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	<title>Fee &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Ich will, dass du es tust!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Sep 2021 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Fee will, dass du es tust! Nämlich dein Kreuz setzen bei der Bundestagswahl am 26.09.2021 Dieser Beitrag erschien bereits zur Bundestagswahl 2017 und wir finden ihn so stark und passend wie damals. Viel Spaß beim Ansehen! Du willst Texten und Slams verfassen vom Profi lernen? Dann komm zu Fee&#8217;s Poetry Slam Workshop am]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin Fee will, dass du es tust!<br />
Nämlich dein Kreuz setzen bei der Bundestagswahl am 26.09.2021<br />
Dieser Beitrag erschien bereits zur Bundestagswahl 2017 und wir finden ihn so stark und passend wie damals. Viel Spaß beim Ansehen!<br />
</strong></p>
<p><strong>Du willst Texten und Slams verfassen vom Profi lernen? Dann komm zu Fee&#8217;s Poetry Slam Workshop am Donnerstag den 23.09.2021 von 16-18 Uhr. Der Workshop ist kostenlos. Melde dich einfach an unter mail@meintestgelaende.de<br />
</strong></p>
<p><span id="more-13333"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Du bist noch unsicher wo du dein Kreuz setzen sollst? Mach einfach den <strong><a href="https://www.wahl-o-mat.de/bundestagswahl2021/app/main_app.html" target="_blank" rel="noopener">Wahl-O-Mat</a></strong></li>
<li>Die Wahlporgramme <strong><a href="https://www.bundestagswahl-2021.de/wahlprogramme/" target="_blank" rel="noopener">findest du hier</a></strong></li>
<li>Noch mehr tolle Workshops im Rahmen unseres #hybrid Gelände 2021 <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/07/hybridgelaende2021/" target="_blank" rel="noopener">findest du hier</a></strong></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Mein Feetisch</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/mein-feetisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Jun 2021 06:55:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Liebe_n Sticky]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Du hast mir einen Drink gekauft, nicht dir das Recht auf Geschlechtsverkehr.&#8220; So wird das schon mal nix! Wie also könnte man landen bei Fee? Das erzählt sie uns heute in gereimter Form ganz offen, ehrlich und unverblümt. Ja, tatsächlich, sie erzählt uns von ihrem Feetisch. Ja, macht sie wirklich! Glaubt ihr nicht? Doch, wir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Du hast mir einen Drink gekauft, nicht dir das Recht auf Geschlechtsverkehr.&#8220; So wird das schon mal nix! Wie also könnte man landen bei Fee? Das erzählt sie uns heute in gereimter Form ganz offen, ehrlich und unverblümt. Ja, tatsächlich, sie erzählt uns von ihrem Feetisch. Ja, macht sie wirklich! Glaubt ihr nicht? Doch, wir schwören. In diesem Video erfahrt ihr, worauf Fee tatsächlich steht und was sie schwach werden lässt. Kleiner Tipp vorab: das gesuchte Wort beginnt mit <em>F </em>und hört mit <em>eminismus </em>auf&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-13083"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Texte von Fee <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/fee/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier!</strong></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich will alles — ein Erfahrungsbericht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/ich-will-alles/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2020 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Fee nimmt auf der Bühne kein Blatt vor den Mund und das ist gut, richtig und wichtig. Sie spricht und schreibt über Themen, die unangenehm sind und von denen manche Leute allen Ernstes genervt sind: Schon wieder ein Sexismus-Text, ist das nötig? Fee zeigt: Ja, es ist sogar bitter nötig. Und sie möchte die Gründe]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fee nimmt auf der Bühne kein Blatt vor den Mund und das ist gut, richtig und wichtig. Sie spricht und schreibt über Themen, die unangenehm sind und von denen manche Leute allen Ernstes genervt sind: Schon wieder ein Sexismus-Text, ist das nötig? Fee zeigt: Ja, es ist sogar bitter nötig. Und sie möchte die Gründe dafür — zahlreiche unangenehme und übergriffige Erfahrungen —nicht länger verdrängen. Wir freuen uns, dass wir heute ihren Text aus 2018 veröffentlichen dürfen.</strong></p>
<p><strong><span class="Apple-converted-space">*Triggerwarnung: In diesem Text wird explizit Übergriffigkeit/sexualisierte Gewalt beschrieben.*</span></strong><strong><span class="Apple-converted-space"> </span></strong><span id="more-12504"></span></p>
<p><i>Als unter #metoo viele Frauen* aus der ganzen Welt über ihre Erfahrungen mit Sexismus schrieben, wusste ich selbst nicht, wo ich anfangen sollte. Ich wusste nicht, wie ich mich an alles erinnern sollte und was „heftig“ genug war, es aufzuschreiben. Ich fühlte mich vor allem von der Masse der Erfahrungen erdrückt, hatte Angst, die tägliche Konfrontation damit nicht deutlich machen zu können, nicht zeigen zu können, wie weit das alles in mein Leben hineinreicht, wie früh ich damit bereits in Berührung kam.<br />
Gleichzeitig las ich viele Erfahrungsberichte, die mir Tränen in die Augen trieben und ein seltsames Gefühl bereiteten. Zu viel von dem, was ich las, hatte ich genau so schon erlebt, zu viel kam mir aus Erzählungen meiner Freundinnen* bekannt vor.<br />
Für die Initiative „17 Ziele“ ist es mir nun gelungen, einen weitgehend poetischen Text darüber zu schreiben, wo mir in meinem Leben Sexismus begegnet ist. Wenn ich diesen -wahrscheinlich persönlichsten- Text vorlese, werde ich oft gefragt, ob ich das wirklich alles erlebt hätte. Ganz oft von Frauen*. Ich denke dann: „Natürlich. Und das ist doch längst nicht alles! Wie kannst du das fragen? Dir geht es doch bestimmt genau so!“ Aber aus Erfahrung sage ich mittlerweile: „Ja, das ist mir alles widerfahren. Ich habe für manches gebraucht, um mich an Verdrängtes zu erinnern und wahrscheinlich bin ich dadurch, dass ich viel unterwegs bin, häufiger betroffen. Wenn du nachdenkst, findest du bestimmt auch Situationen, an die du dich nicht mehr erinnern wolltest.“<br />
Und tatsächlich: Ganz oft dauert es ein paar Minuten, bis die selben Frauen* wieder zu mir kommen und mir erzählen, was ihnen gerade wieder eingefallen ist. Das sind oft keine Kleinigkeiten. Aber wir haben sie verdrängt. Ich möchte das nicht mehr, ich möchte das zur Sprache bringen! Und ich möchte noch immer alles.</i></p>
<p>Mit 17 sagte ich still:<br />
Ich will, will alles!<br />
Oder nichts.<br />
Für mich soll´s gleiche Rechte regnen<br />
mir sollten sämtliche…Männer mit Respekt-…begegnen.<br />
Die Welt sollte sich umgestalten<br />
und ihre Schwänze für sich behalten.</p>
<p>Mit 17 vergaß ich auf einer Party die Zeit und kam nicht mehr nach Hause,<br />
Ein 27jähriger Politikstudent, mit dem ich mich gut unterhalten hatte, bot mir seine Gästecouch an.<br />
Auf der Busfahrt zu ihm erzählte er, dass man mit 27 natürlich schon darüber nachdenken würde, eine Familie zu gründen, zu heiraten, Kinder zu haben.<br />
10 Minuten später hatte er mir den BH ausgezogen.<br />
Ich sagte Nein.<br />
Er fragte Warum.<br />
Ich zitterte.<br />
Er sagte: Bitte!<br />
Ich drückte ihn weg.<br />
Er atmete schwer.<br />
Ich zog meine Hand weg<br />
er zog sie in seine Hose.<br />
Mit 17 floh ich mitten in der Nacht halbnackt aus einer fremden Wohnung, in der ein 10 Jahre älterer Mann mein Nein nicht akzeptieren wollte. Hätte er mich festgehalten, dachte ich, wäre ich selbst schuld gewesen.</p>
<p>Mit 4 übernachtete ich bei einem Nachbarsjungen, der schon zur Schule ging. Ich wachte auf, weil er mich festhielt und ankündigte, wir würden jetzt „ficken“. Ich wusste nicht, was das bedeutete und wollte seine Mutter nicht wecken. Er zeigte mir seinen Penis und versuchte, ihn mir in den Po zu stecken.<br />
Ich fühlte, dass ich mich irgendwie noch mehr hätte wehren sollen, außerdem war nichts passiert, deswegen erzählte ich es nie jemandem.</p>
<p>Mit 6 hatte ich nur weibliche Lehrerinnen und trug kurze Haare. Die Jungs ärgerten mich, weil ich kein richtiges Mädchen sei und eine Jungenfrisur hätte.</p>
<p>Mit 12 wuchsen mir langsam Brüste.<br />
Mit 12 ging ich an einem sonnigen Tag um die Mittagszeit an einer großen Straße entlang und fragte einen Mann im Anzug und Aktentasche nach dem Weg.<br />
Erst zeigte er mir den Weg, dann begann er, mich zu bedrängen.<br />
Er fragte, ob ich mit ihm schlafen würde,<br />
ich sagte Nein.<br />
Er fasste mir an den Hintern und sagte, mein Kleid sei so schön,<br />
ich schwieg aus Angst.<br />
Er sagte, ich würde seiner Exfrau so ähnlich sehen,<br />
ich sagte, ich sei 12.<br />
Er sagte, er hätte Kondome dabei.<br />
Ich weinte,<br />
er zog mich in eine Einfahrt,<br />
ich lief weg.<br />
Mit 12 rannte ich so schnell ich konnte auf die Türen einer S-Bahn zu und fuhr weinend und zitternd nach Hause, ohne dass jemand fragte, was los sei.<br />
Mit 12 beschloss ich, dieses Kleid nie wieder anzuziehen und dass ich Jeans hätte tragen sollen und erzählte es keinem.</p>
<p>Mit 15 dachte ich, Feministin sei ein Schimpfwort.<br />
Mit 15 sah ich das erste mal Germany´s Next Topmodel, weil alle darüber sprachen. Ich hatte damals Idealgewicht und war im Sommer darauf trotzdem wochenlang damit beschäftigt zu hungern. Ich aß nur noch Äpfel und Weintrauben, weil andere noch dünner waren, die im Fernsehen weniger wogen und ích beliebter bei den Jungs und überhaupt schöner sein wollte.<br />
Mit 15 fiel ich bei einer Generalprobe um, weil ich seit Tagen nichts gegessen hatte.</p>
<p>Mit 16 verfolgte mich ein ehemaliger Politiker unserer Stadt auf dem Schulweg, verwickelte mich in Gespräche, kam mir viel zu nah und legte mir gutväterlich seine Hand auf den Arm oder auf´s Bein.<br />
Als ich eine andere Route wählte und er mich sah, nahm er auch diese Route. Einmal war ich in der Zeitung und er rief mir zu, er hätte den Artikel ausgeschnitten und bei sich aufgehängt.<br />
Ich hatte Angst, aber wollte nicht unhöflich sein.<br />
Mit 16 gab sich jemand als Fahrkartenkontrolleur aus, um meine Adresse herauszufinden,<br />
mit 16 strich jemand im Bus mit seinem Bein an meinem hoch,<br />
mit 16 bekam ich auf Lokalisten.de mein erstes Dickpick.</p>
<p>Mit 17 warfen mir Mitschüler vor, ich sei nur so gut in der Schule, weil ich mit den Lehrern schlafen würde.<br />
Mit 17 hielt mir ein fremder Mann ein Video vor´s Gesicht, auf dem er Sex hatte.<br />
Mit 17 führte unser Englischlehrer Datensicherheit im Internet als Thema ein, indem er uns das skandalöse Dickpic des US-Abgeordneten Anthony Weiner zeigte und die Mädchen der Reihe nach fragte, was sie glaubten, auf diesem Bild zu sehen.<br />
Mit 17 trug ich wieder kurze Haare und manche Jungs nannten mich Kampflesbe.</p>
<p>Mit 18 trug ich ein Gedicht auf einem Poetry Slam vor, in dem es um Abtreibung ging, und erhielt plötzlich Mails, die mir Vergewaltigungen androhten.<br />
Mit 18 las ich unter meinen Youtubevideos, ich sei eine dumme Hure und gehöre „weg-gecockt“.<br />
Mit 19 schrieb ich einen lustigen Text, ein Kollege riet, ich solle doch bei Mädchenlyrik bleiben. Später sagte er mir, für ´ne Frau sei ich ganz witzig. Das habe ich seither zu oft gehört.<br />
Mit 20 behauptete ein Professor, Frauen hätten in der Wissenschaft nichts verloren.<br />
Mit 21 lief ich durch einen ICE voller Betrunkener und wurde ungefähr zwanzigmal angefasst.<br />
Mit 22 sang ich einem Professor für Gesang vor, der mir offenbar ein zweideutiges Angebot machte. Er schaute mir unverhohlen auf die Brüste und sagte, ich hätte ja die Figur einer Sängerin, dann schlug er vor, wir könnten uns etwas kennen lernen, als ich nichts sagte, meinte er enttäuscht „dann singen wir eben“.<br />
Mit 23 berührte mich ein Mann in der Bahn und holte dann seinen Penis vor mir aus der Hose, während alle anderen einfach wegsahen.</p>
<p>Ich bin jetzt 24.<br />
Wenn sich in der Bahn ein Mann* zu mir setzt, verkrampfe ich. Ich gehe im Kopf Strategien durch, wie ich mich wehren könnte.<br />
Wenn ich am Tag an einer Gruppe junger Männer* vorbei muss, balle ich meine Hände zu Fäusten und schaue stur geradeaus.<br />
Wenn ich nachts auf eine Bahn warte und einen Mann* sehe, versuche ich krampfhaft, ihn nicht anzusehen und grimmig zu schauen.<br />
Dann ärgere ich mich über mich selbst.<br />
Viel zu oft behalte ich aber doch Recht.<br />
Ich spüre die Blicke auf meinen Brüsten, auf meinem Hintern.<br />
Ich höre, wie jemand pfeift oder mir etwas ins Ohr haucht.<br />
Ich werde gefragt, ob ich Single sei. Brüllend, geifernd, aufdringlich.<br />
Man ruft mir hinterher, drängt mich mit dem Auto in Ecken,<br />
viel zu oft bin ich mehr Objekt als Mensch.</p>
<p>Ich habe nie hungern müssen, musste nie vor Krieg fliehen, habe als Kind nicht gearbeitet, wurde nicht verheiratet. Ich hatte Zugang zu Bildung und sauberem Trinkwasser, ich bin krankenversichert, ich konnte studieren und Nachhilfe nehmen, Die Luft, die ich geatmet habe, war immer sauber genug. Ich wurde nie aufgrund meiner Hautfarbe diskriminiert und nie aufgrund meiner Herkunft ausgeschlossen und wenn die Welt morgen untergeht, dann zumindest nicht zuerst in Deutschland.</p>
<p>Neulich sagte ein Professor, alle großen Errungenschaften der Kultur kämen von Männern.<br />
Neulich fragte ein Zuschauer, warum es so wenig Frauen auf Bühnen gäbe.<br />
Neulich warf mir jemand vor, ich würde zu viele Sexismus-Texte schreiben.<br />
Neulich sagte ein Jugendlicher, Frauen in Deutschland seien schon längst gleichberechtigt.</p>
<p>Aber mit 17 sagte ich still: Ich will.<br />
Will alles oder nichts.<br />
Und, dass ich das erlebt habe,<br />
und, dass die meisten Frauen hier jederzeit eine ähnliche Liste schreiben könnten,<br />
und dass wir 2018 haben und in einem der am weitesten entwickelten und reichsten Länder der Welt leben und dass das mich trotzdem betrifft,<br />
das ist schon mal ganz sicher nicht alles.<br />
Deswegen: Weiter kämpfen. Weiter träumen. Bis es rote Rosen regnet. Für alle!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Fee <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/fee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Oh Corona!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/oh-corona/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/oh-corona/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2020 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Stereotyp]]></category>
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					<description><![CDATA[Ja, inzwischen gibt es fast überall Lockerungen, vieles wirkt beinahe wieder wie zuvor &#8211; aber wir stecken noch immer inmitten einer globalen Pandemie und werden mit den Folgen des Shutdowns auch noch eine Weile zu kämpfen haben. Auch deswegen freuen wir uns sehr über diesen Text von Fee, in dem sie erklärt, weshalb Frauen gerade]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ja, inzwischen gibt es fast überall Lockerungen, vieles wirkt beinahe wieder wie zuvor &#8211; aber wir stecken noch immer inmitten einer globalen Pandemie und werden mit den Folgen des Shutdowns auch noch eine Weile zu kämpfen haben. Auch deswegen freuen wir uns sehr über diesen Text von Fee, in dem sie erklärt, weshalb Frauen gerade die Verliererinnen sind und wie du dir während des Shutdowns die Decke vom Kopf weghalten kannst. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12237"></span></p>
<p>Die Zeiten sind crazy, aber wem erzähl ich&#8217;s? Ach weißt du was? Ich erzähl es doch. Kurz wenigstens. Und am Ende gibt&#8217;s noch 8 Tipps, wie du dich beschäftigen kannst &#8211; zum Beispiel.<br />
Für uns alle hat sich in den letzten Monaten extrem viel geändert und für viele sieht es derzeit auch ganz ernsthaft düster aus &#8211; weil sie um ihren Lebensunterhalt oder gar ihre Gesundheit bangen müssen, weil sie alleine leben, weil sie sich psychischen Herausforderungen stellen müssen, die durch die Situation besonders getriggert werden, oder auch, weil sie in gewaltvollen Beziehungen oder Familien leben und sowohl Kontrolle als auch Fluchtmöglichkeit wegfallen.</p>
<p>Nicht nur das Zuhause-Bleiben-Müssen und zwischen Homeoffice und Homeschooling zu jonglieren kann hart sein. Übrigens kennen diese Doppelbelastung vor allem Frauen. Noch immer sind es zu 80 Prozent Mütter, die -oft zusätzlich zum Beruf- den Bärenanteil an der Kinderbetreuung übernehmen, und noch immer sind es Frauen, die fast<span class="Apple-converted-space"> </span>doppelt so viel Zeit wie Männer mit Arbeit im Haushalt verbringen.<br />
Aber auch die systemrelevant arbeitende Bevölkerung hatte sicher schon leichtere Zeiten.</p>
<p>Viele Medien haben dabei in den letzten Wochen eines herausgestellt: Am härtesten trifft es auch hier wieder die Frauen. Überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten in „systemrelevanten“ Berufen, in der Pflege, an der Kasse oder in der Kinder- und Jugendarbeit. Diese Berufe sind parallel dazu unterdurchschnittlich gut bezahlt. Der notwendige und sinnvolle Shutdown verschärft an allen möglichen Ecken soziale Ungleichheiten. So natürlich auch die immer bestehenden Gender Pay Gap &#8211; und ihre Folgen. In der Kunst spricht man hier von der Gender <i>Show</i> Gap und die beträgt sogar 40 Prozent. Geringes und unsicheres Einkommen, kaum Rücklagen und eine quasi nicht vorhandene Altersvorsorge: All das sind Risiken, auf die man sich einlässt, wenn man sich entscheidet, sein Leben beruflich der Kunst zu widmen. Diese Nachteile treffen aber besonders häufig und oftmals um ein vielfaches heftiger auf weibliche Kunstschaffende zu. Dazu kommt eine deutliche Überrepräsentation des männlichen Geschlechts in so fast allen Künsten: von Werken, die männliche bildende Künstler geschaffen haben, in Kunstgalerien, von erfolgreichen männlichen Autoren auf Literaturlisten, von Kabarettisten oder Poetry Slammern auf Kleinkunstbühnen und und und. In Zeiten, in denen Veranstaltungen abgesagt, Museen geschlossen und Theater in Zwangspause geschickt werden, sind das alles natürlich denkbare schlechte Startvoraussetzungen für eine entspannte Quarantäne, in der man als Kulturschaffende*r möglichst noch produktiv, kreativ und ständig auf der Bildfläche bleiben soll.<br />
Während Menschen in ganz Europa ihr Leben verlieren, uns die Bilder von Moria erreichen und viele unserer Mitmenschen vor die existenziellste Krise ihres Lebens gestellt sind, erscheint es fast dreist, sich Sorgen zu machen über die Miete in drei Monaten oder gar über Langweile zu klagen.</p>
<p>Aber auch psychische Gesundheit ist ein hohes Gut! Privilegiert zu sein, bedeutet nicht, frei von Gefühlen zu sein. Menschen sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Probleme und Bedürfnisse.<br />
Die einen können sich gerade vor Insta-Yogaclasses, Livestreams und Kochtutorials kaum retten und sehnen sich noch mehr nach Ruhe als zuvor, den anderen fällt die Decke auf den Kopf und sie halten es kaum noch zuhause aus.<br />
Wenn du gerade in der Situation bist, unerwartet viel Zeit mit dir alleine zu haben, helfen dir vielleicht die folgenden Tipps. Manche hast du vielleicht so ähnlich schon woanders gelesen, manche dürften etwas ausgefallener sein. So hältst du dir Decke weg vom Kopf!</p>
<p>1. Tu, was gut für dich ist!<br />
Das klingt nicht bahnbrechend neu, ist es auch nicht. Aber vielleicht musst du es hören. Wenn es deine Situation zulässt, hör auf dich und auf das, was du brauchst! Du musst nicht produktiv sein. Du musst nicht kreativ sein. Du musst keine neue Sprache lernen und auch kein Instrument. Du musst nicht jeden Tag zehn Tweets absetzen und auch keinen Livestream veranstalten. Du musst keinen einzigen dieser Tipps beherzigen.<br />
Go for it, wenn es dir gut tut und du Lust und Energie dazu hast! Aber du darfst auch faul sein und mal ausgiebig schlafen. Du darfst den ganzen Tag ohne BH und mit fettigen Haaren im Bett rumlungern. Du darfst Netflix leerbingen und dich ausruhen. Du darfst auch einfach traurig sein und Menschen vermissen. Vielleicht brauchst du die Zeit, dich auf die neue Situation einzustellen, die ja wirklich ganz ganz anders ist als alles zuvor. Das ist okay.</p>
<p>2. Vernetz dich!<br />
Einsamkeit ist nichts Schönes auf Dauer und wenn du merkst, dass du vor lauter social distancing schon ganz weit weg von dir selbst bist, greif um dich und hol dir Menschen in dein Leben! Nicht alle brauchen jeden Tag ein Skype-Date, um glücklich zu sein, aber erinnere dich, dass es fast allen anderen gerade auch so geht wie dir, und wir zum Glück Möglichkeiten haben, uns zu vernetzen. Wenn Telefonieren nicht dein Ding ist (i feel you), gibt es da auch noch Videotelefonie, diverse soziale Spieleapps, Sprachnachrichten, SMS, gemeinsame Spaziergänge (mit Abstand und nur, solange das in deinem Bundesland erlaubt ist, versteht sich), anonyme Chaträume und natürlich den guten alten Brief.<br />
Denk auch an andere! Wenn du in deinem Umfeld Menschen kennst, die alleine leben oder gerade aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Risikogruppe keine Kontakte mehr haben dürfen, schreib ihnen eine kurze Nachricht oder wirklich eine schöne handgeschriebene Postkarte. Verabrede dich zu Online-Dinnerparties oder Zoom-Wohnzimmer-Picknicks, ruf deine Oma mal wieder an und tausch Briefkastenzettelchen mit den Nachbar*innen! Vielleicht kommst du jetzt gerade jemandem besonders nah oder trägst mit einem Anruf zum Gelingen des Tags bei.</p>
<p>3. Lies ein Buch!<br />
Ich bin dankbar für Netflix, Prime und Disney+. Keine Frage. Ich bin dankbar für jeden Gamestore und mein Smartphone. Aber weißt du, was fast noch schöner ist und was du -jede Wette &#8211; zu selten machst? Lesen! Analog! Ein echtes Buch! Vielleicht hast du noch eins im Schrank, für das nie so richtig Zeit war? Vielleicht ist es aber auch mal wieder Zeit für dein liebstes Jugendbuch. Du wirst erstaunt und begeistert sein, wie viel Film in deinem Kopf steckt und was Wörter so alles können. Und wie Bücher erst riechen… ich könnte ins Schwärmen geraten.<br />
Wenn du schon eine Weile aus dem Game raus bist oder noch nie so richtig reinsteppen konntest, gibt es zahlreiche Bookblogs oder Bookfluencer*innen, die dich mit Empfehlungen überschütten werden. Eine Auswahl an geschlechtskritischen oder -neutralen Jugendbüchern findest du zum Beispiel <a href="https://pinkstinks.de/genre/geschlechtskritische-und-geschlechtsneutrale-geschichten/">hier</a>. Und erwähnte ich, dass ich auch so ein Ding geschrieben hab? Falls es dich interessiert, schau es dir gern <a href="https://www.lektora.de/buecher/feeminismus/">hier</a> an.</p>
<p>4. Beweg dich draußen und tanz dich frei!<br />
Falls du noch raus darfst für Sport und Spaziergänge, nutz die Sonne. Auch frische Luft und Bewegung hält gesund und hilft uns dabei, nicht in den eigenen vier Wänden durchzudrehen. Es gibt auch hier so viele Möglichkeiten! Fang an zu joggen, schnapp dir deine*n Mitbewohner*in und einen Ball oder aber mach mit bei einem Trend, den ich jetzt schon mit ganzer Seele liebe: social dis-dancing! Unter Hashtags wie #socialdistancedance oder #socialdistancingdancing zeigen Leute auf der ganzen Welt, wie sie frei und ausgelassen in ihren Wohnungen oder draußen allein beim Spazierengehen zu Gute-Laune-Musik abtanzen. Ich hab es ausprobiert, mittlerweile auch schon vor unfreiwilligen Zeug*innen und ich kann versprechen: du wirst dich danach besser fühlen. Endlich mal wieder jedes Körperteil benutzen, alle Sorgen wortwörtlich abschütteln und dabei Glückshormone produzieren. Große Empfehlung!</p>
<p>5. Bretzel dich auf! Mach´s dir bunt!<br />
Ja, die Jogginghose ist die beste Freundin des Menschen und wer im Homeoffice Krawatte trägt, hat für mich zumindest die Kontrolle über sein Leben verloren. Vielleicht vermisst du es trotzdem, einen Anlass zu haben, um dich chic zu machen. Meine Erkenntnis aus der Quarantäne ist: „Der Anlass warst immer schon du selbst, honey!“ Wenn du gerne mal wieder das Abendkleid auspacken möchtest, dann bekommen die Leute beim Einkaufen heute eben mal eine Prinzessin zu Gesicht. Ganz ehrlich, wenn es dir später peinlich ist, kannst du es auf die Nebenwirkungen schieben, weil du zu lange alleine warst. Wenn du immer schon mal blauen Lippenstift tragen wolltest, dann ist dieser Videocall mit deiner Chefin genau der Anlass dafür, und wenn du noch eine Schere und vielleicht sogar Farbe im Regal hast, dann ran an die Haarpracht, so schnell sieht dich eh niemand mehr. Im besten Fall entdeckst du dein Talent als Style-artist.</p>
<p>6. Gib anderen was zu tun!<br />
Nach Vorbild meiner Slamkollegin <a href="https://www.teresareichl.com/ich">Teresa Reichl</a> habe ich begonnen, Freundinnen* Tagesaufgaben zu stellen. Und du solltest das auch tun! Es ist ein großer Spaß und wenn ich diese seltsame und besorgniserregende Zeit später auch ein bisschen als die Zeit in Erinnerung behalten kann, in der ich es mit Lipsyncbattles auf ein semiprofessionelles Niveau gebracht habe und ein Werbevideo über Chipstüten gedreht habe, ist viel gewonnen. Ob du dir Kunstwerke aus hochwertigen Materialien wie Pasta und Klopapier zuschicken lässt oder einen Vierzeiler über deinen Lieblingsfilm schreiben musst &#8211; mit Tagesaufgaben wird dir garantiert nicht mehr langweilig.</p>
<p>7. Schau eine Oper an!<br />
Auch für diesen Tipp gab es schon günstigere Zeiten. Ich liebe Opern und ich bin ganz überhaupt der <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/divas-6-gruende-warum-feministinnen-in-die-oper-gehen-sollten/">Meinung</a>, alle Menschen sollten das tun. Gerade momentan aber ist es möglicherweise die willkommene Ablenkung, die du brauchst &#8211; und ermöglicht nebenbei so einigen Kulturschaffenden das Überleben. Viele Häuser bieten Aufzeichnungen von vergangenen Vorstellungen oder Streams von besonderen, extra konzipierten Konzerten an. Auch viele Autor*innen und Singer Song Writer lesen und spielen momentan im Live-Stream. Du wolltest immer schon mal in die Oper oder ins Theater? Bitte bitte tu das, sobald es wieder geht, aber auch jetzt schon ist die Gelegenheit da. Informier dich und gönn dir einen Stream! Wenn der Zugang dazu ein paar Euro kostet und du es dir leisten kannst, tust du damit auch nichts Verkehrtes, sondern sicherst unter Umständen das Fortbestehen der Kunst.</p>
<p>8. Educate yourself! Become a feminist!<br />
Der letzte Tipp ist vermutlich der zeitaufwändigste, aber vielleicht auch der sinnvollste. Wenn du deine Zeit wirklich produktiv nutzen möchtest, dann ist JETZT deine Chance gekommen, Feminist*in zu werden. Topinformiert, kritisch und intersektional.<br />
Das Internet ist dein Freund, es bietet abermillionen Informationen. TEDtalks, Blogs (kennst du zum Beispiel <a href="https://editionf.com/">Edition F</a>?), Youtubevideos und Artikel &#8211; lies dich ein, hör denen zu, die mit Überzeugung und aus Erfahrung sprechen und bild dir deine eigene Meinung! Nie war es so leicht, auf den neusten Stand zu kommen. Du glaubst nicht, was ich oben zur Gender Pay Gap geschrieben hab? Jetzt kannst du es recherchieren, ich hab das auch getan &#8211; und leider stimmt es. Du hast noch nie die Perspektive einer Person of Color gehört? Dann geh jetzt auf Youtube und spitz die Ohren! Du weißt nicht so genau, was es mit Privilegien, Mansplaining, Carearbeit und gendergerechter Sprache auf sich hat? Endlich hast du die Möglichkeitt, das in aller Ruhe und mit nahezu unendlichen Quellen herauszufinden. Oder du bist schon feministisch und es gab diese eine Sache, von der du nicht recht weißt, ob du dich wirklich traust? Vielen von uns ermöglicht die Zwangspause auch eine Miniunterbrechung vom patriarchalen öffentlichen Leben. Im besten Fall sind wir gerade die meiste Zeit befreit vom aktiv ausgeübten Male Gaze und können beobachten, wie unser eigener Blick eigentlich aussieht. Halt die Augen offen und schau, was das mit deinem Feminismus macht!</p>
<p>Diese Krise bedeutet für ganz viele Menschen eine wirkliche Katastrophe. Wenn es dir möglich ist, dein persönliches Erlebnis und hoffentlich sogar das deiner nächsten Mitmenschen nicht zur Katastrophe werden zu lassen, ist das was Gutes.<br />
Also tanz, lies, färb dir die Haare, stream, chill und chatte &#8211; aber bleib bitte gesund!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Noch ein toller Zeitvertreib: Schau dir doch mal <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/fee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>die anderen Beiträge und Slamtexte von Fee an</strong></a> 🙂</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Passen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/passen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2020 09:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Gefühl, nicht dazuzugehören, nicht hineinzupassen &#8211; in die Klasse, die Schule, die Gesellschaft, die Welt &#8211; das kennt wohl jede*r. Besonders wenn man noch sehr jung ist, kann das schnell sehr problematisch werden. Wem soll man sich anvertrauen? Woher soll man wissen, was normal ist und was nicht? Fee hat einen ganz tollen Text]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Gefühl, nicht dazuzugehören, nicht hineinzupassen &#8211; in die Klasse, die Schule, die Gesellschaft, die Welt &#8211; das kennt wohl jede*r. Besonders wenn man noch sehr jung ist, kann das schnell sehr problematisch werden. Wem soll man sich anvertrauen? Woher soll man wissen, was normal ist und was nicht? Fee hat einen ganz tollen Text darüber geschrieben. Für alle 12jährigen Mädchen da draußen &#8211; aber auch für alle anderen, die verunsichert sind.</strong></p>
<p><span id="more-12046"></span></p>
<p>Das Leben ist Geschmackssache, sagst du. Und dir schmeckt es nicht.<br />
Und du bist dabei zwölf.</p>
<p>Kleines Mädchen am Schulhof,<br />
das sich zwingt nicht zu weinen,<br />
wenn ́s passiert, bist nicht du doof,<br />
sondern die, die das meinen.<br />
Ich hab dich beobachtet, eine ganze Zeit.<br />
Wenn die Welt sich dreht, bleibst du stehen und schaust zu.<br />
Und die Diagnose lautet &#8211; es tut mir ja auch leid</p>
<p>Aber du gehörst hier nicht dazu.</p>
<p>Du bist immer n kleines bisschen zu groß,<br />
oder zu klein.<br />
Dass du damit Pech hast, das könnte schon sein,<br />
aber es ist nicht nur das.</p>
<p>Das Leben ist Geschmacksache, sagst du. Und bist dabei zwölf.<br />
Und dir schmeckt es nicht. Und du bist dabei zwölf.</p>
<p>Du passt nicht hinein,<br />
denn du hast nicht den einen, richtigen Rucksack,<br />
Mama, diesen einen Rucksack,<br />
Mama, den alle haben,<br />
Mama, wieso dürfen die anderen überhaupt Handtaschen und Eastpack tragen</p>
<p>und nur du musst immer mit diesem bescheuerten 4You rum rennen,<br />
mit der Schrift in Baby Pink!<br />
Mama, der ist hässlich und stinkt!!</p>
<p>Du passt nicht hinein,<br />
Denn du hast nicht den Style.<br />
Aber es ist nicht nur das.</p>
<p>Du siehst die anderen und weißt,<br />
so bist du nicht,<br />
und was die nicht wissen, heißt,<br />
das dürfen sie auch nicht.<br />
Irgendwas stimmt nicht mit dir,<br />
denn du hast ein Geheimnis<br />
und du weißt, du kannst hier<br />
nicht bleiben, wenn es so weit ist,<br />
und jemand findet es raus.<br />
Deswegen fühlst du dich besser erst gar nicht zuhaus.</p>
<p>Du passt nicht hinein,<br />
Du schaffst es nicht, so zu sein.<br />
Aber es ist nicht nur das.<br />
In den Heften der Mädchen stehen Namen von Jungen,<br />
in deinem Heft steht ein Name und knapp darunter<br />
steht: BFF<br />
dass das gelogen ist weiß ich,<br />
Der Name in deinem Heft<br />
ist der Grund für dein Geheimnis.<br />
Wenn die anderen lachen, weil der Lehrer HOMO sapiens sagt,<br />
stehst du am Rand.</p>
<p>Denn du hast schon verstanden,<br />
was das heißt.<br />
Aber du verstehst nicht, warum man darüber jetzt Witze reißt.<br />
Du sagst: Das Leben ist Geschmacksache. Und bist zwölf. Und dir, sagst du,<br />
dir schmeckt es nicht. Und du bist dabei zwölf.</p>
<p>Du passt da nicht rein,<br />
weil du fast immer weinst,<br />
wenn die anderen lachen.<br />
Du willst ja offenbar ganz<br />
genau das Gegenteil machen,<br />
von dem, was alle anderen wollen.<br />
Es gibt in unserer Gesellschaft nun mal Rollen<br />
aber du hast nicht mal das Opfer abbekommen.<br />
Das wär vergleichsweise Glück.<br />
Nein, du spielst scheinbar in nem anderen Stück!<br />
Und du hast dich im Theater geirrt,<br />
Seitdem stehst du hart verwirrt<br />
im Weg rum.</p>
<p>Ich weiß, was dich quält,<br />
der Name in deinen Heften hat ́s mir gezeigt<br />
und das Herz hat erzählt,<br />
was du uns allen verschweigst,<br />
weil du immer noch Angst hast,<br />
zweitausendneunzehn,<br />
weil du immer noch nicht reinpasst,<br />
du hast Angst vor deinen Freunden.<br />
Du hast Angst, zu reden,<br />
Angst, wirklich so zu sein,<br />
Angst zuzugeben,<br />
was deine Familie dir nicht verzeiht,<br />
denn da bist du sicher,<br />
dabei lieben die dich doch,<br />
trotzdem stehst du da und zitterst<br />
und trotzdem lügst du immer noch.</p>
<p>Ach, kleines Mädchen auf dem Schulhof,<br />
wie gern würde ich dir,<br />
sagen, was ich denke, denn ich seh mich in dir.</p>
<p>Nein, du passt nicht hinein,<br />
dabei bist du noch so klein.<br />
Du hast die Serien zwar gesehen, aber das ist ja nicht echt.<br />
Du hast die Bücher schon gelesen, aber die echte Welt ist schlecht.<br />
Du hast Vincent gehört, aber da geht ́s nicht um dich,<br />
du hast ja gesucht, doch du kennst niemanden wie dich<br />
und das ist der Beweis,<br />
jede Kleinigkeit ein Zeichen:<br />
Die Welt braucht dich nicht!<br />
Nichts und niemand kann dir gleichen,<br />
deshalb übst du Welt-Verzicht.</p>
<p>Du hast es versucht, hast dich verbogen,<br />
bist gehüpft und gesprungen, hast den Bauch eingezogen,<br />
und nach all der Anstrengung möchtest du weinen,<br />
du bist wohl zu fett, denn du passt nicht hinein.</p>
<p>Nicht in Größe Vierunddreißig<br />
und nicht in diese Klasse.<br />
Nicht in die Welt, ach was weiß ich,<br />
wohinein ich eigentlich passe.</p>
<p>Das Leben ist Geschmackssache, sage ich. Und bin dabei 25.<br />
Und manchmal braucht man etwas Salz!</p>
<p>Du passt nicht hinein?<br />
Mädchen, das mag schon sein.<br />
Aber zeig mir in all den Millionen nur einen,<br />
der meint, er könnte sich wirklich vereinen<br />
mit seiner Umgebung oder den anderen Millionen,<br />
wenn das Leben nicht schmeckt, kann sich nachsalzen lohnen.</p>
<p>Ich habe in meinem Leben schon so viele Menschen getroffen,<br />
und noch nie hat einer hinein gepasst.<br />
Vielleicht lässt dich dieses Versprechen ja hoffen,<br />
Es gibt keinen, der sich nicht manchmal selbst hasst.<br />
Das Gefühl, nicht dazuzugehören, kennen wir alle.<br />
Aber deshalb aufzugeben ist eine Falle.</p>
<p>Du passt nicht hinein,<br />
also versuch nicht zu sehr,<br />
jemand and ́res zu sein,<br />
denn selbst dann wär ́s noch schwer.<br />
Kleines Mädchen am Schulhof, dem das Leben nicht gefällt,<br />
vielleicht bist es nicht du, die nicht passt, vielleicht ist es die Welt.</p>
<p>Soll die Welt sich doch fühlen,<br />
als würd sie nicht zu uns gehören,<br />
uns, zwölfjähriges Mädchen,<br />
uns muss das nicht stören.</p>
<p>Das Leben ist Geschmacksache!, rufst du<br />
und machst dabei all die seltsamen Sachen,<br />
die die anderen nicht machen.<br />
Du bist zu groß, zu dick, zu traurig, zu lesbisch, zu stumm-<br />
liest all deine Bücher, grunzt beim Lachen und scherst dich nicht drum,<br />
ob du dem Leben schmeckst.<br />
Und ich hoffe, dass du irgendwann auch checkst,<br />
dass das hier nur ein Schulhof ist und nicht die Welt<br />
und dass es ganz egal ist, ob denen hier gefällt,<br />
wen du liebst, wer du bist und was du denkst,<br />
welchen Namen in Heften du Herzen schenkst.<br />
diese Welt ist weit und groß und schön<br />
der Schulhof ist es vielleicht nicht.<br />
Aber du wirst eines Tages durch das Tor da geh ́n<br />
und dann zählst nur du selbst und alles andere nicht.<br />
Und wenn du ́s versuchst, dann vielleicht,<br />
merkst du dass die Welt sogar in den Schulhof hinein reicht<br />
und dass du nicht allein bist, egal was du machst<br />
und du nickst und lächelst und salzt nach.<br />
Und du bist dabei endlich zwölf!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Fee <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/fee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findest du hier</strong></a>!</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Es gibt Dinge, die sind, wie sie sind</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/05/es-gibt-dinge-die-sind-wie-sie-sind/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 May 2018 07:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Fee teilt hier ordentlich aus und entlädt ein sprachliches Feuerwerk der berechtigten Wut über das Desinteresse vieler Menschen an täglichen Übergriffen auf Frauen und darüber, dass rechte Frauen sich in ihrer Kampagne #120Dezibel als Feministinnen verkleiden, eigentlich aber nur fremdenfeindlich sind. Ihre Gedankenspiele und Phantasien darüber, sich auch mal mit Gewalt zu wehren, will sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fee teilt hier ordentlich aus und entlädt ein sprachliches Feuerwerk der berechtigten Wut über das Desinteresse vieler Menschen an täglichen Übergriffen auf Frauen und darüber, dass rechte Frauen sich in ihrer Kampagne #120Dezibel als Feministinnen verkleiden, eigentlich aber nur fremdenfeindlich sind. Ihre Gedankenspiele und Phantasien darüber, sich auch mal mit Gewalt zu wehren, will sie allerdings als Gedankenspiele verstanden wissen und keinesfalls als Aufruf zur Gewalt.</strong></p>
<p><span id="more-10621"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wie alltäglich Übergriffe und Respektlosigkeiten gegenüber Mädchen und Frauen sind, erzählen euch auf dem <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/09/gute-vs-schlechte-anmache-darauf-kommts-an/" target="_blank" rel="noopener">#gelände 2017 diese Mädchen</a>.</strong></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Pick me up Poem</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/03/pick-me-up-poem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2018 07:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal braucht es nur die richtigen Worte, um die weniger schönen Phasen des Lebens zu überwinden. Die wunderbare Fee hat die Gabe, genau diese richtigen Worte zu finden &#8211; also hört ihr zu und lasst euch von ihr wieder hoch helfen. Mehr dazu: Was ist eigentlich Männlichkeit? Seine Gedanken dazu hat Memo in einem Poetry]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manchmal braucht es nur die richtigen Worte, um die weniger schönen Phasen des Lebens zu überwinden. Die wunderbare Fee hat die Gabe, genau diese richtigen Worte zu finden &#8211; also hört ihr zu und lasst euch von ihr wieder hoch helfen.</strong></p>
<p><span id="more-10449"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Was ist eigentlich Männlichkeit? Seine Gedanken dazu hat Memo <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/07/maennlichkeit-was-bedeutet-das-fuer-mich/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in einem Poetry Slam-Text</strong></a> verpackt.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Ihr habt Lust auf noch mehr Poetry Slam? Schaut mal <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in der entsprechenden Rubrik</strong> </a>vorbei.</span></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Müllschlucker</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/12/muellschlucker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Dec 2017 07:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Gut zuhören zu können ist eine tolle Eigenschaft, die Mädchen und Frauen als ‚gute Freundin‘ auch nahegelegt wird. Wenn das aber dazu führt, dass ein Mensch sich immer wieder bei dir ausheult, ohne dir Raum für deine Themen und Probleme zu lassen, kann das ganz schön anstrengend werden. Fee beschreibt eindrücklich, wie es sich bei]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gut zuhören zu können ist eine tolle Eigenschaft, die Mädchen und Frauen als ‚gute Freundin‘ auch nahegelegt wird. Wenn das aber dazu führt, dass ein Mensch sich immer wieder bei dir ausheult, ohne dir Raum für deine Themen und Probleme zu lassen, kann das ganz schön anstrengend werden. Fee beschreibt eindrücklich, wie es sich bei ihr anfühlt, immer nur der Müllschlucker zu sein.</strong></p>
<p><span id="more-10235"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Fee in <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/sexistische-kackscheisse/" target="_blank" rel="noopener"><strong>diesem Poetry Slam-Text</strong></a> zu „Pick-Up-Artists“ und feministischen Gedanken.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Aminta hat <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/12/label/" target="_blank" rel="noopener"><strong>spannende Aussagen</strong></a> zum Thema Schubladendenken, Klischees und Stereotype getroffen.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich will, dass Du‘s tust!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/09/fee-zur-wahl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Sep 2017 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[In wenigen Tagen haben wir die Möglichkeit, unsere Stimme abzugeben und mitzuentscheiden, wie die Politik in den nächsten Jahren gestaltet wird. Auch Fee ist es wichtig, sich aktiv einzubringen. Und ihr ist es wichtig, dass Du‘s tust! Geh am 24.09. zur Wahl, jede Stimme zählt. Mehr dazu: Hier könnt ihr euch informieren, welche Partei am]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> In wenigen Tagen haben wir die Möglichkeit, unsere Stimme abzugeben und mitzuentscheiden, wie die Politik in den nächsten Jahren gestaltet wird. Auch Fee ist es wichtig, sich aktiv einzubringen. Und ihr ist es wichtig, dass Du‘s tust! Geh am 24.09. zur Wahl, jede Stimme zählt.</strong><br />
<span id="more-9381"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier</strong></a> könnt ihr euch informieren, welche Partei am besten zu euch passt. (Über das jeweilige Wahlprogramm solltet ihr euch dennoch informieren ;-))</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.frauenrat.de/gleichstellungs-check/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a> gibt es den Gleichstellungscheck zur Bundestagswahl 2017.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich BLUTE!!!!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/07/ich-blute/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jul 2017 07:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Benachteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Menstruation]]></category>
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					<description><![CDATA[Periode, Menstruation, die Tage haben, es ließen sich bei Weitem noch mehr Ausdrücke dafür finden.  Fee sagt: „Ich Blute!“ In Werbespots würde wahrscheinlich ein anderer Slogan gewählt, aber es ist, wie es ist. Und deswegen sollten wir auch darüber reden, offen und unverblümt. Ich BLUTE!!!! Doch das ist gut, ey. Nein, ich werd verbluten, scheiße,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Periode, Menstruation, die Tage haben, es ließen sich bei Weitem noch mehr Ausdrücke dafür finden. </strong><span id="more-9120"></span></p>
<p><strong>Fee sagt: „Ich Blute!“ In Werbespots würde wahrscheinlich ein anderer Slogan gewählt, aber es ist, wie es ist. Und deswegen sollten wir auch darüber reden, offen und unverblümt.</strong></p>
<p>Ich BLUTE!!!!<br />
Doch das ist gut, ey.</p>
<p>Nein, ich werd verbluten, scheiße, Mama, tut das weh!<br />
Ich hab kein ́ Damm für diese Fluten, das heißt, dass ich vor Schmerz vergeh.<br />
Außerdem könnt ich dauernd weinen, ich fühl mich pickelig und fett,<br />
Wie kann denn irgendjemand meinen, dass das was Positives hätt ́?<br />
Wenn ich Blut seh, wird mir schwindlig, und das ist schuld an meiner Bissigkeit,<br />
Ich fühl mich ausgesaugt und grindig, und verlier literweise Flüssigkeit!<br />
Ich kann nicht mehr aufrecht gehen, fuck, Leute, echt, ich geh bald drauf!<br />
Könnt ihr das Elend denn nicht sehen, Mama, kleb ein Pflaster drauf!</p>
<p>Ich will nur panisch ruuufen:<br />
Fuck, Mann, ich bluuute!</p>
<p>„Ja, klar können wir über eure Tage sprechen.<br />
Wir können aber auch über Stuhlgang reden.<br />
Das wär genauso eklig und würd auch ein Tabu brechen,<br />
ganz ehrlich, muss ich mir das geben?“</p>
<p>Okay, wenn du Machomann,<br />
der Blut nicht hören kann,<br />
monatlich Durchfall hast<br />
und dafür gar nichts kannst,<br />
außer dass du männlich bist,<br />
und der Gesellschaft nützt,<br />
weil Scheiße Dünger ist,<br />
der unsre Felder schützt<br />
und die Ernährung sichert,<br />
was nicht so richtig Sinn hat,<br />
doch mal gesetzt den Fall,<br />
du hättest Dünnschissschwall,<br />
und deine Freunde auch<br />
euch explodiert der Bauch,<br />
50 Prozent auf dieser Welt<br />
hätten sich immer schon gequält<br />
und das jeden Monat neu,<br />
und ihr kauft jeden Menge Zeug,<br />
Männerwindeln beispielsweise,<br />
zum Sammeln dieser ganzen Scheiße,<br />
und euch würd schlecht von dem Shit,<br />
drum kauft ihr Magentee mit,<br />
und würdet trotzdem manchmal brechen,<br />
Glaubst nicht, ihr würdet drüber sprechen?</p>
<p>Ich bluuuteee!!!<br />
Und ich hab Wut, nä?</p>
<p>Wenn man auf Youtube Periode eingibt,<br />
kommen Tipps, wie man Binden lautlos auf der Damentoilette öffnet;<br />
10 Tricks, wie niemand in deinem Umfeld mitbekommt, dass du blutest.<br />
Du hast deine Tage? So merkt dein Freund garantiert nix!<br />
Das ist doch krank!</p>
<p>Wenn man auf Google Periode eingibt,<br />
Kommt eine Zahl.<br />
Und ehrlich mal:<br />
Welcher Mann kann schon das Periodensystem im Schlaf?<br />
Jede blutende Frau weiß auswendig, wann sie Cremefarben tragen darf.</p>
<p>Frauen handeln zu ungeschickt für Naturwissenschaft?<br />
Frauen sind eine wandelnde, verfickte Naturwissenschaft!</p>
<p>Ich bluuutee!!!<br />
Und das ist gut, ey.</p>
<p>Warum ist das so ein Tabu? Ich bin ne Göttin der Fruchtbarkeit!<br />
Warum kommt shaming noch dazu? Bluten kann eh schon so furchtbar sein.<br />
Doch es gibt mega viel Gutes, und es wird Zeit das zu sehen,<br />
Das ist der Stolz des Blutes, bald wird ein fischiger Wind wehen!<br />
Während der Menstruation verlier ich Blut ohne Ende,<br />
daher die Situation, dass ich auch Eisen verschwende,<br />
was bei Verletzungen schadet, aber für ́s Leben voll gut is.<br />
Weil dich 5 Jahre länger erwarten in dein Leben wenn du blutest.<br />
Willst du gesund bleiben, freu dich über deine Tage,<br />
die können Krankheiten anzeigen und helfen weiter bei der Frage,<br />
ob du schwanger bist, was durchaus gut zu wissen wäre<br />
sowas tut Dünnschiss nicht und Männer können nicht gebären.</p>
<p>Drum lasst uns panisch rufen!<br />
Hurra hurra, wir BLUTEN!</p>
<p>Dieser ganze Stress, wenn Tante Red zu Besuch ist,<br />
Was für Erdbeerwoche? Das sind Todesfluten!<br />
Es ist nicht peinlich, wenn ich nen OB verlier,<br />
Wer führt sich auf „wie n Mädchen“- ihr oder wir?<br />
Ihr könnt euch denken, wir leiden auch nicht zur Zier.<br />
Aber da ist Blut an deinem Oberschenkel! Ja, läuft bei mir!<br />
An meinem Körper ist nichts eklig, schon gar nicht sowas Wichtiges,<br />
Wenn man nicht grad der Papst ist, ist der Zyklus nichts grad Nichtiges,<br />
auch nicht für Männer, denn auch ihr werdet sonst ganz schnell Vater,<br />
Das ist nicht intim, es geht kaum unprivater.<br />
Und mein Unterleib nur so: THIS IS SPARTA!</p>
<p>Meine Gebärmutter, Junge,die wird nicht gefickt,<br />
sie hört bei mir auf ́s Wort und ich weiß, wie sie tickt.<br />
Bleibt sie mal aus, weil sie bockt, werden Partner zu Mimosen,<br />
doch wir wissen, was sie anlockt und tragen weiße Hosen.</p>
<p>Was zickt die da vorn so rum, hat wohl ihre Tage!<br />
Ja, kann doch sein, Bruder, also bring sie nicht in die Lage,<br />
sich auch noch schlecht dafür zu fühlen, nimm sie in den Arm!<br />
Mach ihr ein Heißgetränk, halt ihren Bauch schön warm!<br />
Massier ihr den Rücken, frag sie wie ́s ihr geht<br />
und bekomm dich wieder ein, wenn sie dann drüber redet!<br />
Und wenn du findest, jetzt ist das Thema aber plattgedichtet,<br />
und du wünschst dir nur, dass dieses Mädchen drauf verzichtet,<br />
weiter über Ausscheidungen und Schmerzen zu reden,<br />
dann kann ich dir nur sagen, dass ich nen Fick drauf gebe!<br />
Dich quält immerhin nicht jeden Monat dein Unterleib,<br />
da wirst du ́s grade noch aushalten, dass ich nen Text drüber schreib!</p>
<p>Das ist voll wichtig und so, Menstruation is beste,<br />
wir sperren uns nicht ein im Klo, lasst uns das feiern, Schwestern!<br />
Kommt schon Gurlz, Boyz, Männer, Damen, alle dazwischen,<br />
das ist mega natürlich, lasst es die Welt endlich wissen.</p>
<p>Und alle Frauen so: Wir bluten! Wir bluten!<br />
Und die Männer so: Sie bluten! Sie bluten!<br />
Ja, die Frauen so: &#8230;<br />
Und die Männer so:&#8230;.</p>
<p>Und so schwimmen wir alle im selben Blut,<br />
panta rei,<br />
irgendwer blutet immer, und das ist gut!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li>Dass es sich bei Regelschmerzen auch um eine Krankheit handeln kann, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/endometriose/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>beschreibt Mare in diesem Text.</strong></a></li>
<li>Hier findet ihr einen weiteren Text von Fee – es geht um „<a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/sexistische-kackscheisse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>sexistische Kackscheiße</strong></a>“!</li>
</ul>
<p><span style="border-radius: 2px; text-indent: 20px; width: auto; padding: 0px 4px 0px 0px; text-align: center; font: bold 11px/20px 'Helvetica Neue',Helvetica,sans-serif; color: #ffffff; background: #bd081c no-repeat scroll 3px 50% / 14px 14px; position: absolute; opacity: 1; z-index: 8675309; display: none; cursor: pointer;">Merken</span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Konrad</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/05/konrad/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 May 2017 06:30:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7983</guid>

					<description><![CDATA[Zum Feiertag gibt&#8217;s etwas Amüsantes: Ein Video über Freundschaft, übers Erzählen und übers Zuhören. Und über Themen, die Männer mit fast 50 so beschäftigen. Großartig! Mehr dazu: Die Redaktionsgruppen von Was geht Almanya und Heroes über Frauenfreundschaften &#8230;und Männerfreundschaften.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum Feiertag gibt&#8217;s etwas Amüsantes: Ein Video über Freundschaft, übers Erzählen und übers Zuhören. Und über Themen, die Männer mit fast 50 so beschäftigen. Großartig!</strong></p>
<p><span id="more-8606"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die Redaktionsgruppen von Was geht Almanya und Heroes <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/07/frauenfreundschaften/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>über Frauenfreundschaften</strong></a></li>
<li>&#8230;und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/07/maennerfreundschaften/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Männerfreundschaften</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Divas! 6 Gründe, warum Feminist*innen in die Oper gehen sollten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/04/divas-6-gruende-warum-feministinnen-in-die-oper-gehen-sollten/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2017/04/divas-6-gruende-warum-feministinnen-in-die-oper-gehen-sollten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Apr 2017 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Oper ist für alte Leute, sie ist elitär und teuer. Alle tragen Anzug oder Pelzmantel. Und außerdem, warum ewig sitzen, um sich eine langweilige, antiquierte Story anzugucken? Alles Vorurteile, meint unsere Autorin Fee und liefert 6 Gründe, warum gerade Feminist*innen in die Oper gehen sollten. Ein grüner Hügel voller Nazi-Geschichte, umjubelte Titelpartie-Protagonisten, die sich damit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Oper ist für alte Leute, sie ist elitär und teuer. Alle tragen Anzug oder Pelzmantel. Und außerdem, warum ewig sitzen, um sich eine langweilige, antiquierte Story anzugucken? Alles Vorurteile, meint unsere Autorin Fee und liefert 6 Gründe, warum gerade Feminist*innen in die Oper gehen sollten.</strong></p>
<p><span id="more-7895"></span></p>
<p>Ein grüner Hügel voller Nazi-Geschichte, umjubelte Titelpartie-Protagonisten, die sich damit rühmen, schon 1003 Frauen in nur einem Land gehabt zu haben, schwache Prinzessinnen, starke Heldentenöre, fragwürdige Besetzungsmethoden und die Königin der Nacht, die nur deswegen Bösewicht ist, weil sie als Frau herrschen will. Zugegeben: Das klingt erst mal nicht direkt nach einem Muss für Feminist*innen.<br />
Ich plädiere aber trotzdem und gerade deswegen dafür, in die Oper zu gehen! Oft! Viel! Bewusst! Und gerade als Feminist*in.<br />
Hier sind die Gründe dafür:</p>
<p><strong>1. Oper scheißt auf Geschlechter!</strong></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-large aligncenter" src="https://media.giphy.com/media/LeqnpD3ts342I/giphy.gif" width="480" height="270" /></p>
<p>Der erste Grund dafür liegt in der Tatsache, dass auch Oper Theater ist. Und Theater war schon immer eine Welt für sich, in der sehr viel mehr sehr viel früher möglich war und ist als in unserer konventionell-bestimmten Lebensrealität. Während Rollenklischees und Prüderie unseren Alltag beherrschten, wurde das Theater bunter, freier und fortschrittlicher. Hosenrollen und Rockpartien waren von Anfang an Teil des Geschehens. Während draußen nur zögerlich Regeln aufgebrochen wurden, wie sich Frau und Mann zu kleiden hätten, sangen drinnen schon seit Jahrzehnten Kastraten und Countertenöre, tanzten Männer in Kleidern und verführten dabei die ganze Bühnen-Herrenwelt. Frauen, die Männer spielen, die Frauen spielen? Gibt´s in der Oper!<br />
Männer, die leicht bekleidet mit hoher Fistelstimme Amor spielen? Wird mit großem Ernst in der Oper praktiziert!<br />
Die Vielfalt von Rollen, die man mit allen Geschlechtern besetzen kann, ist unglaublich.<br />
Dass freilich die Küsse unter Männern bei Shakespeare eher damit zu tun hatten, dass Frauen der Zutritt zur Bühne verwehrt war, und auch, dass die Praxis von Kastraten alles andere als begrüßenswert war, sollte dabei natürlich nicht außer Acht gelassen werden. Einen Weg haben aber auch diese Phänomene gebahnt, auf dem immer ausgelassener, freizügiger und experimentierfreudiger getanzt wurde.</p>
<p><strong>2. Die dicke Frau darf singen. Und wird verehrt!</strong></p>
<p>Ja, ja, ja… Natürlich ist auch die Oper nicht frei von gesellschaftlichen Trends, es gibt Professor*innen, die ihren Studierenden vorschreiben, abzunehmen, die Größe des Dekolletés war schon so manches Mal bei einer Besetzung entscheidend und perfekt geschminkt muss sowieso sein. Und auch jajaja, das Ding mit der dicken Opernsängerin ist ein Klischee und stimmt gar nicht immer.<br />
Aber! Nirgends sonst werden Frauen, deren Körper nicht dem vorherrschenden Schönheitsideal des 21. Jahrhunderts entsprechen, so verehrt, bewundert und begehrt wie auf und hinter den Opernbühnen.</p>
<p>Dass der Tenor so viel wiegen darf, wie er möchte, solange seine Töne herzzerreißend schön sind, das könnte man gerade noch annehmen, aber dass sogar Frauen nicht in erster Linie nach ihrem Körper bewertet werden, das ist neu in unserem Alltag. Und statt für jedes Gramm über Kleidergröße 38 verachtet zu werden, wird die Opernsängerin mit und in ihrem Körper inszeniert, sie verkörpert Rollen, die Sinnbild der Verführung sind, singt von der Unwiderstehlichkeit ihrer Reize, hat mindestens zwei Liebhaber pro Stück, die sich gerne mal vor lauter Liebe und Wahn für sie irgendwo runter stürzen, und in der Garderobe und vor dem Künstler*innenausgang warten dann unter Umständen noch drei weitere Verehrer*innen.<br />
Und das alles mit walkürenhaften Körpern.<br />
Dass eine Frau, die nicht dem gängigen Schlankheitsideal entspricht, tatsächlich und ganz selbstverständlich mit Attributen wie „sexy“, „verführerisch“, „unwiderstehlich“ und „wunderschön“ behangen wird, ist abseits der Oper weder in Hollywood, noch in der Werbung oder gar der Modebranche denkbar.<br />
<strong>3. Divas!</strong></p>
<p>The struggle is real: Man gesteht Männern* prinzipiell eher zu, sich bestimmend und selbstbewusst zu verhalten, man traut ihnen Führungskompetenz zu und wenn sie sich etwas herausnehmen, was unverschämt anmutet, wird es ihnen leichter vergeben. Frauen* laufen &#8211; so die Ergebnisse mehrerer Studien zum Thema- eher Gefahr, für dasselbe Auftreten und Verhalten als Zicke, arrogant und Mannsweib abgestempelt zu werden. Weiß man ja: Mädchen lächeln eh immer und müssen einfühlsam, höflich und süß sein.<br />
Auch da macht die Oper einfach nicht mit. Denn hier gibt es noch etwas, das man in den Chefetagen lange suchen muss: Diventum.<br />
Die empfindliche, ihre Stimme schonende, leicht verstimmbare, zickige und alles bestimmen wollende Operndiva ist natürlich genau so ein Klischee. Und trotzdem gibt es sie noch und das ist gar nichts so Furchtbares, wie man meinen möchte. Eigentlich ist das doch wunderbar, dass es diesen Ort gibt, an dem sich auch Frauen mal menschlich völlig daneben benehmen dürfen, ihre Allüren haben, horrende Gagen fordern und am Ende dennoch die sympathischen Stars im Scheinwerferlicht sein dürfen, um die sich alle scharen und bemühen.<br />
Die Realität sieht selbstverständlich oft anders aus, aber selbst, wenn das Diventum im Backstage ausstirbt: Auf der Bühne wird es weiterhin Rollen wie die der durchtriebenen Rosina oder der allürenhaften Musetta geben, in denen Frauen bestimmen wo´s lang geht &#8211; ohne Rücksicht auf Verluste.</p>
<p><strong>4. Frauenquote &#8211; weil´s sein muss.</strong></p>
<p>Der Grund ist selbsterklärend. Oper soll das Leben abbilden und zum Leben gehören nun mal alle Geschlechter.<br />
Deshalb haben wir uns von den Praktiken zu Shakespeare´s und Monteverdis Zeit wegentwickelt und Opern wie Billy Budd, in denen nur Männerrollen vorkommen, sind eine totale Seltenheit geworden.<br />
Eine Freundin, die mit einem sehr negativen Frauenbild aufgewachsen ist, erzählte mir mal, sie hätte früher weder Ärztinnen, noch Pilotinnen vertraut. Aber dass den Sopranjob eine Frau machen muss, das hätte sie eingesehen.<br />
Hier kommt die Diskussion um Frauenquoten gar nicht erst auf, denn für einen ausgewogenen Chorklang braucht man ähnlich viele Vertreter*innen der einzelnen Stimmlagen und in den Solopartien ergeben sich die Geschlechter-Verteilungen auch von selbst.<br />
Bleibt noch die Frage nach allen Geschlechtern außerhalb des binären Geschlechterkonzepts. Aber ehrlich gesagt würde ich so weit gehen zu behaupten, dass auch das seine Berücksichtigung in den Stücken findet. Natürlich nicht immer explizit benannt und auch nicht immer in der wünschenswerten politischen Korrektheit, aber auch in der Opernwelt finden sich androgyne Gestalten, Frauen, die „seltsamerweise“ von niemandem sexuell angezogen werden, genderfluide Darstellungen und selbstverständlich trans*-Personen, weil Oper ja &#8211; wie anfangs erwähnt &#8211; auf Geschlechter scheißt.<br />
Oper ist endlich mal ein Bereich, in dem Frauen* nicht um ihre Berechtigung für den Job bangen müssen oder gar beweisen müssten, dass sie den Beruf genau so gut wie ihre männliche Kollegen ausüben.</p>
<p><strong>5. Markt und Nachfrage</strong></p>
<p>In der Komischen Oper in Berlin stehen Inszenierungen auf dem Plan, die leidenschaftlich gern und oft das Spiel mit den Geschlechtern und Sexualitäten betreiben. Ich habe dort zum Beispiel eine Inszenierung von Händels Orlando gesehen, in der kein Versuch unternommen wurde, die attraktiven Sängerinnen, die den Ritter Orlando und den Prinzen Medoro verkörperten, auch nur ansatzweise in Männerkleidung zu stecken und ihre Oberweiten zu verstecken. Stattdessen wurde einfach ein Lesben-Drama aus der Geschichte gemacht, das perfekt aufging. Und das Publikum? Klatschte und war froh.<br />
Ein neuer Star in der Szene ist auch Lucia Lucas, eine trans-Opernsängerin, die jetzt gerade den ersten weiblichen Bariton verkörpert und immer häufiger auch auf der Bühne als Frau stehen darf.<br />
Das Musiktheater wandelt sich und das ist gut so! Wenn ihr gedacht habt, Opern, das sind immer nur heteronormative Geschichten in Barock-Mäntel gehüllt, überwindet eure Vorurteile und schaut euch an, was mittlerweile auf den Bühnen passiert!<br />
Trotzdem liegt es leider nicht ganz fern, dass sich Inszenierungsideen wie diese oft erst durchsetzen müssen, solange das Publikum weiterhin aus konservativen Bildungsbürgertumshaushalten generiert wird. Schon allein deshalb: Solange die Nachfrage nach moderneren Rollenkonzepten, feministischen Inszenierungen und trans-Opernsänger*innen besteht, wird das Theater sich weiter in diese Richtung entwickeln. Und wer könnte den Markt beeinflussen, wenn nicht wir? Also, Feminist*innen, auf in die Oper!</p>
<p><strong>6. Es ist meeega schön. Und auch als Feminist*in darf man sich ab und zu was Schönes gönnen!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Dennis von den story-tellern <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/was-ist-feminismus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">über seine Vorstellung von Feminismus</a></strong>.</li>
<li>Und eine <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/01/das-unerhoerte-aussprechen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weitere Perspektive</a></strong> auf Feminismus von Dominik.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Es ist mir egal, dass du einer von den Guten bist</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/01/es-ist-mir-egal/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2017 08:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Privilegien]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Kampf gegen den Sexismus ist ein langer, zäher und schwerer. Neben den eindeutig danebengegriffenen, sexistischen Aussagen mancher Werbeagenturen oder des ein oder anderen Präsidenten, gibt es da aber auch immer noch die Männer und Jungs in meinem Umfeld, die ich eigentlich sehr gerne mag und die eigentlich auch „eh keine Arschlöcher“ sind. Trotzdem passiert]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Kampf gegen den Sexismus ist ein langer, zäher und schwerer.</strong><br />
<strong> Neben den eindeutig danebengegriffenen, sexistischen Aussagen mancher Werbeagenturen oder des ein oder anderen Präsidenten, gibt es da aber auch immer noch die Männer und Jungs in meinem Umfeld, die ich eigentlich sehr gerne mag und die eigentlich auch „eh keine Arschlöcher“ sind. Trotzdem passiert es von Zeit zu Zeit, dass sie sich sexistisch äußern oder etwas tun, das mich an zu viel Schlechtes erinnert. </strong><strong>Und wenn ich sie darauf hinweise, kann es auch passieren, dass sie beleidigt sind oder es übertrieben von mir finden.</strong> <strong>Für alle, denen das manchmal passiert und die gern verstehen wollen, und speziell für den Mann, der neulich zu mir meinte, ich sei zu empfindlich und man könne es auch übertreiben, er habe es ja nur gut gemeint, außerdem sei er einer von den Guten, ist dieses Gedicht:</strong><br />
<span id="more-7662"></span></p>
<p><em>Warum ich es manchmal einfach übertreibe, zu empfindlich bin und es mir egal ist, dass du einer von den Guten bist.</em><br />
Du setzt die Grenzen fest für die Welt,<br />
das hast du so gelernt.<br />
Du bist der Atlas, der den Globus hält,<br />
von dem sich die Sonne nie zu weit entfernt.<br />
Um deine Gefühle drehen sich Planeten,<br />
um deine Würde ein Grundgesetz,<br />
man kämpft für dich mit Gewehr und Macheten,<br />
hat man dich gekränkt oder ohne Grund verletzt.</p>
<p>Du bestimmst, was zu weit geht,<br />
wie viel zu viel ist und auch, was nicht reicht,<br />
du legst das Thema fest und das, was mir frei steht,<br />
und nur wenn du es zulässt, dann bin ich auch frei.<br />
Du hältst mich aus und duldest meine Wut,<br />
du bist bereit, mit mir zu diskutieren,<br />
denn du findest wütende Mädchen gut,<br />
und für dich nicht gut zu sein, will ich nicht riskieren.</p>
<p>Du stehst auf eigenständige, freie Menschen,<br />
die auch mal ihre Meinung sagen,<br />
du setzt dich für Minderheiten ein und gegen Grenzen,<br />
in deiner Gegenwart darf ich es sogar wagen,<br />
dich höchst selbst vorsichtig zu kritisieren,<br />
du kannst damit umgehen, du bist reflektiert.<br />
mir wird ganz sicher nichts Schlimmes passieren,<br />
nur gesellschaftlich werde ich vielleicht sanktioniert.</p>
<p>Du bist kein Arschloch, du bist einer von den Guten.<br />
Das rufst du mir in Erinnerung,<br />
trifft dich ungerechtfertigt meine Wut, denn<br />
ich sollte nach außen hin kämpfen, nicht innen rum.<br />
Wenn ich nicht sehe, wie gut du es meinst,<br />
was eigentlich deine Absicht war,<br />
dann muss ich taub und blind und geistesgestört sein,<br />
ich muss doch merken, dass das keine Absicht war.</p>
<p>Du bist auf meiner Seite, du beleidigst mich nicht.<br />
Und manchmal mischt du dich sogar ein,<br />
oft publikumswirksam, doch schon gut, ich beschwer mich ja nicht,<br />
man kann wohl nur entweder oder sein.<br />
Und da sollte ich dankbar sein, dass du oder bist,<br />
auch wenn du manchmal keine Lust darauf hast,<br />
und in mancher Gesellschaft deine Haltung vergisst,<br />
oder nur wenig nach unten, aber noch Luft rauf hast.</p>
<p>Du ahnst gar nicht, welche Macht du besitzt<br />
und welches Glück, deine Kämpfe wählen zu können,<br />
mein Freund, der du bequem auf deinen Privilegien sitzt,<br />
du kannst problemlos Erlebtes von Erzähltem trennen.<br />
Denn du musstest niemals, nicht ein einziges mal,<br />
die Blicke aushalten, die ich täglich spüre,<br />
du musst dich nicht entscheiden, denn ist´s dir egal,<br />
hast du ganz persönlich nichts zu verlieren.<br />
Wenn du dich einsetzt, wirst du noch gefeiert,<br />
als ob das nicht ganz selbstverständlich wäre.<br />
Und fasst man dich nicht an wie rohe Eier,<br />
tust du noch als müsste es mir eine Ehre<br />
sein, dich auf meiner Seite zu wissen,<br />
und eine Zumutung, dich jetzt zurechtzuweisen,<br />
immerhin verhältst du dich meist höchstens halb beschissen,<br />
du hast Recht, man kann es auch echt übertreiben.</p>
<p>Du hast nicht die Erfahrung machen müssen,<br />
schon mit zwölf kindlichen Jahren,<br />
ohne von der Bösartigkeit von Menschen zu wissen,<br />
umgeben zu sein von Gefahren.<br />
Du hast nie die Hand eines Fremden<br />
auf deinem kindlichen Körper gespürt,<br />
der dir von einer Sekunde auf die andere im völlig enthemmten<br />
Zustand deine Mitschuld suggeriert.<br />
Du hast nie ein Lieblingskleid in den Schrank verbannt,<br />
weil an ihm Worte wie „sexy“ und „aufreizend“ klebten,<br />
weil man dich in diesem Kleid als Opfer erkannt<br />
hat und mit ihm von nun an Angst und Schuldgefühl lebten.<br />
Du hast nie überlegen müssen, ob du davon berichtest,<br />
weil du dachtest, vielleicht gibt man dir die Schuld,<br />
und als du es tatst, erwies deine Angst sich nie als richtig,<br />
doch ich seh schon, mein Freund, ich strapazier deine Geduld.<br />
Denn du hast nie gelernt darauf zu warten, gehört zu werden,<br />
deine Meinung war immer schon wertig.<br />
du brauchtest nie weitere Hosen oder engere Röcke, um ernstgenommen zu werden,<br />
du ziehst dich morgens an und bist fertig.<br />
Und siehst noch nicht mal,<br />
Scheiße, bist du privilegiert,<br />
du hattest eben immer schon die Wahl,<br />
ob man sich heut einsetzen soll oder Unrecht ignoriert.<br />
Denn ob dieser Vorwurf stimmt,<br />
bestimmst immer noch du.<br />
Und welches Recht mir die Gesellschaft nun wirklich nimmt,<br />
erfahr ich spätestens, hör ich dir weiter zu.</p>
<p>Du hast keine Ahnung wie das ist, wenn man Todesangst hat,<br />
sobald man allein auf einer öffentlichen Toilette ist,</p>
<p>stattdessen hast du meine ständige Thematisierung satt,<br />
weil dir das in deinem Umfeld echt noch nicht aufgefallen ist.<br />
Gratuliere, mein Freund, denn das bedeutet auch,<br />
du konntest nachts heimgehen ohne verkrampft das Handy in der Hand,<br />
ohne Deo statt Pfefferspray in der andern und Krämpfen im Bauch,</p>
<p>ohne die Panik, wenn auf deinem Weg nach Hause irgendwo einsam ein Auto stand.<br />
Du hast deinen Freunden nie SMS geschrieben,<br />
sobald du sicher angekommen warst,<br />
und bist wahrscheinlich selten die ganze Nacht aufgeblieben,<br />
wenn eine nicht zurückschrieb, während dein Herz wild raste.<br />
Du hast die Welt bereist und auf Couches gepennt,<br />
bist in Autos mitgefahren und hattest höchstens Angst, dass dich jemand bestiehlt,<br />
kein nettes Gespräch endet damit, dass dir ein Typ nachrennt,<br />
oder dir plötzlich Bilder seines Geschlechts unter die Nase hielt.<br />
Auf deinem Schulweg stellte sich dir kein Mann in den Weg,<br />
kein Lehrer hat dir je in den Ausschnitt gestarrt,<br />
auf Facebook sind Dick-Pics nicht gerade die Regel<br />
und in der Bahn sitzt dir keiner gegenüber und wird hart.<br />
Man pfeift dir nicht nach<br />
und nein, das ist keine Kompliment,<br />
man ruft dich nicht Schlampe und fragt,<br />
bevor man dir einfach so deine geschätzte Körbchengröße nennt.<br />
Auf deine Kosten wurden selten Witze gemacht,<br />
du musstest dich nicht für jede Äußerung rechtfertigen,<br />
und wenn ich dir nun sage, dies oder jenes war unangebracht,</p>
<p>dann kannst du mich ungestraft mit einem „Du bist zu empfindlich“ abfertigen.<br />
Denn du bestimmst, worüber wir sprechen<br />
Ärgern darf mich nur, wen wir gemeinsam hassen,<br />
Passt´s dir nicht, kannst du es jederzeit abbrechen.<br />
in letzter Konsequenz muss ich mich auf deine Bereitschaft verlassen,<br />
denn du bestimmst, was du sehen willst,<br />
und ob du meine Erfahrungen ernstnehmen möchtest,<br />
ob das was mit dir zu tun hat, oder ob ich still<br />
sein soll, wenn´s dir grad zu viel oder nicht recht ist.<br />
Deine Komfortzone bleibt so lange unangetastet,<br />
solange du annimmst, du wüsstest schon alles.<br />
solange meine Kritik nur an deinem Ego tastet<br />
und auch nur ´ne Meinung ist im Falle des Falles.</p>
<p>Du kannst es gut finden, dass ich diesen Text hier performe,<br />
aber du könntest auch selbst einen verfassen,<br />
du könntest einsehen, dass das keine enorme<br />
Forderung ist, sondern das, was jeden Tag auf mir lastet.<br />
Du kannst etwas sagen und das mega gut gemeint haben<br />
aber du könntest auch zuhören, wenn ich sag, es war kontraproduktiv,<br />
dann könntest du für deine Äußerung die Verantwortung tragen<br />
und dafür, was dank deines Jokes in den Köpfen ablief.<br />
Du kannst sagen, DU bist ja nicht so<br />
Doch könntest auch verstehen, dass ich dir da misstrau,<br />
und dann könntest du vorsichtiger sein als sowieso<br />
zuhören, wenn ich sag: Hör doch! Und hinsehen, wenn ich sag: schau!<br />
Du kannst sagen, ich übertreibe es,<br />
Aber du könntest dich auch fragen, warum mir das so wichtig ist,<br />
Du kannst sagen: Ich bin dieser Meinung und bleibe es!<br />
Aber du könntest auch überlegen, ob das wirklich richtig ist.<br />
Meine Empfindlichkeit kommt nicht von irgendwoher,<br />
und deine Befindlichkeit steht nicht über allem,<br />
ich wäre ja still, wenn das alles kein Problem für mich wär,<br />
aber es ist eins. Und das zu bekämpfen ist mir mehr wert als dir zu gefallen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Lest in einem Text von Was geht Almanya, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/06/alltags-sexismus-gehts-noch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie sehr Sexismus im Alltag nervt</a>.</li>
<li>Was einen Mann ausmacht und wieso Nils Pickert die Frage danach nicht mehr hören kann, seht ihr in <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/06/fragile-maennlichkeit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">diesem Video</a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Poetry-Slam-Text: Heidenröslein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/08/poetry-slam-text-heidenroeslein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Aug 2016 07:41:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Nein heißt Nein: Dieser feministische Grundsatz wurde im deutschen Recht lange Zeit ignoriert. Erst dieses Jahr wird sexuelle Belästigung unter Strafe gestellt. Fees Poetry-Slam-Text zum Slutwalk 2016 in München befasst sich mit den deutschen Verhältnissen und einer Realität, die von Gleichberechtigung noch weit entfernt ist. Knabe sprach: Ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nein heißt Nein: Dieser feministische Grundsatz wurde im deutschen Recht lange Zeit ignoriert. Erst dieses Jahr wird sexuelle Belästigung unter Strafe gestellt. Fees Poetry-Slam-Text zum Slutwalk 2016 in München befasst sich mit den deutschen Verhältnissen und einer Realität, die von Gleichberechtigung noch weit entfernt ist. </strong></p>
<p><span id="more-7139"></span></p>
<p><em>Knabe sprach: Ich breche dich, Röslein auf der Heiden!</em></p>
<p><em>Röslein sprach: Ich steche dich, dass du ewig denkst an mich!</em></p>
<p><em>Und ich will´s nicht leiden!</em></p>
<p><em> Und der wilde Knabe brach´s Röslein auf der Heiden!</em></p>
<p><em>Röslein wehrte sich und stach. Half ihm doch kein Weh und Ach!</em></p>
<p><em>Musst es eben leiden!</em></p>
<p><em>Röslein, Röslein, Röslein rot.</em></p>
<p><em>Röslein auf der Heiden!</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dies ist die Realität.</p>
<p>Willkommen in 2016!</p>
<p>Dies ist die Realität.</p>
<p>Zeigt euch, Schutz und Gesetze!</p>
<p>Dies ist die Realität.</p>
<p>Röslein, Röslein, Röslein rot.</p>
<p>Mädchen, selbst verschuldet in Not.</p>
<p>Here we are: Slutwalks im Jahre 2016 in einer deutschen Großstadt.</p>
<p>Dies ist die Realität.</p>
<p>Angesichts dieser Realität</p>
<p>fallen Worte schwer.</p>
<p>Angesichts dessen, was noch immer besteht,</p>
<p>weiß ich keine Reden mehr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und so singen wir ein fröhliches Lied vom Heidenröslein!</p>
<p>Röslein, Röslein, Röslein rot!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und uns wird kein Staat und kein Facebook-Kommentator bös sein,</p>
<p>denn wir sprechen ja nicht von rape culture und Grabschverbot.</p>
<p>Nur vom Röslein auf der Heiden!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dies ist die Realität,</p>
<p>dass noch immer DU für mich sprechen willst.</p>
<p>Dies ist die Realität,</p>
<p>dass du mich ganz unverbindlich treffen willst.</p>
<p>Und schon meine Zusage dir alles erlaubt,</p>
<p>meine Schönheit, auf die du ein Recht zu haben glaubst,</p>
<p>lädt dich ein.</p>
<p>Meine Kleidung, von der du annimmst, ich trag sie für dich,</p>
<p>Mein Körper, von dem du annimmst, ich hab ihn für dich,</p>
<p>all das lädt dich ein.</p>
<p>Und ich Schuld auf mich.</p>
<p>Dies ist die Realität.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Du sagst:</p>
<p>Das Röslein, das steht auf der Heiden</p>
<p>und provoziert morgenschön des Knaben Kuss.</p>
<p>Und ich merk nur, dass von uns beiden</p>
<p>nicht du es bist, der sich rechtfertigen muss.</p>
<p>Denn wenn das Röslein nicht sticht,</p>
<p>wenn ein Knabe auch die Dornen abbricht,</p>
<p>wenn schon eines anderen Fingers Blut an ihnen haftet,</p>
<p>werden Rosen von dir doch als Schlampen betrachtet.</p>
<p>Röslein, Röslein, Röslein rot</p>
<p>Mädchen und Frau´n, selbst verschuldet in Not.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ist das Röslein gebrochen, sagst du,</p>
<p>müssen es Tiger gewesen sein.</p>
<p>Exotische Raubtiere aus anderen Ländern,</p>
<p>die kennen kein Halten, kennen kein Nein.</p>
<p>Oh kleiner, deutscher Prinz, wie schnell kannst du deine Meinung doch ändern.</p>
<p>Und ich möchte gerne erfahren:</p>
<p>gehör auch ich zu „euren“ Frauen?</p>
<p>Wollt ihr auch mich vor den Fremden bewahren?</p>
<p>Darf ich schon nächstes Sylvester auf eine Bürgerwehr bauen?</p>
<p>Und heißt das, ich war sicher, bevor Geflüchtete kamen?</p>
<p>Das hättet ihr aber mal sagen können! Sowohl den Herren, als auch den Damen!</p>
<p>Oder ist ein Trauma besser, wenn es ausgelöst wird von einem Deutschen?</p>
<p>Ist dies die Realität? Du nickst und ich muss mich wohl täuschen!</p>
<p>In meiner Realität gab es Sexismus schon vor letztem Jahr.</p>
<p>In meiner Realität schützt jemand, der bis Sylvester blind dafür war,</p>
<p>dass wir ein Problem im Umgang mit Belästigung haben,</p>
<p>all die rosenbrechenden, blondblauäugigen Knaben.</p>
<p>In meiner Realität sind es nicht „unsere Werte“, die mich schützen&#8220;</p>
<p>und in meiner Realität sollten wir die Chance zum Aufklären über Vorurteile nützen.</p>
<p>Aber du fragst nicht nach meiner Realität.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mir hat jemand ungefragt an die Brüste gelangt.</p>
<p>Und gestern war das noch legal!</p>
<p>Ich bin zur Polizei gerannt und hab ausgesagt.</p>
<p>Und gestern war das noch egal!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ersetz Gestern durch Vor zehn Tagen</p>
<p>und frag mich, ob ich das metaphorisch meine.</p>
<p>Denn auch ich hab dazu noch so meine Fragen,&#8220;</p>
<p>aber ich fürchte, es sind nicht ganz deine.</p>
<p>Du willst wissen, warum denn das Röslein so rot,</p>
<p>warum denn der Mund so bemalt und das Höslein so kurz?</p>
<p>Du willst wissen, wo denn die Grenze sei,</p>
<p>ob das jetzt schon Nein sei, mein Schweigen, mein Schrei,</p>
<p>meine Tränen, meine Starre, meine Angst oder mein Stich,</p>
<p>ich sag: Wo die Grenzen liegen, das bestimm ich.</p>
<p>Und du hälst es mit von Storch und fürchtest,</p>
<p>ein überhörtes Nein könnte dich zum Vergewaltiger machen,</p>
<p>wär´s nicht so traurig, Knabe, dann könnte ich lachen.</p>
<p>Denn was schätzt du bist du, wenn du mein Nein überhörst?</p>
<p>Wenn mein „Hör auf!“ nicht dazu führt, dass du aufhörst?</p>
<p>Dies ist die Realität:</p>
<p>Dass das Schlafzimmer schon immer ein gefährlicher Ort war.</p>
<p>Aber nicht für dich.</p>
<p>Dass man mir unterstellt, ich denke mir aus, was geschah,</p>
<p>während ich dort war.</p>
<p>Und das stimmt dann nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und wenn ich getrunken hatte,</p>
<p>und wenn mein Ausschnitt dich anzog,</p>
<p>dann sollte es mir leidtun.</p>
<p>Und stand ich schon einmal auf deiner Matte,</p>
<p>und gab es je eine Situation, in der ich log,</p>
<p>dann hab ich kein Recht mehr auf Freispruch.</p>
<p>Und trug ich gar einen Rock und lächelte ich noch,</p>
<p>dann sagst du wohl zurecht: Mein Kind, wunder dich doch</p>
<p>nicht!</p>
<p>Dies ist die Realität.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Angesichts dieser Realität&#8220;</p>
<p>hättest du jetzt jedes Recht.</p>
<p>Angesichts dieser Art zu denken,</p>
<p>wäre mein Outfit jetzt stilecht,</p>
<p>um alle Schuld für deine Tat auf mich zu lenken.</p>
<p>Angesichts dieser Art, Recht von Rech zu trennen,</p>
<p>dürftest du mich Schlampe nennen</p>
<p>und das darfst du alles nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir singen ein fröhliches Lied vom Heidenröslein!</p>
<p>Das klingt zwar nicht ganz einvernehmlich, was da geschieht,</p>
<p>doch so muss es ja nicht sein.</p>
<p>Das Röslein sagt im Lied doch nicht nein.</p>
<p>Doch es sagt auch nicht JA.</p>
<p>Und das sollte dir reichen.</p>
<p>Dies nämlich ist die Realität!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Sah ein Knab ein Röslein steh´n, Röslein auf der Heiden!</em></p>
<p><em>War so jung und morgenschön! Lief er schnell, es nah zu sehen.</em></p>
<p><em>Sah´s mit vielen Freuden.</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Eines bleibt unangefochten:</p>
<p>Und wär das Röslein nicht so morgenschön gewesen,</p>
<p>hätt´ es dem Knaben nicht all diese Freuden gegeben,</p>
<p>hätt´ er´s dennoch gebrochen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Schuld für ein Verbrechen, dessen Opfer wir sind,</p>
<p>liegt nicht bei uns.</p>
<p>Und Gesetze müssen im Kopf ankommen.</p>
<p>Und weder geflüchtete Menschen, noch der Islam</p>
<p>sind an rape culture Schuld.</p>
<p>Seit ich 12 bin, wird mir fast täglich mein Recht genommen,</p>
<p>unbelästigt durch´s Leben zu gehen.</p>
<p>Und du willst erst jetzt einen Zusammenhang sehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Knabe: Dies ist die Realität.</p>
<p>Dies ist wirklich die Realität.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Röslein, Röslein, Röslein rot!</p>
<p>Niemals selbst schuld an der eigenen Not!</p>
<p>Und endlich verankert in Gesetzen.</p>
<p>Dies ist die Realität.</p>
<p>Willkommen in 2016!</p>
<p><em>Röslein, Röslein, Röslein rot!</em></p>
<p><em>Röslein auf der Heiden!</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/07/von-hier-an-nackt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Von hier an nackt</a></u>: Fees starken Beitrag zum Slutwalk 2015 findest du hier.</li>
<li>Erfahrungen mit grapschenden ‘Neandertalern’ hat auch Annelena schon gemacht. In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/06/alltags-sexismus-gehts-noch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Alltags-Sexismus: Geht’s noch?!</span></a>rechnet sie mit ihnen ab.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wer schön sein will, muss lesen!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/06/wer-schoen-sein-will-muss-lesen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jun 2016 06:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[GNTM]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie würde unsere Welt eigentlich aussehen, wenn Schlau das neue Schön wäre? Sexismus ade? Ein Millionenpublikum bei Lesebühnen und Poetry Slams, statt vor der Glotze bei GNTM? Fee stellt unsere vom Schönheitswahn geprägte Welt in ihrem neuen Video ordentlich auf den Kopf. Weiterführende Links: „Ich finde das überhaupt nicht gut und werde dir jetzt erklären,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie würde unsere Welt eigentlich aussehen, wenn Schlau das neue Schön wäre? Sexismus ade? Ein Millionenpublikum bei Lesebühnen und Poetry Slams, statt vor der Glotze bei GNTM? Fee stellt unsere vom Schönheitswahn geprägte Welt in ihrem neuen Video ordentlich auf den Kopf.</p>
<p><span id="more-6746"></span></p>
<p><strong>Weiterführende Links:</strong></p>
<ul>
<li>„Ich finde das überhaupt nicht gut und werde dir jetzt erklären, warum!“ oder <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/sexistische-kackscheisse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">„Sexistische Kackscheiße“</span></a>. Ein Beitrag von Fee.</li>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/schoenheitswahn-warum-tut-man-sich-das-an/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Warum tun wir uns diesen Schönheitswahn überhaupt an?</span></a> Ein Poem von Julia aus dem Poetry-Slam-Workshop von Fee &amp; Dominik für meinTestgelände.de.</li>
<li>Hier geht es zur <a href="https://www.facebook.com/FeePoetrySlam/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Facebook-Fanpage</span></a> der Künstlerin Fee.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Poetry-Slam-Text: Pick Me Up Poem</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/05/poetry-slam-text-pick-me-up-poem/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 May 2016 07:28:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Botschaft an alle Mädchen da draußen: Gib nicht auf! Wie du weiter machen kannst, wenn das Schicksal dir ein Bein gestellt hat, liest du in Fees Poetry-Slam-Text. Mehr dazu: Fallen und wieder aufstehen – das macht stark. Warum, das siehst du im Video Ich bin hier von Bahar. Wenn die Welt kalt und grau]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Botschaft an alle Mädchen da draußen: Gib nicht auf! Wie du weiter machen kannst, wenn das Schicksal dir ein Bein gestellt hat, liest du in Fees Poetry-Slam-Text.</strong></p>
<p><span id="more-6639"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Fallen und wieder aufstehen – das macht stark. Warum, das siehst du im Video <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/poetry-slam-text-ich-bin-hier" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>Ich bin hier</u></a> von Bahar.</li>
<li>Wenn die Welt kalt und grau ist, kann es helfen, sich an die schönen Dinge im Leben zu erinnern. Denn:<a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/glueck-ist-eine-frage-des-fokus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> <u>Glück ist eine Frage des Fokus</u> </a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Sexistische Kackscheiße</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/02/sexistische-kackscheisse/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Feb 2016 08:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ich finde das überhaupt nicht gut und werde dir jetzt erklären, warum!“ oder „Sexistische Kackscheiße“ Abends habe ich einen Auftritt in einer anderen Stadt, ich trage ein langes, schwarzes, ausgeschnittenes Kleid und Glitzer auf den Augenlidern. Und ich bin mal wieder zu spät dran. Auf dem Gehweg, über den ich zur U-Bahn hetze, kommen mir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Ich finde das überhaupt nicht gut und werde dir jetzt erklären, warum!“ oder „Sexistische Kackscheiße“</strong></p>
<p>Abends habe ich einen Auftritt in einer anderen Stadt, ich trage ein langes, schwarzes, ausgeschnittenes Kleid und Glitzer auf den Augenlidern. Und ich bin mal wieder zu spät dran. Auf dem Gehweg, über den ich zur U-Bahn hetze, kommen mir zwei junge Männer entgegen, schätzungsweise sind beide älter als ich. Weil ich gern freundlich bin, nicke ich den beiden zu, sie erwidern meinen Gruß mit einem Lächeln. Als ich an beiden vorbeigehe, streift die Hand des einen wie zufällig meine Hüfte. „Heiß!“, raunt er mir zu und geht schnell weiter. Noch bevor ich reagieren kann, ruft der andere: „BH vergessen!“ Dann verschwinden beide hinter der nächsten Ecke.</p>
<p>Und da ist es wieder. Noch während ich zum Zug sprinte &#8211; die Angelegenheit hat mich Zeit gekostet und ich will die Veranstalterin nicht warten lassen-, denke ich wütend darüber nach, wie ich gern in aller Kürze reagiert hätte. In meine im Kopf stattfindenden Erklärungen, warum das grenzüberschreitend war, mischt sich immer wieder ein Ausruf: „Sexistische Kackscheiße!“<br />
Als der Ärger einigermaßen verflogen ist, sitze ich schon im Zug und fahre an einer Werbetafel vorbei, auf der für -was?- geworben wird. Irgend ein Mann im Anzug steht zwischen zwei halbnackten Frauen mit den üblichen Werbemaßen, grabscht sie an und wirbt für…Schuhe? Ein Getränk? Ach nee, für Reisen. Wie auch sonst?!<br />
Auf dem nächsten umarmt eine nackte Frau -es könnte eine von den beiden Reise-Ladies sein- einen Astronauten im Raumanzug. Klarer Fall: Das ist Deo-Werbung! Und wieder denke ich: „Was ist denn das bitte für ein sexistischer Kack-Scheiß?“</p>
<p>Warum aber, wenn das der Ausdruck ist, der mir am ehesten für all diese Zumutungen in den Sinn kommt, scheue ich davor zurück ihn in Online-Kommentarspalten zu klatschen? Warum verteile ich keine Aufkleber, die Werbung gut sichtbar für alle als SEXISTISCHE KACKSCHEISSE abstempeln? Wieso fühle ich mich unwohl, wenn der Ausdruck in Diskussionen in meinem Freundeskreis fällt?</p>
<p>Mit der sexistischen Kackscheiße ist es ambivalent.<br />
Also, nicht mit der Sache an sich &#8211; die ist immer scheiße, aber doch mit dem Begriff.</p>
<p>Einerseits finde ich es gut, unerwünschtes Verhalten direkt zu benennen, klar zu machen: Das geht gar nicht! Ich mag, dass es keine blumige Sprache ist, nichts, was man(n) von artigen Mädchen erwartet. Ich mag, dass es trotzdem ein vergleichsweise harmloses Kompositum ist. Wir regen uns oft auf, dass sexistische Werbung auf Augenhöhe von Kindern gehängt wird. Immerhin klebt dann nur ein Sticker drüber mit Worten, die seit dem Kindergarten bekannt sind.</p>
<p>Aber genau da setzt auch unter anderem meine Kritik an, am Kindergartenniveau.<br />
Ich werde wütend wegen einer sehr realen Sache, die zu einer Gesellschaft führt, in der sehr reale Gewalt gegen reale Menschen Alltag wird, und alles, was ich aus mir rauspressen kann, um diese reale Wut zu kanalisieren, ist ein kindergartenartiges „Sexistische Kackscheiße!“<br />
Relativiert das nicht meine Wut, macht mich irgendwie niedlich? Tatsächlich kommt mir in diesen Situationen immer das Bild einer supersüßen Sozialpädagogikstudentin, die keine schlimmen Wörter kennt und dann total sauer all das zusammenreimt, was ihr aus Kindergartenzeiten noch in den Sinn kommt.<br />
Das macht die Sache, die so ganz und gar nicht zum Lachen ist, zumindest äußerlich-sprachlich lächerlich. Und die Frau*, aus deren Mund es kommt, wird dazu zu genau dem, was sie nicht mehr nur sein will: Einem süßen Mädchen, das sich auszudrücken weiß, ja, das sich sogar nicht nicht auszudrücken weiß, das sogar niedlich ist, wenn es sauer ist.</p>
<p>Ich wage sogar die These, dass es nicht das selbe ist, wenn ein Mann* „Sexistische Kackscheiße“ schreit. Männern* schreiben wir noch immer die Gewalt zu, auch die Gewalt der Sprache. Wir trauen ihnen zu, dass sie stärkere, härtere Schimpfwörter kennen und verwenden können und sich ganz bewusst entscheiden, hier diesen Ausdruck zu verwenden.<br />
Klar, sie regieren ja auch noch immer in der Rap-Szene, die sich nicht direkt durch ihre Kuschelmetaphern auszeichnet und auch in der Erziehung werden Jungs* nach wie vor eher mit Gewalt jeder Art in Verbindung gebracht.</p>
<p>Noch etwas stört mich aber an dem Begriff feministischer Empörung und zwar das genau Gegenteil dessen, was ich gerade bemängelt habe:<br />
Es ist mir zu gewalttätig.<br />
Das mag jetzt paradox klingen, wo ich mich gerade über die mangelnde Gewaltigkeit ausgelassen habe.<br />
Trotzdem habe ich das Gefühl, dieser großgeschriebene, wütende, brüllende und mit Ausrufezeichen versehene Begriff bringt uns oft nicht weiter. Es ist vielleicht nur Kindergartenniveau, aber es ist gewaltvolle und vor allem hassaufgeladene Sprache.</p>
<p>Als die sogenannten „Pick-Up-Artists“ neulich wieder deutsche Städte mit ihren Vergewaltigungsseminaren fluteten, gab es den Aufruf, ihren momentanen Anführer mit süßen Tierbabyfotos per Email zuzuspammen. Das mochte ich. Abgesehen davon, dass es hier auch darum ging, denunzierte Demonstrant*innen zu schützen, fand ich es eine hervorragende Idee, gegen Menschenverachtung und Hass mit totaler Sweetness vorzugehen.</p>
<p>Mir ist das Steinewerfen suspekt. Autos anzünden mag ich nicht. Ich fühle mich unwohl, wenn auf Demos gebrüllt wird. Und ich glaube auch, dass aus Hass wieder nur Hass und aus Gewalt höchstens Gegengewalt entsteht.<br />
Niemand wurde je überzeugt, weil er als „Scheißnazi“ bezeichnet wurde und niemand hat sich je bekehrt, weil ihm jemand „Sexistische Kackscheiße!“ entgegenschleuderte &#8211; das denke ich jedenfalls.<br />
Ich denke auch, dass das okay ist. Dass man manchmal nicht die Kraft haben kann, alles zu erklären, mit Menschen zu diskutieren, die nicht annähernd das selbe Weltbild haben. Ich denke, manchmal muss man einfach seiner Wut Luft machen, um seine Energie dann sinnvoll zu nutzen.<br />
Aber als Gesamtlösung? Da zweifle ich den Ansatz von Stickern mit dem hier besprochenen Ausruf an. Wenn unser Endargument ein niedliches, hasserfülltes „Weil es einfach….weil es halt sexistische Kackscheiße ist!“ bleibt, bezweifle ich, dass es die Auswirkung haben wird, dass Menschen über ihre Vorurteile von militanten, diskutierunfähigen Feminist*innen nachdenken werden.</p>
<p>Ich wünsche mir, dass wir mit Poesie, Umarmungen, Fantasie und rationalen Erklärungen gegen Hass und Gewalt vorgehen.<br />
Ich wünsche mir Aufkleber, auf denen steht: „Ich finde das überhaupt nicht gut und werde dir jetzt erklären, warum das sexistisch ist!“<br />
Ich möchte Sticker, auf denen klar lesbar ist: „Das ist unangemessen und rassistisch.“<br />
Am liebsten mit ein paar Zeilen darunter, auf denen man noch eine Begründung eintragen kann.</p>
<p>Und in Gesprächen wünsche ich mir das auch ein bisschen öfter. Es ist okay, manchmal einfach wütend zu sein und es ist auch okay, das klar zu benennen und wahrscheinlich ist es auch okay, das mit einem gar nicht so wahnsinnig starken Ausdruck zu tun, aber immer öfter sollte man dann auch tief durchatmen und den Leuten erklären, warum uns das so wütend macht, was da schief läuft und „Sexistische Kackscheiße“ darf dann gerne der Anfang der Argumentationskette sein, aber bitte nicht auch immer schon das Ende.</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Von gegenderter Sprache und ihren Folg_Innen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/09/von-gegenderter-sprache-und-ihren-folg_innen/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2015/09/von-gegenderter-sprache-und-ihren-folg_innen/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Sep 2015 09:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=5676</guid>

					<description><![CDATA[„Ich gender dich tot, bitch.“ Aber so ein schönes Wort ist Studentenwohnheim dann auch wieder nicht! Sprache ist nice. Darüber sind wir uns in der Welt doch ziemlich einig. Ist ja auch kein Wunder, unsere Welt wird zum Großteil von Sprache bestimmt. Die ganzen großartigen Ereignisse unseres Lebens haben und hatten was damit zu tun:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>„Ich gender dich tot, bitch.“ Aber so ein schönes Wort ist Studentenwohnheim dann auch wieder nicht!</b></p>
<p>Sprache ist nice.</p>
<p>Darüber sind wir uns in der Welt doch ziemlich einig. Ist ja auch kein Wunder, unsere Welt wird zum Großteil von Sprache bestimmt. Die ganzen großartigen Ereignisse unseres Lebens haben und hatten was damit zu tun: Liebeserklärungen werden meistens sprachlich rübergebracht, wichtige Klausuren haben wir geschrieben statt gemalt, die Beförderung wurde uns vermutlich auch eher schriftlich mitgeteilt als vorgetanzt, aufmunternde Worte sind genauso wichtig wie Umarmungen, wir haben unsere Lieblingsbücher und unsere Lieblingsgedichte, die Leute, mit denen wir uns gut unterhalten können, mögen wir auch gern, unser Lieblingslied mit den deepen lyrics hat unser Leben verändert und wir werden nie vergessen, was der beste Freund damals in der Grundschule als erstes zu uns gesagt hat.</p>
<p>„Ein Ponyhof“ ist zwar Sprache, aber Sprache ist natürlich kein Ponyhof. Man kann mit ihr ja auch Beleidigungen formulieren, Missverständnisse erschaffen, Hassparolen von sich geben und diskriminieren. Und genau darum geht es.</p>
<p>Ich denke, im Prinzip haben wir alle die Macht der Sprache verstanden. Wir wissen, dass es für Kinder wichtig ist, Lesen und Schreiben zu lernen, weil das der Zugang zur Bildung und einem besseren Leben ist. Wir wissen, dass man Formulierungen wie „Untermensch“ aus seinem Sprachgebrauch streichen sollte, weil die Nazis durch solche Zuschreibungen ihre menschenverachtende Ideologie mitgestützt haben. Mittlerweile haben wir vielleicht sogar größtenteils kapiert, dass „schwul“ eine sexuelle Orientierung ist und sich daher eher weniger als Schimpfwort eignet. Klar, manchmal muss man auf den Schulhöfen noch erklären, warum die Virgina-Clarise keine „blöde Schwuchtel“ ist, wenn sie dich nicht abschreiben lässt, und auch (schon allein von der Logik her) keine „dumme Schlampe“, wenn sie dich beim Flaschendrehen nicht küssen will, und den Eltern von der Virginia-Clarise muss man vielleicht auch erklären, dass die Idee, ihre Tochter Virginia-Clarise zu nennen, keine von den ganz herausragenden war. Aber so im Prinzip habe ich das Gefühl, dass wir das langsam verstanden haben: Sprache ist mächtig und deshalb wichtig.</p>
<p>Trotzdem gibt es in meiner Moderatorinnentätigkeit bei Poetry Slams einen Witz, auf den ich immer zählen kann: Wenn mein Co-Moderator sagt „Es treten heute zehn Poeten auf“, muss ich einwerfen: „Und Poetinnen!“ Zack, die Leute werden lachen.</p>
<p>Das ist die einfachste Sache der Welt und das Traurige: Es funktioniert immer. Zehnmal am selben Abend, wenn es länger dauert, auch zwanzigmal. Ich gendere und die Leute lachen. Und ein bisschen kann ich auch verstehen, warum.</p>
<p>Ich verstehe, warum die Rolle der etwas verbissenen Feministin, die nach jedem Satz „und -Innen!“ ruft, etwas Komisches hat. Ich kann sogar nachvollziehen, dass Menschen mittlerweile so genervt sind von der Überkorrektheit der Sprache, dass sie diese Ironie brauchen. Bei einem Poetry Slam zum Thema Gender kam wohl einmal ein Teilnehmer auf die Bühne und wiederholte den Satz „Ich gender dich tot, bitch“ solange, bis das Zeitlimit ausgelaufen war. Manchmal fühlt sich das im echten Leben bestimmt auch so an, das kann ich verstehen.</p>
<p>Aber wenn die simple Tatsache, dass ich in meiner Moderation 50 Prozent der Weltbevölkerung mitberücksichtige, auch beim zehnten Mal noch unfassbar komisch ist, dann frage ich mich doch, ob da nicht vielleicht noch mehr dahinter steckt als bloß ein bisschen Ironie oder Genervtheit.</p>
<p>Ich betreue die Webpräsenz unserer Fachschaftsarbeit und habe vor einiger Zeit online eine kurze Meldung über ein „Studierendenwohnheim“ geschrieben, das noch Leute sucht. Danach kam eine eigentlich sehr ruhige und liebe Kommilitonin relativ aufgebracht auf mich zu, wollte mich -so sagte sie jedenfalls- „erwürgen“ und regte sich darüber auf, dass ich das Wort gegendert hätte. „Es heißt eben einfach nicht Studierendenwohnheim! Das klingt kacke!“, sagte sie, bevor sie den Raum verließ.</p>
<p>Das ist die andere Reaktion, die ich oft miterlebe: Aggression. Unverhältnismäßige Wut auf die Menschen, die ihre Überzeugungen unbedingt in die Sprache tragen müssen. „Als würde das etwas bringen!“</p>
<p>Auch, dass man eine Liebe zur Ästhetik entwickelt, kann ich nachvollziehen. Ich studiere u.a. Germanistik, ich bin Poetin und Autorin: Ich liebe Sprache, ehrlich! Aber eine gerechtere Welt ist mir wichtiger als mein Ästhetikempfinden. Und erwürgen will ich deshalb niemanden.</p>
<p>Bei beiden Reaktionen liegt es doch nahe zu fragen, ob es hier nicht doch um mehr geht. Warum ist es so verdammt witzig, die Realität sprachlich abzubilden? Warum ist es so unglaublich nervig, ein Ideal sprachlich zu vermitteln? Geht es hier nicht vielleicht um unterdrückende Strukturen, an die wir uns recht gut gewöhnt haben? Oder um einen Diskurs, in dem es eigentlich um Gleichwertigkeit statt um Sprache geht?</p>
<p>In einer Studie von Dries Vervecken und Bettina Hannover diesen Jahres wurden Kindern Berufe vorgestellt &#8211; bei einer Gruppe in der „normalen“ Version (denn „normal sein“ heißt männlich sein &#8211; oder Kindergärtnerin ) und bei einer anderen Gruppe mit den weiblichen (bzw. männlichen) Endungen, also: Ärzte und Ärztinnen, Maurer und Maurerinnen, aber auch Nageldesignerin und Nageldesigner. Danach wurden die Kinder gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, diesen Beruf später mal zu ergreifen. Und siehe da: Aus der Gruppe, in der beide Geschlechter in der Sprache berücksichtigt wurden, konnten Mädchen sich um einiges eher vorstellen, typisch männliche Berufe zu ergreifen und Jungen hatten kein Problem damit, einen weiblich konnotierten Beruf auszuüben, während die Ergebnisse in der „normalen“ Gruppe erschreckend waren. Das ist bei weitem nicht die einzige Studie, im englischsprachigen Raum gibt es massig Studien, die genau das belegen: dass Sprache von uns als Wahrheit anerkannt wird, aber auch neue Wahrheit schaffen kann. Und das, wo die englische Sprache ohnehin schon viel weniger diskriminiert als die deutsche! Es wäre also gar nicht mal so schlecht vorstellbar, dass dieser Effekt im Deutschen noch größer ist.</p>
<p>Und werfen wir doch kurz mal einen Blick in die Realität: Wir haben etwa ziemlich genau zur Hälfte männliche und weibliche Menschen auf der Welt. Die wirklich anerkannten Berufe allerdings, also z.B. Arzt, Architekt, Professor, Firmenchef oder Regisseur werden so richtig erfolgreich irgendwie fast nur von Männern ausgeübt. Eben von Ärzten und Firmenchefs, nicht von Ärztinnen und Chefinnen. Seltsam, oder?</p>
<p>Fast so seltsam wie die Tatsache, dass auch Putzfrauen meistens Frauen sind, Kindergärtner hart damit zu kämpfen haben, wenn sie männlich sind und die Krankenschwester eben auch nicht als Bruder gerufen wird. Aber vielleicht sind Frauen eben einfach prinzipiell dümmer, schwächer und weniger ehrgeizig?</p>
<p>Das mit der Sprache und dem Weltbild, das hat doch schon öfter geklappt. Wäre das nicht einen Versuch wert? Einfach mal ein bisschen -Innen anhängen oder zu -nden umformen und hoffen, dass sich das auf unser Bewusstsein auswirkt? Dass Frauen sich dann plötzlich immer und alle mitgemeint fühlen? Weil, dass mir manche superselbstbewusste Damen erzählen, sie würden sich schon mitgemeint fühlen und SIE hätten kein Problem, find ich ehrlich ganz toll. Zwar ist von denen auch niemand da gelandet, wo man sonst eher als Mann hinkommt, aber, wenn sie kein Problem damit haben, ist das doch prima. (Klar benutzen gerade diese Frauen weibliche Zuordnungen dann oft abwertend, aber hey!)</p>
<p>Ich denke nur einfach, dass es in unserer Gesellschaft darum gehen sollte, sich um genau die zu kümmern, die ein Problem haben, für die eben noch nicht alles stimmt, die sich ungleich behandelt fühlen. Und wenn es sich dabei nicht um eine Randgruppe handelt, sondern um annähernd 50 Prozent von allen, dann wird das gleich noch etwas drängender. Einen eigenen Artikel wären dann natürlich noch all jene wert, die eben weder Mann, noch Frau, sondern dazwischen sind. Aber wisst ihr was? Dafür gibt es auch eine schöne Lösung: Den Unterstrich! Student_innen und alle sind dabei. Nice, oder?</p>
<p>Und ja, manchmal hört sich das Gegender einfach kacke an! Klar, das liegt eben auch daran, dass wir etwas anderes gewöhnt sind. In ein paar Jahren tut´s nicht mehr so weh; Versprochen! Außerdem wäre das Ziel ja gar nicht unbedingt, dass alles immer gegendert wird, sondern dass wir irgendwann dahin kommen, wo ich Bauarbeiterin sagen kann und sich auch alle Bauarbeiter mitgemeint fühlen. Ist im Moment aber nicht so. Wenn irgendwann die Verhältnisse in der Realität wirklich gleich sind und Männer kein Problem mehr damit haben oder sich gar beleidigt fühlen, wenn man sie in der weiblichen Form anspricht, Frauen dafür so zahlreich und mit so vielen „weiblichen“ Verhaltensweisen wie sie wollen in den hohen Positionen sitzen, dass es sie nicht stört, als Manager angesprochen zu werden, dann können wir das von mir aus gern wieder lassen. Bis dahin tut uns allen den Gefallen und denkt mal drüber nach, was daran so schlimm oder witzig ist, die Gleichberechtigung ein bisschen vorwärts zu bringen und eben von Poeten und Poetinnen zu sprechen, wenn Poeten und Poetinnen anwesend sind.</p>
<p>So viele Menschen werden unglücklich, weil sie nicht dem entsprechen, was wir ihren Geschlechtern vorschreiben wollen und in jedem Satz durch ungegenderte Sprache werden sie und wir wieder daran erinnert, dass da jemand nicht den Konventionen entspricht. Mir persönlich ist es das wert, Menschen glücklicher zu machen (ja, das hab ich geschrieben: so richtig mit Einhorn und Glitzer und Kitsch) und dafür ein Auge bei der Sprachästhetik zuzukneifen. Beim Genitiv oder den immer falsch verwendeten Imperativen stört euch das doch auch nicht so! Also, lasst uns das doch versuchen, das könnte sich echt lohnen.</p>
<p>Und ganz ehrlich: So ein schönes Wort ist „Studentenwohnheim“ dann auch wieder nicht!</p>
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			</item>
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		<title>Poetry-Slam-Text: Größter Fehler meines Lebens</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/09/groesster-fehler-meines-lebens/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Sep 2015 08:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Es gibt sie: Paare, die sich lieben und deren sehnlicher Wunsch nach einem Kind in Erfüllung geht. Von diesen Bilderbucheltern handelt Fees Poetry-Slam-Text nicht. Im Mittelpunkt ihres ergreifenden Gedichts stehen jene, die versuchen müssen, mit Vergewaltigung, ungewollter Schwangerschaft, Abtreibung oder Unfruchtbarkeit zu leben.   Mehr dazu: Sexuelle Belästigung ist das Thema in Fees Poetry-Slam-Text: Heidenröslein:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es gibt sie: Paare, die sich lieben und deren sehnlicher Wunsch nach einem Kind in Erfüllung geht. Von diesen Bilderbucheltern handelt Fees Poetry-Slam-Text nicht. Im Mittelpunkt ihres ergreifenden Gedichts stehen jene, die versuchen müssen, mit Vergewaltigung, ungewollter Schwangerschaft, Abtreibung oder Unfruchtbarkeit zu leben.  </strong><span id="more-5564"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Sexuelle Belästigung ist das Thema in Fees <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/08/poetry-slam-text-heidenroeslein/" target="_blank" rel="noopener">Poetry-Slam-Text: Heidenröslein</a></span>: Stark und auf den Punkt!</li>
<li>Vom Netz-Sexismus, den eine junge Frau online erlebt, handelt der Text <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/netz-sexismus-meine-metaphorischen-brueste/" target="_blank" rel="noopener">Meine metaphorischen Brüste</a></span>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Poetry Slam: Was mit Rosa geschah</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/08/was-mit-rosa-geschah/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2015 08:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Jakob wurde im falschen Körper geboren. An seine Vergangenheit als Mädchen erinnern heute nur noch Fotos. Dass seine Eltern um den Verlust ihrer “kleinen Prinzessin” trauern, erfüllt ihn mit Schuldgefühlen. Doch er weiß: Seine Entscheidung zur Transition war richtig. Als Rosa hätte er niemals glücklich werden können&#8230; Mehr dazu: Trans*-Sein: Der Spagat zwischen den eigenen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jakob wurde im falschen Körper geboren. An seine Vergangenheit als Mädchen erinnern heute nur noch Fotos. Dass seine Eltern um den Verlust ihrer “kleinen Prinzessin” trauern, erfüllt ihn mit Schuldgefühlen. Doch er weiß: Seine Entscheidung zur Transition war richtig. Als Rosa hätte er niemals glücklich werden können&#8230;</strong><span id="more-5551"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Trans*-Sein: Der Spagat zwischen den eigenen Wünschen und den Wünschen des Umfelds kann eine große Belastung sein. Von dieser Zerreißprobe handelt der <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/08/poetry-slam-fallen-aufstehen/" target="_blank" rel="noopener">Poetry-Slam-Text: Fallen. Aufstehen.</a></span></li>
<li>Wollen deine Eltern einfach nicht wahr haben, dass du im falschen Körper geboren wurdest? Wie du mit mangelndem Verständnis umgehen kannst, erfährst du im Video <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/08/teamtrans-ich-werde-nicht-ernst-genommen/" target="_blank" rel="noopener"><span style="text-decoration: underline;">#teamTrans*: Ich werde nicht ernst genommen!</span> </a></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Von hier an nackt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/07/von-hier-an-nackt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 07:00:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Fee ist am ersten Juliwochenende beim “Slutwalk München”, einer Demo gegen sexuelle Gewalt und Verharmlosung von Vergewaltigungen, mitgelaufen und hat dort einen starken neuen Text präsentiert. Diesen findet ihr heute auf meinTestgelände.de zum Nachlesen. Alles Schlampen. Auch Mutti, du Hurensohn. oder: Von hier an nackt. Aber das ist dir ja auch wieder nicht recht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unsere Autorin Fee ist am ersten Juliwochenende beim “Slutwalk München”, einer Demo gegen sexuelle Gewalt und Verharmlosung von Vergewaltigungen, mitgelaufen und hat dort einen starken neuen Text präsentiert. Diesen findet ihr heute auf meinTestgelände.de zum Nachlesen.</p>
<p><strong>Alles Schlampen. Auch Mutti, du Hurensohn.<br />
oder: Von hier an nackt. Aber das ist dir ja auch wieder nicht recht.</strong></p>
<p>Was wir sind:<br />
Schlampen. Billige Nutten. Huren. Sünderinnen. Eiskalte Verführerinnen.<br />
oder:<br />
Kinder. Prüde Nonnen. Unreife Früchte. Frustrierte Lesben. Hässlich.</p>
<p>Am Anfang war die Nacktheit,<br />
dann hat Eva den verdammten Apfel gegessen.<br />
Selber schuld.<br />
Seitdem teilen wir uns in Huren oder Heilige,<br />
unsere Körper gehören nicht uns.<br />
Wir sind alle zu fett oder ungesund dünn.<br />
Wenn wir uns morgens anziehen,<br />
dann grundsätzlich falsch<br />
und sowieso nicht für uns, sondern für die Gesellschaft.<br />
Wer das ist?<br />
Männer. Weiße, reiche Männer und alle, die so denken<br />
oder nichts dagegen sagen.</p>
<p>Morgens halb zehn in Deutschland.<br />
Ich trage eine enganliegende, hochgeschlossene Bluse und einen knielangen Rock.<br />
Blicke auf meinen Brüsten,<br />
bisher kein Kommentar.<br />
Und das, obwohl ich Brüste habe.<br />
Glück gehabt.</p>
<p>Unsere Röcke sind zu kurz, Ladies.<br />
Wir verdienen es nicht besser.<br />
Unsere Jeans sind zu eng, meine Damen.<br />
Wir wollen es nicht anders.<br />
Unsere Ausschnitte sind zu tief, Mädels.<br />
Wir lassen den Tätern keine Wahl.<br />
Ein Nein zu wenig, ein Schrei zu leise, ein Rock zu kurz,<br />
eine Tür zu viel geschlossen,<br />
einen Schluck zu tief ins Glas geschaut,<br />
eine Nacht zu freiwillig mitgegangen,<br />
keine Kratzspuren.<br />
Du willst es doch auch.</p>
<p>Abends halb zehn in Deutschland.<br />
Mein Kleid ist bodenlang, meine Schuhe haben Absätze.<br />
Hände auf meinem Rücken,<br />
bisher keine Vergewaltigung.<br />
Und das, obwohl ich Ausschnitt trage.<br />
Verdient hätte ich es ja, denkst du.</p>
<p>Was wir sind:<br />
Schuld. Und zwar immer.<br />
Was auch immer ich trage,<br />
es wird kein Outfit geben, das dir ein Recht nimmt, das du gar nicht hast.<br />
Wie auch immer ich rede,<br />
es wird keine Andeutung geben, die du richtig verstehen könntest,<br />
wenn du nicht zuhörst.<br />
Wie auch immer ich mich bewege,<br />
du wirst die Schuld, die ich nicht habe, niemals von mir nehmen.</p>
<p>Solange Täter bestimmen dürfen, wo die Grenzen liegen,<br />
bleiben wir Opfer.</p>
<p>Das elfte Gebot: Du sollst ganz einfach nicht vergewaltigen.<br />
Hat es leider nicht in den Verhaltenskodex geschafft.<br />
Dafür ein Lexikon für Kleidung der Frauen,<br />
denn Kleider machen Dirnen.<br />
Und mit allem, was wir tragen, sagen wir etwas aus.<br />
Genauer: Wir sagen: Du darfst!<br />
Frauen meinen eh nie, was sie sagen,<br />
Kein Grund auf ein Nein zu hören.<br />
Woher sollte er es denn wissen?</p>
<p>Ist dein Rock zu kurz, bist du selber schuld.<br />
Ist dein Rock zu lang, bist du religiöse Fanatistin.<br />
Trägst du keinen Rock, ist es auch wieder nicht richtig.</p>
<p>Mittags, halb zwölf in Deutschland.<br />
Ich bin nur kurz zum Einkaufen raus, ich trage Jogginghose, Pulli und Pickel.<br />
Hände auf meinem Hintern, Körper an meinem Körper, Lippen in meinem Gesicht.<br />
Bisher keine Erfüllung des Tatbestands.<br />
Dabei sollte ich froh sein, so wie ich aussehe.<br />
Nimm es doch als Kompliment.</p>
<p>Trägst du enge Jeans, darfst du dich nicht wundern.<br />
Trägst du weite Jeans, kann man sich nur wundern.<br />
Trägst du gar keine Hose, ist es auch nicht recht.</p>
<p>Eine Frage habe ich noch:<br />
Wenn du heute Abend nicht vergewaltigt werden wolltest, warum hast du dich dann geschminkt?<br />
Warum hast du nicht einfach all die Regeln beachtet, die man beachten muss, um sicher zu sein?<br />
Wenn du nicht willst, dass man dir auf den Hintern fasst,<br />
wieso hast du dann einen Hintern?<br />
Wo soll ein Mann denn sonst hinstarren, wenn nicht auf deine Brüste, so groß wie die sind?<br />
Für wen, mein Mädchen, hast du dich so hübsch gemacht,<br />
doch nicht etwa für dich?<br />
Wundere dich nicht, wenn Gewaltverbrechen geschehen!<br />
Erschrick nicht, wenn dir keiner glaubt!<br />
Tu nicht so unschuldig, wenn dir etwas passiert!</p>
<p>Ist deine Bluse zu hoch geschlossen, leidest du an Prüderie.<br />
Ist deine Bluse zu weit offen, provozierst du Brüderle.<br />
Hast du keine Bluse an, ist das auch nicht gut.</p>
<p>Denn alle Frauen sind Schlampen. Auch Mutti, du Hurensohn.</p>
<p>Irgendwo. Irgendwann in Deutschland.<br />
Du trägst irgendwas oder nichts, das ist egal.<br />
Jemand vergewaltigt dich.<br />
Weil er ein Verbrecher ist.<br />
Nicht, weil du getragen hast, was du getragen hast.<br />
Nicht, weil es nachts war und du allein.<br />
Nicht, weil du betrunken warst.<br />
Nicht, weil du mit ihm geredet hast.<br />
Nicht, weil du geschminkt warst oder Parfum aufgetragen hattest.<br />
Er wird immer einen Grund finden.</p>
<p>Trägst du Kopftuch, signalisierst du: Du willst unterdrückt werden.<br />
Trägst du offene Haare, signalisierst du: Du willst gefickt werden.<br />
Trägst du Glatze, ist das auch wieder falsch.</p>
<p>Was wir sind: Frauen<br />
und Männer, die nicht auf ihre Dominanz beharren.<br />
Unsere Körper gehören uns nicht.<br />
Wenn wir uns morgens anziehen,<br />
dann grundsätzlich falsch.</p>
<p>Adam, warum hast du in den Apfel gebissen?<br />
Weil Eva ihn dir gereicht hat.<br />
Sag mir, Adam, waren es nicht deine Zähne, die ihn zerkauten?<br />
Hat sich nicht dein Mund geöffnet, um ihn zu kosten?<br />
Und war dir nicht das verboten?<br />
Oh Eva, du dummes Flittchen!</p>
<p>Wir fragen nicht nach der Schuld, wir fragen nach der Verantwortung.<br />
Und die tragen nicht die Kriegsopfer.<br />
Wenn im Wald ein Baum umfällt und niemand hört es, habe ich keine Ahnung, ob er ein Geräusch gemacht hat.<br />
Und ob es den Mond gibt, wenn keiner hinschaut, weiß ich nicht.<br />
Aber wenn dir jemand etwas tut, dann ist das real, auch wenn du es nicht beweisen kannst<br />
und auch nach 5 Jahren ist es immer noch passiert.</p>
<p>Was wir sind, wenn wir Opfer sind: Niemals schuld.<br />
„Wenn Frauen sich anziehen wie Schlampen, sollten sie sich nicht wundern, wenn sie vergewaltigt werden.“<br />
Doch, wir sollten uns wundern!<br />
Wir sollten uns sogar wundern, wenn Schlampen vergewaltigt werden.<br />
Es ist an der Zeit, sich zu wundern, was das für eine Welt ist, in der dem Opfer die Schuld zugeschoben wird.<br />
in der wir Verhaltensregeln und Kleiderordnungen für Mädchen aufstellen, statt unseren Kindern beizubringen, dass körperliche Grenzen respektiert werden müssen und dass Vergewaltigungen immer falsch sind. Ich finde, wir sollten uns wundern!<br />
Ich finde, wir sollten nicht unsere Unschuld an Verbrechen beweisen müssen, die an uns begangen werden.</p>
<p>Sich nach deinen Regeln zu kleiden, ist unmöglich.<br />
Von jetzt an keine zu kurzen Röcke mehr!<br />
Von jetzt an keine zu tiefen Ausschnitte mehr!<br />
Von jetzt an keine religiösen Symbole mehr!<br />
Von jetzt an: nackt.<br />
Aber das ist dir ja auch nicht recht.</p>
<p>Was wir sind: Menschen. Mit Rechten.<br />
Lasst uns anfangen, für diese Rechte zu kämpfen!</p>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Nein, ich bin nicht verantwortlich für die Bombendrohung bei GNTM</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2015 06:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[GNTM]]></category>
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					<description><![CDATA[An einer Bombendrohung ist gar nichts witzig. Auch unsere Autorin Fee freut sich keinesfalls über das vorzeitig beendete Finale von Germany&#8217;s Next Topmodel. Als am Donnerstag das Finale von Germany&#8217;s Next Topmodel wegen einer Bombendrohung unterbrochen werden musste, kontaktierten mich Freundinnen und Freunde. Ich selbst hatte den Fernseher vorsorglich ausgelassen, deshalb musste ich erst auf]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>An einer Bombendrohung ist gar nichts witzig. Auch unsere Autorin Fee freut sich keinesfalls über das vorzeitig beendete Finale von Germany&#8217;s Next Topmodel.</p>
<p>Als am Donnerstag das Finale von Germany&#8217;s Next Topmodel wegen einer Bombendrohung unterbrochen werden musste, kontaktierten mich Freundinnen und Freunde. Ich selbst hatte den Fernseher vorsorglich ausgelassen, deshalb musste ich erst auf den neusten Stand gebracht werden, sofort danach wurde ich von allen Seiten scherzhaft verdächtigt, Verstecke vor der Polizei wurden mir angeboten und viermal landete der Postillon-Artikel in meinem Postfach. Und ja, auch ich kam sofort auf den naheliegenden Flachwitz mit der Kalorien-Bombe.</p>
<p><strong>„</strong><strong>In diesem Raum befindet sich eine Kalorienbombe. Wir haben den Kuchen am Ausgang platziert und sind bereit mit Bonbons zu werfen.</strong><strong>“</strong>, schrieb ich einem Mannheimer Freund.</p>
<p><strong>Dabei ist eine Bombendrohung alles andere als ein Witz.</strong></p>
<p>Ich fing an darüber nachzudenken, als die Freundinnen am Telefon zum Teil tatsächlich annahmen, ich würde mich über das vorzeitig beendete Finale freuen.</p>
<p>Noch am Donnerstagvormittag saß ich auf einer Familienfeier mit acht Mädchen im Kinderzimmer. Die Jüngste war 5 Jahre, die Älteste 14 Jahre alt. Und sie erzählten mir, dass sie alle das Finale am Abend anschauen würden. Wenn ich daran denke, bin ich wirklich froh, dass sie nicht so viel davon mitbekommen haben. Auch, wenn das wohl kaum das dahinterstehende Problem löst. Aber: <strong>Die Androhung von Gewalt ist niemals als politisches oder aktivistisches Mittel gerechtfertigt</strong>, das ist meine tiefe Überzeugung. In der Halle befanden sich neben Frau Klum, ihrer erst elfjährigen Tochter und ihren Jurykollegen auch knapp 10 000 ZuschauerInnen und vier junge Frauen, denen der Abend viel bedeutet hatte. Begründete Angst um sein Leben haben zu müssen ist keine Erfahrung, die ich irgendjemandem wünsche, gerade für Heidi Klums Tochter und die vielen Minderjährigen im Publikum kann eine solche Erfahrung psychologische Folgen haben.<br />
Aber auch für die Protestbewegung war diese Aktion in meinen Augen ein Rückschlag: Eine angedrohte Bombe, die das Leben von so vielen Menschen in Gefahr gebracht hätte, ist wohl das letzte, was KritikerInnen des Formats gebrauchen können. Für meine Parodie der Show werde ich manchmal beschimpft, ich sei einfach neidisch, weil ich „zu fett“ für die Sendung sei und meine Bemühungen gegen GNTM werden zu oft als Kampfansagen einer „untervögelten Feministin“ abgestempelt. Wer in Kauf nimmt, dass GegnerInnen mit Gewalt in Verbindung gebracht werden, gibt Menschen, die so denken, weitere Argumente.<br />
Ich werde traurig, wenn ich höre, dass kleine Mädchen auf dem Pausenhof der Grundschule Topmodel nachspielen und Mitschülerinnen bewerten. <strong>Ich werde traurig, wenn die Freundinnen meiner neunj</strong><strong>ä</strong><strong>hrigen Schwester </strong><strong>ü</strong><strong>ber Bauchfett und Di</strong><strong>ä</strong><strong>ten reden. </strong>Dass der Sender selbst nach einer wissenschaftlichen Studie, die den Zusammenhang zwischen der Sendung und Essstörungen nahelegt, seine Verantwortung nicht wahrnehmen will, macht mich auch traurig. 10.000 ZuschauerInnen beim Finale… über diese Zahl könnte ich weinen. Und trotzdem tut mir jede und jeder einzelne leid, die oder der durch die unbedachte Androhung um den Abend gebracht wurde. Ich halte das Format aus vielen, guten Gründen für gefährlich und unverantwortlich, aber es steht mir nicht zu über die Beweggründe einzelner zu urteilen, die sich das trotzdem ansehen wollen. Es gibt sicher 10.000 Geschichten hinter den Leuten, die am Donnerstag live dabei sein wollten, wenn Germanies Next (und hoffentlich Last) Topmodel gekrönt wird. Ziel meiner Bestrebungen kann es nicht sein, diesen Menschen den Spaß zu verderben. Aus genau diesem Grund fand auch die Protestaktion von Pinkstinks im letzten Jahr nicht direkt vor dem Austragungsort des Finales statt. Ein ausgestreckter, zeigender Finger wird nicht neugierig machen, Hass wird nicht zum Nachdenken anregen und Gewalt wird eben niemals zu einem wünschenswerten Ergebnis führen. Wäre Heidi Klum vor die Kameras getreten und hätte gesagt: <strong>„</strong><strong>Mein lieben Meedchen, hey Jungs da drau</strong><strong>ß</strong><strong>en! Nach reiflicher </strong><strong>Ü</strong><strong>berlegung und in Absprache mit den Finalistinnen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass wir eigentlich alle wundersch</strong><strong>ö</strong><strong>n und wertvolle Menschen sind. Die Machart meiner Sendung f</strong><strong>ü</strong><strong>hrt nur dazu, dass sich junge Menschen abgewertet und in ihrem Selbstwert geschw</strong><strong>ä</strong><strong>cht f</strong><strong>ü</strong><strong>hlen, deshalb lassen wir</strong><strong>´</strong><strong>s. Und jetzt gibt</strong><strong>´</strong><strong>s was zu essen! Woohoo!</strong><strong>“</strong>, wäre das der einzige Fall gewesen, in dem ich mich tatsächlich über einen vorzeitigen Abbruch der Sendung gefreut hätte. So war es aber nicht.<br />
Über die Androhung von tödlicher Gewalt kann ich mich nicht freuen. So viel ich Frau Klum auch entgegen zu setzen habe, ihr Leben ist in meinen Augen genauso wertvoll wie jedes andere Menschenleben. Die psychische Unversehrtheit von hysterischen Teenies ist mir wichtig und die Gefährdung ihres Schlafs gehört nicht zu den Dingen, die ich witzig finde.<br />
Und, liebe Freunde und Freundinnen: Danke für eure Versteck-Angebote, aber ich war´s nicht. Echt nicht.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Heidis Horror Picture Show</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2015/04/heidis-horror-picture-show/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2015/04/heidis-horror-picture-show/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2015 20:53:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[GNTM]]></category>
		<category><![CDATA[Mode]]></category>
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					<description><![CDATA[Allein der Titel spricht für sich. Fee bringt in ihrem ersten Beitrag auf meinTestgelände auf den Punkt, was viele über GNTM denken. Also, zieht euch Fees Performance rein und teilt ihn mir Freund*innen und Verwandten bis euch niemand mehr zum Teilen einfällt. Drückt den YouTube-Daumen für Fee und freut euch auf weitere Beiträge von ihr.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Allein der Titel spricht für sich. Fee bringt in ihrem ersten Beitrag auf meinTestgelände auf den Punkt, was viele über GNTM denken. Also, zieht euch Fees Performance rein und teilt ihn mir Freund*innen und Verwandten bis euch niemand mehr zum Teilen einfällt. Drückt den YouTube-Daumen für Fee und freut euch auf weitere Beiträge von ihr.</p>
]]></content:encoded>
					
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