mehr sport, sag mal nein, lass hunger zu, lass eine mahlzeit weg, iss mal einen apfel, achte mal auf dich, so wie du aussiehst möchte dich keiner haben, so kann dich keiner lieben, ich mache mir doch nur sorgen</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>warum willst du nicht noch nachtisch, heute sind feiertage, heute ist geburtstag, heute geht das mal, ab morgen musst du aufpassen, iss das doch jetzt, natürlich ist da fleisch dran, willst du noch nachschlag, nur was kleines, Willst du heute alkohol? – schnelles nicken, davon wirst du aber noch fetter</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>Vielleicht bist du so vom fahrstuhl fahren, du kommst alleine nicht klar, schau dich doch an, vielleicht ist es vom vegetarisch sein, du machst sicher keinen sport, du machst doch sicher generell gar nichts, ich will gar nicht wissen wie es bei dir aussieht, deine klamotten haben falten, deine jacke spannt, welche größe hast du denn jetzt, du solltest mal zum arzt gehen, wollen wir dich gleich hier wiegen</p>
<p><i>können wir bitte über etwas anderes reden</i></p>
<p>Du brauchst einen abschluss, aus dir wird doch nichts, wie lange dauert das noch, schon wieder durchgefallen, wir haben das damals auch geschafft, wir hatten alle stress, es geht jedem mal nicht gut</p>
<p><i>Du atmest schwer</i><br />
<i>Du atmest langsam</i><br />
<i>Tränen in den Augen</i><br />
<i>Stummes nicken</i><br />
<i>&#8218;ok&#8216;</i></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>mytruestorys2000: Sicherheit</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/mytruestorys2000-sicherheit/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/mytruestorys2000-sicherheit/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2021 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12769</guid>

					<description><![CDATA[Heute dürfen wir euch wieder einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Kreativ- und Schreibwettbewerb für Mädchen und junge Frauen „Das ist mir was wert!“ präsentieren. Der Wettbewerb wurde gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesem Text beschreibt die junge Autorin eindrucksvoll, welchen Einfluss Rassismus und Hass auf ihr Leben und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute dürfen wir euch wieder einmal einen Beitrag aus dem LizzyNet-Kreativ- und Schreibwettbewerb für Mädchen und junge Frauen „<a href="https://www.lizzynet.de/wws/dasistmirwaswert-wettbewerb.php?sid=41092982455971637358762546255030" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das ist mir was wert</a>!“ präsentieren. </strong><strong>Der Wettbewerb wurde gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesem Text beschreibt die junge Autorin eindrucksvoll, welchen Einfluss Rassismus und Hass auf ihr Leben und ihre Entscheidungen haben&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-12769"></span></p>
<p>Ich habe mich in diesem Land immer sicher gefühlt. Es gab nie einen Grund, um von irgendeiner Gefahr auszugehen. Bis heute.</p>
<p>Wenn ich auf die Straßen ging, konnte ich immer die Blicke auf mir spüren. Sah ich so anders aus? Passte ich nicht ins Bild?</p>
<p>Wenn ich in den Bus oder die Bahn stieg, wendeten die Leute ihren Kopf zu mir, beäugten mich kritisch und rückten weg. Niemand setzte sich neben mich, wenn ich mir einen Platz aussuchte.</p>
<p>Wenn ich eine große Tasche mit Büchern mitschleppte, ließen mich die Blicke erst gar nicht los. Und manchmal sah ich dann direkt in die Augen von jemandem, der mich mit Hass ansah.</p>
<p>Aber warum? Was war der Grund für diesen Hass gegen einen Menschen, den die Leute doch überhaupt nicht kannten?</p>
<p>Ich kenne die Antwort. Aber ich möchte es mir nicht eingestehen. Ich sehe es, aber ich verschließe die Augen davor.</p>
<p>Sie starren mich an, weil meine Haut etwas dunkler ist. Weil meine Gesichtszüge mich als Ausländerin verraten. Weil das Tuch auf meinem Kopf mich als Muslimin kennzeichnet. Sie starren mich an, weil sie Angst vor Leuten wie mir haben. Oder glauben, ich sei wie die Leute, vor denen sie sich wirklich fürchten. Und das obwohl mich absolut nichts mit diesen Menschen verbindet.</p>
<p>Zunächst waren mir die Blicke egal. Ich wurde nie angesprochen oder angegriffen, weshalb ich mir keiner Gefahr bewusst war. Ich lebte einfach mein Leben, ging zur Schule und machte meinen Abschluss. Anschließend bewarb ich mich für ein Medizinstudium und wartete ab. Ich ging meinen Weg, wie jeder andere.</p>
<p>Aber mir war nicht bewusst, dass ich dieses Privileg nicht besaß.</p>
<p>Ich hatte mich auf alle Unis in der Nähe beworben, da ich nicht weit weg von meiner Familie sein wollte. Den Studienplatz in meiner Heimatstadt bekam ich leider nicht, aber dafür wurde ich woanders angenommen. Ich konnte es kaum glauben, als die Nachricht eintraf. Und ganz schnell hatte sich alles geändert. Innerhalb von Tagen musste ich einen Umzug planen, mir eine Wohnung suchen und die gewünschten Unterlagen an die Uni schicken. Nur langsam konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden, alles hinter mir zu lassen, um endlich das zu studieren, für das ich mich so lange angestrengt hatte.</p>
<p>Aber auf die große Freude folgte der bittere Absturz.</p>
<p>Halle an der Saale. Das sollte der Ort sein, wo ich mein Studium beginnen sollte. Bei der Stadt hatte ich mir nichts gedacht. Ich hatte sie nur ausgewählt, weil sie nicht weit weg von meiner Heimatstadt war.</p>
<p>Aber genau da lag mein Fehler.</p>
<p>Ich hatte nicht das Privileg, mir irgendeine beliebige Stadt auszusuchen. So wie die anderen.</p>
<p>Ich war naiv. Ich dachte Rassismus wäre nur etwas, was man in den Medien hört. Ich dachte, es wäre etwas, was der Vergangenheit angehört. Aber ich hatte mich gewaltig getäuscht.</p>
<p>Als mein älterer Bruder davon hörte, dass ich zur Uni zugelassen wurde, freute er sich für mich. Er bat mir seine Hilfe in der Wohnungssuche an und fuhr sogar mit mir zu der besagten Stadt, um ein paar Wohnungen zu besichtigen. Mir wurde ganz flau im Magen, als wir zu der Stadt fuhren, in der ich einen neuen Abschnitt meines Lebens beginnen sollte. Hier würde ich erst einmal für die nächsten sechs Jahre alleine sein. Dieser Gedanke gefiel mir nicht, aber ich stieß es beiseite. Die Freude auf das Studium überspielte alle negativen Gefühle.</p>
<p>Nachdem wir ein paar Wohnungen besichtigt hatten und zusammen mit meiner Mutter im Auto zurückfuhren, versuchte mein Bruder mich von der Idee abzubringen. Ich sollte nicht wegziehen. Ich sollte es einfach nächstes Jahr nochmal versuchen. Aber warum? Das hier war meine Chance! Wer wusste schon, ob ich nächstes Jahr wieder direkt einen Platz bekommen würde? Alles in mir stimmte gegen diese Idee. Ich verstand einfach seinen Grund nicht.</p>
<p>Und dann erzählte er mir, was ihm passiert war, als er schon einmal hierherkam. Wie man ihn bedroht und mit Messern angegriffen hatte. Und er zeigte mir die Zeitungsartikel anderer schlimmer Taten im Internet. Dann erzählte seine Frau mir, dass diese Stadt nicht sicher sei für Mädchen wie mich. Ausländer. Muslime. Kleine Mädchen, die noch nichts von der Welt gesehen hatten.</p>
<p>Ich wollte das alles nicht glauben. Rassismus? Den hatte man doch schon überwunden. Das war doch ein Ding der Vergangenheit! Ich hatte mich doch oft genug im Unterricht mit der Geschichte Deutschlands beschäftigt und wusste, was alles passiert war. Es konnte doch nicht sein, dass es da draußen noch Menschen gibt, die immer noch dieser schwachsinnigen Ideologie folgen! Oder?</p>
<p>Ich hatte zu große Angst. Meine Familie wollte nur das Beste für mich. Sie wollten, dass ich sicher war. Alleine in eine Stadt zu ziehen, in der man Menschen wie mich hasste, war einfach nicht sicher für mich. Und ich akzeptierte es nach einer Weile. Ich glaubte meinen Eltern und meinem Bruder und ließ es einfach sein. Am nächsten Tag schickte ich meinen Verzicht auf den Studienplatz an die Universität.<br />
Die nächste Zeit danach war ich am Boden zerstört. Ich hatte meinen Traum aufgegeben, weil es manchen Menschen da draußen einfach nicht passte, wie ich aussah oder welcher Religion ich angehörte. Ich hatte meinen Traum für meine Sicherheit eingetauscht.</p>
<p>Ich wollte nicht wahrhaben, dass meine Familie Recht hatte.</p>
<p>Nicht bis zum 09.Oktober 2019. Es stand überall in den Zeitungen, jeder Sender berichtete davon und meine Freunde schickten mir sofort Links zu den Artikeln.</p>
<p>Ein Anschlag auf eine Synagoge in Halle an der Saale, zwei Menschen wurden getötet.</p>
<p>Ein Anschlag in der Stadt, dessen Universität ich besuchen wollte. Und das in der ersten Woche, in der das Semester begonnen hatte.</p>
<p>Ich war einfach nur sprachlos. Die Bedrohung wurde zur Realität. Es waren keine leeren Worte. Es gibt wirklich Menschen da draußen, die sogar so weit gehen würden, um die unerwünschten Leute aus diesem Land zu treiben. Eine Realität für die ich meinen Traum aufgab, aber meine Sicherheit bewahrte.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Wettbewerbstexte und auch andere Beiträge von LizzyNet <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lizzynet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/mytruestorys2000-sicherheit/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zu viele Gedanken</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/zu-viele-gedanken/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/zu-viele-gedanken/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2021 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12687</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch den ersten Beitrag 2021 zu präsentieren. Es ist ein Text unserer Autorin Lina, mit dem sie uns zwar in einen Sommertag mitnimmt &#8211; Freund*innen treffen, baden gehen; das ist gerade in so weiter Ferne und klingt toll! &#8211; aber sich außerdem mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt, das weniger angenehm ist: Körperpolitiken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, euch den ersten Beitrag 2021 zu präsentieren. Es ist ein Text unserer Autorin Lina, mit dem sie uns zwar in einen Sommertag mitnimmt &#8211; Freund*innen treffen, baden gehen; das ist gerade in so weiter Ferne und klingt toll! &#8211; aber sich außerdem mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt, das weniger angenehm ist: Körperpolitiken. Welche Körper &#8222;dürfen&#8220; was? Und was hat das Gender damit zu tun?</strong></p>
<p><span id="more-12687"></span><br />
Frustriert schaut deine Spiegelung zu dir zurück. Es ist kein Date, es ist kein Bewerbungsgespräch, es ist kein schickes Essen. Deine Freunde werden nicht einmal Fotos machen, hoffst du.<br />
Glaubst du. Naja und wenn kommen die eh in den Fotokalender, den du zu Weihnachten bekommst.<br />
Von dem du absolut nichts weißt -der ja gar nicht existiert.<br />
Dennoch bist du dir unsicher mit dir und deinem Aussehen und ganz ehrlich so ganz generell. Du hast nun mal nicht den Körper, der in den Medien propagiert wird. Kannst du dir also überhaupt so kurze Sachen leisten?</p>
<p>Klar vor deinem Spiegel geht es irgendwie, aber was ist, wenn jemand von der Seite ein Bild macht? Oder noch schlimmer, schräg von unten. Deine dicken Arme fallen doch sofort auf. Und dein Bauch, gerade im Sitzen, wenn die Beine so auseinanderlaufen. Ist dein Ausschnitt vielleicht zu tief?<br />
In einem Ruck ziehst du dir das Tanktop über den Kopf und wirfst es auf den Klamottenberg auf den Boden. Aus deinem Schrank und über deinen Kopf kommt ein längeres Shirt.<br />
Es bleibt noch die Frage nach den Hosen. Sind diese vielleicht zu kurz? Zeigen sie zu viel Bein? Nicht, dass jemand im Bus vielleicht von unten reinschauen könnte. Betonen diese jetzt gerade deinen Po zu sehr und es wirkt auf andere unter Umständen, als wärst du leicht zu haben oder sind sie so verdeckend, dass es alles eher nach Kartoffel wirkt.<br />
Du seufzt und schließt deinen Schrank. Besser wird das heute einfach nicht.<br />
Ein Satz, den es wohl auch oft bei momentanen Netflix Filmen von den Drehbuchautoren von sogenannten ‚Chicklit-Filmen‘ zu hören gibt.</p>
<p>Auf den Treppen nach unten begegnest du deinen Eltern. Sie machen sich doch nur Sorgen. Denn jetzt mal ehrlich, willst du so rausgehen? Hast du überhaupt darüber nachgedacht was du anziehst? Ist typisch, macht man in deinem Alter nicht. Mit den Konsequenzen solltest du dann aber bittschön leben können. Du bietest dich ja gerade an. Da musst du dich nicht wundern, wenn jemand dir unangenehm zu nah kommt. Deine Klamotten sagen das, sagen sie. Du sagst das nicht.<br />
Du gehst wieder hoch, und wechselst deine Hose. Sie meinen es ja nur gut, hoffst du.<br />
Auf dem Weg in die Stadt ist dir warm. Schweißflecken sehen unsexy aus, heißt es. Du versuchst also streckenweise deine Arme in bestimmten Winkeln von deinem Körper weg zu halten, sodass keine Flecken an den Achseln entstehen werden. Dabei findest du, siehst du noch komischer aus, als wahrscheinlich eh schon. Kommen doch Flecken, versuchst du krampfhaft deine Arme unten zu halten und bloß nicht zu wild zu gestikulieren.</p>
<p>Deine Freunde tragen kurze Sachen. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Ihr esst etwas. Alles schmeckt gut, natürlich ohne Koriander dieses Unterkraut, und du entspannst dich. Bis das Bild gemacht wird. Denn man sieht doch was auf deinem Teller ist. Und dann werden es andere Leute im Internet sehen und sich denken ‚jaja, bei dem was diese Person isst kein Wunder‘. Wenn nicht im Internet, dann werden es vielleicht die Eltern deiner Freunde auf deren Kameras sehen. Oder deine Eltern, falls das Bild auf einem nichtexistenten Kalender an deiner Wand existiert. Dann denken sich deine Eltern, oh nein, bei dem was unser Kind isst kein Wunder. Bis es deine Freunde denken.</p>
<p>Deine Freunde haben dir schon gesagt du machst dir zu viele Gedanken. Das denkt doch alles sonst niemand. Nein nein – wir sehen das nicht so. Überhaupt wie kommst du immer darauf, dass ist doch alles nicht logisch. Das ist rational doch alles gar nicht so, warum siehst du das denn nicht.<br />
Worte helfen nicht immer über Gefühle hinweg.</p>
<p>Du und deine Freunde ihr geht noch an den See. Nicht sehr weit weg, von den Häusern deiner Freunde. Als ihr baden geht richten sich Blicke auf deine Beine. Ohne Zweifel hast du vergessen sie zu rasieren, aber nicht vergessen, wie sehr es das letzte Mal geblutet hat, als du dir ausversehen ins Bein geschnitten hast. Und wie rot und pickelig alles war. Du wirst allerdings auch nicht vergessen, wie dich andere ansehen und jetzt sagen werden, dass es unhygienisch ist. Deine Freunde haben auch keine rasierten Beine. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Außerdem wäre das ja komplett homo bei denen. Das macht ihr Geschlecht einfach nicht. Das sähe ja auch komisch aus. Bei denen ihren Körpern ist das auch einfach nicht unhygienisch, sagen sie dir.</p>
<p>Auch deine Nippel, die sind anstößig. Lass sie lieber bedeckt. Bei deinen Freunden geht das schon. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Denk doch drüber nach, deine Nippel sind zart rosa bis dunkelbraun, in einer ganz anderen Farbe, weich und werden bei Kühle oder Erregung hart. Und jetzt denk an ihre Nippel, ihre Nippel sind zart rosa bis dunkelbraun, in einer ganz anderen Farbe, weich und werden bei Kühle oder Erregung hart. Der Fall ist eindeutig, sagen sie dir, und sperren deshalb Tumblr und Instagram Inhalte.<br />
Das unterscheidende Fettpolster ein Sinnbild der Gradwanderung zwischen Sexobjekt und warmen Sommertag.</p>
<p>Es wird langsam dunkel und ihr macht los. Deine Freunde steigen alle eher aus als du, während du weitere 20 Minuten im Nachtbus verbringst. Nur ein paar Menschen fahren so weit wie du und es wird immer dunkler. Den Schlüsselbund suchst du lieber schon im Bus raus, haben deine Eltern gesagt. Wenn man ihn besonders hält und die einzelnen Schlüssel zwischen den Fingern aus der Faust herausschauen lässt kann man ihn fast als Schlagring benutzen, hast du mal irgendwo gehört. Keine Ahnung ob es geht, aber jeden Weg von der Bushaltestelle zu deinem Haus, wird es wieder angewendet.</p>
<p>Du steigst aus. Neben dir noch eine andere Person. So schnell wie möglich querst du die Straße, die Person auch. Die Musik schaltest du im Weiterlaufen aus. Du willst die Schritte hören. Du läufst etwas schneller, als du ein Atmen hörst was dir zu nah vorkommt. Dein Kopf ist eine Mischung aus ‚bloß nicht hinfallen‘ und ‚Was habe ich wohl für Signale gesendet‘. Dein Herzschlag beschleunigt sich, aber du nimmst es gar nicht wahr. Du drehst leicht deinen Kopf. Du kannst die Person nicht erkennen, aber sie liegt etwas weiter hinten als du dachtest. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie in deine Richtung muss. Du überlegst die Abkürzung über die Nebenstraßen zu nehmen, aber da gibt es nur in noch größeren Abständen Laternen. Du läufst noch etwas schneller und folgst der Biegung der Straße. Deine Hand läuft an den Knöcheln weiß an, da du den Schlüssel so fest umklammert hältst. Noch einmal drehst du deinen Kopf.</p>
<p>Niemand scheint da zu sein, aber gleichzeitig ist die Straße auch Dunkel. Man kann sich auch verstecken. Deine Gedanken rasen. Deine Beine auch. Du drehst dich immer wieder um und gehst weiter. Keine Ahnung ob es schlimmer ist, dass da niemand ist oder ob es schlimmer wäre, dass da jemand wäre. Warum werden Menschen bei einer Lux Anzahl unter 400 eigentlich so gruslig für dich.</p>
<p>Du siehst deine Haustür, trittst schnell heran, schließt sie mit zitternden Fingern auf – schaust dich noch 5 mal panisch um- und schlägst sie so schnell wie möglich zu, damit nichts herein kommen kann.</p>
<p>Du  als Mann fragst dich diesen, wie auch noch viele andere Abende, ob Frauen und andere Geschlechter auch solche Gedanken haben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/zu-viele-gedanken/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ronja: Mädchen und Technik?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/ronja-maedchen-und-technik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2020 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Stereotyp]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12254</guid>

					<description><![CDATA[Letzten Monat haben wir hier ja schon einmal einen der Gewinner*innentexte des LizzyNet-Schreibwettbewerb „Das ist mir was wert!“ zum Thema Werte, Grundrechte und Demokratie veröffentlicht, jetzt freuen wir uns, euch eine weitere Geschichte präsentieren zu können. In &#8222;Mädchen und Technik?&#8220; setzt sich die junge Autorin Ronja mit Geschlechterstereotypen und -vorurteilen auseinander. Viel Spaß beim Lesen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Letzten Monat haben wir hier ja schon einmal einen der Gewinner*innentexte des LizzyNet-Schreibwettbewerb „<a href="https://www.lizzynet.de/wws/dasistmirwaswert-wettbewerb.php?sid=41092982455971637358762546255030" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Das ist mir was wert</a>!“ zum Thema Werte, Grundrechte und Demokratie veröffentlicht, jetzt freuen wir uns, euch eine weitere Geschichte präsentieren zu können. In &#8222;Mädchen und Technik?&#8220; setzt sich die junge Autorin Ronja mit Geschlechterstereotypen und -vorurteilen auseinander. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12254"></span></p>
<p>Mein Herz schlug mir bis zum Hals, Monate lang habe ich auf diesen Moment hingearbeitet. Ich muss es schaffen, ich will mich beweisen! Sollte die ganze Arbeit etwa umsonst gewesen sein? Tausende Gedanken und Gefühle schossen mir durch den Kopf. Ich saß auf dem Beifahrersitz des kleinen, mausgrauen VW-Golf meiner Mutter, der mich zu dem Robot-Technik Wettbewerb bringen sollte. Meine Mutter lächelte mir von der Fahrerseite aus entgegen. Meine Aufregung und Angst mussten sich in meinem Gesicht gespiegelt haben. „Du schaffst es Malina.“, sagte meine Mutter und nahm meine Hand, die sich auf dem Oberschenkel verkrampft hatte.<br />
Kurze Zeit später lenkte sie den Wagen auf einen großen Parkplatz, auf dem schon viele protzige, aber auch ältere Modelle von Autos standen. Von plötzlicher Erregung und Vorfreude erfasst, sprang ich aus dem Auto und atmete eine frische Priese kühle Luft ein. Meine Mutter öffnete den Kofferraum und nahm einen kleinen Legoroboter heraus, meinen Roboter. Der, mit dem ich in wenigen Stunden gegen meine Konkurrenten antreten würde, die höchst wahrscheinlich ausschließlich Jungen sein würden. Ich war es gewohnt wegen meiner technischen Fähigkeiten unterschätzt und manchmal sogar verspottet zu werden, doch jetzt war der Moment gekommen, an dem ich mich beweisen würde.</p>
<p>In der Halle angelangt, musste ich mich in eine aushängende Liste der Teilnehmer eintragen und wurde anschließend in einen großen Raum mit vielen Tischen, Stühlen und Kabeln geführt, wo ich meinen Roboter an die Lichtverhältnisse und andere Schwierigkeiten anpassen sollte. Gehorsam setzte ich mich auf meinen Stuhl, zog meinen Laptop aus der Tasche und machte mich ans Werk. Hinter mir hörte ich leise Stimmen: „Michael schau mal, der letzte Platz ist grad gekommen, ein Mädchen!“, doch es scherte mich nicht.<br />
Nach etwa 30 Minuten Vorbereitungszeit war es endlich soweit. Wir mussten unsere Roboter auf ein Feld stellen, wo die kleinen Legofahrzeuge bis zum Start warten mussten, damit keiner der Teilnehmer schummeln konnte. Die Aufgabe bestand darin, einer vorgezeichneten M-förmigen Linie nach zu fahren, am Start einen grünen Legostein aufzusammeln und ihn in einen ebenfalls grünen, auf den Boden gezeichneten Kasten zu transportieren. Man hatte zwei Versuche direkt hintereinander. Dann wurde ausgewertet und am Schluss der Sieger des Wettbewerbs verkündet. Die ersten drei Plätze würden eine 2-wöchige Reise nach „Rio de Janeiro“ gewinnen und dort kostenlos viele Sehenswürdigkeiten anschauen. In der alphabetischen Reihenfolge wurden die Namen der Teilnehmer aufgerufen, die auf die Bühne kommen sollten, um ihren vorbereiteten Roboter auf der am Boden gezeichneten Bahn fahren zu lassen. Von den beiden Fahrten wurde allerdings nur die Bessere gewertet.<br />
Plötzlich ertönte mein Name durch das Mikrofon des Moderators, der diesen Wettbewerb leitete: „Malina Beck!“ Vorsichtig stand ich auf, nahm meinen Roboter von seinem Platz und stellte ihn auf das Startfeld. Die Zeit wurde von einem jungen Helfer, vielleicht Mitte 20, heruntergezählt: „3,2,1 und LOS!“ Schnell drückte ich auf den Start-Knopf meines Roboters, der sich in Bewegung setzte und die Linie entlangfuhr. Aber Moment, wo ist der Stein?! Er hat ihn nicht eingesammelt. „Nein!“ entfuhr es mir leise, doch ich erntete dafür nur einen spöttischen Blick des Moderators. Hinter mir hörte ich leise Stimmen flüstern: „Das war doch sowas von klar, dass sie es nicht schafft. Die ist doch schließlich ein Mädchen.“ Tränen schossen mir in die Augen, doch ich kämpfte gegen sie an. Ich würde keine Schwäche zeigen! Im Stillen wiederholte ich immer wieder mein Mantra: „Du musst es schaffen, du musst dich beweisen!“ Langsam öffnete ich wieder die Augen und zwang mich mit aller Willenskraft, die ich aufbringen konnte, den restlichen Weg meines Roboters mit den Augen zu verfolgen. Er fuhr die Strecke sauber ab, aber der Stein…! „Und aus!“ Der Helfer drückte auf seine Stoppuhr, um die Laufzeit zu beenden und rief dann erneut: „Zweiter Versuch!“ Schnell nahm ich das kleine Legogefährt in die Hand und stellte ihn erneut auf den Start. „3,2,1 und Los!“ Mein Roboter setzte sich in Bewegung, da! Er hatte den Stein eingesammelt! Mein Mund verzog sich zu einem Grinsen, jetzt musste er nur noch den Rest der Strecke schaffen…</p>
<p>Jetzt war es endlich so weit, die Sieger wurden verkündet. Seit 1,5 Stunden hatte ich auf diesen Moment hin gefiebert, während die anderen Teilnehmer an der Reihe waren. Hatte meine Leistung gereicht? Nur eines konnte ich mit Sicherheit sagen, beim zweiten Durchgang hatte alles hervorragend funktioniert, keine Fehler, gar nichts…<br />
Trommelwirbel, die durch die Lautsprecher zu hören waren, rissen mich ruckartig aus meinen Gedanken. Vielleicht etwas zu ruckartig, denn ich hatte mich so erschreckt, dass ich meinem Sitznachbarn, einen Jungen in meinem Alter, und bestimmt 2,5 Köpfe größer als ich, meinen Ellenbogen in die Seite gerammt hatte und der mich jetzt böse und spöttisch anstarrte. Starr heftete ich meinen Blick wieder auf die Bühne, wo ein Mann gerade die ersten drei Plätze von einer sehr langen Teilnehmerliste verlas. „Und den dritten Platz belegt Johannes Schröder, herzlichen Glückwunsch!“ Der Junge kam vor und stellte sich neben ihn. „Der zweiter Platz ist Simon Nissel!“ Meine Hoffnung auf einen der obersten Ränge schwand und ich ließ den Kopf hängen. Denn Erste war ich bestimmt nicht. „Und der glückliche erste Platz ist…!“, der Moderator runzelte die Stirn, guckte verblüfft auf seine Liste und meinte dann schließlich: „Moment, das muss ein Fehler sein.“ Der junge Mann mit der Stoppuhr trat neben ihn und die beiden Jungen mit der hohen Wertung, warf einen Blick auf die Liste und meinte dann: „Nein, da ist alles in Ordnung, das ist der erste Platz!“, und deutete mit seinem Finger auf einen Namen, der auf der Liste stand. „Nun gut, die Siegerin dieses Wettbewerbs ist Malina Beck!“ Blitzschnell blickte ich auf. Mein Name…, das ist mein Name! Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich spürte, wie sich mir ein Lächeln ins Gesicht stahl, während ich mich auf den Weg zur Bühne machte.</p>
<p>Ich habe es allen gezeigt, die geglaubt haben, Mädchen können so etwas nicht, die behauptet haben Technik ist nur was für Männer, denn das ist es nicht! Ich habe bewiesen, dass Mädchen das genauso gut können wie Jungs!</p>
<p><em>Der Schreibwettbewerb wurde gefördert durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.</em></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr den ersten Beitrag aus dem Wettbewerb, &#8222;<a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/05/ein-ganz-normaler-abend/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Ein ganz normaler Abend</strong></a>&#8220; von Anna.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Passen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/passen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2020 09:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12046</guid>

					<description><![CDATA[Das Gefühl, nicht dazuzugehören, nicht hineinzupassen &#8211; in die Klasse, die Schule, die Gesellschaft, die Welt &#8211; das kennt wohl jede*r. Besonders wenn man noch sehr jung ist, kann das schnell sehr problematisch werden. Wem soll man sich anvertrauen? Woher soll man wissen, was normal ist und was nicht? Fee hat einen ganz tollen Text]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Gefühl, nicht dazuzugehören, nicht hineinzupassen &#8211; in die Klasse, die Schule, die Gesellschaft, die Welt &#8211; das kennt wohl jede*r. Besonders wenn man noch sehr jung ist, kann das schnell sehr problematisch werden. Wem soll man sich anvertrauen? Woher soll man wissen, was normal ist und was nicht? Fee hat einen ganz tollen Text darüber geschrieben. Für alle 12jährigen Mädchen da draußen &#8211; aber auch für alle anderen, die verunsichert sind.</strong></p>
<p><span id="more-12046"></span></p>
<p>Das Leben ist Geschmackssache, sagst du. Und dir schmeckt es nicht.<br />
Und du bist dabei zwölf.</p>
<p>Kleines Mädchen am Schulhof,<br />
das sich zwingt nicht zu weinen,<br />
wenn ́s passiert, bist nicht du doof,<br />
sondern die, die das meinen.<br />
Ich hab dich beobachtet, eine ganze Zeit.<br />
Wenn die Welt sich dreht, bleibst du stehen und schaust zu.<br />
Und die Diagnose lautet &#8211; es tut mir ja auch leid</p>
<p>Aber du gehörst hier nicht dazu.</p>
<p>Du bist immer n kleines bisschen zu groß,<br />
oder zu klein.<br />
Dass du damit Pech hast, das könnte schon sein,<br />
aber es ist nicht nur das.</p>
<p>Das Leben ist Geschmacksache, sagst du. Und bist dabei zwölf.<br />
Und dir schmeckt es nicht. Und du bist dabei zwölf.</p>
<p>Du passt nicht hinein,<br />
denn du hast nicht den einen, richtigen Rucksack,<br />
Mama, diesen einen Rucksack,<br />
Mama, den alle haben,<br />
Mama, wieso dürfen die anderen überhaupt Handtaschen und Eastpack tragen</p>
<p>und nur du musst immer mit diesem bescheuerten 4You rum rennen,<br />
mit der Schrift in Baby Pink!<br />
Mama, der ist hässlich und stinkt!!</p>
<p>Du passt nicht hinein,<br />
Denn du hast nicht den Style.<br />
Aber es ist nicht nur das.</p>
<p>Du siehst die anderen und weißt,<br />
so bist du nicht,<br />
und was die nicht wissen, heißt,<br />
das dürfen sie auch nicht.<br />
Irgendwas stimmt nicht mit dir,<br />
denn du hast ein Geheimnis<br />
und du weißt, du kannst hier<br />
nicht bleiben, wenn es so weit ist,<br />
und jemand findet es raus.<br />
Deswegen fühlst du dich besser erst gar nicht zuhaus.</p>
<p>Du passt nicht hinein,<br />
Du schaffst es nicht, so zu sein.<br />
Aber es ist nicht nur das.<br />
In den Heften der Mädchen stehen Namen von Jungen,<br />
in deinem Heft steht ein Name und knapp darunter<br />
steht: BFF<br />
dass das gelogen ist weiß ich,<br />
Der Name in deinem Heft<br />
ist der Grund für dein Geheimnis.<br />
Wenn die anderen lachen, weil der Lehrer HOMO sapiens sagt,<br />
stehst du am Rand.</p>
<p>Denn du hast schon verstanden,<br />
was das heißt.<br />
Aber du verstehst nicht, warum man darüber jetzt Witze reißt.<br />
Du sagst: Das Leben ist Geschmacksache. Und bist zwölf. Und dir, sagst du,<br />
dir schmeckt es nicht. Und du bist dabei zwölf.</p>
<p>Du passt da nicht rein,<br />
weil du fast immer weinst,<br />
wenn die anderen lachen.<br />
Du willst ja offenbar ganz<br />
genau das Gegenteil machen,<br />
von dem, was alle anderen wollen.<br />
Es gibt in unserer Gesellschaft nun mal Rollen<br />
aber du hast nicht mal das Opfer abbekommen.<br />
Das wär vergleichsweise Glück.<br />
Nein, du spielst scheinbar in nem anderen Stück!<br />
Und du hast dich im Theater geirrt,<br />
Seitdem stehst du hart verwirrt<br />
im Weg rum.</p>
<p>Ich weiß, was dich quält,<br />
der Name in deinen Heften hat ́s mir gezeigt<br />
und das Herz hat erzählt,<br />
was du uns allen verschweigst,<br />
weil du immer noch Angst hast,<br />
zweitausendneunzehn,<br />
weil du immer noch nicht reinpasst,<br />
du hast Angst vor deinen Freunden.<br />
Du hast Angst, zu reden,<br />
Angst, wirklich so zu sein,<br />
Angst zuzugeben,<br />
was deine Familie dir nicht verzeiht,<br />
denn da bist du sicher,<br />
dabei lieben die dich doch,<br />
trotzdem stehst du da und zitterst<br />
und trotzdem lügst du immer noch.</p>
<p>Ach, kleines Mädchen auf dem Schulhof,<br />
wie gern würde ich dir,<br />
sagen, was ich denke, denn ich seh mich in dir.</p>
<p>Nein, du passt nicht hinein,<br />
dabei bist du noch so klein.<br />
Du hast die Serien zwar gesehen, aber das ist ja nicht echt.<br />
Du hast die Bücher schon gelesen, aber die echte Welt ist schlecht.<br />
Du hast Vincent gehört, aber da geht ́s nicht um dich,<br />
du hast ja gesucht, doch du kennst niemanden wie dich<br />
und das ist der Beweis,<br />
jede Kleinigkeit ein Zeichen:<br />
Die Welt braucht dich nicht!<br />
Nichts und niemand kann dir gleichen,<br />
deshalb übst du Welt-Verzicht.</p>
<p>Du hast es versucht, hast dich verbogen,<br />
bist gehüpft und gesprungen, hast den Bauch eingezogen,<br />
und nach all der Anstrengung möchtest du weinen,<br />
du bist wohl zu fett, denn du passt nicht hinein.</p>
<p>Nicht in Größe Vierunddreißig<br />
und nicht in diese Klasse.<br />
Nicht in die Welt, ach was weiß ich,<br />
wohinein ich eigentlich passe.</p>
<p>Das Leben ist Geschmackssache, sage ich. Und bin dabei 25.<br />
Und manchmal braucht man etwas Salz!</p>
<p>Du passt nicht hinein?<br />
Mädchen, das mag schon sein.<br />
Aber zeig mir in all den Millionen nur einen,<br />
der meint, er könnte sich wirklich vereinen<br />
mit seiner Umgebung oder den anderen Millionen,<br />
wenn das Leben nicht schmeckt, kann sich nachsalzen lohnen.</p>
<p>Ich habe in meinem Leben schon so viele Menschen getroffen,<br />
und noch nie hat einer hinein gepasst.<br />
Vielleicht lässt dich dieses Versprechen ja hoffen,<br />
Es gibt keinen, der sich nicht manchmal selbst hasst.<br />
Das Gefühl, nicht dazuzugehören, kennen wir alle.<br />
Aber deshalb aufzugeben ist eine Falle.</p>
<p>Du passt nicht hinein,<br />
also versuch nicht zu sehr,<br />
jemand and ́res zu sein,<br />
denn selbst dann wär ́s noch schwer.<br />
Kleines Mädchen am Schulhof, dem das Leben nicht gefällt,<br />
vielleicht bist es nicht du, die nicht passt, vielleicht ist es die Welt.</p>
<p>Soll die Welt sich doch fühlen,<br />
als würd sie nicht zu uns gehören,<br />
uns, zwölfjähriges Mädchen,<br />
uns muss das nicht stören.</p>
<p>Das Leben ist Geschmacksache!, rufst du<br />
und machst dabei all die seltsamen Sachen,<br />
die die anderen nicht machen.<br />
Du bist zu groß, zu dick, zu traurig, zu lesbisch, zu stumm-<br />
liest all deine Bücher, grunzt beim Lachen und scherst dich nicht drum,<br />
ob du dem Leben schmeckst.<br />
Und ich hoffe, dass du irgendwann auch checkst,<br />
dass das hier nur ein Schulhof ist und nicht die Welt<br />
und dass es ganz egal ist, ob denen hier gefällt,<br />
wen du liebst, wer du bist und was du denkst,<br />
welchen Namen in Heften du Herzen schenkst.<br />
diese Welt ist weit und groß und schön<br />
der Schulhof ist es vielleicht nicht.<br />
Aber du wirst eines Tages durch das Tor da geh ́n<br />
und dann zählst nur du selbst und alles andere nicht.<br />
Und wenn du ́s versuchst, dann vielleicht,<br />
merkst du dass die Welt sogar in den Schulhof hinein reicht<br />
und dass du nicht allein bist, egal was du machst<br />
und du nickst und lächelst und salzt nach.<br />
Und du bist dabei endlich zwölf!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Fee <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/fee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findest du hier</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alina: Gut genug?!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/01/alina-gut-genug-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jan 2020 10:06:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12012</guid>

					<description><![CDATA[Wie können wir ankämpfen gegen all die Stimmen, all die Menschen, die uns jahrelang eingeredet haben, wir seien nicht &#8218;gut genug&#8216;, nicht stark genug, nicht schnell genug, einfach grundsätzlich nicht ausreichend? Was macht all dieser Stress mit unserem Körper &#8211; gerade dann, wenn wir noch jung und im Wachstum sind? Wie können wir mit übergriffigen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie können wir ankämpfen gegen all die Stimmen, all die Menschen, die uns jahrelang eingeredet haben, wir seien nicht &#8218;gut genug&#8216;, nicht stark genug, nicht schnell genug, einfach grundsätzlich nicht ausreichend? Was macht all dieser Stress mit unserem Körper &#8211; gerade dann, wenn wir noch jung und im Wachstum sind? Wie können wir mit übergriffigen und unangenehmen Erfahrungen, die wir haben machen müssen, umgehen? All diese Fragen versucht dieser beeindruckende Text von Alina zu beantworten. </strong></p>
<p><span id="more-12012"></span></p>
<p>Ich bin 5 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich nicht gut genug bin. Ich frage mich warum, doch ich verstehe nicht. Ich bin 6 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich es, wenn ich weiterhin so bin wie ich bin, es nicht weit bringen werde. Ich frage mich warum, doch ich verstehe nicht.</p>
<p>Ich bin 8 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich unter der Brücke landen werde, wenn ich mich nicht ändere. Ich frage mich warum, doch ich verstehe nicht. Aber ich glaube es. Ich bin 11 Jahre alt und werde zum ersten Mal wegen Depressionen zu einem Therapeuten verwiesen. Ich soll reden und zuhören. Das tue ich, doch ich verstehe nicht.</p>
<p>Ich bin 13 Jahre alt und sitze in der Bahn. Ein Mann kommt auf mich zu und fragt mich, wie viel Geld ich dafür haben möchte, dass ich mein T-Shirt ausziehe. Ich spüre, wie sich ein mulmiges Gefühl in meinem Magen breit macht und sage ihm, dass ich das nicht möchte. Der Mann lässt nicht locker, er setzt sich neben mich und nennt mir immer höhere Geldbeträge. Ich lüge und sage, dass ich jetzt aussteigen müsse. Ich stehe auf und suche mir fernab von ihm einen anderen Sitzplatz.</p>
<p>Ich bin 14 Jahre alt und meine Noten gehen immer mehr in den Keller. Ich muss mich bei jeder Klausur vor Nervosität mehrfach übergeben. Ich soll tief ein und ausatmen, die Ruhe bewahren und nicht nervös werden, während ich permanent rund um die Uhr von allen beurteilt und bewertet werde.</p>
<p>Ich bin 14 Jahre alt und sitze im Unterricht. Ein Klassenkamerad neben mir legt seine Hand auf meinen Oberschenkel und lässt sie immer weiter nach oben gleiten. Ich spüre, wie sich mein Körper anspannt und eine Abscheu in mir breit macht, und ich sage ihm, er solle das lassen. Er schaut mich nur an und erwidert: &#8222;Na, schüchtern?&#8220;. Wut macht sich in mir breit und es fällt mir schwer, mich zu beherrschen. &#8222;Entweder du nimmst jetzt ganz schnell deine Hand da weg oder wir beide bekommen gleich ein richtiges Problem.&#8220;, sage ich aufgebracht. Er grinst mich an und nimmt dann nach kurzem Zögern seine Hand endlich weg.</p>
<p>Ich bin 14 Jahre alt und werde von einem jungen Mann permanent angeschaut. Ich schaue weg und setze meine Kopfhörer auf, um mein Desinteresse zu zeigen. Er setzt sich neben mich und fragt, was ich hier denn so alleine mache. Ich antworte nicht und verhalte mich so als hätte ich ihn nicht gehört. Er tippt mir auf den Oberschenkel und fragt, ob ich nicht Lust hätte mit ihm etwas trinken zu gehen. Ich sage: „Nein!“, und bin dankbar, als der Bus meine Haltestelle erreicht und ich flüchten kann.</p>
<p>Ich bin fast 15 Jahre alt und mein Körper fängt an, in Stresssituationen in Ohnmacht zu fallen. Einen kompletten Kontrollverlust durch psychosomatische Krampfanfälle, nannten es die Ärzte. Mein Körper will sich abschalten und Konflikten, Klausuren oder ähnlichen Stresssituationen aus dem Weg gehen.</p>
<p>Ich bin 15 Jahre alt und warte in der Innenstadt auf eine Freundin. Ein alter Mann schaut mich beim Vorbeigehen an, dreht sich um und kommt auf mich zu. „Entschuldigen Sie, Sie sehen so sexy aus. Ich leite einen Escort-Service.“ Wie aus der Pistole geschossen sage ich laut: „Nein!“. „Freundlicherweise“ erklärt er mir, dass ich auch nichts machen müsse, was ich nicht möchte. „Ich möchte das gar nicht machen.“, antworte ich bestimmt. Er schaut mich enttäuscht an und reicht mir seine Visitenkarte mit den Worten: &#8222;Falls Sie es sich anders überlegen.&#8220;</p>
<p>Ich bin 15 Jahre alt und gehe durch eine Unterführung, als ich einem Jungen begegne, mit dem ich einmal über meinen Glauben, meine Sexualität und wie das denn zusammen passen würde, diskutiert habe. Er nennt mich eine „dreckige Lesbe“ und kommt bedrohlich mit einem Schlagstock auf mich zu. Ich laufe weg und verlasse aus Angst eine Woche lang das Haus nicht. Danach zwei Wochen lang nur mit Begleitung.</p>
<p>Ich bin 16 Jahre alt und mir wird im Club in der Anonymität der Menschenmasse an den Hintern  gefasst. Ich drehe mich um, doch von dem Täter keine Spur. Ich wende mich wieder meinen Freunden zu, tanze weiter und weiß, dass ich nie rausfinden werde wer das getan hat.</p>
<p>Ich bin 16 Jahre alt und warte vor meinem Haus auf einen Freund. Ein junger Mann kommt zu mir und fragt mich, wie viel Geld ich wolle. Er sagt nicht, wofür, aber ich weiß genau, es geht ihm nicht um Zöpfe flechten. Nachdem ich ihm zu verstehen gegeben habe, dass ich kein Geld von ihm möchte, kommt er noch einen Schritt näher auf mich zu. Um mich zu fragen, ob ich mir denn sicher sei. Ich antworte mir einem: „Ja!“ und wechsle die Straßenseite.</p>
<p>Ich bin 16 Jahre alt und auf einer Geburtstagsfeier küsst mich ein Bekannter. Er presst sich immer mehr an mich so als wären meine ihn weg drückenden Arme kein eindeutiges Zeichen das ich das nicht will.</p>
<p>Für viele Männer ist es unverständlich warum wir Frauen auf ein Pfeifen oder eine Bemerkung so empfindlich reagieren, für euch mag es vielleicht das eine Mal sein, aber für uns ist es das 10. oder 100 Mal. Und ich bin es satt, das manche Herren der Schöpfung meinen, dass mein „Nein!“ nicht deutlich genug ist. Ich bin es leid, dass manche denken, dass mein Körper öffentliches Eigentum ist und dass mich jeder anfassen darf, wie er Lust hat. Und dass man ja noch fünfmal nachfragen muss, ob ich nicht doch meine Nummer rausgeben möchte. Oder ob ich nicht sogar Lust hätte, direkt mit zu ihm zu gehen. Mein Körper gehört mir, und es ist allein meine Entscheidung, was damit passiert und wer mir wie nahe kommen darf.</p>
<p>Eineinhalb Jahre lang bin ich mindestens einmal in der Woche in Ohnmacht gefallen und ohne fremde Hilfenicht wieder zu Bewusstsein gekommen. Und all das nur, weil mir immer suggeriert wurde, dass ich nicht gut genug sei. Ich habe mich unter Druck gesetzt und mir innerlich immer so einen Stress gemacht, weil ich gut genug sein wollte. Ich wollte, dass meine Familie stolz auf mich ist. Diese Belastung hat meinen Körper nur dazu gebracht, mir physisch zu zeigen, dass es so nicht weitergehen kann.</p>
<p>Und mein Körper hatte Recht. So will ich nicht leben. Denn ich bin gut genug, und ich bin zufrieden mit mir. Es ist mir egal, was manche von mir halten, denn ich weiß, wer ich bin und was ich alles geleistet habe, um heute hier zu stehen. Und ich bin mehr als nur das, was ihr in dem einen Moment seht, in dem ihr über mich urteilt.</p>
<p>Ich bin 17 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich stolz auf mich sein kann. Ich frage mich, warum. Ich blicke zurück und verstehe. Und ich glaube es. Denn ich weiß, dass ich stark bin, Ich weiß, wenn ich es bis hierhin geschafft habe, ich es auch noch viel weiter schaffen werde. Und so sehr ich mir manchmal wünsche, dass ich diese Dinge nicht gesagt bekommen hätte, oder dass manche Situationen nicht passiert wären, bin ich doch auf eine Weise dankbar. Denn nur durch all das, was ich erlebt habe, bin ich zu dem Menschen geworden der ich heute bin. Und sie hatten Recht damit, ich kann stolz auf mich sein. Und das bin ich auch.</p>
<p>Ich bin stolz, dass ich stark bin. Ich bin stolz, dass ich laut bin. Ich bin stolz, dass ich mich entwickelt habe. Ich bin stolz, dass ich öfters etwas chaotisch bin. Ich bin stolz, dass ich ehrlich bin. Denn all das macht mich aus. Ich bin stolz, dass ich so bin wie ich bin.</p>
<p>Ich bin 17 Jahre alt und ich bin ich! Ich bin gut genug!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn euch dieser Text gefallen hat, dann ist vielleicht das Buch <a href="https://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8222;Aus Angst wächst Mut&#8220;</strong></a> etwas für euch?</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn ich dich so sehe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/01/wenn-ich-dich-so-sehe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jan 2020 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11970</guid>

					<description><![CDATA[Veronika findet, wir sollten öfter auf das hören, was wir unseren besten Freund*innen raten würden. Und manchmal sollten wir stärker darauf achten, was wir heute zu unserem jüngeren Ich sagen würden, wenn wir uns in jüngerer Version wiedertreffen sollten, denn für irgendwas muss diese Weisheit des Alterns ja gut sein. Beides zusammen hat sie in einen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class=""><strong><span class="">Veronika findet, wir sollten öfter auf das hören, was wir unseren besten Freund*innen raten würden. Und manchmal sollten wir stärker darauf achten, was wir heute zu unserem jüngeren Ich sagen würden, wenn wir uns in jüngerer Version wiedertreffen sollten, denn für irgendwas muss diese Weisheit des Alterns ja gut sein. </span><span class="">Beides zusammen hat sie in einen Text gepackt, den sie an ihr 14-jähriges Ich richtet, und der für alle Platz bietet, die sich darin wieder finden.</span></strong></div>
<div></div>
<p><span id="more-11970"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Ihr wisst schon, dass ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>unter dem entsprechenden Hashtag</strong></a> jede Menge Poetry Slam-Texte und -Videos findet, oder? 😉</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Folgen (m)einer sozialisierten Männlichkeit </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/12/sozialisierte-maennlichkeit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Dec 2019 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Stereotyp]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11933</guid>

					<description><![CDATA[Neuer Monat, neuer Autor: Heute präsentieren wir euch den ersten Text von Tom! Er setzt sich darin mit der unterschiedlichen Sozialisation und Wahrnehmung von Jungen und Mädchen auseinander. Bestimmt habt ihr auch schon mal von &#8218;toxischer Männlichkeit&#8216; gehört. Auch darum geht es in diesem Text &#8211; nicht jedoch, ohne auch ein passendes Gegengift in der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Neuer Monat, neuer Autor: Heute präsentieren wir euch den ersten Text von Tom! Er setzt sich darin mit der unterschiedlichen Sozialisation und Wahrnehmung von Jungen und Mädchen auseinander. Bestimmt habt ihr auch schon mal von &#8218;toxischer Männlichkeit&#8216; gehört. Auch darum geht es in diesem Text &#8211; nicht jedoch, ohne auch ein passendes Gegengift in der Hinterhand zu haben!</strong></p>
<p><span id="more-11933"></span></p>
<p>Meine damalige Freundin kauft sich eine Ballonhose und trägt sie noch am gleichen Tag am Stadtfest meines Heimatortes. Am selben Tag schlägt Holland das spanische Team bei der Fußballweltmeisterschaft fünf zu eins. Einen Tag später in der Umkleidekabine meiner Eishockeymannschaft: Das Topthema der Stunde? Ihre Hose: „Hast du deine Freundin nicht im Griff, dass sie in so einer Schlafanzughose herumlaufen kann?“ Bei dem nächsten Familientreffen eine Woche später, gleiches Thema. Ich, damals 18 Jahre jung und noch grüner hinter den Ohren als heute, hatte das Ausmaß dieses „Kontrollverlustes“ nicht begriffen. Ebenso nicht, dass ich die Entscheidung treffen solle, was meine damalige Freundin anzuziehen hätte und dass es auch noch „sexy“ aussehen müsse.</p>
<p>Heute würde ich von einer Sexualisierung des weiblichen Geschlechts sprechen. Jungs und Männer werden als das „starke Geschlecht“ erzogen. Das Geschlecht mit dem Beschützerinstinkt, der Verantwortung und der Führung. Anders gesagt sollen sie Frauen vor Gefahren bewahren, ihre zukünftige Familie ernähren und dabei das weibliche Geschlecht in jeglicher Hinsicht bevormunden und kontrollieren. Wenn sie dabei aber selbst in Schwierigkeiten geraten, dann bloß keine Schwäche zeigen. Männer sind standhaft. Männer weinen nicht. Fällt einer kleiner Junge aufs Knie, wird ihm gesagt: „Sei nicht so wehleidig. Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ Und Frauen? Sie werden gar nicht erst gefragt, ob sie das wollen oder überhaupt brauchen?</p>
<p><strong>Auf keinen Fall auffallen.</strong></p>
<p>Ich bin einer dieser Männer. Als kleiner Junge versuchte ich vom Kindergarten an um jeden Preis tapfer und männlich zu sein. Ich wollte nicht die „Memme“ sein, die sich beim Fallen vom Klettergerüst einen halben Tag bei der Erzieherin die Augen ausheult. Ich wollte nicht die Null im Sportunterricht sein, der &#8222;wie ein Mädchen&#8220; wirft. Und ich wollte nicht „die Schwuchtel“ in der Clique sein, nur weil ich die Farbe Lila mag. Meine Kleidung zeigte es nicht. Als ich dann mit sechszehn Jahren anfing, meine Schüchternheit zu überwinden und Mädchen in meinem Alter zu treffen, wollte ich mich genau von dieser starken Seite zeigen, wie es mir all die Männerwelt jahrelang vorgelebt hat. Ich wollte sein wie all die Männer, die ohne zu fragen ihrer Freundin die Jacke um die Schulte legen. Die schon, bevor eine Frau es überhaupt realisiert, wissen, welche Bedürfnisse sie in diesem Moment hat. Und die, die zu jeder Tages- und Nachtzeit für ihre Freundin präsent sind – ob im selben Raum oder im gemeinsamen Chat.</p>
<p>Weiblichkeit ist in unserer Sozialisierung ein zerbrechliches Gut. Und Männer sollen dieses Umhüllen, wie die Luftpolsterfolie einer Porzellanvase. Super Mario befreit Prinzessin Peach von dem bösen Bowser und der große Bruder befreit seine kleine Schwester von den bösen Jungs der Oberstufe. Solange bis die Jungs Männer werden und Frau sie anbeten muss.</p>
<p>Einige Male habe ich mich im letzten Monat mit Frauen verabredet, um mit ihnen über ihre Kindheit zu sprechen. Ich wollte erfahren, wie sie ihre Geschlechterrolle in der Gesellschaft wahrgenommen hatten. Eine Freundin aus Berlin erinnert sich dabei an die ersten Jahre ihres Lebens, in denen sie als Mädchen Gleichberechtigung im weitesten Sinne erfahren hat. Bis zu einem einschneidenden Moment ihrer äußerlichen Entwicklung. An diesem Tag hat sie schlagartig gemerkt, dass nicht nur Jungs, sondern vor allem auch erwachsene Männer sie anders wahrnehmen. Sie pfiffen ihr hinterher und keiner sagte ihr warum.</p>
<p>Einige Jahre, nachdem meine Freundin mit ihrer Ballonhose am Stadtfest hinter ihrem Rücken sexualisiert wird, beschäftigt mich der Vorfall noch immer. Warum reagierten meine Teamkollegen so? Und wieso habe ich nicht interveniert, sondern das Thema mit mir selbst im Stillen ausgemacht. Ich beschäftige mich mit meiner Persönlichkeit und hinterfrage meine eigenen Werte. An einem Tag will ich wissen, warum ich Emotionen in widersprüchlichen Verhalten ausdrücke. Ein Beispiel aus meiner Pubertät, das mich bis heute begleitet: Bin ich damals traurig, betroffen und gewollt mein Mitgefühl auszudrücken, reagiere ich verärgert und wütend. Wütend vor allem auf mich selbst und mein Verhalten. Standesgemäß habe ich dafür von meinen Eltern den Titel des „Giftzwergs“ erhalten. Das Gift in mir spüre ich bis heute. Ein Gift, was mich hemmt und langsam aber sicher emotional versteinern lässt. Mein persönliches Gegengift: Empathie.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/05/maennlichkeit-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>In diesem Video</strong></a> teilt euch Memo von den HeRoes Duisburg seine Gedanken zum Thema Männlichkeit mit.</li>
<li>Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/09/was-ist-maennlichkeit-eine-endgueltige-antwort/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier lest ihr</strong></a> Dominiks Ansichten dazu.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jona: Ich bin ein Mädchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/10/jona-ich-bin-ein-maedchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2019 07:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2019]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11849</guid>

					<description><![CDATA[&#8222;Wer hat eigentlich entschieden, was Mädchen zu tun haben, wer oder was sie sein sollen? Was, wenn ich nicht heiraten und Kinder kriegen und gefügsam sein will? Was, wenn ich selber entscheiden will, was ich tu?&#8220; Jona war beim Act, Comedy &#38; Self Performance-Workshop auf dem #gelände2019 dabei &#8211; und hat diesen tollen Text geschrieben,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Wer hat eigentlich entschieden, was Mädchen zu tun haben, wer oder was sie sein sollen? Was, wenn ich nicht heiraten und Kinder kriegen und gefügsam sein will? Was, wenn ich selber entscheiden will, was ich tu?&#8220; Jona war beim Act, Comedy &amp; Self Performance-Workshop auf dem #gelände2019 dabei &#8211; und hat diesen tollen Text geschrieben, in dem sie sich mit veralteten Rollenbildern, Geschlechterstereotypen und Sexismus auseinandersetzt. </strong></p>
<p><span id="more-11849"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/12/warum-wir-feminismus-brauchen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Warum wir Feminismus brauchen</strong></a>, erklärt euch in diesem Video auch Amelie Elisabeth.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mädchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/10/maedchen/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2019/10/maedchen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Oct 2019 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11830</guid>

					<description><![CDATA[Der folgende Text stammt von unserer Autorin Lilith: Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau: am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit der Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern beschäftigt habe. Ich habe eine riesige Veranstaltung geplant und mich einfach viel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der folgende Text stammt von unserer Autorin Lilith:</strong></p>
<p><strong>Wer von Ihnen kennt den Weltmädchentag? Preisfrage – wann ist dieser? Genau: am 11. Oktober. Den nächsten Text habe ich geschrieben, als ich mich im Zug des internationalen Mädchentages mit der Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern beschäftigt habe. Ich habe eine riesige Veranstaltung geplant und mich einfach viel zu sehr in dieses eigentlich so erschreckende Thema hineingesteigert – ja, und was dabei herausgekommen ist, hören Sie jetzt. Der Text heißt ganz einfach nur „Mädchen“.</strong></p>
<p><span id="more-11830"></span></p>
<p>Ich bin unterwegs, schlendere die Straße entlang – viel zu viele Menschen um mich herum.<br />
Bin unterwegs, schlendere weiter, schaue mich um<br />
&#8211; und erkenne ein Mädchen,<br />
Hollister-Top – bauchfrei natürlich, S-Oliver Hose, so kurz, dass ihre Arschbacken gerade noch herausschauen – versteht sich.<br />
Trägt Ohrringe, die länger sind als ihr Hals, sodass sie schon fast ihre Schulter berühren,<br />
Lipgloss – größer gezeichnet als ihr tatsächlicher Mund.<br />
Eine Tasche von Mickle Corse in der einen, einen Geldbeutel von louis vuitton in der anderen Hand.<br />
Ich laufe weiter und schüttle den Kopf.<br />
Sie ist ein Mädchen, vielleicht 12 Jahre alt – noch ein Kind und auch wieder keines.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das es viel zu einfach hat im Leben,<br />
viel zu einfach, als dass sie noch Ziele haben könnte, nach denen es sich lohnt zu streben,<br />
ihre Eltern besitzen so viel Geld, dass das Konto droht überzulaufen,<br />
wenn sie nicht in die Stadt geht, um sich täglich etwas Neues zu kaufen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
das sich für nichts als sich selbst interessiert,<br />
wie von Geburt an vorprogrammiert,<br />
ein Gossip-Girl ohne andere Interessen als Geld, Smartphone, W-Lan, Jungs, Betrug und Intrigen.<br />
Ihr Leben besteht aus stupiden<br />
Beschäftigungen, wie Shoppen, Kino, Schlafen, Essen; Shoppen, Kino, Schlafen, Essen<br />
– ach ja What&#8217;sApp benutzen hätte ich fast vergessen,<br />
bei allem darauf achtend ihre neuen Klamotten nicht zu beschmutzen,<br />
zu schauen, dass sie nicht noch weiter verrutschen,<br />
sich möglichst überhaupt nicht anzustrengen,<br />
und den Ausschnitt, den sie von der Welt sieht, noch mehr einzuengen.</p>
<p>Sie schaut zu mir herüber,<br />
schenkt mir einen verachtenden Blick,<br />
ich tue, als bemerkte ich ihn nicht.</p>
<p>Stattdessen schüttle ich verzweifelt meinen Kopf und laufe weiter.<br />
Länger kann man den Anblick einer solchen Person einfach nicht ertragen!<br />
Länger kann man nicht zuschauen, wie sie den Jungs ihrer Clique den Arsch ins Gesicht reckt und unbemerkt ihren BH immer weiter herunterrutschen lässt.</p>
<p>Aber egal – es ist ihr Leben!<br />
Nun laufe ich weiter und beginne, an jemanden anderen zu denken.</p>
<p>Auch sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das viel zu viel denkt,<br />
ihre Gedanken äußerst selten in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
viel mehr lässt sie sie ihr Gehirn umkreisen.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich für wirklich alles und jeden interessiert,<br />
das keine Angst hat, dass es sich ununterbrochen geniert,<br />
nur, weil es etwas Neues versucht – zum aller ersten Mal<br />
das alles Kennenlernen möchte,<br />
alles erleben und die ganze Welt sehen will<br />
&#8211; nur um es einmal gewusst zu haben,<br />
das gerne verreist,<br />
auf die Meinung anderer sehr gerne scheißt,<br />
denn es möchte sich seine eigene Meinung bilden.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das wirklich alles ausprobiert,<br />
es unheimlich hasst, dass alle Welt gegeneinander konkurriert,<br />
da es doch nichts als Spaß erleben will.<br />
Das einkaufen geht im Second-Hand Shop,<br />
nicht, weil ihr Geldbeutel für alles andere zu klein,<br />
sondern, weil sie es interessanter findet,<br />
und auch einmal nachdenkt, bevor die Kasse klingelt.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen, das gerne lacht,<br />
dessen Augen zu einem kleinen Feuer entfacht<br />
werden,<br />
wenn man sie auch nur ein bisschen erwärmt,<br />
ein Mädchen, das unheimlich gerne lernt,<br />
Ein Mädchen, das sehr viel Liebe erfährt,<br />
der nichts, wirklich nichts richtig Schlimmes wiederfährt,<br />
wenn es sich an einige Regeln hält.</p>
<p>Sie ist das Mädchen,<br />
das sich für andere einsetzt,<br />
deren Hilfe mindestens genauso sehr schätzt,<br />
denn Kooperation wird bei ihr großgeschrieben.<br />
das versucht, sich wirklich für andere einzusetzen,<br />
zu verhindern, dass die Welt aufhört jeden wirklich jeden zu verletzen &#8211;<br />
interessiert, garantiert übermotiviert, ungeniert, mit Zuversicht, Glück und Mut vollgeschmiert, jedoch unverziert aufpoliert, ist, ist sie….machtlos.</p>
<p>Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen das viel zu viel denkt.<br />
Ihre Gedanken wirklich nie in die richtigen Bahnen lenkt,<br />
und fantasiert – wirklich viel zu viel.<br />
Sie ist ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich einbildete, sie könne die Welt verändern,<br />
bis sie alt genug dazu war, nicht mehr zu naiv zu sein.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht weiß, was mit ihrem Leben anzufangen,<br />
nichts kann ihr wirklich halt geben,<br />
aus Hunger und Not – hat es keine Zeit an etwas anderes zu denken<br />
– und kann niemandem mehr als ihre Arbeitskraft schenken<br />
– auch wenn sie es selbst viel zu wenig findet.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das sich um ihre kranke Mutter kümmert,<br />
und dabei zusieht, wie sich nur alles verschlimmert,<br />
und alles verflimmert vor ihren tränenden Augen,<br />
nur, um gleich wieder aufzustehen – sie braucht doch die Zeit – darf keine Pausen machen. Hat keine Zeit dafür zu trauern, und weinend am Bett ihrer sterbenden Mutter zu sitzen,<br />
muss arbeiten, helfen, die Familie versorgen,<br />
versuchen all die vielen Sorgen<br />
– abzulenken von ihrer Welt – die zwar nicht sie hat bestellt,<br />
aber sie trotzdem lernt, mit ihnen umzugehen, um weiterhin sicher im Leben zu stehen.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das nicht zur Schule gehen darf, obwohl es so gerne möchte.<br />
Keine Chance auf Bildung, statt Schulbesuch Hochzeit – wirklich kein kleinster Anspruch auf die Erfüllung irgendeines ihrer Rechte.<br />
Denke an ein Mädchen, das keinerlei Chance auf ein besseres Leben vor sich sieht,<br />
Geschwister versorgen, kochen, Landwirtschaft &#8211; ihr Vater lange ausgeflogen – und sie schiebt,<br />
alleine die Arbeiten des Tages vor sich her.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, in nichts als Kleidung gehüllt.<br />
Von nichts als Angst vollkommen ausgefüllt;<br />
Angst vor der Arbeit, vor Krankheit und Tod,<br />
dass sie stirbt in der größten Not –<br />
ihrer Familie, die ohne sie überhaupt niemanden mehr hat,<br />
der ihnen abends ein Feuer entfacht.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen am Ende ihrer Kräfte. Ein Mädchen, mit einem Krug auf dem Kopf.<br />
Ein Mädchen, das Wasserholen gehen möchte – es ist heiß, viel zu heiß,<br />
sie hat Durst, nichts als Durst.</p>
<p>Ich denke an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, dessen Körper nicht mehr mitspielt, dessen Psyche sich verabschiedet<br />
von einem Moment auf den anderen –<br />
denke an ein Mädchen,<br />
das tot liegt im ewigen, viel zu heißen Sand – der leere Wasserkrug liegt neben ihrer linken Schulter.</p>
<p>Ich denke zurück an ein Mädchen,<br />
ein Mädchen, das dachte, sie könnte die Welt verändern,<br />
etwas bewirken, irgendetwas verbessern<br />
doch alles Illusion – verpufft im Nichts.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte und Beiträge von Lilith findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2019/10/maedchen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Celine: Es war 2011</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/celine-es-war-2011/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/celine-es-war-2011/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Sep 2019 07:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2019]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11772</guid>

					<description><![CDATA[&#8222;Ich bin eine, eine von acht Milliarden Menschen, und erzähle hier meine Geschichte. Diese eine von vielen Geschichten.&#8220; Celines Poetry Slam-Text, den sie bei der Abschlussveranstaltung des #gelände2019 vorgetragen hat, geht unter die Haut. Radikal ehrlich berichtet die starke junge Frau von sexualisierter Übergriffigkeit und Gewalt im eigenen Zuhause.  Mehr dazu: Wusstet ihr, dass ihr]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Ich bin eine, eine von acht Milliarden Menschen, und erzähle hier meine Geschichte. Diese eine von vielen Geschichten.&#8220; Celines Poetry Slam-Text, den sie bei der Abschlussveranstaltung des #gelände2019 vorgetragen hat, geht unter die Haut. Radikal ehrlich berichtet die starke junge Frau von sexualisierter Übergriffigkeit und Gewalt im eigenen Zuhause. </strong></p>
<p><span id="more-11772"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wusstet ihr, dass ihr beim <a href="https://www.hilfetelefon.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hilfetelefon: Gewalt gegen Frauen</strong></a> 24 Stunden am Tag Beratung und Unterstützung bekommen könnt?</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/celine-es-war-2011/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Körper: Ich bin richtig</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/ichbinrichtig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hollies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Sep 2019 07:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11751</guid>

					<description><![CDATA[Die Mädels* von HOLLIEHood haben sich richtig ins Zeug gelegt. Dabei herausgekommen ist „Ich bin richtig“, ein vierminütiger Film über Selbstbildnis, Selbstbestimmung, und das Verhältnis zum eigenen Körper. Ein Statement gegen den Stress mit der Körpernormierung! Mehr dazu: Hier berichtet Elif von den Siblings über das Anderssein. Und hier findet ihr einen Appell gegen Bodyshaming.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Mädels* von HOLLIEHood haben sich richtig ins Zeug gelegt. Dabei herausgekommen ist „Ich bin richtig“, ein vierminütiger Film über Selbstbildnis, Selbstbestimmung, und das Verhältnis zum eigenen Körper. Ein Statement gegen den Stress mit der Körpernormierung!</strong></p>
<p><span id="more-11751"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier berichtet Elif von den Siblings über das <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/poetry-slam-text-anders-sein/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Anderssein.</span></a></strong></li>
<li>Und hier findet ihr einen Appell gegen<strong><a href="http://www.happymindmagazine.de/den-eigenen-koerper-akzeptieren/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;"> Bodyshaming.</span></a></strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Joline &#8211; Steh auf</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/joline-steh-auf/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/joline-steh-auf/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jul 2019 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11706</guid>

					<description><![CDATA[Yay! Heute gibt&#8217;s Feminismus auf die Ohren, und zwar in Form dieses starken, fantastischen, Mut machenden Tracks von Joline, in dem sie sich in präzisen Worten mit der Rolle der Frau in unserer Welt auseinandersetzt.  Mehr dazu: Checkt doch mal das komplette Profil von unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Yay! Heute gibt&#8217;s Feminismus auf die Ohren, und zwar in Form dieses starken, fantastischen, Mut machenden Tracks von Joline, in dem sie sich in präzisen Worten mit der Rolle der Frau in unserer Welt auseinandersetzt. </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Checkt doch mal das komplette Profil von unserer Redaktionsgruppe <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Was geht Almanya</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/joline-steh-auf/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich bin meine eigene Marionette</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/ich-bin-meine-eigene-marionette/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2019 10:17:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11646</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr, euch heute einen Poetry Clip unserer Autorin Lidia präsentieren zu dürfen. Ein starker, berührender, gnadenlos ehrlicher Text trifft auf einen künstlerischen Kurzfilm, den die junge Frau in Eigenregie gedreht hat. Es geht um ihr Leben, um teils sehr schmerzhafte Erfahrungen, die sie machen musste, es geht um Familie, Freund*innen, Mobbing, die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr, euch heute einen Poetry Clip unserer Autorin Lidia präsentieren zu dürfen. Ein starker, berührender, gnadenlos ehrlicher Text trifft auf einen künstlerischen Kurzfilm, den die junge Frau in Eigenregie gedreht hat. Es geht um ihr Leben, um teils sehr schmerzhafte Erfahrungen, die sie machen musste, es geht um Familie, Freund*innen, Mobbing, die Suche nach sich selbst und vor allem nach Selbstvertrauen. &#8222;Denn du bist die Hauptrolle in dem Film, der sich dein Leben nennt.&#8220; &#8211; Schaut einfach selbst!</strong></p>
<p><span id="more-11646"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Lidia findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lidia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
<li>Und hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/aufstehen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>einen Text von Was geht Almanya</strong></a>, der sich mit Mobbing und Diskriminierung auseinandersetzt.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Können Binden Leben retten?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/05/koennen-binden-leben-retten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nataly]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 May 2019 07:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Menstruation]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11444</guid>

					<description><![CDATA[Heute präsentieren wir euch zum Internationalen Tag der Menstruationshygiene den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Nataly! Bevor sie einen Freiwilligendienst absolviert hat, hat sie sich nicht großartig mit dem Thema Menstruation befasst &#8211; in Uganda änderte sich das dann aber radikal. Was die Menstruation mit Armut und auch mit Bildung zu tun hat, erfahrt ihr]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute präsentieren wir euch zum Internationalen Tag der Menstruationshygiene den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Nataly! Bevor sie einen Freiwilligendienst absolviert hat, hat sie sich nicht großartig mit dem Thema Menstruation befasst &#8211; in Uganda änderte sich das dann aber radikal. Was die Menstruation mit Armut und auch mit Bildung zu tun hat, erfahrt ihr in diesem Artikel! Viel Spaß beim Lesen und Lernen </strong>🤓</p>
<p><span id="more-11444"></span></p>
<p>Ich lebe ein sehr privilegiertes Leben. Auch wenn es mir meist gar nicht bewusst ist. Ich musste mich noch nie entscheiden zwischen einer Packung Binden und etwas zu essen… Millionen Mädchen und Frauen weltweit, besonders in Subsahara, stehen jeden Monat vor dieser Entscheidung.</p>
<p>Vor meinem Freiwilligendienst in Uganda war Menstruation kein Thema, über das ich je groß nachgedacht hatte. Klar, auch ich war mal von meiner Periode genervt, sie kam ja auch immer zu den unpassendsten Zeiten. Wirklich eingeschränkt hat sie mich aber nie.</p>
<p><strong>Armut ist sexistisch</strong></p>
<p>Während ich in Deutschland überall und jederzeit Binden, Tampons und Co kaufen kann, sind sie in Uganda, vor allem in ländlichen Gebieten, nicht immer verfügbar. Und sie sind teuer. Da steht eine Familie tatsächlich vor der Wahl, entweder eine Packung Binden für die Tochter/Ehefrau zu kaufen, oder aber Brot, Öl und Seife für den gemeinsamen Haushalt.</p>
<p>Über 130 Millionen Mädchen weltweit können oder dürfen keine Schule besuchen. In Uganda gehen tausende Mädchen täglich nicht zur Schule – ihrer Periode wegen. Aus Angst, jemand könnte etwas bemerken, sie auslachen, oder die Lehrer könnten sie für einen Blutfleck auf ihrem Rock bestrafen. Jeden Monat verpassen sie so wichtigen Schulstoff, schneiden durchschnittlich deutlich schlechter in ihren Schulprüfungen ab als ihre männlichen Mitschüler, oder verlassen die Schule ganz.</p>
<p>Dabei ist Bildung der beste Weg aus der Armut, und Frauen sind die stärkste Waffe im Kampf gegen extreme Armut: Erhielten Mädchen den gleichen Zugang zu Bildung wie Jungen, hätten sogenannte Entwicklungsländer mindestens 112 Milliarden US-Doller mehr in den Staatskassen. Dennoch sind Frauen und Männer nirgendwo auf der Welt gleichberechtigt. Je ärmer ein Land ist, desto härter trifft diese Armut besonders Mädchen und Frauen. Man kann sagen: Armut ist sexistisch. An kaum einem anderen Beispiel wird das so deutlich wie an der „period poverty“.</p>
<p><strong>No Sex für Pads</strong></p>
<p>Viele Mädchen, die sich keine Binden kaufen können, nutzen stattdessen Toilettenpapier, Bananenblätter, alte Kleidung oder auch Erde, die das Blut während ihrer Menstruation auffangen soll. Immer wieder kommt es so zu schwerwiegenden Infektionen.</p>
<p>Die Folgen für Mädchen und Frauen sind aber noch viel weitreichender. Einige Männer versprechen den Mädchen Binden zu kaufen, im Tausch gegen sexuelle Dienste. Allein in der ugandisch-kenianischen Grenzregion liegt die Schwangerschaftsrate bei Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren derzeit bei 31%. Immer wieder lassen Betroffene unsichere, illegale Schwangerschaftsabbrüche durchführen, die für sie nicht selten zu schweren Komplikationen oder gar zum Tod führen. Sie werden unfreiwillig verheiratet, und ihr Risiko sich mit vermeidbaren, sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren, steigt rapide. Jeden Tag infizieren sich rund 1000 junge Frauen mit HIV, 750 von ihnen in Subsahara-Afrika. Das sind doppelt so viele Neuinfektionen wie bei jungen Männern im selben Alter. Der Preis für Binden ist hoch…</p>
<p><strong>Do it yourself!</strong></p>
<p>Menstruation ist ein Politikum. Und auch mich ließ das Thema nicht mehr los. Gemeinsam mit meinem Partner und einer kleinen Gruppe Frauen aus seinem Heimatort fingen wir an, wiederverwendbare Binden zu nähen. Wir besuchten Schulen, sprachen mit den Schülerinnen über Menstruation, Hygiene und ihr Recht am eigenen Körper. Inzwischen ist aus der kleinen Gruppe Frauen eine eingetragene Organisation geworden, die „Alliance for Sustainable Health and Wealth in Africa“, kurz ASHWA. Mit der Hilfe von fünf Angestellten und zahlreichen Freiwilligen halten wir regelmäßige Workshops in Schulen, Jugend- und Frauengruppen in ganz Uganda ab. Wir sprechen über Menstruation und zeigen den Teilnehmer*innen, wie sie aus lokal zugänglichen Materialien wie einem alten Baumwoll-T-Shirt, einem Handtuch oder einem Stück Plastikfolie selbst wiederverwendbare Binden nähen können. Es ist eine simple Lösung, und doch so wertvoll. Empowerment pur.</p>
<p>Also: Können Binden Leben retten? – Ganz so einfach ist es am Ende vielleicht nicht. Doch eine simple, selbstgenähte Binde kann das Leben eines Mädchens in Uganda radikal ändern.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier gelangt ihr zur <a href="https://www.facebook.com/ashwaug/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Facebook-Page von ASHWA</strong></a>.</li>
<li>Und <a href="https://www.plan.de/presse/pressematerial-tag-der-menstruationshygiene.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>unter diesem Link</strong></a> findet ihr Informationen zum Tag der Menstruationshygiene.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Poetry Slam-Text: Anders sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/04/anderssein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Siblings]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Apr 2019 07:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11368</guid>

					<description><![CDATA[Der Mainstream ist ja bekanntermaßen ein sehr, sehr starker Strom, gegen den du bloß schwer anschwimmen kannst. Ist es also sinnvoll, sich stets anzupassen und dadurch „normal“ statt anders zu sein? Wie Elif von den Siblings über das Anderssein denkt, erzählt sie dir im Video. Mehr dazu: Der Song „Anders sein“ von Eck&#38;Sey live beim]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Mainstream ist ja bekanntermaßen ein sehr, sehr starker Strom, gegen den du bloß schwer anschwimmen kannst. Ist es also sinnvoll, sich stets anzupassen und dadurch „normal“ statt anders zu sein? Wie Elif von den Siblings über das Anderssein denkt, erzählt sie dir im Video.</strong></p>
<p><span id="more-11368"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Der Song<span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=MN5VGDsmJL8" target="_blank" rel="noopener"> „Anders sein“</a></span> von Eck&amp;Sey live beim #Gelände2015</li>
<li>Die Fachstelle <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://gerne-anders.de/" target="_blank" rel="noopener">„gerne anders“</a></span> macht sexuelle Orientierung und den Abbau von Homofeindlichkeit zum Thema in der Jugendarbeit.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rassismus im Alltag: Woher kommst du?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/04/rassismus-im-alltag/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2019/04/rassismus-im-alltag/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hollies]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Apr 2019 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11319</guid>

					<description><![CDATA[„Woher kommst du? Woher kommst du wirklich?“ Solche Fragen können so richtig nerven. Denn nicht immer steckt dahinter aufrichtiges Interesse. Manchmal scheinen die Fragenden damit sagen zu wollen, dass man in ihren Augen nicht zu Deutschland gehört. Die Mädchen der Redaktionsgruppe Hollies haben ein Video dazu gemacht. Mehr dazu: Religion, Aussehen, Herkunft – das alles]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Woher kommst du? Woher kommst du <em>wirklich?</em>“ Solche Fragen können so richtig nerven. Denn nicht immer steckt dahinter aufrichtiges Interesse. Manchmal scheinen die Fragenden damit sagen zu wollen, dass man in ihren Augen nicht zu Deutschland gehört. Die Mädchen der Redaktionsgruppe Hollies haben ein Video dazu gemacht.</strong></p>
<p><span id="more-11319"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Religion, Aussehen, Herkunft – das alles hat mit der Nationalität nichts zu tun. In <strong><u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/03/ich-bin-deutscher/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ich bin Deutscher</a></u> </strong>erklärt Sivaz, warum.</li>
<li><strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/go-back-to-your-country/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Go back to your country</span></a> </strong>– für unseren geflüchteten Autor ist dieser Satz leider allzu bekannt.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2019/04/rassismus-im-alltag/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Let&#8217;s talk about Sexismus, Baby!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/03/sexismus-baby/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2019 07:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11273</guid>

					<description><![CDATA[Erinnert ihr euch noch an den tollen Poetry Slam-Text von Veronika Rieger? Heute präsentieren wir euch einen Artikel, den sie zum Thema Sexismus geschrieben hat &#8211; und zwar inklusive Tipps, was ihr selbst tun könnt, wenn euch mal wieder jemand einen sexistischen &#8218;Witz&#8216; erzählt. Aber lest selbst! Die Bewegungen #aufschrei und #metoo haben das Thema]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erinnert ihr euch noch an den tollen <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/03/szenenwechsel-letzte-nachricht/" target="_blank" rel="noopener">Poetry Slam-Text</a> von Veronika Rieger? Heute präsentieren wir euch einen Artikel, den sie zum Thema Sexismus geschrieben hat &#8211; und zwar inklusive Tipps, was ihr selbst tun könnt, wenn euch mal wieder jemand einen sexistischen &#8218;Witz&#8216; erzählt. Aber lest selbst!</strong></p>
<p><span id="more-11273"></span></p>
<p>Die Bewegungen #aufschrei und #metoo haben das Thema Sexismus und sexualisierte Gewalt wieder stärker in die Gespräche der Gesellschaft gebracht. Sexistische Aussagen und &#8218;Witze&#8216; sind in unserer Gesprächskultur aber leider nach wie vor allgegenwärtig. Doch wie soll man reagieren, wenn mitten im netten Quatschen eine sexistische Äußerung fällt? Und was genau ist in Gesprächen überhaupt sexistisch?</p>
<p>Sexismus bezeichnet die persönliche oder soziale Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Diese Diskriminierung betrifft alle Geschlechter, Frauen sind davon jedoch stärker betroffen. Sexismus tritt in Gesprächen meist so auf, dass für Personen eines bestimmten Geschlechts traditionelle Rollenbilder, Umgangsweisen und ungleiche gesellschaftliche Bedingungen als gegeben betrachtet werden. Das kann von der Frau, die vermeintlich schlecht einparken kann, über den Mann, der aufgrund seines „Jagdtriebs“ beim Flirten aufdringlich wird, bis hin zu vermeintlichen Nettigkeiten wie den von Frauen oft gehörten Satz „Lach doch mal, dann bist du viel hübscher!“ gehen.</p>
<p>Wie jedoch kann man reagieren, wenn uns solche Sätze vor die Füße fallen? Es gibt bestimmt so viele unterschiedliche Wege wie Menschen, um das Problem zu thematisieren, ob auf witzige, ernste, laute, leise oder eben ganz andere Weise. Der hier dargestellte Weg kann nur Vorschläge machen und aufzeigen, wie wir alle selbst einen Weg finden können, so zu reagieren, wie es für uns und zu uns passt.</p>
<ol>
<li><strong>Nenn das Kind beim Namen</strong></li>
</ol>
<p>Wenn du sexistische Aussagen hörst, dann benenne sie auch so. Die Äußerungen &#8222;Diese Aussage ist sexistisch&#8220; oder &#8222;Den Satz, den du gerade gesagt hast, empfinde ich als sexistisch&#8220; benennen die Dinge konkret und geben trotzdem die Möglichkeit, gemeinsam weiter über das Thema zu sprechen, da du nicht die sprechende Person angreifst, sondern ihrer Aussage deinen Standpunkt gegenüber stellst.</p>
<ol start="2">
<li><strong>Erkläre deinen Standpunkt</strong></li>
</ol>
<p>Wenn du der sprechenden Person gesagt hast, dass eine Aussage sexistisch war, versuche in einem Satz kurz zu erklären, wieso genau diese Aussage sexistisch ist. Auf den Satz: „Du wirfst wie ein Mädchen.“ wäre eine mögliche Antwort beispielsweise: „Diese Aussage ist sexistisch, weil du den Begriff Mädchen hier als Beleidigung verwendest und behauptest, dass Mädchen naturgemäß nicht werfen können. Das ist nicht okay.“</p>
<ol start="3">
<li><strong>Fragen lohnt sich</strong></li>
</ol>
<p>Sexistische Witze oder vermeintlich lustige Sprüche nerven. Tierisch. Besonders, wenn man sich dann noch überlegen muss, ob man jetzt wirklich die „Spaßbremse“ sein möchte, die diesen Witz als das entlarvt, was er wirklich ist, nämlich als sexistischen Mist.<br />
Umso schöner ist es, wenn man diese Aufgabe der Person überlassen kann, die den Witz erzählt hat. Wenn du die Frage „Ich check den Witz nicht, kannst du&#8217;s mir erklären?“ an die Person richtest, die den Witz erzählt hat, muss sie sich gut überlegen, wie sie das jetzt erklärt. Sollte die Erklärung nicht zufriedenstellend sein, lässt sich die Frage „Und warum genau ist das jetzt witzig?“ wunderbar nachschieben &#8211; so lange, bis die Person selbst erkannt hat, dass der Witz wirklich Mist war.</p>
<ol start="4">
<li><strong>Fokus Fokus Fokus!</strong></li>
</ol>
<p>Frauen werden in Gesprächen von Männern so oft unterbrochen, dass sich im Englischen der Begriff Manterupting (zusammengesetzt aus <em>man</em> und <em>interrupting</em>) durchgesetzt hat. Wenn du unterbrochen wirst, mache darauf aufmerksam, dass du noch nicht ausgesprochen hast, bringe deinen Satz oder deinen Punkt zu Ende und wende dich dann wieder an die Person, die dich unterbrochen hat, um sie zu fragen, was sie sagen wollte. Wenn du bemerkst, dass Menschen unterbrochen werden, lenke die Aufmerksamkeit zurück auf sie, wenn sie mehrfach unterbrochen werden, weise die unterbrechende Person darauf hin, andere aussprechen zu lassen. Gesprächsregeln lernt man eigentlich in der ersten Klasse, aber man vergisst Schulstoff ja schnell.</p>
<ol start="5">
<li><strong>Let´s get loud!</strong></li>
</ol>
<p>Gerade sexistische Beleidigungen wie „Pussy“ oder „Schlappschwanz“ werden oft nur halblaut und hinter vorgehaltener Hand gesagt, weil es in diesem Gemunkel scheinbar sicher ist, unsagbare Dinge doch auszusprechen. Also warum den Spieß nicht umdrehen und die gesamte Peinlichkeit öffentlich machen. Durch das laute und langsame, gut hörbare Wiederholen des genauen Wortlaut des Gegenübers entsteht bei der Person, die die Beleidigung ausgesprochen hat, hoffentlich genug Schamgefühl, dass es sich in Anstand verwandeln kann, solche Beleidigungen in Zukunft zu vermeiden.</p>
<ol start="6">
<li><strong>Hab keine Angst davor unbequem zu sein.</strong></li>
</ol>
<p>Was in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis oft viel schwerer. Es erfordert Mut, dem eigenen Standpunkt zu vertrauen, dass mit einer Bemerkung eine Grenze überschritten wurde. Sexismus ist nicht immer einfach zu erklären, aber das eigene Bauchgefühl bemerkt meistens schnell, wenn Äußerungen nicht angebracht sind.</p>
<p>Auch wenn das Vorurteil der &#8218;verklemmten Spaßbremse&#8216; in unseren Köpfen nicht zu den Dingen zählt, zu denen wir gerne zugeordnet sein wollen, ist es wichtig, bei sexistischen Äußerungen den Mund aufzumachen. Nicht einfach drüber-, sondern für den eigenen Standpunkt einzustehen.<br />
Letztendlich schafft unsere Sprache unsere Wirklichkeit, die Art und Weise, wie wir über Personen sprechen, beeinflusst, wie wir mit diesen Personen umgehen. Wenn dein Standpunkt nicht gehört wird, wird er auch nicht gesehen, also ist Klappe auf und den eigenen Standpunkt vertreten ein guter Anfang, ob unbequem oder nicht.</p>
<ol start="7">
<li><strong>Für ganz Mutige: Sharing is caring!</strong></li>
</ol>
<p>Sexismus ist ein Thema in unserem Leben, ob jetzt bewusst wahrgenommen oder unterbewusst davon beeinflusst. Wenn du von Menschen umgeben bist, denen du vertraust, wage es über deine Erfahrungen zu sprechen, teile mit, was du erlebst und was das in dir auslöst und hör dir die Geschichten und Meinungen deiner Freund*innen an. Dadurch, dass du mit anderen über deine Erlebnisse sprichst, wirst du schnell feststellen, dass du nicht alleine bist und die Begegnung mit Sexismus kein Einzelfall ist. Vielleicht machst du mit deinem Erzählen anderen Personen Mut, sich das nächste Mal auch zu äußern.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In diesem Video erklärt euch Amelie Elisabeth, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/12/warum-wir-feminismus-brauchen/" target="_blank" rel="noopener"><strong>warum wir Feminismus brauchen</strong></a>.</li>
<li>Und ebenfalls sexistisch ist die sogenannte &#8218;Pink Tax&#8216; &#8211; was das ist, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/02/pink-tax/" target="_blank" rel="noopener"><strong>erklärt euch Sophia</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Tag im Leben eines Riot Girls</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/03/riot-girls/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Mar 2019 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11270</guid>

					<description><![CDATA[Pünktlich zum internationalen Frauentag 2019 hat sich Dennis Seidel von den Story-Tellern gefragt, wie eigentlich ein Tag im Leben eines Riot Girls aussehen könnte &#8211; und dieser schöne Text ist dabei herausgekommen. Viel Spaß beim Lesen &#8211; und natürlich auch beim Rebellischsein 😎🙌💪 Es ist sehr früh morgens in der Wohnung des Riot Girls. Sie ist]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pünktlich zum internationalen Frauentag 2019 hat sich Dennis Seidel von den Story-Tellern gefragt, wie eigentlich ein Tag im Leben eines Riot Girls aussehen könnte &#8211; und dieser schöne Text ist dabei herausgekommen. Viel Spaß beim Lesen &#8211; und natürlich auch beim Rebellischsein</strong> 😎🙌💪</p>
<p><span id="more-11270"></span></p>
<p>Es ist sehr früh morgens in der Wohnung des Riot Girls. Sie ist früh wach, um den Tag richtig voll zu erleben. Gerade sitzt sie beim Frühstück und hört dazu sehr heftige Punk-Musik, sie ist ja eine Rebellin und benimmt sich auch sehr rebellisch, mit Füßen auf dem Tisch.</p>
<p>Nach dem Frühstück trifft sie sich mit ihren Band-Kolleginnen. Sie wollen rebellische Musik aufnehmen. Außerdem ist heute auch offizieller Riot-Tag, das heißt: Tag des Aufstandes der Mädchen. Da gehen die Riot-Girls nach den Band-Proben hin. Sie demonstrieren für  Gleichberechtigung. Sie wollen gleiche Rechte für Mädchen und für Jungs. Es gibt eine große Demonstration auf der Straße. Die Straßen werden extra von der Polizei abgesperrt. Jede/r, der eine Tochter hat, weiß wie stark und kräftig Mädchen sein können. Es sind viele Mädchen auf der Demo und auf der Welt. Jedes Mädchen ist anders. Es gibt dunkelhaarige und blonde Mädchen, dicke und dünne Mädchen, kleine und große Mädchen. Aber an dem Tag des Aufstands der Mädchen gibt es nur eines: Demonstrieren für die Gleichberechtigung. Die Mädchen lassen ihrer Wut freien Lauf.</p>
<p>Am Abend gehen unser Riot Girl und ihre Band-Kolleginnen rebellisch essen. Viele im Cafe kennen sie schon. Nach dem Essen setzen sie sich in den nahen Park zum Relaxen. Weil sie rebellisch gekleidet sind, werden sie doof angemacht. Aber sie nehmen es gelassen und zeigen nur den Stinkefinger und rülpsen manchmal.</p>
<p>Später am Abend hört das Riot Girl dann bei sich zu Hause Punk-Musik und schaut aus dem Fenster. Zur Nachtruhe macht sie die Musik aus. Aber die doofen Nachbarn von nebenan hören jetzt Heavy Metal. Das rebellische Mädchen geht rüber und beschwert sich.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch ansonsten macht sich Dennis Seidel sehr viele Gedanken <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/geschlechterrollen-von-dennis-seidel/" target="_blank" rel="noopener"><strong>zum Thema Geschlechterrollen</strong></a>.</li>
<li>Und warum der internationale Frauentag wichtig ist, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/03/frauentag/" target="_blank" rel="noopener"><strong>darüber schreiben die Story-Teller hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Talk mit Lilith</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/02/talk-mit-lilith/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Feb 2019 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11216</guid>

					<description><![CDATA[Bestimmt habt ihr schon den ein oder anderen Text unserer Autorin Lilith gelesen. Sie ist ein absoluter Tausendsassa und schreibt über die unterschiedlichsten Themen: Fußball, Autos, Filme und ferne Länder, immer aus feministischer Perspektive, immer wunderbar recherchiert. Beim Fachtag anlässlich unseres fünften Geburtstags im vergangenen Jahr hat Lilith im Talk mit Tarik Tesfu erzählt, wie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bestimmt habt ihr schon den ein oder anderen Text unserer Autorin <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lilith</a> gelesen. Sie ist ein absoluter Tausendsassa und schreibt über die unterschiedlichsten Themen: Fußball, Autos, Filme und ferne Länder, immer aus feministischer Perspektive, immer wunderbar recherchiert. Beim Fachtag anlässlich unseres fünften Geburtstags im vergangenen Jahr hat Lilith im Talk mit Tarik Tesfu erzählt, wie sie auf ihre Ideen kommt und weshalb sie bei meinTestgelände dabei ist. </strong></p>
<p><span id="more-11216"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In diesem Text berichtet Lilith von ihren Plänen <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/erst-einmal-weg-teil-1/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>für die Zeit nach dem Abitur</strong></a>.</li>
<li>Und hier gibt&#8217;s noch ein Video vom Fachtag &#8211; <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/12/emre-und-soufian-maennlichkeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>ein Slamtext</strong></a> von Emre und Soufian!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>meinTestgelände 2018</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/12/meintestgelaende-2018/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Dec 2018 11:30:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2018]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11209</guid>

					<description><![CDATA[Zum Ende des Jahres ist es immer schön kurz inne zu halten und auf das Geschehene zurück zu blicken. Das wollen wir an dieser Stelle tun und euch ein Potpourri der Beiträge auf meintestgelände.de aus 2018 zeigen. Vielen Dank an alle Autor_innen und Redaktionsgruppen für eure tolle Arbeit. &#160;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Ende des Jahres ist es immer schön kurz inne zu halten und auf das Geschehene zurück zu blicken. Das wollen wir an dieser Stelle tun und euch ein Potpourri der Beiträge auf meintestgelände.de aus 2018 zeigen. </strong><strong>Vielen Dank an alle Autor_innen und Redaktionsgruppen für eure tolle Arbeit.</strong></p>
<p><span id="more-11209"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie will ich lieben?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/12/wie-will-ich-lieben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Dec 2018 07:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Inklusion]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11150</guid>

					<description><![CDATA[Im November trafen sich zehn junge Frauen mit Behinderung zu einem Workshop zum Thema „Was ist denn schon normal?“ Es ging auch um die Frage „Wie will ich lieben?“, also sind die jungen Frauen losgezogen, haben sich gegenseitig und auch andere Besucher*innen im Tagungshaus befragt, was denn für sie eigentlich Liebe ist. Entstanden ist eine]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im November trafen sich zehn junge Frauen mit Behinderung zu einem Workshop zum Thema „Was ist denn schon normal?“ Es ging auch um die Frage „Wie will ich lieben?“, also sind die jungen Frauen losgezogen, haben sich gegenseitig und auch andere Besucher*innen im Tagungshaus befragt, was denn für sie eigentlich Liebe ist. Entstanden ist eine schöne kleine Audiocollage.</strong></p>
<p><span id="more-11150"></span></p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-11151" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/11/IMG_4334-800x533.jpg" alt="" width="700" height="466" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/11/IMG_4334-800x533.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/11/IMG_4334-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/11/IMG_4334-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auf dem #gelände18 haben wir mal nachgefragt, was den Jugendlichen wichtiger ist: Geld oder Liebe? <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/gelaende18-geld-oder-liebe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Die Antworten seht ihr hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es eine <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/08/foto-love-story-i-love-you-emma-star/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Foto-Love-Story</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Körper sein!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/11/koerper-sein/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2018/11/koerper-sein/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hollies]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Nov 2018 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11142</guid>

					<description><![CDATA[Jeden Tag werden wir in Sozialen Medien und in der Werbung mit fast unerreichbaren Schönheitsidealen konfrontiert. In dem Film &#8222;Körper sein!&#8220; beschreiben die Hollies wie schwer das Gefühl wiegt, diesen Idealen nicht zu genügen, den eigenen Körper zu hassen und wegen ihm gehasst zu werden. Gleichzeit zeigen sie wie verschieden Körper sind und wie wichtig]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Jeden Tag werden wir in Sozialen Medien und in der Werbung mit fast unerreichbaren Schönheitsidealen konfrontiert. In dem Film &#8222;Körper sein!&#8220; beschreiben die Hollies wie schwer das Gefühl wiegt, diesen Idealen nicht zu genügen, den eigenen Körper zu hassen und wegen ihm gehasst zu werden. Gleichzeit zeigen sie wie verschieden Körper sind und wie wichtig es ist, sich selbst zu akzeptieren.</b></p>
<p><span id="more-11142"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mit dem Film <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/09/68-bpm/"><strong>68 Bpm</strong> </a>setzen die Hollies ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung.</li>
<li>Und in <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/beeinflussen-models-unser-selbstwertgefuehl/">diesem Text</a></strong> geht es darum, ob Models unser Selbstwertgefühl beeinflussen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2018/11/koerper-sein/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Held, mein Papa</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/mein-held-mein-papa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2018 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11006</guid>

					<description><![CDATA[Lidia hat einen Slamtext für ihren Vater geschrieben. Ein Text voller Liebe und Dankbarkeit für den Menschen, der ihr auch bei den schlimmsten Gedanken zuhört, der sie auffängt und der ihr verdammt gute Ratschläge gibt. Lidias Held ist ihr Papa. Mehr dazu: Hier könnt ihr den ersten Beitrag von Lidia auf meinTestgelände nochmal anschauen. Und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lidia hat einen Slamtext für ihren Vater geschrieben. Ein Text voller Liebe und Dankbarkeit für den Menschen, der ihr auch bei den schlimmsten Gedanken zuhört, der sie auffängt und der ihr verdammt gute Ratschläge gibt. Lidias Held ist ihr Papa.</strong></p>
<p><span id="more-11006"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/maskenball/" target="_blank" rel="noopener"><strong>den ersten Beitrag</strong></a> von Lidia auf meinTestgelände nochmal anschauen.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/09/liebesgedicht-an-mein-herz/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier gibt es ein Liebesgedicht</strong></a> von Leticia Wahl &#8211; an ihr eigenes Herz.</span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie sieht Gott aus?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/wie-sieht-gott-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2018 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=10995</guid>

					<description><![CDATA[Unsere Redaktionsgruppe Was geht Almanya?! hat sich mit dem Thema Religion beschäftigt. Insbesondere geht es darum, wie sich die Menschen eigentlich Gott vorstellen. Für die einen ist es ein Mann mit langem, weißem Bart, für die anderen eine Frau mit weißen langen Haaren. Wie es die Jugendlichen sehen schaut ihr euch am besten selbst an.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Redaktionsgruppe Was geht Almanya?! hat sich mit dem Thema Religion beschäftigt. Insbesondere geht es darum, wie sich die Menschen eigentlich Gott vorstellen. Für die einen ist es ein Mann mit langem, weißem Bart, für die anderen eine Frau mit weißen langen Haaren. Wie es die Jugendlichen sehen schaut ihr euch am besten selbst an.</strong></p>
<p><span id="more-10995"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/01/ehrenkultur/" target="_blank" rel="noopener"><strong>In diesem Text von den HeRoes</strong></a> geht es auch um Religion, aber auch um Tradition und Ehre.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es einen Text von Was geht Almanya?! <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/gesegneter-ramadan/" target="_blank" rel="noopener"><strong>über den Ramadan</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Angst vorm Scheitern</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/die-angst-vorm-scheitern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mare]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Sep 2018 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10933</guid>

					<description><![CDATA[„Prekäre Arbeitsverhältnisse. Zeitverträge. Hungerhonorare. Eine sich ständig verändernde Arbeitswelt. Und dazu Medien, die einem das schöne Leben vorleben, die uns sagen, dass wir es schaffen können und wenn nicht, dann ist das unsere Schuld […].“ Unsere Autorin Mare hat sich in einem sehr persönlichen Text mit ihrer Angst vorm Scheitern auseinandergesetzt und dabei den Nerv]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Prekäre Arbeitsverhältnisse. Zeitverträge. Hungerhonorare. Eine sich ständig verändernde Arbeitswelt. Und dazu Medien, die einem das schöne Leben vorleben, die uns sagen, dass wir es schaffen können und wenn nicht, dann ist das unsere Schuld […].“ Unsere Autorin Mare hat sich in einem sehr persönlichen Text mit ihrer Angst vorm Scheitern auseinandergesetzt und dabei den Nerv einer ganzen Generation getroffen. Unbedingt lesen!</strong></p>
<p><span id="more-10933"></span></p>
<p>„Ich glaube“, sagt die ergraute Psychotherapeutin gegenüber von mir bei der ersten Probesitzung, „deine Probleme lassen sich alle auf eine Sache herunterbrechen: Die Angst vor dem Scheitern. Schreib doch dazu mal einen Artikel, das ist so typisch für eure Generation. Ihr habt da alle mit Probleme.“</p>
<p>Schreib doch dazu mal einen Artikel. Zu dieser Diagnose. Noch gibt es sie nicht schwarz auf weiß. Eher schwarz auf dem gelbem Überweisungsschein vom Hausarzt. <em>Anpassungsstörung. </em>Das klingt fremd. <em>Anpassungsstörung. </em>Das klingt nach dem Jungen, der sich früher immer geprügelt hat, nicht stillsitzen konnte und ständig Fünfen nach Hause gebracht hat. Nicht nach dem Lehrerliebling, mit den glatten Einsen. <em>Anpassungsstörung. </em>Aber vielleicht passt es doch. Vielleicht gerade deshalb. Lehrerliebling, glatte Einsen und ein ständiges „Aus dir wird mal was!“ Denn die Frage ist jetzt da. Ich werd‘ mal was. Aber <em>was?</em> Und vor allem <em>wann?</em></p>
<p>„Du machst so viel“, wird mir manchmal gesagt, „Du machst so viel“, mit einem Unterton, den ich kenne, denn es ist gibt immer eine, die ein Auslandssemester, zwei Fremdsprachen und drei unbezahlte Praktika mehr auf dem Lebenslauf hat als man selbst. „Du machst so viel“, und dann kenne ich diesen Unterton auch bei mir. Ist es Neid? Angst?</p>
<p>„Du machst doch so viel“, sagt meine Psychotherapeutin und es klingt ungläubig. „Du machst so viel. Woher die Angst?“. Zwischen uns liegen gut 40 Jahre, aber ich fühle mich wie die, deren Zeit abläuft. Abitur. 18. 19. 20. 21. 22. 22. 22. 22. Schon 22. Das ist fast 25 ist fast 30 ist doch eigentlich der Punkt, wo ich weiß, wo es hingeht, wo ich schon mit beiden Beinen fest im Leben stehe und in die richtige Richtung gehe. Stattdessen fühle ich mich so, als würde ich mich nur im Kreis drehen, genau wie meine Gedanken, die mir immer wieder dasselbe sagen. „Du schaffst das nicht. Das wird doch nichts. Du machst nur Fehler. Du schaffst das nicht“.</p>
<p>Oder vielleicht geht es auch einfach nach unten. Wie in einer Sanduhr. Die Zeit vergeht und es wird enger und enger und immer weniger kommen weiter und werden erfolgreich, und so rieseln wir uns durch das Leben. So fühle ich es zumindest. So fühlen <em>wir </em>uns zumindest, denn ich bin bestimmt nicht die Einzige.</p>
<p>Prekäre Arbeitsverhältnisse. Zeitverträge. Hungerhonorare. Eine sich ständig verändernde Arbeitswelt. Und dazu Medien, die einem das schöne Leben vorleben, die uns sagen, dass wir es schaffen können und wenn nicht, dann ist das unsere Schuld und „WOW! Dieser 16-jährige hat das Rad neu erfunden und verdient jetzt mit seinem Start-Up mehr, als Du in Deinem Leben je besitzen wirst. HAHAHA, DU LOSER! Mehr nach der Werbung, bleiben Sie dran!“.</p>
<p>Und in den Medien sehen wir es ja auch immer wieder, wir sind starke, unabhängige Frauen im 21. Jahrhundert. Immer top gestylt. Immer tough im Job mit bloßen Fäusten das Glasdach zerschlagend, das uns von den Führungspositionen fernhält. Und dazwischen noch Zeit für perfekte Instagram-Fotos aus dem Fitnessstudio mit Rosenkohl-Mango-Quinoa-Shake. Kein Wunder, dass wir alle falsch Erwartungen haben.</p>
<p>Wie es da raus geht? Ich weiß es nicht ganz genau. Ich weiß nur, es ist ein Prozess. Ich lerne langsam, Dinge auf mich zukommen zu lassen, Dinge hinzunehmen, und vor allem zu akzeptieren: Mit 22 kann noch alles passieren. Mit 30 muss ich noch nicht den Job haben, den ich 10 Jahre später noch habe. Man kann nicht immer alles 40 Jahre in die Zukunft planen. Und man kann auch nicht immer perfekt sein.</p>
<p>Ich lerne es aber nicht mit der Psychotherapeutin aus der Probesitzung. „Weißt du, das ist so ein Generationending bei dir. Ich bin da viel zu alt für. Ich versteh das einfach nicht. Immer so viele Ansprüche haben wollen. Such dir lieber mal jemanden, der da näher dran ist. Und schreib vor allem wirklich mal einen Artikel darüber. Es gibt einfach so viele.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Texte von <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/mare/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Mare</strong></a> gibt es hier.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier könnte ihr Mare mit einem <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/sterne/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Poetry Slam-Text</strong></a> sehen.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Schwank aus meinem Leben &#8211; Motivation</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/motivation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Sep 2018 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Mutterschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10929</guid>

					<description><![CDATA[Wir haben euch schon einige Texte von Marie vorgestellt und sind selbst immer wieder begeistert von ihrer ehrlichen und gleichzeitig positiven Weise, mit der sie ihre großen und kleinen alltäglichen Probleme als junger Mensch und Mutter beschreibt. In diesem Text geht es um ihre Motivation, jeden Tag zu einem besonderen zu machen, eigene Fehler zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir haben euch schon einige Texte von Marie vorgestellt und sind selbst immer wieder begeistert von ihrer ehrlichen und gleichzeitig positiven Weise, mit der sie ihre großen und kleinen alltäglichen Probleme als junger Mensch und Mutter beschreibt. In diesem Text geht es um ihre Motivation, jeden Tag zu einem besonderen zu machen, eigene Fehler zu erkennen, zu reflektieren und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Aber lest am besten selbst!</strong></p>
<p><span id="more-10929"></span></p>
<p>Wenn ihr diesen Text jetzt vor euch habt, habe ich es wohl doch endlich geschafft, zu schreiben.<br />
Jeden Tag habe ich mir Gedanken gemacht, was ich abtippe und was nicht.<br />
Ich fange einfach mal an, ohne vorher zu erklären, worum es eigentlich geht.</p>
<p>Regt ihr euch oft über Kleinigkeiten auf? Über das ungeputzte Bad, über im Weg herumliegende Schuhe, über Dinge, die nicht an ihrem Platz stehen?<br />
Das ging täglich bei mir ab. Über alles habe ich geflucht und gemeckert. Ich habe mich selbst ständig über Kleinigkeiten aufgeregt – und wenn ich mir dann versehentlich wehgetan habe, indem ich gegen die Tür gelaufen- , oder gestolpert bin, dann ging es aber richtig los.</p>
<p>Dann wurde ich wütend, habe geflucht und war nicht mehr zu beruhigen.<br />
Aber warum?<br />
Warum passiert so etwas, warum schaukelt man sich da so hoch?<br />
Warum sind wir überhaupt gereizt und schlecht gelaunt?<br />
Das bringt mir doch überhaupt nichts. Es bringt mich nicht weiter.<br />
<strong><br />
</strong>Ich habe jeglichen negativen Einfluss, den ich um mich hatte, ganz weit von mir weg geschoben.<br />
Ganz entfernen geht nie, aber ich lasse ihn nicht mehr an mich ran.<br />
Ich bezeichne mich als eine Mutter, die mindestens genauso viel zutun hat wie Berufstätige in diversen Branchen, Studenten &#8211; oder einfach als eine vollbeschäftigte Person, die wenig Zeit für sich selbst hat, manchmal wochenlang überhaupt keine Zeit, wenn das Kind eine anstrengende Phase hat und meine Nähe noch intensiver braucht, als sonst.<br />
Mein Schlaf wurde über Jahre hinweg alle zwei Stunden unterbrochen, ich sorge für ein kleines Wesen, damit es ihm immer gut geht, überlebt und sich entwickelt. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Dinge, aber das kennt ihr sicherlich.<br />
Natürlich machen wir das aus vollem Herzen und mit Liebe.<br />
Aber Anerkennung schadet niemandem, oder? Mit Anerkennung hab ich viel zutun, davon ist oft die Rede, bloß nicht, was mich angeht. Es sind immer die Menschen gemeint, die arbeiten gehen oder studieren.</p>
<p>Was eine Mutter alles vollbringt, wissen leider nur wenige. Die meisten Mütter tun zusätzlich das, was Haushaltshilfen oft übernehmen. Wir kochen, wir putzen, wir sind die Seelsorge für unsere Kinder, wir machen uns generell Sorgen, wir kaufen ein, wir tauschen um, wir haben Termine, wir sind permanent aktiv, sogar nachts. Wir haben keinen Feierabend!<br />
Denn wer schonmal einen Säugling hatte, kennt die nächtliche Angst.</p>
<p>Wir sind Tag und Nacht, am Wochenende und zu jeder Sekunde für unsere Kinder da.<br />
Wir tun einfach alles und stellen unsere Bedürfnisse hinten an.<br />
Ein Kind ist nicht anstrengend. Das muss man unterscheiden können. Anstrengend ist nur, dass man permanent hochkonzentriert sein muss, keine Krankschreibung einreichen kann, keine Pause machen kann, wenn man es spontan braucht.</p>
<p>Man kann das Füttern oder Zähneputzen nicht ausfallen lassen, wenn man mal keine Lust hat oder müde ist. Wir können keinen Urlaub vom Alltag beantragen. Und ich betone nochmal, dass nicht das Kind so anstrengend ist, sondern die permanente Aufmerksamkeit.<br />
Dann haben Kinder Entwicklungsphasen, in denen sie Zähne bekommen, wachsen, oder einfach sehr viel Mamakontakt brauchen. Kleine Kinder lernen ihre Emotionen kennen, wir begleiten sie dabei.</p>
<p>Das letzte Jahr war ein sehr emotionales und chaotisches Jahr, es gab mehr Tiefen als Höhen und ich hatte so oft keine Lust auf alles. Wenn ich täglich am Ende war, traurig, bedrückt, habe ich alles daran gesetzt, dass mein Kleiner nichts davon mitbekommt. Sowas ist anstrengend.</p>
<p>Gefühle zu verstecken, ins Nebenzimmer zu gehen, um durchzuatmen, Tränen wegzuwischen und weiterzumachen. Tag für Tag.<br />
Das ist auch die Erklärung für meine damals andauernde Müdigkeit, es hatte psychische Ursachen.<br />
Ich hatte nach der Geburt meines Sohnes im Jahr 2015 das Glück, keine Wochenbettdepressionen gehabt zu haben.<br />
Und ich verstehe nicht, warum selten jemand über dieses Thema redet.<br />
Vielleicht liegt das an den Vorurteilen: Wochenbettdepressionen. Depressionen. Trübseligkeit. Nervende Menschen, die kein Bock aufs Leben haben.</p>
<p>Wer hat solche Vorurteile in die Welt gesetzt?</p>
<p>Dabei haben doch so unglaublich viele Menschen Depressionen. Vielleicht sogar die Meisten und – man will es nicht glauben, es ist nichts ansteckendes!</p>
<p>Der Eine verarbeitet psychisch viel, der Andere macht sich nicht viele Gedanken drum und lenkt sich ab. Wir sind doch alle unterschiedlich.</p>
<p>Meiner Meinung nach kann man anderen Menschen die Kraft, dass man nichts verstecken muss, dass es IMMER Gleichgesinnte gibt, erst geben, wenn man selbst etwas erlebt hat.<br />
Ich mag Menschen, die Schwächen einsehen und darüber reden. Die Fehler zugeben und motivieren.<br />
Die mag ich sogar mehr, als diejenigen, die es überspielen und mit Absicht so tun, als wäre das Leben ein Regenbogen mit sprechenden Einhörnern.<br />
Es ist nicht alles so rosig, wie es aussieht, bei niemandem, es geht aber alles immer weiter und jeder Tag wartet darauf, genutzt zu werden, zu etwas Besonderem gemacht zu werden, oder, dass man ihn einfach nur genießt.</p>
<p>Die letzten Monate war so hart, wie noch nie. Es wurde Rücksicht von mir erwartet, es wurde erwartet, dass ich kämpfe. Es wurde erwartet, dass ich rede. Einfach immer. Ich sollte funktionieren, durfte keine Schwäche zeigen.</p>
<p>Dabei war ich es die ganzen Monate über: Schwach.<br />
Was andere von mir und meinem Leben denken, interessiert mich so unglaublich wenig und so sollten viel mehr Menschen denken. Wenn ich wie ein schlechtgelaunter Sack permanent meckere, muss ich mich nicht wundern, wenn man sich abwendet.<br />
Ist einfach so.<br />
In Maßen ist das normal, aber nicht permanent.<br />
Scheißt doch mal auf alles und jeden! Dann sieht die Wohnung halt chaotisch aus, na und?<br />
Dafür kann man mal eben etwas anderes tun. Wieso denken alle so engstirnig und perfektionisitisch? Ich bin das beste Beispiel dafür, denn perfektionistischer als ich es bin, geht es sicherlich kaum.<br />
Aber dass es mich selbst einfach nur einengt und einschränkt, habe ich erst vor kurzem bemerkt.<br />
Aber immerhin habe ich es bemerkt.</p>
<p>Wenn mein Kind permanent jammert, geht es ihm halt nicht gut. Dann meckere ich nicht, sondern versuche alles, damit es ihm besser geht. Manchmal vergesse ich, dass ich die Person bin, die er am meisten braucht. Ich gebe das offen zu, dass ich auch mal überfordert bin, weil ich diese Rolle habe, dass ich als Mama alles ersetzen kann, aber nichts und niemand MICH ersetzen kann für ihn. Das ist eine riesen Verantwortung.<br />
Außerdem fühlt es sich alles so viel schöner an, wenn man glücklich ist.</p>
<p>Glücklich und gesund zu sein ist wirklich ein Heilmittel für einfach alles.<br />
Das Schönste ist für mich, ist Liebe zu bekommen. Von meinem eigenen Kind.<br />
Und ich könnte jetzt schreiben, dass es auch wunderschön ist, von einem Mann geliebt zu werden, der mich so nimmt, wie ich bin, aber das tut er nicht.<br />
Er liebt mich, WEIL ich so bin, wie ich bin. Und das ist noch viel schöner. Zwei Menschen, die mich lieben und brauchen, weil ich ich bin.<br />
Nur darum geht es im Leben. Es geht einfach mal nicht darum, direkt nach dem Schulabschluss einen Beruf zu lernen, es geht auch nicht darum, das meiste Geld zu verdienen, es geht nicht darum, unbedingt die Welt zu bereisen, es geht nicht darum, nach außen hin perfekt zu erscheinen, das größte Auto zu fahren und die teuersten Marken zu tragen.<br />
Das alles ist vergänglich!</p>
<p>Nicht vergänglich sind Liebe, Treue, Vertrauen, Ehrlichkeit, Geborgenheit. Menschen um sich zu haben, denen man zeigen kann, wie sehr man sie in seinem Leben braucht und von denen man das Gefühl bekommt, dass es auf Gegenseitigkeit beruht. Sei es als Lebenspartner oder als Familienmitglied.<br />
Erst, seitdem ich das gecheckt habe, geht es mir wieder gut, ich genieße jeden Tag, auch wenn nichts los ist. Ich freue mich auf den Sommer, ich freue mich darauf, dass alles einfach weitergeht.</p>
<p>Früher, als ich noch kein Kind hatte, war für mich das Schönste, zu Hause in meinem Zimmer zu sein, meine Ruhe zu haben und spontan unabhängig alles tun zu können, was ich möchte.<br />
Das hat sich vor fast 3 Jahren sehr geändert, auch wenn ich meine komplette Familie im Umkreis von 3 Minuten Laufweg habe, bin ich sozusagen abgetrennt und lebe mein eigenes Leben.<br />
Das spüre ich sehr, denn mein Auszug war wie ein Schubs ins kalte Wasser, das hat mich erst mit der Zeit sehr mitgenommen. Es war meine eigene Entscheidung, meine Wohnung noch vor der Geburt zu beziehen. Es ging sehr, sehr schnell.</p>
<p>Im Nachhinein ZU schnell. Ich konnte mich nicht umgewöhnen, plötzlich war mein Zimmer weg, weil ich immer alles auf einmal machen musste und es nicht schnell genug gehen konnte. Das war mein eigener Fehler, ich leide noch sehr darunter, aber ich weiß, es lässt sich nicht ändern, dafür haben sich neue Türen geöffnet.<br />
Dadurch, dass ich zu meiner Familie keinen innigen Kontakt mehr habe, obwohl ich fast täglich dort bin, bin ich so schnell gereift und habe alles alleine gemacht, geplant, gebaut, was sicherlich viele in meinem Alter damals noch nicht konnten oder gewollt haben.</p>
<p>Ich sehe mich dadurch als jemanden, der wirklich weiß, wie man ins richtige Leben springt. Zu schnell, zu chaotisch, oft zu undurchdacht, aber gerade das hat mir gezeigt, was das Leben wirklich ist.<br />
Ich versuche jeden Tag so zu gestalten, dass er sich wirklich gelohnt hat. Dass er keinem anderen Tag gleicht und immer etwas besonderes ist.<br />
Steine, die mir in den Weg geräumt werden, male ich bunt an und lasse sie als Deko stehen.<br />
Wenn mir etwas schlecht gemacht wird, stehe ich drüber.<br />
Wenn ich Stress habe, Zeitdruck und Hektik, bleibe ich einfach gelassen.<br />
Und ganz wichtig: Seht euch selbst! Seid stolz auf euch, auch, wenn mal etwas daneben gegangen ist.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr tolle Texte von Marie findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und falls ihr mehr von Marie mitbekommen wollt, folgt ihrem <a href="https://www.instagram.com/mariebloggt.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Instagram-Account</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Geschichte meiner Flucht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/die-geschichte-meiner-flucht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Hamburg was geht]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Sep 2018 07:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10909</guid>

					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch eine neue Redaktionsgruppe zu präsentieren. Hamburg – was geht?! ist ein Blog, der jungen Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung eine Plattform bietet, um ihre Geschichte zu erzählen. Auf meinTestgelände veröffentlichen wir heute die Geschichte von Futsum. Ich bin Futsum Gebrehiwet. Ich komme aus Eritrea. Ich möchte hier die Geschichte meiner Flucht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, euch eine neue Redaktionsgruppe zu präsentieren. <em>Hamburg – was geht?!</em> ist ein Blog, der jungen Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung eine Plattform bietet, um ihre Geschichte zu erzählen. Auf meinTestgelände veröffentlichen wir heute die Geschichte von Futsum.</strong></p>
<p><span id="more-10909"></span></p>
<p>Ich bin Futsum Gebrehiwet. Ich komme aus Eritrea. Ich möchte hier die Geschichte meiner Flucht erzählen.</p>
<p>2014 bin ich mit 15 Jahren nach Äthiopien geflohen. Wir waren fünf Freunde, die zusammen weg aus Eritrea gelaufen sind. Ich bin ein Jahr in Äthiopien in einem schlimmen Flüchtlingscamp geblieben. Und danach bin ich in den Sudan weitergezogen. Dort bin ich krank geworden und musste elf Tage im Bett liegen. Erst durch eine teure Spritze wurde ich gesund.<br />
Im Sudan habe ich einen Freund kennengelernt, mit dem ich zusammen weitergeflüchtet bin. Auf der Fahrt durch die Sahara mussten wir auf verschiedenen Lastwagen fahren. Als die Kolonne nachts Pause machte, war mein Freund sehr krank.</p>
<p>Auf seinem Lastwagen hatten sie zu wenig Wasser. Ich half ihm, massierte ihn, gab ihm vorsichtig Wasser und es ging ihm wieder besser. Am nächsten Tag ist er gestorben. Auf der Flucht durch die Sahara sind jeden Tag viele Menschen gestorben.</p>
<p>Nach einem Monat in der Sahara sind wir in einer kleinen Stadt in Libyen angekommen. Dort war ein Mann, der mit einem Schlagstock fast alle verprügelt hat. Ich war sehr sauer, aber ich konnte nichts machen. Dann sind wir mit dem Auto in eine andere Stadt gefahren. Dort waren wir ungefähr 500 Geflüchtete. Wir waren in einem Haus. Nach und nach mussten wir einzeln rausgehen, wo uns ein Mann mit dem Schlagstock verprügelt hat. Ich war der jüngste von allen. Nach einiger Zeit wurde der Mann müde. Dann bestimmte er einen von uns, einen Mann aus Eritrea, zum Weiterschlagen. Als dieser Mann „Nein“ gesagt hat, hat der Libyer gesagt, dass ein bestimmter Eritreer sich auf den Boden legen muss. Dieser Mann hatte eine Verletzung am Po. Auf die hat der Mann mit dem Schlagstock so lange darauf geschlagen, bis alles voller Blut war. Dann hat er den anderen Geflüchteten gedroht, sie mit einer Waffe umzubringen, wenn sie nicht auf die anderen einschlagen. Mich hat er auch geschlagen.</p>
<p>Danach mussten wir alle in einem Raum ganz leise sein. Am Abend haben sie uns Essen gegeben: nur Nudeln mit abgelaufenem Datum. Nach ungefähr einer Woche sind wir zu dreißig Personen in einem kleinen Auto nach Tripolis gefahren, der Hauptstadt Libyens am Mittelmeer. Dort sind wir in ein großes Haus gekommen, insgesamt waren dort ca. 1000 Menschen aus Eritrea und Äthiopien. Dort waren wir eine Woche in einem Raum. Ich und ein Junge, den ich da kennengelernt habe, haben jede Nacht in einer anderen Ecke geschlafen. Als der Aufpasser das gemerkt hat, hat er mich so doll mit einem langen Schlagstock geschlagen, dass ich eine Zeit lang nicht atmen konnte. Ich hatte Verletzungen am ganzen Bauch, der Brust und an der Schulter.<br />
Von hier konnte man nur weiterreisen, wenn man zweitausend Dollar bezahlte. Manche Leute, die kein Geld hatten, mussten in einer Woche das Geld aufbringen. Wenn nicht, wurden sie umgebracht. Dann sind wir in einem Auto, in dem wir keine Luft bekamen und fast erstickt wären, zum Meer gefahren. Da mussten wir zu ungefähr 400 Personen in ein kleines Boot steigen. Es hatte zwei Stockwerke. Alle hatten Angst im unteren Teil des Boots zu sitzen. Der Libyer auf dem Schiff konnte Tigrinya, er hat uns verstanden. Er hat uns nach unten in den unteren Teil des Schiffs geschmissen. Ein Junge aus Eritrea hat ihn beleidigt, daraufhin hat er ihn fast vom Boot ins Meer geworfen. Nach einem Tag auf dem kleinen Boot hat uns ein großes Schiff aus Italien gerettet. Auf dem großen Schiff konnte ich mich frei bewegen. Wir waren über 1000 Menschen auf dem Schiff. Nach zwei Tagen sind wir auf der Insel Sizilien angekommen, in der Stadt Messina.<br />
Auf dem Schiff habe ich einen sehr guten Freund von mir getroffen, mit dem ich zusammen in Eritrea aufgewachsen bin. In Messina haben wir eine Woche in einem Lager gewohnt. Da haben mein Freund und ich einen Mann aus Nigeria kennengelernt. Er war selbst Flüchtling, aber schon lange dort. Er war sehr nett und hat uns ein Radio, Seife und Schlafklamotten gegeben. Nach einer Woche bin ich mit dem Bus nach Rom gefahren, mein Freund kam mit. Dort habe ich im Lager viele Leute, die ich aus Eritrea kenne, getroffen, z.B. meinen Cousin. In Rom habe ich ein Ticket gekauft und bin nach Österreich gefahren. Am Grenzbahnhof zwischen Österreich und Deutschland habe ich meinen Freund leider aus den Augen verloren. Später erfuhr ich, dass er es nach Dänemark geschafft hat. Ich bin einfach weiter im Zug nach München gefahren. Im Zug wurden ich und andere Geflüchtete von der Polizei festgenommen. Wir wurden aus dem Zug in einen Polizeitransporter gebracht und mussten eine Nacht in einem Polizeigebäude bleiben. Sie fotografierten uns, machten Fingerabdrücke, und sogar Fußabdrücke. Morgens fuhren uns Polizisten zur nächsten U-Bahn. Wir mussten uns in einem Camp in München melden. Dort wurde ich untersucht. Als der Arzt meine Verletzungen aus Libyen sah, schickte er mich sofort ins Krankenhaus. Die Wunden wurden eingeschmiert und verbunden. Nach drei Tagen sahen sie viel besser aus, und ich wurde entlassen.</p>
<p>Ich blieb ein paar Tage im Camp. Dann habe ich mir abends ein Busticket nach Hamburg gekauft. Ich musste die ganze Nacht draußen schlafen, weil der Bus erst am nächsten Morgen um 9:00 Uhr gefahren ist. Leider bin ich am nächsten Morgen in den falschen Bus gestiegen. Der Fahrer hat mir gesagt, ich soll wieder aussteigen. Mein Bus nach Hamburg war dann schon weg. Ich habe da einen Mann aus Äthiopien kennengelernt. Er hat mir geholfen. Aber es war schon zu spät für die Fahrt nach Hamburg. Ich musste zwei Tage draußen auf Straße schlafen, weil ich nur noch Geld für ein Ticket hatte. Als ich nachts Polizisten sah, hatte ich Angst und ich bin weggelaufen. Ich wusste nicht, wohin ich gerannt war. Und ich für wusste nicht mehr, wo der Bahnhof war. Dann habe ich drei deutsche Frauen getroffen. Ich habe sie auf Englisch gefragt, wie ich zum Hauptbahnhof kommen kann. Sie haben mich mitgenommen, sie haben mir drei Brötchen gekauft. Dann haben sie mir eine Bekannte vorgestellt, die auch nach Hamburg fahren musste. Sie musste um 8:00 Uhr fahren. Ich musste um 9 Uhr fahren. Sie hat mit mir gewartet und mir sehr geholfen. Sie hat mir fünf Euro gegeben. Sie hat viel gesprochen, aber ich konnte sie nicht so gut verstehen und dann ist sie weggefahren. Später in Hamburg dachte ich oft: Schade, dass ich keine Telefonnummern von diesen guten Menschen genommen habe.</p>
<p>Ich bin dann nach Hamburg gefahren. Mein Freund Michail hat mich am Bahnhof abgeholt und ich habe eine Nacht bei ihm geschlafen. Michail kenne ich aus Eritrea, er ist ein bisschen verwandt mit mir. Am nächsten Tag bin ich zu der Flüchtlingsunterkunft Sengelmannstraße gegangen. Das war Ende 2015.<br />
Dann hatte ich das große Glück, dass ziemlich schnell Martin und Nine meine Vormundschaft übernommen haben. Sie haben mich gefunden, als sie in der Unterkunft ihr Mündel Teklu besucht haben und ich wohnte auch dort. Schnell habe ich die ganze Familie kennengelernt. Zusammen mit Martin und Teklu sind wir nach Berlin gefahren. Da waren wir bei den Geburtstagen von Tilla und Jimjuma, Martins Enkel. Ich war auch beim Geburtstag von Nines Tochter. Nach dem ersten Besuch in Berlin bin ich öfters hingefahren. Erst mit Martin oder Nine, dann auch allein. Es ist so, als hätte ich eine Familie gefunden. Martin macht sehr viele Sachen mit mir, z.B. Ausflüge, vor kurzem waren wir auf dem Dom. Jetzt freue ich mich auf die gemeinsame Zeit an Weihnachten.</p>
<p>Zum Schluss: Ich habe hier nicht über die schlimmsten Sachen geschrieben. Im Sudan habe ich schlimme Sachen erlebt. Libyen war eine Hölle. Ich habe nach zwei Jahren in Deutschland noch nicht genügend Wörter, um über das ganz Schlimme zu schreiben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier kommt ihr zu der <a href="http://hamburg-wasgeht.de/die-geschichte-meiner-flucht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Originalquelle des Textes</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier direkt <a href="http://www.hamburg-wasgeht.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>zum Blog</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über Jungen und Mädchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/ueber-jungen-und-maedchen/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/ueber-jungen-und-maedchen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Sep 2018 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10897</guid>

					<description><![CDATA[Im neusten Beitrag unserer Redaktionsgruppe „Was geht Almanya?!“ haben sich sechs junge Menschen über ihre persönlichen, aber auch über gesellschaftliche Vorstellungen von „Was bedeutet es Mädchen bzw. Junge zu sein“ unterhalten und ihre Statements in diesem Video zusammengefasst. Schaut rein! Mehr dazu: In diesem Text von Johannes gehts es darum, was eigentlich ein Junge ist&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im neusten Beitrag unserer Redaktionsgruppe „Was geht Almanya?!“ haben sich sechs junge Menschen über ihre persönlichen, aber auch über gesellschaftliche Vorstellungen von „Was bedeutet es Mädchen bzw. Junge zu sein“ unterhalten und ihre Statements in diesem Video zusammengefasst. Schaut rein!</strong></p>
<p><span id="more-10897"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In diesem Text von Johannes gehts es darum, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/02/was-ist-denn-ein-junge/" target="_blank" rel="noopener"><strong>was eigentlich ein Junge ist</strong></a>&#8230;</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">&#8230;und in diesem Text von den Sunrise Writers darum, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/11/maedchen-sein-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>was denn ein typisches Mädchen sein soll</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/ueber-jungen-und-maedchen/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>1</slash:comments>
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ehrliche Kontaktanzeige</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/08/ehrliche-kontaktanzeige/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maddy]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Aug 2018 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Dating]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Lesbisch]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=10843</guid>

					<description><![CDATA[Es ist Sommer, Maddy ist 16 und sie möchte gerne lieben. Da gibt es Datingapps, die sie nutzt, aber dort darf mensch sich nicht geben wie mensch eigentlich ist, findet sie. Alles nur Äußerlichkeiten, ein Wisch und schon ist frau Geschichte. Mit ihren 16 Jahren hat sie schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht: Mit Fakeprofilen,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist Sommer, Maddy ist 16 und sie möchte gerne lieben. Da gibt es Datingapps, die sie nutzt, aber dort darf mensch sich nicht geben wie mensch eigentlich ist, findet sie. Alles nur Äußerlichkeiten, ein Wisch und schon ist frau Geschichte. Mit ihren 16 Jahren hat sie schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht: Mit Fakeprofilen, mit Menschen, die sie ändern oder die einfach nur Sex wollten. Eine Frau direkt ansprechen? Das traut sie sich nicht. Und nun formuliert sie eine sehr umfängliche Kontaktanzeige und beschreibt die Frau, die sie gerne kennenlernen möchte – vielleicht auch ein Weg abseits von Tinder und Co.?</strong></p>
<p><span id="more-10843"></span></p>
<p>Wir schreiben das Jahr 2018, es ist Sommer und ich bin sechzehn Jahre alt. Nein, so stellt man sich ja nicht vor. Wie stellt man sich vor? Mit „Ich bin lesbisch?“ Mit „Ich bin single?“ Mit „Ich bin..“, ach nein, so weit kommt man oftmals gar nicht mehr. Man – also ich – könnte sich auch schön mit „Hallo, mein Name ist Maddy und ich komme aus dem schönen Langenfeld“ vorstellen, aber das brauchen und wollen die Leute nicht mehr. Auf so super schönen Datingapps wie meinem besten Freund Lovoo oder dem herzallerliebsten Tinder, da sind solche Dinge ja bereits Pflicht. Mit Pflicht meine ich, dass sie angegeben werden MÜSSEN. Und ich höre schon die ersten aus den Ecken kriechen mit ihrem „Mit 16 muss man keine Beziehung haben!11!1!11!“, aber ich bin ehrlich, ja, ich hatte wahrscheinlich bereits zu viele Beziehungen für mein Alter, ich hatte Sex, mein Gott, ja, ich war dreizehn Jahre alt und habe echt komische Dinge in meinem Leben gemacht und dazu gehören auch Fehler, mein Gott. Alle tun so, als wären sie perfekt. Aber wer möchte schon perfekt sein? Perfekt bedeutet nämlich vollendet und wer möchte sich im Laufe seines Lebens denn nicht in eine positive Richtung weiterentwickeln? Perfektion bleibt ewig gleich. Was ein langweiliger Zustand.</p>
<p>Auf jeden Fall – ja, die meisten meiner Beziehungen entsprachen nicht im Geringsten meiner Vorstellungskraft und vielleicht habe ich deswegen so ein verkorkstes Bild von Liebe. Yo, ich philosophiere gerne über ihren Sinn und weshalb Beziehungen zum Scheitern verurteilt sind, aber wieso tu gerade ich das? Ich bin Autorin. Und ich schreibe Romane und Gedichte, die sich intensiv mit dem Thema Liebe auseinandersetzen. Dennoch schaffe ich es nie, eine Beziehung zu führen, weil ich gerne manipuliert wurde, mich in etwas gestürzt habe, ohne Gefühle zu haben oder mir einige Dinge absolut nicht gepasst haben. Ich bin schon viele Kompromisse eingegangen, doch wenn eine Beziehung ein einziger, großer Kompromiss ist, dann hat sie keinen Sinn.  Überhaupt wird heutzutage zu sehr nur auf das Äußere geachtet. Es ist nicht so, als sei ich hässlich, Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber man sitzt da vor den Datingapps und kann nur wischen. Wischen, nach rechts oder links, ob einem die Person zusagt. Vom Äußeren. Ich bin da eher so ein Mensch, der auf die Profile klickt und die Grundaussagen, die gegeben sind, betrachtet und dabei immer wieder feststellen muss, dass es so traurig ist, wie viele 14-18-jährige bereits rauchen.  Ich denke mir also, Person XY sähe nett aus, dann gibt es jedoch die vier unterschiedlichen Fälle, die mir sofort sagen, dass ich es einfach lassen sollte. Fall 1: Die Person fängt an, mir zu erzählen, dass „Shishabar“ zu ihren Hobbys zählen würde. Soll ich es noch weiter ausformulieren? Solche Menschen beschreiben?  Sie ist vierzehn Jahre alt, raucht, geht feiern und trinkt viel Alkohol, da frage ich mich, wie sie in Shishabars oder Clubs überhaupt hineinkommt.  Fall 2: Die Person ist NUR auf Sex aus. Sex ist super, ohne Frage. Aber wenn ich davon rede oder angegeben habe, dass mich Liebe interessiert und die Person mich am besten noch von einem Dreier mit einem Typen überzeugen will, dann könnte ich weinen. Das liegt nicht in meinem Interesse. Ich hab der dann wahrscheinlich schon zwölftausend Mal gesagt, dass ich lesbisch bin, as straight as a circle. Denkt doch nach.  Nicht besser finde ich es allerdings, wenn die Person asexuell ist. Ist ihre Sache, aber damit hatte ich leider viel zu viel Erfahrung, solche Menschen kann ich nicht daten.  Fall 3: Die Person flirtet mit mir, ist aber suspekt und hat ein Bild drin. Ein einziges. Wie oft stoße ich so auf Fakes? Öfter, als ich dachte. Leider.  Fall 4: Abkürzungen, Smalltalk und der ganze Scheiß. Ich will keine „gm“-Nachricht, nachdem „wmds“ oder „wg“ gefragt wurde. Ich find‘ den Scheiß auf Englisch ganz in Ordnung, aber doch nicht die ganze Zeit auf Deutsch.</p>
<p>Ich habe mich lang genug mit solchen Menschen herumgeschlagen, aber es gibt Dinge, die ich ebenso nicht in Ordnung finde.  Man zieht sich in einer Beziehung nicht gegenseitig runter. Man kann zusammen kämpfen, aber wenn der andere gerade nichts mit negativen Dingen zu tun haben möchte, da er selbst am Recovern ist, dann geht man damit nicht zum Partner. Das ist für mich normal. Man sollte NIEMALS seine Freunde in einer Beziehung vernachlässigen. Meine beste Freundin steht über allem, meine anderen Freunde und der Partner stehen auf derselben Ebene. Wer anderen Kontakte, Hobbys oder seinen Kleidungsstil verbietet, der gehört nicht in mein Leben, nicht als Partnerin.  Wenn man sich freizügiger anzieht, viele Freunde hat oder zum Beispiel Pole Dance macht, dann sollte man Vertrauen haben. Das sagt doch nicht aus, dass die Person super gern fremdgeht. Viele haben dieses Selbstbewusstsein nicht einmal!</p>
<p>„Wenn du eine Beziehung willst, dann versuche es doch außerhalb des Internets, Maddy!“ No shit, Sherlock. Heteros haben es da so viel leichter. Ich flirte doch kein Mädel an, damit sie mir dann ihren Freund vorstellt. Auf meiner Stirn steht nicht „unbelehrbar lesbisch“ oder so.  Wobei, auf meinem Laptop schon und den habe ich immer dabei. Kann ich ja unauffällig einem schönen Mädchen ins Gesicht klatschen.  Nein, Spaß beiseite. Ich gehe nicht feiern, weil ich ein Problem mit Alkohol und soziale Ängste habe. Ja, ich singe in einer Band und mache Poetry Slam, aber das ist mit Panikattacken verbunden. Ich möchte mich von Dingen, die ich liebe, aufgrund von psychischen Krankheiten nicht distanzieren. Aber ich schaffe es nicht, im realen Leben jemanden kennenzulernen, zumindest nicht, was das Dating angeht.  Und selbst da ist die Chance noch höher, dass meine Erwartungen nicht erfüllt werden. Oder die wichtigsten zumindest.  Um ein wenig mehr zu erzählen, bin ich mal ehrlich. Ich wurde mal angegriffen, als ich ehrliche Dinge in eine Beschreibung auf Lovoo gepackt habe, doch das hält mich nicht ab. Man sollte nicht von einer gespielten Version von mir zusammen sein, das hatte ich oft genug.</p>
<p>Du solltest weiblich sein und eine Vagina besitzen. Manchen reicht das. Jedoch schließt das bei mir aus, dass ich mit Nonbinaries oder Transfrauen zusammen sein kann, wenn die Transition nicht vollständig erfolgt ist.  Auf den ersten Blick sieht man nur das Äußere, aber das ist mir fast schon egal. Ich habe keinen Typ, ich mag kurze Haare, lange Haare, mittellange Haare, stehe ja auf jegliche Art von Färbung, sei es Natur oder wild und bunt, ich mag Piercings, ich mag Tattoos. Ich mag jegliche Art von Figur an Frauen, persönliche Präferenz liegt da zwischen Normalgewicht und etwas molligeren Frauen. Ich mag es, wenn sie atmen kann. Sowas in der Art. Das soll nur aussagen, dass mir das Aussehen schlussendlich egal ist, solange sie gepflegt ist und gut riecht. Da kann sie auch super schlank oder adipös sein, es ist der Charakter, der zählt. Ich will doch niemandem, der meiner Meinung nach etwas hübscher ist, mit dem ich es aber keine drei Wochen aushalte.  Also, wenn du nur rauchst, säufst, den ganzen Tag nichts machst außer Serien gucken und dann abends feiern gehst oder Drogen nimmst, dann gehörst du nicht in mein Leben.  Wenn du ab und an trinkst, dann würde ich mir von dir wünschen, dass du es akzeptierst, dass ich es nicht tu. Man kann mich nicht auf Partys mitnehmen, wenn man nicht auf mich aufpasst. Ich kann extrovertiert sein, aber da kommt die panische, introvertierte Seite in mir heraus.  Wenn du Serien großartig findest, nur zu, aber bitte erwarte nicht von mir, dass ich mitschaue. Ich bin ein eher aktiver Mensch und würde mich dabei nur langweilen. Lesen ist da etwas anderes. Es wäre mein größter Wunsch, wenn Lesen und Literatur deine Schwäche wären, da sich mein kleines Autorenherz dann freuen und jubelnd in die Luft hüpfen würde, doch wenn es das nicht ist, dass du dich dennoch für meine Werke interessieren würdest. Für mich geht das Schreiben über alles und aufgrund dessen kann niemand mein Partner sein, der es nicht akzeptiert, sich für meine Prosa und Lyrik interessiert und unterstützt.</p>
<p>Ich brauche Auszeiten. Ich brauche Zeit in der Natur, Zeit zum Schreiben, Zeit für mich. Zeit, in der ich mit niemandem kommuniziere. Ich brauche Abstand. Von jedem. Ich hoffe, du verstehst, dass ich das dann nie persönlich gegen dich richten würde. Ich meine, wenn du Fußball oder Baseball oder Hockey spielen würdest, würde ich dasselbe tun, mich damit befassen, zu deinen Spielen gehen, akzeptieren, wenn wir uns mal weniger sehen können, weil du Training hast.  Eine Leidenschaft sollte von niemandem zunichte gemacht werden. Wenn ich dich liebe, liebe ich alle Facetten an dir. Es wäre mein Traum, mit jemandem zusammen zu sein, der selber malt oder sich mit Kunst befasst, zeichnet oder sonst was, jedoch würde es mir reichen, wenn du irgendetwas aktiv machen würdest. Einen Traum, eine Leidenschaft hast. Weißt, was du willst. Es ist mir egal, ob du eher extrovertiert oder introvertiert bist, es stecken beide Seiten in mir.</p>
<p>Es wäre super, wenn du nicht nur zuhause auf dem Sofa liegst. Ob deine Leidenschaft jetzt Fotografie, Ballett oder Fußball ist, das ist mir gleich. Jeder sollte etwas haben, was ihn im Leben antreibt, wie es das Schreiben auch bei mir tut. Generell sollten sich unsere Interessen und besonders der Musikgeschmack mehr oder weniger abdecken.  Ich höre Metalcore, Hard Rock, Pop Punk und Alternative, jedoch auch Acoustic und einfach softe Musik, wenn sie sich z.B mit LGBT-Themen befasst.  Es gibt Momente, in denen ich beim Radio lachend mitsinge und tanze, jedoch mag ich Radiomusik eher weniger und Deutschrap ist für mich zu 80 Prozent keine Musik. Wenn du zu 187 oder diesem „BabeBabe“-Zeug oder Shindy, Bushido usw. abgehst, dann möchte ich dich wohlmöglich nicht einmal in meinem engeren Freundeskreis.  Die Texte in der Musik bedeuten mir mehr als das Genre und wir können uns gegenseitig Musik zeigen, allerdings schließe ich so etwas da aus. Ich stehe auch absolut mehr auf Klassik als auf Oldies oder Schlager. Mal so als kleinen Überblick. Ich gehe auf Konzerte, jedoch nicht auf Festivals, die länger als einen Tag dauern.  Ich würde gerne mal zu einem gehen, aber die Sozialphobie, Hygieneprobleme und einiges mehr halten mich aktiv davon ab.</p>
<p>Ich würde es mögen, wenn du mit mir Schwimmen, Klettern oder Wandern gehen würdest. Ich liebe die Höhe und die Berge, ich liebe es, Ski zu fahren, Wasserski, ich möchte mehr Volleyball spielen und komme aus einer Sportlerfamilie, es wäre cool, wenn du solche Sachen mit mir tun könntest, wenn wir gemeinsam sowas unternehmen könnten. Da habe ich nichts gegen Kompromisse. Wenn du Höhenangst hast, klettere ich eben allein und du zeigst mir stattdessen etwas von deinen Hobbys. Manchmal bin ich diese typische Klischeefrau. Shopping und Make Up und Kleidung – ein Traum. Du solltest damit zumindest klarkommen, zumindest damit, dass ich teilweise sehr viel Make Up benutze. Bei dir ist mir das völlig gleich. Wie gesagt, äußerlich habe ich keinen Typ. Große Brüste, kleine Brüste – mir egal, hab nur selber ziemlich wenig Holz vor der Hütte und es wäre schade, wenn dich das davon abhalten würde, mich kennenzulernen. Brüste sind nicht alles, auch wenn ich sie echt toll finde. Aber ich denke, da bin ich nicht allein.  Ich habe Narben an meinem Körper. Du solltest damit kein Problem haben oder darüber herziehen, ich habe mir keine psychische Krankheit ausgesucht, ich werde sie nicht wegmachen lassen, wenn du eine krumme Nase hättest, dann würde ich dich auch nicht dazu bringen, weil es zu dir gehört und ich das nicht schlimm finde. Ich habe Emetophobie. Wenn dir das nichts sagt, würde ich es jetzt googlen und dich damit beschäftigen. Die Angst ist so groß, dass ich sie nicht einmal hier beschreiben kann und du solltest wissen, dass sie mich sehr einschränkt, auch in Bereichen wie Reisen und so weiter. Essen ist manchmal sehr schwer.</p>
<p>Du müsstest auf viele Fragen vorbereitet sein und nicht deswegen immer genervt die Augen verdrehen. Ich habe Panikattacken und Hygieneprobleme, also muss bei mir alles immer super hygienisch sein und es kann sein, dass ich dich wegen einer Erkältung meiden muss, weil ich eine große Angst vor jeglichen Krankheiten habe. Ich habe eine schwerere Vergangenheit, die ich nicht an dir auslassen werde, aber dir sollte bewusst sein, dass ich auch mal Tiefphasen habe und aufgrund gewisser Faktoren keine Übernachtungen bei mir oder woanders zulassen kann. Wenn ich dich dann bei mir übernachten lassen sollte, kann es sein, dass wir in getrennten Betten schlafen müssen, weil gewisse Zwänge es nicht anders zulassen. Dennoch bin ich kein extrem anhänglicher Mensch, was Beziehungen angeht und ich lasse meine Probleme nicht am Partner aus.  Das heißt trotzdem nicht, dass ich keine Liebe zeige. Ich tue viel, für den Menschen, den ich liebe, bin aber auch keine Klette. Ein gewisses Mittelding ist da wohl ganz nett. Ich mag es, wenn Menschen individuell sind, wenn ich in einer Menschenmasse erkennen kann – hey, das ist meine, die liebe ich über alles und die kriegt jetzt auch kein anderer oder keine andere. Sei die beste Version von dir selbst.  Ich bin in einem LGBT Jugendzentrum und auf CSDs dabei, ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner besten Freundin, die ich nicht vernachlässigen werde und möchte.  Ich habe eine Routine, du kannst dennoch sehr gerne zum Beispiel zu Auftritten mitkommen oder ins Jugendzentrum oder meine Freunde kennenlernen, whatever. Wir sollten ein gesundes Nähe-Distanz-Verhältnis haben. Außerdem ist es mir egal, was für eine Entfernung zwischen uns liegt. Das können 10 Kilometer, aber auch 400 sein. Letztendlich ist es die Liebe, die zählt und Liebe überwindet Distanzen.</p>
<p>Wir sollten ein Team sein, unterschiedlich, aber dennoch mit Gemeinsamkeiten. Wir sollten zusammenhalten. Ich möchte deine Welt kennenlernen, wie du bist, dass du dich nicht verstellst und dass wir zusammen einen guten Weg gehen. Es wäre super, wenn du kein Problem mit Fotos hast. Du musst nicht aktiv auf Social Media sein, ich bin es auch nur auf Instagram, weil ich da meine Community habe, wo ich auch gerne Werbung mache oder einfach mein Leben teile. Es ist für mich keine Pflicht, aber du solltest schon mindestens das Fachabitur haben oder Abi oder eine vernünftige Ausbildung mit gutem Realschulabschluss. Schule sagt nicht immer unbedingt was über Intelligenz aus, aber ich möchte auch nicht mit jemandem zusammen sein, der strohdoof ist. Ich denke nicht, dass eine Beziehung Regeln hat (klar, Treue und Vertrauen und so weiter), aber ich denke, wir können das zusammen gut aufbauen, auf unsere Art und Weise. Ich bin nicht so der Familienmensch und will auch keine Kinder, könnte es mir aber vorstellen, vielleicht mal zu heiraten, wenn wir schon so weit in die Zukunft gehen. Ich habe in zwei Jahren mein Abitur, dann studiere ich vermutlich Germanistik, Philosophie und Literaturwissenschaften und lebe mein Leben so, wie ich es eben beschrieben habe.</p>
<p>Ja, das bin ich. Maddy, 16, single, lesbisch und verzweifelt.  Gerade finde ich es ganz angenehm, allein zu sein, aber vielleicht ändert sich das. Aber an der Situation wird sich nichts ändern, da ich das Gefühl habe, ein Mädchen wie sie, die ich beschrieben habe, ist in der heutigen Welt wohl ziemlich selten. Auf diesen blöden Datingapps kann man ja fast nie jemanden finden.  Jemanden wie dich bestimmt nicht. Vielleicht war ich auch zu ehrlich, aber jetzt hat man ein Bild von mir, ohne überhaupt einmal mit mir gesprochen zu haben. Chatgespräche können auch leichter missinterpretiert werden. Ich werde innerhalb der nächsten zwei Jahre ausziehen und mir zwei Katzen zulegen, die ich als Liebe meines Lebens bezeichnen werde und auf die Namen Caro und Diana taufen kann und ja, hinter beiden Namen steckt eine Geschichte. Wenn du dennoch existieren solltest, dann kannst du dich gerne melden. Irgendwo wirst du schon sein. Währenddessen werde ich mich weiter mit den merkwürdigsten Menschen herumschlagen, aber die Hoffnung, irgendwann auf dich zu treffen, die gibt mir Kraft und zwischenzeitlich kann ich weiter an der dramatischsten Liebesgeschichten schreiben, Gedichte und Poetry Slams an dich verfassen, die du irgendwann zu hören bekommst.  Und dann bist du mein Mädchen und wir kämpfen zusammen.  Denn diese Gesellschaft regt mich auf. Aber noch ist sie nicht verloren und wir können sie retten, wir können uns gegenseitig retten, denn Liebe kann die Welt verändern.  Du wirst meine Welt verändern.  In Liebe, deine zukünftige Ehefrau.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hier seht ihr ein <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/05/maddy-cas-im-interview/" target="_blank" rel="noopener"><strong>sehr ehrliches Video</strong></a> von Maddy. Zusammen mit ihrer*ihrem Ex-Partner*in Cas.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier eine <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/gelaende18-geld-oder-liebe/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Umfrage vom #gelände18</strong></a>, in der wir die Jugendlichen gefragt haben ob ihnen Geld oder Liebe wichtiger ist.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
