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	<title>Sophia &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Sophia &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Selbstliebe durchgespielt?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/11/selbstliebe-durchgespielt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Nov 2025 10:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir wachsen mit Erwartungen auf, die bestimmen sollen, wie wir auszusehen und zu sein haben. Diese Bilder formen unser Denken so früh, dass wir sie oft für unsere eigenen halten. Sophia beschreibt, wie internalisierte Misogynie wirkt, warum sie so schwer zu durchbrechen ist und wie wir lernen können, zwischen auferlegten Rollen und unserem wirklichen Selbst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir wachsen mit Erwartungen auf, die bestimmen sollen, wie wir auszusehen und zu sein haben. Diese Bilder formen unser Denken so früh, dass wir sie oft für unsere eigenen halten. Sophia beschreibt, wie internalisierte Misogynie wirkt, warum sie so schwer zu durchbrechen ist und wie wir lernen können, zwischen auferlegten Rollen und unserem wirklichen Selbst zu unterscheiden.</strong><span id="more-17225"></span></p>
<p>Sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, ist für die meisten schwierig. Man wird zwar nicht<br />
mit einer Abneigung gegen sich selbst geboren, doch die Welt trimmt einen relativ schnell<br />
darauf, vermeintliche Fehler zu entdecken. Hier zu viel, da zu wenig. Mehr Haare hier, bitte<br />
gar keine da.<br />
Viele von uns haben wahrscheinlich einen harten Weg hinter uns, um unseren Körper<br />
zumindest als neutrales Instrument, das uns durchs Leben bringt, anzusehen.<br />
Wer sich selbst sogar als ganz gut befindet – wow.<br />
Ich dachte diesen langen Weg endlich hinter mich gebracht zu haben und am grandiosen<br />
Finale angekommen zu sein: Ich finde mich selbst nicht mehr scheiße.<br />
Was ein epischer Win. Es hat zwar keiner geklatscht, aber es wäre passend gewesen.<br />
Ich habe mich sicherlich nie für die Krone der Schöpfung gehalten, aber bin ungeschminkt<br />
vor die Tür, habe gewagte Outfits getragen und mich nicht dafür gejuckt, was andere über<br />
mich denken.<br />
Doch nur kurze Zeit nach meinem Trumpf passierte das, womit ich nicht gerechnet hatte.<br />
Obwohl es jeden Tag zu jeder Zeit passiert, hatte ich die Möglichkeit nicht mal in Erwägung<br />
gezogen. Der Körper, den ich nach langer Zeit endlich mögen konnte – verändert sich<br />
plötzlich.<br />
Das Gesicht, mit dem ich endlich kein Problem mehr hatte entwickelt die ersten bleibenden<br />
Falten. Die Make-Up Skills, mit denen ich zufrieden bin, funktionieren nicht mehr mit meinen<br />
Features. Meinen Augenlidern werden langsam schlaff, die jahrelang antrainierte EyelinerTechnik ist plötzlich nutzlos.<br />
Meine Beine bekommen Dellen, das erste Haar wird grau und ich stehe gefühlt wieder ganz<br />
am Anfang. Plötzlich bin ich wieder 15 und frage mich, wann ich endlich meinen ersten BH<br />
ohne Extra-Füllung kaufen kann (ich werde nie über ein A-Körbchen hinweg wachsen), wann<br />
meine Pickel endlich weggehen (das frage ich mich mit 27 noch immer), und ob ich mit<br />
meinen Fettarmen überhaupt was Ärmelloses anziehen darf.<br />
Das ist nicht mehr der Körper, den ich mit Samthandschuhen angefasst und gutgeheißen<br />
habe. Dieser Körper wirkt mir auf einmal irgendwie fremd.<br />
Dabei ist diese Self-Love-Devise so viel einfacher für mich zu umzusetzen als für andere.<br />
Ich bin überwiegend normschön, weiß und relativ dünn. Ich habe keinerlei Behinderungen<br />
und trage weder Zahnspange noch Brille. Am Ende des Tages spüre ich von den absurden<br />
Beauty-Standards weniger als viele andere Frauen. Ich bin mega privilegiert und das ist mir<br />
bewusst. Doch hilft es nichts, denn wenn man zu einem Teil dem entspricht, was man<br />
gefälligst sein soll, dann macht der fehlende Teil trotzdem Druck. Und der tut weh.<br />
Genau dieser Druck gefällt der Industrie supergut &#8211; nicht nur der Schönheitsindustrie. Denn<br />
wenn man Hyaluron Fillern und formender Unterwäsche den Kampf ansagt, freuen sich<br />
Verkäufer von Online-Coachings, Badebomben und der gefürchteten finanziellen Abgründe<br />
des täglichen „treats“.<br />
Self care ist käuflich.<br />
Alles ist so kommerzialisiert, es gibt kaum ein Entrinnen, gerade durch die allgegenwärtige<br />
Instanz der sozialen Medien.<br />
Der Bossfight den ich momentan kämpfe ist gegen das Problem mit dem Alterungsprozess.<br />
An sich gibt es ja gar keins, man hat eben nur zwei Optionen: Älter werden oder jung<br />
sterben.<br />
Doch gerade als Frau wird einem sehr früh klargemacht: Du hast so maximal bis 30 und ab<br />
dann bist du abgelaufen. Wie eine vergessene Packung Milch ganz hinten im<br />
Kühlschrank.Männer reifen, Frauen welken. Dieses bla bla was man seit man klein ist<br />
eingetrichtert bekommt. Als ich das virale Tiktok Video einer 14-jährigen gesehen habe, die<br />
ihre Routine „zum Stoppen des Alterungsprozess“ präsentiert, habe ich für einen Moment<br />
den Glauben an die Menschheit verloren. Die Angst vorm natürlichen Alterungsprozess<br />
beginnt immer früher, Produkte zum “reparieren” der Fehler werden immer normaler auch<br />
im Badschrank einer Minderjährigen.<br />
Doch was macht man dagegen? Brutale Selbstakzeptanz und Entfolgen von allen SocialMedia- Mäusen, die sich Botox spritzen lassen? Ich weiß es selbst nicht so genau.</p>
<p>Die frustrierende Wahrheit ist:<br />
Selbstakzeptanz ist kein Endziel was man jemals zu 100% erreichen, kein To-Do was man<br />
irgendwann abhaken kann. Sicherlich gehört eine Anpassung von dem, was man online<br />
konsumiert dazu, aber überwiegend kommt Akzeptanz ja von innen.<br />
Es ist eine Entscheidung, die man sein Leben lang immer wieder aufs Neue treffen muss. Wie<br />
verdammt lame ist denn das</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zu Broke um Schön zu sein?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/05/zu-broke-um-schoen-zu-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2025 07:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheit]]></category>
		<category><![CDATA[Schönheitsideale]]></category>
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					<description><![CDATA[You&#8217;re not ugly you&#8217;re just poor! Durch Social Media sind wir jeden Tag mit Schönheitsidealen konfrontiert. Durch Foto-Filter und Schönheits OPs wurde eine Art von &#8222;Perfektion&#8220; normalisiert, die eigentlich die Ausnahme und nicht die Regel ist. Durch immer niedrigere Kosten für Eingriffe, wächst der Druck und auch die Möglichkeit sich dieser gleichgeschalteten Ästhetik anzupassen. Kannst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>You&#8217;re not ugly you&#8217;re just poor! Durch Social Media sind wir jeden Tag mit Schönheitsidealen konfrontiert</strong><strong>. Durch Foto-Filter und Schönheits OPs wurde eine Art von &#8222;Perfektion&#8220; normalisiert, die eigentlich die Ausnahme und nicht die Regel ist. Durch immer niedrigere Kosten für Eingriffe, wächst der Druck und auch die Möglichkeit sich dieser gleichgeschalteten Ästhetik anzupassen. Kannst du dich dem Trend entziehen? Ein Essay von Sophia.</strong><span id="more-16786"></span><br />
Vor einigen Jahren war es noch eine Seltenheit, jemanden zu treffen, der sich einer kosmetischen Operation unterzogen hatte. Vor allem Celebrities standen im Fokus der Klatschmagazine, die minutiös Vorher-Nachher-Bilder analysierten und wilde Spekulationen über vermeintliche Eingriffe anstellten. Heute jedoch ist der Anblick von mit Fillern behandelten Lippen oder gebotoxten Stirnen nicht mehr auf Hochglanzmagazine beschränkt.</p>
<p>Vielmehr sehe ich mit Filler behandelte Lippen nicht nur durch die Scheibe eines Taxis, sondern auch neben mir in der U-Bahn. Denn auch U-Bahn-Fahrende können sich Botox, Filler und Co. jetzt leisten, nicht weil die Löhne der Arbeitsgesellschaft gestiegen sind, sondern weil kosmetische Prozeduren immer zugänglicher gemacht werden. In städtischen Gebieten gibt es gefühlt an jeder Ecke einen Beautysalon, der auch Botox und Filler anbietet</p>
<p>Und nicht nur minimal-invasive Eingriffe boomen – auch größere Operationen wie Brustvergrößerungen oder Brazilian Butt Lifts sind so alltäglich geworden, dass selbst jemand mit einem kleinen Freundeskreis problemlos mehrere Menschen kennt, die sich operieren ließen.</p>
<p>Doch während es vor allem Frauen sind, die sich unters Messer legen oder sich Spritzen setzen lassen, sind es oft Männer, die davon profitieren – sei es als Hersteller der Filler, als plastische Chirurgen oder als Investoren in die milliardenschwere Beauty-Industrie.</p>
<p>Wer bis hierher gelesen hat, wird denken, jetzt kommt sie &#8211; die Moralkeule. Ganz klar ist dieser Text ein Bashing von Schönheitsoperationen und ein erhobener Zeigefinger auf diejenigen, die unnatürliche, unerreichbare Beauty-Ideale normalisieren.</p>
<p>Aber um ehrlich zu sein, überkommt mich immer als allererstes, wenn ich einer jungen Frau mit offensichtlich gespritzten Lippen über den Weg laufe, ein Gedanke: Ich kanns verstehen.</p>
<p>Schönheit öffnet Türen.</p>
<p>Attraktive Menschen werden nicht nur bei der Partnersuche bevorzugt, sondern haben auch im Berufsleben Vorteile. Der sogenannte &#8222;Halo-Effekt&#8220;, der besagt, dass attraktive Menschen als sympathischer, kompetenter und vertrauenswürdiger wahrgenommen werden, ist wissenschaftlich gut belegt. Wer den geltenden Schönheitsidealen entspricht, hat immer einen Punkt mehr auf dem sozialen Konto – auch beim Bewerbungsgespräch und bei der Wohnungssuche.</p>
<p>Daher klar, wenn du einen heftigen Zacken in der Nase hast, dafür vielleicht auch noch als Kind schikaniert wurdest, weil manchmal Kinder eben grausame kleine Erwachsene sind kann ich verstehen, weshalb man tausende Euro investiert um mit einer Stupsnase aufzuwachen. Es ergibt Sinn, dass man als Frau lieber mit einem vollen C Körbchen als mit einem Hauch von nichts das Partykleid anzieht. Leute behandeln dich halt wirklich anders.</p>
<p>Wer bin ich, um Menschen, insbesondere Frauen, den sozialen Aufstieg verwehren zu wollen? In welcher Position bin ich, um jemanden dafür zu verurteilen, dem Ideal zu entsprechen und die sozialen Benefits ernten zu wollen? Oftmals steht eben auch ein langer Leidensweg von Mobbing, Unsicherheiten und fehlendem Selbstbewusstsein vor einer Entscheidung, sein Aussehen maßgeblich zu verändern.</p>
<p>Ich habe vor allem erst mal Verständnis und Mitgefühl, denn am Ende des Tages wolltest du doch einfach nur schön sein.</p>
<p>Doch gleichzeitig macht mich das ganze System wütend. Es widert mich an, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der so viele Menschen das Gefühl haben, nicht genug zu sein. Dass einige wenige, die an der Spitze der Gesellschaft stehen, unerreichbare Standards setzen, von denen sie selbst profitieren – während der Rest versucht, mitzuhalten. Die Beauty-Industrie hat in der Vergangenheit von meinen Unsicherheiten profitiert und wird es auch weiterhin tun.</p>
<p>Noch frustrierender ist, dass wir uns dem oft kaum entgegenstellen. Jede einzelne Person, die etwas an sich machen lässt, trägt unweigerlich zur Normalisierung dieser Eingriffe bei. Je mehr operierte Gesichter wir sehen, desto mehr verändert sich unsere Vorstellung von &#8222;normaler&#8220; Schönheit. Auf Social Media sind Botox und Filler längst keine Tabuthemen mehr, sondern werden als selbstbestimmte &#8222;Girlboss&#8220;-Moves gefeiert.</p>
<p>Yes girl, mach dir Botox, wenn du willst, your body your choice! Jede Entscheidung die eine Frau über ihren eigenen Körper trifft ist feministisch, selbst wenn die Entscheidung lautet diesen durch einen Eingriff zu verändern.</p>
<p>“Ich mache das für mich”, wird dann oft klargestellt, um nicht als Antifeministin rüberzukommen. Komischerweise drehen sich die “nur für mich” Eingriffe fast immer um weniger Bauchfett, vollere Brüste, schmalere Nasen und größere Lippen.</p>
<p>Es scheint mir, als würden wir uns alle kollektiv einreden, dass wir nur unsere eigenen Bedürfnisse umsetzen und auch nur dafür, dass wir uns selbst schöner finden.</p>
<p>Aber dass diese Bedürfnisse nicht von innen kommen sondern von außen, will niemand zugeben.</p>
<p>Du wirst nicht mit einer Abneigung zu deiner Nase geboren. Und auch wenn wir mit dem Narrativ gehen, dass es yes girlboss feminist ist, in der sozialen Hierarchie aufzusteigen durch kosmetische Eingriffe, die einem die Welt ein wenig mehr öffnen sowie das eigene Selbstbewusstsein boosten, so stellt sich immer noch die Frage:</p>
<p>Wem ist das möglich?</p>
<p>“Du bist nicht hässlich, du bist einfach nur arm.”</p>
<p>Eine Art Mantra der Gegenbewegung, die sich auf z.B. Tiktok zeitgleich verbreitet, dem ich durchaus zustimmen muss. Denn das Privileg, mehrere hunderte oder sogar tausende Euro dafür auszugeben, näher am Beauty ideal zu sein, hat nicht jeder.</p>
<p>Es ist wie so oft eine Klassenfrage. Diejenigen, die ohnehin schon privilegiert sind und über mehr Geld verfügen, haben die Möglichkeit sich head and shoulders knees and toes machen zu lassen, um auch die Privilegien freizuschalten, die sie bisher nicht hatten. Gerade Filler sind zwar immer günstiger zu bekommen, was allerdings auch an den fragwürdigen Quellen liegt. Um die Behandlung durchzuführen, braucht man keine ärztliche Ausbildung und Hyaluron-Filler kann man mittlerweile auf Aliexpress bestellen.</p>
<p>Was ich damit sagen möchte ist: Das Ganze ist mittlerweile finanziell für viele erreichbar geworden, auch wenn es schon etwas auf den Geldbeutel drücken wird, wenn man die Behandlung alle paar Monate auffrischen lässt. Für andere, die täglich mit steigenden Lebensmittelpreisen ringen, aber eben auch nicht.</p>
<p>Hinzu kommt, dass westliche Schönheitsideale zutiefst von Weißsein geprägt sind. Krauses Haar, breite Nasen, Monolids – all das entspricht nicht dem, was als &#8222;attraktiv&#8220; gilt. Dunkle Körperbehaarung? Bloß nicht. Die Normschönheit, die uns als erstrebenswert verkauft wird, ist nicht nur teuer – sie ist auch zutiefst rassistisch geprägt.</p>
<p>Auch wenn ich verstehen kann wie auf einer individuellen ebene kosmetische Eingriffe durchaus empowering sein können und ich eine Einzelperson für den Versuch des sozialen Aufstiegs nicht verurteilen kann, so wünsche ich mir dass wir alle mehr Awareness dafür haben, dass unsere persönlichen Entscheidungen nicht in einem Vakuum existieren.</p>
<p>Denn wir alle tragen dazu bei: ein Schönheitsideal, was auf natürliche Art und Weise kaum erreichbar ist, wird gerade von der jüngeren Generation, die ihre Freizeit auf Social Media verbringt, als “Standard” gesehen.</p>
<p>Und auch wenn die Entscheidung “für einen selbst” getroffen wurde, so muss man anerkennen:</p>
<p>Eigene Entscheidungen haben auch Auswirkungen auf andere, egal ob du willst oder nicht.</p>
<p>Mir ist bewusst, dass ich als dünne weiße Person aus einer privilegierten Position heraus urteile. Denn auch wenn ich absolut flachbrüstig bin und auch im Erwachsenenalter mit Akne zu kämpfen habe weiß ich, dass ich in vielerlei Hinsicht in das Schönheitsideal gut genug herein passe, um nicht benachteiligt zu werden. Klar, auch ich habe mich mal darüber belesen, wie viel es theoretisch kosten würde, sich Eigenfett von den Beinen in die Brüste transplantieren zu lassen. Die meisten von uns, die kritisch gegenüber der Normalisierung von Filler und Co. stehen, sind auch nicht immun gegen den Druck, jung und schön zu bleiben.</p>
<p>Doch genau das ist in meinen Augen die einzige Lösung. Immer mehr müssen versuchen dem Druck zu widerstehen und sowohl sich selbst als auch andere um einen herum daran zu erinnern: hey, das ist halt eben nicht normal. Das ist halt eben nicht der Standard.</p>
<p>Die Standard Person hat Falten, etwas Bauchfett, Muttermale und vielleicht auch dunkle Haare auf den Armen.</p>
<p>Ich finde wir sollten Menschen, die ihr Geld in Filler und Botox stecken, mit Mitgefühl entgegentreten, denn wir stecken alle im selben Boot was die Erwartungen an uns angeht.</p>
<p>Allerdings sollten wir, wie ich finde, auch auf die Diskrepanz hinweisen, dass persönliches Empowerment eben nicht gleich Empowerment fürs Kollektiv bedeutet. Es ist eben nichts feministisch daran sich einer profitorientierten Kosmetikbranche und deren Standards für Frauen zu beugen, weil man das Geld dafür hat.</p>
<p>Aber es kann auch okay sein, wenn nicht jede deiner Entscheidungen feministisch ist.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das „Cool Girl“ im Bett</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/12/das-cool-girl-im-bett/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Dec 2024 07:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Konsens]]></category>
		<category><![CDATA[S*explore]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin hat lange Zeit performt, was das Patriarchat unter einem &#8222;Cool Girl&#8220; versteht. Sie hat ihre Bedürfnisse nicht geäußert und Grenzen nicht gesetzt, um die Gefühle ihres Partners nicht zu verletzen oder gar seine Anerkennung zu verlieren. Das Cool Girl ist halt mit allem cool &#8211; bis sie sich dazu entschieden hat, sie selbst,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin hat lange Zeit performt, was das Patriarchat unter einem &#8222;Cool Girl&#8220; versteht. Sie hat ihre Bedürfnisse nicht geäußert und Grenzen nicht gesetzt, um die Gefühle ihres Partners nicht zu verletzen oder gar seine Anerkennung zu verlieren. Das Cool Girl ist halt mit allem cool &#8211; bis sie sich dazu entschieden hat, sie selbst, statt cool zu sein. Wer damit ein Problem hat? Pech! Ein Essay über wahre Coolness.</strong><span id="more-16496"></span></p>
<p>„Oh bitte nicht“, denke ich mir aber mein Mund spricht den Gedanken nicht aus. Schließlich kann ich jetzt nicht den Moment verderben. Das käme total komisch rüber und er würde bestimmt super unsicher werden und glauben es sei seine Schuld. Mein größter Albtraum: Der Grund dafür sein weshalb sich mein Partner schlecht fühlt.<br />
Also fühle lieber ich mich schlecht. Mit zusammengebissenen Zähnen lasse ich also meinen Kopf ins Kissen drücken und warte bis es vorbei ist. So schlimm ist es ja nicht und ich liebe ihn ja auch. Außerdem ist es ja nicht das erste Mal, sondern quasi Routine. Da kann man mal bisschen was wegstecken im Gegenzug dafür, dass er gleich glücklich und verschwitzt nichts sagend aus dem Bett steigen und sich eine Zigarette drehen wird. Ich werde dann lächeln und mir die Haare aus dem Gesicht streichen. Vielleicht bekomme ich sogar noch eine Umarmung. Ich mag Sex ja auch, die Details sind da nicht so wichtig.</p>
<p>Früher hieß es prüde, heute bin ich „vanilla“. Nicht falsch verstehen: Die sexuelle Revolution, die man als junge Frau in Hetero-Beziehungen durchmacht, hatte ich auch. Ich habe über den Tellerrand der Missionarsstellung hinausgeschaut. Ein bisschen heftigeres Anpacken, vielleicht ein wenig Choking – alles super aufregend. Sich auszuprobieren ist wichtig und ich finde es toll, wenn man findet was einem liegt. Wenn das deins ist: More power to you.<br />
Ich dachte erst das liegt mir alles. Ich bin die Entspannte, mit mir kann man alles machen. Ich bin mir für Nichts zu schade. Nein heißt nein, aber ich sage immer ja. Ich bin nicht wie die anderen, ich bin pflegeleicht. Ich bin <i>cool </i>mit allem.</p>
<p>Das <i>Cool Girl</i> schaut zusammen mit ihrem Freund anderen Frauen hinterher – solchen mit engen Hosen und großen Hintern. Sie ist „eine von den Jungs“, nur eben heiß. Drama? Hat sie keinen Bock drauf. Sie trinkt mit, feiert mit, und ist selbst im Bett cool. Lust auf Sex hat sie immer, Aftercare braucht sie nicht. Du willst sie schlagen oder beißen, kein Problem da steht sie drauf. Auch Pornos schaut sie gern mit dir zusammen an. Das Cool Girl wird niemals zickig, niemals fordernd. Sie ist immer dabei – und nie bedürftig. Aber das Cool Girl ist eine Illusion. Sie existiert nicht wirklich. Sie ist eine Fantasie, die heterosexuelle Männer geschaffen haben und die ich lange versucht habe zu verkörpern. Schon in jungen Jahren lernen viele Mädchen, dass sie Lob ernten, wenn sie sich männlichen Interessen anpassen. Man „ist nicht so wie die anderen Mädchen“, wobei „das andere Mädchen“ eine zweidimensionale Parodie davon ist, was man(n) vom Mädchensein erwartet. Shopping ist für sie eine Sportart, sie trägt nur rosa und will irgendwann mal Lehrerin werden oder Tierpflegerin oder noch besser: Mama.</p>
<p>Mit 15 ist es eine Tragödie, wenn man in den Topf dieser vermeintlichen Mehrheit gesteckt wird. Dabei ist diese große rosa Masse keine Realität. Die aller wenigsten Mädchen und jungen Frauen entsprechen der oben genannten Beschreibung. Doch das wusste ich damals nicht. Also habe ich laut Twilight gehasst, meine Lieblingsfarbe war blau und Bier war lecker. Ich war nämlich ein Individuum und kein Teil der namenlosen pinken Karikatur. Wenn ich heute zurückblicke, empfinde ich Mitleid für mein jüngeres Ich. Genauso wie ich Mitleid mit den „Pick-Me Girls“ habe, die ich heute noch im Netz sehe. Diese Mädchen versuchen einfach nur zu zeigen, dass sie eine Persönlichkeit haben – dass sie nicht so sind wie „die anderen“.</p>
<p>Doch das war vor dem Abi, Tinder und dem 18ten Geburtstag.</p>
<p>Gerade hat man die Selbstreflexion erlangt das „Pick-Me“ Dasein abzulegen andere Frauen nicht als Konkurrenz anzusehen und sich selbst zu erlauben Musik von Taylor Swift zu mögen und rosa Kugelschreiber zu benutzen, da geht die Performance in anderen Kontexten nahtlos weiter. Ich war entwickelt genug um mich nicht mehr vor den Augen anderer Frauen unterscheiden zu müssen, aber in der Privatsphäre des sehr spärlich eingerichteten Schlafzimmers meines Freundes wollte ich noch immer cool sein.<br />
Auch wenn ich keine Erfahrung mit Casual Dating hatte, fühlte sich mein Sexleben in einer mehrjährigen Beziehung oft genauso an. Im Bett wird kaum bis gar nicht geredet. Kommunikation war ihm zu unsexy, also beschränkte ich mich auf Geräusche. Nach dem Sex zusammen liegen bleiben und kuscheln ist so gar nicht seins, und deswegen brauche ich das auch nicht. Ist ja eh alles zu warm und schwitzig. Außerdem hat es auch etwas Ästhetisches direkt nach dem Sex aufzustehen und sich eine Zigarette zu drehen. Das ist so cool. Also rauche ich eine mit. Mein Blick folgt dem Rauch, der Richtung Decke aufsteigt und ich fühle mich plötzlich irgendwie leer. Doch bevor ich diesem Gefühl mehr Platz gebe beschäftige ich mich stattdessen mit der Frage, ob wir die Wände beim Umzug wegen Gelbstich streichen müssen. Je losgelöster und lockerer desto besser. Wir haben One-Night-Stands – seit 2 Jahren.</p>
<p>Es ist Sommer 2018, wir sind früh morgens auf dem Rückweg von meiner Uni-Party nach Hause und entscheiden uns doch früher aus der S-Bahn zu steigen. Die Sonne ist kurz davor aufzugehen als wir noch immer angetrunken lachend über die Museumsinsel rennen. Außer uns ist keiner da, es ist als wären wir die einzigen zwei Menschen auf der Welt. Es ist einer dieser Momente die man als „core memory“ bezeichnen würde. Doch auch diese Erinnerung hat einen Beigeschmack, denn aus welchem Grund auch immer fingen wir an über das Thema Pornos zu sprechen und welche Darstellerinnen er besonders attraktiv findet. Als Cool Girl macht mir das natürlich gar nichts aus. Im Gegenteil, als laute Supporterin von Sexarbeiter: innen überlege ich ob ich ihm zum Geburtstag ein Abo für eines der Onlyfans-Profile schenke. Damit ich die Namen nicht vergesse schicken wir eine WhatsApp Sprachnachricht in unseren Chat, in der er etwas zögerlich die Namen aufzählt und ich lachend über meine Geschenkpläne spreche und sage „Ich bin ja echt ne Traumfrau, support Sexworkers and Support your Boyfriend“.</p>
<p>Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich am Folgetag die Namen gegoogelt und die Frauen mit mir verglichen habe. Habe ich genauso schöne Haare, Brüste, Beine, etc.? Bin ich genauso dünn? Würde ich das auch mit mir machen lassen? Die Ganze Aktion war nicht seine Idee, sondern meine. Ich habe mir selbst den Tag vermiest. Und dann kam auch noch der Kater.<br />
Schon lustig, wie offensichtlich verquer alles in Retrospektive scheint. Es ist eine große blinkende Leuchtreklame über meinem Kopf aber ich konnte sie nicht sehen. Ich habe die Rolle des Cool Girls nicht nur für ihn performt, sondern auch für mich selbst. Und ich war wohl ziemlich überzeugend.</p>
<p>Heute ist mir das Ganze fast peinlich. Wie sehr habe ich damals nach Bestätigung gelechzt, dass ich nie den Mund aufgemacht habe, wenn ich etwas nicht wollte? Im Gegenteil, ich machte es oft schlimmer. Was für ein Clown war ich? Doch es ist immer einfacher sein früheres ich zu verurteilen, sich über sie lustig zu machen und sich so doll es geht zu differenzieren, als Einfühlsamkeit zu zeigen.<br />
Damals war meine Nummer Eins Priorität ihn bei mir zu behalten. Verlassen zu werden war bedeutungsgleich mit dem Ende der Welt. Deswegen musste ich alles tun um zu vermeiden, dass er geht. Es fühlte sich damals so an als wäre mein Leben davon abhängig. Unter dieser Prämisse verändert sich das Bild, welches ich von meinem jüngeren Ich vor mir sehe. Das weiße Make-Up und die rote Nase verschwinden langsam, darunter kommt ein trauriges Gesicht zum Vorschein, was zu oft Ablehnung erfahren hat und nun bitterliche Angst davor hegt.<br />
Jahre später bin ich in einer neuen Beziehung in der ich genau das kommunizieren kann. „Es fällt mir schwer nein zu sagen.“ Meistens kann ich eine Grenze ziehen, wenn es nötig ist es doch manchmal kommt doch noch das Cool Girl heraus und will eine Performance außerhalb meiner Komfortzone darbieten. Einfach weil sie glaubt sie müsste.</p>
<p>Es gibt also kein Happy Ending in dieser Geschichte, nur Babyschritte in die richtige Richtung.</p>
<p>Mit 26 weiß ich: Das Konzept des <i>Cool Girl</i> simuliert sexuelle Freiheit. Während es den Anschein erweckt, dass sie sexuell befreit ist, ist ihre Freiheit in Wirklichkeit stark eingeschränkt, da sie immer noch innerhalb von einem männlich definierten Rahmen agiert. Sie verkörpert eine Fantasiefrau, die nicht nur sexuell verfügbar ist, sondern sich auch bewusst von traditionellen weiblichen Stereotypen distanziert – ohne jedoch die patriarchalen Strukturen, die dem Ganzen zugrunde liegen, infrage zu stellen. Ich war in Vergangenheit ein Cool Girl. Ich habe meine eigenen Grenzen kompromittiert aufgrund von persönlichen Ängsten und gesellschaftlichen Erwartungen, denen ich mit nicht einmal wirklich bewusst war das ich sie erfüllen wollte. Ich habe mich verletzten lassen und mich im selben Zug wiederholt selbst verletzt.</p>
<p>Doch dadurch, dass ich nun weiß welchen Preis ich dafür zahle um <i>cool</i> zu sein, werde ich in Zukunft inständig daran arbeiten noch viel, viel <i>uncooler</i> zu werden.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mentale Gesundheit in Zeiten der Pandemie</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/05/12193/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2020 07:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie lässt sich der Kontakt zu Freund*innen und Familie halten? Wie oft sollte ich Nachrichten lesen? Wie komme ich ins Arbeits-Mindset, wenn ich den ganzen Tag zuhause bin? Und überhaupt, wie lassen sich die ganzen Corona-Maßnahmen vielleicht ein kleines bisschen besser aushalten? Sophia hat ein Video für uns gedreht und widmet sich darin diesen und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie lässt sich der Kontakt zu Freund*innen und Familie halten? Wie oft sollte ich Nachrichten lesen? Wie komme ich ins Arbeits-Mindset, wenn ich den ganzen Tag zuhause bin? Und überhaupt, wie lassen sich die ganzen Corona-Maßnahmen vielleicht ein kleines bisschen besser aushalten? Sophia hat ein Video für uns gedreht und widmet sich darin diesen und noch vielen weiteren Fragen. Viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-12193"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Quarantäne-Tipps gefragt? Hier empfehlen wir euch <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/buchempfehlungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Bücher</strong></a>, <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/film-serientipps/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filme</a></strong> und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/podcast-empfehlungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Podcasts</strong></a>.</li>
<li>Mehr von <a href="https://www.meintestgelaende.de/?s=sophia" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Sophia findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>§219a &#8211; Wo verläuft die Grenze zwischen Information und Werbung?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/grenze-zwischen-information-und-werbung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Oct 2018 07:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaftsabbruch]]></category>
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					<description><![CDATA[Sophia hat sich für uns ausführlich mit dem §219a beschäftigt. Darin wird das Werben für Schwangerschaftsabbrüchen von Ärzt*innen unter Strafe gestellt. Doch wo verläuft die Grenze zwischen Information und Werbung? Sophia ist dem nachgegangen und hat sich zudem mit einer Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch hat durchführen lassen, unterhalten. Sehr eindrücklich und sehr informativ!  Stefanie wird mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sophia hat sich für uns </strong><span class="s1"><b>ausführlich mit dem §219a beschäftigt. Darin wird das Werben für Schwangerschaftsabbrüchen von Ärzt*innen unter Strafe gestellt. Doch wo verläuft die Grenze zwischen Information und Werbung? Sophia ist dem nachgegangen und hat sich zudem mit einer Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch hat durchführen lassen, unterhalten. Sehr eindrücklich und sehr informativ! </b></span></p>
<p><span id="more-11017"></span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Stefanie wird mit 34 schwanger. Sie hatte sich vor wenigen Monaten sterilisieren lassen. Ihr Frauenarzt sagt die Eileiter sind wieder zusammengewachsen. Die Chance dafür liegt bei 1 zu 100.000. Es ist keine Eileiterschwangerschaft und somit besteht die Wahrscheinlichkeit, dass sie ein gesundes Kind zur Welt bringen könnte. Stefanie wollte nie Kinder haben. Sie hatte dafür die sicherste Maßnahme aller Verhütungsmethoden ergriffen. Und trotzdem wurde sie schwanger. In den Augen einiger sind alle Frauen, die ungeplant schwanger werden, selbst dafür verantwortlich. Die Sechzehnjährigen aus dem US-amerikanischen Fernsehen sind schließlich auch alle aus Dummheit schwanger geworden: „Ich wollte nicht durch die Pille zunehmen!“ Da muss man für seine Taten geradestehen. Auch wenn es mal schwierig sein kann, so jung und ohne Geld. Irgendwie geht alles immer! „Irgendwie geht alles immer“ oder auch Hartz IV, kein Abschluss und keine Perspektive für das Kind. Das ist die Realität einiger ungewollten Schwangerschaften, wenn doch nicht wie erhofft „alles geht“.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Ich möchte hiermit nicht behaupten es liefe immer so ab. Jedoch möchte ich darauf aufmerksam machen, dass es durchaus so ablaufen kann. Wenn eine finanziell abgesicherte Frau in angemessenem Alter unabsichtlich schwanger wird, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie, „weil sie ja eigentlich erst in zwei Jahren ein Kind wollte“ oder „weil gerade WM ist und das Bier so gut schmeckt“ die Schwangerschaft abbrechen wird sehr gering. Wir Frauen machen das nicht leichtfertig. Niemand hat Gefallen daran oder sieht es als Lappalie. Ungewollt schwanger kann vieles heißen. Vielleicht hat man nicht richtig aufgepasst – selbst schuld. Vielleicht ist aber auch das Kondom gerissen, dessen Pearl Index immerhin 6 beträgt, die Pille schlug nicht an oder wurde durch Magenprobleme unwirksam. Vielleicht ist die Spirale verrutscht oder die Diagnose der Unfruchtbarkeit war fehlerhaft. Ungewollt schwanger kann vieles heißen. Vor allem heißt es aber eins – Entscheidung. Ich weiß, dass die Debatte über Schwangerschaftsabbrüche schon seit sehr langer Zeit in aller Munde ist und das noch eine lange Weile so sein wird. Ein paar Worte möchte ich hierzu jedoch verlieren bevor ich auf das eigentliche Thema eingehe. Schwangerschaftsabbrüche stellen immer ein moralisches Dilemma dar. Für die Schwangere. Nicht für eine unbeteiligte dritte Person die weder die Lebensumstände der Mutter noch des Vaters kennt. Ich bin auch nicht begeistert von Schwangerschaftsabbrüchen. Niemand findet es erstrebenswert das durchmachen zu müssen. Allerdings bin ich ein Befürworter der Menschenwürde und der eigenen Entscheidung. Daher sehe ich keinen Sinn darin Schwangerschaftsabbrüche zu verbieten oder diejenigen die sie aus welchen Gründen auch immer durchführen zu kriminalisieren. Aus einem einfachen Grund: Der Zwang zum Austragen eines Kindes hätte keinen Mehrwert. Das Kind wäre zwar geboren und am Leben. Aber was nützt es der Mutter und ihrem Kind, wenn die Vorraussetzungen für das (Über)leben nicht gegeben sind. Aber der pure christliche Wert, der ohne Sinn für Empathie von Gesetzgebern durchzupeitschen versucht wird, steht wohl an erster Stelle. Dies wird noch offensichtlicher, wenn man sich das Gesetz §219a ansieht.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">„Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“ (1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise 1. eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder 2. Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. </span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Auf den ersten Blick ganz plausibel. Man möchte nicht, dass für etwas wie Schwangerschaftsabbruch geworben wird. In Ordnung. Jedoch, dass dieses Gesetz ebenfalls für reine Information über die Möglichkeiten, den Ablauf und Ähnliches gilt ist einfach nur schwachsinnig. Falls ein/e Frauenarzt/ärztin auf ihrer/seiner Website angibt, dass er/sie Schwangerschaftsabbrüche vornimmt, so hat besagte Person mit einer Geld- bzw. sogar Freiheitsstrafe zu rechnen. Das ist keine Werbung. Es ist Information, die gerade bei einem solchen Thema einfach erreichbar sein sollte. Wieso versuchen wir es Frauen so schwer wie möglich zu machen, wenn sie sich in einer bereits psychisch labilen Situation befinden? Uns Frauen wird von einigen nicht zugetraut eine erwachsene Entscheidung treffen zu können. Niemand würde auf die Idee kommen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen nur weil es auf der Website aufgeführt wurde. Keine Frau würde denken „Ach das ist gerade in? Versuch ich auch mal, so einen Schwangerschaftsabbruch“ Dass es ebenfalls keine Stempelkarte gibt, bei der der dritte Abbruch kostenlos ist, muss ich wohl nicht dazu sagen. Dieses Thema also in den Kontext mit „Werbung“ zu setzen sehe ich als schwachsinnig und gefährlich. Es geht um Information nicht um Anpreisung. Ich habe mich mit Stefanie, die wie viele andere Frauen ihre Schwangerschaft abgebrochen hat unterhalten.</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Wie alt warst du als du ungewollt schwanger wurdest?</span></strong></p>
<p class="p1"><em><span class="s1">Ich glaube ich war so um die 34. Also im besten gebärfreudigen Alter, wie man so schön sagt. Ich war eigentlich seit einem halben Jahr sterilisiert. Hätte also nicht passieren dürfen. „Ein Sechser im Lotto“, wie mein Frauenarzt sagte.</span></em></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Was war der Hauptindikator deiner Entscheidung?</span></strong></p>
<p class="p1"><em><span class="s1">Es gab mehrere Gründe für meine Entscheidung, die ich auch so getroffen hätte, wenn mein Mann anderer Meinung gewesen wäre. Zum Ersten und Wichtigsten hatte ich noch nie in meinem Leben das Gefühl Mutter werden zu wollen. Daher auch die Sterilisation. Zum anderen war unsere finanzielle Situation nicht die Beste, wenn der Mann für zwei Kinder fast 800 Euro Unterhalt bezahlen muss und mein eigener Verdienst somit ja auch für längere Zeit weggefallen wäre. Bei einem Eigengehalt von 1200 Euro hätte ich mir nicht vorstellen können ein Kind zu bekommen. Zudem mussten wir von diesem Geld jedes zweite Wochenende die Kosten für hunderte Kilometer Autofahrt übernehmen, die für die Besuche der Kinder meines Mannes anfielen. Auch wenn man die 180 Euro Kindergeld mit einrechnet hätten, hätten wir immerzu sehr viele Kompromisse eingehen müssen. Eventuell hätte das auch finanzielle Folgen für die ersten zwei Kinder meines Mannes gehabt. Das passte damals einfach nicht.</span></em></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Welche Schritte musstest du vornehmen um den Schwangerschaftsabbruch durchführen zu können? War es schwer an Infos zu gelangen? </span></strong></p>
<p class="p1"><em><span class="s1">Die nötigen Infos wie es weitergehen sollte habe ich im Krankenhaus bekommen. Eine Adresse und Telefonnummer, um einen Termin für ein Beratungsgespräch auszumachen ebenfalls. Den Termin hatte ich recht schnell. Das Gespräch war auch völlig in Ordnung. Man versucht dich dort davon zu überzeugen das Kind zu bekommen, da es für alle Probleme auch Lösungen und Ämter gibt, die einem ja helfen würden. Der Schwangerschaftsabbruch fand im Krankenhaus statt. Bei mir in Vollnarkose, da ich eine zweite Sterilisation gleich noch einmal machen lassen musste. Die kosten für den Abbruch und auch für die zweite Sterilisation musste ich selber tragen. Soviel zum Thema das man überall finanzielle Hilfe bekommen kann. Körperlich ging es mir danach ein paar Tage nicht gut. Psychisch hatte ich da recht wenig Probleme da ich in meiner Meinung absolut sicher war.</span></em></p>
<p class="p1"><em><span class="s1">Ich finde das Pro Familia Gespräch gut und eine Beschränkung der Wochen finde ich auch sinnvoll. Schließlich sollte so etwas nicht als &#8220; Verhütungsmethode &#8220; missbraucht werden können.</span></em></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Wie stehst du zum Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage Gesetz §219 „Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage“? </span></strong></p>
<p class="p1"><em><span class="s1">Schwangerschaftsabbrüche gänzlich zu verbieten fände ich ein Drama und würde viele Frauen dazu nötigen sich mit irgendwelchen Mitteln selbst zu helfen (Ich will mir das gar nicht vorstellen). Gründe für diese Entscheidung gibt es schließlich viele und diese Entscheidung wird in der Regel auch nicht so einfach getroffen.</span></em></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Wie stehst du zum Gesetz §219a „Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“? </span></strong></p>
<p class="p1"><em><span class="s1">Werbung dafür ist denke ich nicht wirklich nötig. Wenn man merkt das man schwanger ist geht man zu seinem Frauenarzt und mit ihm bespricht man hinter verschlossener Türe was jetzt passieren kann und was es für Möglichkeiten gibt. Es ist natürlich fatal eine Beratung, oder nennen wir es Erste Hilfe, als Werbung zu betiteln. Es ist traurig das auf dieser kranken Welt überhaupt diese Frage diskutiert wird. Es geht mir gut und ich habe diese Entscheidung nicht eine Sekunde bereut.</span></em></p>
<p class="p1"><span class="s1">Anhand des Beispiels von Brasilien lässt sich erkennen, dass Kriminalisierung und Verbot von Schwangerschftsabbrüchen eben nicht zu weniger, sondern einfach zu gefährlicheren Abbrüchen führt, so wie Stefanie ebenfalls vermutet hat. Jandira und Elizângela starben aufgrund schief gelaufener Versuche ihre Schwangerschaft abzubrechen. […] Der Weltgesundheitsorganisation zufolge könnte sich die Zahl von Frauen auf über eine Million belaufen, die sich jährlich trotz einer drohenden Haftstrafe von bis zu vier Jahren für einen illegalen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. ( amerika21.de/ Nachrichten aus Lateinamerika) Frauen versuchen auf illegale und oftmals gesundheitsgefährdende Weise die Geburt eines ungewollten Kindes zu verhindern, davon hält sie auch der Staat nicht ab. Somit sehe ich es nicht als sinnvoll, dass gerade ein Land, welches sich selbst für seine Fortschrittlichkeit lobt noch immer an solch rückschrittlichen Gesetzen festhält oder diese gar, wie es nun der Fall ist, zu erweitern. Das Recht auf Information, insbesondere wenn es sich um medizinisches Vorgehen handelt sollte gewahrt werden, zu Gunsten der Bevölkerung. Was stattdessen passiert ist, dass sich die konservativ christlichen Werte immer mehr in das private Leben und persönliche Entscheidungen einschleichen. Ob das im Sinne der Frauenfeindlichkeit, die manche immer noch in sich tragen passiert, lasse ich einmal außen vor. Mein Plädoyer an die Gesetzgebung: Denkt bitte etwas mehr darüber nach, was für Auswirkungen euer Handeln hat. Denkt bitte etwas mehr darüber nach, ob eure Entscheidungen Auswirkungen auf euch selbst haben oder ob ihr über das Leben anderer entscheidet. Und bitte, lasst mehr Frauen in der Politik über Schwangerschaftsabbrüche mitentscheiden.</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Brauchen wir den CSD eigentlich noch?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/csd/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Sep 2018 07:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Über den Sommer hat in vielen Städten weltweit der Christopher Street Day stattgefunden. Überall wurde friedlich gefeiert, viele Menschen waren für Gleichberechtigung und Stärkung der Rechte von queeren Menschen auf der Straße. Unsere Autorin hat sich auf dem CSD in Berlin umgehört, wozu es den CSD in der heutigen Zeit, wo zum Beispiel die Ehe]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Über den Sommer hat in vielen Städten weltweit der Christopher Street Day stattgefunden. Überall wurde friedlich gefeiert, viele Menschen waren für Gleichberechtigung und Stärkung der Rechte von queeren Menschen auf der Straße. Unsere Autorin hat sich auf dem CSD in Berlin umgehört, wozu es den CSD in der heutigen Zeit, wo zum Beispiel die <em>Ehe für alle</em> endlich beschlossen wurde, noch braucht.  </strong><span id="more-10891"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier gibt es einen weiteren Text von Sophia zum Thema „<a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/vorurteile-gegenueber-bisexualitaet/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Vorurteile gegenüber Bisexualität</strong></a>“.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier einen von Mare, in dem sie beschreibt, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/remembering-orlando-was-mir-die-regenbogenflagge-bedeutet/" target="_blank" rel="noopener"><strong>was ihr die Regenbogenflagge bedeutet</strong></a>.</span></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Ehrlich sein: Mein Suizidversuch und die Zeit in der Psychiatrie</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/ehrlich-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2018 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Öffentlich über die schweren Zeiten des Lebens zu sprechen ist mehr als mutig. Auf sehr ehrliche und intensive Weise erzählt Sophia in diesem Video von ihrem Suizidversuch und ihrer Zeit in der Psychiatrie. Mehr dazu: Auf ihrem YouTube-Kanal findet ihr weitere Videos von Sophia. Und hier findet ihr einen Text von Mare zum Thema Depressionen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Öffentlich über die schweren Zeiten des Lebens zu sprechen ist mehr als mutig. Auf sehr ehrliche und intensive Weise erzählt Sophia in diesem Video von ihrem Suizidversuch und ihrer Zeit in der Psychiatrie.</strong></p>
<p><span id="more-10711"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auf ihrem <a href="https://www.youtube.com/channel/UCIrsqXbtU5nJq0PnJlda-DA" target="_blank" rel="noopener"><strong>YouTube-Kanal</strong></a> findet ihr weitere Videos von Sophia.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/11/depressionen/" target="_blank" rel="noopener"><strong>einen Text von Mare</strong></a> zum Thema Depressionen.</span></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Der Bachelor</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/03/der-bachelor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Mar 2018 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute geht die aktuelle Staffel der RTL-Sendung „Der Bachelor“ zu Ende. Sophia hat sie angeschaut &#8211; und die Welt des wohlhabenden Junggesellen, der vermeintlich auf der Suche nach der ganz großen Liebe ist, mal genauer unter die Lupe genommen. Ich beiße die Zähne zusammen, blicke mich kurz um. Keiner da der sieht, was ich jetzt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute geht die aktuelle Staffel der RTL-Sendung „Der Bachelor“ zu Ende. Sophia hat sie angeschaut &#8211; und die Welt des wohlhabenden Junggesellen, der vermeintlich auf der Suche nach der ganz großen Liebe ist, mal genauer unter die Lupe genommen.</strong></p>
<p><span id="more-10478"></span></p>
<p>Ich beiße die Zähne zusammen, blicke mich kurz um. Keiner da der sieht, was ich jetzt an meinem PC treiben werde. Ich fühle mich beschämt wie ein 12-jähriger, der das erste Mal im Internet nach kostenlosen Pornos sucht. Doch was meine Finger in die Tasten tippen, ist etwas anderes. Ich lande auf RTL.de und suche nach dem Player, mit dem man sich ganze Folgen der Serie, um die es sich heute handeln wird, ansehen kann.</p>
<p>Ich klicke auf die älteste verfügbare Folge der jetzigen Staffel. Man will ja von vorne anfangen. Als das Intro des Bachelors erklingt, stelle ich panisch den Ton leiser. Ich hoffe keiner meiner WG-Mitbewohner hat das gehört.</p>
<p>Vielen, mit denen ich gesprochen habe, die die Serie ernsthaft und aus Interesse schauen, geht es ähnlich. Man gibt nicht gerne zu, dass man sich Trash TV ansieht. Und trotzdem ist es wie ein Autounfall. Man weiß man sollte nicht, aber man muss hinsehen.</p>
<p>Ich kann mich erinnern, schon ein paar Folgen mit meiner Mutter gesehen zu haben. Damals, als ich noch bei ihr gewohnt habe, müsste ich um die 12 Jahre alt gewesen sein. Andere Castingshows wie „Germanys Next Topmodel“, habe ich damals sehr gerne geschaut, daran kann ich mich erinnern. Der Bachelor war für mich schon damals etwas irritierend, da ich nicht verstand, wieso so viele hübsche Mädchen sich um so einen Mann streiten. „Der sieht doch voll doof aus“ – mein kritisch kindlicher Kommentar zur damaligen Staffel.</p>
<p>Wenn ich heute die Sendung einschalte, sitze ich mit meinem Notizblock und einem Kaffee davor. Der Entertainmentfaktor ist nicht gerade heruntergegangen, der zum Fremdschämen jedoch bis in unendliche Höhen.</p>
<p>Bachelor Daniel möchte in dieser Folge die „Ladies“, wie er sie so liebevoll nennt, besser kennenlernen. Somit werden ein paar der 15 Frauen in rote Badeanzüge gesteckt und an den Strand geschickt. „Baywatch Day“ nennen sie das. Dort müssen die Frauen eine Art Hürdenlauf absolvieren, damit Daniel sehen kann, welche der Angebeteten am schnellsten rennen und dabei auch noch gut aussehen kann. Qualitäten, die man im Jahre 2018 an einem Partner eben schätzt. Nach diesem intensiven Kennenlernen wird eine der Frauen zu einem kurzen Einzelgespräch mit Daniel gebeten. Sofort fängt bei den anderen eine Lästertirade an. Wieso denn die, ich hab das viel mehr verdient, und vor allem – hast du gesehen wie die sich heute angezogen hat? „Barbie ist nur soviel Wert, wie gut sie vor Ken aussieht, geht es mir durch den Kopf.</p>
<p>Die Kritik aneinander liegt zu 100% im Äußeren und dem Vorwurf ein „falsches Spiel zu spielen“. Dein Outfit heute ging ja mal gar nicht! Vor ihm tust du so süß, hier bei den anderen Frauen bist du eine Bitch!</p>
<p>Wie gespielt das Ganze ist, fällt selbst Mitwirkenden auf.</p>
<p>Das Einzelgespräch geht für den Zuschauer knappe 3 Minuten und es fällt ein Satz, der sich von allem, was ich noch sehen werde am meisten um die Persönlichkeit dreht: „Du bist ein bisschen schüchterner, oder?“</p>
<p>Die Frauen selbst sind im Alter von zirka 20 bis 30 Jahren, alle sehr attraktiv und schlank. Bildungs- und berufstechnisch sind verschiedene Typen zu erkennen. Von der Studentin zur Kauffrau über die Friseurin und Fitnesstrainerin ist alles dabei. Meiner Meinung nach sind die Kandidatinnen im Allgemeinen nicht so naiv, wie es ihnen im Meinungskanon unterstellt wird. Ich denke die meisten wissen ganz genau, auf was sie sich bei der Show einlassen. Dass sie nicht trotzdem von der Produktion sehr manipuliert werden, möchte ich hier nicht anzweifeln.</p>
<p>Ihr Wert in der Show wird ganz klar festgelegt. Die Bauchbinde, die ihren Namen und Herkunftsort nennt, gibt dem Zuschauer Information darüber, wie lange genannte Frau schon Single ist und wie viele Beziehungen sie davor schon hatte. Mal wieder Fehlanzeige, wenn es um irgendetwas charakterbezogenes geht. Sie sind hier, weil sie Single, hübsch und bereit, alles was die Show von ihnen verlangt, mitzumachen, sind. Was das Ziel hierbei ist, ist fraglich. Denn auch wenn viele um die Liebe Daniels buhlen, sind meiner Meinung nach andere auf die Medienpräsenz aus. Dazu aber später mehr. Ich klicke wieder auf Play.</p>
<p>Mir fällt auf, dass oft die Begriffe „Gefühle“ und „Kennenlernen“ fallen. Was Gutes zu sein vermag, wird im Bachelor schlichtweg einfach nicht umgesetzt. Sich kennenlernen, wird pseudomäßig durch „große Erfahrungen“ wie Skydiving oder Klippenspringen ersetzt. „Wir haben das jetzt zusammen gemacht und haben dadurch eine starke Verbindung zueinander! Wir haben uns näher kennengelernt!“ „Wie?“, höre ich mich selbst laut sagen. „Wie zum Teufel hab ihr euch jetzt besser kennengelernt, indem ihr kein Wort miteinander gewechselt habt, aber dafür irgendeinen Extremsport gemacht habt?“ Da kann schon mal ein Kuss folgen. Und bei der nächsten Kandidatin auch.</p>
<p>Die Nacht der Rosen steht an. Der Bachelor fällt eine Entscheidung. Wer hat ihn am meisten rangelassen und sieht am besten aus? Nein, natürlich welche Frau hat das Zeug seine Zukünftige zu werden und welche nicht. Es müssen zwei Mädchen nach Hause fahren. Alles läuft im Stakkato ab. Du bekommst eine Rose, willst du sie haben? Ja. Küsschen links, Küsschen rechts und von vorne. Die Analogie zu „Germanys Next Topmodel“ und anderen Castingshows ist vor allem dadurch zu sehen, dass die Situation so angespannt wie möglich dargestellt wird und die Kandidatinnen einen materiellen Nachweis bekommen, dass sie in der nächsten Runde sind. Eine Rose, ein Foto.</p>
<p>Ob Gefühle in dieser Show echt sind, kann keiner sagen. Es wirkt sehr gestellt und geskriptet, insbesondere von Daniels Seite. Allerdings glaube ich, dass intensiv versucht wird, bei den Kandidatinnen echte Gefühle hervorzurufen, damit die Show echter und vor allem dramatischer wird. Dies wird von einigen Ex-Kandidatinnen der letzten Staffeln in Interviews bestätigt. Der Abgang von Janine-Christine zeigt, wie echt es für manche Kandidatinnen sein kann. Sie wurde in der vorherigen Folge eigentlich rausgeschmissen, aber da eine andere Frau freiwillig ging, durfte sie bleiben. „Ich hab mich schon als Trostpreis gefühlt“, sagte sie mit traurigem Blick. Unwissend, dass sie die nächste Entscheidung wieder den Kürzeren ziehen wird.</p>
<p>Man sieht sie die Folge darauf noch weinend im Auto, das sie nach Hause fahren wird, sitzen und hört sie sagen „Ich hätte ihm keine zweite Chance geben dürfen“. Diese Frau hatte wirklich Gefühle für den Bachelor. Dieses Weinen ist meiner Meinung nach echt gewesen. Und insbesondere ist es eins: Vorteilhaft für die Quoten der Show. Je echter und dramatischer, desto besser. Die Frauen dahingehend zu manipulieren, sich wirklich in den sehr offensichtlich nicht dafür interessierten Daniel, zu verlieben. Herzschmerz als Feuer für den Kamin der Show.</p>
<p>Aber um fair zu bleiben, so funktioniert die Serie nun einmal. Man wusste, worauf man sich einlässt, als man sich dafür beworben hatte. Nur eine der Frauen darf mit Daniel nach Hause fahren, das ist das Konzept. Dass man sich dessen zu Anfang bewusst war, denke ich schon. Aber dadurch, dass man durch Isolation manipuliert wird, dass Daniel der einzige Mann auf Erden zu sein scheint, und für die Laufzeit der Sendung der einzige Grund ist jeden Morgen aufzustehen, fällt es einem schwerer als gedacht.</p>
<p>Doch der Hauptfokus der Serie liegt ganz klar nicht auf dem Bachelor, sondern auf den Konflikten zwischen den Mädchen. Ich bin mir sicher, dass viel davon geskriptet oder zumindest vorgegeben wurde. Allerdings ist nicht zu übersehen, wie sehr die Frauen wirklich gegeneinander aufgestachelt werden. Der Stress in der Villa wird auch viel intensiver behandelt als die Dates mit dem Bachelor.</p>
<p>Als ich weiterschaue, noch immer in der Hoffnung, dass auch nur ein einziges Mal über Interessen oder Hobbies gesprochen wird, von Seiten der Frauen oder des Bachelors, werde ich enttäuscht. Die Gespräche handeln ausschließlich vom Aussehen des Bachelors, der Frauen oder Sex. Dass alle Kandidatinnen nie voll bekleidet zu sehen sind, muss ich hierbei wohl kaum erwähnen. Das man sich als Frau so zeigen darf, wie man will, ist etwas, was ich für sehr wichtig und vor allem richtig halte. Allerdings ist in der Show zu sehen, dass das sehr zwanghaft und durch das Pflichtgefühl, dem Bachelor zu gefallen, erfolgt. Je besser du aussiehst, desto bessere Chancen. Insbesondere nackt. Ich denke, dass da viel Gruppenzwang mitschwingt. Die eine zieht sich sexy an, da muss man mithalten können.</p>
<p>Was mich persönlich sehr aufregt, neben der Manipulation der Frauen, ist die Manipulation des Zuschauers. Natürlich möchte man im Fernsehen ein gutes Bild abliefern. Aber die scheinbare Echtheit der Show zu wahren, geht auf Kosten der Frauen, was man als Zuschauer schon sehr spürt. Die angebliche Zweisamkeit auf dem Sofa, der so romantische Kuss – umgeben von Softboxen, Kameras und Tonangeln.</p>
<p>In einer Umgebung, in der immer die Sonne scheint und die Tage lang und luxuriös in einer Villa mit Pool verbracht werden, ist doch alles perfekt. Dieses Bild brennt sich in das Unterbewusstsein des Zuschauers und gaukelt ihm eine heile Welt vor, in der sich Bachelor und Kandidatinnen bewegen. Ob das dem typischen RTL Zuschauer auffällt, ist fragwürdig.</p>
<p>Ebenfalls sind diese Bedingungen, unter denen die Frauen den Bachelor kennenlernen, utopisch. Immer am Strand, in Luxushotels mit „Dreamdates“. Ob eine Liebe, die sich unter solchen Umständen formt, noch hält, wenn man zurück in Deutschland in Jogginghose, ungeschminkt und mit Chips vor dem Fernseher sitzt und das perfekte Scheinbild des Partners nicht mehr auf erhalten werden kann?</p>
<p>Den letzten Staffeln zufolge ist dem eher nicht so. Die Bachelor- und Bachelorettebeziehungen halten im Schnitt kaum ein paar Monate. Die wahre Liebe, so wie es in der Show immer wieder wiederholte wird, war das nun nicht.</p>
<p>Die Bachelorette ist hierbei auch ein guter Stichpunkt. Ist der Bachelor wirklich so ein „menschenverachtendes Format“ wie zum Beispiel Tim Mälzer es bezeichnet, wenn es doch das Gegenstück dazu gibt?</p>
<p>Das Konzept der Bachelorette ist im Prinzip das Gleiche wie beim herkömmlichen Bachelor, nur dass die Rollen in den Geschlechtern getauscht werden. Eine Frau wird von vielen Männern begehrt. Dass dies ein Versuch der Erweiterung, aber auch insbesondere Rechtfertigung des Bachelorformats war, ist sehr offensichtlich. „Wir haben zu viel Kritik und Vorwürfe des Sexismus? Dann lasst doch das selbe, nur anderes herum abdrehen! Haben wir gleich Content für das nächste Jahr.“ Zumindest laufen Gespräche in der Produktion der Show vor meinem inneren Auge so ab.</p>
<p>Dass die Einschaltquoten der Bachelorette nicht mit denen des klassischen Bachelors mithalten können, war zu erwarten. Es ist gesellschaftlich wesentlich akzeptabler, wenn ein Mann sich mit vielen Frauen umgibt und gleichzeitig eine sexuelle Beziehung zu ihnen hat, als wenn eine Frau ähnliches tut.</p>
<p>Außerdem sind die berühmt berüchtigten „Zickenkriege“ der Kandidatinnen mitunter Hauptgrund, weshalb der Bachelor so gut läuft. Das ist nur in der Lightversion bei den Kandidaten der Bachelorette vorzufinden.</p>
<p>Doch ist der Bachelor wirklich ein so sexistisches Format? Wird einem Mann mal wieder die Macht über das Glück nicht nur einer, sondern vieler Frauen in die Hand gegeben?</p>
<p>Ja und Nein, würde ich sagen.</p>
<p>Wie schon früher angesprochen, sollte sich jede Kandidatin im Klaren darüber sein, für was sie sich anmeldet, wenn sie zum Bachelor geht. Recherchematerial ist in den letzten Staffeln und in der Klatschpresse zu Genügen vorhanden. Außerdem sind die Kandidatinnen erwachsene Frauen, die für sich selbst entscheiden können sollten, ob sie mit der Medienpräsenz und den sozialen Folgen klarkommen können, die die Teilnahme an der Show mit sich bringen.</p>
<p>Das muss man fairerweise gesagt haben, bevor man den Bachelor und sein Produktionsteam verteufelt.</p>
<p>Dass jedoch Kandidatinnen innerhalb der Show sehr gegeneinander aufgestachelt werden, allgemein manipuliert und nach Aussagen früherer Kandidatinnen, sehr unter Alkoholeinfluss gestellt werden, ist nicht unbedingt vorhersehbar.</p>
<p>Ich denke, es wäre frauenverachtend, wenn man sich als Frau nicht frei entscheiden könnte. Also sollte jede Frau auch die Entscheidung für sich treffen können an solch einer Fernsehserie teilzunehmen. Jedem sein Recht auf freie Entscheidung. Das halte ich für sehr wichtig.</p>
<p>Doch warum entscheiden sich so viele Frauen an diesem Format teilzunehmen, sollte sich der Zuschauer fragen. Sind sie alle so dumm und suchen dort wirklich die wahre Liebe? Meiner Meinung nach dürfte das nur bei einem Bruchteil zutreffen, wobei sich das auch im Laufe der Sendung dahingehend entwickeln kann.</p>
<p>Ich denke, dass viele den Bachelor als Chance sehen. Die Chance, die schon viele Reality TV Stars hatten, und somit als Sprungbrett zum großen Erfolg genutzt haben. Kim Kardashian als Vorbild. Oder eben Daniela Katzenberger auf deutscher Ebene. Die Kandidatinnen sind jung, sehen gut aus und sind größtenteils clever. Wieso nicht durch eine Castingshow im Fernsehen erste Aufmerksamkeit ergattern, sei es von Firmen, Produktionen oder der Presse? Damit wäre der erste Schritt zur medialen Präsenz getan und man hat es in der Zukunft leichter. Zumindest denken das viele.</p>
<p>Doch ist es trotzdem ein gesellschaftliches Problem? Da ich vermute, dass bei einigen dieses „Sprungbrett Bachelor“ als letzte Chance, doch noch erfolgreich zu sein gesehen wird, würde ich die Frage mit „ja“ beantworten.</p>
<p>Dass du in dieser Welt als Frau mehr wert bist, wenn du gut aussiehst, wird dir schon sehr früh klargemacht. Die Bestätigung, die man beim Bachelor für sein Aussehen bekommt, da es ausschließlich darum geht, ist Nährboden für das weibliche verzweifelte Ego.</p>
<p>Es ist schade, dass viele Frauen denken, sie könnten nur so in ihrem Leben erfolgreich werden. Dadurch, dass sie sich, wie bei einem Markt zur Schau stellen und bewerten lassen. Du solltest, falls du das wirklich möchtest, auf jeden Fall die Möglichkeit haben, diesen Weg einzuschlagen. Ich bin mir sicher, dass viele das für sich bewusst entscheiden. Andere jedoch, sehen es als einzigen Weg in dieser Gesellschaft einen Wert zu erhalten.</p>
<p>Und genau das ist der Fehler, den ich im Konzept Bachelor sehe.</p>
<p>Das Ausnutzen und erneute Bestätigen der Vorstellung, dass du als Frau nur dann Erfolg haben kannst, wenn du dir jeglichen charakterlichen Wert absagst, und deine Hülle das Maß deiner Wertigkeit ersetzt.</p>
<p>Man muss nicht dumm oder ungebildet sein, dass man als Frau daran glaubt.</p>
<p>Schlussendlich würde ich sagen, dass der Bachelor gefährlich unterhaltsam für jedes Alter und Geschlecht sein kann. Gefährlich, da sich das Bild was die Show vermittelt ganz schnell ins eigene Unterbewusstsein einnisten kann. Sei dies, dass man nur so viel Wert ist wie man aussieht, und dass eine andere Person dir diesen Wert zuschreiben kann, oder, dass die wahre Liebe nur am Strand oder am Pool existiert. Die Serie ist oft fake und geskriptet, „Reality TV“ als Markenbegriff.</p>
<p>Dennoch denke ich, dass man als eigenständiger erwachsener Mensch selbst die Entscheidung treffen können sollte, daran teilzunehmen, sei es jetzt aus karrieretechnischen Gründen oder um tatsächlich die vermeintlich wahre Liebe zu finden. Nur schade finde ich es, wenn dies aus dem Gedankengang stammt, dass man als Frau nur auf diesem Wege erfolgreich sein könne. Außerdem, was wäre unsere Gesellschaft ohne Trash TV? Man muss ja irgendwie die Bestätigung finden, dass das eigene Leben doch nicht so schlimm ist, schließlich gibt es ja immer Leute die zum Bachelor oder DSDS gehen. Solange die Mehrheit der Zuschauerschaft diese Meinung vertritt, rechne ich mit einer neuen Staffel des Rosenverteilens im nächsten Jahr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch Fee hat eine TV-Sendung zum Thema eines Textes gemacht. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/04/heidis-horror-picture-show/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Bei ihr geht es um GNTM</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/youtuberinnen-aus-der-genderperspektive/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier seht ihr ein Video</strong></a> von Sophia über die YouTube-Szene aus der Genderperspektive.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>YouTuber*innen aus der Genderperspektive</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/10/youtuberinnen-aus-der-genderperspektive/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Oct 2017 07:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
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					<description><![CDATA[YouTuber*innen sind bei jungen Menschen sehr beliebt. Für jeden Bereich des Lebens gibt es Menschen, die sich in Vlogs auf YouTube dazu äußern. Für meinTestgelände hat sich Sophia die YouTube-Landschaft in Deutschland mal aus der Genderperspektive angeschaut. Dazu hat sie auch einige ihrer Freund*innen aus der YouTube-Szene befragt und zu Wort kommen lassen. Mehr dazu:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>YouTuber*innen sind bei jungen Menschen sehr beliebt. Für jeden Bereich des Lebens gibt es Menschen, die sich in Vlogs auf YouTube dazu äußern. Für meinTestgelände hat sich Sophia die YouTube-Landschaft in Deutschland mal aus der Genderperspektive angeschaut. Dazu hat sie auch einige ihrer Freund*innen aus der YouTube-Szene befragt und zu Wort kommen lassen.</strong></p>
<p><span id="more-9732"></span></p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li><span style="font-weight: 400;"><a href="https://www.youtube.com/channel/UCIrsqXbtU5nJq0PnJlda-DA" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier</strong></a> findet ihr Sophias YouTube-Channel, wo ihr noch mehr tolle Videos von ihr anschauen könnt.</span></li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Neben der Produktion von Videos schreibt Sophia auch Texte. In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/vorurteile-gegenueber-bisexualitaet/" target="_blank" rel="noopener"><strong>diesem Text</strong></a> geht es um Vorurteile gegenüber Bisexualität.</span></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Vorurteile gegenüber Bisexualität</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/04/vorurteile-gegenueber-bisexualitaet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2017 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Bisexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Viele Menschen, die sich in ihrer Identität der LGBT+ Community zuordnen, müssen immer noch um Akzeptanz in der Gesellschaft und gegen Diskriminierung kämpfen. Sophia schreibt dazu aus der B-Perspektive und zeigt, in welchen Formen sie mit Bifeindlichkeit konfrontiert ist. Die “noch diskriminiertere” Orientierung? Angefangen mit Veranstaltungen wie dem Christopher Street Day bis zu Anlaufstellen für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Viele Menschen, die sich in ihrer Identität der LGBT+ Community zuordnen, müssen immer noch um Akzeptanz in der Gesellschaft und gegen Diskriminierung kämpfen. Sophia schreibt dazu aus der B-Perspektive und zeigt, in welchen Formen sie mit Bifeindlichkeit konfrontiert ist.</strong></p>
<p><span id="more-7918"></span></p>
<p>Die “noch diskriminiertere” Orientierung?</p>
<p>Angefangen mit Veranstaltungen wie dem Christopher Street Day bis zu Anlaufstellen für Hilfesuchende und wachsende Akzeptanz, das ist die, glücklicherweise, immer toleranter werdende Welt vieler Homosexueller.</p>
<p>Doch was ist mit dem Rest der LGBT Gruppe wenn man das „L“ für Lesbian und das „G“ für Gay außen vor lässt?</p>
<p>Der nächste Buchstabe beschreibt eine Gruppe unter der ich mich selbst verstehe: Bisexuell. Doch ich selbst habe das Gefühl, dass sich teilweise sogar mehr Probleme hinter dieser Identität verstecken können als hinter der einer homosexuellen Person.</p>
<p>Damit möchte ich keineswegs die Probleme des homosexuellen Teils der Gesellschaft herunterspielen, denn das wäre schlichtweg unfair und falsch. Es geht ebenfalls nicht darum in irgendeiner Weise zu beweisen, dass wir „armen Bisexuellen“ es ja so viel schlimmer haben und bemitleidet werden wollen. Ich möchte lediglich die Probleme adressieren, mit denen Bisexuelle täglich im Alltag und auch (vielleicht sogar vor allem) in Internet zu kämpfen haben. Zu ihrem Glück werden Homosexuelle diese wahrscheinlich nie kennenlernen müssen.</p>
<p>Natürlich ist zunächst die allgemeine Nichtakzeptanz die jedes Mitglied der LGBT Gruppe oft kennenlernt ein sehr belastender Faktor. Jedoch müsste man meinen, dass Eltern, Freunde usw. eher mit Bisexualität klarkommen als mit Homosexualität, da man noch immer die „Chance“ auf eine heteronormative Beziehung und Familie mit Kindern hat.</p>
<p>Meine Mutter allerdings hat angefangen zu weinen als ich mich vor ihr (andeutend) geoutet habe, einfach weil es bedeutet, dass ich <em>eventuell irgendwann vielleicht einmal </em>in einer Beziehung mit einer Frau sein könnte, und das nun mal <em>schlichtweg falsch und ekelhaft</em> ist.</p>
<p>Ich bin mir sehr sicher, dass meine Situation keine Ausnahme ist.</p>
<p>Meinen Freunden hingegen hätte es nicht egaler sein können zu welchem Geschlecht ich mich hingezogen fühle oder auch nicht, worüber ich sehr froh bin. Freunde kann man sich glücklicherweise selbst aussuchen. Es wird ja auch nicht umsonst gesagt „Freunde sind die bessere Familie“.</p>
<p>Kommen wir jedoch zu den spezifischen nerv tötenden Aussagen mit welchen sich ausschließlich Bisexuelle regelmäßig herumstreiten müssen:</p>
<p><strong><em>Du wirst dich noch für eine Seite entscheiden – Bi sein ist nur eine Phase!</em></strong></p>
<p>Diese Aussage stimmt oftmals und ist auf die Erfahrung vieler Leute mit ihren homosexuellen Freunden und Bekannten zurückzuführen. Viele Homosexuelle outen sich zunächst als Bisexuell aus Unsicherheit oder auch um die Reaktion von Freunden und Familie zu erproben. Wenn diese gut verläuft verstehen sie sich nach kurzer Zeit dann oftmals als offen homosexuell. Dies ist ein sehr verständliches Verhalten. Man hat Angst vor der Reaktion und der potentiellen Abweisung. Allerdings wirft es ein sehr schlechtes Licht auf die bisexuelle Orientierung. Natürlich ist das nicht die Absicht dahinter (zumindest nehme ich das stark an), und trotzdem hat es diesen negativen Effekt.</p>
<p>Ihnen wird sehr häufig unterstellt, dass „Bisexualität nicht existiert“ und sie sich schlussendlich für „eine Seite entscheiden“. Schließlich „läuft es ja immer so ab“.</p>
<p>Dass das unglaublich nervend und beleidigend für die eigene Identität ist muss ich hier wohl kaum erwähnen.</p>
<p>Aber auch nach langer Diskussion und Argumentation gegenüber dem Umfeld und insbesondere wohl der Familie, ist das daraus resultierende Ergebnis oft „Wir reden in einem Jahr nochmal darüber, wirst ja dann sehen, dass das nur ein Hirngespinst war“.</p>
<p><strong><em>Bisexuelle sind einfach gierig und gehen fremd!</em></strong></p>
<p>Erstaunlicherweise zeigt sich die meiste Intoleranz gegenüber Bisexuellen nicht von dem heterosexuellen Teil der Gesellschaft, sondern eher von anderen Mitgliedern der LGBT Gruppe. Eigentlich sollten diese Leute am besten wissen wie es ist wegen ihrer Sexualität nicht akzeptiert zu werden. Jedoch würden viele Homosexuelle, nach einigen Umfragen, aus Prinzip keine Beziehung mit einer bisexuellen Person eingehen, aus Angst, dass der Partner fremdgehen würde. Solche Vorurteile sind irrational und leider trotzdem weit verbreitet.</p>
<p>Doch die Angst gegen das andere Geschlecht ersetzt zu werden ist nicht selten. Erfahrungen zufolge ist es kein Einzelfall, dass jemand seine Sexualität austesten möchte und besagte Person sich einmalig mit einer/em Homosexuellen einlässt, ausprobiert und danach zurück zur vorherigen heterosexuellen Beziehung rennt. Daher die häufige Scheu vor Beziehungen mit Bisexuellen.</p>
<p>Allerdings würde man diese Art von Verhalten eher als „bicourious“ anstatt bisexuell betrachten</p>
<p>Allerdings der Aspekt, dass der bisexuelle Beziehungspartner die (körperlichen) Eigenschaften des anderen Geschlechts vermissen könnte und sein Gegenüber „ihnen das nicht geben kann“, ist ein realistischeres Argument gegen eine Partnerschaft, welches oft von Homosexuellen angesprochen wird.</p>
<p>Zum Thema Bisexualität gibt es viele verbreiteten Mythen aber auch gesellschaftswissenschaftliche Studien. Sollte man jedoch seine Informationen von einem Volksmythos beziehen? Kann es denn wirklich eine wissenschaftliche Studie zu einem so persönlichen Thema wie Liebe geben? Fragen über Fragen. Am Ende sollte es jedoch jeder selbst wissen als was er sich sieht, egal was Person A, Person B oder Studie XY sagt.</p>
<p>Schlussendlich ist zu sagen, dass alle Menschen mit und ohne LGBT Identität sich gegenseitig unterstützen sollten, anstatt die Diskriminierung fortzusetzen, vor allem wenn sie diese selbst erleben mussten. Vorurteile sind Teil unserer Gesellschaft und sind nur sehr schwer abzulegen. Doch dieses Ziel weiterzuverfolgen und daran zu arbeiten sollte unsere Zukunft sein. Denn nur so wird es möglich sein in einer toleranten und sozialen Weise miteinander umzugehen. Egal ob Lesbisch, Schwul oder hetero.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Ein <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/01/other-side-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Kurzfilm</strong></a> zu Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung.</li>
<li>Und noch <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/gedankenflut-ein-plaedoyer-gegen-homophobie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>ein Plädoyer</strong></a> gegen Homofeindlichkeit.</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Darf sie das??</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/03/darf-sie-das/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Mar 2017 08:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
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		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Sophia hat einen eigenen YouTube-Channel, auf dem sie sich mit allen möglichen Themen auseinandersetzt, die sie bewegen. Im aktuellen Video berichtet sie, welchen Shitstorm sie ausgelöst hat, als sie ein Foto ihrer frisch gepiercten Brust veröffentlicht hat &#8211; und was das mit Sexismus zu tun hat&#8230; Mehr dazu:  Hier liest du Fees Gedicht &#8222;Es]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Autorin Sophia hat einen eigenen <a href="https://www.youtube.com/channel/UCIrsqXbtU5nJq0PnJlda-DA" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Channel</a>, auf dem sie sich mit allen möglichen Themen auseinandersetzt, die sie bewegen. Im aktuellen Video berichtet sie, welchen Shitstorm sie ausgelöst hat, als sie ein Foto ihrer frisch gepiercten Brust veröffentlicht hat &#8211; und was das mit Sexismus zu tun hat&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-7852"></span></p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/01/es-ist-mir-egal/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier</strong></a> liest du Fees Gedicht &#8222;Es ist mir egal, dass du einer von den Guten bist&#8220;</li>
<li>Wie geht man mit Rassismus, Sexismus und Homofeindlichkeit im Netz um? Sophia hat <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/was-an-diskriminierung-im-netz-abgeht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>einen Clip</strong></a> vorbereitet.</li>
</ul>
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		<title>Pink Tax?!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/02/pink-tax/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Feb 2017 08:00:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Sophia hat sich mal in Drogerien umgesehen. Ihre erste Erkenntnis: es gibt viele Produkte, die für Frauen und für Männer unterschiedlich angeboten werden -wobei es sich aber um ähnliche oder gar die gleichen Produkte handelt. Zweite Erkenntnis: Die Frauen zugeschriebenen Produkte sind so gut wie immer teurer &#8211; Pink Tax also! &#160; Mehr dazu:  Tomazs]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sophia hat sich mal in Drogerien umgesehen. Ihre erste Erkenntnis: es gibt viele Produkte, die für Frauen und für Männer unterschiedlich angeboten werden -wobei es sich aber um ähnliche oder gar die gleichen Produkte handelt. Zweite Erkenntnis: Die Frauen zugeschriebenen Produkte sind so gut wie immer teurer &#8211; Pink Tax also!</strong></p>
<p><span id="more-8598"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li>Tomazs hat einen sexistischen Werbespot von Sixt <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/sixt-die-sexisten-fruehlingsgefuehle/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>unter die Lupe genommen</strong></a>.</li>
<li>„Ich finde das überhaupt nicht gut und werde dir jetzt erklären, warum!“ oder<strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/sexistische-kackscheisse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">„Sexistische Kackscheiße“</a></strong> von Fee</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>WTF WELT?! Genderzeug und wie es uns alle beeinflusst</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/09/wtf-welt-genderzeug-und-wie-es-uns-alle-beeinflusst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2016 08:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Selbst der Matheunterricht ist nicht frei von Genderklischees: In Sophias Textaufgabe zum Thema Vektoren ist es die schöne Frau, die von einem starken Mann aus der Not gerettet werden muss. Unsere Autorin findet: Es sind eben diese ‘Kleinigkeiten’, die unsere Vorstellung von männlich und weiblich prägen. Mehr dazu: Warum tragen alle Zollstöcke im männliche Namen?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Selbst der Matheunterricht ist nicht frei von Genderklischees: In Sophias Textaufgabe zum Thema Vektoren ist es die schöne Frau, die von einem starken Mann aus der Not gerettet werden muss. Unsere Autorin findet: Es sind eben diese ‘Kleinigkeiten’, die unsere Vorstellung von männlich und weiblich prägen. </strong></p>
<p><span id="more-7218"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Warum tragen alle Zollstöcke im männliche Namen? Mehdis tragi-komischer Text <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/gegenderte-produkte-ein-zollstock-namens-bjoern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Ein Zollstock namens Björn</a></u>  befasst sich mit Sexismus im Baumarkt.</li>
<li>Welche ‘Kleinigkeiten’ unsere Autorin Fee zur Weißglut treiben, erfahrt ihr in <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/sexistische-kackscheisse/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sexistische Kackscheiße</a></u></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Das Erwachen der Macht &#8211; Eine feministische Reyvolution?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/07/das-erwachen-der-macht-eine-feministische-reyvolution/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2016/07/das-erwachen-der-macht-eine-feministische-reyvolution/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2016 22:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Empowerment]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Klischees ziehen sich durch alle Teile unserer Gesellschaft, auch durch die Popkultur. Mit der Frauenrolle im Blockbuster „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ hat sich Sophia auseinandergesetzt und einen beeindruckenden Text über die Protagonistin Rey geschrieben. Das weltweit beliebte Star Wars-Franchise wurde im Dezember des Jahres 2015 mit dem nun siebten Teil „Das Erwachen der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Klischees ziehen sich durch alle Teile unserer Gesellschaft, auch durch die Popkultur. Mit der Frauenrolle im Blockbuster „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ hat sich Sophia auseinandergesetzt und einen beeindruckenden Text über die Protagonistin Rey geschrieben.</strong></p>
<p><span id="more-6898"></span></p>
<p>Das weltweit beliebte Star Wars-Franchise wurde im Dezember des Jahres 2015 mit dem nun siebten Teil „Das Erwachen der Macht“ fortgesetzt. In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich dieser Film jedoch von seinen sechs Vorgängern, wodurch einige Debatten über die politische Aussage des Filmes ausgelöst wurden.</p>
<p><strong>Political correctness als Marketingtool?</strong></p>
<p>Das Thema wurde durch die Besetzung der Protagonisten des Films, Daisy Ridley und John Boyega, hervorgerufen. Eine Frau und einen dunkelhäutigen Mann in der Hauptbesetzung zu wählen ist für Kritiker ein offensichtlicher Versuch politische Korrektheit in den Film einzubauen, um sich als „revolutionär“ darzustellen.</p>
<p>Allerdings, ist das wirklich gerechtfertigt? Oder gibt es im Vergleich zu Prinzessin Leia Organa, Padmé und Co. keine einschneidenden Veränderungen?</p>
<p>Um diese Frage zu beantworten ist es nötig, die bisherige Darstellung der weiblichen Charaktere in vorhergehenden Star Wars Filmen im Kontext des modernen Feminismus zu betrachten.</p>
<p>Doch wie sieht „moderner Feminismus“ aus? In heutiger Zeit haben sich die Ziele des Feminismus im Vergleich zur Vergangenheit geändert. Feministen im zwanzigsten Jahrhundert kämpften noch um das Wahlrecht, Abtreibungsrecht oder auch das Verbot von Vergewaltigung innerhalb einer Ehe, welches übrigens in Deutschland erst 1997 realisiert wurde. Die heutigen Ziele reichen nun viel weiter als nur auf die grundlegenden Menschenrechte. Es sind soziale Konstrukte, die Frauen als minderwertig ansehen, welche Feministen bemüht sind aufzulösen. Angefangen bei der Hausarbeit und „Mutteraufgabe“ bis hin zur Sexualisierung des weiblichen Geschlechts und dessen Zensur. Moderne Feministen wollen diese Werte abschaffen und sich nicht weiterhin von der Gesellschaft kontrollieren lassen.</p>
<p>Doch entspricht Rey diesen Anforderungen? Und worin liegt der Unterschied zu den anderen Star Wars Frauen?</p>
<p><strong>Die knapp bekleidete Schwester des Helden</strong></p>
<p>Schauen wir uns zunächst die weiblichen Charaktere in den bisherigen Star Wars Filmen an:</p>
<p>Prinzessin Leia Organa ist die tragende weibliche Kraft der „Krieg der Sterne“ Trilogie. Sie wird zwar teils als starke, beinahe Männern gleichwertige Frau dargestellt, jedoch ist ihre Funktion als Anreiz für die überwiegend männliche Zielgruppe deutlich sichtbar, wenn man bedenkt wie Leia den Zuschauern im Gedächtnis bleibt. Nicht als die Heldin, sondern als knapp bekleidete Schwester des Helden.</p>
<p>Ein jedoch durchaus, für die achtziger Jahre, revolutionäres Bild ist in Episode sechs „Die Rückkehr der Jedi Ritter“ zu sehen, in welcher Leia das Steuer eines Düsenschlittens übernimmt, während Luke hinter ihr sitzt. Eine Frau die ein “Motorrad“ fährt, während sich der Mann im Beifahrersitz befindet ist ein beinahe einmaliges Bild in der Kinogeschichte.</p>
<p>Leia hat „Die Macht“ in sich, so wie ihr Bruder Luke. Im Gegensatz zu ihm benutzt sie jedoch nie ein Laserschwert. Keine Frau hat vor dem Prequel jemals das essentielle Symbol für die Star Wars-Reihe in die Hände bekommen. Dadurch wird gezeigt, dass sie nur wegen dem Fakt, dass sie keinen Penis haben, nicht in der Lage sind, mit einer besonderen Waffe zu kämpfen.</p>
<p>Schauen wir uns einmal den Bechteltest an: Er ist ein, durch die Zeichnerin und Autorin Alison Bechtel hervorgegangener, Test für Filme, welcher zum Bestehen nur wenige Voraussetzungen stellt.</p>
<p>Die drei Bedingungen, die ein Film erfüllen muss um den Test zu bestehen lauten wie folgt:</p>
<ol>
<li>Es muss wenigstens zwei weibliche Charaktere geben, die einen Namen haben;</li>
<li>Sie müssen ein Gespräch miteinander führen;</li>
<li>In diesem Gespräch muss es um etwas anderes gehen als einen Mann. Trotz dieser vermeintlich einfachen Voraussetzungen besteht keiner der Star Wars Filme den Bechteltest (weder Originaltrilogie noch Prequels).</li>
</ol>
<p>Die Screentime aller Frauen – mit Ausnahme von Leia &#8211; zusammengezählt ergibt 1:24 Minuten in über sechseinhalb Stunden Filmlaufzeit.</p>
<p>Im Vergleich zur Originaltrilogie sind in den Prequels einige weibliche Charaktere hinzugekommen. Die wichtigste Person ist Padmé Amidala, welche zunächst Königin und ab Episode zwei „Angriff der Klonkrieger“ Senatorin von Naboo ist, besitzt eine starke eigenwillige Persönlichkeit. Sie fällt allerdings im Verlauf der drei Filme immer mehr in eine unterwürfige, unscheinbare Position.</p>
<p>Als Senatorin ist sie eine starke Frau mit Durchsetzungsvermögen, im Gegensatz zu ihren letzten Szenen, in welchen sie immer mehr in die Hintergrundhandlung tritt und sich aus der Politik zurückzieht. Ihre Schwangerschaft mit den Zwillingen Luke und Leia nimmt sie gänzlich ein.</p>
<p>Dadurch wird ein weit verbreitetes Klischee bedient, in dem die Frau als „Gebärerin“ gilt. Sobald eine Frau schwanger ist, solle sie sich aus dem Berufsleben zurückziehen und für den Nachwuchs sorgen. Diesem unausgesprochenen Gesetz wird von Padmé durchaus Gehorsam entgegengebracht.</p>
<p><strong>Frauen nur teilweise selbstständig</strong></p>
<p>Dadurch wird klar, wie unwichtig Frauen eigentlich für den Plot der Star Wars-Saga sind. Die höchste Position die eine Frau in sechs Filmen je bekam war „Die Frau an der Seite des Helden“, auch wenn diese Frau teilweise selbstständig war.</p>
<p>In den ersten zwei Trilogien der Star Wars Saga wird wenig von dem umgesetzt, was man als „modernen Feminismus“ versteht. Frauen werden zwar nicht offensichtlich unterdrückt, jedoch unterschwellig durch deren unterwürfige Darstellung und Präsenz degradiert.</p>
<p><u>Darstellung von Rey</u></p>
<p>In der achten Episode der Star Wars-Saga wird einer der beiden Protagonisten durch eine Frau, Daisy Ridley, verkörpert. Der von ihr gespielte Charakter ist eine Waise namens Rey, welche seit ihrer Kindheit auf dem Wüstenplaneten Jakku auf die Rückkehr ihrer Eltern wartet. Um überleben zu können sammelt sie Schrott und alte Wertgegenstände, die sie anschließend in Nahrung umtauscht. Bereits innerhalb der ersten Minuten wird klar, dass Rey eine unabhängige Person ist, welche es schafft, vollkommen allein zu leben. Allerdings wird ihr auch ein gewisser Grad an Naivität zugeschrieben, da sie vergeblich auf ihre Eltern wartet, die offensichtlich nicht zurückkehren werden.</p>
<p>Äußerlich ist sie eine sehr attraktive junge Frau, was für einen Film der vor allem männliche Zuschauer generieren will unumgänglich ist. Sie trägt meist relativ enge Kleidung, die allerdings durch ihre regelrechte Hochgeschlossenheit an sehr offensichtlichem und sexualisierendem Reiz verliert.</p>
<p>Was definitiv als revolutionär bezeichnet werden kann, ist das Auftreten einer Frau als Protagonistin. In der bisherigen Filmgeschichte der Saga war die höchste Position die eine weibliche Person in der Handlung hatte, wie bereits erwähnt „Die Frau an der Seite des Protagonisten“.</p>
<p>Ebenfalls wurde zum ersten Mal einer für den Film wichtigen Frau ein Laserschwert in die Hände gegeben. Für die bisherigen Episoden undenkbar. Das universale Machtsymbol wird nun nicht mehr nur von Männern besessen, sondern auch Frauen können über solche Macht verfügen. Dies ist eine Gleichstellung der Geschlechter in der Kampfposition.</p>
<p><strong>Entwicklung zur willensstarken Frau</strong></p>
<p>Im Laufe des siebten Teils entwickelt sich Rey von einem unwissentlichen Mädchen welches vergeblich auf ihre Eltern wartet zu einer willensstarken Frau, die legendäre Figuren des Star Wars-Universums wie Han Solo begleiten will und sogar ebenbürtig den Millennium Falken steuern kann. Als sie von Kylo Ren gefangen genommen und von ihm gefoltert wird, schafft sie es ohne jegliches vorheriges Training sich ihm mithilfe der Macht zu widersetzten und zu befreien. Auch in ihrem Kampf gegen ihn mit dem Lichtschwert ist Rey, trotz Fehlens jeglicher Übung, klar im Vorteil.</p>
<p>Durch dieses Ereignis wird offengelegt, dass die Autoren Rey als eine Art „Mary Sue“ darstellen wollten. Zum Vergleich: Anakin konnte auch nach Jahren seiner Ausbildung bei einem Kampf gegen seinen Meister kaum standhalten. Luke wurde, nach einigen Tagen Trainings durch Yoda, seine Hand von Darth Vader abgeschlagen. Rey konnte es also kaum möglich sein gänzlich ohne Übung einen Sith, welcher durchaus eine Ausbildung genossen hat, zu duellieren. Jedoch weiß sie ohne zu zögern sowohl mit dem, für sie „komischen Leuchtstäbchen“, als auch mit der Macht umzugehen. Es wird also in höchstem Maße übertrieben was ihre möglichen Fähigkeiten angeht.</p>
<p><u>Fazit</u></p>
<p>Die  Leitfrage bezüglich Reys revolutionären Darstellung ist nun einfach beantwortet.</p>
<p>Trotz einiger feministischen Ansätze sind Frauen in den ersten sechs Episoden definitiv wenig präsent, erfüllen keinen signifikanten Zweck für die Handlung und sind im Gesamten eher in traditionellen Frauenpositionen, wie „Die Gattin des Helden“, „Die Mutter des Helden“ oder auch „Die Schwester des Helden“.</p>
<p><strong>Eine feministische Revolution</strong></p>
<p>Rey hingegen wird, etwas überspannt, als starke Protagonistin, welche eine tragende Rolle im Film spielt präsentiert. Eine feministische Revolution. Allerdings kommt Rey nicht in ähnliche Situationen wie andere Frauen des Star Wars-Universums, beispielsweise Schwangerschaft, wodurch ein Vergleich schwer fällt.</p>
<p>Ebenfalls ist das offensichtliche Ziel der Produzenten und Autoren, „politisch korrekt“ zu sein durch die überzogenen Fähigkeiten Reys, und die Besetzung des dunkelhäutigen zweiten Hauptdarstellers, ziemlich klar.</p>
<p>In Gänze betrachtet ist Rey jedoch als revolutionär zu betrachten, da sie die erste Frau des Star Wars-Universums ist, welche als Protagonistin auftritt, ein Laserschwert benutzt und keinem unterdrückenden Gesellschaftsklischee entspricht.</p>
<p>Meiner Meinung nach war dieser Film durchaus ein Versuch, irgendwie politisch korrekter zu sein und somit Aufmerksamkeit zu generieren. Die Umsetzung der Story war jedoch davon nicht sehr betroffen und im Großen und Ganzen exzellent. Rey als „übernatürliche Jedi“ darzustellen war zwar etwas zu offensichtlich, aber von den Produzenten gut gemeint.</p>
<p>Somit ist zu sagen, dass die etwas zu offensichtliche feministische <strong><em>Rey</em></strong><em>volution</em> im Star Wars-Universum stattgefunden hat.</p>
<p><strong>Weiterführende Links:</strong></p>
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<li>Videodreh: <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/klischees-sind-fuer-die-tonne/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Klischees sind für die Tonne</a></span></li>
<li>Definition: <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/was-ist-feminismus/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Was bedeutet eigentlich Feminismus?</a></span></li>
<li>Star Wars: <span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article149661200/Rey-ist-Disneys-wichtigste-Merchandising-Waffe.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Disney will die Frauen erreichen</a></span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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