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	<title>Sexismus &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Sexismus &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Sexismus auf Social Media</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Apr 2025 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Reaction Time mit Romy! Als Aufreger hat sie uns heute ein paar Pick Up Artists mitgebracht. Wir finden: auch wenn deren Weltbild anti-feministisch und gefährlich ist, darf man trotzdem beim Betrachten dieser Sorte Creator auch mal laut Lachen!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Es ist Reaction Time mit Romy! Als Aufreger hat sie uns heute ein paar Pick Up Artists mitgebracht. Wir finden: auch wenn deren Weltbild anti-feministisch und gefährlich ist, darf man trotzdem beim Betrachten dieser Sorte Creator auch mal laut Lachen!</strong><span id="more-16717"></span></p>
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		<title>IST DAS NICHT WITZIG?!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2024/01/ist-das-nicht-witzig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jan 2024 09:36:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
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		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[Mädels hinterherrufen ist doch voll harmlos. Oder? – Das fragen sich unsere Jungs von CARMIA.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mädels hinterherrufen ist doch voll harmlos. Oder? – Das fragen sich unsere Jungs von CARMIA.</strong><span id="more-15881"></span></p>
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		<title>The Big Bang Sexism</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/05/the-big-bang-sexism/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Romy]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 May 2023 12:16:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Romy analysiert den Sexismus der Charaktere in der Serie und ergründet, wie er in der Produktion bewusst eingebaut und versteckt wird. „The Big Bang Theory“ ist eine der beliebtesten Comedy Serien Deutschlands. Es geht um eine Freundesgruppe, bestehend aus vier sehr schlauen Physikern, die alle Probleme beim Finden einer Lebenspartnerin haben. Das kombiniert mit eingespielten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Romy analysiert den Sexismus der Charaktere in der Serie und ergründet, wie er in der Produktion bewusst eingebaut und versteckt wird.</strong><span id="more-15546"></span></p>
<p>„The Big Bang Theory“ ist eine der beliebtesten Comedy Serien Deutschlands. Es geht um eine Freundesgruppe, bestehend aus vier sehr schlauen Physikern, die alle Probleme beim Finden einer Lebenspartnerin haben. Das kombiniert mit eingespielten Lachern, und schon ist die Serie komplett. Bei „The Big Bang Theory“ wird einfach alles ins Lächerliche gezogen: Das Interesse für Superhelden, die Physik, und sogar der in jeder Folge vorhandene Sexismus. Und warum gerade das sehr problematisch ist, erläutere ich in meinem Artikel.</p>
<p>In „The Big Bang Theory“ gibt es vier männliche Protagonisten: Howard, Lennart, Raj und Sheldon. Als Studenten an einer Forschungsuniversität mit einem Faible für Comics werden die Charaktere wie die typischen „Nerds“ dargestellt: zu schlau, zu seltsam, aber irgendwie niedlich. Durch das eingespielte Gelächter der Serie nicht sofort zu erkennen ist der tiefsitzende Sexismus in jedem der Hauptcharaktere. Und dieser Sexismus sollte mehr unter die Lupe genommen werden.<br />
Howard beispielsweise ist gerade zu Beginn der Serie als Single, aber auch im weiteren Verlauf der Serie als Ehemann ein durch und durch misogyner Charakter. Während seines Single – Lebens stalkt er gerne Frauen, er lokalisiert unter anderem auf illegalem Wege den Aufenthaltsort von Models und bringt anschließend eine Kamera in ihrem Haus an, um diese weiterhin beobachten zu können. Damit greift er in jegliche Privatsphäre der weiblich gelesenen Personen ein und er überschreitet diese Grenze nur für sein eigenes sexuelles Vergnügen. Auch als er später die Mikrobiologin Bernadette heiratet, lassen seine sexistischen Züge nicht nach: er weigert sich, seine Frau im Haushalt zu unterstützen und lässt sie die gesamte Care – Arbeit sowie alle Putzangelegenheiten erledigen, selbst wenn Bernadette ihn ausdrücklich um Hilfe bittet.<br />
Nicht nur Howard benimmt sich enorm problematisch in der Serie, auch sein Freund Lennart zeigt deutlich, dass er trotz seiner freundlich dargestellten Seite seine feste Freundin Penny auch mal gerne als sexuelles Objekt ansieht. Das wird besonders in der vierten Folge der siebten Staffel sehr deutlich: Lennart gibt sich Penny gegenüber traurig und frustriert, um als Trost von ihr Sex zu erhalten. Er manipuliert seine eigene Freundin also emotional, um seine sexuellen Bedürfnisse zu stillen. Die Geschichte hinter der Beziehung Pennys und Lennarts ist ebenfalls sehr interessant: Sie sind erst zusammengekommen, nachdem er ihr gegenüber jahrelang aufdringlich war. Ein „Nein“ hat er nicht akzeptiert. „Romantisch“ könnte man sagen. „Belästigend“ würde ich es eher nennen.<br />
Auch die sexistischen und grenzüberschreitenden Taten des dritten Freundes, Raj, werden in „The Big Bang Theory“ ins Lächerliche gezogen: So wird eine Szene, in welcher Raj betrunken im Café eine Frau anspricht und sich schließlich in aller Öffentlichkeit komplett auszieht, obwohl die Frau in der Szene verängstigt ist und sich eindeutig unwohl fühlt, einfach mit einem Lachen unterlegt. Auch als sich Raj mit einem Freund auf einer Dating Website anmeldet, und eine Dame mit dem Nutzernamen „Jenny209“ kennenlernt, hofft er darauf, dass „209“ nicht ihr Gewicht sei. Sein Freund Stuart bietet ihm an, Jenny gerne zu „übernehmen“, falls die Zahl ihr Gewicht darstellen sollte. Gleich zwei problematische und misogyne Aussagen innerhalb von zehn Sekunden, die durch die Produzenten als pure Comedy dargestellt werden.<br />
Der letzte Mann der Freundesgruppe, Sheldon, wirkt auf den ersten Blick gar nicht so, als ob er frauenfeindliche Aussagen von sich geben würde. Er scheint sich nicht einmal für Frauen zu interessieren, und dennoch hört man ihn in der Serie des Öfteren durchaus sexistische Dinge sagen. So fragt er die Vorsitzende der Personalabteilung, ob sie ihre Periode habe, weil sie ja so gereizt sei. Sheldon ist außerdem der festen Überzeugung, Männer seien besser als Frauen, wie er in der ersten Folge der neunten Staffel von sich gibt. „Willst du noch einen Grund hören, warum Männer besser als Frauen sind? […] weil du ein Mann bist, der Champagner unter den Geschlechtern“, sind seine genauen Worte.</p>
<p>Aber wie kann es sein, dass die Zuschauer:innen in jeder Folge sexistischen und misogynen Witzen und Aussagen begegnen, ohne, dass es ihnen direkt auffällt?<br />
Die Antworten ist recht simpel: Die Produzenten der Serie, Chuck Lorre und Bill Prady schaffen es, Mitleid gegenüber den Protagonisten zu erregen, wenn diese mal auf ihr frauenfeindliches Verhalten hingewiesen werden. Das geschieht beispielsweise durch traurige Musik oder dem Wegbleiben von eingespieltem Gelächter. Man sympathisiert daraufhin automatisch mit den männlichen Charakteren, obwohl es absolut richtig und wichtig war, dass diese auf ihren tiefsitzenden Sexismus hingewiesen werden.<br />
Außerdem spielt es eine Rolle, wie die vier Freunde dargestellt werden: sie sind nun einmal nicht die „typischen Machos“, von denen wir als Gesellschaft solch misogynes Verhalten erwarten. Sie werden dargestellt als niedliche und irgendwie bemitleidenswerte „Nerds“, denen Charaktereigenschaften wie Sexismus nicht direkt zugeordnet werden. Durch die stetig eingespielten Lacher in jeder Szene wird der Sequenz die Ernsthaftigkeit genommen und die Frauenfeindlichkeit wird in Humor verpackt, sodass man diese zunächst gar nicht kritisieren möchte oder kann.<br />
„The Big Bang Theory“ ist als Serie so problematisch, weil sie sich über ernsthafte Themen lustig macht, die einfach nicht ins Lächerliche gezogen oder als Witz dargestellt werden sollten.<br />
Sexuelle Belästigung, Stalking, Manipulation von Frauen und stereotypische Rollenbilder wie die „Hausfrau“ sind kein Witz. Für uns Frauen ist das die harte Realität.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Cro das Genie</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/02/cro-das-genie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Claire]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Feb 2023 15:28:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Rapper Cro hatte vor ca. 10 Jahren mit seinem Song &#8222;Easy&#8220; einen riesen Hit und damit auch zahlreichen Menschen einen Soundtrack für Erinnerungen von früher geliefert. So auch für Claire, die in ihrem ersten Beitrag auf meinTestgelände einige seiner Textzeilen gesammelt hat und zeigt, seine Vorstellung von Geschlechtergerechtigkeit ist gar nicht so easy und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Rapper Cro hatte vor ca. 10 Jahren mit seinem Song &#8222;Easy&#8220; einen riesen Hit und damit auch zahlreichen Menschen einen Soundtrack für Erinnerungen von früher geliefert. So auch für Claire, die in ihrem ersten Beitrag auf meinTestgelände einige seiner Textzeilen gesammelt hat und zeigt, seine Vorstellung von Geschlechtergerechtigkeit ist gar nicht so easy und locker, eher anstrengend und staubig. </strong><span id="more-15336"></span></p>
<div id="pageContainer1" class="_page_1gl8y_100 " data-index="0">Hubba Bubba kauen, mit der Regenbogen-Spirale spielen und dabei über den MP3 Player Cro hören – das weckt Erinnerungen an die Kindheit oder? Da wird man doch gleich ganz nostalgisch. Musik an sich ist ja Geschmackssache und auch mit über 30 kommt Cro, mit bürgerlichem Namen Carlo Waibel, immer noch wie der freche, coole Junge aus der Nachbarschaft rüber; bisschen Gangster, aber im Herzen eigentlich ein ganz Lieber.</div>
<div class="_page_1gl8y_100 " data-index="0">Dass wir als Kinder die Musik feierten kann man uns kaum vorwerfen; wir waren zu klein, um die Texte zu verstehen. Heute ist es anders. Wir sind erwachsen oder zumindest auf dem Weg es zu werden. Wir als Gen Z stehen für Offenheit und Toleranz, wir leben unsere Sexualität vielfältig aus und setzen uns für Gleichberechtigung ein &#8211; wir wollen das sein, was unsere Elterngeneration nichtwar. Deutschrap wird für seine vielen sexistischen und höchst problematischen Aussagen kritisiert,Cro jedoch kaum. Wenn Cro bei einer Party gespielt wird, freuen sich alle, es entsteht eine entspannte Atmosphäre und alle singen den Refrain mit. Gestandene Feminist*innen machen sich keine Gedanken über den Text, den der Pop-Rapper da singt. Bei den Top 50 meistgehörten Songs 2022 auf Spotify belegt Cro mit seinem alten Hit „Traum“ sogar Platz 25. Dabei ist der Sexismus so offensichtlich: in seinem Hit „Easy“ singt er offen darüber, wie er eine Person mit weiblichen Pronomen Gewalt antun will, wenn sie eigene Vorstellungen von ihrem Leben hat und ihre Wünsche und Gefühle äußert, die nicht seinen Vorstellungen entsprechen: „und wenn sie heiraten will und nach drei Tagen chilln schon dein ganzes Haus und deinen Leihwagen will ersch easy [&#8230;]“. Er ersetzt das Ende des Wortes „Erschießen“ mit „easy“, sodass er zwar nicht ausspricht was er sagen will, man als Hörer*in jedoch trotzdem „Erschießen“ versteht. Auch Aussagen wie „scheiß auf Bitches“, in dem Lied „Unendlichkeit“ sind äußert frauenfeindlich und beleidigend. Besitzansprüche gegenüber Personen erhebt er in dem 2014 veröffentlichten Song „Traum“ („Und ich glaub ich fänd es cool wenn du mir gehörst“). FLINTA*-Stereotype fehlen in seinen Texten genauso wenig; „Sachen, die Frau&#8217;n halt eben brauchen“ sind dabei nicht etwa Gleichberechtigung oder die Abschaffung des Patriarchats, nein, seiner Auffassung nach bräuchten Frauen einen Bikini und „ne neue Tasche“ (Bye,Bye). Dazu wolle „sie“ auch nur sein Geld. In „Einmal um die Welt“ erzählt er von den ganzen kostspieligen Dingen, die „sie“ von ihm haben wolle („Sie will Kreditkarten und meinen Mietwagen“).</div>
<div class="_page_1gl8y_100 " data-index="0">Toxische Männlichkeit darf für das perfekte Gesamtpaket natürlich auch nicht fehlen: in seinem Song „Bye Bye“ projiziert Cro das konservative Bild, dass der Mann die Frau ansprechen muss. Er singt in der Perspektive des Mannes, dass er ein Versager sei, wenn er sich nicht trauen würde, sie anzusprechen („Ich bin ein Versager, weil ich mich doch nicht trau“). In der Perspektive der Frau erwartet er von dem Mann angesprochen zu werden („bitte komm, sprich mich an“). Auch glaubt der Rapper zu wissen, dass ein Mensch ein „richtiger Mann“ sei, wenn er das erste mal Sexgehabt hat, wie er in „Nie mehr“ erklärt („Jetzt bin ich ein richtiger Mann“).</div>
<div class="_page_1gl8y_100 " data-index="0">Auf der einen Seite setzen wir uns gegen das Patriarchat und Sexismus ein, wir diskutieren mit unseren Eltern und Großeltern für mehr Gleichberechtigung – gleichzeitig hören wir weiter Cros Lieder..</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Geschlechterrollen und Diskriminierung in Medien am Beispiel von TKKG</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/10/geschlechterrollen-und-diskriminierung-in-medien-fuer-kinder-und-jugendliche-am-beispiel-von-tkkg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martha]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Oct 2022 10:31:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Pippi Langstrumpf, die drei Fragezeichen oder Benjamin Blümchen – viele Charaktere aus Filmen, Büchern oder Hörspielen rücken unweigerlich in unser Gedächtnis, wenn wir an unsere Kindheit denken. Doch Martha hat da eine schlechte Nachricht: Viele unserer geliebten Geschichten reproduzieren Stereotype, greifen zu Sexismus und Rassismus. Klar – besonders bei Kinderbuch-Klassikern aus dem letzten Jahrhundert kann]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pippi Langstrumpf, die drei Fragezeichen oder Benjamin Blümchen – viele Charaktere aus Filmen, Büchern oder Hörspielen rücken unweigerlich in unser Gedächtnis, wenn wir an unsere Kindheit denken. Doch Martha hat da eine schlechte Nachricht: Viele unserer geliebten Geschichten reproduzieren Stereotype, greifen zu Sexismus und Rassismus.</strong><span id="more-15117"></span></p>
<p>Klar – besonders bei Kinderbuch-Klassikern aus dem letzten Jahrhundert kann man argumentieren, dass diese zu anderen Zeiten entstanden, als Diskriminierung jeglicher Art wesentlich weniger in der Gesellschaft zur Sprache kam und nicht aufgearbeitet wurde. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass auf diese Problematik kaum aufmerksam gemacht werden sollte. Deshalb habe ich beschlossen, alte Folgen von meiner Lieblingshörspielreihe TKKG herauszusuchen, zu analysieren und besonders auf diskriminierende Inhalte zu achten. Und um den Wandel in unserer Gesellschaft bezüglich Diskriminierung aufzuzeigen, habe ich mehrere alte TKKG-Folgen aus den Jahren 1979 und 1984, eine neuere Folge (veröffentlicht 2006) und die jüngsten Episoden, die erst seit 2022 verfügbar sind, ausgewählt. Beim Hören wurde mir schnell klar, dass sich im Laufe der Jahrzehnte einiges verändert hat. Da ich nicht davon ausgehe, dass jede*r von euch Leser*innen mit TKKG aufgewachsen ist, folgen nun erst einmal ein paar Informationen über die Kinderserie und ihre Inhalte.<br />
Die TKKG-Bande, benannt nach ihren Mitgliedern Tarzan/Tim<a class="sdfootnoteanc" href="#sdfootnote1sym" name="sdfootnote1anc"><sup>1</sup></a>, Karl, „Klößchen“ und Gaby ist eine Gruppe von befreundeten Nachwuchs-Detektiv*innen, die in ihrer Freizeit Kriminalfälle lösen und dabei selbst in das Geschehen verwickelt werden. Meist arbeiten sie mit Gabys Vater, dem Kriminalkommissar Emil Glockner, zusammen. 1979 erschien der erste Band der TKKG-Jugendbuchreihe von Autor Stefan Wolf, welcher seine Bücher nutzt, um Themen anzusprechen, die vor allem für Jugendliche interessant sind, zum Beispiel Alkohol, Partys und Freundschaft. Dabei fungieren TKKG als Vorbilder für junge Hör*erinnen, zum Beispiel kritisieren sie oft rauchende Menschen oder Gleichaltrige, die Drogen nehmen. Bereits ab 1981 erschienen die Bücher auch als Hörspielreihe, welche mittlerweile 224 Folgen umfasst und im Laufe der Jahrzehnte entstanden drei TKKG-Kinofilme und sogar eine Animationsserie.<br />
Die vier Freunde Tarzan/ Tim, Karl, Klößchen und Gaby sind Schüler*innen an einer Internatsschule, die Gaby und Karl als Externe besuchen. Zu Beginn der Handlung sind sie 12 oder 13 Jahre alt und verkörpern „typische“ Jugendliche aus verschiedenen sozialen Schichten mit unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten. Doch um den Charakteren einen hohen Wiedererkennungswert zu verleihen, griff der Autor zu stereotypischen Darstellungen, die aus heutiger Sicht alles andere als harmlos sind.<br />
Karl ist ein Nerd, der groß und schlaksig ist, eine Nickelbrille trägt und von den anderen „Computer“ genannt wird, da er sich auf vielen Themengebieten auskennt und bei Gesprächen oft lehrreiche Informationen beitragen kann. Klößchen wird hingegen als dick und faul beschrieben, der als Sohn eines Schokoladenfabrikanten am liebsten die Familienprodukte verspeist. Eigentlich heißt er Willi, doch seine Freunde haben ihm seinen äußerst problematischen Spitznamen gegeben. Er deutet bereits an, wie „Klößchen“ in der Serie behandelt wird: In praktisch jeder Folge findet Body Shaming gegen ihn statt, sowohl von Nebencharakteren als auch von seinen eigenen Freunden. Klößchen ist ein witziger, aber nicht besonders mutiger Typ.<br />
Das komplette Gegenteil von ihm verkörpert Gaby, die sehr abenteuerlustig und gerecht ist. Als einziges Mädchen wird sie bei gefährlicheren Aktionen manchmal ausgeschlossen und erfährt oft Sexismus und Misogynie – oft auch ausgehend von ihrem Freund Tarzan/Tim. Sie wird als typische Blondine dargestellt, hat lange Wimpern, blaue Augen und ist äußerst hübsch. Zudem wird sie als tierlieb beschrieben und hat meist ihren Hund „Oskar“ dabei. Gaby ist selten diejenige, die im Vordergrund steht.<br />
Denn der eigentliche Anführer und gleichzeitig der problematischste Charakter der vier ist Tarzan/ Tim. Er wird als ein großer, sportlicher Typ beschrieben, der Judo trainiert und in brenzligen Situationen meist in der Lage ist, Verbrecher in die Mangel zu nehmen und sich und seine Freunde zu verteidigen. Dabei greift er nicht nur zu Notwehr, sondern hin und wieder auch zu willkürlicher Gewalt. In den frühen Folgen aus den 1980er Jahren ist er derjenige, der mir am häufigsten durch diskriminierende Kommentare aufgefallen ist. Zudem agiert er als Beschützer für Gaby, ob sie das nun möchte oder nicht. Dass nicht nur die Charaktere problematisch sind, wird jede*r Hörer*erin schon bei der ersten Folge von TKKG schnell bewusst.<br />
In „Die Jagd nach den Millionendieben“ debattieren Tarzan, Karl und Gaby darüber, ob sie eine Spur auf eigene Faust verfolgen oder lieber nicht selbst aktiv werden sollten. Als sie beschließen, selbst zu handeln, sagt Gaby zunächst zu Tarzan: „Du willst alleine herausfinden, wer die Bilderdiebe sind? Das ist mir zu gefährlich.“ Tim antwortet daraufhin: „Du darfst nur mit, wenn es nicht gefährlich ist. Schließlich bist du ein Mädchen.“<br />
Dies ist die erste von vielen diskriminierenden Aussagen, die Tarzan von sich geben wird. Bereits in der nächsten Folge „Der blinde Hellseher“ sagt er beim Besuch in einem italienischen Restaurant über dessen Besitzer: „Der sieht aus wie der typische Kidnapper. Stechende Augen, pockennarbige Haut. Das haben die alle.“ Daraufhin tritt ihn Gaby für diesen unangebrachten Kommentar und fängt an mit ihm zu schimpfen, doch er unterbricht sie: „Schon gut, Gaby.“ Somit wird ihr Eingreifen nicht ernst genommen und der rassistische Kommentar weder von den anderen reflektiert, noch wird Tarzan zur Verantwortung gezogen. Dazu gibt es Fun- oder eher Sad Fact: Die ersten fünf Hörspielfolgen von TKKG, die man auf Spotify hören kann, beinhalten tatsächlich einen Disclaimer, der auf diskriminierende Inhalte hinweist. Laut des Hörspielverlags „Europa“ hätte man das Hörspiel allerdings in der Originalfassung beibehalten, um „die kulturellen Versäumnisse der Vergangenheit nicht zu verbergen“. Und der Disclaimer ist meiner Meinung nach auch nötig. Alleine in Folge 2 gibt es zahlreiche Szenen mit rassistischen und sexistischen Inhalten. So beschuldigen TKKG den bereits erwähnten Italiener, er sei ein Mitglied der Mafia und verdächtigen ihn, ihren Klassenkameraden entführt zu haben. Ihre Rechtfertigung für den Verdacht: Der Restaurantbesitzer kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten. Doch das ist noch längst nicht alles. In derselben Folge redet Tarzan mit einem französischen Au-Pair-Mädchen, welches bei seiner Ankunft gerade eine Zigarette raucht und mit einem etwas überzogen klingenden Akzent spricht. Als sie ihn fragt, warum er zu später Stunde noch draußen unterwegs ist, antwortet er: „Einem Mädchen, das erst 16 ist und schon wie ein Fabrikschlot raucht, der gehört der Hintern versohlt.“ Dann tauschen sie sich über den vermissten Klassenkameraden der TKKG-Bande aus, wobei Tarzan sich über den französischen Akzent des Au-Pairs lustig macht und sagt: „Du musst doch nicht so maßlos übertreiben mit deinem Akzent. Du kannst doch einwandfrei Deutsch sprechen.“ Eine solche Respektlosigkeit ist echt unangenehm und peinlich. So Tarzan, jetzt würde ich gerne einmal dein fehlerfreies Französisch hören!<br />
Doch auch in weiteren früh veröffentlichten Folgen von TKKG lassen sich diskriminierende Inhalte finden. In „Das Geiseldrama“, veröffentlicht im Jahr 1984, erzählt Gaby ihren Freunden, dass sie eine Frau besuchen wird, die sich ihr Bein gebrochen hat. Als sie fragt, ob die Jungs sich ihr anschließen wollen, sagt Tarzan: „So unangekündigt geht das doch nicht. Wer weiß, ob sie ihre Wimpern getuscht und ihr indisches Nachthemd angezogen hat. Wenn drei junge Herren bei ihr aufkreuzen, möchte sie doch sicher nach etwas aussehen.“ Daraufhin kontert Gaby: „Drei junge Herren? Eingebildet seid ihr wohl überhaupt nicht. Da können Frau Hohlmeier und ich ja wohl lachen.“ Und da gebe ich ihr vollkommen recht.<br />
Rückblickend kann man die TKKG-Folgen der 1970er und 80er-Jahre nicht nur für die enormen Mengen an diskriminierenden Inhalten kritisieren. Abgesehen von Gaby treten wenige weibliche Charaktere auf, von Personen, die nicht heterosexuell, weiß und cis sind, mal ganz zu schweigen. FLINTAs treten meist als Mütter, Lehrer*innen oder Hausfrauen* auf, haben – Gaby ausgeschlossen – selten längere Redeanteile und sind oft als naiv, ängstlich, dumm oder sehr emotional dargestellt.</p>
<p>Logischerweise haben sich alle Kinderbücher und -hörspiele im Laufe der Zeit verändert. Besonders fällt dies in Bezug auf technologische Neuerungen auf. Wenn die TKKG<span style="text-decoration: line-through;">&#8211;</span>Bande in den 1980er Jahren Hilfe holen wollte, musste sie noch eine Telefonzelle aufsuchen. In neueren Episoden haben alle Mitglieder natürlich ein Handy. Wenn man neue Folgen von TKKG mit den Älteren im Bezug auf diskriminierende Inhalte vergleichen möchte, stößt man jedoch auf ein Problem: Der Erfinder und Autor der TKKG-Bücher – Stefan Wolf – ist seit fast 15 Jahren tot. Und während die Buchreihe 2013 eingestellt wurde, werden immer noch neue Hörspiele von diversen Autoren geschrieben und vertont. Somit kann man schwer einen Vergleich zwischen alten Werken von Stefan Wolfundneueren Veröffentlichungen ziehen, die erst nach seinem Tod erschienen sind von anderen Autor*innenverfasst wurden. Denn diese haben ihren eigenen Schreibstil, wollen Inhalte anders vermitteln und sind in Bezug auf Diskriminierung vielleicht progressiver als der ursprüngliche Autor es je war. Und wenn man darauf achten möchte, ob sich der Umgang des Autors mit Diskriminierung im Laufe der Zeit verändert hat, spielt natürlich auch der Erscheinungszeitpunkt der Folge eine Rolle und welche Inhalte gesellschaftlich akzeptiert wurden/werden und welche nicht.</p>
<p>Deshalb sei kurz gesagt, dass ich mir auch eine der letzten Folgen von TKKG angehört habe, die Stefan Wolf vor seinem Tod im Jahr 2007 selbst verfasst hat. Im Vergleich zu den bereits besprochenen Folgen merkt man bei der Episode „Das Geheimnis der Burgruine“ kaum, dass fast 30 Jahre vergangen sind. Wie der Titel vermuten lässt, entdecken TKKG unterhalb einer Ruine einen jahrhundertealten, geheimen Gang voller Skelette und weiteren schaurigen Erscheinungen, welchen sie gemeinsam erkunden. Dabei ist Gaby die Einzige, die sich vor der gruseligen Umgebung fürchtet und verkörpert damit ein Stereotyp von FLINTA*-Personen. Bezüglich der Repräsentation von FLINTA*-Personen scheint es keine Weiterentwicklung zu geben: Gaby ist der einzige weibliche Charakter im gesamten Hörspiel! Zudem hat mich das toxisch männliche Verhalten von Tim erschüttert. In der Folge werden seine Freunde durch herunterfallende Steine im geheimen Gang unter der Erde eingesperrt. Doch statt die Polizei oder die Feuerwehr zu rufen, besorgt Tim ein Bohrwerkzeug, um seine Freunde selbst zu befreien. Sein Verhalten ist nicht nur unglaublich egozentrisch, sondern auch total gefährlich!</p>
<p>Um meine Recherchen zu vervollständigen, habe ich mir natürlich auch die neusten Folgen der TKKG-Reihe angehört, bei denen mir gleich mehrere Dinge aufgefallen sind. Die Episoden 221 und 222 sind jeweils 2022 erschienen und unterscheiden sich wesentlich von früheren Folgen. Es treten abgesehen von Gaby weitere weibliche Charaktere auf, in „Beim Raubzug helfen Ahnungslose“ haben beide – Tims Mutter und eine Verbrecherin – sogar große Redeanteile. Inklusiver sind die auftretenden Charaktere jedoch nicht geworden. Während es zum Beispiel bei der Animeserie „Sailor Moon“ ein offen lebendes Lesbenpaar und der US-amerikanischen Jugendserie „Story of Andi“ einen homosexuellen Protagonisten gibt, treten in den TKKG-Hörspielen, die ich mir angehört habe, keine LGBTQ+-Charaktere auf. Doch immerhin gibt es keine offensichtlich diskriminierenden Kommentare mehr, mit Ausnahme vom Body Shaming gegen Klößchen. Dieses wurde zum Glück deutlich reduziert und geht nicht mehr von seinen Freunden, sondern nur noch von außenstehenden Personen aus. Stattdessen preist die Bande ein gesundes Selbstwertgefühl und Body Positivity an. Nachdem die Freunde über Schönheit-OPs reden, sagt Gaby: „Wir sind alle genauso richtig wie wir sind.“ Sie ist auch diejenige, die verkündet: „Es braucht vernünftige Frauen, um Männer zur Vernunft zu bringen.“ Dies ist natürlich kein feministischer Empowerment-Spruch, doch im Vergleich zu den sexistischen Kommentaren in früheren Folgen eine willkommene Veränderung.</p>
<p><strong>Welches Fazit können wir als Leser*innen und Hörer*innen nun schließen?</strong></p>
<p align="justify">Diskriminierung findet nach wie vor allzu häufig statt, auch wenn die Gesellschaft diesbezüglich immer reflektierter wird. Deshalb ist es wichtig, bei Kinderbüchern oder -hörspielen über kritische Inhalte aufzuklären. Kinder schnappen diese schnell auf und verinnerlichen sie – meist ohne sich deren Bedeutung bewusst zu sein und tragen sie im schlimmsten Fall auch an ihre Kinder weiter. Natürlich sind Kinderserien nicht die einzige Einflussquelle, die auf Heranwachsende wirkt, denn ebenso tun dies Eltern, Geschwister oder Lehrer*innen. Was besonders erschüttert, ist, dass ein Kind, welches in den 1980er Jahren zum Beispiel mit sexistischen Kommentaren von Tarzan/Tim konfrontiert wurde, diese nicht nur im Hörspiel, sondern auch auf der Straße oder Zuhause hören konnte. Einem Kind kann dies auch heutzutage noch passieren, doch die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses ist etwas geringer und die Chance, dass eine Person, die sich diskriminierend äußert, zurechtgewiesen wird, deutlich höher. Serien wie TKKG zeigen uns den Wandel auf, den unsere Gesellschaft durchlaufen ist und offenbaren, dass Diskriminierung noch häufiger vorkam als heute.</p>
<p align="justify">Dies ist der positive Effekt davon, dass auch die ältesten TKKG-Folgen noch 2022 auf Spotify, aber auch bei Amazon Music, deezer, Apple Music und weiteren Streaming-Plattformen verfügbar sind. Im Umkehrschluss heißt dies jedoch auch, dass sich jede*r diese diskriminierende Inhalte, die ich beispielhaft in meinem Text zitiert habe, nach Belieben anhören kann. Das „TKKG Retro-Archiv“ auf Spotify, welches die Folgen 1-100 veröffentlichte, hat knapp 87.200 monatliche Hörer*innen und die dort verfügbare allererste TKKG-Folge (in ihrer Originalfassung!) wurde über 2,2 Millionen Mal aufgerufen. Da wäre es vielleicht besser, diese von allen Streaming-Plattformen zu löschen, um zu verhindern, dass Kinder der neuen Generation weiterhin Zugang zu kritischen Inhalten bekommen.</p>
<p align="justify">Ob Kinderbücher und -hörspiele einen starken Einfluss auf unser späteres Leben haben, muss jede*r vielleicht für sich selbst bestimmen. Doch es ist außer Frage, dass wir den Nostalgie-Filter entfernen, uns mit der Vergangenheit konfrontieren und über diskriminierende Inhalte aufklären sollten. Denn je weniger Diskriminierung es in der Gesellschaft gibt, desto besser ist das doch für uns alle!</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="sdfootnote1">
<p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" href="#sdfootnote1anc" name="sdfootnote1sym">1</a>Tarzan ist der Spitzname des Anführers von TKKG, der eigentlich Peter Carsten heißt. Doch dieser Name ist markenrechtlich geschützt, weshalb ab Folge 38 aus Tarzan Tim wurde.</p>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Call me Impostor or call it Kapitalismuskritik</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/05/call-me-impostor-or-call-it-kapitalismuskritik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ursula Recih]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 May 2022 09:18:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Carearbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Mache ich genug? Ist das, was ich mache, unnütz und unwichtig? Bin ich unnütz und unwichtig und könnte ich nicht viel mehr machen? Als Ursula auf Instagram einen Talk über den Einfluss von Sexismus auf die Psyche schaut, stellt sie sich im folgenden Text genau diese Fragen. Ich rufe Instagram auf und swipe durch die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mache ich genug? Ist das, was ich mache, unnütz und unwichtig? Bin ich unnütz und unwichtig und könnte ich nicht viel mehr machen? Als Ursula auf Instagram einen Talk über den Einfluss von Sexismus auf die Psyche schaut, stellt sie sich im folgenden Text genau diese Fragen.</strong></p>
<p><span id="more-14800"></span></p>
<p>Ich rufe Instagram auf und swipe durch die Stories. Ich soll mir einen coolen Talk über den Einfluss von Sexismus auf die Psyche angucken. Klingt spannend und ich hatte mir eigentlich auch schon seit Tagen vorgenommen den zu schauen, also klicke ich drauf. Die ersten Minuten stellen sich die beiden sprechenden Personen vor. Vier Minuten, danach schließe ich das Fenster und brauche mindestens zwanzig Minuten und meine Nicht-denken-Serie um wieder klarzukommen. Während ich sie schaue zerbreche ich mir allerdings den Kopf darüber ob es okay ist, dass ich nur studiere und ein bisschen ehrenamtliche Arbeit nebenher leiste. Ich versuche es zu bejahen, mir wie ein Mantra aufzusagen, dass es genügt. Aber so einfach ist dieser Zustand leider nicht aufzulösen. Ich fühle mich schuldig, unnütz, unwichtig, ineffizient. Ich muss heute Abend noch mindestens einen Text darüber schreiben, irgendetwas zu Papier bringen, damit da was steht. Schwarze Buchstaben auf weißem Papier, die beweisen, dass ich etwas leiste, dass ich meine Zeit nicht verplemper.<br />
Eine Freundin sagte letztens zu mir, sie könne sich vorstellen, dass ich eine gute Schriftstellerin wäre. Ich frage mich, ob ich das tatsächlich könnte. Ich meine, ich schreibe schon immer und verdammt gerne &#8211; so kanalisiere ich meine Gefühle. Es hilft mir beim Einordnen und Analysieren. Einmal raus damit, wenn es beinahe schon überschäumt und dann beiseite legen.<br />
Aber es ist eben eher ein Mittel zum Zweck &#8211; manchmal auch Spaß und Leidenschaft, aber auch einfach eine Methode, um nicht durchzudrehen.<br />
Sie meinte, wenn ich es schaffen würde meine Reflexion über mich selbst, meine Gefühle, meine Gedanken, meine Beobachtungen von der Welt, meine Ansichten über gesellschaftspolitische Themen, die Handlungen meiner Freund:innen, ihre Verzweiflung, die ich helfe zu durchdringen und zu überwinden, wenn ich schaffen würde, das zu abstrahieren und auf Figuren zu übertragen, dann könnte ich sicherlich richtig gute Bücher schreiben.<br />
Vielleicht hat sie damit auch recht. Ich habe definitiv die Fähigkeit mich in Gedanken über mich und meine Erfahrungen, meine Wahrnehmung von Menschen zu verlieren, wie sie miteinander kommunizieren und Ideologien verfallen, weil sie sich an irgendetwas klammern müssen. Und egal wie links oder reflektiert sie sein wollen entsprechen sie doch alle den neoliberalen Vorstellungen, passen sich an, hecheln durch das System und verausgaben sich für Anerkennung, Wertschätzung und einen Status. In der Hoffnung, dass das ihre Existenz berechtigt und sie dann besser mit ihren Schuldgefühlen zurecht kommen.<br />
Ich schreibe so als wäre ich anders. Dabei bin ich genauso. Ich bin eine von ihnen. Deswegen weiß ich auch wovon ich schreibe und wie sich das anfühlt.<br />
Ich bin ausgelaugt. Nicht weil ich besonders viel mache, sondern weil ich denke ich bin niemals genug. Und da ist er direkt. Dieser Kalenderspruch, den immer alle auf solche Aussagen erwidern und der schon längst Teil meines Mantra-Repertoires geworden ist: „Don‘t compare yourself to others.“<br />
Das Schlimme ist ja, er stimmt. Diese Vergleiche machen eine:n verrückt und sie bringen nichts. Und vor allem: Ich möchte wirklich nicht so sein wie die anderen, mit denen ich mich da vergleiche! Deren Leben sind mir viel zu stressig.<br />
Klar denke ich, es wäre cool, mehr Energie zu haben und es würde nicht schon mindestens die Hälfte dafür draufgehen, stabil bis fröhlich zu sein, aufzustehen, den Alltag zu bewältigen, mit allem was so anfällt.<br />
Aber was wäre dann? Dann würde ich fünf Projekte neben einem Fulltime-Job machen und wäre ich dann irgendwie glücklicher, erfüllter? I really don‘t know. Weil das Ding ist, es hört ja nie auf. Luft nach oben gibt es immer.<br />
Es nervt mich, dass ich gerade versuche einen guten Text zu schreiben. Meine Gefühle, meine Stimmung darzulegen und schon wieder annehme, dass ich scheitere. Darüber hinaus mache ich das nicht mal einfach nur für mich und mein Wohlbefinden, sondern weil ich dachte, es würde irgendjemandem etwas beweisen, wenn ich ein Textdokument mehr auf meinem Computer habe. Und was mich noch viel mehr nervt, ist diese kontinuierliche Selbstabwertung, diese Überzeugung eine Versagerin zu sein. Ich habe gute Momente zwischendrin, in denen ich mit mir zufrieden bin. In denen ich nicht glaube beweisen zu müssen, dass ich mehr bin, mehr kann. In denen ich mich lässig und intelligent und gesehen fühle.<br />
Auslöser für diese Abwärtsspiralen sind tatsächlich meist die Vergleiche mit anderen. Die funktionieren natürlich immer nur so, dass man sich die Leute raus pickt, die im kapitalistischen Denken mehr „leisten“ als man selbst. Also Dinge machen, die im Kapitalismus wertgeschätzt werden. Zum Beispiel durch Entlohnung oder weil sie einfach gut im Lebenslauf aussehen und dann Nutzen tragen, wenn man sich auf diesen einen Traum-Job bewirbt.<br />
Das führt mich auch zu meinem nächsten Auslöser. Bewerbungen. Den eigenen Lebenslauf nieder schreiben und merken, üff der ist ganz schön dünn.<br />
Die Dinge, die meine Freund:innen, Familie, Bekannte und ich selbst an mir schätzen, sind keine, die ich mir in einen Lebenslauf schreiben kann.<br />
Ich bekomme so oft gesagt, wie selbstreflektiert und klug ich bin. Dass ich mich wirklich intensiv mit meiner Biographie und politischen Diskursen auseinandersetze und dies zusammenbringe, mit Menschen um mich herum, mit ihren Ängsten und ihrem Erleben. Dass ich Erklärungen für Gefühle finde und meinen Friends helfe in ihnen aufzuräumen, ihnen ein wenig Klarheit verschaffe, in ihnen wühle, sie auf Dinge hinweise und zu Prozessen und Erkenntnissen anstoße.<br />
Ich habe die letzten Jahre intensiv an Beziehungen gearbeitet, Traumata aus meiner Kindheit aufgearbeitet und das hauptsächlich ohne therapeutischen Rahmen, sondern mit mir selbst und in Gesprächen mit Freund:innen und Familie. (Das soll nicht bedeuten, dass dieser Weg besonders klug oder erstrebenswert ist. Ich will eigentlich nur den Punkt machen, dass es Arbeit, Zeit und Kraft gekostet hat.) Ich habe mir ein soziales Netzwerk und eine Wahlfamilie aufgebaut. Von dieser lerne und zehre ich nicht nur unheimlich, sondern ich investiere auch viel Energie, leiste Care-Arbeit, bin immer zur Stelle, höre zu und gebe Input.<br />
Und während ich das schreibe, denke ich: „Na ja, aber bei vielen nehme ich auch zu viel Raum ein. Vielleicht empfinden sie das gar nicht so, wie ich das eben formuliert habe.“ Dabei weiß ich das, weil sie es mir ständig sagen, weil ich das eigentlich auch selbst weiß, weil ich es erlebe, Tag für Tag.<br />
Es nervt mich, dass wir uns als links bezeichnen, Kapitalismuskritik üben und gleichzeitig alle aus dem ganzen leisten, leisten, leisten nicht rauskommen und insgeheim auch diejenigen ein bisschen shamen, die nicht so viel und schnell auf die Kette bekommen. Sind wir ehrlich, wir sind froh über die, die weniger schaffen, weil wir uns dann über sie erheben können.<br />
Und das kotzt mich an.<br />
Ich bin so erschöpft, aber nicht, weil ich tatsächlich die ganze Zeit arbeite, sondern weil ich mich immer schlecht fühle, wenn ich nicht arbeite und das widerspricht zutiefst meiner politischen Grundeinstellung. Ich halte Regeneration, Pausen und Selfcare für unfassbar wichtig und ich will für eine Gesellschaft kämpfen, in der alle den gleichen Anspruch und das Recht darauf haben. Eine Gesellschaft, die nicht auf Arbeit ausgerichtet ist, in der nicht der Wert einer Person über ihre Leistung definiert wird. In der alle nur so viel arbeiten müssen, dass sie davon leben können, ohne Mehrwert zu generieren, der abgeschöpft wird. Punkt aus Basta.</p>
<p>Zurück zum Schriftstellerin werden. Ich möchte das, ich möchte schreiben. Über Popkultur und Begehren, meine gesellschaftspolitische Position, über Farben und Gerüche, über warme Erinnerungen und Gesichter, die schöner nicht geformt sein könnten. Ich möchte darüber schreiben, wieso man sich an Orte träumt, wieso man nicht hinfährt. Wieso träumen so viel schöner ist als die Realität. Dass ich das ganz oft mache, wenn ich Fahrrad fahre. Eine halbe Stunde Fahrrad fahren bedeutet eine halbe Stunde zu träumen.<br />
Ich möchte ehrlich sein und meine Kreativität sprudeln lassen. Da ist so viel in mir, so viele Bilder, die es wert wären, sie mit Worten auszumalen, sie in all ihren kräftigen und sanften Farben aufs Papier zu bringen.<br />
Aber ich habe Angst vor dem Schreiben. Ich denke daran, wie andere Menschen ganze Welten mit ihren Worten kreieren und aus einem Wortschatz schöpfen, von dem ich nur träumen kann. Wie sie geschickt Sätze basteln, die Unikate sind, die eine:n weinen lassen, die das Herz zum Krampfen und Hüpfen bringen.</p>
<p>Jaja, der Einfluss von Sexismus auf die Psyche. Wow. Ein super wichtiger kritischer Talk war Auslöser für diesen Gedankenschwall. Und das nur, weil die Personen, die da befähigt sind drüber zu sprechen, in der Vorstellung ihrer Selbst, fünf Minuten abhandeln, was sie alles gleichzeitig so schaffen.<br />
Ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, der es so ergeht. Ganz im Gegenteil, so viele Leute um mich herum zweifeln an sich selbst und ihren Fähigkeiten. Und das sind nicht zufälligerweise sehr oft Frauen. Natürlich hören kapitalistische Leistungsanforderungen und neoliberale Selbstoptimierungszwänge auch nicht bei weißen Hetero-Cis-Männern auf. Das ist ja das Gemeine am Kapitalismus, der ist universell und verdammt anpassungsfähig, da ist für jede:n was mit dabei. Die Anforderungen unterscheiden sich also zu Teilen in ihrer Form, aber vor allem, und wer hätte das gedacht, arbeiten Unterdrückungssysteme fröhlich zusammen und bedingen sich gegenseitig. Marginalisierte und von Diskriminierung betroffene Personen müssen sich also immer zehnmal mehr anstrengen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden und das ist eine heftige scheiß Belastung für die Psyche. Und dass die viele Care- und Reproduktionsarbeit, die Frauen leisten auch nicht wertgeschätzt wird, unter- oder gar nicht bezahlt ist, wobei sie den ganzen Dreck aufrecht erhält, macht es jetzt auch nicht gerade besser. Nix was im Lebenslauf zählt, kein nennenswerter Skill.<br />
Jetzt ist der Text vier Seiten lang geworden und ich glaube ich habe nichts Neues über mich oder die Welt gelernt und ich habe auch niemandem etwas damit bewiesen und alles ist ein großes Durcheinander. Aber die Wut, der Frust und die Enttäuschung haben mal wieder Raum bekommen. Und manchmal geht es auch einfach nur darum.</p>
<p>(Ich habe den Text geschrieben, als ich noch nicht wusste, dass ich ihn irgendwann veröffentlichen werde und dafür ein Honorar bekomme – you see – alles ist verwertbar. ;))</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von Brunnen, Feldarbeit und Olympia</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/von-brunnen-feldarbeit-und-olympia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2022 09:18:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[olympia]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[Skispringen ist seit den ersten olympischen Winterspielen 1924 fester Bestandteil des Programms. Aber nur das der Männer. Frauen mussten fast 100 Jahre warten, bis sie 2014 das erste Mal um olympische Medaillen von der Schanze fliegen durften. Entschieden wurde dies lange Zeit ausschließlich von Männern, für die der Sport zu gefährlich, harte Arbeit auf dem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Skispringen ist seit den ersten olympischen Winterspielen 1924 fester Bestandteil des Programms. Aber nur das der Männer. Frauen mussten fast 100 Jahre warten, bis sie 2014 das erste Mal um olympische Medaillen von der Schanze fliegen durften. Entschieden wurde dies lange Zeit ausschließlich von Männern, für die der Sport zu gefährlich, harte Arbeit auf dem Feld aber akzeptabel für Frauen war. Warum <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/sexismus/">Sexismus</a> im Sport noch lange nicht überwunden ist, erklären Aya und Medine von <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/">Was geht Almanya</a> in ihrem neuen Text.</strong></p>
<p><span id="more-14687"></span></p>
<p>Wenn wir über Gleichberechtigung reden, denken viele an Gender-Pay-Gap.  Sind Veränderungen also nur in dem Bereich erforderlich?  Was den Sport anbetrifft, wurde der Sexismus längst nicht überwunden.  Schon in der Vergangenheit durften Frauen sich an den <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/olympia/">Olympischen Spielen</a> nicht beteiligen. <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/sport/">Sport</a> macht unfruchtbar, sagten sie.  Doch haben sie das auch gesagt, als die Frauen den Haushalt mit Wasser aus dem oft weit entfernten Brunnen versorgt haben? Nein, sie haben geschwiegen.  War es etwa nicht anstrengend? Doch, war es.</p>
<p>Uns wurden im Laufe der Geschichte immer wieder implausible Erklärungen geliefert. Erklärungen, die sich Männer ausgedacht haben.  Beim Skispringen durften die Frauen nicht teilnehmen.  Skispringen gefährdet die Gebärmutter, sagten sie.  Doch haben sie das gesagt, als die Frauen auf den Feldern bis zur Erschöpfung gearbeitet haben? Nein, sie haben geschwiegen. War es etwa nicht anstrengend? Doch, war es.</p>
<p>Erst 1908 durften deutsche <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/frauen/">Frauen</a> an den Olympischen Spielen teilnehmen.  Doch wurde das Problem damit gelöst? Nein, natürlich nicht.  Bei den Olympischen Spielen gibt es wieder die Trennung zwischen Athleten und Athletinnen. Und natürlich bewegt sich alles im binären System mit all den Zuschreibungen und Zuordnungen, die diese Vorstellungen mit sich bringen. Schwierig für Menschen, die sich als non-binär definieren und sich nicht einordnen lassen möchten – oder können.<br />
In den meisten Fällen genießen die <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maenner/">Männer</a> die Vorteile solcher Trennungen.  Doch was gewinnen die männlichen Athleten dadurch? Sie sind sichtbarer, sie werden gefeiert. Und sie gelten als Maßstab sportlicher Leistungen. Denn wenn es ein starkes Geschlecht geben soll, muss es zwangsläufig auch ein schwaches Geschlecht geben.</p>
<p>Warum können Männer* und Frauen* nicht gemeinsam an Skispring-Wettbewerben teilnehmen, wenn die Leistungen gleich sind? Warum haben Männer* und Frauen* getrennte Wettbewerbe bei Freestyle-Areals, obwohl sie ähnliche / gleiche Sprünge machen? Wovor haben Männer Angst? Dass Frauen* ähnliche oder gar bessere Leistungen erbringen können? Offensichtlich ja. Denn das, was nicht sein darf, darf nicht sein. Es wird Zeit, dass der olympische Gedanke der Antike, der offensichtlich in Teilen noch in unserer Gegenwart weiterlebt, der Realität menschlicher <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/vielfalt/">Vielfalt</a> gerecht wird. Je eher, umso besser.</p>
<p>Aya und Medine</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ihhh, Mädchen!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/02/ihhh-maedchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martha]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Feb 2022 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeder hat schon mal mitbekommen, dass Mädchen als Beleidigung genannt wurde: “Ich bin doch kein Mädchen” oder “Ist dir kalt? Bist du ein Mädchen oder was?”. Genau so eine Situation hat unserer Autorin Martha auf der Rückfahrt einer Hochzeit mitbekommen und betroﬀen gemacht. Dabei sollte es doch Teil der Erziehung sein, Sexismus nicht zu verbreiten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Jeder hat schon mal mitbekommen, dass Mädchen als Beleidigung genannt wurde: “Ich bin doch kein Mädchen” oder “Ist dir kalt? Bist du ein Mädchen oder was?”. Genau so eine Situation hat unserer Autorin Martha auf der Rückfahrt einer Hochzeit mitbekommen und betro<span class="s1">ﬀ</span>en gemacht. Dabei sollte es doch Teil der Erziehung sein, Sexismus nicht zu verbreiten und gar nicht erst an junge Menschen weiterzutragen. Wie Martha reagiert hat lest ihr im Text.</strong></p>
<p><span id="more-14475"></span></p>
<p class="western" align="left">Es ist Samstagabend. Die Hochzeitsfeier eines Familienmitgliedes von meinem Freund neigt sich dem Ende zu. Es wird diskutiert, wer wie und mit wem nach Hause kommt. Im Auto des Hochzeitspaars ist kein Platz mehr, deswegen fahren wir – mein Freund, sein kleiner Stiefbruder und ich &#8211; bei den Nachbarn mit: Ein unsympathisch wirkender Mann und seine Frau – beide ungefähr 40 Jahre alt und ihr Sohn im Grundschulalter, der nach der langen Veranstaltung völlig übermüdet ist. Er ist mit dem Stiefbruder befreundet, der ebenfalls schon viel zu lange wach ist und die beiden kabbeln sich auf dem Rücksitz. Die Mutter versucht halbherzig, sie zur Ruhe zu bringen, doch gibt nach kurzem auf. Stattdessen merkt sie an, dass ihr kalt sei. Es ist immerhin Mitte Oktober und das Auto ist nicht geheizt. Ich stimme ihr leise zu. Daraufhin meldet sich der Vater genervt zu Wort: „Ja, ihr seid ja auch Mädchen.“ Ich kann es kaum fassen. Hat er das gerade wirklich gesagt? Mal abgesehen davon, dass ich fast 18 und die Frau schon lange kein Mädchen mehr ist, was soll dieser Kommentar denn bezwecken? Ich bin fassungslos vor Wut, aber traue mich nicht, irgendetwas zu kontern. Leider bleibt es nicht bei dieser Bemerkung. Der Stiefbruder trägt nur ein Hemd und eine Weste und fängt deshalb an zu zittern. Seinem Kumpel entgeht das natürlich nicht: „Haha, bist du etwa auch ein Mädchen?“ „Nein, natürlich nicht – ihhh, ich will doch kein Mädchen sein!“ antwortet dieser wie aus der Pistole geschossen. Der Vater lacht. In mir brodelt es. Am liebsten würde ich ihm hier, auf der Stelle, sofort meine Meinung geigen. Ich bezweifel jedoch, dass dies einen Sinn hätte. Er wirkt weder besonders einsichtig, noch wie jemand, der sich gerne von einer Siebzehnjährigen, die er vor 10 Minuten kennengelernt hat, belehren zu lassen würde. Zum Glück muss ich diese Situation nicht viel länger ertragen. Wir sind am Haus meines Freundes angekommen und verabschieden uns.</p>
<p class="western" align="left">Doch meine angestaute Wut verlässt mich noch nicht. Drinnen fange ich sofort an, mich über den sexistischen Nachbarn zu beschweren und nehme mir dann den Stiefbruder zur Seite, der das Geschehene wahrscheinlich gar nicht so richtig verstanden hat. Zwar habe ich mich nicht getraut, dem Vater zu widersprechen, doch ist mir ziemlich klar, dass ich trotzdem ihm reden und erklären sollte, was bei der Situation im Auto falsch gelaufen ist. „Was der Vater da gesagt hat, war nicht okay. Kannst du verstehen, warum man niemanden als Mädchen beleidigen sollte?“ „Hä, warum?“ „Das impliziert, dass Mädchen schwächer sind als Jungs und nicht ihren Respekt verdienen. Aber nur weil man kein Junge ist, sollte das auf keinen Fall heißen, dass man weniger wert ist. Und nur weil du manchmal Streit mit deiner Schwester hast, ist sie trotzdem genauso wertvoll wie du, richtig?“ Er nickt – natürlich hat er seine Schwester lieb. Mein Freund klinkt sich in das Gespräch ein: „Außerdem beleidigst du damit gleichzeitig etwa die Hälfte der ganzen Weltbevölkerung. So ist jeder zweite Mensch nach deiner Logik doof.“ Das macht ihn stutzig. Er steht da ohne etwas zu erwidern.</p>
<p class="western" align="left">Ich hoffe wirklich, dass dieses Gespräch etwas gebracht hat und der Stiefbruder in Zukunft andere – oder im besten Fall – gar keine Beleidigungen wählt. Vielleicht macht er auch seine Kumpels darauf aufmerksam, wenn sie Mädchen* in ihrem Umfeld nicht gerecht behandeln. In der Situation hat er sich zwar nur an den Worten des Nachbarn orientiert, doch wenn die sexistische Perspektive, welche der Vater eingenommen hat, der festen Bestandteil einer Erziehung ist, werden Jungen* der nächsten Generation diesen Sexismus weitertragen und verbreiten.</p>
<p class="western" align="left">Denn wenn schon Jungen* im Grundschulalter beigebracht wird, dass Mädchen* nicht ihren Respekt verdienen – was soll nur aus ihnen werden, wenn sie erwachsen sind?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klima, Krise, Kneipe – KKK</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/klima-krise-kneipe-kkk/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Abdul]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Jan 2022 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Klimagerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=14379</guid>

					<description><![CDATA[Was können wir tun, um die Klimakatastrophe abzuwenden? Und wie können wir Menschen erreichen, die sich damit einfach nicht auseinander setzen wollen? Wie können wir mit denen sprechen, die den Klimawandel für ausgedacht halten? Unser Autor Abdul hat da so einiges ausprobiert. Klima, Krise, Kneipe &#8211; vielleicht ist diese Alliteration ja hilfreich? Sein Kneipen-Gespräch mit]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Was können wir tun, um die Klimakatastrophe abzuwenden? Und wie können wir Menschen erreichen, die sich damit einfach nicht auseinander setzen wollen? Wie können wir mit denen sprechen, die den Klimawandel für ausgedacht halten? Unser Autor Abdul hat da so einiges ausprobiert. Klima, Krise, Kneipe &#8211; vielleicht ist diese Alliteration ja hilfreich? Sein Kneipen-Gespräch mit Dirk aus Duisburg lest ihr hier.</b></p>
<p><span id="more-14379"></span></p>
<p>Dirk: Dat gibt’s alles gar nicht.</p>
<p>Was meinst du?</p>
<p>Dirk: Ja dat mit dem Klimawandel und sowat.</p>
<p>Wie kommst du jetzt darauf?</p>
<p>Dirk: Hab dat im Fernsehen gesehen, dat die Welt untergehen soll und so ne scheiße. Stimmt aber alles nicht.</p>
<p>Hast du denn die ganzen Berichte verpasst?</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="bottom">Dirk: Wat denn für Berichte?</td>
<td valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">Von den ganzen Wissenschaftlern.</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">Erderwärmung?</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">1,5 Grad?</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">Klimaschutz?</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td colspan="2" valign="bottom">Umweltkatastrophen??</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne hab ich nicht.</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="bottom">Klimakrise?</td>
<td colspan="2" valign="bottom">Dirk: Ne aber Flüchtlingskrise.</td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom"></td>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom">Gletscherschmelzen?</td>
<td valign="bottom">Dirk: Ne aber Özi, kenn ich.</td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom">Greta Thunberg?</td>
<td valign="bottom"></td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Dirk: Ja Hömma DIE kleine Kuh, sag mal hat die keine Hobbys oder wat? Ich sach dir wat, dass Problem mit der alten ist, dass man in Schweden erst mit 20 trinken darf. Hömma wenn die ne Jugend hätte, würde die auch keine Bäume umarmen und gestrandete Wale gießen, sondern feiern und saufen.</p>
<p>Ich mag die Konversationen mit Dirk. Die sind immer so, besonders. Dirk ist unser alter Nachbar und der Mensch, der versucht hat, mir als Kind die Welt zu erklären. Mit Welt ist natürlich Duisburg gemeint. Mehr als Duisburg kennt Dirk nämlich nicht. Das Problem ist das ich mit den Jahren gemerkt hab, dass Dirk zu 90% scheiße labbert. Besoffen scheiße labbert. Dirk ist ein besoffener Rassist, Sexist und MSV Duisburg Fan. Mittlerweile erkläre ich Dirk die Welt. Was eine echte Mammutaufgabe ist. Wie möchtest du Beispielsweise einen betrunkenen</p>
<p>Rassistischen, Sexistischen Verschwörungstheoretiker die Klimakrise erklären?</p>
<p>In der Kneipe bin ich auf eine Idee gekommen. Eine Methode die ich damals im Dialogmarketing gelernt habe. Nutze die Lebensrealität, um deinen Punkt Schlüssig zu erklären. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht.</p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td valign="bottom">Ey Dirk!</td>
<td valign="bottom">Dirk: JA?</td>
<td valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom"></td>
<td colspan="2" valign="bottom"></td>
</tr>
<tr>
<td valign="bottom">Wat liebst du mehr als deine Frau?</td>
<td colspan="2" valign="bottom">Dirk: Bier!</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Diese Antwort ist bei Dirk so berechenbar, wie die Katastrophe, falls Armin Laschet wirklich Bundeskanzler geworden wäre.</p>
<p>Siehst du Dirk, die Fleischindustrie und Tierhaltung ist eines der Probleme bei der Klimakrise. Bier ist zum Beispiel vegan, ist doch voll cool, oder?</p>
<p>Dirk: Wat für Vegan, bist du bescheuert oder wat?</p>
<p>Natürlich ist Bier vegan!</p>
<p>Dirk: Niemals, in Bier ist auch Fleisch drin.</p>
<p>Da ist höchstens Fleisch drin, wenn ich dir dein Bier Glas in die Fresse **</p>
<p>Okay ich gebe nicht auf und überlege weiter womit ich diesen, mit Bier vollgelaufen Pudding Panzer überzeugen kann. Ich muss zu drastischeren Methoden greifen. Ich muss mit Ängsten spielen, mit Ängsten hat es auch schon eine Partei geschafft die Stimme von Dirk zu gewinnen.</p>
<p>Ey Dirk! Dirk: JA?</p>
<p>Weißt du wie du es schaffen kannst das keine Flüchtlinge mehr</p>
<p>herkommen? Dirk: Wat wie das denn?</p>
<p>Falls wir durch Verändern unseres Verhaltens die Klimakrise abwenden können, werden keine Klimaflüchtlinge kommen. DENN, ist die Klimakatastrophe nicht mehr abwendbar, werden vor allem die jetzt schon heißen Regionen der Erde unbewohnbar sein.</p>
<p>Weißt du was das bedeutet? Dirk: Nein, was denn?</p>
<p>Das ganz viele kleine Braungebrannte Abduls nach Deutschland</p>
<p>kommen. Dirk: Nein bitte nicht.</p>
<p>Oh doch, stell dir vor wie viele Afrikaner, Araber und Menschen aus dem ganzen Orient nach Deutschland kommen. Dort ist es nämlich am wärmsten auf der Erde. Ganz viele Abduls die nach wenigen Jahren besser Deutschsprechen als du, fleißiger arbeiten als du, und vor allem, werden sie dir das ganze Bier wegtrinken Dirk!</p>
<p>Dirk: Nicht mein Bier bitte nicht!</p>
<p>Gut ich bin auch nicht das größte Vorbild, wenn es um die Bewältigung der Klimakrise geht. Ich bin freitags auch lieber in der Kneipe und streite mit meinen Dirks und Mannis. Ich kann mir auch nicht vorstellen auf meinen kleinen Mini zu verzichten, aber ich stelle den Wasserhahn ab, wenn ich meine Zähne putze. Ich singe unter Dusche auch nicht mehr das neue Album von Apache runter und ich mach mir auch sehr gute Gedanken ob der bequeme Flug nach Berlin wirklich so erforderlich ist.</p>
<p>Jeder noch so kleine Beitrag ist ein Beitrag, ich hoffe ihr habt euer Kreuz bei der Wahl richtig gesetzt und seit bitte, und das ist noch viel wichtiger, seit bitte nicht so ein Dirk.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von Abdul <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/abdul/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Süß</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/suess/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Isa]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Jan 2022 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr, mit Isa eine weitere neue Autorin hier auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen! Isa hat das Buch &#8222;Süß&#8220; der Journalistin Ann-Kristin Tlusty gelesen und für uns besprochen. Worum es geht? Das lest ihr hier. Sanft. Süß. Zart. Diese Attribute werden Frauen nicht nur zu- und vorgeschrieben, sondern teilweise auch von ihnen selbst]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr, mit Isa eine weitere neue Autorin hier auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen! Isa hat das Buch &#8222;Süß&#8220; der Journalistin Ann-Kristin Tlusty gelesen und für uns besprochen. Worum es geht? Das lest ihr hier.</strong></p>
<p><span id="more-14366"></span></p>
<p>Sanft. Süß. Zart. Diese Attribute werden Frauen nicht nur zu- und vorgeschrieben, sondern teilweise auch von ihnen selbst internalisiert. Wie kommt es, dass Frauen in Zeiten eines salonfähigen und weitverbreiteten Feminismus immer noch die Aufgabe zukommt, als Zuckerguss auf dem von Männern dominierten Alltag zu fungieren? Und wie haben sich solche zuckrigen Ansprüche an Weiblichkeit nahezu unbemerkt in feministische Ansätze eingewoben? Vor diesen Fragen nimmt die Streitschrift von Ann-Kristin Tlusty ihren Ausgang. Zudem stellt sie schon zu Beginn ihrer Schrift klar, dass sich ihr Weiblichkeitsbegriff auf alle Menschen bezieht, die sich als Frau fühlen und nicht bloß jene, die als solche geboren werden. Intelligent, nahbar und authentisch analysiert die Autorin die Sphären der sanften, sich stets selbst aufopfernden; der süßen, sexuell verfügbaren sowie der zarten, anmutig schwächlichen Frau und bettet sie in einen Kontext von Macht und Ohnmacht, ökonomischer Ungleichheit und fragwürdiger sexueller Mündigkeit ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die sanfte Frau geht vollkommen in ihrer Aufgabe als Pflegerin und Ernährerin auf, ohne sich dabei zu beschweren. Aus diesem Grund ist die sanfte Frau oftmals in Pflegeberufen anzutreffen, die ihrerseits innerhalb einer neoliberalen und kapitalistischen Gesellschaft vernachlässigt werden und unterbezahlt sind. Diese Sanftheit resultiert, so Tlusty, aus dem gesellschaftlichen Anspruch an Frauen, sich stets mütterlich und aufopfernd zu verhalten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die süße Frau wird von anderen – aber auch von sich selbst – als eben solche empfunden. Schüchtern kichert sie, wenn sich Männer auf der Tanzfläche an sie anschmiegen, obwohl sie sich dabei eigentlich alles andere als wohl fühlt. Hauptsächlich ist die süße Frau aber eines: sexuell befreit bzw. jederzeit sexuell verfügbar. Diesen Anspruch an sexuelle Offenheit um jeden Preis verortet die Autorin in den feministischen Bewegungen der 1960er Jahre und analysiert diese Sphäre vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Lebensrealität. Um als Feministin zu gelten, scheint ein offenherziger Umgang mit Sex unumgänglich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der Sphäre der zarten Frau, der in dem Buch ebenfalls Beachtung geschenkt wird, begegnet man häufig in medialen Darstellungen von Weiblichkeit. Anmutig schwächlich ziert diese Frau leicht bekleidet und dementsprechend fröstelnd die bunten Seiten diverser Modemagazine. Man trifft die zarte Frau natürlich sehr oft auf Kinoleinwänden, während sie als Schönheit darauf wartet, von einem Mann aus einer brenzligen Lage gerettet zu werden (ohne dass dabei ihr Make-Up verwischt, selbstverständlich).<span class="Apple-converted-space">   </span></p>
<p>In erster Linie dient dieses Buch der Auseinandersetzung mit den antifeministischen Unterdrückungsmechanismen in unserer Gesellschaft. Tlusty stellt sich aber ebenfalls vehement gegen eine Ansammlung feministischer Strömungen, die sie unter dem Namen ‚Potenzfeminismus‘ subsumiert. Unter Potenzfeminismus versteht sie all jene feministischen Strömungen, die auf verschiedensten Social Media Plattformen Konzepte wie Female Empowerment und radikale Selbstliebe propagieren und dabei außer Acht lassen, dass sich die Kämpfe des Feminismus nicht rein auf einer individuellen Ebene ausfechten lassen. Vielmehr bedarf es grundlegender, kollektiver Bemühungen, um einen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen und dem klebrigen Stigma der süßen Frau ein Ende zu setzen.</p>
<p>Eine Leseempfehlung für alle, die sich sowohl mit den zeitgenössischen feministischen Strömungen als auch mit ihren eigenen Ansprüchen an Weiblichkeit kritisch auseinandersetzen wollen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Das Buch findet ihr <a href="https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/suess/978-3-446-27101-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nackt im Sport</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/nackt-im-sport/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Nov 2021 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[10 cm – zu viel oder zu wenig? Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser: Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>10 cm – zu viel oder zu wenig?<span class="Apple-converted-space"> Wir freuen uns über einen neuen Text unserer Autorin Lilith. Sie schreibt folgenden Teaser</span></b><strong><span class="Apple-converted-space">: </span><i>Die modernen Wettkämpfe im Jahr 2021 unterscheiden sich nicht nur in Hinblick auf die Ausrichtung und die Art der Disziplinen von denen, die in der Antike zwischen 776 v. Chr. und 393 n. Chr. ausgetragen wurden. Neben der geringeren Anzahl an Tagen sowie an Sportarten waren auch deutlich weniger Klamotten angesagt. Denn: die Athleten traten nackt an. Trotz Kleidung in den Stadien heute sind manche Regelwerke mit entsprechenden Maximalwerten an Stoffmaßen fragwürdig und stehen in scheinbarem Zwiespalt zwischen sportlicher Funktionalität, Attraktivität für die Zuschauer*innen und dem Wohlfühlen der Athlet*innen. Ein Beitrag über Selbstbestimmung des Outfits im Sport.<span class="Apple-converted-space"> </span></i></strong></p>
<p><span id="more-14305"></span></p>
<p>„Die folgende Abbildung zeigt, welche Körperbereiche zwingend verdeckt sein müssen“. Ich blättere auf die nächste Seite des Regelwerk Rock’n’Roll. Über mehrere Abschnitte erstreckt sich die umfassende Kleiderordnung für den Wettkampfsport. Welche Körperteile müssen bei welchem Geschlecht wie bedeckt sein, welche Farben sind für das Make-Up erlaubt? Und auf welche Stellen in meinem Gesicht darf ich Glitzersteine platzieren? Minutiös aufgeschlüsselt sind die Vorgaben. Etwas zu kompliziert, wie ich auf den ersten Blick empfinde – aber: bei weitem besser als das, was sich in anderen Schriftstücken findet. So beispielsweise im Beach-Handball: „Die Shorts, sofern sie nicht zu lässig geschnitten sind, können länger sein, aber nicht länger als 10 cm über dem Knie. Spielerinnen müssen Bikinihosen tragen, die der angehängten Abbildung entsprechen. Sie müssen körperbetont geschnitten sein, mit einem hohen Beinausschnitt. Die Seitenbreite darf höchstens 10 cm betragen“ heißt es dort. Eine Maximalbreite bei meiner Tanzkleidung kann ich glücklicherweise nicht finden – auch den Mitspielerinnen des norwegischen Teams wäre dies wohl lieber gewesen. Bei der EM in Bulgarien drohte ihnen die Disqualifikation, weil sie genau diesen Abschnitt des Regelwerks bewusst nicht einhielten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Handball ist hierbei leider keine erschütternde Ausnahme. Frauen mussten lange Zeit im Bikini antreten, seit 2004 bestand die offizielle Regelung, dass die Hosen der Frauen an der Seite eine Breite von sieben Zentimetern nicht überschreiten durften. Eine traurige Unterbietung der Regularien im Beach-Handball. Bei den männlichen Spielern hingegen waren die Hosen im selben Jahr knielang.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Früher hingegen gestaltete sich die Situation in den Sportstätten anders – nämlich allseits mit noch mehr unbedeckter Haut. Und tatsächlich war auch hierfür einmal wieder eine Frau verantwortlich. Ähnlich wie schon Eva Schuld auf sich lud, so war es einige Jahrtausende später eine sich entblößende Dame, die dafür sorgte, dass Nacktheit im wettkampflichen Sport zu einem Normalum wurde. Der Begriff Gymnastik basiert auf gymnos was so viel wie nackt bedeutet. Der wenige Stoff sollte unter anderem ein unnötiges Mehr an Schweiß vermeiden. Dass auch die Trainer keine Kleidung tragen durften, liegt jedoch an einer männlich verkleideten Trainerin. Scheinbar schlich sie sich im Jahr 404 v. Chr. als anfeuernde Mutter zu den 94. Olympischen Spielen. Als ihr Sohn gewann, riss sie sich vor lauter Ergriffenheit die Kleidung vom Leib. Um zukünftige ungebetene weibliche Gäste zu vermeiden, bestand die Folge in der Auferlegung eines Nacktheitzwangs. Was wohl die Zuschauer*innen sagen würden, wenn auch sie maximal mit zehn-Zentimeter Höschen begleitet sein dürften? Warum denn nicht, wenn die Voyeure ohnehin mehr an den Körpern als an den sportlichen Leistungen interessiert zu sein scheinen: <a href="https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1300/J057v13n01_04">Wie eine Studie von sechs Beachvolleyballbegegnungen bei den Olympischen Spielen 2004 ergab</a>, zeigten 20 Prozent der Bilder die Brüste der Athletinnen, 17 Prozent ihren Po. Brüste und Po fungieren dabei wohl besonders unbedeckt als Zuschauermagnet.</p>
<p>In diesem Jahr war die Bandbreite der Outfits bei den Olympischen sowie Paraolympischen Spielen recht groß. Während einige Outfits sehr an die antike Kleidungsfreiheit grenzen, betonen andere Sportlerinnen, dass sie sich mit mehr Bedeckung wohler fühlen. Besonders bezeichnend – die Gymnastinnen ganz widersprüchlich zum „nackten“ Wortursprung. &#8222;Schönes Turnen hat nichts damit zu tun, dass man das auch geil findet&#8220;. Unter diesem Motto trat Elisabeth Seitz gemeinsam mit ihren Kolleginnen in Tokio an. Die Unitards des Nationalteams sind zweckmäßig für den Sport eng anliegend, aber eben auch ganzkörperbedeckend. Mut zur Bekleidung nach Lust und Laune unterstreicht die deutsche Rekordmeisterin. Spaß am Sport soll genauso wenig von einer Minimalbekleidung abhängen wie Spaß am Sportschauen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht nur Berühmtheiten aus dem Sport setzen sich für die Selbstbestimmung der Kleiderwahl ein. Die Sängerin Pink beispielsweise kritisierte die Strafe des Hanballfrauenteams, die ihnen letztendlich anstelle der Qualifikation auferlegt wurde, öffentlich und bot an, die Summe zu übernehmen. Positiv ist zumindest die Debatte, die dadurch verstärkt wurde. Besonders entscheidend ist dabei, den Kontext nicht aus den Augen zu verlieren. Das fundamentale Problem liegt schließlich in den Entscheidungsstrukturen solcher Bestimmungen:<span class="Apple-converted-space">  </span>Häufig bestimmen nicht die Athletinnen oder Athleten, sondern Aufsichtsräte der jeweiligen Sportverbände. Diese wiederum sind zu großen Teilen männlich besetzt – und rechtfertigen sich mit dem Argument der Einschaltquoten. Würden die Frauen auf den Bildschirmen unattraktiver aussehen – was scheinbar durch eine jugendfreiere Klamotte bedingt würde – müsste man sich auch nicht beschweren, dass dem Frauensport medial geringe Aufmerksamkeit zukommt. Bessere Sendezeiten anstelle der Etablierung von Stripkluboutfits fällt ihnen als Maßnahme wohl nicht ein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Besonders problematisch ist die Debatte im Kontext des Sexismus‘ sowie sexuellen Missbrauchs im Sport. Enthüllungen über Unrechtmäßigkeiten gegenüber Sportlerinnen, wie sie in der Dokumentation Athlete A dargestellt sind, gehören leider keiner Seltenheit an. Egal also ob hinter oder vor den Kulissen – Sportlerinnen werden zu selten in ihrer Leistungsfähigkeit bewertet und zu sehr als Schönheiten und Sexobjekte wahrgenommen. Aber nicht nur die Geschlechterdebatte ist im Sport prominent – Entscheidungsgremien sind eben nicht nur vorwiegend männlich, sondern auch weiß und alt. So durfte beispielsweise die Schwimmerin Alice Dearing nicht eine extra an ihre Afro-Haare angepasste Schwimmkappe tragen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Letztendlich bleibt zu hoffen, dass Initiativen wie die Unitards in diesem Jahr bei Olympia Wirkung entfalten und absurde Vorstöße wie die 2012 eingebachte Idee, Boxerinnen zwangsweise mit Röcken statt Shorts in den olympischen Ring zu schicken, Geschichte bleiben. Das wichtigste: Spaß an einem gefahrenfrei ausgeführten Sport haben. Und als Zuschauer*in? Die Leistung der Sportler*innen und nicht deren äußerliches Erscheinungsbild bewerten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Klickt euch für weitere Beiträge unbedingt mal rüber zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Liliths Autorinnenprofil</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Erleben Jungen Sexismus?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/erleben-jungen-sexismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Jungen* Wettbewerb 2021]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Nov 2021 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch heute einen weiteren Text aus den Einsendungen zum Jungen*-Schreibwettbewerb zu präsentieren. Ismail Rahals Beitrag &#8222;Erleben Jungen Sexismus?&#8220; hat uns total überzeugt, räumt er darin doch mit so manchen Vorurteilen auf und hat außerdem noch Lösungsvorschläge parat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Sexismus ist eine Art von Diskriminierung auf Basis]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, euch heute einen weiteren Text aus den Einsendungen zum Jungen*-Schreibwettbewerb zu präsentieren. Ismail Rahals Beitrag &#8222;Erleben Jungen Sexismus?&#8220; hat uns total überzeugt, räumt er darin doch mit so manchen Vorurteilen auf und hat außerdem noch Lösungsvorschläge parat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-14297"></span></p>
<p>Sexismus ist eine Art von Diskriminierung auf Basis des Geschlechts. In der heutigen Gesellschaft werden größtenteils Frauen, jedoch auch ein gewisser Prozentsatz an Männern Opfer dieser Form von Diskriminierung. Es gibt beispielsweise soziale (Grundschullehrer, Kindergärtner) oder kosmetische (Make-up-artist) Berufe, in denen Männer unterrepräsentiert sind. Aussagen wie „Männer können doch gar nicht mit Kindern umgehen.“ oder „Für Männer gehört es sich nicht, sich mit kosmetischen Themen zu beschäftigen!“ zeigen, dass Sexismus auch Männer trifft.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich persönlich habe schon mehrmals Situationen erlebt, die von Sexismus geprägt sind. In meiner Kindheit wurde oft zu mir gesagt, dass ein Junge nicht weinen soll, wenn er sich verletzt hat, weil er ein Junge ist und stark sein muss. In meiner Jugend habe ich einmal beim Filmschauen mit meinen Freunden bei einer traurigen Szene geweint. Daraufhin haben mich meine Freunde ausgelacht und meinten, dass ich ein Mädchen sei, wenn ich weine. Ich habe mich durch diese Situationen immer unter Druck gesetzt gefühlt, Dinge zu unterlassen, nur weil ich ein Junge bin. In ähnlichen Situationen habe ich deshalb gezwungenermaßen meine Gefühle unterdrückt und versucht nicht zu weinen, damit ich als stark wahrgenommen und nicht ausgelacht wurde.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auch in der Kommunikation mit meinem eher konservativ denkenden Vater habe ich öfter zu hören bekommen, dass ich einer Frau meine Gefühle nicht zeigen soll. Dies begründete er damit, dass sonst die Gefahr besteht, dass die Frau die Kontrolle über den Mann gewinnt und ihn ausnutzen könnte. Durch meine jetzige Beziehung habe ich jedoch gelernt, dass es sehr wichtig ist, seiner Partnerin Emotionen zu zeigen, weil man ohne diese viele schöne Gefühle verpasst.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nun möchte ich eine letzte Erfahrung schildern, und zwar, welche Rolle ich in dem Leben meiner Familie einnehmen soll: Weil ich der Junge/große Bruder bin, wurde ich durch die Art der Erziehung indirekt von meinen Eltern gezwungen, mich um meine Schwester zu kümmern und sie zu beschützen. Zudem sollte ich der „Boss“ sein und Dinge wie beispielsweise den Kleidungsstil oder den Freundinnenkreis meiner Schwester für sie entscheiden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Da Sexismus in der heutigen Gesellschaft ein großes Problem darstellt, stellt sich die Frage, wie eine sexismusfreie Gesellschaft erreicht werden kann. Ich denke, dass man dafür vor allem die jüngeren Generationen in Betracht ziehen muss. Schon im Kindergarten können stereotype Geschlechterrollen vermieden werden. Beispielsweise sollte thematisiert werden, dass Jungen und Mädchen mit jedem Spielzeug spielen können, da so die Entwicklung von Geschlechterrollen, die die Basis für Sexismus darstellen, unterbrochen werden kann. Social media hat heutzutage einen großen Einfluss auf die Gesellschaft, sodass man diesen Vorteil nutzen kann, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Beispielsweise könnten Kampagnen, die Geschlechterrollen bewusst aufbrechen, als Werbung auf Instagram geschaltet werden, sodass alle Nutzer*innen erreicht werden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Zudem helfen in den Schulen Projektwochen oder Werbung für außerschulische Projekte, um die Schüler*innen an das Thema Sexismus heranzuführen. Beispielsweise habe ich mich durch das Projekt „Heroes“ viel mehr und intensiver mit Sexismus auseinandergesetzt. <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Insgesamt kann ich also aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass auch Männer von Sexismus betroffen sind. Häufig wurde von mir erwartet, dass ich mich beispielsweise nicht verletzlich, sondern stark zeige, weil ich ein Mann bin. Um eine sexismusfreie Gesellschaft zu erreichen, dauert es sicher noch einige Zeit, da es noch vieler Veränderungen bedarf. Jedoch könnte man den Prozess hin zu einer sexismusfreien Gesellschaft starten, indem man zunächst jüngere Generationen an das kritische Hinterfragen von Geschlechterrollen mithilfe von Kampagnen und Projekten heranführt. Diese Adressatengruppe bildet nämlich die zukünftige Gesellschaft.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2021/08/verzerrte-sicht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Der Gewinner-Text des Wettbewerbs</strong></a> stammt aus der Feder von Nico Herrmann und trägt den Titel &#8222;Verzerrte Sicht&#8220;.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nein heißt Nein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/nein-heisst-nein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jul 2021 07:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=13168</guid>

					<description><![CDATA[[CN: Sexualisierte Gewalt.] Die HeRoes Duisburg haben sich für dieses Video mit Übergriffigkeit und sexualisierter Gewalt auseinandergesetzt — und sie sind sich einig: Auch wenn ein &#8222;Nein&#8220; viele verschiedenen Formen haben kann, es bedeutet immer exakt dasselbe: Nein. Ein Nein ist ein Nein ist ein Nein! Und das sollten gefälligst alle respektieren. Vielen Dank für das reflektierte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>[CN: Sexualisierte Gewalt.] Die HeRoes Duisburg haben sich für dieses Video mit Übergriffigkeit und sexualisierter Gewalt auseinandergesetzt </strong><b>—<span class="Apple-converted-space"> </span></b><strong>und sie sind sich einig: Auch wenn ein &#8222;Nein&#8220; viele verschiedenen Formen haben kann, es bedeutet immer exakt dasselbe: Nein. Ein Nein ist ein Nein ist ein Nein! Und das sollten gefälligst alle respektieren. Vielen Dank für das reflektierte Video!</strong></p>
<p><span id="more-13168"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den HeRoes <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sunny: Ein Tag in unserer Gesellschaft</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/sunny-ein-tag-in-unserer-gesellschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[LizzyNet]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 May 2021 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12941</guid>

					<description><![CDATA[Wir durften euch ja schon einige Texte aus dem LizzyNet-Schreibwettbewerb &#8222;Das ist mir was wert!&#8220; (gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen) präsentieren, und heute ist Zeit für einen weiteren Text. Diesmal ist es ein Gedicht, geschrieben von Sunny. Es trägt den Titel &#8222;Ein Tag in unserer Gesellschaft&#8220; und setzt sich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wir durften euch ja schon einige Texte aus dem <a href="https://bit.ly/3axATg8" target="_blank" rel="noopener">LizzyNet-Schreibwettbewerb &#8222;Das ist mir was wert!&#8220;</a> (gefördert vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen) präsentieren, und heute ist Zeit für einen weiteren Text. Diesmal ist es ein Gedicht, geschrieben von Sunny. Es trägt den Titel &#8222;Ein Tag in unserer Gesellschaft&#8220; und setzt sich mit Mode, Körpern, Schönheit, Normen, Sexismen, Vorurteilen und Schubladendenken auseinander. Viel Spaß beim Lesen!</b><span id="more-12941"></span></p>
<p>Wie üblich stehe ich in der Pause<br />
Mit der anderen Aufsicht draußen.<br />
Still beobachte ich und laufe.<br />
Und während ich so über den Hof schlendere muss ich grinsen,<br />
denn mein Blick fällt auf die kleine Emma ganz hinten.<br />
Über den gelben Schuhen trägt sie eine rosa Hose zu ihrem orangenen Oberteil,<br />
das ist schon ein wirklich schräger Style.<br />
Lächelnd denke ich, wie schön es ist,<br />
dass Mode bei den Kindern nicht<br />
bestimmt wer dazugehört<br />
denn an Kleidung hat sich hier noch nie jemand gestört.<br />
Aber warum denken wir Jugendlichen und Erwachsenen<br />
Die Persönlichkeit hinge ab von irgendeinem Modetrend?<br />
Wieso tragen wir nicht alle was wir wollen,<br />
statt zu denken was wir anziehen sollen?<br />
Warum assoziiert man einen anderen Kleidungsstil<br />
als komisch oder denkt sofort nach, dass diese Mode einem nicht gefiel.<br />
Ist es nicht langweilig, dass wir alle dasselbe tragen,<br />
ist es nicht viel beeindruckender mal was anderes zu wagen?<br />
Zwar ist unsere Gesellschaft toleranter als vor Jahren,<br />
aber warum Klamotten immer noch die Macht haben<br />
Mobbing auszulösen, sollten wir durchaus hinterfragen.</p>
<p>Als ich nach der Arbeit zuhause dann vorm Spiegel steh,<br />
bin ich etwas frustriert, denn mir gefällt nicht, was ich seh.<br />
Aber warum finde ich meine Oberschenkel zu dick?<br />
Ich mache doch Sport und bin körperlich fit.<br />
Warum mag ich mein Aussehen nicht?<br />
Das ist keineswegs eine angeborene Sicht.<br />
Man hat es uns beigebracht,<br />
die Gesellschaft hat diese Selbstkritik entfacht.<br />
Und wird Kritik zu Selbsthass,<br />
sagen die Medien wieder das sei krass.<br />
Wie könne es nur dazu kommen,<br />
jemand hat den Menschen das Vertrauen in die eigene Schönheit genommen.<br />
Dass dieser jemand unsere Gesellschaft ist,<br />
erwähnen sie dabei natürlich nicht.</p>
<p>Ich habe die Gedanken satt,<br />
schüttle sie einfach von mir ab,<br />
denn ich mache mich jetzt fertig,</p>
<p>aber nicht mehr mit Gedanken,<br />
denn ich werde jetzt beim Feiern Komplimente tanken.<br />
Und noch während ich mich schminke frage ich mich<br />
Machst du das eigentlich für andere oder nur für dich?<br />
Ich weiß es nicht, aber ich gehe jetzt feiern.<br />
Dort, wie immer dieselbe Leier.<br />
Jeder labert und grabscht dich an,<br />
und du wehrst dich nicht, bei keinem Mann.<br />
Du willst keine Szene machen,<br />
es gehört eben dazu, dass sie dich ungefragt anfassen.<br />
Aber ist das nicht auch irgendwie falsch?<br />
Man fällt nicht einfach jedem um den Hals.<br />
Trotzdem ist es mir egal,<br />
ich hätte ja die Wahl,<br />
etwas dagegen zu unternehmen,<br />
doch ich will Spaß haben, statt mich aufzulehnen.<br />
Möchte an diesem Abend keine Diskrimination oder Sexismus sehen.<br />
Denn merkt euch, das Motto vom Tanzinsel Festival reicht:<br />
Tanzend sind wir alle gleich!<br />
Ich begleite meine weißen Freunde zur Raucherpause.<br />
Da stehen wir fünf weißen alle draußen.<br />
Als meine Freunde wieder rein gehen,<br />
bleibe ich jedoch stehen.<br />
Ich hab einen jungen Mann kennengelernt,<br />
und er sieht nicht aus wie der typisch deutsche Thomas oder Bernd.<br />
Und es dauert keine ein paar Minuten, nicht mal zehn,<br />
Da haben uns die Türsteher gesehen.<br />
Sofort fragen sie ob alles in Ordnung ist bei mir,<br />
ich dachte sie sehen nur, dass ich frier,<br />
doch es liegt an dem Syrer neben mir.<br />
Sofort denken sie man könne ihm nicht vertrauen,<br />
er bedroht hier bestimmt alle Frauen.</p>
<p>Dem ist nicht so.<br />
Ich mag ihn und bin froh,<br />
als er mich nach meiner Nummer und einem Date fragt,<br />
und ich ganz verliebt ja sag.</p>
<p>Als ich meinen Freundinnen erzähle,<br />
dass wir für das Date einen Dönerladen wählen,<br />
beschweren sie sich<br />
„wie unromantisch“<br />
ob er sich nicht<br />
mehr Mühe geben will,<br />
doch nach meiner Antwort sind sie still.<br />
Ich fand es schön, unser Candlelight-Döner,<br />
ja ich fand es sogar schöner,<br />
als jeden Spießer-Laden,<br />
doch eins muss ich trotzdem sagen:<br />
Die Bedienung dort war nicht mein Geschmack,<br />
weil sie meinen Begleiter einfach kritisiert hat,<br />
warum er der Dame nicht das Essen ausgibt,<br />
worauf hin ich sagte „Emanzipation siegt“ .<br />
Ich lud ihn ein,<br />
zahlte den Döner und brachte ihn heim.<br />
Wieso bedeutet das angeblich keine Frau zu sein?<br />
Diese Gender Klischees regen sowieso nur auf,<br />
doch das Gespräch auf der Feier setzte da nochmal ein Krönchen drauf.<br />
Hatten wir doch einen Transgender Typen getroffen<br />
Und das erzählte er ganz offen.<br />
Geboren als Frau sei er jetzt ein Mann,<br />
und dass er auf Typen steht wisse er auch schon lang.<br />
Und dann mischt sich diese Dumme ein,<br />
und meinte „hättest du mal Frau geblieben sein!“<br />
Warum soll Liebe nur zwischen Mann und Frau existieren?<br />
Kann sich nicht auch das gleiche Geschlecht in gegenseitiger Liebe verlieren?<br />
Aber ich vergaß, Frauen dürfen ja auch kein Fußball spielen,<br />
Männer dürfen sich nicht das Gesicht peelen,<br />
Mädchen spielen nicht mit Autos,<br />
und spielt ein Junge mit Puppen lachen andere laut los.</p>
<p>Und als ich all das abends im Bett vor mich hin denke,<br />
merke auch ich in meinem Kopf diese Schubladen und Schränke.</p>
<p>Ich wünsche mir also, dass vor allem ich aber auch alle anderen<br />
Nur noch positive und nicht diskriminierende Gedanken<br />
Denken<br />
Und uns gegenseitig mehr Liebe schenken<br />
Um die Gesellschaft in richtige Bahnen zu lenken.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Texte aus dem Schreibwettbewerb <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lizzynet/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Riot ist Liebe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/05/riot-ist-liebe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 May 2021 07:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Ich bin Königin, ich bin Slut, ich bin Lady, ich bin zart, ich bin stark &#8211; ich bin nicht was du sagst!&#8220; Wir freuen uns, euch heute das Video zur ersten Single von Mino Riot feat. Mona zu präsentieren: &#8222;Riot ist Liebe&#8220;. Kraftvoller Rap, der die Zwänge des Patriarchats sprengt. Das solltet ihr euch nicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Ich bin Königin, ich bin Slut, ich bin Lady, ich bin zart, ich bin stark &#8211; ich bin nicht was du sagst!&#8220; Wir freuen uns, euch heute das Video zur ersten Single von Mino Riot feat. Mona zu präsentieren: &#8222;Riot ist Liebe&#8220;. Kraftvoller Rap, der die Zwänge des Patriarchats sprengt. Das solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Und Mino Riot selbst schreibt: &#8222;🔥 Als DIY-Artist ist das erste Release ein großer Schritt. Ich freue mich also riesig, wenn ihr mich und den Track teilt, abonniert, kommentiert und supportet! 🔥&#8220; Also los!</strong></p>
<p><span id="more-12919"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier gibt&#8217;s den Song auch nochmal <a href="https://soundcloud.com/bundes-arbeitsgemeischaft/mino-riot-riot-ist-liebe" target="_blank" rel="noopener"><strong>ohne Video zum Anhören</strong></a>.</li>
<li>Und hier geht&#8217;s zu <a href="https://www.instagram.com/mino.riot_/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Mino Riots Insta-Profil</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zu viele Gedanken</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/zu-viele-gedanken/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/zu-viele-gedanken/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jan 2021 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, euch den ersten Beitrag 2021 zu präsentieren. Es ist ein Text unserer Autorin Lina, mit dem sie uns zwar in einen Sommertag mitnimmt &#8211; Freund*innen treffen, baden gehen; das ist gerade in so weiter Ferne und klingt toll! &#8211; aber sich außerdem mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt, das weniger angenehm ist: Körperpolitiken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, euch den ersten Beitrag 2021 zu präsentieren. Es ist ein Text unserer Autorin Lina, mit dem sie uns zwar in einen Sommertag mitnimmt &#8211; Freund*innen treffen, baden gehen; das ist gerade in so weiter Ferne und klingt toll! &#8211; aber sich außerdem mit einem wichtigen Thema auseinandersetzt, das weniger angenehm ist: Körperpolitiken. Welche Körper &#8222;dürfen&#8220; was? Und was hat das Gender damit zu tun?</strong></p>
<p><span id="more-12687"></span><br />
Frustriert schaut deine Spiegelung zu dir zurück. Es ist kein Date, es ist kein Bewerbungsgespräch, es ist kein schickes Essen. Deine Freunde werden nicht einmal Fotos machen, hoffst du.<br />
Glaubst du. Naja und wenn kommen die eh in den Fotokalender, den du zu Weihnachten bekommst.<br />
Von dem du absolut nichts weißt -der ja gar nicht existiert.<br />
Dennoch bist du dir unsicher mit dir und deinem Aussehen und ganz ehrlich so ganz generell. Du hast nun mal nicht den Körper, der in den Medien propagiert wird. Kannst du dir also überhaupt so kurze Sachen leisten?</p>
<p>Klar vor deinem Spiegel geht es irgendwie, aber was ist, wenn jemand von der Seite ein Bild macht? Oder noch schlimmer, schräg von unten. Deine dicken Arme fallen doch sofort auf. Und dein Bauch, gerade im Sitzen, wenn die Beine so auseinanderlaufen. Ist dein Ausschnitt vielleicht zu tief?<br />
In einem Ruck ziehst du dir das Tanktop über den Kopf und wirfst es auf den Klamottenberg auf den Boden. Aus deinem Schrank und über deinen Kopf kommt ein längeres Shirt.<br />
Es bleibt noch die Frage nach den Hosen. Sind diese vielleicht zu kurz? Zeigen sie zu viel Bein? Nicht, dass jemand im Bus vielleicht von unten reinschauen könnte. Betonen diese jetzt gerade deinen Po zu sehr und es wirkt auf andere unter Umständen, als wärst du leicht zu haben oder sind sie so verdeckend, dass es alles eher nach Kartoffel wirkt.<br />
Du seufzt und schließt deinen Schrank. Besser wird das heute einfach nicht.<br />
Ein Satz, den es wohl auch oft bei momentanen Netflix Filmen von den Drehbuchautoren von sogenannten ‚Chicklit-Filmen‘ zu hören gibt.</p>
<p>Auf den Treppen nach unten begegnest du deinen Eltern. Sie machen sich doch nur Sorgen. Denn jetzt mal ehrlich, willst du so rausgehen? Hast du überhaupt darüber nachgedacht was du anziehst? Ist typisch, macht man in deinem Alter nicht. Mit den Konsequenzen solltest du dann aber bittschön leben können. Du bietest dich ja gerade an. Da musst du dich nicht wundern, wenn jemand dir unangenehm zu nah kommt. Deine Klamotten sagen das, sagen sie. Du sagst das nicht.<br />
Du gehst wieder hoch, und wechselst deine Hose. Sie meinen es ja nur gut, hoffst du.<br />
Auf dem Weg in die Stadt ist dir warm. Schweißflecken sehen unsexy aus, heißt es. Du versuchst also streckenweise deine Arme in bestimmten Winkeln von deinem Körper weg zu halten, sodass keine Flecken an den Achseln entstehen werden. Dabei findest du, siehst du noch komischer aus, als wahrscheinlich eh schon. Kommen doch Flecken, versuchst du krampfhaft deine Arme unten zu halten und bloß nicht zu wild zu gestikulieren.</p>
<p>Deine Freunde tragen kurze Sachen. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Ihr esst etwas. Alles schmeckt gut, natürlich ohne Koriander dieses Unterkraut, und du entspannst dich. Bis das Bild gemacht wird. Denn man sieht doch was auf deinem Teller ist. Und dann werden es andere Leute im Internet sehen und sich denken ‚jaja, bei dem was diese Person isst kein Wunder‘. Wenn nicht im Internet, dann werden es vielleicht die Eltern deiner Freunde auf deren Kameras sehen. Oder deine Eltern, falls das Bild auf einem nichtexistenten Kalender an deiner Wand existiert. Dann denken sich deine Eltern, oh nein, bei dem was unser Kind isst kein Wunder. Bis es deine Freunde denken.</p>
<p>Deine Freunde haben dir schon gesagt du machst dir zu viele Gedanken. Das denkt doch alles sonst niemand. Nein nein – wir sehen das nicht so. Überhaupt wie kommst du immer darauf, dass ist doch alles nicht logisch. Das ist rational doch alles gar nicht so, warum siehst du das denn nicht.<br />
Worte helfen nicht immer über Gefühle hinweg.</p>
<p>Du und deine Freunde ihr geht noch an den See. Nicht sehr weit weg, von den Häusern deiner Freunde. Als ihr baden geht richten sich Blicke auf deine Beine. Ohne Zweifel hast du vergessen sie zu rasieren, aber nicht vergessen, wie sehr es das letzte Mal geblutet hat, als du dir ausversehen ins Bein geschnitten hast. Und wie rot und pickelig alles war. Du wirst allerdings auch nicht vergessen, wie dich andere ansehen und jetzt sagen werden, dass es unhygienisch ist. Deine Freunde haben auch keine rasierten Beine. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Außerdem wäre das ja komplett homo bei denen. Das macht ihr Geschlecht einfach nicht. Das sähe ja auch komisch aus. Bei denen ihren Körpern ist das auch einfach nicht unhygienisch, sagen sie dir.</p>
<p>Auch deine Nippel, die sind anstößig. Lass sie lieber bedeckt. Bei deinen Freunden geht das schon. Andere Geschlechter und so, da kann man sich mehr erlauben, sagen sie. Denk doch drüber nach, deine Nippel sind zart rosa bis dunkelbraun, in einer ganz anderen Farbe, weich und werden bei Kühle oder Erregung hart. Und jetzt denk an ihre Nippel, ihre Nippel sind zart rosa bis dunkelbraun, in einer ganz anderen Farbe, weich und werden bei Kühle oder Erregung hart. Der Fall ist eindeutig, sagen sie dir, und sperren deshalb Tumblr und Instagram Inhalte.<br />
Das unterscheidende Fettpolster ein Sinnbild der Gradwanderung zwischen Sexobjekt und warmen Sommertag.</p>
<p>Es wird langsam dunkel und ihr macht los. Deine Freunde steigen alle eher aus als du, während du weitere 20 Minuten im Nachtbus verbringst. Nur ein paar Menschen fahren so weit wie du und es wird immer dunkler. Den Schlüsselbund suchst du lieber schon im Bus raus, haben deine Eltern gesagt. Wenn man ihn besonders hält und die einzelnen Schlüssel zwischen den Fingern aus der Faust herausschauen lässt kann man ihn fast als Schlagring benutzen, hast du mal irgendwo gehört. Keine Ahnung ob es geht, aber jeden Weg von der Bushaltestelle zu deinem Haus, wird es wieder angewendet.</p>
<p>Du steigst aus. Neben dir noch eine andere Person. So schnell wie möglich querst du die Straße, die Person auch. Die Musik schaltest du im Weiterlaufen aus. Du willst die Schritte hören. Du läufst etwas schneller, als du ein Atmen hörst was dir zu nah vorkommt. Dein Kopf ist eine Mischung aus ‚bloß nicht hinfallen‘ und ‚Was habe ich wohl für Signale gesendet‘. Dein Herzschlag beschleunigt sich, aber du nimmst es gar nicht wahr. Du drehst leicht deinen Kopf. Du kannst die Person nicht erkennen, aber sie liegt etwas weiter hinten als du dachtest. Wie wahrscheinlich ist es, dass sie in deine Richtung muss. Du überlegst die Abkürzung über die Nebenstraßen zu nehmen, aber da gibt es nur in noch größeren Abständen Laternen. Du läufst noch etwas schneller und folgst der Biegung der Straße. Deine Hand läuft an den Knöcheln weiß an, da du den Schlüssel so fest umklammert hältst. Noch einmal drehst du deinen Kopf.</p>
<p>Niemand scheint da zu sein, aber gleichzeitig ist die Straße auch Dunkel. Man kann sich auch verstecken. Deine Gedanken rasen. Deine Beine auch. Du drehst dich immer wieder um und gehst weiter. Keine Ahnung ob es schlimmer ist, dass da niemand ist oder ob es schlimmer wäre, dass da jemand wäre. Warum werden Menschen bei einer Lux Anzahl unter 400 eigentlich so gruslig für dich.</p>
<p>Du siehst deine Haustür, trittst schnell heran, schließt sie mit zitternden Fingern auf – schaust dich noch 5 mal panisch um- und schlägst sie so schnell wie möglich zu, damit nichts herein kommen kann.</p>
<p>Du  als Mann fragst dich diesen, wie auch noch viele andere Abende, ob Frauen und andere Geschlechter auch solche Gedanken haben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
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		<title>HeRoes &#8211; Mannopoly</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/heroes-mannopoly-onlinegelaende20-workshop/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2020 10:54:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute haben wir ein Mitmachvideo für euch. Die HeRoes Duisburg haben auf unserem #onlinegelände20 den Workshop &#8222;-ismen und Ich&#8220; angeboten. Ein Teil davon war das Spiel &#8222;Mannopoly&#8220; indem Fragen rund um Sexismus gestellt werden. Das schöne ist, Antworten sind erstmal offen gelassen und wir würden uns freuen, wenn ihr Lust habt diese in den Kommentaren]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Heute haben wir ein Mitmachvideo für euch. Die HeRoes Duisburg haben auf unserem #onlinegelände20 den Workshop</b><b> &#8222;-ismen und Ich&#8220; angeboten. Ein Teil davon war das Spiel &#8222;Mannopoly&#8220; indem Fragen rund um Sexismus gestellt werden. Das schöne ist, Antworten sind erstmal offen gelassen und wir würden uns freuen, wenn ihr Lust habt diese in den Kommentaren zu beantworten.</b></p>
<p><span id="more-12534"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/09/heroes-hast-du-den-mut/">Hier</a> könnt ihr noch einen weiteren Beitrag aus dem HeRoes &#8211; Workshop anschauen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich will alles — ein Erfahrungsbericht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/10/ich-will-alles/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2020 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Fee nimmt auf der Bühne kein Blatt vor den Mund und das ist gut, richtig und wichtig. Sie spricht und schreibt über Themen, die unangenehm sind und von denen manche Leute allen Ernstes genervt sind: Schon wieder ein Sexismus-Text, ist das nötig? Fee zeigt: Ja, es ist sogar bitter nötig. Und sie möchte die Gründe]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fee nimmt auf der Bühne kein Blatt vor den Mund und das ist gut, richtig und wichtig. Sie spricht und schreibt über Themen, die unangenehm sind und von denen manche Leute allen Ernstes genervt sind: Schon wieder ein Sexismus-Text, ist das nötig? Fee zeigt: Ja, es ist sogar bitter nötig. Und sie möchte die Gründe dafür — zahlreiche unangenehme und übergriffige Erfahrungen —nicht länger verdrängen. Wir freuen uns, dass wir heute ihren Text aus 2018 veröffentlichen dürfen.</strong></p>
<p><strong><span class="Apple-converted-space">*Triggerwarnung: In diesem Text wird explizit Übergriffigkeit/sexualisierte Gewalt beschrieben.*</span></strong><strong><span class="Apple-converted-space"> </span></strong><span id="more-12504"></span></p>
<p><i>Als unter #metoo viele Frauen* aus der ganzen Welt über ihre Erfahrungen mit Sexismus schrieben, wusste ich selbst nicht, wo ich anfangen sollte. Ich wusste nicht, wie ich mich an alles erinnern sollte und was „heftig“ genug war, es aufzuschreiben. Ich fühlte mich vor allem von der Masse der Erfahrungen erdrückt, hatte Angst, die tägliche Konfrontation damit nicht deutlich machen zu können, nicht zeigen zu können, wie weit das alles in mein Leben hineinreicht, wie früh ich damit bereits in Berührung kam.<br />
Gleichzeitig las ich viele Erfahrungsberichte, die mir Tränen in die Augen trieben und ein seltsames Gefühl bereiteten. Zu viel von dem, was ich las, hatte ich genau so schon erlebt, zu viel kam mir aus Erzählungen meiner Freundinnen* bekannt vor.<br />
Für die Initiative „17 Ziele“ ist es mir nun gelungen, einen weitgehend poetischen Text darüber zu schreiben, wo mir in meinem Leben Sexismus begegnet ist. Wenn ich diesen -wahrscheinlich persönlichsten- Text vorlese, werde ich oft gefragt, ob ich das wirklich alles erlebt hätte. Ganz oft von Frauen*. Ich denke dann: „Natürlich. Und das ist doch längst nicht alles! Wie kannst du das fragen? Dir geht es doch bestimmt genau so!“ Aber aus Erfahrung sage ich mittlerweile: „Ja, das ist mir alles widerfahren. Ich habe für manches gebraucht, um mich an Verdrängtes zu erinnern und wahrscheinlich bin ich dadurch, dass ich viel unterwegs bin, häufiger betroffen. Wenn du nachdenkst, findest du bestimmt auch Situationen, an die du dich nicht mehr erinnern wolltest.“<br />
Und tatsächlich: Ganz oft dauert es ein paar Minuten, bis die selben Frauen* wieder zu mir kommen und mir erzählen, was ihnen gerade wieder eingefallen ist. Das sind oft keine Kleinigkeiten. Aber wir haben sie verdrängt. Ich möchte das nicht mehr, ich möchte das zur Sprache bringen! Und ich möchte noch immer alles.</i></p>
<p>Mit 17 sagte ich still:<br />
Ich will, will alles!<br />
Oder nichts.<br />
Für mich soll´s gleiche Rechte regnen<br />
mir sollten sämtliche…Männer mit Respekt-…begegnen.<br />
Die Welt sollte sich umgestalten<br />
und ihre Schwänze für sich behalten.</p>
<p>Mit 17 vergaß ich auf einer Party die Zeit und kam nicht mehr nach Hause,<br />
Ein 27jähriger Politikstudent, mit dem ich mich gut unterhalten hatte, bot mir seine Gästecouch an.<br />
Auf der Busfahrt zu ihm erzählte er, dass man mit 27 natürlich schon darüber nachdenken würde, eine Familie zu gründen, zu heiraten, Kinder zu haben.<br />
10 Minuten später hatte er mir den BH ausgezogen.<br />
Ich sagte Nein.<br />
Er fragte Warum.<br />
Ich zitterte.<br />
Er sagte: Bitte!<br />
Ich drückte ihn weg.<br />
Er atmete schwer.<br />
Ich zog meine Hand weg<br />
er zog sie in seine Hose.<br />
Mit 17 floh ich mitten in der Nacht halbnackt aus einer fremden Wohnung, in der ein 10 Jahre älterer Mann mein Nein nicht akzeptieren wollte. Hätte er mich festgehalten, dachte ich, wäre ich selbst schuld gewesen.</p>
<p>Mit 4 übernachtete ich bei einem Nachbarsjungen, der schon zur Schule ging. Ich wachte auf, weil er mich festhielt und ankündigte, wir würden jetzt „ficken“. Ich wusste nicht, was das bedeutete und wollte seine Mutter nicht wecken. Er zeigte mir seinen Penis und versuchte, ihn mir in den Po zu stecken.<br />
Ich fühlte, dass ich mich irgendwie noch mehr hätte wehren sollen, außerdem war nichts passiert, deswegen erzählte ich es nie jemandem.</p>
<p>Mit 6 hatte ich nur weibliche Lehrerinnen und trug kurze Haare. Die Jungs ärgerten mich, weil ich kein richtiges Mädchen sei und eine Jungenfrisur hätte.</p>
<p>Mit 12 wuchsen mir langsam Brüste.<br />
Mit 12 ging ich an einem sonnigen Tag um die Mittagszeit an einer großen Straße entlang und fragte einen Mann im Anzug und Aktentasche nach dem Weg.<br />
Erst zeigte er mir den Weg, dann begann er, mich zu bedrängen.<br />
Er fragte, ob ich mit ihm schlafen würde,<br />
ich sagte Nein.<br />
Er fasste mir an den Hintern und sagte, mein Kleid sei so schön,<br />
ich schwieg aus Angst.<br />
Er sagte, ich würde seiner Exfrau so ähnlich sehen,<br />
ich sagte, ich sei 12.<br />
Er sagte, er hätte Kondome dabei.<br />
Ich weinte,<br />
er zog mich in eine Einfahrt,<br />
ich lief weg.<br />
Mit 12 rannte ich so schnell ich konnte auf die Türen einer S-Bahn zu und fuhr weinend und zitternd nach Hause, ohne dass jemand fragte, was los sei.<br />
Mit 12 beschloss ich, dieses Kleid nie wieder anzuziehen und dass ich Jeans hätte tragen sollen und erzählte es keinem.</p>
<p>Mit 15 dachte ich, Feministin sei ein Schimpfwort.<br />
Mit 15 sah ich das erste mal Germany´s Next Topmodel, weil alle darüber sprachen. Ich hatte damals Idealgewicht und war im Sommer darauf trotzdem wochenlang damit beschäftigt zu hungern. Ich aß nur noch Äpfel und Weintrauben, weil andere noch dünner waren, die im Fernsehen weniger wogen und ích beliebter bei den Jungs und überhaupt schöner sein wollte.<br />
Mit 15 fiel ich bei einer Generalprobe um, weil ich seit Tagen nichts gegessen hatte.</p>
<p>Mit 16 verfolgte mich ein ehemaliger Politiker unserer Stadt auf dem Schulweg, verwickelte mich in Gespräche, kam mir viel zu nah und legte mir gutväterlich seine Hand auf den Arm oder auf´s Bein.<br />
Als ich eine andere Route wählte und er mich sah, nahm er auch diese Route. Einmal war ich in der Zeitung und er rief mir zu, er hätte den Artikel ausgeschnitten und bei sich aufgehängt.<br />
Ich hatte Angst, aber wollte nicht unhöflich sein.<br />
Mit 16 gab sich jemand als Fahrkartenkontrolleur aus, um meine Adresse herauszufinden,<br />
mit 16 strich jemand im Bus mit seinem Bein an meinem hoch,<br />
mit 16 bekam ich auf Lokalisten.de mein erstes Dickpick.</p>
<p>Mit 17 warfen mir Mitschüler vor, ich sei nur so gut in der Schule, weil ich mit den Lehrern schlafen würde.<br />
Mit 17 hielt mir ein fremder Mann ein Video vor´s Gesicht, auf dem er Sex hatte.<br />
Mit 17 führte unser Englischlehrer Datensicherheit im Internet als Thema ein, indem er uns das skandalöse Dickpic des US-Abgeordneten Anthony Weiner zeigte und die Mädchen der Reihe nach fragte, was sie glaubten, auf diesem Bild zu sehen.<br />
Mit 17 trug ich wieder kurze Haare und manche Jungs nannten mich Kampflesbe.</p>
<p>Mit 18 trug ich ein Gedicht auf einem Poetry Slam vor, in dem es um Abtreibung ging, und erhielt plötzlich Mails, die mir Vergewaltigungen androhten.<br />
Mit 18 las ich unter meinen Youtubevideos, ich sei eine dumme Hure und gehöre „weg-gecockt“.<br />
Mit 19 schrieb ich einen lustigen Text, ein Kollege riet, ich solle doch bei Mädchenlyrik bleiben. Später sagte er mir, für ´ne Frau sei ich ganz witzig. Das habe ich seither zu oft gehört.<br />
Mit 20 behauptete ein Professor, Frauen hätten in der Wissenschaft nichts verloren.<br />
Mit 21 lief ich durch einen ICE voller Betrunkener und wurde ungefähr zwanzigmal angefasst.<br />
Mit 22 sang ich einem Professor für Gesang vor, der mir offenbar ein zweideutiges Angebot machte. Er schaute mir unverhohlen auf die Brüste und sagte, ich hätte ja die Figur einer Sängerin, dann schlug er vor, wir könnten uns etwas kennen lernen, als ich nichts sagte, meinte er enttäuscht „dann singen wir eben“.<br />
Mit 23 berührte mich ein Mann in der Bahn und holte dann seinen Penis vor mir aus der Hose, während alle anderen einfach wegsahen.</p>
<p>Ich bin jetzt 24.<br />
Wenn sich in der Bahn ein Mann* zu mir setzt, verkrampfe ich. Ich gehe im Kopf Strategien durch, wie ich mich wehren könnte.<br />
Wenn ich am Tag an einer Gruppe junger Männer* vorbei muss, balle ich meine Hände zu Fäusten und schaue stur geradeaus.<br />
Wenn ich nachts auf eine Bahn warte und einen Mann* sehe, versuche ich krampfhaft, ihn nicht anzusehen und grimmig zu schauen.<br />
Dann ärgere ich mich über mich selbst.<br />
Viel zu oft behalte ich aber doch Recht.<br />
Ich spüre die Blicke auf meinen Brüsten, auf meinem Hintern.<br />
Ich höre, wie jemand pfeift oder mir etwas ins Ohr haucht.<br />
Ich werde gefragt, ob ich Single sei. Brüllend, geifernd, aufdringlich.<br />
Man ruft mir hinterher, drängt mich mit dem Auto in Ecken,<br />
viel zu oft bin ich mehr Objekt als Mensch.</p>
<p>Ich habe nie hungern müssen, musste nie vor Krieg fliehen, habe als Kind nicht gearbeitet, wurde nicht verheiratet. Ich hatte Zugang zu Bildung und sauberem Trinkwasser, ich bin krankenversichert, ich konnte studieren und Nachhilfe nehmen, Die Luft, die ich geatmet habe, war immer sauber genug. Ich wurde nie aufgrund meiner Hautfarbe diskriminiert und nie aufgrund meiner Herkunft ausgeschlossen und wenn die Welt morgen untergeht, dann zumindest nicht zuerst in Deutschland.</p>
<p>Neulich sagte ein Professor, alle großen Errungenschaften der Kultur kämen von Männern.<br />
Neulich fragte ein Zuschauer, warum es so wenig Frauen auf Bühnen gäbe.<br />
Neulich warf mir jemand vor, ich würde zu viele Sexismus-Texte schreiben.<br />
Neulich sagte ein Jugendlicher, Frauen in Deutschland seien schon längst gleichberechtigt.</p>
<p>Aber mit 17 sagte ich still: Ich will.<br />
Will alles oder nichts.<br />
Und, dass ich das erlebt habe,<br />
und, dass die meisten Frauen hier jederzeit eine ähnliche Liste schreiben könnten,<br />
und dass wir 2018 haben und in einem der am weitesten entwickelten und reichsten Länder der Welt leben und dass das mich trotzdem betrifft,<br />
das ist schon mal ganz sicher nicht alles.<br />
Deswegen: Weiter kämpfen. Weiter träumen. Bis es rote Rosen regnet. Für alle!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Fee <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/fee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>HeRoes &#8211; Hast du den Mut?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/09/heroes-hast-du-den-mut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Sep 2020 09:48:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12477</guid>

					<description><![CDATA[Auch die HeRoes aus Duisburg haben an unserem #onlinegelände20 teilgenommen und in ihrem Workshop die Themen Rassismus und Sexismus bearbeitet. In diesem Video zeigen sie alltägliche Situationen in denen rassistische und sexistische Kommentare passieren und stellen die Frage, ob du den Mut hast dich dagegen zu positionieren.  Mehr von den HeRoes findet ihr hier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Auch die HeRoes aus Duisburg haben an unserem #onlinegelände20 teilgenommen und in ihrem Workshop die Themen Rassismus und Sexismus bearbeitet. In diesem Video zeigen sie alltägliche Situationen in denen rassistische und sexistische Kommentare passieren und stellen die Frage, ob du den Mut hast dich dagegen zu positionieren. </b></p>
<p><span id="more-12477"></span></p>
<p>Mehr von den HeRoes findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kapitel 1</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/kapitel-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Damian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Jun 2020 07:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12239</guid>

					<description><![CDATA[Unser neuer Autor Damian sagt über sich selbst: &#8222;Ich benutze Sprache als Ventil um einen Ausdruck zu finden, und als Mittel, mich selber und meine Umgebung zu reflektieren.&#8220; Und YES, genau das tut er! Heute präsentieren wir euch seinen zweiten Text, in dem es um fehlende Vorbilder, um Männlichkeit und um die große Bedeutung feministischer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser neuer Autor Damian sagt über sich selbst: &#8222;Ich benutze Sprache als Ventil um einen Ausdruck zu finden, und als Mittel, mich selber und meine Umgebung zu reflektieren.&#8220; Und YES, genau das tut er! Heute präsentieren wir euch seinen zweiten Text, in dem es um fehlende Vorbilder, um Männlichkeit und um die große Bedeutung feministischer Räume geht &#8211; und außerdem auch um Humor. Wie all das zusammenpasst? Lest selbst!</strong></p>
<p><span id="more-12239"></span></p>
<p>Ich bin also 18 und spiele eine Frau. Ich war immer sehr schlecht in der Schule und machte auf dem zweiten Bildungsweg alles nach. Ich war die einzige Frau in der Klasse. Ja, das war übel. Und ich hörte Musik, in der es mehr „Fotzen“ in den Texten von irgendwelchen Trotteln gibt, als auf der Bühne. (Ich darf das sagen!)<br />
Also: weder weibliche Vorbilder, und schon gar keine männlichen.<br />
Und so, wie die Jungs mich überall behandelten, wurde auch nur ich behandelt, aber kein anderer Mann. Irgendwann dachte ich darüber nach, warum es für (cis-)Männer keine so entwürdigenden Beleidigungen gibt wie für Frauen. Ja, klar, du kannst Pimmel oder Schwanz negativ benutzen, aber das ist nicht dasselbe wie Fotze.<br />
Ich suchte also einen Begriff für diese ganzen Erfahrungen, die ich machte.<br />
Und ich fand ihn: Sexismus.<br />
Ich benutzte ihn und ich merke, Sexismus ist für viele nur ein Wort. Für mich 24 Jahre eine unbenannte Vormachtstellung von Cismännern gegenüber meinem Körper, meinem Charakter, meinen Emotionen und meiner Menschlichkeit, gegen die ich mich nie wusste zu wehren.<br />
Wenn ich das Gefühl habe, Schuld zu sein, immer wenn eine Cismännerhand im Vorbeigehen meinen Arsch gekniffen, gedrückt oder gehauen hat, wie soll ich dann emotional dazu fähig sein, mich zu wehren? Schuld ist ein lähmendes<br />
Gefühl.<br />
Obwohl ich nie in meinem Leben einen Rock getragen habe, hatte ich immer das Gefühl, mein Rock sei zu kurz, dass mir sowas passiert.<br />
Zwischen zu Hübsch, dass die Cismänner nichts für ihre Triebe können und zu Hässlich, dass ich dankbar sein solle, dass mich überhaupt ein Mann haben will, gab es nichts.<br />
Für alles hatte das Patriarchat und seine Vertreter faule Ausreden, die mir zeigten:<br />
Egal, wirklich egal, wie ich mich verhalte: in ihren Augen werde ich es nie richtig machen.<br />
Wenn du dich auf sie einlässt, bist du eine „billige Hure“, die jeder haben kann. Wenn du sie absagst, wollen sie es „dir fotze so richtig heimzahlen“.<br />
Nein, nicht alle cismänner sind so. Aber die Traumata habe ich ja nicht von denen, die keine Täter sind, sondern von den Tätern. Und in meinem Leben habe ich Erinnerung an Taten, die so weit zurückliegen, dass nicht mal mehr der Name des Täters bleibt.<br />
Aber durch die Feministische Szene erkannte ich: Es geht vielen Frauen so. Vielen geht es noch schlechter als mir, wiederum andere haben nicht mal ansatzweise so viel erlebt wie ich. Doch uns verbindet etwas, das mindestens genauso stark war:<br />
Diese bestialische Energie, die du bekommst, wenn du dich plötzlich als Handelnde Person erkennst. Vom Objekt wieder zu einem Menschen wirst.<br />
Bei mir ist dieser Prozess vor allem durch Humor passiert. Humor ist in meinen Augen die stärkste Form von rhetorischer Macht. Kennst du das auch, wenn du mit einer Runde von 10 cismännern am Tisch sitzt, und du machst einen Witz, aber keiner lacht? Zwei Minuten später erzählt einer der Cismänner denselben Witz, mit minimal anderen Worten &#8211; die Runde gröhlt bis irgendwer Schluckauf kriegt.</p>
<p>Wenn das alles ist, was 5 Tage die Woche passiert, macht das zwangsläufig depressiv. Ich hatte einen tiefen Wunsch, den ich immer öfter begann zu träumen: dass meine ganze Welt sich verändert. Ich wollte mehr Frauen um mich haben und mich über die Erfahrungen unterhalten.<br />
Desto mehr ich selber darüber sprach, desto mehr veränderte sich auch mein Freund_innenkreis. Und so kam ich immer mehr in die Feministische Szene.<br />
Und hier begegnete ich diesen „Feminazis“. Cis-Frauen, die dem Patriarchat tagtäglich ein lautes „Viva la vulva“ entgegenfauchten und ich so: geil! Und ich merkte, wie viel System darin steckt, dass uns im Bio-Unterricht über „weibliche“ Körper so wenig beigebracht wird. Alles was ich lernte: können schwanger werden, müssen verhüten, da Scheide, da Schamlippen, da Anus, ach ja es gibt ja noch den Kitzler, fast vergessen, jetzt könnt ihr eure Bücher wieder zuklappen. Das Vokabular war ekelerregend und unmenschenwürdig, und die Funktion rein auf Gebären zu limitieren, ist sexistisch.<br />
Aber jetzt saß ich nicht mehr auf der Schulbank sondern zwischen Frauen mit haarigen Beinen und Lianen in den Acheln und Frauen mit Beinen wie Seide, die in einem Stuhlkreis über Schamgefühle und Schönheitsdruck sprachen und Verständnis füreinander aufbauten. Jetzt träumte ich nicht mehr hinter der Drehmaschine, sondern erlebte stinknormale Lesbenküsse im Panorama eines Konzertes, die nicht den Fokus von gröhlenden Broilern sich ziehen. Lauthals rülpsende Streuner-Punkerinnen, und Femmes die nicht mal aus ihrer Performance weichen müssen um dir bei einem sexistischen Spruch treffsicher eine reinzuzimmern. Und noch viele Geschlechter, Liebens- und Lebensweisen mehr, die sich im Stadtbild nur zeigen können, wenn sie gerade die Resilienz dafür haben, die Blicke abzuschirmen, mit denen sie jede Sekunde beworfen werden.<br />
Plötzlich fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen. Ich war viel entspannter, denn ich war zwar immer noch nicht innerlich frei, aber zumindest war mein Umfeld weniger wertend und urteilend mit mir. Und mein Begehren war zwar immer noch nicht die Norm der linken Szene, aber wenigstens nicht mehr Abnormal. Ich konnte, durfte, wollte begehren und über begehren sprechen. Und erst da wurde mir klar, wie groß meine Sehnsucht nach diesem Raum war, alleine schon, weil ich ihn mir bis vor kurzem nie hätte vorstellen können.<br />
Und das hat Prozesse losgetreten, die weitere Prozesse losgetreten haben, worauf Prozesse folgten, die mich in meinen jetzigen Prozess geführt haben.<br />
Tschüss Patriarchat, und hallo Feminismus, hier bin ich!</p>
<p>In Feministischen Räumen habe ich mich wieder getraut, meinen Humor zu entdecken und etwas witzig zu sein &#8211; die Runde lachte! Natürlich auch nicht immer alle, weil nicht alle Menschen denselben Humor teilen, aber darüber fand ich Freund*innen, mit denen ich mich von Zeit zu Zeit besser verstand.<br />
Und in diesen neuen Kreisen lernte ich Tag für Tag, was eigentlich der Inhalt meiner selbst ist. Was in dieser Hülle ist, die mich 24/365 durch die Welt transportiert. Ich lernte mich neu kennen, und fing an, anders über mich zu denken.<br />
Ich fand mich allmählich lustig, unterhaltsam, wissensdurstig, und aus schüchtern wurde laut. Mit dieser neuen Einstellung zu mir selber lernte ich auch schnell Lesben kennen, mit denen ich Zärtlichkeiten tauschen konnte. Das gab mir viel, und öffnete nochmal Seiten in mir, die ich immer versuchte vor dem Patriarchat zu verstecken: Ein klitzekleiner Teil meines weichen Gemüts traute sich aus mir raus. Ich bin ein sehr empfindsamer Mensch, und bin froh, dass ich in meinem Kontext sehr früh lernte, so sein zu dürfen.</p>
<p>Heute sitze ich hier als 24 jähriger Mann und weiß um den Wert von feministischen Strukturen. Ich möchte immer für sie kämpfen, sie dürfen niemals zerstört werden.<br />
Mit ihrer Hilfe haben sie es mir damals ermöglicht, mir mein ganzes Leben zurückzuholen. Damals wusste ich noch nicht, dass jeder Schritt zu mir selber auch ein Schritt Richtung Männlichkeit ist. Aber einer neuen Männlichkeit, einer schönen und heilsamen Männlichkeit. I love it!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Falls ihr den ersten Text von Damian verpasst habt &#8211;<a href="https://www.meintestgelaende.de/author/damian/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong> hier entlang</strong></a>!</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Liebe, Sex, Familie – über was unsere Jugend zu wenig Bescheid weiß </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/liebe-sex-familie/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2020 07:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie steht es eigentlich um die sexuelle Aufklärung von Jugendlichen? Im Jahr 2020 könnte man doch meinen, dass es da einigermaßen fortschrittlich vonstatten geht, oder nicht? Unsere Autorin Lilith hat sich mit einigen Studien aus den vergangenen Jahren auseinandergesetzt und sich so ihre Gedanken dazu gemacht. Hier lest ihr ihren Text: Ein Mann liegt auf]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie steht es eigentlich um die sexuelle Aufklärung von Jugendlichen? Im Jahr 2020 könnte man doch meinen, dass es da einigermaßen fortschrittlich vonstatten geht, oder nicht? Unsere Autorin Lilith hat sich mit einigen Studien aus den vergangenen Jahren auseinandergesetzt und sich so ihre Gedanken dazu gemacht. Hier lest ihr ihren Text:</strong></p>
<p><span id="more-12226"></span></p>
<p>Ein Mann liegt auf dem Rücken auf einem Steinboden. Den linken Ellenbogen hat er aufgestützt. Sein Kopf kann der Betrachter im Profil erkennen. Sein rechter Arm ist nach vorne gestreckt. Er greift damit die Schultern einer Frau, die über ihm liegt und ihm zulächelt. Beide sind nackt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Diese Darstellung auf einer Vase aus dem frühen Griechenland ist keine Seltenheit. Sexualität unzensiert dargestellt auf Gefäßen, Tellern und in Form von Statuen. Ob gleichgeschlechtlich oder mit Tieren – alles schien gemalt werden zu dürfen. Heute traut man sich kaum noch solche Szenarien in Biologiebüchern abzudrucken – und im Internet erhält man bei der Bildersuche mit dem Stichwort Sex ein Raster aus 95% „Nicht-Jugendfrei“ Angaben. Doch – wenn all das nicht für die Jugend geeignet ist – wie soll man nach dem Jugendalter auf einmal wissen, wie mit der Fülle an sexuellen Darstellungen umzugehen ist? Denn nur weil man darüber schweigt, bedeutet es nicht, dass Sexualität in der heutigen Gesellschaft keine Rolle mehr spielt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Ein Drittel verhütet nicht regelmäßig</b></p>
<p>Eine Studie, die gemeinsam von Jugend gegen AIDS e.V. und LOVOO 2016 durchgeführt wurde, zeigt Missstände in der sexuellen Aufklärung Jugendlicher auf. Ein Drittel der 2500 Teilnehmenden mache sich vor und bei dem Geschlechtsverkehr keine Gedanken über sexuell übertragbare Krankheiten und 20% der Männer nahmen eine potentielle Vaterschaft wissentlich in Kauf. Ein Bewusstsein für Risiken fehle in vielen Fällen. Jeder vierte Befragte gab an, keinen Ansprechpartner zu haben, um über Themen, die Sexualität betreffen, sprechen zu können. Darunter leidet nicht nur die Sicherheit bei sexuellen Kontakten sondern auch das Selbstbewusstsein der Individuen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auch die US-Amerikanische Journalistin Peggy Orenstein befasst sich mit diesem Thema. In ihrem Buch „Girls &amp; Sex. Was es bedeutet, in der Gesellschaft von heute erwachsen zu werden“ verarbeitet sie die Antworten von 70 Mädchen und Frauen im Alter von 15-20 Jahren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Mädchen – das besonders betroffene Geschlecht?</b></p>
<p>Immer noch gelten Mädchen mit mehreren Sexualpartnern als Schlampen, während das andere Geschlecht mit der Quantität an Kontakten angibt. Auch sexuelle Belästigung, selbst in der Schule, sei für Mädchen wohl deutlich häufiger als für ihre Mitschüler. Eine mangelnde Thematisierung von Sexualität und dem Umgang mit dem eigenen Körper führe auch zu einer hohen Anzahl an versandten Nacktfotos und dem Konsum von Pornographie. 40% der Jugendlichen im Alter von 10-17 kämen mit diesen Elementen in Kontakt. Gefährlich sei, dass das Gesehene zunehmend als normal eingestuft würde – schließlich fehle die realistische Referenz.</p>
<p>Erschreckend nimmt die Autorin auch wahr, dass die Hälfte der Befragten bereits Erfahrung mit Nötigung bis hin zu Vergewaltigung machen musste. Auch, dass von 70 Umfrageteilnehmerinnen nicht mehr als zwei mit ihren Eltern über das Thema gesprochen haben, ist beunruhigend. Die Bildung kommt heutzutage also weder aus der Schule noch von zu Hause.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mitarbeiter des Fachverbands für Familienplanung, Sexualität und Sexualpädagogik in Deutschland bestätigen, dass diese Situation kein rein US-amerikanisches Phänomen darstellt. In Anbetracht ihrer Erfahrungen aus den Beratungen, seien die Ergebnisse der Untersuchung gut auf die Bundesrepublik übertragbar.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Es fehlt an allen Ecken und Enden an Ansprechpartnern</b></p>
<p>Selbst bei den Fachexperten wird selten Rat gesucht. Dies erkannte auch das Universitätsklinikum Bonn, das bereits 2005 im Kongress „Sexualität und Identität“ Ärzte und Psychologen an einen Tisch holte. &#8222;Das Thema Sexualität sollte in der Arzt-Patienten-Beziehung endlich aus der Tabuzone heraus. Denn um dem Betroffenen helfen zu können, müssen Ärzte das meist vielschichtige Problem aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten&#8220;, äußert sich Professorin Dr. Anke Rohde, Leiterin der Gynäkologischen Psychosomatik an der Universitäts-Frauenklinik.</p>
<p>Eine 2010 erschienene Studie des Instituts für Demoskopie zur „Gesprächskultur Deutschlands“ zeigt sogar auf, dass das Thema Sex immer mehr tabuisiert wird – ohne Anzeichen auf eine Entspannung. Selbst Filme wie „Fifty Shades of Grey“ führen nicht zu einer Öffnung der Gesellschaft, sondern eher zu noch mehr Schweigen im persönlichen Gespräch.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Internetseiten wie meinTestgelände sind die Ausnahme, die die Regel bestätigen. Wir brauchen mehr von derartigen Initiativen<span class="Apple-converted-space"> – </span>und mehr mutige Individuen, die das Thema immer wieder ins Gespräch bringen – ohne Scham und Pein. Nur so können wir einen offenen und sicheren Umgang mit Sexualität fördern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Lilith findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>„Also eine*r muss hier ja mal die Wahrheit sagen !!11!1“</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/05/hatespeech/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2020 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Homofeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Hate Speech &#8211; den Begriff habt ihr sicherlich alle schon einmal gehört. Wir freuen uns, dass Veronika Rieger sich die Zeit genommen hat, mal so richtig ausführlich aufzuschreiben, worum es da überhaupt geht. Was ist Hate Speech, was kann man dagegen tun &#8211; und was ist denn eigentlich mit der Meinungsfreiheit? Lest ihren Text und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hate Speech &#8211; den Begriff habt ihr sicherlich alle schon einmal gehört. Wir freuen uns, dass Veronika Rieger sich die Zeit genommen hat, mal so richtig ausführlich aufzuschreiben, worum es da überhaupt geht. Was ist Hate Speech, was kann man dagegen tun &#8211; und was ist denn eigentlich mit der Meinungsfreiheit? Lest ihren Text und erfahrt, &#8222;was Trolle, Angeln und Hass im Netz miteinander zu tun haben&#8220;.</strong></p>
<p><span id="more-12175"></span></p>
<p>Unter Zeitungsartikeln, Youtube-Videos, auf Snapchat und Instagram, überall dort im Netz, wo Menschen sich verbinden und ihre Inhalte miteinander teilen, hat es sich eingeschlichen. Unter dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ und „eine*r muss hier ja mal die Wahrheit sagen!!1!!11“ verbreiten Menschen Hass-Botschaften. Das Phänomen hat einen Namen: Hate Speech.<strong> </strong></p>
<p><strong>Was ist Hate Speech?</strong></p>
<p>Hate Speech beschreibt das Verhalten, bei dem Worte und Bilder als Waffen verwendet werden, um Einzelpersonen und Personengruppen abzuwerten, anzugreifen und zu Hass oder Gewalt gegen sie aufgerufen wird.</p>
<p>Das Besondere an Hass im Netz ist, dass er organisiert ist. Personen organisieren sich um als „Trolle“ gezielt und organisiert Hass-Inhalte zu verbreiten und die Kommunikation im Internet aufzustacheln und zu stören.</p>
<p>Der Begriff „Troll“ kommt allerdings nicht von dem unschönen und dümmlichen Fabelwesen (auch wenn diese Beschreibung noch so gut passt), sondern von dem Fischerei-Ausdruck &#8222;trolling with bait&#8220;, der eine Angeltechnik beschreibt, bei der man Köder langsam durch ein Gewässer zieht, bis angebissen wird.<br />
Trolle locken mit ihren Aussagen andere Menschen also bewusst durch Provokation an und stören so die eigentliche Unterhaltung.<br />
Durch organisiertes Trollen versuchen Menschen auf diese Art strukturiert<br />
politische Ideologie zu verbreiten und Stimmung gegen Personengruppen in der Gesellschaft zu entfachen.</p>
<p><strong>Gegen wen richtet sich Hate Speech?</strong></p>
<p>Von Hate Speech können einzelne Menschen, aber auch Personengruppen betroffen sein,die abgewertet werden. Doch Hassrede trifft nicht alle Menschen gleich stark.</p>
<p>Durch eine Umfrage des Europarats fand man heraus, dass Hate Speech sich besonders oft gegen LGBTIQ*-Personen, sowie Menschen muslimischen Glaubens und Frauen richtet, wodurch deutlich wird, dass sich in Hate Speech die Diskriminierung der Gesellschaft fortsetzt.</p>
<p>Hass im Netz drückt sich z.B. durch <strong>Rassismus</strong><strong> und </strong><strong>Fremdenfeindlichkeit</strong> (Diskriminierung aufgrund der Abstammung), <strong>Antisemitismus</strong><strong> und </strong><strong>Antimuslimischen</strong> <strong>Rassismus</strong> (Diskriminierung von Gläubigen des Judentums und Islams), <strong>Sexismus</strong> (Diskriminierung aufgrund des Geschlechts), <strong>Homo-</strong><strong> und </strong><strong>Transphobie </strong>(Diskriminierung aufgrund der geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung), <strong>Ableismus</strong>(Behindertenfeindlichkeit), und <strong>Klassismus</strong> (Vorurteile aufgrund der sozialen Herkunft) und weitere Diskriminierungsformen aus.</p>
<p>Oft sind die verwendeten Formen der Abwertung und des Hasses nicht klar abzugrenzen, sondern eng miteinander verbunden, Menschen können also auch mehrfach wegen der Zugehörigkeit zu mehreren Personengruppen diskriminiert werden.<br />
Betroffene von Hassrede können auch Menschen sein, die selbst nicht einer der genannten Gruppen zugeordnet werden, sich aber on- und offline gegen  Menschenfeindlichkeit engagieren.</p>
<p><strong>Und was ist mit der Meinungsfreiheit? </strong></p>
<p>In Deutschland wie vielen anderen Ländern herrscht Meinungs- und Pressefreiheit. Aber Meinungsfreiheit bedeutet nicht, die Freiheit zu haben, alles zu sagen, was möglich ist.  Der Angriff und das Abwerten der Würde eines anderen Menschen nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt.<br />
Jemanden zu bedrohen, zu beleidigen, ihm etwas unwahres, rufschädigendes zu unterstellen, andere Menschen zu Straftaten aufzufordern oder andere Menschen zu Hass gegen Personengruppen zu verhetzen ist strafbar. Das gilt auch schon für Jugendliche ab 14 Jahren.</p>
<p><strong>Wie kann Hate Speech aussehen? </strong></p>
<p>Hass im Netz ist einfach gestrickt, denn er bedient sich immer ähnlichen Mustern.<br />
Wenn wir uns die Aussagen im Netz ansehen, erkennen wir z.B. folgende Kategorien:</p>
<p>Bewusste Verbreitung uninformierter oder falscher Aussagen (z.B. An der Tafel gibt es kein Essen mehr für arme Menschen, nur noch für Geflüchtete.“),<br />
Verallgemeinerung („Alle Polen klauen.“),<br />
Herabwürdigende Begriffe („Schwuchtel“),<br />
Befürwortung von / Aufruf zu sexualisierter Gewalt: („Die Fotze müsste mal ordentlich gefickt werden.“)<br />
Bedienen von Stereotypen durch in der Gesellschaft verbreitete Sprachmuster („Islamisierung des Abendlandes“),<br />
Die-gegen-wir-Rhetorik („Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg.“),<br />
Befürwortung von / Aufruf zu Gewalttaten („Merkel müsste man steinigen.“).</p>
<p>Wenn man sich die Struktur von Hate Speech einmal vor Augen führt, wird schnell deutlich, wie viele der Aussagen im Internet darunter einzuordnen sind. Das uns schnell weitere Beispiele für die Muster der Hass-Aussagen einfallen, ist nicht verwunderlich, 96% der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland geben an schon Hass im Netz erlebt und gesehen haben. Das zeigt eine Umfrage der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen.</p>
<h2><strong>Warum ist Hate Speech gefährlich?</strong></h2>
<p>Der Satz „Füttere nicht den Troll“, also „Lass dich vom Troll nicht provozieren.“ ist fester Bestandteil des Lebens im Netz, und sich nicht provozieren lassen ist grundsätzlich immer eine gute Idee. Aber sollten wir Hate Speech einfach unkommentiert stehen lassen, um den Troll so auszuhungern?</p>
<p>Wenn wir regelmäßig im Internet mit Hass-Botschaften und menschenfeindlichen Äußerungen umgeben sind, kann das dazu führen, dass sich aus den Hass-Botschaften ein gesellschaftliches Klima entwickelt, in dem Abwertung, Gewalt und Diskriminierung gegen bestimmte Gruppen als normal und gerechtfertigt erscheinen.<br />
Auch wenn der Hass „nur“ im Internet steht, so ist er trotzdem real und greift in die analoge Welt über, denn das gesellschaftliche Klima, das im Netz erschaffen wird, ist der perfekte Nährboden für reale Gewalttaten.</p>
<p>Wenn wir also den Troll einfach nicht füttern und nicht auf seine Provokation eingehen, lassen wir zu, dass die von ihm ausgehenden Hassbotschaften das Meinungsbild im Netz prägen und verzerren. Wenn die Mehrheit, die diese Hass-Aussagen nicht okay findet, schweigt, ermöglichen wir der Minderheit der Hater, dass ihre Meinung als viel verbreiteter und akzeptierter wahrgenommen wird als sie ist.</p>
<p>Aber wir können handeln und so das gesellschaftliche Klima on- und offline mitgestalten! Schon jetzt engagieren sich immer mehr Menschen gegen Hasskommentare, melden diese in den jeweiligen Netzwerken und geben Kontra. Das Internet ist eine Möglichkeit sich zu verbinden und etwas miteinander zu teilen. Hass hat dort, wie in unserer Gesellschaft, nicht zu suchen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch unsere Autorin Johanna hat sich <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/12/da-ist-ein-mensch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>mit dem Thema Hate Speech</strong></a> befasst.</li>
<li>Und in diesem Text geht es um <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/03/was-ist-eigentlich-tone-policing/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Tone Policing</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich schreibe meiner Nichte keine Gedichte</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/nichte-keine-gedichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Hensel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Feb 2020 09:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Worte erschaffen Realitäten. Sprache ist die stärkste Form von Magie, die wir Muggel haben. Und weil mir das bewusst geworden ist, möchte ich endlich etwas sagen: Ich will sehr vieles nicht.&#8220; Unser Autor Sven Hensel ist &#8211; wie ihr wisst &#8211; Poetry Slammer. In diesem Text geht es um seine kleine Nichte und die Welt,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Worte erschaffen Realitäten. Sprache ist die stärkste Form von Magie, die wir Muggel haben. Und weil mir das bewusst geworden ist, möchte ich endlich etwas sagen: Ich will sehr vieles nicht.&#8220; Unser Autor Sven Hensel ist &#8211; wie ihr wisst &#8211; Poetry Slammer. In diesem Text geht es um seine kleine Nichte und die Welt, in der sie aufwächst und was Sven daran stört. Beispielsweise sexistische Rollenbilder, Klischees, queerfeindliche Sprache und einiges mehr. Schaut am besten selbst rein!</strong></p>
<p><span id="more-12030"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Sven Hensel findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/sven-hensel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
<li>Natürlich könnt ihr auch seiner <a href="https://www.facebook.com/poetrysven/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Künstlerseite bei Facebook</strong></a> ein Like schenken!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alina: Gut genug?!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/01/alina-gut-genug-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jan 2020 10:06:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie können wir ankämpfen gegen all die Stimmen, all die Menschen, die uns jahrelang eingeredet haben, wir seien nicht &#8218;gut genug&#8216;, nicht stark genug, nicht schnell genug, einfach grundsätzlich nicht ausreichend? Was macht all dieser Stress mit unserem Körper &#8211; gerade dann, wenn wir noch jung und im Wachstum sind? Wie können wir mit übergriffigen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie können wir ankämpfen gegen all die Stimmen, all die Menschen, die uns jahrelang eingeredet haben, wir seien nicht &#8218;gut genug&#8216;, nicht stark genug, nicht schnell genug, einfach grundsätzlich nicht ausreichend? Was macht all dieser Stress mit unserem Körper &#8211; gerade dann, wenn wir noch jung und im Wachstum sind? Wie können wir mit übergriffigen und unangenehmen Erfahrungen, die wir haben machen müssen, umgehen? All diese Fragen versucht dieser beeindruckende Text von Alina zu beantworten. </strong></p>
<p><span id="more-12012"></span></p>
<p>Ich bin 5 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich nicht gut genug bin. Ich frage mich warum, doch ich verstehe nicht. Ich bin 6 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich es, wenn ich weiterhin so bin wie ich bin, es nicht weit bringen werde. Ich frage mich warum, doch ich verstehe nicht.</p>
<p>Ich bin 8 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich unter der Brücke landen werde, wenn ich mich nicht ändere. Ich frage mich warum, doch ich verstehe nicht. Aber ich glaube es. Ich bin 11 Jahre alt und werde zum ersten Mal wegen Depressionen zu einem Therapeuten verwiesen. Ich soll reden und zuhören. Das tue ich, doch ich verstehe nicht.</p>
<p>Ich bin 13 Jahre alt und sitze in der Bahn. Ein Mann kommt auf mich zu und fragt mich, wie viel Geld ich dafür haben möchte, dass ich mein T-Shirt ausziehe. Ich spüre, wie sich ein mulmiges Gefühl in meinem Magen breit macht und sage ihm, dass ich das nicht möchte. Der Mann lässt nicht locker, er setzt sich neben mich und nennt mir immer höhere Geldbeträge. Ich lüge und sage, dass ich jetzt aussteigen müsse. Ich stehe auf und suche mir fernab von ihm einen anderen Sitzplatz.</p>
<p>Ich bin 14 Jahre alt und meine Noten gehen immer mehr in den Keller. Ich muss mich bei jeder Klausur vor Nervosität mehrfach übergeben. Ich soll tief ein und ausatmen, die Ruhe bewahren und nicht nervös werden, während ich permanent rund um die Uhr von allen beurteilt und bewertet werde.</p>
<p>Ich bin 14 Jahre alt und sitze im Unterricht. Ein Klassenkamerad neben mir legt seine Hand auf meinen Oberschenkel und lässt sie immer weiter nach oben gleiten. Ich spüre, wie sich mein Körper anspannt und eine Abscheu in mir breit macht, und ich sage ihm, er solle das lassen. Er schaut mich nur an und erwidert: &#8222;Na, schüchtern?&#8220;. Wut macht sich in mir breit und es fällt mir schwer, mich zu beherrschen. &#8222;Entweder du nimmst jetzt ganz schnell deine Hand da weg oder wir beide bekommen gleich ein richtiges Problem.&#8220;, sage ich aufgebracht. Er grinst mich an und nimmt dann nach kurzem Zögern seine Hand endlich weg.</p>
<p>Ich bin 14 Jahre alt und werde von einem jungen Mann permanent angeschaut. Ich schaue weg und setze meine Kopfhörer auf, um mein Desinteresse zu zeigen. Er setzt sich neben mich und fragt, was ich hier denn so alleine mache. Ich antworte nicht und verhalte mich so als hätte ich ihn nicht gehört. Er tippt mir auf den Oberschenkel und fragt, ob ich nicht Lust hätte mit ihm etwas trinken zu gehen. Ich sage: „Nein!“, und bin dankbar, als der Bus meine Haltestelle erreicht und ich flüchten kann.</p>
<p>Ich bin fast 15 Jahre alt und mein Körper fängt an, in Stresssituationen in Ohnmacht zu fallen. Einen kompletten Kontrollverlust durch psychosomatische Krampfanfälle, nannten es die Ärzte. Mein Körper will sich abschalten und Konflikten, Klausuren oder ähnlichen Stresssituationen aus dem Weg gehen.</p>
<p>Ich bin 15 Jahre alt und warte in der Innenstadt auf eine Freundin. Ein alter Mann schaut mich beim Vorbeigehen an, dreht sich um und kommt auf mich zu. „Entschuldigen Sie, Sie sehen so sexy aus. Ich leite einen Escort-Service.“ Wie aus der Pistole geschossen sage ich laut: „Nein!“. „Freundlicherweise“ erklärt er mir, dass ich auch nichts machen müsse, was ich nicht möchte. „Ich möchte das gar nicht machen.“, antworte ich bestimmt. Er schaut mich enttäuscht an und reicht mir seine Visitenkarte mit den Worten: &#8222;Falls Sie es sich anders überlegen.&#8220;</p>
<p>Ich bin 15 Jahre alt und gehe durch eine Unterführung, als ich einem Jungen begegne, mit dem ich einmal über meinen Glauben, meine Sexualität und wie das denn zusammen passen würde, diskutiert habe. Er nennt mich eine „dreckige Lesbe“ und kommt bedrohlich mit einem Schlagstock auf mich zu. Ich laufe weg und verlasse aus Angst eine Woche lang das Haus nicht. Danach zwei Wochen lang nur mit Begleitung.</p>
<p>Ich bin 16 Jahre alt und mir wird im Club in der Anonymität der Menschenmasse an den Hintern  gefasst. Ich drehe mich um, doch von dem Täter keine Spur. Ich wende mich wieder meinen Freunden zu, tanze weiter und weiß, dass ich nie rausfinden werde wer das getan hat.</p>
<p>Ich bin 16 Jahre alt und warte vor meinem Haus auf einen Freund. Ein junger Mann kommt zu mir und fragt mich, wie viel Geld ich wolle. Er sagt nicht, wofür, aber ich weiß genau, es geht ihm nicht um Zöpfe flechten. Nachdem ich ihm zu verstehen gegeben habe, dass ich kein Geld von ihm möchte, kommt er noch einen Schritt näher auf mich zu. Um mich zu fragen, ob ich mir denn sicher sei. Ich antworte mir einem: „Ja!“ und wechsle die Straßenseite.</p>
<p>Ich bin 16 Jahre alt und auf einer Geburtstagsfeier küsst mich ein Bekannter. Er presst sich immer mehr an mich so als wären meine ihn weg drückenden Arme kein eindeutiges Zeichen das ich das nicht will.</p>
<p>Für viele Männer ist es unverständlich warum wir Frauen auf ein Pfeifen oder eine Bemerkung so empfindlich reagieren, für euch mag es vielleicht das eine Mal sein, aber für uns ist es das 10. oder 100 Mal. Und ich bin es satt, das manche Herren der Schöpfung meinen, dass mein „Nein!“ nicht deutlich genug ist. Ich bin es leid, dass manche denken, dass mein Körper öffentliches Eigentum ist und dass mich jeder anfassen darf, wie er Lust hat. Und dass man ja noch fünfmal nachfragen muss, ob ich nicht doch meine Nummer rausgeben möchte. Oder ob ich nicht sogar Lust hätte, direkt mit zu ihm zu gehen. Mein Körper gehört mir, und es ist allein meine Entscheidung, was damit passiert und wer mir wie nahe kommen darf.</p>
<p>Eineinhalb Jahre lang bin ich mindestens einmal in der Woche in Ohnmacht gefallen und ohne fremde Hilfenicht wieder zu Bewusstsein gekommen. Und all das nur, weil mir immer suggeriert wurde, dass ich nicht gut genug sei. Ich habe mich unter Druck gesetzt und mir innerlich immer so einen Stress gemacht, weil ich gut genug sein wollte. Ich wollte, dass meine Familie stolz auf mich ist. Diese Belastung hat meinen Körper nur dazu gebracht, mir physisch zu zeigen, dass es so nicht weitergehen kann.</p>
<p>Und mein Körper hatte Recht. So will ich nicht leben. Denn ich bin gut genug, und ich bin zufrieden mit mir. Es ist mir egal, was manche von mir halten, denn ich weiß, wer ich bin und was ich alles geleistet habe, um heute hier zu stehen. Und ich bin mehr als nur das, was ihr in dem einen Moment seht, in dem ihr über mich urteilt.</p>
<p>Ich bin 17 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich stolz auf mich sein kann. Ich frage mich, warum. Ich blicke zurück und verstehe. Und ich glaube es. Denn ich weiß, dass ich stark bin, Ich weiß, wenn ich es bis hierhin geschafft habe, ich es auch noch viel weiter schaffen werde. Und so sehr ich mir manchmal wünsche, dass ich diese Dinge nicht gesagt bekommen hätte, oder dass manche Situationen nicht passiert wären, bin ich doch auf eine Weise dankbar. Denn nur durch all das, was ich erlebt habe, bin ich zu dem Menschen geworden der ich heute bin. Und sie hatten Recht damit, ich kann stolz auf mich sein. Und das bin ich auch.</p>
<p>Ich bin stolz, dass ich stark bin. Ich bin stolz, dass ich laut bin. Ich bin stolz, dass ich mich entwickelt habe. Ich bin stolz, dass ich öfters etwas chaotisch bin. Ich bin stolz, dass ich ehrlich bin. Denn all das macht mich aus. Ich bin stolz, dass ich so bin wie ich bin.</p>
<p>Ich bin 17 Jahre alt und ich bin ich! Ich bin gut genug!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn euch dieser Text gefallen hat, dann ist vielleicht das Buch <a href="https://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8222;Aus Angst wächst Mut&#8220;</strong></a> etwas für euch?</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>There will be blood!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/11/there-will-be-blood/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amelie Elisabeth]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Nov 2019 07:00:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Amelie sagt: &#8222;Wir müssen reden, und zwar über die Menstruation.&#8220; Wieso, weshalb, warum? Na, weil wir dringend ändern müssen, dass sie immer noch ein Tabuthema ist! Und wie das dann konkret aussieht? Das liest du am besten selbst nach in ihrem nagelneuen Text, den wir dir heute präsentieren. In diesem Sinne: There will]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Unsere Autorin Amelie sagt: &#8222;Wir müssen reden, und zwar über die Menstruation.&#8220; Wieso, weshalb, warum? Na, weil wir dringend ändern müssen, dass sie immer noch ein Tabuthema ist! Und wie das dann konkret aussieht? Das liest du am besten selbst nach in ihrem nagelneuen Text, den wir dir heute präsentieren. In diesem Sinne: There will be blood!</b></p>
<p><span id="more-11907"></span></p>
<p>Einige kennen sie als Periode, Regel oder Erdbeerwoche. Die Tatsache, dass Frauen einmal im Monat eine Woche lang aus der Gebärmutter bluten, hat verschiedenste Namen.</p>
<p>Warum es zu der Blutung kommt ist schnell erklärt:</p>
<p>Im weiblichen Menstruationszyklus, der durchschnittlich 28 Tage dauert, wird eine Eizelle von den Eileitern in Richtung der Gebärmutter &#8222;geschickt&#8220; um sie von einem Spermium befruchten zu lassen. Für diesen Fall bildet sich in der Gebärmutter eine Schleimhaut, in welcher sich die potentiell befruchtete Eizelle einnisten soll, damit daraus ein Kind heranwachsen kann. Sollte die Eizelle innerhalb kurzer Zeit nicht befruchtet worden sein, wird sie zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und aus dem Körper der Frau ausgeschieden.</p>
<p>Diese Ausscheidung ist das, was wir als Menstruation kennen, und kann je nach Frau und Zyklus vier bis sieben Tage andauern. In dieser Zeit verlieren Frauen im Durchschnitt 65ml Blut, welches allerdings oft dickflüssiger und dunkler ist als gewöhnliches Blut.</p>
<p>Die Menstruation ist also, ganz nüchtern betrachtet, ein natürlicher Vorgang bei den meisten Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren, der trotzdem gesellschaftlich stark polarisiert.</p>
<p>Viele Frauen zelebrieren ihre Blutung als natürlichen Prozess der Selbstreinigung des Körpers aber vor allem als Symbol für Weiblichkeit,  Fruchtbarkeit. Durch das Bewusstsein, dass der eigene Körper in der Lage ist ein Kind auszutragen, schaffen es Viele ihren Körper in allen Facetten zu wertschätzen und verstehen die damit einhergehende Kostbarkeit des Frauseins mit Stolz.</p>
<p>Trotzdem reden die wenigsten offen über die Menstruation &#8211; im Gegensatz  &#8211; viele Frauen schämen sich während ihrer Blutung.</p>
<p>Vielen wird bereits als Teenager*innen, ab ihrer ersten Periode, kommuniziert, dass sie ihre Periode bitte möglichst unbemerkt bekommen und für sich behalten sollen.<br />
Diese <strong>Tabuisierung </strong>geht soweit, dass selbst wenn Tampons und Binden im Fernsehen explizit beworben werden, nicht das gezeigt wird worum es eigentlich geht: Nämlich Blut aus der Gebärmutter, das über die Vagina ausgeschieden wird und das aufgefangen werden soll, bevor es der menstruierten Frau die Beine herunterläuft. Im der Werbung sieht man stattdessen oft nur eine ominöse blaue oder lila Flüssigkeit, welche sehr kontrolliert in die Monatshygieneartikel fließt.</p>
<p>Vermutlich hat genau dieses Tabu dazu geführt, dass sich Frauen oft unattraktiv und schmutzig während ihrer Tage finden und währenddessen ein Problem mit Sexualität entwickeln (selbst wenn sich Partner*innen nicht daran stören).<br />
Wenn man ausrechnet, dass Frauen in ihren fruchtbaren Jahren einmal im Monat eine Woche bluten, würde das bedeuten, ein Viertel dieser Zeit keinen Sex zu haben. Das können zusammengerechnet, je nach Alter bei der ersten und der letzten Periode, bis zu sieben Jahre ohne Geschlechtsverkehr sein.</p>
<p>Noch viel schwerwiegender als das ist aber, dass Frauen aus Scham häufig nicht über Beschwerden reden welche mit ihrer Menstruation einhergehen können. Oft quälen sie sich trotz starker Unterleibsschmerzen zur Arbeit oder in die Schule. Sich aufgrund der Periode krankzumelden wird nicht selten als unangenehm und unangebracht empfunden: Viele haben Angst aufgrund dessen nicht mit Kolleg*innen mithalten zu können und als schwach abgestempelt zu werden.</p>
<p>In einigen Fällen bleiben, aufgrund mangelnder Kommunikation, Krankheiten wie <strong>Endometriose </strong>unentdeckt.<br />
Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der Gewebe, ähnlich der Gebärmutterschleimhaut, außerhalb der Gebärmutter vorkommt. Während der Menstruation wird auch dieses Gewebe von Hormonen angesprochen und der Körper versucht sich dem Gewebe zu entledigen, was zu starken Schmerzen und Narbenbildung führt. Eine Endometriose kann oft nur durch einen operativen Eingriff gemindert werden.</p>
<p>Ein weiterer Punkt den es im Umgang mit der Periode zu kritisieren gilt ist die Versteuerung der bereits erwähnten Monatshygieneartikel. In Deutschland werden auf Produkte die zum Grundbedarf gezählt werden  7% Mehrwertsteuer erhoben. Darunter fallen zum Beispiel Toilettenpapier, Kartoffeln, aber auch Kinokarten. Dinge die vom Gesetzgeber als <strong>Luxusartikel </strong>angesehen werden, werden mit 19% verstreut. Zu diesen sogenannten Luxusartikeln zählen unter anderem auch Tampons und Binden.<br />
Das ist diskriminierend wenn man bedenkt, dass Frauen sich nicht aussuchen dass menstruieren.</p>
<p>Gerade in einer Gesellschaft in der Frau möglichst unauffällig ihre Tage haben soll und solange Methoden wie das &#8222;free bleeding&#8220; verpönt sind, lohnt es sich darauf aufmerksam zu machen, dass Menstruation zwar ein natürlicher Vorgang aber lange kein Luxus ist. Vor allem nicht so lange ein gesellschaftlich konstruiertes Tabu besteht, welche viele Hürden für die betroffenen birgt.</p>
<p>Und um das langfristig zu verbessern hilft nur eins: Weiterhin darüber reden.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li></li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Jona: Ich bin ein Mädchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/10/jona-ich-bin-ein-maedchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Oct 2019 07:00:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2019]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Wer hat eigentlich entschieden, was Mädchen zu tun haben, wer oder was sie sein sollen? Was, wenn ich nicht heiraten und Kinder kriegen und gefügsam sein will? Was, wenn ich selber entscheiden will, was ich tu?&#8220; Jona war beim Act, Comedy &#38; Self Performance-Workshop auf dem #gelände2019 dabei &#8211; und hat diesen tollen Text geschrieben,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Wer hat eigentlich entschieden, was Mädchen zu tun haben, wer oder was sie sein sollen? Was, wenn ich nicht heiraten und Kinder kriegen und gefügsam sein will? Was, wenn ich selber entscheiden will, was ich tu?&#8220; Jona war beim Act, Comedy &amp; Self Performance-Workshop auf dem #gelände2019 dabei &#8211; und hat diesen tollen Text geschrieben, in dem sie sich mit veralteten Rollenbildern, Geschlechterstereotypen und Sexismus auseinandersetzt. </strong></p>
<p><span id="more-11849"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/12/warum-wir-feminismus-brauchen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Warum wir Feminismus brauchen</strong></a>, erklärt euch in diesem Video auch Amelie Elisabeth.</li>
</ul>
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		<title>Joline &#8211; Steh auf</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/joline-steh-auf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jul 2019 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Yay! Heute gibt&#8217;s Feminismus auf die Ohren, und zwar in Form dieses starken, fantastischen, Mut machenden Tracks von Joline, in dem sie sich in präzisen Worten mit der Rolle der Frau in unserer Welt auseinandersetzt.  Mehr dazu: Checkt doch mal das komplette Profil von unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Yay! Heute gibt&#8217;s Feminismus auf die Ohren, und zwar in Form dieses starken, fantastischen, Mut machenden Tracks von Joline, in dem sie sich in präzisen Worten mit der Rolle der Frau in unserer Welt auseinandersetzt. </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Checkt doch mal das komplette Profil von unserer Redaktionsgruppe <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Was geht Almanya</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Sexismus in Games</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/sexismus-in-games/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jul 2019 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie steht&#8217;s eigentlich so um die Darstellung von Frauen in Videospielen? Sind das alles Vorurteile oder steckt da tatsächlich noch eine ganze Menge Sexismus drin? Unser Autor Florian, der selbst gerne mal zockt, hat sich für uns umgesehen und einen Text dazu geschrieben. Ist komisch als Mann über Sexismus gegenüber Frauen zu schreiben, wobei ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie steht&#8217;s eigentlich so um die Darstellung von Frauen in Videospielen? Sind das alles Vorurteile oder steckt da tatsächlich noch eine ganze Menge Sexismus drin? Unser Autor Florian, der selbst gerne mal zockt, hat sich für uns umgesehen und einen Text dazu geschrieben.</strong></p>
<p><span id="more-11657"></span></p>
<p>Ist komisch als Mann über Sexismus gegenüber Frauen zu schreiben, wobei ich selbst doch gar nicht nachempfinden kann, wie sich sowas anfühlt. Dennoch, meine Möglichkeiten geben mir die Chance, mir eine eigene Meinung zu bilden über dieses Thema, welches in den verschiedensten Medien ausgenutzt wird. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, die durch und durch sexualisierte Darstellung der Frau in Videospielen nicht zu bemerken. Knappe Röcke wie von Juliet aus „Lollipop Chainsaw“ oder Rüstungen, die aus einem BH und einem Slip bestehen, wie, z.B. bei League of Legends (tatsächlich stellte ich mir schon früh die Frage, wie genau ein BH vor Kälte und Schwerthieben schützen sollte).</p>
<p>Immer wieder werden Stimmen laut, dass Games ein Sexismusproblem haben. Was ist da dran? Na gut, ich habe bereits erwähnt, dass Frauen nicht aufgrund ihrer Charaktereigenschaften bekannt sind, sondern aufgrund ihres Sexappeals. Ich glaube, dass die Darstellung zum einen Teil direkt darauf abzielt, kleinen Pubertieren hormonell zu entsprechen. Sex ist ein Geschäft und so kam es, dass schon Tomb Raider in den ersten Games übergroße Brüste hatte, auch wenn diese zuerst spitzer waren als meine Bleistiftsammlung. Der Mann scheint meiner Erfahrung nach empfänglicher für sexuelle Reize zu sein und so kann man eine Menge Geld verdienen. Nun kommen wir zum Problem. Was ist das Problem? Das Problem ist, dass die meisten nicht mal das Problem dabei erkennen! Auf diese Weise wird seit Jahrzehnten ein Bild der Frau geschaffen, welches immer wieder gleich aussieht: schlank, Brüste und ein rundes Gesäß. Frauen werden oft nicht als eigenständiger Mensch, sondern als Objekt wahrgenommen, als Erotikquelle, aber nie in wichtigen Positionen. Zugegeben, es gibt einzelne Fortschritte. In „Farcry 4“ kommt Amita, knallharte Widerstandskämpferin des goldenen Pfades, ohne Minirock aus und in „The Last Of Us“ ist die 14-jährige Ellie, zumindest nach ein paar Spielstunden, gleichberechtigt und darf mit Waffen spielen. Das ist nicht viel, aber ein Anfang. Kassenschlager mit Frauen in der Hauptrolle existieren immer noch nicht und das sollte sich ändern. Das ist ein Prozess, der dauert. Man bedenke, wie Babys reagieren, wenn man ihnen einfach den Schnuller wegnimmt. Man muss vorsichtig vorgehen, die richtigen Momente abwarten und nach und nach den Schnuller abgewöhnen. Sonst haben wir einen riesen Haufen heulender und sexuell geladener Gamer, die nicht eher aufhören zu heulen, bis sie ihren Schnuller zurück haben. Ich weiß nicht wieso, aber ich feiere mich selbst für diesen Vergleich.</p>
<p>Aktuell spiele ich eher weniger, da ich neben der schulischen Ausbildung noch arbeite und nebenbei nur Zeit für ne kurze Runde bleibt. Demnach zocke ich, als Star Wars Fan umvermeidbar, Star Wars Battlefront 2, und auch hier kann man Anfänge einer Entwicklung wahrnehmen. Die inhaltlich eher magere Kampagne, wird mit einer wiederum interessanten und starken Protagonistin durchspielt. Bemerkenswert finde ich auch, dass die verschiedenen Soldatenklassen auch in allen Armeen, in denen es möglich ist, abwechselnd männliche und weibliche Charaktere sind. Wünschenswert wären kleine Aufmerksamkeiten, wie zum Beispiel ein Frauentagsevent, bei denen nur Heldinnen und Schurkinnen gespielt werden können.</p>
<p>Es ist noch ein weiter Weg, bis Frauen nicht mehr als Objekte dargestellt werden. Wichtig ist, dass man ein Bewusstsein schafft, um überhaupt anfangen zu können.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Florian findet ihr natürlich <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/florian/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf seinem Profil</strong></a>.</li>
<li>Und mehr zum Thema Sexismus hat beispielsweise <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/03/sexismus-baby/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Veronika Rieger aufgeschrieben</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Haszcara im Interview // Teil 2</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/04/haszcara-interview-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Haszcara]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Apr 2019 07:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Bereits im vergangenen Jahr &#8211; kurz nach ihrer Album-Release &#8211; haben wir Haszcara in Berlin zum Interview getroffen. Im zweiten Teil spricht sie über die Arbeit an ihrem aktuellen Album, ihren Umzug nach Berlin und ihr Verständnis von Feminismus &#8211; wie sieht&#8217;s beispielsweise damit in der Rap-Landschaft aus? Und lassen sich gesellschaftliche Strukturen durch Musik]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bereits im vergangenen Jahr &#8211; kurz nach ihrer Album-Release &#8211; haben wir Haszcara in Berlin zum Interview getroffen. Im zweiten Teil spricht sie über die Arbeit an ihrem aktuellen Album, ihren Umzug nach Berlin und ihr Verständnis von Feminismus &#8211; wie sieht&#8217;s beispielsweise damit in der Rap-Landschaft aus? Und lassen sich gesellschaftliche Strukturen durch Musik verändern? Lest selbst!</strong></p>
<p><span id="more-11362"></span></p>
<p><strong>Du hast 2016 die Roter-Riese-EP rausgebracht, dein erstes Release nach dem VBT. Was ist seitdem passiert?</strong></p>
<p><em>Nach Roter Riese habe ich meinen Bachelor fertig gemacht. Dann bin ich nach Berlin gezogen, habe ich eine Wohnung gesucht und ultraviele Leute kennengelernt. Ich war megaviel auf Cyphers unterwegs, habe viele Studios kennengelernt. Und dann auch den richtigen Produzenten. Ich habe Freund*innen gefunden, mich hier eingelebt und das Album gemacht, natürlich.</em></p>
<p><strong>Wie lange hat es gedauert, das Album zu machen? Was war das für ein Prozess?</strong></p>
<p><em>Ich habe den Produzenten kennengelernt und vom ersten Moment an im Studio haben wir eigentlich angefangen, das Album zu machen. Das war nicht sofort an unser Plan, aber wir waren gleich auf einer Wellenlänge. Ich wusste, er weiß das zu schätzen, er gibt mir Raum, auch, um mich weiterzuentwickeln. Das war im Dezember 2017. Und ja, jetzt im September (2018), wie eine Schwangerschaft, neun Monate später, ist das Album dann rausgekommen. Und die Songs waren zum Teil schon fertig. Ab dann habe ich mir quasi immer mehr explizit Gedanken darum gemacht, was soll auf das Album, was will ich da für eine Struktur, wie soll das alles aussehen. Habe Arrangements fertig gemacht, neue Texte geschrieben, Texte überarbeitet und Beats gemacht.</em></p>
<p><strong>Und wie kam das dann zur Audiolith-Zusammenarbeit?</strong></p>
<p><em>Die kannte ich schon ein bisschen länger, und ich bin ein paar Mal mit deren Künstler*innen aufgetreten. Dann haben die mich einfach angeschrieben und gefragt, ob ich gerade an einem Album arbeite und wenn ja, dass ich ihnen gerne etwas schicken kann. Das habe ich dann gemacht, die hatten Bock und dann ging‘s los.</em></p>
<p><strong>Wie ist das Gefühl, jetzt, wo das Album draußen ist?</strong></p>
<p><em>Krass. Ich bin erleichtert, dass es vorbei ist, sage ich mal. Aber irgendwie ist es nicht vorbei, weil ich ja immer noch Interviews habe und Tour und Sachen machen muss. Aber wenn man so eng damit arbeitet und so viel selbst macht, verliert man irgendwann ein bisschen den Bezug dazu. Man sieht das Album vor lauter Tracks nicht. Und ich hatte das ja auch schon ein paar Monate vorher in der Hand. Schwer zu glauben, dass man das gemacht hat. Also ich bin auf jeden Fall stolz und froh, aber irgendwie wusste ich ja schon immer, dass ich das mal mache. Deswegen fühlt es sich irgendwie auch natürlich an.</em></p>
<p><strong>Und nach Berlin zu gehen, wo essehr viele Menschen gibt, die Musik machen: Würdest du sagen, dass das cool ist, weil man Möglichkeiten hat, zu connecten, oder dass es auch stressig ist?</strong></p>
<p><em>Megacool! Endlich hat man Leute, die so denken wie man selbst. Oder mit denen man die ganze Zeit Wortwitze machen kann oder Freestylen oder sich gegenseitig unterstützen kann. Bisher habe ich megacoole Leute hier kennengelernt, die Mucke machen. </em></p>
<p><strong>Und was ist der Vorteil daran, so eine Community zu haben? </strong></p>
<p><em>Es ist einfach schön und man kann die Kreativität ausleben. Ich habe gar nicht genug Zeit, alle zu treffen, die ich treffen will. In Göttingen gibt es zwar auch eine kleine Rap-Szene. Kurz bevor ich weggezogen bin, habe ich mich da mal mit ein paar Rappern getroffen und einen Track gemacht, den wir leider nie fertig gemacht haben. Aber ja, es gibt ganz viel Kraft und Selbstbewusstsein. Egal welche Songs man hat, es ist einfach schön, eine Leidenschaft zu teilen. Ich habe auch viele Mädels kennengelernt oder lerne sie besser kennen. Ich habe Freundinnen die rappen. Und es ist das Geilste, wenn ich auf einer Cypher mit noch zwei Mädels alles zerreiße.</em></p>
<p><strong>Sind Frauen im Rap in Berlin präsenter als anderswo in Deutschland? </strong></p>
<p><em>Vermutlich. Ich kenne auf jeden Fall viele, aber ich habe halt auch mit vielen zu tun. Es ist ja auch immer ein Ding der Sichtbarkeit. Wer traut sich raus? Und ich glaube, es ist in einer Stadt wie Berlin einfacher, an Kontakte zu kommen, sogar Frauen, die dann sagen: „Ey, komm doch mal mit“, die sich gegenseitig unterstützen. Oder wenn man sieht, ach krass, da rappen schon zwei Frauen, dann traue ich mich jetzt auch. Ist natürlich etwas anderes als wenn du die Einzige bist und das zum ersten Mal machst. </em></p>
<p><strong>Hast du Erfahrungen gemacht, dass der Support von Frauen stärker ist als der von Männern? So innerhalb der Szene?</strong></p>
<p><em>Nein, aber anders. Ich habe neulich eine Nachricht bekommen von einer anderen Rapperin, die diesen positiven Sexismus kritisch hinterfragt. Es ist natürlich irgendwie positiv, aber trotzdem sexistisch, wenn du, weil du eine Frau bist und ans Mic gehst, bevor du überhaupt gerappt hast, Applaus kriegst. Es kann irgendwie cool sein, aber es kann auch verunsichern. Und ja, von den meisten Jungs habe ich auch schon Support bekommen. Manche flirten einen dann halt an beim Rappen. Ist halt für manche cooler, für andere weniger cool. Aber für mich, muss ich sagen, ist es schon das Schönste, mit meinen Mädels irgendwie da zu sein. Und dass wir uns gegenseitig unterstützen. Sich gegenseitig zu pushen, wenn die eine einen Auftritt hat, nimmt sie die andere mit, lässt sie mit auftreten oder so.</em></p>
<p><strong>Hast du Ziele mit der Musik – persönlich, politisch, gesellschaftlich? </strong></p>
<p><em>Jein. Auf der einen Seite Nein, weil Musik für mich schon immer Therapie war und ich schon immer Musik gemacht habe, egal, ob ich damit erfolgreich war oder nicht. Und es hat mir schon immer durch schwere Zeiten geholfen, oder dokumentiert diese auch. Auf der anderen Seite Ja, weil ich sehe, dass ich das Potenzial hätte, zumindest wird mir das oft gesagt, in den Mainstream zu kommen. Und selbst wenn nicht, für mich bin ich schon erfolgreich. Also, hallo, ich habe ein Album herausgebracht, ich gebe regelmäßig Konzerte. Leute schreiben mir jeden Tag. Natürlich habe ich keine Millionen Klicks, aber ich kann irgendwie halbwegs davon leben. Also, plus Workshops. Aber genau, politisch habe ich schon den Anspruch und die Lust, was zu bewegen in der Welt, doch. Weil ich auch schon durch Musik bewegt wurde. Egal in welcher Hinsicht, ob jetzt politisch oder psychisch, sage ich mal, war Musik immer Teil davon. Und wenn ich das kann und wenn ich anderen so gut tun könnte, wie andere mir mit ihrer Musik gutgetan haben, dann möchte ich das gerne tun, ja. Davon zu leben wäre geil, und vielleicht auch gut zu leben, ein bisschen für den Urlaub sparen zu können. Weil ich so vermutlich immer noch am meisten Zeit für Mucke habe, mehr als wenn ich einen Nine-to-Five-Job hätte. Manchmal wünsche ich mir das wieder, so zur Inspiration und um ein bisschen den Kopf frei zu kriegen. Muss man halt immer ein bisschen aufpassen. </em></p>
<p><strong>Das wäre jetzt auch meine Frage, inwieweit sich Themen, über die du rappst, irgendwie dadurch verändern, dass du Vollzeit-Rapperin bist.  </strong></p>
<p><em>Ich frage mich, wie andere Künstler*innen das machen, dass sich irgendwie auch die Themen wiederholen. Wenn es mir jetzt so manchmal geht, wie ist das denn bei Leuten, die wirklich nur das machen. Musik oder Kunst wird ja beeinflusst durch äußere Umstände, die im Inneren etwas bewegen. Und wenn das immer gleich bleibt, was sollst du dann schreiben? Da muss man gucken, hat man damit ein Problem oder ist es einfach auch mal okay. Jeder zweite 187-Song geht darüber, dass sie es geschafft haben. Und es funktioniert trotzdem, weißt du. Deswegen würde ich es jetzt per se nicht als Problem bezeichnen. Aber natürlich muss man gucken, was man will. Das ist nicht nur für die Musik, sondern einfach generell für den Seelenfrieden gut. Routine ist wichtig. Es ist aber auch wichtig, sich weiterzuentwickeln. Und ich glaube, wenn man selbst einen Lerneffekt oder Emotionen hat oder so, dann wird man auch weiter Mucke machen. Das ist, was für mich Musik interessant macht. Es gibt natürlich auch eine Menge von diesen kalkulierten Songs, die, glaube ich, sehr wenig Emotionen haben und sehr wenig Geschichte. </em></p>
<p><strong>Vielleicht nochmal zum Albumsound: Hast du dir das im Vorfeld überlegt oder einfach gemacht?</strong></p>
<p><em>Ich wollte, dass es besser klingt als Roter Riese (lacht). Und das ist auch mein Anspruch für das nächste Album, dass es einfach besser klingt. Nein, ich habe geguckt, was habe ich, was passt zusammen, was ist mir wichtig, was finde ich cool. Und ja, habe megaviel gelernt über Sound. Bin mir deswegen auch sicher, dass das nächste Album besser wird. Und dass es einfach immer besser wird, weil man sich erstmal trauen muss, überhaupt etwas zu machen. Und nur so dann halt lernt. Wie klinge ich am besten, welche Stimmlage, welche Emotionen. Auch beat-technisch, natürlich. Es gibt ultrageile Plug-Ins. Das wusste ich nicht bis vor ein paar Monaten. Wo ich auch sagen muss, das habe ich erst seit Berlin. Langsam verstehe ich, wie Musik-Business läuft. Und dass da zum Teil echt viel Business ist und wenig Kreativität. Oder dass auch ganz viel damit zusammenhängt, wie etwas gemischt ist. Ein bisschen muss ich schon überlegen, was kommt gut an, aber das bin halt immer noch ich. Also so, weißt du, man ist ja immer einfach beeinflusst von dem, was um einen herum passiert. </em></p>
<p><strong>Und der Albumtitel, Polaris, was steckt dahinter? </strong></p>
<p><em>Mehrere Sachen. Einmal dass ich eh schon dieses Galaxy-Thema hatte mit Roter Riese, und da irgendwie drinbleiben wollte. Und es immer wieder in meinen Texten vorkommt, irgendetwas was mit Weltall. Dann steckt da ja polar drin, also zwei Pole, polarisierend. Irgendwie war ich schon immer polarisierend, ob ich es wollte oder nicht. Dann der Polarstern, der gilt als Orientierung. Und im Gegensatz zu Roter Riese, wo es um recht tiefe Abgründe geht, habe ich bei Polaris schon mehr gefunden, wer bin ich, wohin ich will. Ich habe auch mehr Ruhe gefunden.</em></p>
<p><strong>Krass, so etwas in Berlin zu finden.</strong></p>
<p><em>Ich glaube, das hat auch gar nicht so viel mit Berlin zu tun, sondern mit mir selber. </em></p>
<p><strong>Ich kenne auch einfach Leute, die in einer ähnlichen Phase waren, dann hier gelandet sind und das dann einfach too much war. Aber du hattest natürlich auch ein anderes Ziel.</strong></p>
<p><em>Genau. Also, Berlin ist natürlich eine Stadt, in der man sich verlieren kann. Aber da ich zum Beispiel keine Drogen mehr nehme und nicht mehr gerne feiern gehe, steht das eh außer Frage. Und ich genieße das sehr, hier unterzugehen. Ein Gefühl, das mich ganz lange begleitet hat, ist aufzufallen und im Mittelpunkt zu stehen, anders zu sein. Und dass alle einen kennen. Und das genieße ich sehr, dass es hier nicht so ist. Das hat nichts mit Berlin zu tun. Damit meine ich, dass ich eh schon in Göttingen ganz viel Vorarbeit geleistet habe. Ich habe mich da sehr intensiv mit meinem Innenleben auseinandergesetzt. </em></p>
<p><strong>Du hast Feminismus angesprochen, teilweise auch Widerspruch. Was bedeutet Feminismus für dich so? Und was ist dann der Widerspruch? </strong></p>
<p><em>Zu Rap, quasi?</em></p>
<p><strong>Oder wo du für dich Widersprüche findest.</strong></p>
<p><em>Feminismus bezeichnet für mich die Idee davon, dass Menschen unabhängig von Geschlecht den gleichen Wert haben sollten und sich frei entfalten können. Von mir aus kann man es auch Humanismus nennen oder Emanzipation. Das ist mir relativ egal. Weißt du, ich habe keine Angst vor dem Begriff Feminismus. Viele, die selber wahrscheinlich eigentlich feministisch denken, lehnen den Begriff ab, weil sie denken, dass sie dann für Alice Schwarzer gehalten werden. Wo ich auch sagen muss, das ist nicht mein Feminismus. Für mich gehört das alles auch zusammen. Ich bin nicht nur Feministin, sondern setze mich auch für Antirassismus ein oder betrachte die Welt als ein sehr komplexes System, indem man nicht alleine Frauen betrachten kann oder Ethnizität oder Klasse oder Nationalität oder so. Und insofern könnte man es als Widerspruch bezeichnen. Es ist eine coole Frage, eine richtig gute Frage. Weil es für mich eben kein Widerspruch ist oder es mir wichtig ist, auch Widersprüche auszuhalten. Weil was mich megakrass nervt, ist so eine Abschottung einer Szene vom Rest der Gesellschaft. Ich kann es verstehen aus Selbstschutz, aber sich dann nur noch darin zu bewegen und alles was außerhalb passiert, ist scheiße – so einfach ist das leider nicht. Ich glaube, dass es superwichtig ist, alle Menschen erstmal als Individuen wahrzunehmen. Die wenigsten sagen von sich: „Eh, ich bin ein Sexist.“ Das war ja auch mit diesem Typen so, dass der sich gleich angepisst gefühlt hat, weil ich ihn kritisiert habe, aber ihn als Person nicht angreifen wollte. Ich habe gelernt, dass wenn Menschen sich persönlich wertgeschätzt fühlen, sie dir dann viel eher zuhören, als wenn du gleich sagst: „Du bist voll der Bauer, du bist voll der Macker.“ Und dann gibt es wieder zwei Fronten, die Feminist*innen und die Rapper, zum Beispiel. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dadurch wie ich bin, irgendwie offen und sympathisch, wertschätzend, aber natürlich schon konsequent, dass ich dadurch viele Leute erreichen kann. Auch Leute, die vielleicht sonst erstmal denken würden, was will die Olle denn?  Ich habe mich zum Beispiel viel mit Body Positivity beschäftigt. Und mir hat Feminismus und das Abhängen in den Kreisen ultrakrass geholfen als Jugendliche. Wo ich aber sagen muss, dass ich da auch nicht alles cool fand und sich irgendwie in mir die Idee festgesetzt hat, ok, Sport ist komplett scheiße. Und Salat auch. Und es ist voll rebellisch, wenn ich jetzt nur noch Fastfood esse und so, weißt du. Ich habe den Eindruck, dass es manchmal so verstanden wird, als dürfte man nicht auch etwas für den Körper tun, oder so. Ich weiß nicht, ob es mein persönliches Missverständnis war. Ich habe auf jeden Fall lange gebraucht um zu verstehen, ich kann Feministin sein und Sport machen. Das ist kein Widerspruch. Oder ich halte ihn aus und gucke dann weiter. Aber die Welt ist halt nicht schwarz-weiß, auch nicht glatt.</em></p>
<p><strong>Hast du das Gefühl, dass die Musik, die du machst, Musik für eine Community ist oder eine Musik für alle?</strong></p>
<p><em>Du stellst echt gute Fragen, muss ich sagen! Für alle, die sich einer Community zugehörig fühlen, ob bewusst oder nicht. Aber ich muss sagen, ich stelle schon fest, dass ein rein weißes bürgerliches Publikum, das nicht viel mit Rap am Hut hat, anders auf meine Texte reagiert als Leute, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie ich. Oder Ahnung von Rap haben. Ich finde, das ist ein cooler Schnittpunkt bei mir, weil ich habe nicht nur ein politisches Bewusstsein und Bock was zu verändern, sondern ich kann auch gut rappen. Und deswegen kann ich Leute erreichen, die guten Rap mögen. Ich weiß einfach, dass ich Flow habe, dass ich musikalisch bin und dass ich geile Reime mache. Da kann mir keiner etwas erzählen. Ob jetzt meine Stimme gefällt oder wie ich Sachen betone, oder meine Beats, das ist etwas anderes. Damit erreiche ich vermutlich Leute, die das zu schätzen wissen und es fühlen. Auf der anderen Seite erreiche ich Frauen, die etwas Ähnliches erlebt haben. Oder aber auch Typen vielleicht, die so denken. Oder Leute mit Rassismus-Erfahrung. Oder Leute, die Scheiße erlebt haben oder erleben und wissen, wie sich das anfühlt, oder ihr Eigenes daraus ziehen. Und ich würde schon sagen, es ist jetzt nicht so Musik zum Nebenbei-Hören im Radio ist. Kann auch sein, dass sich das ändern wird. Aber jetzt waren das halt die Themen, die mich krass beschäftigt haben. Und deswegen ist die Musik so geworden, wie sie geworden ist. Und, wie gesagt, ich muss schon sagen, dass ich also auf jeden Fall bis jetzt, sehr wenig darüber Gedanken gemacht habe, wie das jetzt am Ende klingt oder so. Sondern einfach für mich, tatsächlich so kitschig wie das klingt, aber das einfach für mich gemacht habe.</em></p>
<p><em><strong>Dein Label Audiolith sagt über dich: &#8222;</strong></em><strong><em>Punchlines und </em><em>Gesellschaftskritik, Turn-Up und Emotionalität, Wortwitz und Empowerment.&#8220; Auf der einen Seite die Rap-Vokabeln, auf der anderen eher politische Begriffe. Ist das die Schnittstelle, in der du dich bewegst?</em></strong></p>
<p><em>Also, ich weiß, dass das eher Gesellschaftskritik ist. Eigentlich eher eigene Reflektion, mit dem Hintergrund natürlich, dass ich studiert habe, dass ich mich politisch irgendwie organisiert habe, dass ich ein Wissen habe, worauf ich zurückgreifen kann. Aber natürlich gibt es auch Turn-Up. Ich will nicht auf Teufel komm raus lieb sein. Und auch nicht auf Teufel komm raus Party machen. Ich will authentische Musik machen. Oder ein authentisches Leben führen. Für mich selber authentische Beziehungen und eine authentische Beziehung mit mir selbst. Und dazu gehört auch, authentische Musik zu machen. Das heißt, dass ich mich damit identifizieren oder wohlfühlen muss. Ich kann ja auch mal eine Geschichte erzählen. Das ist dann eine Rolle, die man spielerisch annimmt. Und ja, es ist so ein Mix aus „Ich sage das, was mir durch den Kopf geht“ und „Manchmal ist es mir egal, was andere darüber denken“. Und dann sage ich auch mal Bitch oder so. Und mir ist bewusst, dass Leute das hören und das es etwas mit Leuten macht. Und achte dann vielleicht darauf. Aber dann eher für junge Menschen, für Leute, die noch ihre Persönlichkeit formen. Da achte ich lieber drauf als jetzt auf irgendwelche Zeigefinger. </em></p>
<p><strong>Das ist voll interessant, weil du ja eben auch meintest, du musst Widersprüche für dich aushalten. Dann müssen es auch Leute, die die Musik hören. Wie kann man das aber vermitteln? </strong></p>
<p><em>Indem man es einfach macht. Ich bin so‘n bisschen in dieser Zeckenrap-Schiene gelandet, was bedeutet, dass ich auch mit diesen Maßstäben gemessen werde. Und das habe ich für mich erlebt, dass Leute, die sich in der Szene bewegen und sonst nicht mal Rap hören, solche Sachen nicht verstehen. Und dann mit dem Finger darauf zeigen. Und man sich irgendwie krass konsequent verhalten muss und so Vorzeigefeminist ist. Oder auf einer Party, wenn man mal ein bisschen zu viel säuft und irgendwie rumtwerkt, da wird dann ziemlich genau drauf geschaut. Das ist etwas, das vielen die Hände bindet, Tracks zu machen, die dann Angst haben, was die Leute sagen. Und es ist egal, ob es um Feminismus geht oder Nahostkonflikt oder sonst etwas. Man muss immer irgendwie Position beziehen. Und einerseits ist das wertvoll und super gut. So entwickeln wir uns weiter, indem wir uns kritisieren. Auf der anderen Seite habe ich für mich gelernt, dass es Leute gibt, die „behindert“ und „schwul“ sagen. Und sich aber trotzdem im richtigen Moment für einen Mensch mit Behinderung oder einen Homosexuellen einsetzen. Oder in Beziehungen cool sind. Oder wie auch immer. Und Leute, die das alles nicht sagen, genau dieses Vokabular auf dem Schirm haben und sonst alles gelesen haben, zwischenmenschlich aber scheiße sind. Und dementsprechend auch zu Frauen scheiße sind. Wenn ein Rapper jetzt in den Texten andauernd irgendwie schlecht über Frauen redet, dann würde ich jetzt nicht sagen, ist doch nur Sprache. Aber, wie gesagt, man sollte da ein bisschen mehr open minded sein und auch mal jemandem zuhören, der nicht dieses Vokabular kennt oder keinen Bock drauf hat. Finde ich auch scheiße, aber deswegen ist der jetzt nicht gleich ein schlechter Mensch. Natürlich ist es wichtig, auf einer Party zum Beispiel, jemanden einfach rausschmeißen zu können, wenn er sich scheiße benimmt. Aber irgendwie sind wir alle auch erwachsene Menschen, die Teil eines Systems sind. Und wie soll jemand jemals etwas verstehen, wenn er sich gleich angepisst fühlt. Da hätte ich auch keinen Bock drauf, ganz ehrlich. Und ich glaube, dass es viele aktuelle Probleme auf der Welt gibt, weil sich Leute nicht ernst genommen fühlen in ihren eigenen Struggles. Deshalb finde ich auch, dass Menschen in der Lage sind, sich zu bilden und zu verstehen und empathisch zu sein. Aber man muss ihnen dazu auch die Chance geben.</em></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr nochmal den <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/haszcara-im-interview-teil1/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ersten Teil des Interviews</strong></a> nachlesen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nein heißt Nein! Tomasz kommentiert einen PR-Post</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/04/tomasz-kommentiert-einen-pr-post/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tomasz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Apr 2019 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[„Wenn eine Frau ‚Nein‘ sagt, meint sie ‚Nein‘. Es sei denn, sie sagt ‚Nein‘, dann meint sie ‚Ja‘!“.  Für diesen vor Sexismus nur so triefenden Spruch bekam der Dortmunder Nachtclub „Nightrooms“ vor einiger Zeit zurecht einen Shitstorm ab. Unser Autor Tomasz hat das Ganze kommentiert. Der viel zu verherrlichende Spruch stammt laut Nightrooms Dortmund von]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Wenn eine Frau ‚Nein‘ sagt, meint sie ‚Nein‘. Es sei denn, sie sagt ‚Nein‘, dann meint sie ‚Ja‘!“.  Für diesen vor Sexismus nur so triefenden Spruch bekam der Dortmunder Nachtclub „Nightrooms“ vor einiger Zeit zurecht einen Shitstorm ab. Unser Autor Tomasz hat das Ganze kommentiert.</strong><span id="more-11335"></span></p>
<div id="attachment_6991" style="width: 250px" class="wp-caption alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-6991" class="wp-image-6991 size-medium" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2016/07/Nightrooms03-240x300.jpg" alt="" width="240" height="300" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2016/07/Nightrooms03-240x300.jpg 240w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2016/07/Nightrooms03-480x600.jpg 480w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2016/07/Nightrooms03.jpg 538w" sizes="(max-width: 240px) 100vw, 240px" /><p id="caption-attachment-6991" class="wp-caption-text">Screenshot freundlicherweise von Feminismus im Pott zur Verfügung gestellt</p></div>
<p>Der viel zu verherrlichende Spruch stammt laut Nightrooms Dortmund von der deutschen Schauspielerin Sophia Thomalla. <a href="https://www.instagram.com/p/BBzd3zhOPxt/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tatsächlich hat sie diesen Spruch vor knapp sechs Monaten auf ihrem Instagram Account gepostet.</a></p>
<p>Den Spruch nach der großen Diskussion zum neuen Gesetz nochmals zu posten zeigt wenig Feingefühl seitens der Diskothek, wobei er eh daneben ist. Wir erinnern uns: Erst am 7. Juli 2016 hat der Bundestag eine Verschärfung des § 177 StGB beschlossen, nach der zukünftig Taten auch dann als sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung strafbar sein sollen, wenn sich der Täter über den „erkennbaren Willen“ des Opfers hinweggesetzt hat. Die SPD Bundestagsabgeordnete Dr. Carola Reimann sagte in ihrer Rede zur Reform des Sexualstrafrechts: „Nein heißt Nein!“. Das sollte selbstverständlich sein, auch ohne Gesetz.<br />
Sexismus ist der häufigste Grund von Beschwerden gegen Werbung – auch hier gab es vielerlei Shitstorm seitens der Besucher des Nachtclubs.<br />
Vergewaltigungen und sexuelle Belästigung verherrlichen ist nichts, was man sich als Unternehmen – geschweige denn als Club – leisten sollte und kann. Laut Aussage des Clubs war das zwar nicht deren Absicht, doch das macht es auch nicht besser. Viele Besucher*innen interpretieren das ähnlich wie ich, wie in den Online-Bewertungen des Clubs nachzulesen ist.</p>
<p>Auch einige Tage nach dem umstrittenen Post des Dortmunder Nachtclubs ist der Shitstorm zu spüren. „[&#8230;] Nach dem widerlichen sexistischen Posting bin ich in meinem Gefühl bestärkt, nicht die Zielgruppe dieses Ladens zu sein. Kurzum: Sexistische Kackscheiße!“ schreibt eine Nutzerin auf der <a href="https://www.facebook.com/NightroomsDortmund/reviews/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Facebook-Seite des Clubs.</a><br />
Eigentlich sollte man gerade als Club das Maß für die Sicherheit und den Wohlfühlfaktor von Mann und Frau sehr hoch legen – da sind solche „Scherze“ fehl am Platz.</p>
<p>Der Spruch ist genau das, was auf der Welt einfach nicht geht. Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn eine Frau (oder auch ein Mann) Nein sagt, dann heißt das auch Nein. Ohne Widerrede.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier seht ihr ein <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/07/breitengrade-nein-heisst-nein/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Video zum Thema &#8222;Nein heißt Nein!&#8220;</strong></a> von Mare.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Let&#8217;s talk about Sexismus, Baby!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/03/sexismus-baby/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Mar 2019 07:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Erinnert ihr euch noch an den tollen Poetry Slam-Text von Veronika Rieger? Heute präsentieren wir euch einen Artikel, den sie zum Thema Sexismus geschrieben hat &#8211; und zwar inklusive Tipps, was ihr selbst tun könnt, wenn euch mal wieder jemand einen sexistischen &#8218;Witz&#8216; erzählt. Aber lest selbst! Die Bewegungen #aufschrei und #metoo haben das Thema]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erinnert ihr euch noch an den tollen <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/03/szenenwechsel-letzte-nachricht/" target="_blank" rel="noopener">Poetry Slam-Text</a> von Veronika Rieger? Heute präsentieren wir euch einen Artikel, den sie zum Thema Sexismus geschrieben hat &#8211; und zwar inklusive Tipps, was ihr selbst tun könnt, wenn euch mal wieder jemand einen sexistischen &#8218;Witz&#8216; erzählt. Aber lest selbst!</strong></p>
<p><span id="more-11273"></span></p>
<p>Die Bewegungen #aufschrei und #metoo haben das Thema Sexismus und sexualisierte Gewalt wieder stärker in die Gespräche der Gesellschaft gebracht. Sexistische Aussagen und &#8218;Witze&#8216; sind in unserer Gesprächskultur aber leider nach wie vor allgegenwärtig. Doch wie soll man reagieren, wenn mitten im netten Quatschen eine sexistische Äußerung fällt? Und was genau ist in Gesprächen überhaupt sexistisch?</p>
<p>Sexismus bezeichnet die persönliche oder soziale Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Diese Diskriminierung betrifft alle Geschlechter, Frauen sind davon jedoch stärker betroffen. Sexismus tritt in Gesprächen meist so auf, dass für Personen eines bestimmten Geschlechts traditionelle Rollenbilder, Umgangsweisen und ungleiche gesellschaftliche Bedingungen als gegeben betrachtet werden. Das kann von der Frau, die vermeintlich schlecht einparken kann, über den Mann, der aufgrund seines „Jagdtriebs“ beim Flirten aufdringlich wird, bis hin zu vermeintlichen Nettigkeiten wie den von Frauen oft gehörten Satz „Lach doch mal, dann bist du viel hübscher!“ gehen.</p>
<p>Wie jedoch kann man reagieren, wenn uns solche Sätze vor die Füße fallen? Es gibt bestimmt so viele unterschiedliche Wege wie Menschen, um das Problem zu thematisieren, ob auf witzige, ernste, laute, leise oder eben ganz andere Weise. Der hier dargestellte Weg kann nur Vorschläge machen und aufzeigen, wie wir alle selbst einen Weg finden können, so zu reagieren, wie es für uns und zu uns passt.</p>
<ol>
<li><strong>Nenn das Kind beim Namen</strong></li>
</ol>
<p>Wenn du sexistische Aussagen hörst, dann benenne sie auch so. Die Äußerungen &#8222;Diese Aussage ist sexistisch&#8220; oder &#8222;Den Satz, den du gerade gesagt hast, empfinde ich als sexistisch&#8220; benennen die Dinge konkret und geben trotzdem die Möglichkeit, gemeinsam weiter über das Thema zu sprechen, da du nicht die sprechende Person angreifst, sondern ihrer Aussage deinen Standpunkt gegenüber stellst.</p>
<ol start="2">
<li><strong>Erkläre deinen Standpunkt</strong></li>
</ol>
<p>Wenn du der sprechenden Person gesagt hast, dass eine Aussage sexistisch war, versuche in einem Satz kurz zu erklären, wieso genau diese Aussage sexistisch ist. Auf den Satz: „Du wirfst wie ein Mädchen.“ wäre eine mögliche Antwort beispielsweise: „Diese Aussage ist sexistisch, weil du den Begriff Mädchen hier als Beleidigung verwendest und behauptest, dass Mädchen naturgemäß nicht werfen können. Das ist nicht okay.“</p>
<ol start="3">
<li><strong>Fragen lohnt sich</strong></li>
</ol>
<p>Sexistische Witze oder vermeintlich lustige Sprüche nerven. Tierisch. Besonders, wenn man sich dann noch überlegen muss, ob man jetzt wirklich die „Spaßbremse“ sein möchte, die diesen Witz als das entlarvt, was er wirklich ist, nämlich als sexistischen Mist.<br />
Umso schöner ist es, wenn man diese Aufgabe der Person überlassen kann, die den Witz erzählt hat. Wenn du die Frage „Ich check den Witz nicht, kannst du&#8217;s mir erklären?“ an die Person richtest, die den Witz erzählt hat, muss sie sich gut überlegen, wie sie das jetzt erklärt. Sollte die Erklärung nicht zufriedenstellend sein, lässt sich die Frage „Und warum genau ist das jetzt witzig?“ wunderbar nachschieben &#8211; so lange, bis die Person selbst erkannt hat, dass der Witz wirklich Mist war.</p>
<ol start="4">
<li><strong>Fokus Fokus Fokus!</strong></li>
</ol>
<p>Frauen werden in Gesprächen von Männern so oft unterbrochen, dass sich im Englischen der Begriff Manterupting (zusammengesetzt aus <em>man</em> und <em>interrupting</em>) durchgesetzt hat. Wenn du unterbrochen wirst, mache darauf aufmerksam, dass du noch nicht ausgesprochen hast, bringe deinen Satz oder deinen Punkt zu Ende und wende dich dann wieder an die Person, die dich unterbrochen hat, um sie zu fragen, was sie sagen wollte. Wenn du bemerkst, dass Menschen unterbrochen werden, lenke die Aufmerksamkeit zurück auf sie, wenn sie mehrfach unterbrochen werden, weise die unterbrechende Person darauf hin, andere aussprechen zu lassen. Gesprächsregeln lernt man eigentlich in der ersten Klasse, aber man vergisst Schulstoff ja schnell.</p>
<ol start="5">
<li><strong>Let´s get loud!</strong></li>
</ol>
<p>Gerade sexistische Beleidigungen wie „Pussy“ oder „Schlappschwanz“ werden oft nur halblaut und hinter vorgehaltener Hand gesagt, weil es in diesem Gemunkel scheinbar sicher ist, unsagbare Dinge doch auszusprechen. Also warum den Spieß nicht umdrehen und die gesamte Peinlichkeit öffentlich machen. Durch das laute und langsame, gut hörbare Wiederholen des genauen Wortlaut des Gegenübers entsteht bei der Person, die die Beleidigung ausgesprochen hat, hoffentlich genug Schamgefühl, dass es sich in Anstand verwandeln kann, solche Beleidigungen in Zukunft zu vermeiden.</p>
<ol start="6">
<li><strong>Hab keine Angst davor unbequem zu sein.</strong></li>
</ol>
<p>Was in der Theorie einfach klingt, ist in der Praxis oft viel schwerer. Es erfordert Mut, dem eigenen Standpunkt zu vertrauen, dass mit einer Bemerkung eine Grenze überschritten wurde. Sexismus ist nicht immer einfach zu erklären, aber das eigene Bauchgefühl bemerkt meistens schnell, wenn Äußerungen nicht angebracht sind.</p>
<p>Auch wenn das Vorurteil der &#8218;verklemmten Spaßbremse&#8216; in unseren Köpfen nicht zu den Dingen zählt, zu denen wir gerne zugeordnet sein wollen, ist es wichtig, bei sexistischen Äußerungen den Mund aufzumachen. Nicht einfach drüber-, sondern für den eigenen Standpunkt einzustehen.<br />
Letztendlich schafft unsere Sprache unsere Wirklichkeit, die Art und Weise, wie wir über Personen sprechen, beeinflusst, wie wir mit diesen Personen umgehen. Wenn dein Standpunkt nicht gehört wird, wird er auch nicht gesehen, also ist Klappe auf und den eigenen Standpunkt vertreten ein guter Anfang, ob unbequem oder nicht.</p>
<ol start="7">
<li><strong>Für ganz Mutige: Sharing is caring!</strong></li>
</ol>
<p>Sexismus ist ein Thema in unserem Leben, ob jetzt bewusst wahrgenommen oder unterbewusst davon beeinflusst. Wenn du von Menschen umgeben bist, denen du vertraust, wage es über deine Erfahrungen zu sprechen, teile mit, was du erlebst und was das in dir auslöst und hör dir die Geschichten und Meinungen deiner Freund*innen an. Dadurch, dass du mit anderen über deine Erlebnisse sprichst, wirst du schnell feststellen, dass du nicht alleine bist und die Begegnung mit Sexismus kein Einzelfall ist. Vielleicht machst du mit deinem Erzählen anderen Personen Mut, sich das nächste Mal auch zu äußern.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In diesem Video erklärt euch Amelie Elisabeth, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/12/warum-wir-feminismus-brauchen/" target="_blank" rel="noopener"><strong>warum wir Feminismus brauchen</strong></a>.</li>
<li>Und ebenfalls sexistisch ist die sogenannte &#8218;Pink Tax&#8216; &#8211; was das ist, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/02/pink-tax/" target="_blank" rel="noopener"><strong>erklärt euch Sophia</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Warum wir Feminismus brauchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/12/warum-wir-feminismus-brauchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Amelie Elisabeth]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Dec 2018 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=11167</guid>

					<description><![CDATA[Wir möchten euch heute unsere neue Autorin* Amelie Elisabeth vorstellen &#8211; ihr erster Beitrag ist ein Interview zum Thema Feminismus. Wir kennen Amelie schon länger, weil sie auf unserem #gelände bereits zur Filmcrew gehörte. Jetzt hat sie einen eigenen Film gemacht, mit dem sie sich euch nun vorstellt. Elena berichtet, was sie unter Feminismus versteht,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir möchten euch heute unsere neue Autorin* Amelie Elisabeth vorstellen &#8211; ihr erster Beitrag ist ein Interview zum Thema Feminismus. Wir kennen Amelie schon länger, weil sie auf unserem #gelände bereits zur Filmcrew gehörte. Jetzt hat sie einen eigenen Film gemacht, mit dem sie sich euch nun vorstellt. Elena berichtet, was sie unter Feminismus versteht, warum sie ihn notwendig findet und wie ihr eigenes Verständnis als Feministin zustande kam.</strong></p>
<p><span id="more-11167"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Schaut euch das <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/feminismus/" target="_blank" rel="noopener"><strong>sprachliche Feuerwerk</strong></a> von Svenja Gräfen zum Thema Feminismus an.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Die GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/grrrls-voice-kommentiert-120db/" target="_blank" rel="noopener"><strong>enttarnen einen Kampagnenfilm</strong></a> rechter junger Frauen, die unter dem Deckmantel des Feminismus rassistisch agieren.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Haszcara im Interview // Teil 1</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/haszcara-im-interview-teil1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Haszcara]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Oct 2018 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir haben Haszcara an einem schönen Herbsttag in einem Café in Berlin getroffen. In entspannter Atmosphäre haben wir mit der Rapperin über ihre Anfänge als Rapperin, ihre Teilnahme am VBT (Video Battle Turnier), Youtube Hate, Sexismus und Feminismus unterhalten. Und nebenbei auch noch über ihre Musik und ihr erstes Soloalbum gesprochen. Heute gibt es den]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Wir haben Haszcara an einem schönen Herbsttag in einem Café in Berlin getroffen. In entspannter Atmosphäre haben wir mit der Rapperin über ihre Anfänge als Rapperin, ihre Teilnahme am VBT (Video Battle Turnier), Youtube Hate, Sexismus und Feminismus unterhalten. Und nebenbei auch noch über ihre Musik und ihr erstes Soloalbum gesprochen. Heute gibt es den ersten Teil des Interviews.</strong></p>
<p><span id="more-11047"></span></p>
<p class="p1"><b>Hallo Haszcara, schön dass es mit dem Treffen geklappt hat. Erzähl doch zum Einstieg mal von deinen Anfängen als Rapperin. </b></p>
<p class="p1"><i>Das ist ein bisschen schwierig, weil es nicht den einen Moment gab. Ich hab schon in der Grundschule Raptexte geschrieben oder irgendwo mitgerappt, dann aber auch lange Zeit nichts mehr gemacht. Aber es gab den Moment, wo ich als Haszcara angefangen hab und auch etwas ernster genommen hab, auch mich als Rapperin ernst genommen hab. Das war so Ende 2014, als ich mitbekommen hab, dass es eine neue Runde des VBT gibt. Da habe ich dann Anfang 2015 die Quali eingereicht und mir auch den Künstlerinnennamen überlegt, ich hatte vorher nur einen als Singer/Songwriterin.</i></p>
<p class="p1"><b>Wie lief die Quali dann ab? Beats und Video, hast du das alles selbst gemacht?</b></p>
<p class="p1"><i>Voll, voll. Ich hab über Facebook gefragt, ob ich irgendwo aufnehmen kann. Da gab es dann Kontakt zu meiner alten Metalband. Einer davon hatte ein Mic im Kinderzimmer, ganz oldschool mit Kleiderbügel und Strumpfhose. Ein anderer aus der Band hat dann noch einen Beat gehabt und ich hab aufgenommen. Für das Video habe ich dann wieder über Facebook gefragt, da wurde jemand verlinkt, den kannte ich selbst nicht. Der hatte Bock und dann haben wir das Video gedreht. Ich bin so dankbar, dass Leute sich einfach dazu entschieden haben, mir zu helfen, selbst wenn sie mich nur flüchtig kannten. Die weiteren Runden durfte ich dann bei Disscut im Studio aufnehmen. </i></p>
<p class="p1"><b>Im Jahr darauf hast du dann einen Diss gegen das VBT geschrieben?</b></p>
<p class="p1"><i>Nee, also ja. Eigentlich war das eine Qualifikation, ich wollte schon mitmachen. Denn was mich am Battle fasziniert hat, ist, wie Beleidigungen funktionieren. Und da wollte ich die Grenzen testen und hab deswegen das geschrieben, was ich geschrieben habe. Ich wollte mitmachen, aber eben anders. In dem Jahr war das dann nicht mehr so, dass alle mitmachen konnten, sondern es eine Vorauswahl gab und ich wurde abgelehnt. Die Begründung war „bisschen zu viel Politik und zu wenig Battle.“ Und dann habe ich es eben selber hochgeladen.</i></p>
<p class="p1"><b>Und auf die Frage, wie Beleidigungen im Rap funktionieren, hast du da eine Antwort drauf gefunden?</b></p>
<p class="p1"><i>Jein. Ich hab sogar mal eine Hausarbeit darüber geschrieben, weils mich so interessiert hat. Da habe ich das Battle zwischen Karate Andi und Main Moe bei Rap am Mittwoch analysiert. Ich hab viel gelesen dazu, bspw. „20 Jahre Hip Hop in Deutschland“, von Hannes Loh und Murat Güngür oder „Fear of a kanak planet“. Die haben schon vor Jahren analysiert, dass das Dissen im Battlerap anhand von gesellschaftlich benachteiligten Eigenschaften geschieht Und dort wurde festgestellt, dass das Schlechtmachen sich dadurch vollzieht, dass Vergleiche zu Menschen, die gesellschaftlich schlechter dastehen (z.B. Frauen, Homosexuelle) genutzt werden und das Selbsterhöhende über Referenzen zu bspw. Diktatoren abläuft. Dort wurde auch beschrieben, dass sich die Tabubrüche, mit denen im Rap gearbeitet wird, immer weiter steigern und immer krasser werden. </i><i>Das Battle, was ich analysiert habe, war zum Teil eine Ausnahme und das war mega spannend. Die Art und Weise, wie Karate Andy sich darstellt, als Hartz4 Empfänger, Drogenjunkie usw., da ist irgendwie noch mehr als diese einfache Dichotomie von „Ich bin besser als du.“ Bei ihm merkt man auch, dass er das Publikum im Griff hat, also sympathisch rüber kommt und er sich selbst nicht so ernst nimmt. Was ich dann gemerkt habe ist, dass zu einem Battle noch mehr gehört, als den Gegenüber schlecht zu machen. Wortwitz, Kreativität und Spontanität sind da ganz wichtige Aspekte. Ich konnte mir die Frage also nicht zu 100 % beantworten, aber ich bin der Frage schon näher gekommen.</i></p>
<p class="p1"><b>Und wie konntest du das auf deine Battles übertragen?</b></p>
<p class="p1"><i>Ich habe da gemerkt, dass meine Battles nicht als genug punchend wahrgenommen wurden, weil ich nicht so harte Worte benutzt habe, oder ich einfach anders gebattlet habe. Ich wurde oft als die Streichelbattlerapperin bezeichnet. Aber ich habe schon erreichen können, und das ist eigentlich, was ich wollte, dass die Leute sich fragen, wieso ist „Du bist schwul“ eine Punchline und „Du bist homophob“ nicht? Was ist das Punchende? Und das hat mit gesellschaftlichen Verhältnissen zu tun, aber auch mit dem politischen Bewusstsein der Leute. Ein Beispiel von einem Battle, da hat jemand eine antisemitische Aussage gemacht und wurde dafür heftig ausgebuht. Es gibt also schon irgendwo eine Grenze. Ich finde das Thema super spannend und ich finde es auch sehr spannend, sich in einem selbstgewählten und geschützten Rahmen zu beleidigen. Es ist eben schon was anderes, wenn ich einen expliziten Gegner habe, den ich für das dissen kann, was ich sehe, als wenn ich auf Albumlänge wahllos Frauen und Schwule beleidige.</i></p>
<p class="p1"><b>Was wären denn für dich Grenzen im Battle Rap?</b></p>
<p class="p1"><i>Gute Frage. Ich für meinen Teil bin sehr tolerant für eine Feministin. Was mir einfach wichtig ist, ist, dass die Leute peilen, was sie sagen. Also wissen, was das auch wirklich heißt und nicht wahllos Mütter beleidigen, obwohl sie 16 sind. Das finde ich dann nicht nur scheiße, sondern auch whack – einfach aus der Rapperspektive. Wenn man Witz mitbringt, kreativ ist, wenn man Punchlines mitbringt, wenn man unvorhersehbare Sachen sagt – von mir aus beleidige meine Mutter, ist mir egal. Da ist es echt schwer zu greifen, was die Grenze ist. Und an der Stelle, um auf den Erfolg von Punchlines zurück zu kommen, geht es auch darum, wer etwas sagt und wie er oder sie das sagt. Da gibt es Leute, die finde ich einfach nur schlecht und Leute, die finde ich geil, obwohl die beide im Endeffekt das gleiche sagen. Es kommt eben ganz oft darauf an, wie ist die Person sonst so drauf, was vermittelt sie, wie verhält sie sich? </i><i>Ich hatte das auch auf dem Track „Hanna Montana“ vom neuen Album, da habe ich die Zeile „Abi machen ist gar nicht so schwer wie sie sagen / du musst nur manchmal deiner Lehrkraft einen blasen.“ Und Leute, die Rap hören, peilen das, auf der anderen Seite habe ich Nachrichten bekommen, in denen Leute meinten „Oh Gott, musstest du wirklich deinem Lehrer einen blasen?“ Für mich ging es einfach um den Reim und ein Synonym dafür, jemandem in den Arsch zu kriechen, so, wie jeden Tag einen Apfel mitbringen.</i></p>
<p class="p1"><b>Da geht es dann ja auch viel um Sprache. Ist das für dich wichtig, auch als Hörerin von Rap Musik, aber auch als Artist, dass die Sprache provokant ist?</b></p>
<p class="p1"><i>Nö, das nicht. Aber es ist wichtig, dass es sich natürlich anhört. Dass die Leute eben so rappen wie sie reden. Nicht so geschwollen oder künstlich Straße. Eben authentisch, das mag ich auch bei anderen. Aber manchmal wird es mir einfach zu dumm, wenn es dann zu sexistisch ist. Dann mach ich es halt einfach aus. Da kommt es eben auch wieder sehr auf die Künstlerin, den Künstler an.</i></p>
<p class="p1"><b>Gibt es so ein Guilty Pleasure für dich im Rap? </b></p>
<p class="p1"><i>Auf jeden Fall 187 Straßenbande, zum Beispiel.</i></p>
<p class="p1"><b>Hast du eine Idee, warum das bei denen so funktioniert? Das sie irgendwie anziehend wirken, die Texte teilweise aber schon zweifelhaft sind?</b></p>
<p class="p1"><i>Ja, weil sie so unverkrampft sind und jeder der ne schlechte Zeit durchgemacht hat, egal, ob schwierige Familienverhältnisse oder ne Zeit im Gefängnis, der wird die Texte fühlen. Zumindest ist das bei mir so. Und die repräsentieren einfach Erfolg, Style und diese Scheißegal-Haltung. Ich glaube, dem eifern viele nach. </i></p>
<p class="p1"><b>187 Straßenbande ist ein gutes Beispiel; Bist du der Meinung, dass mit dem Erfolg auch eine gewisse Verantwortung für die Künster_innen einher geht?</b></p>
<p class="p1"><em>Schon, auf jeden Fall. Es ist ja auch eine Chance. Wenn ich erfolgreich bin, hören mir junge Menschen zu und nehmen mich ernst. Dann finde ich es schon sinnvoll, eine gute Message zu verbreiten oder was cooles auf die Beine zu stellen . Den neuen Track von Eko (Aber) hab ich zum Beispiel sehr gefeiert, oder so Aktionen von Nura, die AfD Plakate abgerissen hat oder auch das Benefitzkonzert in Chemnitz. Man muss sich positionieren. </em></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Haszcaras <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/09/spuck-auf-rechts/"><strong>Beitrag zu &#8222;Spuck auf Rechts&#8220;</strong></a> findet ihr hier.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier geht es zur <strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=cIo6tW9ANiU">ersten Single</a> </strong>von Haszcaras neuem Album.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rundballtreten nur für Penisträger?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/rundballtreten-nur-fuer-penistraeger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Oct 2018 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Fotos]]></category>
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					<description><![CDATA[Vom 12. bis 14. Oktober haben sich Autor*innen und Redaktionsgruppen von meinTestgelände zusammen mit dem Referenten Jan Duensing in Hannover getroffen und sich intensiv mit dem Thema &#8222;Gender und Fußball&#8220; auseinandergesetzt. Hier erlangt ihr einen kleinen Einblick von unserem Workshop. Warum gilt Fußball als Männersport? Wieso halten viele Fans Christiano Ronaldo für schwul? Und woher]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Vom 12. bis 14. Oktober haben sich Autor*innen und Redaktionsgruppen von meinTestgelände zusammen mit dem Referenten Jan Duensing in Hannover getroffen und sich intensiv mit dem Thema &#8222;Gender und Fußball&#8220; auseinandergesetzt. Hier erlangt ihr einen kleinen Einblick von unserem Workshop.</b></p>
<p><span id="more-11031"></span></p>
<p class="p1">Warum gilt Fußball als Männersport? Wieso halten viele Fans Christiano Ronaldo für schwul? Und woher kommt das Vorurteil, dass alle Fußballerinnen Lesben seien? Es gab viele Fragen mit denen sich die Teilnehmenden des Workshops von MeinTestgelände rund um das Thema „Gender und Fußball“ vom 12. bis 14. Oktober beschäftigen konnten. Dabei galt es zunächst einmal zu ergründen, wo eigentlich die Interessen der Gruppe liegen. Und schon hier wurde deutlich: Das Thema ist extrem groß. Vom Verhältnis von Hooligans und Ultras über Rassismus bis hin zur Steuerhinterziehung von Fußballern wurde einiges auf die Tagesordnung gesetzt. Die Teilnehmenden kamen dabei mit sehr unterschiedlichen Motivationen und teils beeindruckenden Vorerfahrungen an.</p>
<p>Am Samstag Vormittag stand erstmal im Vordergrund eine gemeinsam Wissensgrundlage zu legen. Dabei wurden viele Themen vom Vortag wieder aufgegriffen und vertieft. Die anhand von Bilderkarten angerissenen Inhalte wurden in der Folge zum Themenblöcken zusammengefasst und die Teilnehmenden konnten sich jeweils einem dieser Blöcke zuordnen. Ziel dessen war es, einen noch besseren Einblick in die Bereiche „Neue Männerbilder“, „Rassismus“, „Homophobie“, „Fankultur“ oder „Frauen im Fußball“ zu bekommen. Die anschließende Plakatpräsentationen machten deutlich, dass das mehr als gelungen war. Schließlich hatten die Teilnehmenden noch die Möglichkeit auf Grundlage ihres neugewonnenen Wissens einen künstlerischen oder medialen Beitrag zu kreieren, zur Veröffentlichung auf MeinTestgelände.</p>
<p>Durchweg gute Stimmung und hervorragendes Wetter rundeten das Wochenende für alle Beteiligten ab. So war einer der wenigen Kritikpunkte in der abschließenden Feedbackrunde, dass die Zeit eigentlich zu kurz war und man eigentlich noch mehr hätte erfahren wollen.</p>
<p class="p1"><img decoding="async" class="size-large wp-image-11032 aligncenter" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/10/2018-10-23-11.44.39-450x600.jpg" alt="" width="450" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/10/2018-10-23-11.44.39-450x600.jpg 450w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/10/2018-10-23-11.44.39-225x300.jpg 225w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/10/2018-10-23-11.44.39-768x1024.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/10/2018-10-23-11.44.39.jpg 960w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /> <img decoding="async" class="size-large wp-image-11033 aligncenter" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/10/2018-10-23-11.44.49-800x600.jpg" alt="" width="700" height="525" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2018/10/2018-10-23-11.44.49-800x600.jpg 800w, 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			</item>
		<item>
		<title>Hohe Geschwindigkeiten und Adrenalin – nur etwas für Männer?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/geschwindigkeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Oct 2018 07:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
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					<description><![CDATA[Sebastian Vettel, Michael Schumacher, Nico Rosberg …. Es ist ähnlich wie im Fußball. Wenn die Männer spielen bzw. fahren, sitzt die halbe Nation vorm Bildschirm – und von den Frauen hört man fast überhaupt nichts, obwohl sie teilweise erfolgreicher sind. Versucht euch einen Moment lang daran zu erinnern, wann ihr das letzte Mal eine Radio-]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sebastian Vettel, Michael Schumacher, Nico Rosberg …. Es ist ähnlich wie im Fußball. Wenn die Männer spielen bzw. fahren, sitzt die halbe Nation vorm Bildschirm – und von den Frauen hört man fast überhaupt nichts, obwohl sie teilweise erfolgreicher sind. Versucht euch einen Moment lang daran zu erinnern, wann ihr das letzte Mal eine Radio- oder Fernsehnachricht über den Erfolg einer MotorrennsportlerIN gehört habt&#8230; Wie häufig aber habt ihr hingegen innerhalb der letzten Jahre Nachrichten über den aktuellen Zustand des verunglückten Schumachers erhalten?</strong></p>
<p><span id="more-10997"></span></p>
<p>Im Alltag wird deutlich – es sind immer die Frauen, die daran schuld sind, dass der Mann sich anstelle des Sportwagens schon wieder einen praktischen Combi hat kaufen müssen. „Die Koffer müssen reinpassen, zu viel Sprit darf der Wagen auch nicht verbrauchen und die Farbe ist natürlich wichtig!“ sind die einzigen Aspekte, auf die sich eine Frau beim Autokauf angeblich bezieht. „So schnell wie möglich! Und natürlich sportlich aussehend!“ sei das einzige, was für den Ehepartner zählen würde.</p>
<p><strong>Geschichte</strong></p>
<p>Angefangen hat es für die Frauen doch eigentlich ganz gut. Die selbstbewusste Berta Benz lieh sich einfach mal ohne zu fragen 1888 den Wagen ihres Mannes und bewältigte die Strecke Mannheim-Pforzheim problemlos. Frauen am Steuer blieben bis auf diese Ausnahme jedoch noch Jahrzehnte danach eine absolute Seltenheit. Denn bis in das Jahr 1958 durften deutsche Frauen ohne die Erlaubnis des Ehemannes oder Vaters noch nicht einmal eine Führerscheinprüfung ablegen.</p>
<p>Und heute? Gibt es wirklich keinen weiblichen Champion wenn es darum geht in einem Fahrzeug in Höchsttempo eine kurvige Strecke zu überwinden?</p>
<p><strong>ChampionInnen am Steuer</strong></p>
<p>„Den Frauen fehlt das Testosteron. Sie sind vorsichtiger, haben stärkere Bedenken und trauen sich nicht so viel.“ Dass das ganz sicher nicht auf jede weibliche Person zutrifft, bestätigen folgende Frauen:</p>
<p>In Großbritannien wuchs eine der größten weiblichen Motorrennfahrerinen auf: Pat Moss. Sie folgte ihrem berühmten Bruder, dem 16-maligen Grand Prix-Gewinner Stirling Moss. Auch sie hat inzwischen einige Trophäen und Medaillen nach Hause bringen können: drei Siege internationaler Rallyes, zwei vierte Plätze, jeweils eines beim RAC Rally sowie eines in der Liège-Rome-Liège Rally. Da diese Erfolge bereits in den 1950ern stattfanden, kann sie als eine der ersten erfolgreichen Frauen dieser Domäne in die Geschichtsbücher eingehen.</p>
<p>Die US-Amerikanerin Danica Patrick tritt einige Jahrzehnte später ins Rampenlicht. Seit 2005 ist ihre Karriere geprägt von Erfolgen. Ein Höhepunkt lässt sich sicher im Sieg in Japan 300 im Jahr 2008 sehen, durch den sie zur ersten und bislang noch einzigen Frau gekürt wurde, die ein Rennen der Indy Car-Sparte für sich entscheiden konnte.</p>
<p>Keiko Ihara kommt aus dem Land, in dem für Danica Patrick ein Traum in Erfüllung ging. Sie musste sich nicht wenigen Vorurteilen entgegenstellen und sich beweisen, bis sie es schließlich an die Spitze geschafft hat. Erfolgreiche Teilnahmen am europäischen Formel-Renault sowie am 24-Stunden Rennen von le Mans zeigen, dass sie hier nicht fehl am Platz ist.</p>
<p>Jutta Kleinschmidt ist an ihrem Namen als Deutsche identifizierbar. In der Paris-Dakar Rallye durchquerte die Athletin 2001 Frankreich, Spanien, Marokko, Mauretanien und Mali, bis hin in den Senegal und &#8211; holte sich den Gesamtsieg. Ihre Karriere begann sie 29 Jahre zuvor auf dem Motorrad und kurz nach ihrem Umstieg auf das stabilere Gefährt errang sie schon 1997 einen Etappenerfolg. Mit ihrem Gesamtsieg aber hat sie endgültig bewiesen, dass Frauen auch für lange Strecken ausreichend Ausdauer und Durchhaltevermögen aufweisen können.</p>
<p>Direkt aus der an Deutschland angrenzenden Schweiz kommt Simona De Silvestro. Im deutschsprachigen Raum blieb sie aber nicht lange, denn schon bald zog es sie nach Amerika in die IndyCar-Series. Inzwischen ist sie im australischen Profisport aktiv.</p>
<p><strong>Harte Arbeit – Frauenbehauptung im männerdominierten Betrieb</strong></p>
<p>Chancen haben die Frauen gegen männliche Gegner trotz ihrer körperlichen Nachteile. Zwar sind Frauen von Natur aus um 30% an Muskelmasse ärmer als Männer, im Autorennen kommt es aber mehr auf die Kraft im Verhältnis zur Größe an und der Unterschied zwischen trainierten Männern und Frauen liege in Bezug auf die Kraft, die sie aufbringen können nur noch bei 5%. Auch im technischen Hintergrund, bei Reperaturen und ingenieurswissenschaftlichen Optimierungsideen sowie auf Sponsorenseite beginnen allmählich Frauen auf die Bühne zu treten. Es befindet sich also etwas im Wandel.</p>
<p>Und dennoch: besonders auf deutschem Boden fallen den meisten fast ausschließlich erfolgreiche Männer ein, wenn die Wahl des Gesprächsthemas auf den Motorennsport fällt. Auch als junges Mädchen kommt man kaum mit dieser Sportart in Kontakt. Man kann sich als junge Sportlerin noch nicht einmal Ziele wie „Ich möchte der nächste Lewis Hamilton werden“ stecken. Trotz der vorgestellten erfolgreichen Rennsportlerinnen fehlt es an Idolen und Vorbildern. Besonders in der Nachwuchsförderung muss sich also noch vieles ändern.</p>
<p><strong>Frauen auf vier Rädern </strong></p>
<p>Im normalen Straßenverkehr sind Frauen tatsächlich ruhiger und vorsichtiger. Unfallstatistiken des Statistischen Bundesamtes bestätigen, dass 54 Prozent der Leicht-, 61 Prozent der Schwerverletzten und 74 Prozent der Getöteten männlich sind. Eine deutliche Mehrheit besonders wenn man beachtet, dass die Bevölkerung in Deutschland ziemlich exakt weiblich ist. Unfälle bezogen sich dabei auf jede Art der Verkehrsteilnahme, vom Fußgänger über den Fahrradfahrer bis hin zum PKW-Nutzer.</p>
<p>Dass das nun daran liegt, dass die chaotisch fahrenden Frauen stets Unfälle bauen, an denen dann die Männer sterben, ist nicht der Fall, denn Männer tragen mit 57% aller PKW-Unfälle häufiger die Hauptschuld an den Opfern. Auch ist es nicht so, als würden die Männer nur durch das Schnellfahren und ihre Risikobereitschaft häufiger auf den Straßen zu Schaden kämen. Bei Manövern wie „Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren“ die nicht selten in Frauenwitzen vorkommen, werden Männern genauso viele Fehler vorgeworfen wie Frauen.</p>
<p>In der „Nichtbeachtung der Vorfahrt bzw. des Vorrangs“ schneiden die Frauen mit 125 Fällen je 1.000 Unfälle tatsächlich minimal schlechter ab als die Männer (115). Dafür aber haben die Männer bei den Punkten „zu geringer Abstand, nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Alkoholeinfluss“ wieder die Nase vorn.</p>
<p>Ein besonders großer Unterschied ergibt sich bei den jungen Fahrern: innerhalb der Altersgruppe 18-24 haben junge Männer ein wesentlich höheres Risiko, im Straßenverkehr zu sterben als junge Frauen: Im Jahr 2016 wurden 30 junge Frauen je eine Million Einwohner ihrer Altersgruppe getötet, bei den jungen Männern lag dieser Wert mit 103 mehr als dreimal so hoch.</p>
<p>Dennoch: genauso wie es falsch ist der Überzeugung zu sein, alle Frauen können nicht richtig einparken und würden regelmäßig rechts und links miteinander verwechseln, ist es ebenfalls nicht der richtige Ansatz, alle Männer pauschal als aggressive oft alkoholisierte Raser darzustellen.</p>
<p>Im Motorennsport sollte man den Frauen in jedem Fall eine Tür offen halten – und auch mit Automodellen spielende Mädchen sollte man nicht unbedingt zum Puppenpflegen zwingen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/der-untergang-naht-eine-frau-moderiert-die-wm/" target="_blank" rel="noopener"><strong>In diesem Text</strong></a> von Florian geht es um Claudia Neumann, Fußball-Kommentatorin beim ZDF, und um den Shitstorm, der ihr während der WM entgegen kam.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/melanie-fink/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in diesem Text</strong></a> von Lilith gibt es ein Portrait der Männerfußballtrainerin Melanie Fink.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mädchen, Sommer, Jungs &#8211; Warum man Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/08/hinterherpfeifen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Aug 2018 07:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Sommer in diesem Jahr ist besonders heiß. Da ist es nur verständlich, so wenig Kleidung wie möglich am Körper tragen zu wollen. Insbesondere für Männer scheint dies aber gleichbedeutend damit zu sein, Frauen hinterher zu pfeifen und die mehr oder weniger bedeckten Körperteile zu kommentieren. Verschiedene Autor*innen der story-teller haben sich mit dem Thema]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Sommer in diesem Jahr ist besonders heiß. Da ist es nur verständlich, so wenig Kleidung wie möglich am Körper tragen zu wollen. Insbesondere für Männer scheint dies aber gleichbedeutend damit zu sein, Frauen hinterher zu pfeifen und die mehr oder weniger bedeckten Körperteile zu kommentieren. Verschiedene Autor*innen der story-teller haben sich mit dem Thema beschäftigt und begründen hier, warum man Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift! </strong></p>
<p><span id="more-10838"></span></p>
<p><strong><em>Pfeifen</em></strong><strong> von Kathi Bromka mit Daniela Chmelik</strong></p>
<p>Pfeifen kann bedeuten: Du siehst schön aus. Das ist das Hinterherpfeifen: Du bist sexy, du hast wunderschöne Haare und ein schönes Lächeln.</p>
<p>Pfeifen gibt&#8217;s sonst auch beim Fußball, beim Anpfiff oder bei der gelben oder roten Karte. Wo gibt&#8217;s noch Pfeifen? Vögel pfeifen, zwitschernd. Der Wind pfeift manchmal gruselig. Menschen pfeifen, wenn sie Musik hören. Manchmal pfeife ich für mich, wenn ich gute Laune habe.</p>
<p>Wenn mich jemand anpfeift, denke ich: Hä? Warum pfeift der denn, was will der? Hat er vielleicht auch nur so gepfiffen? Wenn er mich angepfiffen hat, fühle ich mich nicht so gut. Als würde er etwas gegen mich machen, als würde er mich angreifen. Ich geh ihm dann aus dem Weg. Und ich klammer meine Arme um mich. Oder ich sage: Lass das. Ich will nicht, dass du mich anpfeifst oder angreifst. Hör auf damit. Geh woanders pfeifen. Nicht mit mir.</p>
<p>Man kann sagen: Stopp! Ich will das nicht. Ich will eine Grenze hier.</p>
<p>Oder jemand muss mich beschützen.</p>
<p>Oder: Ey, hau ab.</p>
<p>Oder ich mache den Affen und kratz mir unter den Achseln. Weil er so ein Affe ist.</p>
<p>Und wenn ich Superwoman wäre, würde ich schokoladeessend wegfliegen &#8230; und wir setzen ihn auf eine Wolke und er soll einsam pfeifen wie der Wind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Leichtbekleidet </em></strong><strong>von Matti Wustmann</strong></p>
<p>Leichtbekleideten Leuten hinterherzupfeifen gehört sich eigentlich nicht.</p>
<p>Genauer gesagt gehört es sich bei bekleideten Leute meist genauso wenig.</p>
<p>Hinterherpfeifen ist fast immer etwas Unverschämtes, besonders wenn man es bei fremden Leuten macht.</p>
<p>Das Kommunizieren durch Pfeifen ist eher was für Hundebesitzer und Fußballtrainer, ansonsten gehört sich&#8217;s eigentlich nicht.</p>
<p>Es ist eine primitive Art sich bemerkbar zu machen, und man sollte lieber versuchen direkter mit anderen zu kommunizieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum man (oder frau) Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift</em></strong><strong> von Tim Borstelmann</strong></p>
<p>Wenn Jungs oder Mädchen anderen Mädchen oder Jungs hinterherpfeifen, nur weil sie leicht oder knapp bekleidet sind, dann löst das bei ihnen ein unangenehmes Gefühl aus. Dann kommen sie in Verlegenheit. Dann fühlen sich die Mädchen oder Jungs angemacht. Dann bedecken die Mädchen mit ihren Armen ihre unangenehmen Körperteile. Dann löst das bei den Mädchen ein Schamgefühl aus. Dann fühlen sie sich verunsichert. Dann würden die Mädchen lieber eine Jacke und Hose tragen, aber das möchten sie nicht, weil ihnen dann zu warm ist oder/und weil sie dann nicht richtig braun werden.</p>
<p>Müssen sie dann in Kauf nehmen, dass man(n) ihnen hinterpfeift?</p>
<p>Bei den Jungs ist&#8217;s nicht so schlimm, wenn die nur eine Badehose tragen. Aber wenn sie eine knappe Badehose tragen, müssen sie auch damit rechnen, dass die Mädchen hinter ihnen herpfeifen oder -rufen. Bei Mädchen oder Frauen ist das schon schlimmer; denn wenn die einen knappen Bikini tragen, weil sie viel braun werden wollen, müssen sie damit rechnen, dass die Jungs oder Männer ihnen wegen ihrer Brüsten oder Hintern hinterherrufen oder -pfeifen.</p>
<p>Warum ist das so? Ist das gerecht?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum man Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift </em></strong><strong>von Michael Schumacher</strong></p>
<p>Bei sehr hohen Temperaturen leichte Kleidung anzuhaben, ist auf jeden Fall ratsam.</p>
<p>Welche leichte Kleidung ich mir anziehe, kommt darauf an, wo ich mich gerade aufhalte. Ich würde jetzt nicht Schwimm-Shorts zur Arbeit anziehen.</p>
<p>Und zu anderen feinen Anlässen jetzt auch nicht.</p>
<p>Aber privat ist es mir doch selbst überlassen, was ich anziehe.</p>
<p>Wenn jetzt Leute mir wegen meiner leichten Bekleidung hinterherpfeifen, würde ich mir meinen Teil denken. Vielleicht ist es als Kompliment gemeint?</p>
<p>Weiß man nicht.</p>
<p>Leichte Kleidung kann ja durchaus attraktiv wirken.</p>
<p>Solange ich deswegen nicht belästigt werde, kann ich gut damit leben, wenn hinter mir hergepfiffen wird.</p>
<p>Eigentlich gehört es sich aber nicht, wenn jemand einem wegen seines Aussehens hinterherpfeift.</p>
<p>Nicht jeder geht damit locker um.</p>
<p>Es gibt Menschen, die sich darum ungern mit leichter Bekleidung zeigen möchten. Vielleicht weil sie ihr äußeres Erscheinungsbild lieber verstecken.</p>
<p>Das kann bei fülligeren Menschen der Fall sein, bei mageren, oder auch bei anderen Personen.</p>
<p>Wenn man unsicheren Menschen aufgrund ihrer leichten Bekleidung hinterherpfeift, wären sie auf jeden Fall noch verunsicherter.</p>
<p>Und vielleicht auch traurig und verstört.</p>
<p>Eine Möglichkeit wäre da: zurückzuschießen.</p>
<p>Man könnte ein bisschen auf Verarschung setzen.</p>
<p>Jedenfalls sollte niemand von Mitmenschen verunsichert werden.</p>
<p>Ich will auf jeden Fall einen Appell an diejenigen verteilen, die schnell etwas aus einem Gefühl heraus tun, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was sie damit bei manch unsicheren Menschen anrichten können.</p>
<p>Vielleicht soll es als Kompliment rüberkommen, was ihr da pfeift.</p>
<p>Aber weil es auch falsch ankommen kann, ist es ratsam, dass ihr das Hinterherpfeifen unterlasst.</p>
<p>Wenn ihr Komplimente verteilen wollt, macht es bitte vernünftig und richtig.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum man Leichtbekleideten nicht hinterherpfeift</em></strong><strong> von Dennis Seidel</strong></p>
<p>Wenn man im Sommer einer Person, die leicht bekleidet ist, hinterherpfeift, fühlt sich diese Person vielleicht unwohl bzw. angegriffen; deswegen sollte man solchen Personen auf keinen Fall hinterherpfeifen.</p>
<p>Eine Möglichkeit ist, dass man sich eine leichte Jacke über die leichte Kleidung zieht.</p>
<p>Damit solche Leute nicht erst den Blick auf die leichte Kleidung drunter haben.</p>
<p>Wenn ich eine Superheldin wie Lara Croft wäre, würde ich demjenigen, der mir hinterpfeift, eines auf die Mütze geben. Aber leider bin ich nicht so wie sie. Ich wünsche mir sehr eine starke Frau wie Lara Croft an meiner Seite, die wenn jemand mir blöd kommt, zuschlagen kann.</p>
<p>Bei mir löst es ein Gefühl der Unsicherheit und Angst aus, wenn jemand mir hinterpfeift, wenn ich leicht bekleidet bin, und ich fühle mich dann sehr unwohl.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Auch die Hollies haben keine Lust auf Hinterherpfeifen und blöde Anmachen. Das machen sie mit <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/rap-song-mein-koerper-gehoert-mir/" target="_blank" rel="noopener"><strong>diesem Song</strong></a> klar.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/ausgezogen/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in diesem Text</strong></a> erzählen Arjeta und Khadija, wie es sich anfühlt, wenn sie von den Blicken der Männer förmlich ausgezogen werden.</span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Untergang naht – eine Frau moderiert die WM</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/07/der-untergang-naht-eine-frau-moderiert-die-wm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jul 2018 07:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Sonntag findet in Moskau das Finale der Fußball WM der Männer statt, eines der größten Sportevents weltweit. In Deutschland überträgt das ZDF, kommentieren wird Béla Réthy. Ebenfalls für das ZDF und als erste Frau in Deutschland hat Claudia Neumann bei dieser WM kommentiert und sah sich in einschlägigen Kommentarspalten, wie auch schon bei der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;">Am Sonntag findet in Moskau das Finale der Fußball WM der Männer statt, eines der größten Sportevents weltweit. In Deutschland überträgt das ZDF, kommentieren wird </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;">Béla Réthy. </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;">Ebenfalls für das ZDF und als erste Frau in Deutschland hat Claudia Neumann bei dieser WM kommentiert und sah sich in einschlägigen Kommentarspalten, wie auch schon bei der EM 2016, schlimmsten Beleidigungen ausgesetzt – weil sie eine Frau ist. Unser Autor Florian hat sich dazu mal </span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;">ein paar</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial;"><span style="font-size: medium;"> Gedanken gemacht.</span></span></span></strong></p>
<p><span id="more-10752"></span></p>
<p class="western"><span style="font-family: ArialMT;"><span style="font-size: medium;">Auch wenn es für das wachsame Auge so erscheinen mag, da keine Deutschlandflaggen mehr die Fenster schmücken, nein, die Fußball Weltmeisterschaft ist noch nicht vorbei. Doch um den Partypatriotismus soll es heute nicht gehen. Im Zuge dieses internationalen Ereignisses, welches unter Beobachtern oft mit Bier, Schland Gesängen und männlichen Männern, mit männlichen Meinungen über den männlichen Fußball begleitet wird, geht das ZDF einen Weg, der noch nie zuvor beschritten wurde. Neben den üblichen und bekannten Stimmen, die unsere Ohren während der Live Übertragungen mit Informationen über das Spielgeschehen versorgen, ist der ungewohnte Klang einer weiblichen Stimme zu hören. An sich ist es nichts Nennenswertes, oder etwas, worüber man sich streiten muss, aber scheinbar gibt es auch in einem recht fortschrittlichen Zeitalter noch Menschen, denen diese Tatsache den Magen umdreht, ihr Blut kochen lässt und an den Rande des Wahnsinnes bringt, ganz nach dem Motto „Was moderiert ein Küchenobjekt meinen heiligen Fußball?“. Wohlgemerkt ist dies eine krasse Aussage, was aber noch krasser ist, ist dass im Grunde immer noch die Frau als Objekt gesehen wird, als mindere Person, als Accessoire welches vorgegebenen Strukturen unter der männlichen Autorität Folge zu leisten hat. Aber wieso? Ich kann mir nicht erklären, wie eine mittelalterliche Rollenverteilung und über alle Maße ekelhafter Sexismus, so tief in der Gesellschaft etabliert ist. Man könnte ja Frauen und Männer ein Fußballspiel moderieren lassen und sie aufgrund ihres kommunikativen Könnens beurteilen, aber schon während ich das nur denke, beiße ich mir frustriert auf die Fingerknöchel, da mir sofort Kommentare im Social Media Bereich einfallen wie „Die soll zurück in die Küche“, „Lasst den Fußball doch in Ruhe mit Weibsen“ und „Hätte sie geile Brüste wäre es ok“. Unfähig vor Wut und Unverständnis etwas zu schreiben, liegen ein paar Minuten zwischen der letzten und der jetzigen Zeile und das zeigt leider einmal mehr, dass die Frau eben nicht gleichgestellt ist. Nicht auf beruflicher und schon gar nicht auf gesellschaftlicher Ebene. </span></span></p>
<p class="western"><span style="font-family: ArialMT;"><span style="font-size: medium;">Ich wünsche mir für die Zukunft, dass etwas wie eine weibliche Kommentatorin nicht zu ewig langen Hetzdebatten führt und dass die Frauen Fußball WM, wenn überhaupt, nicht nur geschaut wird , um die Teams mit den, Zitat: „hübschesten Damen“ anzufeuern. Es ist so banal einfach aber scheinbar doch so schwierig. Ich hoffe, es wird etwas bewegt. </span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Melanie Fink arbeitet als Trainerin einer Männerfußballmannschaft. Das Interview mit ihr findet ihr <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/melanie-fink/">hier</a>.  </strong></li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/06/der-schwule-fussballspieler/"><b>einen Text von den Story Tellern </b></a>über einen schwulen Fußballspieler<b>.</b></span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich diskutiere nicht mehr!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/ich-diskutiere-nicht-mehr/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Svenja Gräfen]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jun 2018 07:00:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexualisierte Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Was für ein mitreißendes Sprachfeuerwerk! Svenja Gräfen erklärt, warum sie manchmal keine Lust mehr hat zu diskutieren über Gewalt, Übergriffe oder Feminismus, wenn ihre Gegenüber eigentlich gar nicht in den Dialog kommen wollen. Wäre der Text nicht vor der Veröffentlichung von Svenja Flaßpöhlers Büchlein „Die potente Frau“ geschrieben und vorgetragen worden, wir würden ihn für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was für ein mitreißendes Sprachfeuerwerk! Svenja Gräfen erklärt, warum sie manchmal keine Lust mehr hat zu diskutieren über Gewalt, Übergriffe oder Feminismus, wenn ihre Gegenüber eigentlich gar nicht in den Dialog kommen wollen. Wäre der Text nicht vor der Veröffentlichung von Svenja Flaßpöhlers Büchlein „Die potente Frau“ geschrieben und vorgetragen worden, wir würden ihn für eine treffende Antwort halten!</strong></p>
<p><span id="more-10682"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr einen weiteren, starken Poetry Slam-Text von Svenja, der beschreibt, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/feminismus/" target="_blank" rel="noopener"><strong>warum Feminismus soooo wichtig ist</strong></a>!</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener"><strong>eine Sammlung an Poetry Slam-Texten</strong></a>, die wir auf meinTestgelände veröffentlicht haben.</span></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Es gibt Dinge, die sind, wie sie sind</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 May 2018 07:00:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
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					<description><![CDATA[Fee teilt hier ordentlich aus und entlädt ein sprachliches Feuerwerk der berechtigten Wut über das Desinteresse vieler Menschen an täglichen Übergriffen auf Frauen und darüber, dass rechte Frauen sich in ihrer Kampagne #120Dezibel als Feministinnen verkleiden, eigentlich aber nur fremdenfeindlich sind. Ihre Gedankenspiele und Phantasien darüber, sich auch mal mit Gewalt zu wehren, will sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Fee teilt hier ordentlich aus und entlädt ein sprachliches Feuerwerk der berechtigten Wut über das Desinteresse vieler Menschen an täglichen Übergriffen auf Frauen und darüber, dass rechte Frauen sich in ihrer Kampagne #120Dezibel als Feministinnen verkleiden, eigentlich aber nur fremdenfeindlich sind. Ihre Gedankenspiele und Phantasien darüber, sich auch mal mit Gewalt zu wehren, will sie allerdings als Gedankenspiele verstanden wissen und keinesfalls als Aufruf zur Gewalt.</strong></p>
<p><span id="more-10621"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wie alltäglich Übergriffe und Respektlosigkeiten gegenüber Mädchen und Frauen sind, erzählen euch auf dem <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/09/gute-vs-schlechte-anmache-darauf-kommts-an/" target="_blank" rel="noopener">#gelände 2017 diese Mädchen</a>.</strong></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>GRRRLs Voice kommentiert: #120db</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/04/grrrls-voice-kommentiert-120db/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Apr 2018 07:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Rape Culture]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit dem Slogan „Mach mit, zeig Gesicht &#38; mach deine Stimme laut!“ haben junge Frauen eine Kampagne gestartet, die vordergründig erstmal feministisch erscheinen mag &#8211; bei genauerer Sicht wird jedoch schnell klar, dass dieser feministische Deckmantel lediglich dazu genutzt wird, Stimmung zu machen: „Überfremdung“ und Gewalt durch „Ausländer“ gegen „deutsche Frauen“ wird proklamiert. Die jungen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit dem Slogan „Mach mit, zeig Gesicht &amp; mach deine Stimme laut!“ haben junge Frauen <a href="https://donotlink.it/wZGp" target="_blank" rel="noopener">eine Kampagne</a> gestartet, die vordergründig erstmal feministisch erscheinen mag &#8211; bei genauerer Sicht wird jedoch schnell klar, dass dieser feministische Deckmantel lediglich dazu genutzt wird, Stimmung zu machen: „Überfremdung“ und Gewalt durch „Ausländer“ gegen „deutsche Frauen“ wird proklamiert. Die jungen Frauen der GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg haben sich das Kampagnenvideo angesehen und beziehen deutlich Position gegen die Inhalte des Videos und der Kampagne.</strong></p>
<p><span id="more-10502"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Was an Diskriminierung sonst noch im Netz abgeht, erzählt euch <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/was-an-diskriminierung-im-netz-abgeht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier unsere Autorin Sophia.</strong></a></li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Was unser Autor Tomasz über männliche Geflüchtete zu sagen hat, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/06/fluchtursachen-ueber-die-maennlichen-fluechtlinge/" target="_blank" rel="noopener"><strong>könnt ihr hier sehen</strong></a>. </span></li>
</ul>
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