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	<title>Familie &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Familie &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Hast du schon gegessen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2026/04/hast-du-schon-gegessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Phuong]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2026 15:03:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Cash&Care]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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					<description><![CDATA[„Hast du schon gegessen?“ bedeute für Phuong mehr als nur die Frage nach Hunger. Es geht um Fürsorge und das Gefühl, dass sich jemand kümmert. Auch wenn Sorgen groß und Zeit knapp sind. „Hast du schon gegessen?“, fragt mich meine Mama. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass das in meiner Familie die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong data-renderer-mark="true">„Hast du schon gegessen?“ bedeute für Phuong mehr als nur die Frage nach Hunger. Es geht um Fürsorge und das Gefühl, dass sich jemand kümmert. Auch wenn Sorgen groß und Zeit knapp sind.</strong><span id="more-17406"></span></p>
<p>„Hast du schon gegessen?“, fragt mich meine Mama.</p>
<p>Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass das in meiner Familie die Art und Weise ist, Fürsorge und Liebe auszudrücken. In diesem Zusammenhang habe ich später auch begriffen, dass meine Familie anders ist als die der meisten in meinem Umfeld. Meine Eltern haben nicht die finanzielle Freiheit und sozialen Privilegien vieler deutscher Normalbürger*innen. Sie waren oft von morgens bis abends unterwegs, um Geld zu verdienen. Um zu überleben. Um ihre Kinder zu versorgen. Diese chronische Abwesenheit führte dazu, dass meine große Schwester für viele Jahre meine Care-Person war, obwohl sie selber noch viel zu jung war, um diese Verantwortung zu tragen.</p>
<p>Die Armut, in der ich aufgewachsen bin, war für mich mit viel Scham, Neid und Frustration verbunden. Ich habe oft gelogen, wenn es um den Beruf meiner Eltern ging. Wenn ich das einzige Kind war, das ein Formular vom Jobcenter für die anstehende Klassenfahrt ausfüllen lassen musste, wollte ich mich oft vor den anderen Kindern verstecken. Meine Mama arbeitet als Reinigungskraft, deren Schicht täglich von fünf bis sieben Uhr morgens ist. Mein Papa ist Lieferant für ein vietnamesisches Restaurant und deshalb meist den ganzen Tag unterwegs.</p>
<p>Diese Formen von Prekarität haben meine Biografie beeinflusst und wie ich mich zu finanzieller Sicherheit, sozialer Klasse und Wohlstand beziehe. Während ich selten neue Kleidung und tolle Geschenke bekam und nie Urlaub in den Ferien gemacht habe, erinnere ich mich gleichzeitig daran, egal wie hart die Zeiten waren und sind, dass ich nie Hunger hatte. Es gab zwar nie die fancy Frühstücksbox, aber im Gegensatz zu meinen Eltern habe ich mir nie Gedanken um Essen machen müssen. Manchmal gab es Pizza, Chicken Nuggets, Döner. Meine Highlights waren die Sonntage, an denen wir zu McDonald’s gelaufen sind.</p>
<p>Meine Mama trägt einen Körper, der alt, krank, zerbrechlich, müde und erschöpft ist. Es ist ein Körper, der trotz Bandscheibenvorfall, chronischen Rücken- und Handgelenkschmerzen täglich ein Autohaus putzen muss, weil sonst Sanktionen vom Jobcenter drohen. Trotz allem kocht sie für die Familie, bedingungslos.</p>
<p>Es ist mein Vater, dessen Körper trotz starkem Schneesturm hart arbeiten muss, um Menschen, die sich an solchen Tagen zu Hause einkuscheln, das Essen zu liefern. Gebratene Nudeln und Frühlingsrollen. Das ist kein vietnamesisches Essen, das es bei uns zu Hause gibt, aber wer weiß das schon. Wenn er dann spät abends nach Hause kommt, schläft meine Mama längst schon. Sein Abendessen liegt für ihn jeden Tag auf dem Küchentisch bereit.</p>
<p>Meine Eltern sind einer von vielen Migrant*innen in Deutschland, die unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen arbeiten müssen. Viele, die in der Pflege unter hoher Arbeitsbelastung arbeiten; diejenigen, die beim Schneesturm nachts den Schnee von den Zuggleisen wegräumen; die, die Amazon-Pakete verpacken und ausliefern.</p>
<p>Für die Mehrheitsgesellschaft ist ihre Arbeit so unsichtbar, weil sie als selbstverständlich genommen wird. Wir sprechen oft von Care-Arbeit in familiären und häuslichen Verhältnissen, von Emanzipation und Feminismus. Jedoch sprechen wir viel zu selten über Körper wie diese, deren Arbeit das Land am Laufen hält. Dennoch werden sie gesellschaftlich nicht wertgeschätzt und behandelt, als wären sie austauschbar. Stattdessen bestimmen rassistische Vorwürfe den Diskurs um Arbeit und Migrationspolitik, wie Faulheit oder sie würden „den Deutschen die Arbeit wegnehmen“.</p>
<p>Ich glaube, dass wir im Kapitalismus verlernen, miteinander zu leben und füreinander zu sorgen. Wenn für einige die Basic Needs als selbstverständlich gelten, während andere hart arbeiten müssen, um diese zu erfüllen, läuft etwas ganz falsch im System. Ich denke, dass wir, wenn wir finanzielle Freiheit haben, den Luxus und die Rahmenbedingungen haben, uns um uns selbst kümmern zu können, uns zu verwirklichen und unsere Liebe einander stets aufmerksam zu zeigen. Nicht in ständiger Existenzangst zu leben, nicht genug Geld auf dem Konto zu haben.</p>
<p>Dies ist deshalb keine Geschichte einer patriarchalischen, rückständigen oder konservativen migrantischen Familie. Sondern die einer, wie unzählige andere, die unter dem Kapitalismus und sozialen Ausschlüssen auf diese Art und Weise überleben muss.</p>
<p>Und weil ich verstehe, dass meine Geschichte kein persönliches, sondern ein systematisches Versagen ist, weiß ich um die Bedeutung von „Hast du schon gegessen?“ und bin stets dankbar, eine Mama zu haben, die für mich bedingungslos kocht.</p>
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		<title>Falsches Spiel &#8211; Probleme mit privater Samenspende</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/03/falsches-spiel-probleme-mit-privater-samenspende/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Mar 2025 07:00:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Samenspende]]></category>
		<category><![CDATA[Väter]]></category>
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					<description><![CDATA[Nev und seine Frau wünschen sich ein Kind und haben sich für eine sogenannte private Samenspende entschieden. Das bringt aber einige Schwierigkeiten mit sich. Von ihren Erfahrungen und ihrem Umgang mit Rückschlägen berichtet euch Nev.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nev und seine Frau wünschen sich ein Kind und haben sich für eine sogenannte private Samenspende entschieden. Das bringt aber einige Schwierigkeiten mit sich. Von ihren Erfahrungen und ihrem Umgang mit Rückschlägen berichtet euch Nev.</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Tabuthema Leihmutterschaft</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/02/tabuthema-leihmutterschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 07:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Aktivistisch ins neue Jahr]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leihmutterschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn man über Selbstbestimmung über den eigenen Körper spricht, denken vermutlich viele von euch an das Thema Schwangerschaftsabbrüche oder an das neue Selbstbestimmungsgesetz, oder? Aber was ist, wenn man einen unerfüllten Kinderwunsch hat, darf man sich dann einen anderen Körper &#8222;leihen&#8220;? Die Deutsche Gesetzgebung sagt dazu &#8222;Nein&#8220; aber das Thema wird viel diskutiert und in]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn man über Selbstbestimmung über den eigenen Körper spricht, denken vermutlich viele von euch an das Thema Schwangerschaftsabbrüche oder an das neue Selbstbestimmungsgesetz, oder? Aber was ist, wenn man einen unerfüllten Kinderwunsch hat, darf man sich dann einen anderen Körper &#8222;leihen&#8220;? Die Deutsche Gesetzgebung sagt dazu &#8222;Nein&#8220; aber das Thema wird viel diskutiert und in anderen Ländern, sehen die Gesetze dazu ganz anders aus. Was denkst du darüber?</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zwischen sommersatt und Sommersehnsucht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/11/zwischen-sommersatt-und-sommersehnsucht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Diana Podoynitsyn]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Nov 2023 13:39:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
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					<description><![CDATA[Diana nimmt uns mit in die kalte Jahreszeit. Zwischen Chai und heißer Schokolade zeichnet sie ein feinfühliges Bild ihrer Familie. Du siehst schön aus, denke ich, würde ich Dir gerne sagen, schaffe ich aber nicht. Ich schaue Dich an, es ist dunkel. Du trägst einen Mantel, es ist Herbst. Ich sehe zum ersten Mal, wie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diana nimmt uns mit in die kalte Jahreszeit. Zwischen Chai und heißer Schokolade zeichnet sie ein feinfühliges Bild ihrer Familie.</strong><span id="more-15786"></span></p>
<p>Du siehst schön aus, denke ich, würde ich Dir gerne sagen, schaffe ich aber nicht. Ich schaue Dich an, es ist dunkel. Du trägst einen Mantel, es ist Herbst. Ich sehe zum ersten Mal, wie schön Du bist.<br />
Wir sitzen im Wohnzimmer. Oma erzählt, dass ihr Bruder heute Geburtstag hat, er ist der Jüngste unter ihnen. Deda sagt, Oma liegt genau in der Mitte. Ja, sagt Oma, Du hast die goldene Mitte bekommen. Sie sagt ocтaлocь, übrig geblieben„ Deda dreht sich weg, Oma lacht. Es klingt irgendwie immer komisch in meinen Ohren, wenn Oma wegen Deda lacht. Später essen wir und trinken Chai. Deda schiebt seinen Teller zur Seite und schmiert sich ein Butterbrot. Zuerst Butter, viel, auf das Brot, wir haben leider nur Toastbrot. Deda kriegt das Toastbrot ohne Körner, das, das bei uns nur Papa isst. Dann nimmt Deda sich mal Käse, mal Wurst. Auf dem Käsefleischteller liegen zwei Arten Wurst, unser Kühlschrank hätte aber noch mehr Sorten im Angebot, nicht nur Wurst, alles Mögliche an Fleisch, Räucherlachs haben wir leider nicht mehr. Wir haben also zwei Arten Wurst auf dem Käsefleischteller: einmal gekocht, Schinken, glaube ich, oder Speck, ich bin nicht sicher. Runde Wurst, verpackt wie ein Kreis, zwei Würste zu einem offenen Kreis geknotet. Einmal geräuchtert, Salami, die Haut zieht Deda ab. Er legt sie auf Omas Teller, die Haut, nicht die Salami. Oma isst Tiefkühlpizzen im Miniaturformat.<br />
Er fragt, ist das dein Freund?, er sagt ja. Er fragt, bist Du schwul? und er sagt ja. Er sagt cool und schweigt, sagt, das finde ich cool. Er fragt, ob sie ein Paar sind, er lacht, sie sagt nein, er sagt, ich bin mit einem Mann verheiratet. Er sagt, verarsch mich nicht.<br />
Es ist dunkel draußen. Ich mache das Licht an, die Balkontür ist offen, das Fliegengitter zu. Ich schiebe die Schranktür hoch, wir haben moderne Schränke, die nach oben aufgehen, himmelwärts statt zur Seite. Ich schaue die Schüsseln an. Wir haben rote Plastikschüsseln, die ich nie benutze und welche aus Porzellan. Gelb, Orange, Blau und Braun. Eine habe ich mal kaputt gemacht, sie ist mir aus der Hand gefallen, als ich vom Wohnzimmer in die Küche lief. Ich erinnere mich nicht mehr an die Farbe. Ich nehme eine Schüssel, Gelb vielleicht oder Blau. Ich hole das Müsli, schütte es rein. Vielleicht ist schon Joghurt in der Schüssel, ich weiß es nicht. Der Heidelbeerjoghurt vielleicht, den ich so mag. Oder Skyr. Himbeeren oder sowas, ich mag Beeren, am liebsten Brombeeren. Wenn nicht, dann hole ich noch Milch. Hafermilch schmeckt aber scheiße, nur mit Kakao gut. Ich sitze also am Tisch; mit einem Löffel und meiner Schüssel. Vielleicht stehe ich auch noch und kippe das Müsli in die Schüssel. Papa kommt. Er scherzt: Dana, isst Du schon wieder? Vielleicht sagt er noch: Tschuldigung, Diana. Ich bin misnamingempfindlich.<br />
Ich sitze auf der Toilette und tippe ein Gebet in mein Handy.<br />
Es wird Zeit. Der erste Schnee des Jahres fällt und ist verrückt. Wenn ich in den Himmel blicke, sieht es aus, als wäre der Himmel ebenso unendlich wie der Vorrat an Schneeflocken, die mein Gesicht zärtlich streichen und auf meiner Zunge zergehen, wie es sonst nur Schokolade tut. Ich fühle mich entwurzelt, dabei fällt jeder Schritt so schwer, weil so viel an meinen Fersen hängt. Es ist ein ganz merkwürdiges Gefühl. Ich habe mal gelesen, man soll alle paar Jahre seinen Gang wechseln. Ein paar Schritte gehen, ganz bewusst, sodass man fühlt, wie man geht. In welchem Tempo, wie viel man mit einem Schritt zurücklegt. Geht man wippend, mit Elan, ohne Hüftschwung, steif. Der Gang macht doch so viel aus, die Haltung. Nehme ich die Arme beim Gehen mit? Oder vielleicht nur den einen? Wenn wir uns Gedanken über die Art machen, wie wir gehen, werden wir uns dann unserer Freiheit bewusst?<br />
Wir sitzen in einer Kneipe in Berlin-Friedrichshain. Ich habe eine heiße Schokolade bestellt. Wenn ihr sowieso trinken wollt, wieso spielen wir dann darum?<br />
Papa macht das Bad. Er hat erst das Kleine gemacht und jetzt macht er das Große. Er schabt und kniet und schneidet und macht laute Geräusche und ganz leise. Ich lese ein Buch, höre, was er sagt: Кaтacтpoфa. Кaтacтpoфa этo, дa. Er schaut Max an, es klingt wie eine Frage. Max liegt zwischen all den Baustellsachen im Flur auf der Seite und atmet tief. Er sieht müde aus, fast schon depressiv. Papa trinkt einen Schluck Bier. Ich verrecke, mein Gott, wie viel arbeitest Du und arbeitest und arbeitest. Er bückt sich und schmiert Spachtelmasse auf den Boden. Jedenfalls in meiner Vorstellung. Wenn ich ihn frage, ob es Spachtelmasse ist, seufzt er. Du mit Deiner Spachtelmasse.<br />
Wir stehen auf dem Friedhof. Du jagst dem kleinen Jungen hinterher, ihr spielt fangen. Er lacht, Du bist außer Atem. Ich will weinen, ihr seid so schön.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>DU BIST SCHÖN SO WIE DU BIST!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/05/du-bist-schoen-so-wie-du-bist/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DigitalAngels]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 May 2023 12:46:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Bodyshaming]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstliebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Zeze von den digital angels erzählt von Bodyshaming in der Familie. Und davon, sich dennoch selbst zu lieben. Bei dem was ich euch erzählen werde, geht es um Bodyshaming. Ich erlebe es seit zehn Jahren, dass die aus meiner Familie sich über meinen Körper beschweren, sie machen sich lustig etc. Ich war nie traurig, ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zeze von den digital angels erzählt von Bodyshaming in der Familie. Und davon, sich dennoch selbst zu lieben.</strong><span id="more-15554"></span></p>
<p>Bei dem was ich euch erzählen werde, geht es um Bodyshaming.</p>
<p>Ich erlebe es seit zehn Jahren, dass die aus meiner Familie sich über meinen Körper beschweren, sie machen sich lustig etc.<br />
Ich war nie traurig, ich hab mir selbst immer Rat gegeben und hab weiter gelächelt.<br />
Meine Brüder und Schwestern haben sich über mein Gewicht lustig gemacht.<br />
Sie haben immer gesagt dass ich wie ein Fass aussehe, ich soll anfangen abzunehmen.<br />
Meine Mutter war immer sauer, als sie mich auslachten und redete mit mir und sagte „es wäre super wenn ich versuche ein bisschen Sport zu machen und abnehme“. Ich sagte „das ist nicht meine Schuld“ – und fing an zu weinen.<br />
Sie wischte meine Tränen ab und hob mein Gesicht nach oben und sagte „weine nicht – wir sagen es, wegen deiner Gesundheit“.<br />
Ja, ich habe Asthma und es wird immer schlimmer und ich muss abnehmen.<br />
Meine Mutter sagte „es wäre gut wenn ich es versuche, weil meine Gesundheit ist wichtig und dabei könnte mein Körper schön und schlank aussehen.<br />
Ich bin jetzt 18 Jahre alt und ich wiege 85 kg. Ich denke es ist okay aber ich habe breite Schultern und ich sehe älter aus als ich bin, weswegen die Menschen, die mich draußen sehen oder mich garnicht kennen behaupten, dass ich zwischen 25 und 30 alt bin.<br />
„Ach egal, lass es. Komm schon ich sehe nicht so alt aus.“ Sage ich mir selber.<br />
Eine Sache noch: ich hasse Hochzeiten! Warum ?<br />
Weil jedes Mal, wenn uns jemand auf Hochzeiten einlädt, dann muss ich neue Kleider kaufen und in Ballkleider-Läden gibt es nur die Größen 34 bis maximal 40. Dann kommen immer hässliche Kleider mit langem Rock, die mir garnicht passen.<br />
Und da meckert meine Mutter – warum ich nicht dünn und schlank bin und vergleicht mich mit anderen Mädchen, die dort auch Kleider anprobieren.</p>
<p>Egal, jetzt alles ist egal: was meine Eltern sagen, was meine Brüder sagen, alles ist egal!</p>
<p>Ich war auch sechs Monate im Gym und ich habe Diät gemacht, in sechs Monaten habe ich fünf Kilo abgenommen. Es ging nicht, es war zu schwer und ich hab es einfach sein lassen.<br />
Ich habe angefangen mich zu lieben und ich poste jetzt auch viele Fotos auf Instagram. Ich schäme mich nicht und ich werde mich nicht mehr schämen.<br />
Ich bin wunderschön, so wie ich bin!</p>
<p>Ja, auf Instagram schreiben mir viele Perverse (ich nenne sie mal so) z.B. „dein Körper ist sehr schön – er ist bestimmt so weich und weiß wie Milch“, „ich stelle mir viel heiße Positionen oder Spiele vor, die ich gern mit deinem Körper oder mit dir machen kann“, „dein Körper ist Vollschlank“. Und so weiter.<br />
Nein, ich ärgere mich nicht und blockiere sie einfach und damit ist es fertig.<br />
Also, was ich euch sagen will, ist: bleibt einfach wie ihr seid und wenn ihr es für euch wollt, dann verändert euren Körper für euch und nicht für diejenigen, die euch garnicht verdienen.</p>
<p>𝒵ℯ𝓏ℯ</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wir hatten Corona</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/04/wir-hatten-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Apr 2022 09:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Mutter]]></category>
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					<description><![CDATA[2020 ging die Corona Pandemie in Deutschland richtig los und es war für uns alle etwas Seltsames, immer Präsentes und vor allem Gefährliches. Marie hat die Pandemie als junge Mutter mit zwei kleinen Kindern durchlebt: alle hat´s erwischt und das hat richtig Angst gemacht. Anfang 2020 ging die Corona-Pandemie los und es war sowas von]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>2020 ging die Corona Pandemie in Deutschland richtig los und es war für uns alle etwas Seltsames, immer Präsentes und vor allem Gefährliches. Marie hat die Pandemie als junge Mutter mit zwei kleinen Kindern durchlebt: alle hat´s erwischt und das hat richtig Angst gemacht.</strong></p>
<p><span id="more-14694"></span></p>
<p>Anfang 2020 ging die Corona-Pandemie los und es war sowas von spannend, wie sich alles entwickelte. Die Menschen sahen so komisch aus, mit dem medizinischen Mund-Nasen-Schutz, als wären sie schwer krank, als wäre etwas ganz Schlimmes in der Welt ausgebrochen, hochansteckend und gefährlich. Und so war es ja irgendwie, aber die erste Zeit lang war es einfach nur seltsam, wie die Welt plötzlich eins wurde. Jeder, einfach jeder wusste, was Covid-19 ist. Jeder musste eine Maske tragen, jeder wusste, was diese Pandemie ist. Ich fand es einfach extrem faszinierend.<br />
Leider wurden mit der Zeit in den Medien ständig von schweren Verläufen und Todesfällen berichtet. Ich habe kaum Meldungen über Genesene bekommen oder dass die meisten Menschen einen milden Verlauf hatten. Diese Pandemie ging ganz schnell Richtung Intensivstation, Atemnot und Tod.<br />
Das hat mir Angst gemacht und meinem Umfeld auch.<br />
Vielleicht haben wir auch übertrieben gehandelt, aber meine Hände sind nach und nach kaputt gegangen, durch das permanente Desinfizieren. Überall hat man seine Hygienetücher und das Desinfektionsgel rausgeholt.<br />
Ein ständiger Kampf gegen die Angst vor Corona-Viren.<br />
Ich wollte auf keinen Fall infiziert werden und meine Kinder sollten es erstrecht nicht.<br />
Kinder starben, Babys starben, die Menschen starben laut den Medien langsam, aber sicher aus. Ich hatte echt Angst um meine Familie.   Das erste Jahr verging, dann verging das zweite Jahr. Ich war so stolz, wie wir das gemeistert hatten, selbst mein Sohn hat sich, nachdem er eingeschult wurde, nicht infiziert. Um uns herum gab es immer mehre Coronafälle.<br />
Was hatten wir für ein Glück, dass es uns nicht getroffen hat!<br />
Meinem Sohn haben die Kuscheleinheiten mit seiner Oma gefehlt, sie war als Risikopatientin sehr vorsichtig.  Meine einjährige Tochter setzt sich zu Hause den medizinischen Mundschutz auf den Kopf, es ist unglaublich, dass selbst dieses kleine Wesen schon weiß, dass das Leben ein Leben mit Mundschutz ist. Sie hat mich das erste Mal mit einer FFP2-Maske im Gesicht gesehen, als sie auf die Welt kam.<br />
Nachdem wir an einem Nachmittag im Januar in Berlin auf dem Spielplatz waren &#8211; natürlich nicht, ohne uns vorher tagelang immer wieder getestet zu haben, das war ja der Alltag &#8211; haben wir spontan meine Familie getroffen und mein Sohn hat einfach mal endlich seine lang ersehnte Kuscheleinheit mit seiner Oma eingefordert.   Am nächsten Tag war er positiv.<br />
Seine Oma ist zum Glück negativ geblieben, aber mein Sohn hat, nach zwei Jahren Pandemie, seinen zweiten Strich auf dem Schnelltest gehabt. Ich war komplett überfordert und hatte Angst. Einfach Angst, ihn zu verlieren. Ich habe mir die schlimmsten Szenarien vorgestellt und war so überfordert &#8211; hatte ja noch meine einjährige Tochter &#8211; dass ich ihm seinen Quarantänebereich in seinem Zimmer eingerichtet habe. Er hat den großen Fernseher reingestellt bekommen und ich habe ständig gelüftet.<br />
Es war ein komisches Gefühl, ich hatte Angst vor seinen Viren, die er durch die Gegend gehustet hat, ich hab ihn irgendwie als „fremdes Wesen“ gesehen, den ich meiden musste.  Dieses Gefühl habe ich ihm natürlich nicht gegeben, aber innerlich hatte ich einen großen Konflikt mit meiner Angst und meiner Sorge.<br />
Meine Tochter durfte sich auf keinen Fall anstecken und meine zweite Impfung war doch schon über ein halbes Jahr her! Meinen Boostertermin hätte ich genau in dieser Woche gehabt, musste ihn aber absagen.   Jedes Mal, wenn mein Sohn ins Bad gegangen ist, bin ich ihm desinfizierend hinterher gerannt. Meine Tochter wollte zu ihm ins Zimmer, aber das habe ich mit seinem Polizei-Absperrband „abgesperrt“. Ich war wirklich überfordert.  Sind wir überhaupt noch sicher vor dem Virus, wenn es schon im Haus ist?  Am Abend habe ich ein Kratzen im unteren Hals bemerkt. Oh nein. Es ging mir auch irgendwie nicht mehr so gut. Aber sowas habe ich öfter, das wird am nächsten Tag weg sein.   Am nächsten Tag war ich positiv. Und meine Tochter auch. Scheiße.<br />
Der Papa der Kinder ist als Einziger negativ geblieben. Seine Booster-Impfung ist nicht lange her, hat er dadurch einen besonders hohen Schutz gehabt? Ich weiß es nicht.  Mein Sohn war wieder fit, ihm ging es so gut, als wäre nie etwas gewesen. Meine Tochter hatte normale, leichte Erkältungsanzeichen und ich lag komplett flach und habe jeden Tag ein neues Symptom dazu bekommen.  Halsschmerzen, Husten, Ohrenschmerzen, unglaubliche Schwäche, dann hat mein linker Arm so wehgetan, dass ich Schmerzmittel nehmen musste. Ich hatte mehrmals Nesselsucht und hatte Probleme beim Atmen.   Jeden Abend bin ich mit der Angst schlafen gegangen, dass es wirklich ernst wird. Zähle ich überhaupt noch als geimpft? Meine Kinder dürfen ihre Mama nicht verlieren!<br />
Ich habe versucht, mich im Internet zu belesen und habe nur Horrorgeschichten gelesen: „Probleme beim Atmen, kurz danach verstorben“, ES HAT MICH WAHNSINNIG GEMACHT! Ich war kurz davor, ein Testament zu schreiben, einfach wegen all der Nachrichten, die ich gelesen habe, im Bezug auf meine immer mehr werdenden Symptome!   Eine Woche später waren wir alle wieder negativ, zwei Symptome sind bei mir noch zwei Wochen lang geblieben und danach hatte ich den nächsten Infekt, mit denselben Symptomen. Nesselsucht bekomme ich bis heute immer wieder und der Schnupfen ist auch noch da.   Ich finde, dass einem viel zu viel Angst gemacht wurde. Das Gleichgewicht in den Nachrichten, zwischen Todesfällen und mildem Verlauf, ist nicht mehr normal.<br />
Das finde ich sehr schade.  Wahrscheinlich wird jeder mindestens einmal infiziert sein, ich denke, da kommen wir nicht drum herum. Wie das alles noch wird mit dieser Pandemie, weiß ich nicht, aber ich hoffe, dass es bald ein Ende hat und der Virus zu einer normalen Krankheit wird, gegen die man geimpft wird und jeder sie gut übersteht.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kreuzweise: Checklist Gesellschaft</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/01/kreuzweise-checklist-gesellschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jan 2022 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Angesichts der vielen Wahlwerbespots und zahlreichen politischen Versprechungen, die den Landtags- und Bundestagswahlen im vergangenen Jahr 2021 vorausgegangen sind, wurde &#8222;Kreuzweise &#8211; der Film-Ideenwettbewerb&#8220; ins Leben gerufen. Denn die Lockrufe der Parteien stimmen nicht immer mit den Interessen junger Menschen überein. Das Motto lautete: &#8222;Macht deutlich, was euch jetzt und für die Zukunft wichtig ist!&#8220;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="brz-fw-xs-im-400 brz-fw-sm-im-400 brz-fw-lg-400 brz-ft-google brz-ff-overpass brz-fs-xs-im-24 brz-fs-sm-im-24 brz-fs-lg-23"><strong><span style="font-size: 1.14285rem;">Angesichts der vielen Wahlwerbespots und zahlreichen politischen Versprechungen, die den Landtags- und Bundestagswahlen im vergangenen Jahr 2021 vorausgegangen sind, wurde &#8222;Kreuzweise &#8211; der Film-Ideenwettbewerb&#8220; ins Leben gerufen. Denn die Lockrufe der Parteien stimmen nicht immer mit den Interessen junger Menschen überein. Das Motto lautete: &#8222;</span><span class="brz-cp-color6">Macht deutlich, was euch jetzt und für die Zukunft wichtig ist!&#8220;</span></strong></p>
<p><strong>Wir dürfen euch heute einen der Gewinner*innen-Filme präsentieren. In &#8222;Checklist Gesellschaft&#8220; macht Robin Csodo aus Halle auf die gespaltene Gesellschaft aufmerksam. Ort und Handlung: die Aufnahmeprüfung an einer Grundschule in Halle, in der die Dinge aus dem Ruder laufen. Viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-14370"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr <a href="https://kreuzweise2021.de/#Home" target="_blank" rel="noopener"><strong>weitere Infos zum Wettbewerb</strong></a> sowie die anderen Gewinner*innen-Filme.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Coming Out – Das bin ich</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/coming-out-das-bin-ich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johanna-Maria]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Nov 2021 07:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute vor genau einem Monat, nämlich am 11.10., war der Internationale Coming Out Day. Passend zu diesem Anlass präsentieren wir euch mit Freude den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Johanna-Maria. Sie hat sich den MDR DOK Film »Coming Out« angesehen, beschreibt im Text ihre Eindrücke aus dem Film und stellt spannende und schockierende Bezüge zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute vor genau einem Monat, nämlich am 11.10., war der Internationale Coming Out Day. Passend zu diesem Anlass präsentieren wir euch mit Freude den ersten Beitrag unserer neuen Autorin Johanna-Maria. Sie hat sich den MDR DOK Film »Coming Out« angesehen, beschreibt im Text ihre Eindrücke aus dem Film und stellt spannende und schockierende Bezüge zu ihrem Alltag her, dem einer jungen Frau der Generation Z.      </strong></p>
<p><strong><span id="more-13593"></span></strong></p>
<p>Für gewöhnlich schaue ich selten Filme. Gerade solche, die Geschlechterklischees vertiefen, keine objektive Berichterstattung vorlegen können, oder schlicht und ergreifend keinen Mehrwert in Form einer ,,Message“ liefern, sind für mich uninteressant. Fast habe ich meinen Glauben in die Filmbranche verloren, da fiel mir der Film &#8222;Coming Out“ auf dem YouTube Kanal MDR DOK in die Hände. Thematisiert werden hier die Outings unterschiedlichster junger Menschen. Während wir einige hautnah und unzensiert bei ihrem Gespräch mit Eltern/Verwandten/Freund*innen verfolgen dürfen, legen andere ihren Weg der Selbstfindung und des ,,Andersseins“ dar. Die Reaktionen der Umstehenden: Teils liebevoll, wissend, akzeptierend bis hin zu erschütternden, menschenverachtenden und hasserfüllten Aussagen.</p>
<p>Der Film hat mich deshalb sehr emotional mitgenommen. Reale und oftmals erdrückende Videosequenzen. Eine klare Empfehlung also, denn einen so ungefilterten Einblick erfährt man selten, dazu später mehr.</p>
<p>Diese Filmentdeckung möchte ich mit Verweis auf den Coming Out Day (11. Oktober) 2021 zelebrieren. Als Erinnerung daran, dass wir nicht allein sind. Mein Appell: Seid stolz auf euch, ihr seid wundervoll! Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen meiner kleinen Stellungnahme.</p>
<p>Vor Kurzem wurde ich in der Schule in ein interessantes Gespräch verwickelt. Es ging um die Beinbehaarung bei Frauen*. Als Mädchen wurde ich hinzugezogen und nach meinen Erfahrungen gefragt. Es stellte sich heraus, dass die Mehrheit der in das Gespräch verwickelten (pubertierenden) Jungen dachte, Frauen* hätten keine Beinhaare und waren über die Widerlegung entsprechend schockiert. Weiter schien kein Verständnis dafür zu bestehen, dass nicht jede Frau* die Pille als Verhütungsmethode verwenden möchte. Die Nebenwirkungen seien verkraftbar und die Verweigerung ihrer Verwendung unverständlich, hieß es. Auf die Spitze wurde das Gespräch dadurch getrieben, dass mir einige Mitschüler*innen erklärten, dass sie nie Sexualkunde in der Schule gehabt hätten und von ihren Eltern nicht aufgeklärt worden wären. Schlussfolgend bleibt diesen Jugendlichen also nur die Aufklärung durch Funk und Fernsehen, worin eine große Gefahr besteht. Anders als im oben erwähnten Video führen erste Nachforschungen zu Geschlechtsidentitäten, Sexualität, Gender und der Selbstfindung aber zumeist zu eintönigen und falschen Quellen, eben dem &#8222;bereits bekannten&#8222;. Allein durch Recherchieren gelangt man durch Werbeanzeigen auf pornographisches Material, fake News, Hass, Pauschalisierungen. Das muss gar nicht offensichtlich geschehen. Oft reicht ein Klick auf die Überschrift ,,Bilder“ oder (Werbe-)Anzeigen, schon sieht man Bilder, die sexistischen Hintergrunds sind und in jungen Jahren negativ prägen; sie schaffen ein Weltbild, das als Norm dargestellt und Minderheiten ausschließen wird. Dass wir uns mit dem übermäßigen Konsum dieser Videos, Bilder und Texte keinen Gefallen tun, ist oft nicht präsent, doch dass Deutschland Weltmeister im &#8222;Porno-Gucken&#8222;** ist, ist nichts, auf das man stolz sein sollte – und birgt eine riesige Gefahr. 11 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Erstkonsument*innen von Pornos** und es wird ein surreales Bild von Liebe und Sex geschaffen – um nur einen Aspekt aufzugreifen. Und wieder einmal stelle ich unter Menschen fest, dass wir häufiger Diskurse führen und vor allem zuhören müssen. Das ausschweifende, aber dennoch erkenntnisreiche Gespräch im Schulgebäude wurde beendet und wir gingen befreit und erkenntnisreich auseinander. Es muss sich noch einiges ändern, insbesondere bei der medialen Darstellung.<br />
Wieso dieser Exkurs?</p>
<p>Für eine ach so aufgeklärte und reife Generation Z ist das ziemlich erschreckend und dennoch Alltag. Nie hatten wir einen dermaßen unbegrenzten Zugriff auf Informationen durch das Internet. Leider bewirkt das nicht, dass wir auch wirklich informierter durchs Leben gehen, sondern online die Aspekte aufgreifen, die uns am besten gefallen und unsere Meinung, auch Algorithmen bedingt, unterstreichen. Es beginnt bei der kaum geförderten Diskussionskultur und wird dadurch fortgeführt, dass wir verlernt haben, andere Meinungen auszuhalten und zu argumentieren. Erst seit dem 01.10.2017 gilt die Ehe für alle und wir haben es trotzdem nicht vollbracht, über Geschlechtervielfalt und Gleichberechtigung zu sprechen, ohne dass eine der Fronten resigniert das Handtuch wirft. Haben noch immer keinen (Sexualkunde)Unterricht, bei dem Heterosexualität nicht die Norm darstellt. Stattdessen wird geschwiegen, ignoriert und gehofft, alles regele sich von allein. Wir definieren uns über Mode, denn bereits jede*r zweite*r Deutsche legt Wert auf Marken.*** Dabei ist Individualität so wundervoll und wichtig. Hierzu möchte ich mich auf das Video ,,Coming Out“ beziehen, denn es spiegelt bei genauerem Hinsehen genau diese Probleme wider. Immer wieder beteuern die Eltern darin, sie hätten gewusst, dass ihr Kind bereits in jungem Alter diese Wahl getroffen hätte. Gesagt haben sie ihren Liebsten davon aber nichts, von ihrer stillen Vermutung über die Sexualität und das Leben ihrer Kinder. Die Kinder/Jugendlichen betonen während ihrer Gespräche immer und immer, dass sie keine Wahl getroffen hätten, dass es falsch sei, das zu behaupten und fragen, wann denn sie [ihre Eltern] entschieden hätten, heterosexuell zu sein. Diese Aussage wird auf der anderen Seite ignoriert. So wird der Diskurs fortgeführt und übrig bleiben Wut, Frust und Verletztheit, weil man trotz eines 30-minütigen Gesprächs aneinander vorbeigeredet hat. Weil man sich jemandem anvertraut hat und statt Akzeptanz Meinungen erfährt. Ein Coming Out sollte nicht bewertet werden. Niemand hat das Recht dazu, jemanden in Bezug auf seine Sexualität und Identifikation abzuwerten und zu kategorisieren. Es ist essenziell, den Unterschied zwischen Meinung und Hass zu kennen. Es ist doch in Ordnung, nicht jede*n zu mögen, aber dann halte lieber Abstand, statt zu hassen und zu hetzen. Nicht alles, was gedacht wird, muss auch ausgesprochen werden, denn wir wissen nicht, wir es auf unser Gegenüber wirken wird.</p>
<p>Wir werden bereits bei unserer Geburt einem Geschlecht und einem Namen zugeordnet, beides wird auf Akten hinterlegt. Wir werden irgendwo reingepresst, dabei hat jede*r andere Wünsche, Normen, Gedanken und Probleme im Leben. Jede*r, der/die sich outet ist normal, ist liebenswert. Denn Homosexualität ist verdammt nochmal keine Krankheit. Wer ,,Schwuchtel“ als Schimpfwort verwendet ist ignorant und versucht auf den Kosten anderer inneren Druck zu kompensieren…</p>
<p>Es liegt nicht an Euch. Das dürft ihr niemals vergessen und deshalb steht zu dem, was ihr seid. Das kann euch keiner nehmen. Ein Outing kann sehr befreiend sein, aber man sollte sich bereit fühlen. Der richtige Moment wird kommen, wenn das erstmal nicht der Fall ist, ist das auch okay! Und wenn es dann doch nicht so läuft wie geplant: Langsam rantasten und sich Menschen suchen, die einem gut tun. Dieser Rückhalt ist unglaublich wichtig. Es sollte möglich sein, so zu leben wie man es möchte, wenn niemandem Schaden zugefügt wird. Und das ist hier absolut nicht der Fall. Befreit euch und lebt 🙂 Und ja, auch ich gehöre dieser Community an und das hier ist mein Outing: Ich bin bisexuell und glücklich damit.<br />
Hab(t) Euch lieb.</p>
<p>*Frau meint hier das biologische Geschlecht<br />
** <a href="https://www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken" target="_blank" rel="noopener">https://www.netzsieger.de/ratgeber/internet-pornografie-statistiken</a><br />
*** <a href="https://de.statista.com/infografik/25869/befragte-die-bei-kleidung-und-schuhen-besonders-aufmarken-achten/" target="_blank" rel="noopener">https://de.statista.com/infografik/25869/befragte-die-bei-kleidung-und-schuhen-besonders-aufmarken-achten/</a></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Du möchtest dich gern mit Erfahrungsberichten zu Coming Outs beschäftigen? Eine kurze Reportage dazu von BR Puls gibt&#8217;s <a href="https://www.youtube.com/watch?v=iUlN9gNKaVQ">hier</a></strong></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Falsch sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/falsch-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 28 Oct 2021 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Dieser Text von unserer Autorin Lina erzählt die Geschichte einer jungen Person aus Mockau, Leipzig. Zuhause wird sie &#8218;Sophie&#8216; genannt, doch sie selbst nennt sich Gerrit. Und Gerrit ist auf der Suche. Nach Freund*innen, nach Zugehörigkeit, nach sich selbst, immer getrieben von der Sehnsucht, endlich keine falsche Rolle mehr spielen zu müssen. Wir wünschen euch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Dieser Text von unserer Autorin Lina erzählt die Geschichte einer jungen Person aus Mockau, Leipzig. Zuhause wird sie &#8218;Sophie&#8216; genannt, doch sie selbst nennt sich Gerrit. Und Gerrit ist auf der Suche. Nach Freund*innen, nach Zugehörigkeit, nach sich selbst, immer getrieben von der Sehnsucht, endlich keine falsche Rolle mehr spielen zu müssen. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</b></p>
<p><span id="more-13622"></span></p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Es fängt bei dem ungeliebten Onkel an, bei welchem du jedes Mal vorgeben musst, alles, was er sagt, lustig zu finden oder zumindest nicht auf seine stichelnden Aussagen auf die Politik bezogen zu reagieren.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Kleine Splitterpersönlichkeiten in unterschiedlichen Freundeskreisen. Tiefes Durchatmen auf der Restauranttoilette, bevor es zurück geht zu der Familienfeier, bei welcher du dich ständig unter dem Tisch kneifst. Wangen die vom falschen Lächeln schmerzen.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Schule als gesellschaftliches Horrorsystem, mit strikten Kategorien im Sportunterricht gefestigt. Die Umkleide davor als Zerreißprobe der Körperscham.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>„Sophie, gibst du deinem Vater bitte die Leberwurst?“<br />
„Sophie, zur Geburtstagsfeier deines Onkels solltest du schon ein Kleid anziehen, das gehört sich einfach so für ein Mädchen.“<br />
„Sophie, warum bringst du denn nie Freunde von dir mit?“</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>„Sophie ist nicht mein Name“, hätte Gerrit gerne gesagt.<br />
„Ich bin kein Mädchen“, hätte Gerrit gerne gesagt.<br />
„Ich habe keine Freunde, die mich so nennen wie ihr mich nennt. Ich habe keine wirklichen Freunde, die nach Mockau kommen würden, hinten in die Siedlung an dem großen Wiesenplatz, vorbei, wo das Stadtteilfest manchmal stattfindet und sich dort an einen Tisch mit euch setzen würden. Ich habe keine Freunde, die mich so kennen wie ihr mich kennt“, hätte Gerrit gerne gesagt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.<br />
Füße wippen unruhig unter dem Esstisch, Nägel sind abgekaut.<br />
Kapuze tief im Gesicht.<br />
Das Zimmer voller Poster.<br />
Eine Schublade unter dem Bett gefüllt mit Zeichnungen, Gedichten und einem Binder.<br />
Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.<br />
Gerrit hatte nicht das Pronomen sie.<br />
Gerrit hatte auch nicht das Pronomen er.<br />
Gerrit war einfach Gerrit.</p>
<p>Wenn du aufwächst dann lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit wusste nicht, wie ihre Eltern reagieren würden.<br />
Kein Junge, kein Mädchen.<br />
Irgendwie dazwischen oder ganz woanders.<br />
Über ‚solche Personen‘ riss Gerrits Vater meistens Witze oder verdrehte nur die Augen.<br />
Niemand verstand es.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit sagte meistens wenig.<br />
Es gibt am Oberschenkel diese Stelle, die etwas weicher ist und sich gut drücken lässt.<br />
Flecken die so weit oben waren, dass diese selbst in der Sportumkleide unsichtbar waren.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Am Esstisch in Mockau wurde ein Filmset aufgebaut.<br />
Gerrit versetzte sich in ihre Lieblingscharaktere und versuchte wie sie zu reagieren, wie sie zu sprechen, wie sie zu fühlen und zu handeln.<br />
Gerrit kannte es eine Rolle zu spielen.<br />
Klamotten, die Gerrit aufgezwungen wurden, waren die Garderobe ihrer Künstlerpersönlichkeit und Gerrit performte einwandfrei.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Das erste Mal, das Gerrit ausgesprochen hatte, dass sie nicht-binär war, war während eines Gewitters.<br />
Trommelnder Regen gegen das Fenster in der Dachschräge und Worte, die sich gegen den Sturm fast unbedeutend anhörten.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>In der Schule war es eine andere Rolle die Gerrit spielte.<br />
Die Rolle eines schüchternen Mädchens, welches lieber für sich blieb.<br />
Gerrit beobachtete, wie andere ihre Rollen besser spielten.<br />
Besonders gut waren die beiden Jungen aus der Parallelklasse, welche sich nicht zu mögen schienen und in Sportwettkämpfen immer wieder aneinandergerieten. Das was diese Jungen hinter der Schule getan hatten, als Gerrit weinend aus einem Unterricht gerannt war, taten nicht unbedingt Personen, die sich nicht mochten.<br />
Doch was wusste Gerrit schon.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Leichtathletik Training – da hätte Gerrit drei Mal in der Woche sein gemusst.<br />
Dort spielte Gerrit keine Rolle denn dort war Gerrit nicht.<br />
Gerrit war bei Freunden aus ihrer Jugendgruppe oder bei der Jugendgruppe selbst.<br />
Gerrits Rolle war bei diesen Freunden Gerrit.<br />
Gerrit hörte zu, wie andere ihrer Freunde ähnliche Probleme hatten. Gerrit hörte zu, wie andere Freunde ausgezogen waren und das Leben lebten, von dem sie immer träumte, wenn sie durch Leipzig mit der 9 in Richtung Thekla oder in der 1 in Richtung Mockau fuhr.</p>
<p>Wenn du aufwächst dann lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Bei Gerrits erstem CSD war sie mit ihren Freunden und musste sich 2 Tränen aus dem Augenwinkel wischen. Gerrit würde dies später nicht zugeben.<br />
Gerrit bekam eine Regenbogenfahne geschenkt, welche mit in die kleine Schublade unter dem Bett wandern würde und war überwältigt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Auf dem Weg nach Mockau nahm Gerrit die Sticker, welche auf Oberteil und Rucksack geklebt wurden, ab.<br />
Die Bemalung im Gesicht hatte Kim mit einem Feuchttuch von Gerrits Wange entfernt noch während sie als Gruppe auf dem Leipziger Marktplatz standen.<br />
Kim war dabei vorsichtig gewesen und hatte Gerrits Gesicht umgriffen.<br />
Gerrit hatte dabei kurz vergessen zu atmen.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit lief durch die Mockauer Siedlung vorbei an der großen Wiese, auf welcher das Stadtteilfest stattfinden würde auf dem Weg zu einem weiteren Mal Esstisch mit den Eltern.<br />
Ein weiteres Mal wippende Beine, abgekaute Nägel und nicken.<br />
Ein weiteres Mal an dem Filmset zu Hause eine Rolle spielen.<br />
Ein weiteres Mal Sophie genannt werden.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p>Gerrit würde sich irgendwann von ihrer Rolle verabschieden.<br />
Gerrit würde irgendwann den Mut aufbringen Kim zu fragen mal was allein zu machen.<br />
Irgendwann war aber nicht jetzt.</p>
<p>Wenn du aufwächst lernst du falsch zu sein.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Lina ist übrigens auch Slam Poetin.<a href="https://www.instagram.com/lina_kloepper/?hl=de" target="_blank" rel="noopener"><strong> Hier geht&#8217;s zu ihrem Insta-Profil</strong></a>!</li>
<li>Und wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mütter, die nicht arbeiten, sind faul</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/muetter-die-nicht-arbeiten-sind-faul/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Apr 2021 11:30:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinderbetreuung, Haushalt, Lohnarbeit: Eltern — und insbesondere Mütter, an denen nach wie vor ein Großteil der Care-Arbeit hängt — haben enorm viele Aufgaben zu bewältigen, um den Laden am Laufen zu halten. Wie kann eine sinnvolle Aufgabenteilung aussehen, wenn man mit der*m Partner*in zusammenlebt? Müssen Mütter lohnarbeiten? Was sollte sich in unserer Gesellschaft ändern, damit sich auch]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kinderbetreuung, Haushalt, Lohnarbeit: Eltern — und insbesondere Mütter, an denen nach wie vor ein Großteil der Care-Arbeit hängt — haben enorm viele Aufgaben zu bewältigen, um den Laden am Laufen zu halten. Wie kann eine sinnvolle Aufgabenteilung aussehen, wenn man mit der*m Partner*in zusammenlebt? <em>Müssen </em>Mütter lohnarbeiten? Was sollte sich in unserer Gesellschaft ändern, damit sich auch Alleinerziehende nicht permanent am Rande der Erschöpfung befinden?</strong><strong> Über all das macht sich unsere Autorin Marie in ihrem neuen Text Gedanken. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12867"></span></p>
<p>Ich bin mir nicht sicher, ob das Mamasein als Vollzeitjob zählt, wenn sie auch noch Vollzeit arbeitet und nebenberuflich den Haushalt am Laufen hält. Dann ist das Mamasein eher ein Nebenjob. Schade.<br />
Die Gesellschaft sieht es als normal an, dass Frauen eine Vielzahl an Jobs gleichzeitig machen:</p>
<p>&#8211; Mutter werden, was überhaupt erstmal eine ganz neue Lebenseinstellung ist<br />
&#8211; Das Kind oder die Kinder großziehen, inkl. eventuelle Elternzeit<br />
&#8211; Arbeiten und Geld zum Leben verdienen<br />
&#8211; Den Haushalt machen, Essen kochen und zu Hause in jeglicher Hinsicht den Laden schmeißen</p>
<p>Also eine Vollzeitaufgabe, die überhaupt keine Freizeit und keinen Freiraum mehr beinhaltet. Ist das richtig so? Muss man das so akzeptieren, wenn man unbedingt Kinder bekommen möchte?<br />
Das ist so viel, dass Zeit für sich selbst überhaupt nicht mehr in den Tag passt. Ein Gefühl des „funktionieren Müssens“, nicht mehr wirklich zu leben.<br />
Und wenn das jeden Tag so läuft, ist es selbsterklärend, dass all das, was sie tut, ein enormes Gesundheitsrisiko ist.<br />
Es gibt Frauen, die können das, die haben solch eine Belastungsgrenze, dass all das kein Problem darstellt. Da habe ich wirklich Respekt vor.<br />
Es gibt so viele Frauen, die keine Kinder bekommen, sondern nur arbeiten und ihren Haushalt machen, damit überfordert sind oder sich gar nicht vorstellen können, nebenbei und nachts noch die Energie für ein Kind oder mehrere Kinder zu haben. Das finde ich nicht verwerflich, sondern verantwortungsvoll sich selbst und seiner Gesundheit gegenüber, denn wenn die Gesundheit nicht läuft, läuft das Leben nicht.<br />
Wenn eine Frau aber gerne Kinder möchte, wird erwartet, dass sie alles andere nebenbei auch noch macht. Ein Zusatz an Arbeit, ein zusätzlicher Job, denn natürlich ist es viel nervliche – und vor allem körperliche Arbeit, Kinder in die Welt zu setzen und großzuziehen.</p>
<p>Früher war es „normal“, dass Frauen zu Hause die Kinder betreuen, den Haushalt machen und der Partner arbeiten geht, damit man sich Wohnung und Lebensmittel, eben alles, was zum Leben dazu gehört, leisten konnte. Die Frau hatte mindestens genau so viel zu tun wie der Mann, wenn nicht oft sogar ein wenig mehr, denn die Nachtschicht war inklusive und Feierabend hat man so gut wie nie. Das Mamasein ist eine Lebensaufgabe.<br />
Mit der Zeit sind mehr Frauen arbeiten gegangen, haben beides bewältigen können, was ich persönlich sehr, sehr stark finde.<br />
Ich denke, es sind insbesondere alleinerziehende Mütter/Väter, die leider keine Wahl haben und bis an ihre Grenzen gehen. Aber natürlich möchten oft auch Mütter, die nicht alleinerziehend sind, arbeiten gehen und unabhängig ihr Geld verdienen, auch das ist vollkommen okay. Beide Fälle sind für die Gesellschaft aber anscheinend ein Muss.<br />
Und das finde ich nicht okay.</p>
<p>Ich finde es nicht verwerflich, wenn das Leben mit Kind und Partner so geregelt ist, dass nur einer von beiden arbeiten geht und der jeweils Andere alle anderen Aufgaben übernimmt. Wir sind nicht ewig jung und haben eventuell auch nicht ewig eine intakte Gesundheit, die zudem nicht gefördert wird, wenn man permanent an seine körperliche- und psychische Belastungsgrenze geht und eben das wird so, so, so oft von der Gesellschaft erwartet.<br />
Selbst wenn die Mutter nur in Elternzeit ist und danach wieder arbeiten gehen möchte, ist die oft erste Frage: „Wann gehst du denn wieder arbeiten?“.</p>
<p>Ich finde das nicht fair und fänd es besser, wenn die Gesellschaft toleranter wäre und nicht erwartet, dass man bis zur Grenze kämpft und dass man nicht verurteilt wird, wenn nur einer von beiden arbeiten geht, denn der Andere arbeitet ja auch. Nur eben nicht für Geld und da liegt meistens der Fokus drauf, es geht immer um das Geld.</p>
<p>Wer kein Geld verdient, ist schwach und wird weniger angesehen.<br />
Wer kein Geld verdient, ist faul.<br />
Wer kein Geld verdient, ist nur wegen dem Geld mit dem Partner zusammen.</p>
<p>Wer kein Geld verdient, ist weniger intelligent.<br />
Wer kein Geld verdient, bekommt Geld vom Staat.</p>
<p>Dabei sind das alles einfach nur gesellschaftliche Vorurteile und Druck.<br />
Es ist es meiner Meinung nach egal, ob man sich das Geldverdienen teilt oder nur einer von beiden dafür arbeiten geht, am Ende ist es gemeinsames Geld in geteilter Arbeit.<br />
Und das wichtigste ist, dass sich die Familie damit wohl fühlt, denn nur darum geht es. Es geht niemanden etwas an, wie man sein Leben führt und dieser Druck sollte weniger werden.</p>
<p>Mein Appell an all die Mamas, die den Laden zu Hause schmeißen und die Kinder betreuen, damit sie nicht mit erst ein paar Monaten in die Kita müssen und so lange wie möglich Zeit zum Entwickeln haben, während der Mann arbeiten geht:<br />
Ihr seid stark, ihr seid selbstlos und ich wünsche euch, dass dieser Druck von außen irgendwann endlich aufhört.<br />
Wenn ihr glücklich seid und es eurer Familie gut geht mit dieser Entscheidung, ist es mehr als richtig. Und nur darauf kommt es an, lasst all das Gelaber von außen einfach an euch vorbeiziehen. Denn DAS ist falsch, nicht euer Leben.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Weitere Beiträge von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findest du hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hanau.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/02/hanau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Memo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Feb 2021 07:00:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12141</guid>

					<description><![CDATA[Heute vor genau einem Jahr ermordete ein Nazi zehn Menschen in Hanau, davon neun aus rassistischen Motiven: Ferhat Ünvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kalojan Welkow, Fatih Saraçoğlu, Said Nessar El Hashemi und Vili Viorel Păun. Das Leid ihrer Familien und Freund*innen ist nach wie vor unvorstellbar groß. Eine lückenlose Aufklärung der Tat hat es noch immer nicht gegeben. Im Verlag stolze augen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute vor genau einem Jahr ermordete ein Nazi zehn Menschen in Hanau, davon neun aus rassistischen Motiven: Ferhat Ünvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kalojan Welkow, Fatih Saraçoğlu, Said Nessar El Hashemi und Vili Viorel Păun. Das Leid ihrer Familien und Freund*innen ist nach wie vor unvorstellbar groß. Eine lückenlose Aufklärung der Tat hat es noch immer nicht gegeben.</strong></p>
<p><strong>Im Verlag <em>stolze augen books</em> erscheint heute das Buch <a href="https://stolzeaugen-books.de/buecher/texte-nach-hanau/" target="_blank" rel="noopener"><em>Texte nach Hanau</em></a> erschienen, das wir euch sehr ans Herz legen. </strong></p>
<p><strong>Auch unser Autor Memo hat zur Verarbeitung dieser furchtbaren Tat ein Gedicht geschrieben:</strong></p>
<p><span id="more-12141"></span></p>
<p>Hanau ist geprägt…<br />
Die Menschen in Hanau sind geprägt…<br />
Die Familien in Hanau sind geprägt…<br />
Etwas grausames ist geschehen und schon wieder versuchen manche, es nicht zu sehen.<br />
Versuchen es zu verleugnen, diese schandhafte Tat,<br />
Tun so als ob es diese Menschen niemals gab!<br />
Wir dürfen dieses Ereignis nicht verstecken!<br />
Wir dürfen uns nicht verstecken!<br />
Ich weiss, es schmerzt darüber zu sprechen,<br />
Aber nur so können wir die Kette der Gewalt durchbrechen…</p>
<p>Der Stille Atem des Todes legte sich an jenem Tag um 10 Menschen,<br />
Dass müssen wir lernen zu verstehen..</p>
<p>Es waren 10 zu viel,<br />
Einer der Ihnen das Leben stiehl,<br />
Rassismus war des Mörders Schatten,<br />
10 Existenzen die keine Chance mehr für ihr eigenes Leben hatten,<br />
Zu Unrecht angeklagt, verurteilt und vollstreckt,<br />
Keiner der die Familien der Opfer, aus diesem Alptraum weckt,<br />
Sind wir wirklich schon so weit?<br />
Der Hass ist wieder zum Morden bereit?<br />
Unschuldige, die um Hilfe schrien,<br />
Gejagt von Ihm,<br />
Einem Mann, der seine Menschlichkeit aufgab,<br />
Als die schwarze Ideologie in ihm austrat,<br />
Überzeugt von seiner weißen Männlichkeit,<br />
demonstriert er in seinem Inneren Auge die geschlechtliche Überlegenheit,<br />
Getrieben von dem Bild einer weißen, reinen Frau und Ihrem selbstverherrlichenden Mann,<br />
ereignete sich die abscheuliche Tat dann,<br />
Falsche Treue in Form eines Briefes, war sein Schild, Verachtung sein Schwert,<br />
Ein Rechter Mann, der sich am Ende hat selbst entfernt,</p>
<p>Es wird nicht mehr so sein, wie es vorher einmal war,<br />
Angst und Schmerz werden unsere ständigen Begleiter,<br />
Als ich diesen Anschlag sah,<br />
Stellte ich mir die Frage: geschieht es jetzt weiter?<br />
Entwickeln wir uns zurück, zu dieser Zeit?<br />
Wer wird der nächste sein?<br />
Ich, du, er oder sie?<br />
Was tun wir jetzt und vor allem wie?</p>
<p>Gesellschaftlicher Zusammenhalt, ja, für den Anfang ist das richtig,<br />
Es betrifft uns aber alle, uns alle, diese Erkenntnis ist wichtig!</p>
<p>Vorurteile und Hass zerfressen unsere Realität,<br />
Wenn wir nicht aufpassen, ist es gerade dass, was zukünftige Generationen prägt,<br />
Die Arbeit beginnt bei jedem eigen,<br />
Unser Bewusstsein muss zur moralischen Gleichheit neigen,<br />
Denn unser gesellschaftliches Leben wird immer von unseren Gedanken und Herzen Speisen,<br />
Es war wirklich schrecklich was passierte und was ich sah,<br />
Für uns und für die Familien ist es wichtig, dass wir nicht vergessen was in Hanau geschah….</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr über Memo erfahren wollt, <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/memo/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>klickt hier</strong></a>!</li>
</ul>
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		<title>M A M A</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/11/m-a-m-a/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Robin Hoff]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Nov 2020 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns riesig, euch heute das neue Musikvideo von Robin Hoff aka Ecxes präsentieren zu können 😍 Wie der Titel schon verrät, setzt er sich darin — selbstverständlich im gewohnten Flow und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen — mit der Beziehung zu seiner Mutter auseinander. Den Song könnt ihr natürlich auch überall streamen.  Mehr dazu: Ihr]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns riesig, euch heute das neue Musikvideo von Robin Hoff aka Ecxes präsentieren zu können </strong>😍 <strong>Wie der Titel schon verrät, setzt er sich darin — selbstverständlich im gewohnten Flow und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen —<span class="Apple-converted-space"> </span>mit der Beziehung zu seiner Mutter auseinander. Den Song könnt ihr natürlich auch überall streamen. </strong></p>
<p><span id="more-12561"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Ihr wollt auf dem Laufenden bleiben? <a href="https://www.instagram.com/robinhoffofficial/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Folgt Robin Hoff auf Instagram</strong></a>!</li>
</ul>
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		<title>Von einer Fehlgeburt zum Mysterium</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/11/von-einer-fehlgeburt-zum-mysterium/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Nov 2020 07:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Schwangerschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Trigger-Warnung: Fehlgeburt. Ein Baby zu verlieren, noch bevor es überhaupt geboren wurde &#8211; was für eine schreckliche Erfahrung. Unsere Autorin Marie musste sie gleich zweimal machen. Dieses Jahr wurde sie dann erneut schwanger &#8211; was für ein Glück! Und mit was für einer Angst verbunden&#8230; und dann passierte etwas wirklich Unglaubliches. Aber lest selbst! Nachdem ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em><b>Trigger-Warnung: Fehlgeburt. </b></em><b>Ein Baby zu verlieren, noch bevor es überhaupt geboren wurde &#8211; was für eine schreckliche Erfahrung. Unsere Autorin Marie musste sie gleich zweimal machen. Dieses Jahr wurde sie dann erneut schwanger &#8211; was für ein Glück! Und mit was für einer Angst verbunden&#8230; und dann passierte etwas wirklich Unglaubliches. Aber lest selbst!</b></p>
<p><span id="more-12555"></span></p>
<p>Nachdem ich im Jahr 2017 meine Fehlgeburten hatte, hatte ich immer mehr Angst, weitere Kinder zu bekommen. Nach einer Fehlgeburt geht man erstmal nicht davon aus, dass es einen nochmal trifft. Wie hoch kann diese Wahrscheinlichkeit bitte sein? Meiner Meinung nach nicht so hoch. Wenn es aber nochmal passiert, hat man oft nur noch Angst vor weiteren Schwangerschaften.<br />
Dieses Gefühl, zu wissen, dass ein Baby im Bauch heranwächst, diese Freude, diese Hoffnung und dann dieser Schlag ins Gesicht, diese Angst, wenn man an einem Tag plötzlich anfängt zu bluten und einfach weiß, dass es vorbei ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Das Baby ist gestorben. Und in meinem Fall nicht nur einmal.</p>
<p>Wir befinden uns im Jahr 2020 und ich hielt meinen positiven Schwangerschaftstest mit so einer Euphorie in den Händen, dass ich nicht anders konnte, als es direkt jedem mitzuteilen. Die Freude war stärker, als die Angst und das ist erstmal nichts Schlechtes.<br />
Es sind 3 Jahre vergangen seit der letzten Fehlgeburt.<br />
Warum hatte ich überhaupt Fehlgeburten?<br />
Lag es an mir? Oder an meinem damaligen Partner?<br />
Ich werde es eventuell wissen, wenn dieses Baby bleibt und mich nicht verlässt. Ein bisschen Angst hatte ich schon. Warum sollte ich diesmal Glück haben?</p>
<p>Ich war mir die letzten Jahre so sicher, dass es an mir lag und bei allem Respekt, aber mein damaliger Partner hat mir dieses Gefühl auch gegeben.</p>
<p>Die Wochen vergingen, die Arzttermine vergingen und es war alles gut. Sogar den Herzschlag hat man gesehen. Ich konnte vom Kinderwunsch-Arzt zu meiner richtigen Gynäkologin wechseln, die die Schwangerschaft betreuen sollte. Schon einen Tag, nachdem ich den Herzschlag sehen durfte, sollte ich zu ihr gehen, da es, nach den vergangenen Fehlgeburten, eine Risikoschwangerschaft ist und mehr betreut werden sollte, gerade am Anfang.<br />
Zwei Tage hintereinander durfte ich nun also mein Baby sehen, dieses Privileg haben nicht viele, das wusste ich zu schätzen.</p>
<p>Am nächsten Tag ging ich voller Vorfreude zu meiner Frauenärztin und war schon auf ihre Reaktion gespannt, denn sie kannte meine Vergangenheit und meinen aktuellen Kinderwunsch. Leider war sie nicht da, aber auch die andere Ärztin im Haus kannte ich schon. Ich erzählte ihr, dass man den Herzschlag schon sah und alles gut entwickelt war, nahm auf dem gynäkologischen Stuhl Platz und schaute gespannt auf den Bildschirm.</p>
<p>Sie schallte und schallte. <i>„Tut mir leid Frau M., ich kann keinen Embryo finden.“</i></p>
<p>So ein Quatsch. Natürlich ist da ein Embryo, ich habe ihn doch vor wenigen Stunden noch mit schlagendem Herzen selbst gesehen. Sie schallt weiter. <i>„Es tut mir wirklich leid, aber da ist nichts mehr. Ich kann erahnen, dass da ein Embryo dicht an der Fruchthülle ist, aber ich finde keinen Herzschlag. Es tut mir leid.“</i></p>
<p>Nein. Das kann einfach nicht sein. Ich schaute selbst, ich suchte und suchte&#8230;ich sah auch etwas, ganz dicht am Rand der Fruchthülle, wieso pocht denn da kein Herz???<br />
Sie schaute mich traurig an und sagte: <i>„Ich werde noch mit dem Doppler raufschauen, ob eine Versorgung da ist, das wäre die letzte Möglichkeit.“<br />
</i>Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, ich war sprachlos.<br />
<i>„Schauen Sie selbst, da ist absolut keine Blut- oder Sauerstoffversorgung erkennbar. Hier müsste man rote Linien und blaue Linien auf dem Bildschirm erkennen, das wäre die Versorgung von Blut und Saugerstoff von Ihnen zum Embryo. Es ist nichts zu sehen. Es tut mir leid&#8230;aber es ist eine Fehlgeburt. Ich würde Sie jetzt gerne aufklären, wie es mit einer eventuellen Ausschabung im Krankenhaus abläuft.“<br />
</i><br />
Ich verstehe das alles nicht, das KANN nicht sein. Vor nicht mal 24 Stunden lag mein Baby friedlich in der Fruchthülle und das Herz schlug einwandfrei! Das Schwangerschaftshormon HCG war einwandfrei, alles war gut! Es KANN nicht sein.<br />
Sprachlos saß ich ihr inzwischen wieder am Tisch gegenüber und wusste einfach nicht, was los ist. Ich fragte sie, wie das sein kann und wo der Embryo war, er kann ja nicht einfach verschwunden sein.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Sie erklärte mir, dass tote Embryos oft mit der Fruchthülle „verschmelzen“.<br />
Diese Situation war wie ein Schlag ins Gesicht, so plötzlich aus dem Nichts heraus.<br />
Mir wurde klar, dass die vergangenen Fehlgeburten an mir lagen. Ich kann einfach keine Kinder mehr kriegen…</p>
<p>Die Ärztin schlug mir vor, am Abend nochmal vorbei zu kommen, weil dann meine reguläre Frauenärztin da sei und dass mir jetzt nochmal Blut abgenommen werden sollte, um das HCG zu checken. Erst im Laborzimmer liefen mir die Tränen herunter, als ich realisiert habe, was passiert ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Weinend fiel ich meinem Freund in die Arme. Unser Sohn war verwirrt. Wir entschieden uns für einen Ausflug in einen großen Playmobil-Laden, um unseren Sohn abzulenken und ihm eine Freude zu machen, er sollte sich alles aussuchen dürfen, was er wollte.<br />
Die ganze Fahrt über weinten wir und ich überlegte, wie das nur passieren konnte.<br />
Ich konnte einfach keine Kinder mehr bekommen, wie sollte ich das akzeptieren?<br />
Ich wollte abends nichts nochmal zur Frauenärztin, ich wollte damit nicht nochmal konfrontiert werden, dieser Schmerz war unbeschreiblich.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Ich habe es einfach nicht verstanden.</p>
<p>Um 17 Uhr fuhr ich los, ohne jegliche Motivation. Der Morgen, an dem ich so viel Freude verspürt hatte, kam mir so unwirklich vor.<br />
<i>„Guten Tag Frau M., ich habe schon gehört, dass kein Embryo und kein Herzschlag mehr zu erkennen ist. Ich schaue mir das im Ultraschall auch nochmal an.“<br />
</i><br />
Wie ferngesteuert setzte ich mich auf den gynäkologischen Stuhl und schaute nicht mal mehr auf den Bildschirm. Ich wollte es nicht sehen. Es tut so weh.</p>
<p><i>„Frau M., also ich sehe hier einen Embryo, ein schlagendes Herz, super entwickelt für die 7. Schwangerschaftswoche. Ihr HCG-Wert ist bei 57.000 und ideal für diese Woche.“</i></p>
<p>Bitte was?</p>
<p><i>„Ich weiß nicht, was Frau J. heute morgen gesehen hat, das ist wirklich ein Mysterium. Es ist alles da und sehr gut entwickelt. Ich stelle Ihnen jetzt Ihren Mutterpass aus.“<br />
</i><br />
Träume ich? Mein Baby ist noch da und es lebt? Ich war genauso sprachlos wie am Vormittag. Ich verstand die Welt nicht mehr. Mein Baby war am Leben, es war alles gut. Und heute bin ich im 6. Monat, mit meinem gesunden „mysteriösen“ Baby im Bauch, das mich Tag und Nacht mit Tritten auf Trab hält. Ich bin so dankbar, aber werde diesen schrecklichen Tag nie verstehen und nie vergessen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Marie schreibt bereits eine Weile für uns über ihren Alltag. <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier findet ihr ihre Texte</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine Kindheit während Corona</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/09/eine-kindheit-waehrend-corona/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Sep 2020 06:39:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Jahr der Pandemie war bislang für uns alle schwierig, kompliziert und überfordernd. Unsere Autorin Marie berichtet in diesem Text aus ihrem Alltag mit ihrem kleinen Sohn, denn Eltern stehen nochmal vor ganz anderen Herausforderungen und Fragen. Sollte mein Kind einen Mund-Nasen-Schutz tragen? Wie gehe ich mit Ängsten um? Wie erkläre ich die Situation altersgemäß?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Das Jahr der Pandemie war bislang für uns alle schwierig, kompliziert und überfordernd. Unsere Autorin Marie berichtet in diesem Text aus ihrem Alltag mit ihrem kleinen Sohn, denn Eltern stehen nochmal vor ganz anderen Herausforderungen und Fragen. Sollte mein Kind einen Mund-Nasen-Schutz tragen? Wie gehe ich mit Ängsten um? Wie erkläre ich die Situation altersgemäß? Wie können die Kinder trotz allem noch, ganz einfach, Kinder sein?</b><br />
<span id="more-12416"></span><br />
Als die Pandemie ungefähr im Januar 2020 zu uns nach Deutschland schwappte, hat glaube ich niemand geahnt, was das bedeuten würde. Für uns Menschen, für unsere Kinder, unsere Eltern, für chronisch Kranke, überhaupt das Berufsleben und für den häuslichen Frieden.<br />
Sicherlich hat man die Situation anfangs erst unterschätzt, dann, als der „Lockdown“ kam, Panik um seine Existenz bekommen und nach dem „Lockdown“ war man genervt, weil es kein Ende zu nehmen schien und da realisierte man langsam, dass die Lage ja doch ernst ist.</p>
<p>Jeder Mensch wurde auf die Probe gestellt, ins kalte Wasser geworfen, musste, von gestern auf heute, mit einer Situation fertig werden und seinen Alltag, wenn nicht sogar sein ganzes Leben, neu planen.</p>
<p>Im Februar 2020 wurden ganz plötzlich die Kitas und viele Arbeitsplätze geschlossen, sodass von einem Tag auf den Anderen Kinder und Eltern zu Hause waren und nicht wussten, wie man den Alltag nun geregelt bekommen sollte.<br />
Mein, zu dem Zeitpunkt vierjähriger Sohn, sollte, ohne dass er darauf vorbereitet werden konnte, für mind. 9 Wochen zu Hause bleiben, ohne seine Freunde zu sehen. Nur noch Alltag mit Mama und Papa. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/planlos-ging-der-plan-los/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Dazu habe ich bereits einen Artikel geschrieben.</strong></a></p>
<p>Nun hat der Kita-Alltag wieder begonnen, wir hatten das Glück, dass die Kita nicht so lange geschlossen hatte, wie andere Kindergärten. Nichtsdestotrotz merken alle Kinder, dass draußen etwas anders ist.<br />
In den Geschäften, egal in welchen, laufen die Menschen mit Mund-Nasen-Schutz herum und gehen sich aus dem Weg.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mein Dilemma war und ist es immernoch, ob mein Kind einen Mund-Nasen-Schutz tragen sollte. Ich als Mutter finde es alles nicht einfach. Natürlich möchte ich meinen Sohn vor Corona schützen und gebe ihm einen Mund-Nasen-Schutz. Wie oft habe ich nun schon den Satz gehört „Ihr Sohn ist doch unter 6, der braucht noch keinen tragen!“, aber nur, weil er unter 6 ist, ist er doch nicht immun gegen Corona?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Er selbst mag den Mund-Nasen-Schutz.<br />
So sehr, dass er von innen immer darauf herumkaut, bis er nass und warm ist. Aber ist das so gut? Birgt das nicht neue Risiken, mit einem warmen, feuchten Stoff vor dem Gesicht herumzulaufen? Wenn ich ihm keinen Mund-Nasen-Schutz geben würde, wäre ich wiederum eine Rabenmutter.</p>
<p>Denn als wäre die Situation nicht genug, gibt es ja auch noch zwei Extremen, die ständig kollidieren:<br />
Die sogenannten „Aluhüte“ und die „Ordnungshüter“.<br />
Die Einen finden es schlimm, wenn man einen Mund-Nasen-Schutz trägt und man wird als schlimme Mutter bezeichnet, wenn man dem armen Kind so etwas gibt, die Anderen finden es schlimm, wenn man keinen trägt und das arme Kind und allen Anderen einer solchen Gefahr aussetzt und beide Seiten gehen oft so weit, dass man regelrecht belästigt oder bedrängt wird.</p>
<p>Ich habe von Kindern gehört, die Angst haben, wenn sie so viele fremde Menschen nur mit Augen, ohne Mund und Nase, sehen. Man darf nicht vergessen, dass Kinder eine ganz andere Sicht auf die Welt haben. Nicht nur, dass sie alles von unten sehen, sondern auch, dass es einfach unheimlich sein kann, wenn sie sehr jung sind oder einfach andere Auffassungen haben, als andere Kinder.<br />
Nicht jeder Mensch ist gleich, jeder hat andere Ängste und Empfindlichkeiten und so ist es auch bei Kindern, egal wie gut die Eltern die Situation erklärt haben, so einfach ist es leider nicht.</p>
<p>Und je kleiner die Kinder sind, desto unheimlicher kann es für sie sein. Natürlich wurden/werden ein Haufen Babys in der Quarantänezeit- und danach geboren, sie wurden/werden alle in die Pandemie hineingeboren. Sie werden von Anfang an, sobald sie Situationen unterscheiden können, wie das eigene zu Hause, das Spazierengehen an der Luft und eben in Geschäfte gehen, ganz viele Menschen ohne Mund und Nase sehen. Vielleicht reden diese Menschen auch mit ihnen und sie sehen aber nur Augen und hören eine Stimme. Keine Mimik, kein Lächeln, kein sich bewegender Mund, als würden nur Mama und Papa einen Mund und eine Nase besitzen, die sie ja zu Hause ohne Mundschutz sehen.<br />
Und plötzlich haben Mama und Papa auch so ein unheimliches Ding im Gesicht, sodass man nur noch die Augen sieht, wenn überhaupt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Denn Säuglinge sehen bis zu einem bestimmten Lebensmonat übrigens nur verschwommen, stellt euch mal vor, wie es ist, verschwommen so viele „vermummte“ Gesichter zu sehen und sich selbst nicht äußern zu können.</p>
<p>Was mir aufgefallen ist, ist, dass die größeren Kinder, ab ca. vier Jahren, momentan alle wie Erwachsene über Corona reden. Sie kennen die Maskenpflicht, sie meckern, wenn sie jemanden sehen, der die Maske falsch trägt und allgemein ist Corona anscheinend ein Teil ihres Lebens geworden, der sie permanent beschäftigt. Sie wissen, worum es geht.<br />
Sie müssen Kind sein, aber gleichzeitig verantwortungsbewusst denken, das erwarten zumindest viele von ihnen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Maske richtig tragen, Kindern auf dem Spielplatz nicht zu nah kommen. Türen, Geländer etc. nicht anfassen und nicht in die Gegend husten oder niesen. Hände nicht ins Gesicht nehmen und brav, wie die Erwachsenen, sich ständig die Hände mit zum Teil aggressivem Desinfektionsmittel einreiben.<br />
Wenn sich Kinder nicht „vorschriftsmäßig“ verhalten, werden die Eltern blöd angeschaut oder sogar angesprochen. Dass sie es den Kindern doch bitte mal besser erklären sollen. Aber wir Eltern sind genauso überfordert. Wir haben dem Kind vielleicht schon 30 Mal gesagt, dass es den Mundschutz bitte NICHT in den Mund nehmen soll. Es ist nicht so, dass wir nicht selbst drum kämpfen, dass das Kind gesund bleibt und in gewisser Weise auch Andere schützt.<br />
Man vergisst oft, dass es KINDER sind. Kinder haben bis zu einem gewissen Alter weder ein Empathievermögen, noch überhaupt den Sinn dafür, was Verantwortung Anderen gegenüber ist.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Und man sollte daran denken, dass für uns als Erwachsene diese Pandemie etwas ganz Neues ist, eine ganz neue, plötzliche Herausforderung und selbst wir oft dran verzweifeln. Wie ist das wohl für Babys und Kinder?</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Unter dem <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/covid19/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hashtag #Covid19</strong></a> findet ihr all unsere Beiträge und Texte zum Thema.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Das eigene Kind als emotionaler Boxsack</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/das-eigene-kind-als-emotionaler-boxsack/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/das-eigene-kind-als-emotionaler-boxsack/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2020 07:00:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Autorin Marie hat selbst einen viereinhalbjährigen Sohn. In diesem Text sinniert sie darüber, wie Kinder uns Erwachsenen die Möglichkeit geben, uns zu verändern oder gar bessere Menschen zu werden &#8211; Menschen, die sich mit sich selbst auseinandersetzen, die alte Wunden aufarbeiten statt sie weiterzugeben, und die Gefühle zulassen und tatsächlich fühlen. Was für ein]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Unsere Autorin Marie hat selbst einen viereinhalbjährigen Sohn. In diesem Text sinniert sie darüber, wie Kinder uns Erwachsenen die Möglichkeit geben, uns zu verändern oder gar bessere Menschen zu werden &#8211; Menschen, die sich mit sich selbst auseinandersetzen, die alte Wunden aufarbeiten statt sie weiterzugeben, und die Gefühle zulassen und tatsächlich fühlen. Was für ein schöner Text! Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.</b></p>
<p><span id="more-12258"></span></p>
<p>In der aktuellen Corona-Krise kommt es vermehrt zu häuslicher Gewalt und die Rate der Kinderpornographie steigt. Das darf nicht so sein, das ist eine Katastrophe.<br />
Auch, wenn ich keine besonders große Reichweite habe, hoffe ich sehr, dass diese Menschen anfangen, ihr Verhalten zu reflektieren, in den Spiegel schauen und überlegen, wieso es jemals dazu gekommen ist.</p>
<p>Es gibt so viele Persönlichkeitsstörungen, psychische Konflikte und emotionale Extreme, die erwachsene Menschen entwickeln können. Es gibt so viele gebrochene Seelen da draußen, die darauf warten, geheilt zu werden, oder sich gerne selbst heilen möchten, aber das Grundproblem gar nicht erkennen.<br />
So gut wie alle sind auf die Kindheit/Jugend zurückzuführen. Ein Bruch im Urvertrauen, zu wenig elterliche Liebe, emotionale Vernachlässigung oder allgemein Vernachlässigung.<br />
Viel zu oft werden Kinder als minderwertige Menschen gesehen, nicht als Vollwertige.<br />
Und gleichzeitig müssen sie mehr leisten und beweisen, als sie vielleicht können. Es sind kleine Kämpfer, die ganz häufig nicht Kind sein dürfen, sondern ein hartes Fell bekommen, um Niederlagen, Verluste von Elternteilen, Strafen und Vernachlässigungen einzustecken.<br />
Und das macht etwas mit ihnen, nach und nach.</p>
<p>Manchmal gibt es Probleme mit dem eigenen Kind, die auf uns selbst zurückzuführen sind. Das Kind badet Dinge aus, die uns gefehlt haben, die wir uns wünschen, ohne zu erkennen, dass uns genau das früher gefehlt hat.<br />
Dem Kind die Schuld geben an Dingen, die man sich aber selbst zu verschulden hat. Von sich auf das Kind projizieren, das Kind als emotionalen Boxsack missbrauchen.</p>
<p>Wir, als Erwachsene, sind in der Lage, zu erkennen, was uns fehlt, wenn wir uns damit befassen.<br />
Und dann können wir etwas ganz Krasses tun: Wir können es aufarbeiten, wir können aktiv dafür sorgen, dass es uns besser geht!<br />
Ist das nicht mega? Wir sind dazu in der Lage!<br />
Wir müssen nicht ewig leiden, wir können etwas tun.<br />
Eine Voraussetzung gibt es aber: Der Wille muss da sein. Wir müssen es wirklich wollen.</p>
<p>Wir können uns eingestehen, dass Eltern nicht perfekt sind.<br />
Auch unsere Eltern sind bestimmt nicht perfekt.<br />
Als Kind hebt man Mama und Papa oft in den Himmel, keiner ist besser als Mama und Papa und sie machen alles richtig. Natürlich ist das so, als Kind hat man auch kaum die Möglichkeit, um Ecken zu denken, abzuwägen, was eventuell nicht gut für uns ist.<br />
Wir glauben Mama und Papa. Alles.</p>
<p>Ich nehme meinen Sohn immer in den Arm, wenn er weint, oder es ihm nicht gut geht.<br />
Aber wenn ich das nicht tun würde, würde er mit 4 ½ Jahren nicht zu mir kommen und sagen: <i>„Mama, wenn ich weine, musst du mich in den Arm nehmen, sonst kann ich eventuell später Folgen davontragen“</i>.<br />
Mein Kind würde sich vielleicht wünschen, dass ich ihn in den Arm nehme, aber mit der Zeit würde er das kompensieren. Und es würde etwas mit ihm machen, dass er nie in den Arm genommen wird. Es würde Folgen haben.<br />
Nichtsdestotrotz bin ich seine Mama und das, was ich mache, wird richtig sein in seinen Kinderaugen.<br />
Dass ihm etwas fehlt, wird, wie gesagt, unbewusst kompensiert.</p>
<p>Es geht hier darum, dass wir unsere Kinder von Geburt an emotional aufladen. Mit Liebe, mit Sicherheit, Vertrauen, Körpernähe und auch Respekt.<br />
Wenn ich keinen Respekt meinem Kind gegenüber hätte, würde ich es wie Müll behandeln. Schubsen, wenn es im Weg steht, beleidigen oder auslachen.</p>
<p>Wir alle waren mal Babys, wir alle standen mal am Anfang unseres Lebens. Jetzt sind wir erwachsen und man respektiert uns (im besten Fall), aber gibt es dafür ein Anfangsalter?<br />
Nein, gibt es nicht.</p>
<p>Respekt als Lebewesen, als Mensch mit Bedürfnissen und Rechten, haben wir, sobald wir anfangen zu leben. Unsere Kinder müssen respektiert werden. Ihre Rechte auf Grenzen, ihre Rechte auf eine eigene Meinung, ihre Rechte auf Freiheit &#8211; solange das Leben nicht gefährdet ist, ihr wisst, was ich meine.<br />
Und das ist extrem wichtig, dass unsere Kinder dieses Gefühl bekommen, ein vollwertiger Mensch zu sein, der ernst genommen wird. Nur weil sie kleiner sind als wir, sind sie nicht minderwertiger. Respekt fängt nicht erst ab einem bestimmten Alter an, so ist es einfach.</p>
<p>Wisst ihr, was unsere Kinder uns geben? Etwas sehr Wertvolles: Sie zeigen uns, dass sie angenommen, geliebt und respektiert werden wollen. Sie geben uns die Möglichkeit, in uns zu gehen und uns mit all diesen Dingen auseinanderzusetzen. Wir merken vielleicht, was uns fehlt, was uns in der Kindheit gefehlt hat, wir setzen uns damit auseinander. Vielleicht heilen wir uns sogar, ändern uns, werden bessere Menschen, können mehr fühlen.<br />
Weil unsere Kinder uns in diese Richtung schubsen, indem sie einfach da sind und uns Gefühle in all ihren Facetten zeigen.<br />
Liebe, Trauer, Wut, Stolz, Freude, Enttäuschung etc.</p>
<p>Wenn wir daran nicht interessiert wären, an etwaigen Änderungen unserer eigenen Konflikte, die vielleicht als Folge aus der Kindheit entstanden sind, ist das echt ein Problem, immerhin geht es darum, dass das Kind mit den Werten und Gefühlen aufwächst, die uns vielleicht fehlen.</p>
<p>Niemand ist perfekt, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, sehe ich eine wundervolle, perfekte Zeit, mit den besten Eltern und der tollsten Schwester, die ich mir hätte wünschen können. Ich denke sehr gerne an meine Kindheit zurück.<br />
Nichtsdestotrotz haben sicherlich Werte gefehlt oder es gab Dinge, die mehr im Vordergrund standen, als andere, dass ich hier und da einige eigene Verhaltensweisen entwickelt habe, die mich blockieren, die mich stören und die dafür sorgen, dass ich mich kontraproduktiv verhalte.<br />
Sei es meine Eigenheit, dass ich mich viel zu sehr um Andere kümmere, als um mich selbst, sehr selbstlos bin &#8211; oder meine Art, dass ich ganz allergisch darauf reagiere, wenn man mich bevormunden möchte oder für mich redet.<br />
All solche Eigenschaften haben sich irgendwann entwickelt und es ist einfach wichtig, dass wir selbst versuchen, zu erkennen, wenn wir Probleme im Alltag bekommen, wenn unsere Lebensqualität darunter leidet, dass wir so sind, wie wir sind.<br />
Es liegt an uns, uns Hilfe zu suchen, darüber zu reden, oder es selbst anzupacken und egal, wie klein und langwierig die Schritte sind, es SIND SCHRITTE.<br />
Wir werden glücklicher, unsere Kinder werden glücklicher, das Leben wird schöner.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Oh Corona!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/oh-corona/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Fee]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jun 2020 07:00:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Ja, inzwischen gibt es fast überall Lockerungen, vieles wirkt beinahe wieder wie zuvor &#8211; aber wir stecken noch immer inmitten einer globalen Pandemie und werden mit den Folgen des Shutdowns auch noch eine Weile zu kämpfen haben. Auch deswegen freuen wir uns sehr über diesen Text von Fee, in dem sie erklärt, weshalb Frauen gerade]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ja, inzwischen gibt es fast überall Lockerungen, vieles wirkt beinahe wieder wie zuvor &#8211; aber wir stecken noch immer inmitten einer globalen Pandemie und werden mit den Folgen des Shutdowns auch noch eine Weile zu kämpfen haben. Auch deswegen freuen wir uns sehr über diesen Text von Fee, in dem sie erklärt, weshalb Frauen gerade die Verliererinnen sind und wie du dir während des Shutdowns die Decke vom Kopf weghalten kannst. Viel Spaß beim Lesen!</strong></p>
<p><span id="more-12237"></span></p>
<p>Die Zeiten sind crazy, aber wem erzähl ich&#8217;s? Ach weißt du was? Ich erzähl es doch. Kurz wenigstens. Und am Ende gibt&#8217;s noch 8 Tipps, wie du dich beschäftigen kannst &#8211; zum Beispiel.<br />
Für uns alle hat sich in den letzten Monaten extrem viel geändert und für viele sieht es derzeit auch ganz ernsthaft düster aus &#8211; weil sie um ihren Lebensunterhalt oder gar ihre Gesundheit bangen müssen, weil sie alleine leben, weil sie sich psychischen Herausforderungen stellen müssen, die durch die Situation besonders getriggert werden, oder auch, weil sie in gewaltvollen Beziehungen oder Familien leben und sowohl Kontrolle als auch Fluchtmöglichkeit wegfallen.</p>
<p>Nicht nur das Zuhause-Bleiben-Müssen und zwischen Homeoffice und Homeschooling zu jonglieren kann hart sein. Übrigens kennen diese Doppelbelastung vor allem Frauen. Noch immer sind es zu 80 Prozent Mütter, die -oft zusätzlich zum Beruf- den Bärenanteil an der Kinderbetreuung übernehmen, und noch immer sind es Frauen, die fast<span class="Apple-converted-space"> </span>doppelt so viel Zeit wie Männer mit Arbeit im Haushalt verbringen.<br />
Aber auch die systemrelevant arbeitende Bevölkerung hatte sicher schon leichtere Zeiten.</p>
<p>Viele Medien haben dabei in den letzten Wochen eines herausgestellt: Am härtesten trifft es auch hier wieder die Frauen. Überdurchschnittlich viele Frauen arbeiten in „systemrelevanten“ Berufen, in der Pflege, an der Kasse oder in der Kinder- und Jugendarbeit. Diese Berufe sind parallel dazu unterdurchschnittlich gut bezahlt. Der notwendige und sinnvolle Shutdown verschärft an allen möglichen Ecken soziale Ungleichheiten. So natürlich auch die immer bestehenden Gender Pay Gap &#8211; und ihre Folgen. In der Kunst spricht man hier von der Gender <i>Show</i> Gap und die beträgt sogar 40 Prozent. Geringes und unsicheres Einkommen, kaum Rücklagen und eine quasi nicht vorhandene Altersvorsorge: All das sind Risiken, auf die man sich einlässt, wenn man sich entscheidet, sein Leben beruflich der Kunst zu widmen. Diese Nachteile treffen aber besonders häufig und oftmals um ein vielfaches heftiger auf weibliche Kunstschaffende zu. Dazu kommt eine deutliche Überrepräsentation des männlichen Geschlechts in so fast allen Künsten: von Werken, die männliche bildende Künstler geschaffen haben, in Kunstgalerien, von erfolgreichen männlichen Autoren auf Literaturlisten, von Kabarettisten oder Poetry Slammern auf Kleinkunstbühnen und und und. In Zeiten, in denen Veranstaltungen abgesagt, Museen geschlossen und Theater in Zwangspause geschickt werden, sind das alles natürlich denkbare schlechte Startvoraussetzungen für eine entspannte Quarantäne, in der man als Kulturschaffende*r möglichst noch produktiv, kreativ und ständig auf der Bildfläche bleiben soll.<br />
Während Menschen in ganz Europa ihr Leben verlieren, uns die Bilder von Moria erreichen und viele unserer Mitmenschen vor die existenziellste Krise ihres Lebens gestellt sind, erscheint es fast dreist, sich Sorgen zu machen über die Miete in drei Monaten oder gar über Langweile zu klagen.</p>
<p>Aber auch psychische Gesundheit ist ein hohes Gut! Privilegiert zu sein, bedeutet nicht, frei von Gefühlen zu sein. Menschen sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Probleme und Bedürfnisse.<br />
Die einen können sich gerade vor Insta-Yogaclasses, Livestreams und Kochtutorials kaum retten und sehnen sich noch mehr nach Ruhe als zuvor, den anderen fällt die Decke auf den Kopf und sie halten es kaum noch zuhause aus.<br />
Wenn du gerade in der Situation bist, unerwartet viel Zeit mit dir alleine zu haben, helfen dir vielleicht die folgenden Tipps. Manche hast du vielleicht so ähnlich schon woanders gelesen, manche dürften etwas ausgefallener sein. So hältst du dir Decke weg vom Kopf!</p>
<p>1. Tu, was gut für dich ist!<br />
Das klingt nicht bahnbrechend neu, ist es auch nicht. Aber vielleicht musst du es hören. Wenn es deine Situation zulässt, hör auf dich und auf das, was du brauchst! Du musst nicht produktiv sein. Du musst nicht kreativ sein. Du musst keine neue Sprache lernen und auch kein Instrument. Du musst nicht jeden Tag zehn Tweets absetzen und auch keinen Livestream veranstalten. Du musst keinen einzigen dieser Tipps beherzigen.<br />
Go for it, wenn es dir gut tut und du Lust und Energie dazu hast! Aber du darfst auch faul sein und mal ausgiebig schlafen. Du darfst den ganzen Tag ohne BH und mit fettigen Haaren im Bett rumlungern. Du darfst Netflix leerbingen und dich ausruhen. Du darfst auch einfach traurig sein und Menschen vermissen. Vielleicht brauchst du die Zeit, dich auf die neue Situation einzustellen, die ja wirklich ganz ganz anders ist als alles zuvor. Das ist okay.</p>
<p>2. Vernetz dich!<br />
Einsamkeit ist nichts Schönes auf Dauer und wenn du merkst, dass du vor lauter social distancing schon ganz weit weg von dir selbst bist, greif um dich und hol dir Menschen in dein Leben! Nicht alle brauchen jeden Tag ein Skype-Date, um glücklich zu sein, aber erinnere dich, dass es fast allen anderen gerade auch so geht wie dir, und wir zum Glück Möglichkeiten haben, uns zu vernetzen. Wenn Telefonieren nicht dein Ding ist (i feel you), gibt es da auch noch Videotelefonie, diverse soziale Spieleapps, Sprachnachrichten, SMS, gemeinsame Spaziergänge (mit Abstand und nur, solange das in deinem Bundesland erlaubt ist, versteht sich), anonyme Chaträume und natürlich den guten alten Brief.<br />
Denk auch an andere! Wenn du in deinem Umfeld Menschen kennst, die alleine leben oder gerade aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Risikogruppe keine Kontakte mehr haben dürfen, schreib ihnen eine kurze Nachricht oder wirklich eine schöne handgeschriebene Postkarte. Verabrede dich zu Online-Dinnerparties oder Zoom-Wohnzimmer-Picknicks, ruf deine Oma mal wieder an und tausch Briefkastenzettelchen mit den Nachbar*innen! Vielleicht kommst du jetzt gerade jemandem besonders nah oder trägst mit einem Anruf zum Gelingen des Tags bei.</p>
<p>3. Lies ein Buch!<br />
Ich bin dankbar für Netflix, Prime und Disney+. Keine Frage. Ich bin dankbar für jeden Gamestore und mein Smartphone. Aber weißt du, was fast noch schöner ist und was du -jede Wette &#8211; zu selten machst? Lesen! Analog! Ein echtes Buch! Vielleicht hast du noch eins im Schrank, für das nie so richtig Zeit war? Vielleicht ist es aber auch mal wieder Zeit für dein liebstes Jugendbuch. Du wirst erstaunt und begeistert sein, wie viel Film in deinem Kopf steckt und was Wörter so alles können. Und wie Bücher erst riechen… ich könnte ins Schwärmen geraten.<br />
Wenn du schon eine Weile aus dem Game raus bist oder noch nie so richtig reinsteppen konntest, gibt es zahlreiche Bookblogs oder Bookfluencer*innen, die dich mit Empfehlungen überschütten werden. Eine Auswahl an geschlechtskritischen oder -neutralen Jugendbüchern findest du zum Beispiel <a href="https://pinkstinks.de/genre/geschlechtskritische-und-geschlechtsneutrale-geschichten/">hier</a>. Und erwähnte ich, dass ich auch so ein Ding geschrieben hab? Falls es dich interessiert, schau es dir gern <a href="https://www.lektora.de/buecher/feeminismus/">hier</a> an.</p>
<p>4. Beweg dich draußen und tanz dich frei!<br />
Falls du noch raus darfst für Sport und Spaziergänge, nutz die Sonne. Auch frische Luft und Bewegung hält gesund und hilft uns dabei, nicht in den eigenen vier Wänden durchzudrehen. Es gibt auch hier so viele Möglichkeiten! Fang an zu joggen, schnapp dir deine*n Mitbewohner*in und einen Ball oder aber mach mit bei einem Trend, den ich jetzt schon mit ganzer Seele liebe: social dis-dancing! Unter Hashtags wie #socialdistancedance oder #socialdistancingdancing zeigen Leute auf der ganzen Welt, wie sie frei und ausgelassen in ihren Wohnungen oder draußen allein beim Spazierengehen zu Gute-Laune-Musik abtanzen. Ich hab es ausprobiert, mittlerweile auch schon vor unfreiwilligen Zeug*innen und ich kann versprechen: du wirst dich danach besser fühlen. Endlich mal wieder jedes Körperteil benutzen, alle Sorgen wortwörtlich abschütteln und dabei Glückshormone produzieren. Große Empfehlung!</p>
<p>5. Bretzel dich auf! Mach´s dir bunt!<br />
Ja, die Jogginghose ist die beste Freundin des Menschen und wer im Homeoffice Krawatte trägt, hat für mich zumindest die Kontrolle über sein Leben verloren. Vielleicht vermisst du es trotzdem, einen Anlass zu haben, um dich chic zu machen. Meine Erkenntnis aus der Quarantäne ist: „Der Anlass warst immer schon du selbst, honey!“ Wenn du gerne mal wieder das Abendkleid auspacken möchtest, dann bekommen die Leute beim Einkaufen heute eben mal eine Prinzessin zu Gesicht. Ganz ehrlich, wenn es dir später peinlich ist, kannst du es auf die Nebenwirkungen schieben, weil du zu lange alleine warst. Wenn du immer schon mal blauen Lippenstift tragen wolltest, dann ist dieser Videocall mit deiner Chefin genau der Anlass dafür, und wenn du noch eine Schere und vielleicht sogar Farbe im Regal hast, dann ran an die Haarpracht, so schnell sieht dich eh niemand mehr. Im besten Fall entdeckst du dein Talent als Style-artist.</p>
<p>6. Gib anderen was zu tun!<br />
Nach Vorbild meiner Slamkollegin <a href="https://www.teresareichl.com/ich">Teresa Reichl</a> habe ich begonnen, Freundinnen* Tagesaufgaben zu stellen. Und du solltest das auch tun! Es ist ein großer Spaß und wenn ich diese seltsame und besorgniserregende Zeit später auch ein bisschen als die Zeit in Erinnerung behalten kann, in der ich es mit Lipsyncbattles auf ein semiprofessionelles Niveau gebracht habe und ein Werbevideo über Chipstüten gedreht habe, ist viel gewonnen. Ob du dir Kunstwerke aus hochwertigen Materialien wie Pasta und Klopapier zuschicken lässt oder einen Vierzeiler über deinen Lieblingsfilm schreiben musst &#8211; mit Tagesaufgaben wird dir garantiert nicht mehr langweilig.</p>
<p>7. Schau eine Oper an!<br />
Auch für diesen Tipp gab es schon günstigere Zeiten. Ich liebe Opern und ich bin ganz überhaupt der <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/divas-6-gruende-warum-feministinnen-in-die-oper-gehen-sollten/">Meinung</a>, alle Menschen sollten das tun. Gerade momentan aber ist es möglicherweise die willkommene Ablenkung, die du brauchst &#8211; und ermöglicht nebenbei so einigen Kulturschaffenden das Überleben. Viele Häuser bieten Aufzeichnungen von vergangenen Vorstellungen oder Streams von besonderen, extra konzipierten Konzerten an. Auch viele Autor*innen und Singer Song Writer lesen und spielen momentan im Live-Stream. Du wolltest immer schon mal in die Oper oder ins Theater? Bitte bitte tu das, sobald es wieder geht, aber auch jetzt schon ist die Gelegenheit da. Informier dich und gönn dir einen Stream! Wenn der Zugang dazu ein paar Euro kostet und du es dir leisten kannst, tust du damit auch nichts Verkehrtes, sondern sicherst unter Umständen das Fortbestehen der Kunst.</p>
<p>8. Educate yourself! Become a feminist!<br />
Der letzte Tipp ist vermutlich der zeitaufwändigste, aber vielleicht auch der sinnvollste. Wenn du deine Zeit wirklich produktiv nutzen möchtest, dann ist JETZT deine Chance gekommen, Feminist*in zu werden. Topinformiert, kritisch und intersektional.<br />
Das Internet ist dein Freund, es bietet abermillionen Informationen. TEDtalks, Blogs (kennst du zum Beispiel <a href="https://editionf.com/">Edition F</a>?), Youtubevideos und Artikel &#8211; lies dich ein, hör denen zu, die mit Überzeugung und aus Erfahrung sprechen und bild dir deine eigene Meinung! Nie war es so leicht, auf den neusten Stand zu kommen. Du glaubst nicht, was ich oben zur Gender Pay Gap geschrieben hab? Jetzt kannst du es recherchieren, ich hab das auch getan &#8211; und leider stimmt es. Du hast noch nie die Perspektive einer Person of Color gehört? Dann geh jetzt auf Youtube und spitz die Ohren! Du weißt nicht so genau, was es mit Privilegien, Mansplaining, Carearbeit und gendergerechter Sprache auf sich hat? Endlich hast du die Möglichkeitt, das in aller Ruhe und mit nahezu unendlichen Quellen herauszufinden. Oder du bist schon feministisch und es gab diese eine Sache, von der du nicht recht weißt, ob du dich wirklich traust? Vielen von uns ermöglicht die Zwangspause auch eine Miniunterbrechung vom patriarchalen öffentlichen Leben. Im besten Fall sind wir gerade die meiste Zeit befreit vom aktiv ausgeübten Male Gaze und können beobachten, wie unser eigener Blick eigentlich aussieht. Halt die Augen offen und schau, was das mit deinem Feminismus macht!</p>
<p>Diese Krise bedeutet für ganz viele Menschen eine wirkliche Katastrophe. Wenn es dir möglich ist, dein persönliches Erlebnis und hoffentlich sogar das deiner nächsten Mitmenschen nicht zur Katastrophe werden zu lassen, ist das was Gutes.<br />
Also tanz, lies, färb dir die Haare, stream, chill und chatte &#8211; aber bleib bitte gesund!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Noch ein toller Zeitvertreib: Schau dir doch mal <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/fee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>die anderen Beiträge und Slamtexte von Fee an</strong></a> 🙂</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Liebe, Sex, Familie – über was unsere Jugend zu wenig Bescheid weiß </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jun 2020 07:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie steht es eigentlich um die sexuelle Aufklärung von Jugendlichen? Im Jahr 2020 könnte man doch meinen, dass es da einigermaßen fortschrittlich vonstatten geht, oder nicht? Unsere Autorin Lilith hat sich mit einigen Studien aus den vergangenen Jahren auseinandergesetzt und sich so ihre Gedanken dazu gemacht. Hier lest ihr ihren Text: Ein Mann liegt auf]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie steht es eigentlich um die sexuelle Aufklärung von Jugendlichen? Im Jahr 2020 könnte man doch meinen, dass es da einigermaßen fortschrittlich vonstatten geht, oder nicht? Unsere Autorin Lilith hat sich mit einigen Studien aus den vergangenen Jahren auseinandergesetzt und sich so ihre Gedanken dazu gemacht. Hier lest ihr ihren Text:</strong></p>
<p><span id="more-12226"></span></p>
<p>Ein Mann liegt auf dem Rücken auf einem Steinboden. Den linken Ellenbogen hat er aufgestützt. Sein Kopf kann der Betrachter im Profil erkennen. Sein rechter Arm ist nach vorne gestreckt. Er greift damit die Schultern einer Frau, die über ihm liegt und ihm zulächelt. Beide sind nackt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Diese Darstellung auf einer Vase aus dem frühen Griechenland ist keine Seltenheit. Sexualität unzensiert dargestellt auf Gefäßen, Tellern und in Form von Statuen. Ob gleichgeschlechtlich oder mit Tieren – alles schien gemalt werden zu dürfen. Heute traut man sich kaum noch solche Szenarien in Biologiebüchern abzudrucken – und im Internet erhält man bei der Bildersuche mit dem Stichwort Sex ein Raster aus 95% „Nicht-Jugendfrei“ Angaben. Doch – wenn all das nicht für die Jugend geeignet ist – wie soll man nach dem Jugendalter auf einmal wissen, wie mit der Fülle an sexuellen Darstellungen umzugehen ist? Denn nur weil man darüber schweigt, bedeutet es nicht, dass Sexualität in der heutigen Gesellschaft keine Rolle mehr spielt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Ein Drittel verhütet nicht regelmäßig</b></p>
<p>Eine Studie, die gemeinsam von Jugend gegen AIDS e.V. und LOVOO 2016 durchgeführt wurde, zeigt Missstände in der sexuellen Aufklärung Jugendlicher auf. Ein Drittel der 2500 Teilnehmenden mache sich vor und bei dem Geschlechtsverkehr keine Gedanken über sexuell übertragbare Krankheiten und 20% der Männer nahmen eine potentielle Vaterschaft wissentlich in Kauf. Ein Bewusstsein für Risiken fehle in vielen Fällen. Jeder vierte Befragte gab an, keinen Ansprechpartner zu haben, um über Themen, die Sexualität betreffen, sprechen zu können. Darunter leidet nicht nur die Sicherheit bei sexuellen Kontakten sondern auch das Selbstbewusstsein der Individuen.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Auch die US-Amerikanische Journalistin Peggy Orenstein befasst sich mit diesem Thema. In ihrem Buch „Girls &amp; Sex. Was es bedeutet, in der Gesellschaft von heute erwachsen zu werden“ verarbeitet sie die Antworten von 70 Mädchen und Frauen im Alter von 15-20 Jahren.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Mädchen – das besonders betroffene Geschlecht?</b></p>
<p>Immer noch gelten Mädchen mit mehreren Sexualpartnern als Schlampen, während das andere Geschlecht mit der Quantität an Kontakten angibt. Auch sexuelle Belästigung, selbst in der Schule, sei für Mädchen wohl deutlich häufiger als für ihre Mitschüler. Eine mangelnde Thematisierung von Sexualität und dem Umgang mit dem eigenen Körper führe auch zu einer hohen Anzahl an versandten Nacktfotos und dem Konsum von Pornographie. 40% der Jugendlichen im Alter von 10-17 kämen mit diesen Elementen in Kontakt. Gefährlich sei, dass das Gesehene zunehmend als normal eingestuft würde – schließlich fehle die realistische Referenz.</p>
<p>Erschreckend nimmt die Autorin auch wahr, dass die Hälfte der Befragten bereits Erfahrung mit Nötigung bis hin zu Vergewaltigung machen musste. Auch, dass von 70 Umfrageteilnehmerinnen nicht mehr als zwei mit ihren Eltern über das Thema gesprochen haben, ist beunruhigend. Die Bildung kommt heutzutage also weder aus der Schule noch von zu Hause.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Mitarbeiter des Fachverbands für Familienplanung, Sexualität und Sexualpädagogik in Deutschland bestätigen, dass diese Situation kein rein US-amerikanisches Phänomen darstellt. In Anbetracht ihrer Erfahrungen aus den Beratungen, seien die Ergebnisse der Untersuchung gut auf die Bundesrepublik übertragbar.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b>Es fehlt an allen Ecken und Enden an Ansprechpartnern</b></p>
<p>Selbst bei den Fachexperten wird selten Rat gesucht. Dies erkannte auch das Universitätsklinikum Bonn, das bereits 2005 im Kongress „Sexualität und Identität“ Ärzte und Psychologen an einen Tisch holte. &#8222;Das Thema Sexualität sollte in der Arzt-Patienten-Beziehung endlich aus der Tabuzone heraus. Denn um dem Betroffenen helfen zu können, müssen Ärzte das meist vielschichtige Problem aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten&#8220;, äußert sich Professorin Dr. Anke Rohde, Leiterin der Gynäkologischen Psychosomatik an der Universitäts-Frauenklinik.</p>
<p>Eine 2010 erschienene Studie des Instituts für Demoskopie zur „Gesprächskultur Deutschlands“ zeigt sogar auf, dass das Thema Sex immer mehr tabuisiert wird – ohne Anzeichen auf eine Entspannung. Selbst Filme wie „Fifty Shades of Grey“ führen nicht zu einer Öffnung der Gesellschaft, sondern eher zu noch mehr Schweigen im persönlichen Gespräch.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Internetseiten wie meinTestgelände sind die Ausnahme, die die Regel bestätigen. Wir brauchen mehr von derartigen Initiativen<span class="Apple-converted-space"> – </span>und mehr mutige Individuen, die das Thema immer wieder ins Gespräch bringen – ohne Scham und Pein. Nur so können wir einen offenen und sicheren Umgang mit Sexualität fördern.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Lilith findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lilith/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Mentale Gesundheit in Zeiten der Pandemie</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/05/12193/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 May 2020 07:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie lässt sich der Kontakt zu Freund*innen und Familie halten? Wie oft sollte ich Nachrichten lesen? Wie komme ich ins Arbeits-Mindset, wenn ich den ganzen Tag zuhause bin? Und überhaupt, wie lassen sich die ganzen Corona-Maßnahmen vielleicht ein kleines bisschen besser aushalten? Sophia hat ein Video für uns gedreht und widmet sich darin diesen und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie lässt sich der Kontakt zu Freund*innen und Familie halten? Wie oft sollte ich Nachrichten lesen? Wie komme ich ins Arbeits-Mindset, wenn ich den ganzen Tag zuhause bin? Und überhaupt, wie lassen sich die ganzen Corona-Maßnahmen vielleicht ein kleines bisschen besser aushalten? Sophia hat ein Video für uns gedreht und widmet sich darin diesen und noch vielen weiteren Fragen. Viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-12193"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Quarantäne-Tipps gefragt? Hier empfehlen wir euch <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/buchempfehlungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Bücher</strong></a>, <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/film-serientipps/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Filme</a></strong> und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/04/podcast-empfehlungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Podcasts</strong></a>.</li>
<li>Mehr von <a href="https://www.meintestgelaende.de/?s=sophia" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Sophia findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Glück in Zeiten von Corona</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Mare]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 May 2020 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
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		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Glück und Unglück liegen bekanntlich nah beieinander. In Zeiten von Corona, Lockdown und Kontaktsperre aber womöglich noch ein bisschen näher als sowieso schon, oder? Unsere Autorin Mare schreibt über ihre Gefühle, Ängste und Sorgen &#8211; um sich selbst, um ihre Familie und ihre Mitmenschen. Und sie schreibt auch darüber, wie wichtig es besonders in Krisenzeiten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Glück und Unglück liegen bekanntlich nah beieinander. In Zeiten von Corona, Lockdown und Kontaktsperre aber womöglich noch ein bisschen näher als sowieso schon, oder? Unsere Autorin Mare schreibt über ihre Gefühle, Ängste und Sorgen &#8211; um sich selbst, um ihre Familie und ihre Mitmenschen. Und sie schreibt auch darüber, wie wichtig es besonders in Krisenzeiten ist, das kleine Glück zwischendurch zu erkennen und in vollen Zügen zu genießen.</strong></p>
<p><span id="more-12170"></span></p>
<p>Früher als kleines Kind hatte ich manchmal Alpträume, in denen meine Eltern oder Großeltern starben. Es passierte nicht regelmäßig und auch nicht wegen irgendeines schlimmen Ereignisses in meiner Vergangenheit, immerhin verlief meine Kindheit relativ friedlich und die erste Beerdigung eines Verwandten besuchte ich erst mit 15. Und trotzdem. Manchmal wachte ich weinend auf, überwältigt von dem Gefühl zurückgelassen worden zu sein von Menschen, die ich liebte.</p>
<p>Manchmal wachte meine Mutter von meinem Schluchzen auf, manchmal tapste ich zu meinen Eltern ins Bett. Aber immer wusste meine Mutter, was ich hören wollte. „Wir sind doch noch hier“, sagte sie und nahm mich in den Arm, „und du weißt doch, was meine Mutter immer gesagt hat: Wenn jemand im Traum stirbt, heißt das, dass dieser Mensch ein langes, glückliches Leben führen wird.“ Schon als kleines Kind glaubte ich nicht wirklich daran, dass Träume etwas bedeuten. Und trotzdem tat es jedes einzelne Mal gut, die Worte zu hören. Sie beruhigten mich. Sie gaben mir Sicherheit. Genauso wie die Umarmung meiner Mutter.</p>
<p>Gestern Nacht träumte ich, dass meine beiden Eltern starben. <em>Waise</em>. Dachte ich im Traum. <em>24 und Waise.</em> Ich wachte weinend auf. Alleine. Mein Verlobter war schon im Frühdienst. Er hatte sonst nie Frühdienst, aber jetzt ist er <em>systemrelevant</em>. Auch ein merkwürdiges Wort. Wie <em>Waise</em>. Es gehört nicht in meine alltäglichen Gedanken, soll dort nichts zu suchen und doch ist es jetzt ständig da. Genauso wie Zuhause-Instagramsticker, rissige Handinnenflächen und das unsichtbare Schwert, das über zu vielen von uns hängt: <em>Risikogruppe</em>.</p>
<p>Am nächsten Morgen schrieb ich meiner Mutter. „Ich habe heute Nacht geträumt, dass ihr beiden gestorben seid ☹“. Ich erwartete keine Umarmung. Nur schwarze Worte auf weißem Bildschirm. Aber dieselben Worte von eh und je. Irgendwas musste mich beruhigen, mir in diesen merkwürdigen Zeiten Sicherheit geben. „Wir tun alles was wir können“, antwortete  sie mir, „aber wenn es doch irgendwann mal soweit ist, möchten wir, dass du weißt, dass wir uns wünschen, dass du ein langes, glückliches Leben führst.“ Ich hatte keine Umarmung erwartet. Nur schwarze Worte auf weißem Bildschirm. Aber ich wollte lieber meine Eltern umarmen. Und durfte es trotzdem nicht.</p>
<p>Heute Morgen bin ich aufgewacht. Nicht weinend aus einem Albtraum, sondern sanft aus einem erholsamen Schlaf. <em>Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich der Mensch umgewöhnen kann</em>, dachte ich, als ich mich freute, Klopapier kaufen zu können. Heute war ein guter Tag, ein erholsamer Tag. Voller Whatsapp-Sprachnachrichten, Verlinkungen zu dummen Instagram-Challenges und sogar einer Party-Einladung. „Heute, 20 Uhr, soll ich dich zu unserem Discord-Server hinzufügen?“</p>
<p>Heute war ein guter Tag, ein erholsamer Tag. <em>Die Welt hat schon immer geendet</em>, las ich erst vor Kurzem in einem Gedicht und irgendwie gab es mir Kraft. Die Situation fühlt sich zwar katastrophal an, aber die Menschheit hat es schon durch viele Katastrophen geschafft. Zeitgleich fühle ich mich schuldig. Manchmal ist mir sowas schon früher passiert, aber in letzter Zeit immer häufiger. In den kleinen und großen Momenten, in denen ich Glück finde, oder auch nur Ablenkung, spricht die Stimme in meinem Kopf. <em>Du bist nur gerade hier, weil andere Menschen leiden oder sogar sterben müssen</em>. <em>Denk an die ganzen Menschen, die jetzt ihren Job verlieren, oder die ganzen Menschen, die sich noch infizieren werden. Was ist mit Menschen, die schon vorher nichts hatten? Und was ist mit deinen Eltern? Eine Sekunde mal nicht besorgt sein, wenn deine Eltern gefährdet sind! Was bist du denn für eine Tochter?</em></p>
<p>Ein langes, glückliches Leben führen. Das wollen wir eigentlich alle. Für uns, und für die Menschen, die wir lieben, und eigentlich auch für all unsere Mitmenschen. Und dafür müssen wir jetzt kämpfen. Indem wir Künstler*innen und Kulturschaffende aus unserer Gegend unterstützen oder an Gabenzäune für Obdachlose in unserer Umgebung spenden. Indem wir online gegen die Zustände an unseren Außengrenzen protestieren oder Petitionen zu unseren Herzensthemen unterschreiben. Aber nicht jede*r ist dazu in der Lage. Weil Geld oder Zeit fehlt, oder schlicht und ergreifend die Nerven. Aber das ist egal. Denn wir alle helfen trotzdem. Indem wir die Regeln einhalten, die wir alle schon oft genug gehört haben. Und indem wir nicht die Menschen umarmen, um die wir uns am meisten sorgen, selbst wenn wir uns nichts sehnlicher wünschen.</p>
<p>Aber auch, indem wir das kleine Glück, das wir manchmal finden, nicht wegwerfen. Denn auch um uns selber müssen wir uns kümmern. Das schulden wir auch den Menschen, die sich um uns sorgen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte und Beiträge von Mare <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/mare/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Ehre in Zeiten von Corona</title>
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		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2020 07:00:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Covid19]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Uff, es sind wirklich ganz schön toughe Zeiten, die wir hier momentan alle erleben. Umso wichtiger, aufeinander zu achten! Wie lässt sich das gerade umsetzen? Was ist ehrenvolles Verhalten während der Corona-Krise? Die HeRoes Duisburg haben einige Statements dazu gesammelt &#8211; lasst euch von ihnen inspirieren! Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen. Mehr dazu: Sämtliche]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Uff, es sind wirklich ganz schön toughe Zeiten, die wir hier momentan alle erleben. Umso wichtiger, aufeinander zu achten! Wie lässt sich das gerade umsetzen? Was ist ehrenvolles Verhalten während der Corona-Krise? Die HeRoes Duisburg haben einige Statements dazu gesammelt &#8211; lasst euch von ihnen inspirieren! Wir wünschen viel Spaß beim Anschauen.</strong></p>
<p><span id="more-12160"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Sämtliche Beiträge zum Thema sammeln wir unter dem Hashtag <a href="https://www.meintestgelaende.de/?s=Covid19" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>#Covid19</strong></a>.</li>
<li>Mehr von den HeRoes Duisburg gibt es <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Planlos ging der Plan los</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2020 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
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		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch unsere Autorin Marie bleibt aufgrund des Lockdowns zuhause. Klingt erstmal gemütlich? Nun: In ihrer Wohnung leben allerdings auch noch ihr vierjähriger Sohn und ihr Partner, dessen Arbeit ins Homeoffice verlegt wurde&#8230; Ersatz-Kita, Aufenthaltsort UND Büro, das ist ganz schön viel für eine Zwei-Zimmer-Wohnung! Hier berichtet Marie von den ersten Tagen nach der plötzlichen Umstellung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch unsere Autorin Marie bleibt aufgrund des Lockdowns zuhause. Klingt erstmal gemütlich? Nun: In ihrer Wohnung leben allerdings auch noch ihr vierjähriger Sohn und ihr Partner, dessen Arbeit ins Homeoffice verlegt wurde&#8230; Ersatz-Kita, Aufenthaltsort UND Büro, das ist ganz schön viel für eine Zwei-Zimmer-Wohnung! Hier berichtet Marie von den ersten Tagen nach der plötzlichen Umstellung.</strong></p>
<p><span id="more-12137"></span><br />
Zwei Erwachsene und ein vierjähriges Kind in einer kleinen Wohnung in Berlin. Jeder Tag fühlt sich wie Sonntag an. Vor einer Woche hat die allgemeine Homeoffice-Situation, zur Eindämmung von Covid19, begonnen.<br />
Ich musste mir plötzlich ganz schnell einen Plan überlegen, wie mein Sohn die Zeit, die er fünf Tage die Woche, acht Stunden täglich, in der Kita verbringt, zu Hause rumbekommt. Aber das war noch nicht alles, denn der Papa musste ja auch plötzlich einen ruhigen Platz in der Wohnung kriegen, von dem aus er ungestört mindestens acht Stunden arbeiten konnte, inklusive stundenlange Telefon-Meetings.</p>
<p>Planlos ging der Plan los.<br />
Ich hatte einen starken Druck in den ersten Tagen, weil all das über Nacht funktionieren musste, man hatte keine Vorlaufzeit, keine Zeit, um sich eine Struktur aufzubauen und niemand wusste, wie lange dieser Plan überhaupt anhalten musste.<br />
Da ich davon ausging, dass auch die Berliner Kitas schließen – und viele Arbeitnehmer Homeoffice bekommen werden, habe ich an einem freien Vormittag die leerste Ecke in der Wohnung so eingerichtet, dass der Papa einen Schreibtisch hatte, auf dem der Laptop dauerhaft stehen konnte.<br />
Leider ging dieser Plan nach hinten los, denn diese leere Ecke war mitten im Zentrum des Geschehens: Im Flur.</p>
<p>Keine Chance für Telefonie oder acht Stunden konzentriertes Arbeiten, für unseren Sohn die perfekte Gelegenheit, den Papa immer anzusprechen, wenn er ihn sieht, außerdem sind wir permanent an ihm vorbeigelaufen, wenn es in die Küche, ins Bad oder in eines der beiden Zimmer ging – und da lag das nächste Problem: Zwei Zimmer. Wir haben nur zwei Zimmer.</p>
<p>An Tag zwei habe ich räumliches Tetris gespielt.<br />
Möbel verschoben, Ecken freigelegt, einen Spielplatz auf dem Balkon errichtet, mit Sandkiste und Spielsachen. Das ist übrigens ein <strong>Quarantäne-Tipp</strong> von mir, denn der Sandkasten mit 60 kg Spielsand sorgt dafür, dass sich mein Sohn selbst beschäftigt und ich einige eigene Dinge erledigen kann. Wir haben ihn am zweiten Tag noch schnell gekauft, bevor alle Läden dicht gemacht haben.</p>
<p>Nun stand der Kleiderschrank unseres Sohnes im Flur und die Homeoffice-Ecke ist ins Schlafzimmer gezogen. Sehr gequetscht und eng, aber man konnte die Tür schließen. Mein Sohn und ich hatten das Wohnzimmer, den Flur, die Küche und das Bad für uns und so bleibt es erstmal. Wenn der Papa aus dem Schlafzimmer kommt, kann er angesprochen werden, ansonsten bleibt die Tür zu, was übrigens auch ein anderes Problem gelöst hat: Gereizte Stimmung.</p>
<p>Wenn einer gereizt war, waren alle gereizt und das hat sich hochgeschaukelt, wenn man auch noch ständig im selben Raum war oder Sichtkontakt hatte. Hört sich vielleicht dämlich an, weil man ja freiwillig zusammenlebt, aber…wie soll ich mich denn, zum Beispiel mit einem Migräne-Anfall, den ich jede Woche habe, eine Stunde alleine hinlegen, wenn das Homeoffice-Büro im Schlafzimmer ist und das Wohnzimmer zur Hälfte Spielzimmer ist, das zudem so intensiv genutzt wird, dass der Lautstärkenpegel immer kurz vor der Eskalation liegt. Es ist für alle nicht einfach.<br />
Momentan fühle ich mich, als wäre ich kein Mensch, sondern etwas, was einfach funktionieren muss. Das Verbindungsstück zwischen einem entspannten Zusammenleben zwischen ungestörtem Homeoffice und einem Kind, das, wie in der Kita, acht Stunden Action braucht.</p>
<p>Achja und zusätzlich muss die Wohnung sauber bleiben und das Essen auf dem Tisch stehen. Hört sich an sich simpel an, ABER: Ich DARF keine eigenen Bedürfnisse haben.<br />
Sobald ich solche Gedanken bekomme, kriege ich direkt ‘ne Ansage aus meinem Kopf.</p>
<p>…„Ich möchte mich kurz 15 Minuten alleine hinlegen, der Vormittag war sehr anstrengend“ &#8211; (Wo?! Ins Homeoffice? Ins Spielzimmer? Leg dich doch in die Küche oder vor die Waschmaschine ins Bad)<br />
…„Ich möchte das Bad jetzt ohne parallele Kinderbeschäftigung putzen“ &#8211; (Bitte was?! Mach das doch nachts, wenn alle schlafen)</p>
<p>Die Idee mit dem frühen Mittagessen hatte ich komischer Weise schon direkt am ersten Homeoffice-Tag: Um spätestens 10 Uhr war das Mittagessen fertig und stand bereit, sodass der Papa essen konnte, sobald er eine Pause hatte, denn ich wollte vormittags gerne an die frische Luft und nicht in der Wohnung gefangen sein, bis Zeit für das Mittagessen war. Außerdem konnten wir direkt essen, wenn wir ausgepowert wieder nach Hause kamen.</p>
<p>Eine weitere Idee, die ich hatte, war der Tagesplan. Am ersten Wochenende ohne Homeoffice, mit mehr Zeit für mein eigenes Office, hatte ich die Idee, einen Tagesplan am Laptop zu entwerfen, als Richtwert für uns, wann was dran ist UND mit geplanten Ruhepausen beziehungsweise geplanten Zeiten, an denen sich mein Sohn alleine beschäftigen sollte, damit ich, egal, was es war, es ohne paralleler Kinderbespaßung tun konnte. Diesen Plan habe ich einmal für uns Eltern gemacht und mit Bildern für den Kleinen, damit er es auch auf Augenhöhe hängen hat.<br />
Und was soll ich sagen? Vom ersten Tag an hat er sich an alles gehalten. Er läuft mehrmals täglich zur Wand, um zu schauen, was nun auf dem Plan steht. Nach dem Mittagessen kommt die Ruhepause, in der nur geflüstert – und sich alleine beschäftigt wird. Nach dieser Pause habe ich mehr Energie und kann mehr mit allem anfangen.</p>
<p>Deswegen komme ich auch dazu, jetzt diesen Text zu schreiben. Das hat in der Mittagsruhe nicht geklappt, weil mein Sohn mit mir zusammen eingeschlafen ist, aber ich hatte trotzdem eine Lösung: Wir sind in einen leeren Park gefahren, in dem er zu zweit mit seinem Opa spielen – und ich im Auto am Laptop sitzen kann.</p>
<p>Ich muss sagen, dass ich wirklich stolz auf mich selbst bin, dass ich ein Organisations- und Planungs-Talent habe, in solchen Ausnahmesituationen hilft das wirklich sehr und ich bin extrem dankbar für diese „Gabe“.</p>
<p>Wäre ich alleinerziehend und müsste im Homeoffice sitzen, wüsste ich ehrlich gesagt nicht, wie ich das anstellen sollte. Da habe ich großen Respekt all den alleinerziehenden Heldinnen/Helden gegenüber, die das meistern müssen.</p>
<p>Ich weiß, dass es von Tag zu Tag bei uns entspannter wird, je mehr wir uns an diese Situation gewöhnen und ich bin gespannt, wie es wird, wenn das ganze Chaos zu Ende ist und sich der normale Alltag wieder einpendeln muss. &#8211; Nach dem Chaos ist vor dem Chaos.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Möchtest du wissen, wie Maries Alltag ohne Lockdown und Corona aussieht? Schau doch mal <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a> vorbei.</li>
</ul>
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		<title>Ich schreibe meiner Nichte keine Gedichte</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/nichte-keine-gedichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Hensel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Feb 2020 09:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Worte erschaffen Realitäten. Sprache ist die stärkste Form von Magie, die wir Muggel haben. Und weil mir das bewusst geworden ist, möchte ich endlich etwas sagen: Ich will sehr vieles nicht.&#8220; Unser Autor Sven Hensel ist &#8211; wie ihr wisst &#8211; Poetry Slammer. In diesem Text geht es um seine kleine Nichte und die Welt,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Worte erschaffen Realitäten. Sprache ist die stärkste Form von Magie, die wir Muggel haben. Und weil mir das bewusst geworden ist, möchte ich endlich etwas sagen: Ich will sehr vieles nicht.&#8220; Unser Autor Sven Hensel ist &#8211; wie ihr wisst &#8211; Poetry Slammer. In diesem Text geht es um seine kleine Nichte und die Welt, in der sie aufwächst und was Sven daran stört. Beispielsweise sexistische Rollenbilder, Klischees, queerfeindliche Sprache und einiges mehr. Schaut am besten selbst rein!</strong></p>
<p><span id="more-12030"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Sven Hensel findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/sven-hensel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
<li>Natürlich könnt ihr auch seiner <a href="https://www.facebook.com/poetrysven/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Künstlerseite bei Facebook</strong></a> ein Like schenken!</li>
</ul>
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		<title>Väter TV: Interview mit Lukas König</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/11/vaeter-tv-lukas-koenig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Nov 2019 07:00:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
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					<description><![CDATA[Obwohl wir uns im Jahr 2019 befinden, sind die Themen Elternzeit und Kinderbetreuung immer noch ganz schön konfliktgeladen. Väter, die lange Elternzeit nehmen, werden beispielsweise noch oft genug schräg angeschaut. Die vermeintliche Norm der zuhause bleibenden Mutter, die zugunsten des Nachwuchses auf Job und/oder Karriere verzichtet, ist weit verbreitet. In diesem Video von Väter TV,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Obwohl wir uns im Jahr 2019 befinden, sind die Themen Elternzeit und Kinderbetreuung immer noch ganz schön konfliktgeladen. Väter, die lange Elternzeit nehmen, werden beispielsweise noch oft genug schräg angeschaut. Die vermeintliche Norm der zuhause bleibenden Mutter, die zugunsten des Nachwuchses auf Job und/oder Karriere verzichtet, ist weit verbreitet. In diesem Video von Väter TV, das wir euch heute präsentieren, lernt ihr Lukas König kennen. Einen jungen Mann, der Mathe studiert und Vater einer Tochter ist &#8211; und der genauso viel Elternzeit genommen hat wie seine Freundin Jenny.</strong></p>
<p><span id="more-11903"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Es kann schon ganz schön herausfordernd sein, jung ein Kind zu bekommen. Hier liest du <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/01/mein-babyalltag-mit-22/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Maries Geschichte</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Mona: Ich bin schwanger</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/10/mona-ich-bin-schwanger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Oct 2019 07:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute freuen wir uns, euch Monas Poetry Slam-Text präsentieren zu können, den sie beim #gelände2019 vorgetragen hat. Ehrlich und mit einer ordentlichen Portion Humor berichtet sie davon, schwanger zu sein. Was passiert mit dem Körper, was geht auf emotionaler Ebene so ab? Schaut unbedingt rein! Mehr dazu: Vom Alltag als junge Mama erzählt euch Marie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute freuen wir uns, euch Monas Poetry Slam-Text präsentieren zu können, den sie beim #gelände2019 vorgetragen hat. Ehrlich und mit einer ordentlichen Portion Humor berichtet sie davon, schwanger zu sein. Was passiert mit dem Körper, was geht auf emotionaler Ebene so ab? Schaut unbedingt rein!</strong></p>
<p><span id="more-11843"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Vom Alltag als junge Mama erzählt euch Marie <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/01/mein-babyalltag-mit-22/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><b>in diesem Artikel</b></a>.</li>
<li>Und was ist eigentlich mit den Vätern? <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/08/vater-sein/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Klickt hier</strong></a>!</li>
</ul>
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		<title>Celine: Es war 2011</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/celine-es-war-2011/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Celine]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Sep 2019 07:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Ich bin eine, eine von acht Milliarden Menschen, und erzähle hier meine Geschichte. Diese eine von vielen Geschichten.&#8220; Celines Poetry Slam-Text, den sie bei der Abschlussveranstaltung des #gelände2019 vorgetragen hat, geht unter die Haut. Radikal ehrlich berichtet die starke junge Frau von sexualisierter Übergriffigkeit und Gewalt im eigenen Zuhause.  Mehr dazu: Wusstet ihr, dass ihr]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Ich bin eine, eine von acht Milliarden Menschen, und erzähle hier meine Geschichte. Diese eine von vielen Geschichten.&#8220; Celines Poetry Slam-Text, den sie bei der Abschlussveranstaltung des #gelände2019 vorgetragen hat, geht unter die Haut. Radikal ehrlich berichtet die starke junge Frau von sexualisierter Übergriffigkeit und Gewalt im eigenen Zuhause. </strong></p>
<p><span id="more-11772"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wusstet ihr, dass ihr beim <a href="https://www.hilfetelefon.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hilfetelefon: Gewalt gegen Frauen</strong></a> 24 Stunden am Tag Beratung und Unterstützung bekommen könnt?</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Vater werden ist nicht schwer – Vater sein dagegen sehr</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/08/vater-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marie]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Aug 2019 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Elternschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir melden uns endlich zurück aus der Sommerpause und starten mit unserer Autorin Marie, die sich in diesem sehr persönlichen Text mit der Frage auseinandersetzt, was eigentlich einen guten Vater ausmacht und inwiefern Elternschaft schon weit vor der Geburt beginnt. Triggerwarnung vorweg: Fehlgeburt. Ein Mann ist während einer Schwangerschaft der eher inaktive Teil. Denn die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir melden uns endlich zurück aus der Sommerpause und starten mit unserer Autorin Marie, die sich in diesem sehr persönlichen Text mit der Frage auseinandersetzt, was eigentlich einen guten Vater ausmacht und inwiefern Elternschaft schon weit vor der Geburt beginnt. Triggerwarnung vorweg: Fehlgeburt.</strong></p>
<p><span id="more-11721"></span></p>
<p>Ein Mann ist während einer Schwangerschaft der eher inaktive Teil. Denn die werdende Mutter trägt das Kind viele Monate unter ihrem Herzen, spürt es, spürt die Veränderungen in und an ihrem Körper und hat schon in dieser Zeit einen Bindungs-Vorsprung zum Baby.<br />
Der werdende Papa kann es mit der Hand fühlen, die Bauchbewegungen sehen, die Entwicklung auf Ultraschallfotos verfolgen, aber eben leider alles nur von außen, die körperliche Verbindung spürt er eher nicht.</p>
<p>Eine Geburt ist der erste richtige Kampf, den die Mama für das Kind führt, damit es leben kann. Der Papa kann nur zusehen, wenn er Glück hat. Jedoch wollen viele Väter so viel mehr. Mitkämpfen, statt hilflos danebenstehen. Zeigen, dass sie da sind und alles geben würden, für das Baby und die Mama. Doch die richtige Bindung, das Kennenlernen entsteht erst, sobald das Baby fertig entwickelt auf der Welt ist. Jetzt ist es für die meisten Väter das größte Ziel, ein guter Vater zu sein.</p>
<p><strong>Doch was ist ein guter Vater?</strong></p>
<p>In den letzten zwei Jahren habe ich selbst den Unterschied kennengelernt, zwischen einem guten Vater und einem schlechten Vater. Der Unterschied ist gravierend.<br />
Ob ein Mann ein guter Vater ist, spürt nicht nur das Kind, sondern auch dessen Mutter.<br />
Ich präsentiere hier einen Vergleich.</p>
<p>Person 1, der Vater meines Sohnes, der ein wundervoller Papa ist &#8211; und Person 2, eine vergangene Beziehung, mit zwei Fehlgeburten, die mir gezeigt hat, wie das Gegenteil vom guten Vater aussieht: Als ich im Jahr 2014 schwanger wurde, war für Person 1, den Vater meines Sohnes, der größte <em>Ich-bin-ein-guter-Vater</em>-Beweis, für <em>mich</em> da zu sein, weil er es für das Baby nicht konnte, denn es war ja in meinem Bauch, nicht in seinem. Also war es für ihn am logischsten, mich zu pflegen, denn das spürt das Baby, wenn es der Mama gut geht und sie gesund ist/isst. Als positiven Nebeneffekt habe ich in diesen Monaten erfahren, wie fürsorglich, pflicht- und verantwortungsbewusst er ist.</p>
<p><strong>Ob man ein guter (werdender) Vater ist, geht für mich also schon in der Schwangerschaft los.</strong></p>
<p>Eine Schwangerschaft ist genauso Verantwortung, wie ein Baby auf dem Arm zu tragen. Für beide Elternteile. Im Jahr 2017 war ich in meiner neuen (inzwischen beendeten) Beziehung zweimal schwanger. Beide Male verlor ich die Babys. Leider konnte Person 2 mit dieser Verantwortung, mir während ich seine Babys verlor, beizustehen, nicht umgehen, saß mit einer Null-Bock-Haltung neben mir im Krankenhaus, als ich erfahren habe, dass das Baby weg ist &#8211; und ist ausgezogen, wollte sein bequemes Leben weiterführen, weil das Dasein, während einer Fehlgeburt, für ihn zu anstrengend war.</p>
<p>Das war für mich das Zeichen <em>„Halt Stopp! Wenn du während einer Fehlgeburt nicht nur das Baby, sondern auch den dazugehörigen Vater verlierst, wird er sich in anstrengenden Situationen mit Kind auch verziehen und niemals alles geben! Keine Kinder mit solch einem Typen, er wäre kein guter Vater.“.<br />
</em><br />
In diesen Wochen, während der Nachblutungen, der psychischen Belastung, der Trauer und dem Betreuen meines zwei Jahre alten Kindes, das zu dem Zeitpunkt noch nicht in die Kita ging, hat Person 1 mich dort aufgefangen, wo Person 2 mich hat fallen lassen. Er hat die Verantwortung auf sich genommen, diese Fürsorge übernommen, die Person 2 mir nicht mehr geben wollte. Und sein Satz <em>„Hätte er dich verlassen, obwohl du ein Kind mit ihm hast, würde ich das Kind wie mein eigenes behandeln und dich damit nie im Stich lassen“, </em>ist einer der schönsten Sätze, die mir Sicherheit geben. Dass er da war, hat mir eine unglaubliche Last von den Schultern genommen, ich konnte weiterhin eine gute Mama sein und gleichzeitig die Fehlgeburten realisieren, weil ich diese Unterstützung von ihm hatte.</p>
<p><strong>Die Unterstützung in jeglichen Lebenslagen ist also ein wichtiger Punkt, wenn man ein guter Vater sein möchte.</strong></p>
<p>Denn das Kind spürt, wenn es eine Krise gibt. Sich gegenseitig den Rücken zu stärken kann ungemein helfen, Kraft und Energie zu gewinnen. Wenn das Kind auf der Welt ist und sich entwickelt, viele anstrengende Entwicklungsphasen durchlebt, ist es für mich wichtig, dass der Vater sich dran beteiligt, interessiert und gewillt ist, sein Kind in dieser Entwicklung zu begleiten.<br />
Der Vater meines Sohnes hat jegliche Krankenhaus- und Arztbesuche, nächtliches Milchgeben, Wutanfälle und Krankheiten genauso mit begleitet, wie ich. Das war (und ist weiterhin) sein Wunsch.</p>
<p><strong>Dass der Vater, soweit es beruflich möglich ist, aktiv und gewillt ist, in stressigen und unentspannten Situationen zu helfen, gehört für mich dazu, wenn man ein guter Vater ist.</strong></p>
<p>In der anderen vergangenen Beziehung hat sich mein Partner oft nur zu uns gesellt, wenn es entspannt und bequem war. Die helfende Hand zu sein, wenn es anstrengend wird, war nicht in seinem Sinne. Oft war er in solchen Situationen sauer, weil die Stimmung umschlug, es anstrengend wurde und man sich bemühen musste, Werte zu vermitteln.</p>
<p>Alles in allem muss ich sagen, dass alle Kriterien für mich auf beide Elternteile zutreffen, ob man Vater oder Mutter ist, ist egal, denn keiner muss meiner Meinung nach mehr tun als der andere. Wenn der Vater berufstätig ist, während die Mutter in Elternzeit das Baby betreut, zählen für ihn die Aufgaben zu Hause genauso dazu wie für die Mutter.Das Stillen kann er nicht übernehmen und auch manch andere Dinge kann der eine besser als der andere.<br />
Ein Gleichgewicht zu finden, ist sehr, sehr wichtig und zu versuchen, sich gegenseitig auszugleichen. Wenn die Mama am Ende ihrer Kräfte angekommen ist, ist das für den Papa das Zeichen, zu übernehmen. Wenn der Papa erschöpft ist, übernimmt die Mama. Und ansonsten machen es beide zusammen.</p>
<p><strong>Dass der Papa dazu bereit ist – und sich im Klaren ist, dass das auch nach Feierabend so sein wird, ist für mich ein Zeichen, dass er ein guter Vater ist. </strong></p>
<p>Wenn er es sich für alle Beteiligten fair einteilt, ob er sich nach dem Feierabend ausruht und dann Zeit mit seiner Familie verbringt oder umgekehrt. Wichtig ist, dass der Feierabend nicht so aussieht, dass er nach Hause kommt und den Rest des Tages mit der Couch verschmilzt.</p>
<p>Diese Erfahrung habe ich gemacht und habe mich allein gefühlt. Denn auch ich habe zuvor einen anstrengenden Tag gehabt, mehrere Stunden den Haushalt erledigt, mit dem Baby gespielt, eingekauft, geputzt, aufgeräumt und der Tag ist für mich, mit dem Feierabend des Partners, nicht vorbei, sondern geht weiter, bis zum Abend, wenn das Kind eingeschlafen ist und wenn möglich durchschläft.</p>
<p>Leider gibt es viele Väter, die sich die Freiheit herausnehmen, während der Schwangerschaft – oder wenn es ihnen zu anstrengend wird, zu gehen. Die Familie zu verlassen. Weil die Kinder oft, gerade im Babyalter, mehr von Mama abhängig sind, die Mutter meistens diejenige ist, die Elternzeit in Anspruch nimmt – und nicht mal die Möglichkeit und Freiheit hätte, zu gehen.</p>
<p><strong>Dass ich dem Vater meines Kindes vertrauen kann, mich auf ihn verlassen kann und somit auch das Kind immer das Gefühl bekommt, dass Papa nach Hause kommt nach der Arbeit, macht einen guten Vater aus.</strong></p>
<p>Nicht jeder Mensch mag es, zu spielen. Ich persönlich bin eine Person, die sich sehr, sehr schwer tut mit Rollenspielen. Da kommen wir wieder zu dem Punkt <em>gegenseitiger Ausgleich. </em>Der eine kann das besser, der andere das. Mit einem Kind zu spielen, sich mit ihm auf Augenhöhe zu beschäftigen, ist ein toller Weg, sein Kind mehr und mehr kennenzulernen. Und es gibt dem Kind das Gefühl, nicht nur jemand zu sein, der dafür sorgt, dass es alles bekommt, um zu überleben, sondern auch, dass man ein Spielpartner ist. Wem das Spielen nicht liegt, liest vor oder bastelt mit ihm.</p>
<p><strong>Ein guter Vater bemüht sich, eine Beziehung, eine tiefe Bindung zu seinem Kind aufzubauen. </strong>Und das funktioniert spielerisch einfach extrem gut, ohne dass es stressig ist.</p>
<p>Der Überbegriff, was einen guten Vater ausmacht, ist derselbe, der einen guten Beziehungspartner ausmacht: LIEBE. Sobald man liebt, gibt man. So viel es geht.<br />
<strong>&#8211; Fürsorge<br />
&#8211; Vertrauen<br />
&#8211; Respekt<br />
&#8211; Geduld<br />
&#8211; Ehrlichkeit<br />
&#8211; Verlass<br />
&#8211; Nähe<br />
&#8211; Geborgenheit</strong></p>
<p><strong>Ein guter Vater – und das ist wahrscheinlich der einzige Unterschied zur Mutter – setzt seine Kraft und seine Körpergröße nur zum Schutz ein, niemals gegen das Kind oder dessen Mutter.</strong></p>
<p>Ob nun dem Beziehungspartner, oder dem Kind. Liebe ist immer der Überbegriff, um ein guter Mensch zu sein. Der Überbegriff einer guten Mutter oder eines guten Vaters. Liebende Menschen sind liebevoll und behandeln so ihre Mitmenschen, vor allem die eigene Familie.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Alle weiteren Texte von Marie findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/marie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
<li>Und hier findet ihr einen Slam-Text aus der Perspektive einer Tochter: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/mein-held-mein-papa/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Mein Held, mein Papa</strong></a> von Lidia.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ich bin meine eigene Marionette</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/ich-bin-meine-eigene-marionette/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2019 10:17:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr, euch heute einen Poetry Clip unserer Autorin Lidia präsentieren zu dürfen. Ein starker, berührender, gnadenlos ehrlicher Text trifft auf einen künstlerischen Kurzfilm, den die junge Frau in Eigenregie gedreht hat. Es geht um ihr Leben, um teils sehr schmerzhafte Erfahrungen, die sie machen musste, es geht um Familie, Freund*innen, Mobbing, die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr, euch heute einen Poetry Clip unserer Autorin Lidia präsentieren zu dürfen. Ein starker, berührender, gnadenlos ehrlicher Text trifft auf einen künstlerischen Kurzfilm, den die junge Frau in Eigenregie gedreht hat. Es geht um ihr Leben, um teils sehr schmerzhafte Erfahrungen, die sie machen musste, es geht um Familie, Freund*innen, Mobbing, die Suche nach sich selbst und vor allem nach Selbstvertrauen. &#8222;Denn du bist die Hauptrolle in dem Film, der sich dein Leben nennt.&#8220; &#8211; Schaut einfach selbst!</strong></p>
<p><span id="more-11646"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Lidia findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/lidia/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>auf ihrem Profil</strong></a>.</li>
<li>Und hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/aufstehen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>einen Text von Was geht Almanya</strong></a>, der sich mit Mobbing und Diskriminierung auseinandersetzt.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>#gelände18 // Theater: Weißt du eigentlich?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/11/weisst-du-eigentlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Nov 2018 07:00:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
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		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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					<description><![CDATA[Innerhalb der Workshops auf dem #gelände18 haben wir uns mit verschiedenen Themen rund um Geschlecht &#38; Gender auseinandergesetzt. Im Theaterstück, das wir euch heute präsentieren, geht es um patriarchale Familienstrukturen und wie sehr alle darunter leiden &#8211; am Ende auch das vermeintliche Familienoberhaupt selbst.  Mehr dazu: Eine weitere Theaterszene vom #gelände18 findet ihr hier. Und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Innerhalb der Workshops auf dem #gelände18 haben wir uns mit verschiedenen Themen rund um Geschlecht &amp; Gender auseinandergesetzt. Im Theaterstück, das wir euch heute präsentieren, geht es um patriarchale Familienstrukturen und wie sehr alle darunter leiden &#8211; am Ende auch das vermeintliche Familienoberhaupt selbst. </strong></p>
<p><span id="more-11093"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Eine weitere Theaterszene vom #gelände18 <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/befehle-und-so/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/irgendwie-ist-das-alles-kompliziert/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier eine Theaterszene</strong></a> zu zweifelhaftem Flirtverhalten vom #gelände16.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Held, mein Papa</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/mein-held-mein-papa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lidia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Oct 2018 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Lidia hat einen Slamtext für ihren Vater geschrieben. Ein Text voller Liebe und Dankbarkeit für den Menschen, der ihr auch bei den schlimmsten Gedanken zuhört, der sie auffängt und der ihr verdammt gute Ratschläge gibt. Lidias Held ist ihr Papa. Mehr dazu: Hier könnt ihr den ersten Beitrag von Lidia auf meinTestgelände nochmal anschauen. Und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lidia hat einen Slamtext für ihren Vater geschrieben. Ein Text voller Liebe und Dankbarkeit für den Menschen, der ihr auch bei den schlimmsten Gedanken zuhört, der sie auffängt und der ihr verdammt gute Ratschläge gibt. Lidias Held ist ihr Papa.</strong></p>
<p><span id="more-11006"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/maskenball/" target="_blank" rel="noopener"><strong>den ersten Beitrag</strong></a> von Lidia auf meinTestgelände nochmal anschauen.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/09/liebesgedicht-an-mein-herz/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier gibt es ein Liebesgedicht</strong></a> von Leticia Wahl &#8211; an ihr eigenes Herz.</span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ehrenkultur</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/ehrenkultur-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jun 2018 07:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
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		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Während eines langersehnten Familientreffes erfährt Memo, dass seine Cousine bald heiraten wird. Zwar kenne sie ihren zukünftigen Ehemann noch nicht, die beiden seien einander aber bereits seit ihrer Geburt versprochen. Dieser Text aus dem Buch „Aus Angst wächst Mut“ beschreibt eindrucksvoll die Zerrissenheit zwischen Familie, Tradition und dem Wunsch, das eigene Leben frei zu gestalten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während eines langersehnten Familientreffes erfährt Memo, dass seine Cousine bald heiraten wird. Zwar kenne sie ihren zukünftigen Ehemann noch nicht, die beiden seien einander aber bereits seit ihrer Geburt versprochen. Dieser Text aus dem Buch „Aus Angst wächst Mut“ beschreibt eindrucksvoll die Zerrissenheit zwischen Familie, Tradition und dem Wunsch, das eigene Leben frei zu gestalten.</strong></p>
<p><span id="more-10696"></span></p>
<p>Ich saß im Wohnzimmer und schaute zum Fernseher. Es lief eine berühmte arabische Comedy Serie. Sie handelte von einer wohlhabenden Familie in Kairo, die mit den alltagsüblichen Problemen der Gesellschaft zurechtkommen muss. Die eher modernen Kinder beschäftigten sich mit den für die Altersklasse typischen Problemen von Teenagern. Die Eltern konnten dafür wenig Verständnis aufbringen, da ihre Generation mit anderen Themen zu kämpfen hatte. Der Humor der Serie basierte eigentlich darauf, dass die sozial-gesellschaftlichen Probleme der Familie übertrieben oder ironisch dargestellt wurden. Es war keine Serie, die für mich wirklich einen hohen Unterhaltungswert hatte, ich war vielmehr von einem sehr bekannten Phänomen betroffen, das wir heute hinlänglich als Langeweile kennen.</p>
<p>An sich fehlte mir nur etwas Geborgenheit. Nicht die Geborgenheit, an die man denken würde, wenn man sich alleine gelassen fühlt. Es war vielmehr die Wärme, die man verspürt, wenn das eigene Heim mit Leuten gefüllt ist, die man liebt und mit denen man groß geworden ist. Ich wusste aber schon zu dem Zeitpunkt, dass wir Besuch von meinem Onkel bekommen würden. Meine Vorfreude war daher groß. Dieser Mann war derjenige, dessen Humor jegliche Vorstellungskraft überstieg. Es war dieses Zusammenspiel von Gesten und Sprüchen, die meinen Onkel sympathisch und im gleichen Maße charmant wirken ließen. Ja, es war wohl tatsächlich diese Geborgenheit, nach der ich mich sehnte.</p>
<p>Genau in diesem Moment klingelte es an der Tür und meine lang ersehnte Familie traf ein. Ich konnte mich noch daran erinnern, als wir noch Kinder waren, wie meine Cousine und ich von meinem Onkel stetig herumgetragen wurden und wir zusammen mit ihm zu dem Spielplatz gingen. Die Freude, die ich in diesem Augenblick in meinem Herzen spürte, fühlte sich genauso an, wie die, die ich als Kind verspürte. Wie bei meiner Familie üblich, standen schon Berge von Essen bereit, die meine Mutter in einer erschreckenden Hektik zubereitet hatte. Nachdem wir uns das leckere Mahl zugute kommen ließen, gingen wir wie gewohnt ins Wohnzimmer und unterhielten uns bei einem Tee.</p>
<p>Die Wärme der Familie verteilte sich über den ganzen Raum und war für alle spürbar. Ich fühlte mich geborgen und sicher. Es war eine innere Zufriedenheit, die mir die Kraft gab, mich jedem Problem zu stellen. Selbst meine ältere Cousine war da. Sie war hübscher geworden, leicht verändert hatte sie sich, das musste man gestehen. Als Kinder haben wir uns erbitterte Kämpfe geliefert. Sie war so taff wie schon als Kind und man merkte, dass sie genau denselben Humor wie den ihres Vaters hatte. Es war eine Fülle an Themen, über die wir sprachen, einige waren wichtig, andere dienten einfach nur der Unterhaltung.</p>
<p>Plötzlich hörte ich meinen Onkel mit einer übermütigen Stimme sagen, dass meine Cousine heiraten werde. Ich registrierte seine Worte und begann nachzurechnen, wie alt sie mittlerweile sein musste. Sie kann höchstens 17 Jahre alt sein, dachte ich. Ihr zukünftiger Verlobter sei 23 Jahre alt, hörte ich ihn sagen. In mir baute sich eine leichte Spannung auf. Mir war nicht klar, ob diese Ehe auch eine gewollte Ehe war. Meine Neugier wuchs. Mein Onkel fügte in einem Nebensatz hinzu, dass weder der Verlobte meine Cousine kennen würde, noch kenne sie ihn. Er sei der Sohn eines guten Freundes, fügte er hinzu. Sie waren schon seit Tag eins einander versprochen. Misstrauen machte sich bei mir breit. Ich fühlte mich genötigt, etwas sagen zu müssen. Mir war nicht bewusst, ob dieser Mann, der in unserem Wohnzimmer saß, derjenige war, der gutherzig jedes Vergehen meinerseits verzieh. War dieser Mann wirklich mein moralisch vorbildlicher Onkel?</p>
<p>,,Wollten sie das?“, fragte ich. Plötzlich hörte das Gelächter auf. Die Gesichter aller Beteiligten wurden ernst. Es war so, als ob ich mit meiner Frage etwas Abscheuliches und Menschenverachtendes gesagt hätte. Die Wärme verschwand aus dem Zimmer. ,,Ich habe der Familie mein Ehrenwort gegeben“, rief er. In diesem Augenblick konnte ich meine Anspannung nicht mehr unterdrücken. Ich musste einfach Gewissheit haben. ,,Ist es freiwillig?“, fragte ich ihn erneut.</p>
<p>,,Es ist das Richtige!“, rief er. ,,Wer bestimmt das?“, entgegnete ich. Die Wärme verschwand nun komplett aus dem Raum und wich einer ungeahnten Kälte. Aus Sicherheit wurde Angst. Aus Geborgenheit Ungewissheit. Mir war nicht klar, ob selbst meine Eltern zu mir halten würden. Alle hörten auf zu reden. Stille. Ihre Blicke trafen mich wie Fausthiebe, prasselten von jeder Seite auf mich ein. Gesichter mit Masken der Verwunderung, die den Beigeschmack des Zorns enthielten. ,,Es ist Tradition, unsere Tradition“, rief mein Onkel. Sie müssen sich nicht kennen? Ist das wirklich Tradition? Sind das die Normen und Gesetzte, die wir als human empfinden?</p>
<p>Ich überlegte kurz, bevor ich diesem Mann, der mein Onkel war und den ich vorher als fürsorglichen Familienmenschen kannte, die Stirn bot. ,,Wessen Tradition?“, rief ich. Erneut Stille. Ein eisiger Schleier zog sich über den Raum. Alle riefen zur selben Zeit: ,,Du bist respektlos!“ Ihre Worte fühlten sich an wie eine geballte Wand aus Abneigung und Verachtung. Alle sahen in mir eine Art Verräter, der gegen ihre Wertvorstellungen verstößt.</p>
<p>Ich wusste ab dem Moment, das ich alleine mit meiner Haltung stehen werde. Und mir war auch klar, dass meine von nahöstlicher Kultur geprägte Familie nicht die Art von rationalem Denken verspürte wie ich. Kurz darauf entgegnete mein Onkel: ,,Er wird ihre Ehre bewahren, ihren Stolz vollenden. Er wird eine richtige Frau aus ihr machen.“</p>
<p>Ehre? Stolz? Dies hatte für mich nicht mit Ehre und Stolz zu tun. Es war lediglich ein traditionelles Konzept, welches der jüngeren Generation aufgestülpt werden sollte. Ehre und Stolz, das sind subjektive Begriffe, die ich mit einem mal als lächerlich empfand. Eine Verschleierung des Systems Patriarchat. Nicht mehr. Im Endeffekt ging es um das Wort meines Onkels, das ihm wichtiger war als das Glück seiner Tochter. Ich fühlte eine tiefe Zerrissenheit. Auf der einen Seite hatte ich den Mann vor mir, der so liebevoll war und der so gut wie alles für die Familie tun würde. Aber auf der anderen Seite war mir bewusst, dass er einer anderen Generation entstammte, die vom Patriarchat geprägt war. Ich verspürte Wut. Endlose Wut, die ich nicht zurückhalten konnte.</p>
<p>Diese Begebenheit hat in mir eine wichtige Einsicht bewirkt: Ich habe keinen Drang danach, mich mein gesamtes Leben lang unterzuordnen. Ich möchte über Tabus reden können. Ich möchte als selbstständiger Mensch angesehen und gerecht behandelt werden. Ich möchte in einer Kultur leben, in der Partnerschaft, Liebe und Gleichheit selbstverständlich sind. Ohne Schuld und Schamgefühle. Eine Zwangsehe wird es für mich nicht geben. Dafür bin ich bereit zu kämpfen.<strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die HeRoes Duisburg beschäftigen sich viel mit dem Thema Ehre, hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/05/ehre/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ein tolles Video</strong></a> dazu.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es </span><a style="font-size: 1.14285rem;" href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/mein-koerper-mein-recht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>einen weiteren Text von Memo</strong></a><span style="font-size: 1.14285rem;">. Es geht um Körperlichkeit und Sexualität.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Familie</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/familie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jun 2018 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute haben wir einen neuen Text von Dennis Seidel für euch. Dennis ist unter anderem bei unserer Redaktionsgruppe Story-Teller aktiv und hat sich diesmal mit dem Thema Familie beschäftigt. Das Konzept „Vater-Mutter-Kind“ hält er nämlich für ziemlich überholt &#8211; und außerdem erzählt er aus seiner eigenen Familiengeschichte. Wenn eine Frau und ein Mann zusammen sind]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute haben wir einen neuen Text von Dennis Seidel für euch. Dennis ist unter anderem bei unserer Redaktionsgruppe Story-Teller aktiv und hat sich diesmal mit dem Thema Familie beschäftigt. Das Konzept „Vater-Mutter-Kind“ hält er nämlich für ziemlich überholt &#8211; und außerdem erzählt er aus seiner eigenen Familiengeschichte.</strong><span id="more-10654"></span></p>
<p>Wenn eine Frau und ein Mann zusammen sind und Kinder haben sind sie eine Familie. Es gibt auch schwule und lesbische Paare die Eltern werden können und Kinder haben. Manche wundern sich dann.</p>
<p>In manchen Familien gibt es auch Haustiere wie Katzen, Hunde, Meerschweinchen, Vögel, Hamster, Kaninchen oder Fische.</p>
<p>In manchen Familien geht es sehr rasant zu besonders wenn es sehr schwierige Kinder oder Elternteile gibt.</p>
<p>In meiner Familie zum Beispiel war es früher sehr schlimm, mein Vater hat meine Mutter immer geschlagen und rumgebrüllt, aber sie haben sich auch sehr lieb gehabt. Ich habe meistens bemerkt, dass es zwischen den beiden nicht so harmonisch war.</p>
<p>Jetzt ist meine Mutter mit meinem Stiefvater Bernd zusammen, sie haben sogar einen Hund, einen großen Golden-Retriever-Berner-Sennenhund-Mischling namens Argus. Mein Bruder Kevin und seine Freundin Vanessa haben auch einen kleinen Hund, einen schwarzen Mops namens Leo. Für mich ist meine Familie sehr wichtig.</p>
<p>Zu meiner Mutter habe ich noch sehr guten Kontakt. Der Kontakt zu meinem Vater ist leider abgebrochen.</p>
<p>Ich habe schon damals als kleiner Junge mit Puppen statt mit Fußbällen gespielt und habe mich auch wie ein Mädchen gefühlt. Meine Eltern haben schon damals gewusst, dass in mir etwas besonderes stecken tut. Meine Eltern waren ganz &#8222;normale&#8220; Menschen. Das hieß dass meine Mutter Frauenklamotten trug und mein Vater Männerkleidung. Sie haben sich in ihrer Rolle als Mann und Frau sehr wichtig gefunden, für beide war es sehr wichtig auch ihr Äußeres zu zeigen.</p>
<p>Ich habe damals als ich noch Zuhause gewohnt habe, auch schon ein bisschen angefangen Mädchenklamotten zu tragen. Meine Eltern fanden das lustig. Aber ich habe es immer heimlich gemacht wegen meinem Bruder, der sich immer drüber lustig gemacht hat, wenn ich in Frauenklamotten rum gelaufen bin. Meine Eltern fanden es auch anders an mir, dass ich in Frauenklamotten rum gelaufen bin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><strong> </strong>Hier findet ihr ein Interview mit den Story-Tellern <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/10/zweimal-mama-oder-zweimal-papa/" target="_blank" rel="noopener"><strong>zum Thema Familie</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier seht ihr einen <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/02/selina-liebert-geschwisterliebe/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Poetry Slam-Text</strong></a> von Selina Liebert über die Beziehung zu ihrem Bruder.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Selina Liebert &#8211; Geschwisterliebe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/02/selina-liebert-geschwisterliebe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Poetry Slam]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Feb 2018 07:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein wahrhaftes Feuerwerk der Liebe: Bei ihrem Auftritt beim Queerslam in Dortmund erzählt Selina davon, wie es ist, einen großen Bruder zu haben, wie es sie zwischen Bewunderung und Hass, zwischen Liebe und Wut hin- und herreißt, und wie schön das alles ist. &#8222;Ich war eine nervige kleine Schwester und mein Bruder hat mich trotzdem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein wahrhaftes Feuerwerk der Liebe: Bei ihrem Auftritt beim Queerslam in Dortmund erzählt Selina davon, wie es ist, einen großen Bruder zu haben, wie es sie zwischen Bewunderung und Hass, zwischen Liebe und Wut hin- und herreißt, und wie schön das alles ist. &#8222;Ich war eine nervige kleine Schwester und mein Bruder hat mich trotzdem geliebt.&#8220;</strong><span id="more-10375"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Auf unserem <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Poetry Slam-Profil</strong></a> könnt ihr noch weitere tolle Videos finden.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/08/mein-opa/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier ein Text</strong></a>, den Jeremy von Was geht Almanya über seinen Opa geschrieben hat.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Ich bin schwul&#8220; &#8211; H. erzählt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/10/h-erzaehlt-teil-1/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2017/10/h-erzaehlt-teil-1/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anonymus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Oct 2017 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[H. steht nicht auf Fußball und findet Sport insgesamt eher uninteressant. Mit 13 hat er eine feste Freundin, aber während eines What‘s App-Chats merkt er, „ich mag – mag – mag den Jungen wirklich” – und dann wusste er, dass er schwul ist. In diesem Text (Teil 1) spricht er über sein Coming Out und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>H. steht nicht auf Fußball und findet Sport insgesamt eher uninteressant. Mit 13 hat er eine feste Freundin, aber während eines What‘s App-Chats merkt er, „ich mag – mag – mag den Jungen wirklich” – und dann wusste er, dass er schwul ist. In diesem Text (Teil 1) spricht er über sein Coming Out und die Probleme der Familie mit seiner Homosexualität.</strong></p>
<p><span id="more-9773"></span></p>
<p>Ich weiß nicht, ob man sagen kann, dass ich ein Mann bin, obwohl ich gerne ein Junge bin. Ich bin weiblicher als andere Jungen. Schlimm ist für mich, dass allgemein gilt, dass Jungen und Männer sportlich sein sollen. Man sollte Fußball mögen, weil jeder Mann und jeder Junge Fußball schaut oder Fußball spielt. Wenn ich sage, dass ich keinen Fußball mag und insgesamt auch nicht gerne Sport mache, sind die anderen erstaunt und sagen: „Aber du bist doch ein Junge?“ und es ist ein Problem für sie. Das geht so weit, dass viele Jungen sich scheinbar angegriffen fühlen, wenn ich sage, dass ich keinen Fußball mag. „Wie, du magst Fußball nicht? Das spielt doch jeder Junge!“ Ich verstehe nicht, warum das für die anderen ein Problem ist.</p>
<p><strong>Es ist doch eine ganz persönliche Sache, was man mag und was nicht. </strong></p>
<p>Diese Reaktion bekomme ich in der Schule und auch in der Familie. Mein Vater war früher sehr sportlich und hat in der Auswahlmannschaft seiner Schule Fußball gespielt. Er musste das Haus putzen bevor er zum Training durfte und kann überhaupt nicht verstehen, dass ich das, was er so hart erkämpfen musste, nicht machen möchte. Sie haben Erwartungen, wie ich sein und reagieren soll.</p>
<p><strong>Man soll als Junge seine Gefühle nicht zeigen.</strong></p>
<p>Man darf nicht anfangen zu weinen wenn etwas passiert, sondern muss stark bleiben. Wenn man als Mann anfängt zu weinen, ist man gleich eine Memme. Von klein auf lernt man, dass man als Junge stark sein muss. Wenn ein Mädchen weint oder seine Emotionen zeigt, gilt das als normal. Als Junge weinst du für dich alleine. Du kannst nicht vor anderen weinen, weil du dann Schwäche zeigen würdest. Das ist das, was ich scheiße finde.</p>
<p>Ein großes Problem für meine Familie ist, dass ich schwul bin. Ich weiß das schon seit einiger Zeit. Ich war 13 und habe mit einem Jungen WhatsApp-Nachrichten getauscht. Als er auf einmal nicht mehr online war, bin ich völlig außer mir gewesen. Das ist völlig untypisch für mich. Als er dann später geantwortet hat, hatte ich so ein beruhigendes und gutes Gefühl, dass ich von meinen Reaktionen ganz irritiert war. Ich spürte: Irgendetwas ist anders. Tag für Tag wurde das Gefühl deutlicher:</p>
<p><strong>Ich mag – mag – mag den Jungen wirklich und ich wusste, dass ich schwul bin.</strong></p>
<p>Dabei war ich noch sehr unsicher, ob das so stimmt und wollte es mir noch nicht eingestehen. Vor allem, weil ich wusste, dass meine Eltern darauf komisch reagieren würden. Ich hatte nicht vor es ihnen zu sagen.</p>
<p>Ich habe dann ziemlich schnell mit einer Freundin darüber gesprochen. Ich war sehr unsicher, weil sie religiös ist und ihre Religion das sehr negativ sieht und verbietet. Sie war trotzdem für mich da und hat mir zugehört. Kurz darauf habe ich eine zweite Freundin eingeweiht. Beide haben gut reagiert. Ich hatte einfach gute Freunde. Es war toll zu sehen, dass sie zu mir stehen. Das hat mir sehr geholfen. Es ist ja schon seltsam, wenn jemand kommt und sagt, ich bin gay. Ich bin ein Mensch, der mit anderen darüber reden muss, wenn er Probleme hat, sonst raste ich aus.</p>
<p><strong>Ich war nicht unglücklich, aber sehr verwirrt, weil ich nicht wusste, bin das wirklich ich?</strong></p>
<p>Bin ich wirklich schwul? Oder bin ich es nicht und es ist nur eine Phase? Als ich dann sicher war, war es für mich etwas Normales und nichts Schlimmes. Ich hatte zuvor eben noch nie jemand Schwules gesehen – wobei eigentlich doch – aber ich hab eben nichts dabei gedacht. Vor allem nicht, dass das etwas mit mir zu tun haben könnte.</p>
<p>Zu der Zeit hatte ich eine feste Freundin. Das war seltsam, weil sich in mir alles veränderte und ich keine Gefühle mehr für sie hatte. Ich wollte die Beziehung beenden, aber nicht sagen &#8222;ich mache mit dir Schluss, weil ich auf Jungs stehe&#8220;, sondern weil ich keine Gefühle mehr für sie habe. Was ja zu diesem Zeitpunkt auch gestimmt hat. Das heißt, ich hätte sie nicht angelogen, aber auch nicht die ganze Wahrheit gesagt. Ich hatte mir vorgenommen, ihr zu einem späteren Zeitpunkt zu sagen, was sich bei mir verändert hat.</p>
<p>Ein Mädchen, das mit uns beiden befreundet war, hat bemerkt, dass ich mich verändert habe und mit mir etwas nicht stimmt. Sie hat mitbekommen, dass ich schwul bin und ist zu meiner Freundin und hat ihr gesagt, dass ich deswegen mit ihr Schluss gemacht hätte. Das fand ich Scheiße, weil ich das später selber machen wollte. Ich war sauer auf dieses Mädchen und wir hatten Streit&#8230;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>&#8222;Schwul&#8220; ist als Schimpfwort immer noch sehr geläufig. Auf dem #gelände16 haben wir uns umgehört, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/03/schwul-als-schimpfwort/" target="_blank" rel="noopener"><strong>was Jugendliche darüber denken</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Kevin ist schwul &#8211; und schreibt das auf ein Schild. Damit stellt er sich in die Essener City und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/02/ich-bin-schwul-habt-ihr-fragen/" target="_blank" rel="noopener"><strong>beantwortet Fragen</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Mein Opa</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/09/mein-opa-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Poetry Slam]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Sep 2017 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Davids Opa hat immer viele spannende Geschichten erzählt. Von Orten an denen er war und von Dingen, die er erlebt hat. Vieles davon erlebte er als Teil der Wehrmacht, ließ dieses Detail aber oft außen vor. In der Auseinandersetzung mit den Geschichten seines Opas schafft David Friedrich ein Bewusstsein für das Erinnern und gleichzeitig einen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Davids Opa hat immer viele spannende Geschichten erzählt. Von Orten an denen er war und von Dingen, die er erlebt hat. Vieles davon erlebte er als Teil der Wehrmacht, ließ dieses Detail aber oft außen vor. In der Auseinandersetzung mit den Geschichten seines Opas schafft David Friedrich ein Bewusstsein für das Erinnern und gleichzeitig einen amüsanten Umgang mit den tradierten Männlichkeitsvorstellungen seines Opas.</strong></p>
<p><span id="more-9368"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/feminismus/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Ein wunderbarer Text</strong></a> zu Feminismus von Svenja Gräfen.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/der-schweigefuchs/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ein Vorschlag</strong></a> von Dominik Erhard: „Einfach mal aus der Rollen fallen, einfach mal den Standpunkt ändern.“</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Opa</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/08/mein-opa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Aug 2017 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeremy Jameel Chahine von unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya hat einen Text über, aber auch für seinen Opa geschrieben. Darin beschreibt Jeremy, wie er den Tod seines Opas erlebt hat – die letzten Erinnerungen, das erste Mal am Grab und sein Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen. Ich habe heute ein mulmiges Gefühl, mir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jeremy Jameel Chahine von unserer Redaktionsgruppe <em>Was geht Almanya</em> hat einen Text über, aber auch für seinen Opa geschrieben. Darin beschreibt Jeremy, wie er den Tod seines Opas erlebt hat – die letzten Erinnerungen, das erste Mal am Grab und sein Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen.</strong></p>
<p><span id="more-9340"></span></p>
<p>Ich habe heute ein mulmiges Gefühl, mir geht es nicht sonderlich gut. Ich trete ans Fenster, blicke raus ohne wirklich wahrzunehmen, was sich draußen tut und denke, hoffentlich kommt er bald raus. Er ist da schon viel zulange drin. Mein Vater ist fast jeden Tag da. Bei meinem Opa im Krankenhaus. Er ist schon seit Wochen dort, aber ich weiß immer noch nicht warum. Ich frage sie und frage sie. Aber meine Eltern wollen es mir nicht sagen. Sie sagen nur, es sei grade schwer. Ich frage mich, warum ist es schwer. Ich verstehe das nicht. Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu, ich gehe ins Bett und schlafe nicht. Ich liege stundenlang wach und frage mich immer wieder, was mit meinem Opa los ist. Ich höre meine Eltern reden, verstehe aber nicht, über was sie sich unterhalten. „Wie geht es dir, Opa?“, formen meine Lippen leise. Es ist bestimmt schon nach zwölf, aber ich kann immer noch nicht einschlafen. Meine Eltern kommen abwechselnd rein, um nach mir zu schauen. Ich tue so, als würde ich bereits schlafen. Irgendwann merke ich, dass meine Augen vor lauter Müdigkeit zufallen. Ich flüstere leise „Ich hab dich lieb, Opa!“, danach schlafe ich ein. Ich schlafe unruhig, wälze mich von einer Seite auf die andere. Irgendwann stehe ich auf und habe von meinem Opa geträumt. Es war ein schöner Traum. Dort sah ich, dass mein Opa wieder gesund ist. Und dass er mit mir wieder spielen kann. Bei diesem Gedanken muss ich lächeln. Ich lächle und spüre gleichzeitig, wie Tränentropfen meine Wangen runterfließen. Ich will so gerne glauben, dass es ihm besser geht. Ich gehe ins Wohnzimmer. Mein Papa sitzt am Esstisch und weint. Er wischt sich die Tränen von den Augen und lächelt mich an. Dann umarmt er mich, deutlich fester als sonst, und gibt mir einen Kuss auf die Wange. Er lächelt und weint gleichzeitig. Ich sehe ihm an, wie sehr er sich bemüht, nicht mehr so traurig zu sein. Das gelingt ihm einigermaßen. Was denn los sei, frage ich ihn. Er sagt, dass er von uns gegangen sei.</p>
<p>„Dein Opa ist gestorben.“ Ich spüre Schmerzen, die ich vorher nicht kannte und bin nicht in der Lage, irgendetwas zu sagen. Ich frage, warum Opa gestorben sei. Mein Papa antwortet, dass jeder irgendwann gehen müsse. Das sei nun mal der Lauf der Dinge. Er gab mir noch einen Kuss, dann sagte er, dass ich nicht so traurig sein solle, denn Opa würde in uns, in ihm und in mir, weiterleben. „Opa wird immer ein Teil von uns bleiben.“</p>
<p>Die Beerdigung steht an. Ich will unbedingt bei der Beerdigung dabei sein und meinen Opa noch einmal sehen, bevor er ganz von uns geht. Doch meine Mutter ist dagegen. Ich sei noch zu klein, sagt sie. Ich bin sehr traurig und verstehe das nicht. Ich will ihn doch nur ein letztes Mal sehen. Meine ganzen Cousinen und Cousins werden doch auch hingehen, erwidere ich ihr. Warum ich nicht? Aber meine Mutter bleibt bei ihrem Nein, ich sei mit fünf Jahren einfach noch zu jung. Mein Opa wird beerdigt, und ich kann nicht dabei sein. Alle begleiten meinen Großvater auf seinem letzten Weg, und ich kann nicht mit den anderen trauern. Ich sei ja zu jung, was ich nicht wirklich verstehe.</p>
<p>Ein paar Tage später darf ich zu seinem Grab. Ich fahre mit meinen Eltern zum Friedhof und bin sehr aufgeregt. Die Sonne scheint an diesem Tag im Juni. Wir parken das Auto und betreten den Friedhof. Es ist für mich das erste Mal, dass ich einen Friedhof besuche. Ich gucke mich um, überall gibt es Gräber, einige sind sehr schön geschmückt, andere dagegen sind schlicht gehalten. Und dann stehen wir vor dem Grab meines Opas. Das Grab ist voller Blumenkränze. Wir stehen davor und ich merke, wie mein Vater weint. Ich schaue zu meiner Mutter und sehe, dass sie auch feuchte Augen hat. Dann nehme ich die Hand meines Vaters und drücke sie fest. Er guckt mich an und lächelt. Dort also liegt mein Opa, einige Zentimeter unter der Erde. Mein Großvater ist gestorben und wird nie wieder zurückkommen. Ich stehe vor dem Grab und verstehe, was das jetzt bedeutet. Mein Vater sagt, mein Opa sei nun an einem besseren Ort. An einem Ort, wo er nicht mehr krank ist und wo es ihm gut geht. Diese Vorstellung beruhigt mich. Trotzdem bin ich traurig, dass mein Großvater auf den Tag genau einen Monat vor meinem Geburtstag gestorben ist.</p>
<p>Ich hätte mich sehr gefreut, wenn mein Opa meinen sechsten Geburtstag noch erlebt hätte. Vielleicht guckt mein Opa vom Himmel aus zu und wünscht mir alles Gute. Diese Vorstellung gefällt mir.</p>
<p>Zuhause angekommen, gehe ich in mein Zimmer und denke über meinen Großvater nach. Danach gehe ich zu meinem Vater ins Wohnzimmer, setze mich zu ihm auf das Sofa und lächele ihn an. Er nimmt mich in den Arm und schaut mich fragend an: „Warum bist du so glücklich?“ Ich sage ihm: „Ich weiß dass mein Opa uns nie verlassen wird. Er wird auf uns aufpassen und uns beschützen.“ Mein Vater lächelt. „Kannst du mir ein paar Geschichten von meinem Opa erzählen?“, frage ich ihn. Er nickt und erzählt mir einige lustige Geschichten aus dem Leben seines Vaters. Ich höre aufmerksam zu und merke, dass mein Großvater nicht wirklich weg ist. Er wird immer in meinem Herzen bleiben, und ich werde mein Leben lang an ihn denken. Mein Vater schaut mich an, lächelt leicht und sagt, dass ich meinem Opa sehr ähnlich sehe, vor allem seine gigantischen Ohrläppchen hätte ich von ihm geerbt. Ich merke, wie mein Mund sich zu einem Lächeln formt. Trotz all der Trauer fühle ich, wie ich so etwas wie Glück empfinde. Und dann schlafe ich auf dem Schoß meines Vaters ein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Der Text ist ein Kapitel aus dem Buch „Aus Angst wächst Mut“, den Link dazu findet ihr <a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/wie-feuer-und-flamme/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier ein weiteres Kapitel</strong></a>, das bei uns veröffentlicht wurde.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie Feuer und Flamme</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/05/wie-feuer-und-flamme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 May 2017 07:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Gute Freund*innen sind ein großes Glück. Gerade in schwierigen Zeiten tut es gut, wenn einem*einer Menschen beistehen. Und selbst, wenn sich Freund*innen irgendwann auseinander leben, kann allein der Gedanke an die gemeinsame Zeit eine Hilfe sein. Darüber hat Ozan Beydogan für uns geschrieben. Was redet die da? Habe ich das richtig verstanden? Hat sie wirklich ihren Namen genannt? Den]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gute Freund*innen sind ein großes Glück. Gerade in schwierigen Zeiten tut es gut, wenn einem*einer Menschen beistehen. Und selbst, wenn sich Freund*innen irgendwann auseinander leben, kann allein der Gedanke an die gemeinsame Zeit eine Hilfe sein. Darüber hat </strong><strong>Ozan Beydogan für uns geschrieben.</strong></p>
<p><span id="more-8956"></span></p>
<p>Was redet die da? Habe ich das richtig verstanden? Hat sie wirklich ihren Namen genannt? Den Namen dieses Mädchens, das mir einmal so viel bedeutet hat? Und eigentlich immer noch bedeutet. Auch wenn wir in letzter Zeit keinen Kontakt mehr zueinander hatten. Warum redet die so schlecht über sie? Sind die beiden nicht befreundet? Redet man so über seine Freunde? Es tut mir weh, diese schlimmen Worte über sie zu hören. Und ich spüre, wie langsam die Wut in mir aufsteigt. Am liebsten würde ich sie zur Rede stellen, aber ich habe Angst, dass ich meine Gefühle nicht unter Kontrolle bekomme. Und überhaupt: Wäre sie damit einverstanden, dass ich sie hier verteidige?</p>
<p>Eigentlich geht es mich ja auch gar nichts an. Sollen die beiden das doch untereinander ausmachen. Weil ich die Situation nicht länger aushalten kann, gehe ich nach draußen, um zu rauchen.Es fällt mir aber immer noch schwer, das, was ich gehört habe, zu vergessen. Soll ich ihr davon erzählen? Und wenn ja wie, wo wir doch praktisch nichts mehr miteinander zu tun hatten?</p>
<p>Irgendwann, vielleicht eine halbe Stunde später, kann ich nicht mehr anders. Ich melde mich bei Facebook an und frage sie, ob ich sie kurz anrufen darf. Die Antwort kommt schnell und ist so, wie ich es befürchtet habe: „Nein. Das hatten wir doch schon geklärt.“</p>
<p>Ich weiß, sie muss das falsch verstehen, nachdem was war. Weil ich keine Lust habe, ihr eine lange Nachricht zu schreiben, frage ich, ob ich ihr eine Voicemail schicken darf. Da ich ihr erkläre, dass es wichtig ist, antwortet sie mit ja. Sie ist sehr erfreut und überrascht, nicht über ihre „Freundin“, sondern darüber, dass ich sie davor gewarnt habe. Sie sieht es wohl als Zeichen wahrer Freundschaft. Ja, es gab eine Zeit, da waren wir wirklich sehr enge Freunde. Unzertrennlich wie Feuer und Flamme. Nichts konnte uns auseinander bringen, da war ich mir sicher.</p>
<p>Der Grund für unsere enge und intensive Freundschaft ist die schwere Zeit, die wir gemeinsam überstanden haben. Wie zum Beispiel der Verrat meiner Schwester an meiner Familie und ihr als allerbester Freundin. Ich fühle mich oft einsam, bin traurig, dennoch gebe ich nie auf! Es gab eine Zeit, da lebte ich mit Vater, Mutter und meinen älteren Geschwistern unter einem Dach. Doch nicht sie waren es, die mir das Gefühl von Wertschätzung und Zusammenhalt gaben, sondern meine beste Freundin.</p>
<p>Bevor ich sie traf, war ich ein Arsch. Ich war asozial und hatte keine Hemmungen, Gewalt anzuwenden, besonders Frauen gegenüber. Das Mädchen, welches es am meisten abbekam, war meine ältere Schwester. Ich bin nicht der schlechteste Bruder gewesen, ich war beispielsweise immer für sie da. Nur, wenn mir etwas nicht passte, unterdrückte ich sie durch Gewalt. So brachten es mir meine Freunde bei und mein Vater lebte es mir unbewusst vor. Er zog vor sieben Jahren aus, aber verändern tat es nichts, ich blieb der selbe. Vor zwei Jahren lernte ich sie dann kennen, die ehemalige beste Freundin meiner Schwester, meine beste Freundin. Das erste Mal sah ich sie, als sie bei uns schlief.</p>
<p>Anfangs redeten wir nicht wirklich, bis ich ihr schrieb, um ihr eine Nachricht meiner Schwester zu senden. Wir schrieben und telefonierten am Abend auch. Wir verstanden uns einwandfrei und so wurden wir zu einem super Team. Sie veränderte mich sofort, aber das war nur möglich, weil ich ihre Persönlichkeit so klasse fand. Ein Mensch, der nicht über andere urteilte, der immer ehrlich ist, einfach ein echter Freund!</p>
<p>Ich weiß, ich bin noch sehr jung, aber ich hatte viele falsche Freunde, die mein Vertrauen aufs Übelste missbrauchten. Sie und ich stützten einander. Zum Beispiel in der Zeit, als meine Schwester mit meiner Familie brach, um zu ihrem Mann zu ziehen. In dieser Zeit erfuhr ich, dass eine Person, die immer für einen da ist, einem schnell ans Herz wächst. Es schweißt einen zusammen aus demselben Grund. Dazu gehört für mich auch, gemeinsam zu weinen.</p>
<p>Es war kein Weltuntergang, meine Schwester so zu verlieren, denn Bahar, meine beste Freundin, war neben mir. Aber ich wurde dadurch trotzdem ziemlich gefühlskalt. Mein Bild von einer Familie wurde zerstört und mein großer Bruder, der sich nicht für mich interessierte, bestätige es mir immer wieder.</p>
<p>Bahar wurde zu meiner Familie und ich erfuhr, dass es nicht nur die leibliche Familie gibt, sondern auch eine, die man sich selbst aussuchen kann, seine Freunde. Sie ist mir deshalb sehr wichtig geworden und umso größer war der Schmerz, als wir uns auseinander lebten. Ich konnte und wollte mir nicht vorstellen, mit ihr Kontakt abzubrechen und alleine durch diese Welt zu laufen. Wir haben uns also auseinander gelebt und es hat mich schlimmer getroffen als alles andere, also was tue ich? Ich war traurig und verzweifelt, über Wochen und Monate hinaus. Was sollte ich ohne Bahar machen, sie war doch die einzige Person, die an mich geglaubt hat. Sie hat mir beigebracht: Glaub immer an dich selbst. Menschen kommen und gehen, du darfst dein Ziel deshalb nicht verlieren.</p>
<p>Und als ich dann in meinem Zimmer lag, traurig war und schwer atmete, merkte ich: Bahar ist jetzt seit zwei Monaten weg und ich bin immer noch auf meinem Weg. Ich bin nicht tot oder von meinem Weg abgekommen! An diesem Punkt habe ich gemerkt, ich brauche niemand, um meine Ziele zu erreichen und wenn ich anfange nachzudenken und traurig zu sein, denke ich daran, dass ich eine Familie da draußen habe, die immer für mich da ist. Dann höre ich auf, so traurig zu sein. Ich schließe schließlich meine Augen und denke mir: Du schaffst alles, was du dir vornimmst, wenn du etwas dafür tust!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Was <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/10/friends-forever/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Freund*innenschaft für sie ausmacht und was nicht</strong></a>, erklären die Story Teller.</li>
<li>Wie es ist, von <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/kurzgeschichte-getaeuscht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>einem Menschen getäuscht zu werden</strong></a>, lest ihr hier.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Heimat &#8211; Iraki Brothers</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/03/heimat-iraki-brothers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 08:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Flucht]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle blicken bei Geflüchteten immer nur darauf, wie sie hier sind oder sein sollen: Integration und Anpassung sind Anforderungen, mit denen diese Menschen ständig konfrontiert sind. Die Iraki Brothers rappen hier von der anderen Perspektive, nämlich von der Heimat, die sie verlassen mussten, und davon, was es bedeutet, nicht mehr zurück zu können und die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alle blicken bei Geflüchteten immer nur darauf, wie sie hier sind oder sein sollen: Integration und Anpassung sind Anforderungen, mit denen diese Menschen ständig konfrontiert sind. Die Iraki Brothers rappen hier von der anderen Perspektive, nämlich von der Heimat, die sie verlassen mussten, und davon, was es bedeutet, nicht mehr zurück zu können und die eigene Familie für immer verloren zu haben.</strong></p>
<p><span id="more-7864"></span></p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li>Tamy Keitel von den story-tellern <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/my-home-is-where-i-hang-my-head/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">fragt nach dem Wert eines Zuhauses</a> </strong>und einer Heimat.</li>
<li>Paul berichtet <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/11/fluechtlingshelfererfahrungen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>von seinen Erfahrungen</strong></a> in der Geflüchtetenhilfe.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kurzgeschichte: Das rote Kleid</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/08/das-rote-kleid/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Aug 2016 08:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7082</guid>

					<description><![CDATA[Aleyna liebt ihre Mutter über alles. Doch manchmal kann die Frau, die ihr das Leben schenkte, nicht das geben was sie braucht. Zum Glück gibt es neben der Familie noch andere Menschen, die der jungen Frau Halt geben&#8230; Aus Angst wächst Mut. Herausgeber: Gandhi Chahine und Matthias Hoof. Ich habe mein rotes Kleid angezogen. Es ist lang]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aleyna liebt ihre Mutter über alles. Doch manchmal kann die Frau, die ihr das Leben schenkte, nicht das geben was sie braucht. Zum Glück gibt es neben der Familie noch andere Menschen, die der jungen Frau Halt geben&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-7082"></span></p>
<p><a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html"><em><u>Aus Angst wächst Mut</u></em></a><em><a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html">.</a> Herausgeber: Gandhi Chahine und Matthias Hoof.</em></p>
<p>Ich habe mein rotes Kleid angezogen. Es ist lang und hat einen Meerjungfrauenschnitt. Der Stoff besteht aus feiner Seide. Sie fühlt sich glatt und kalt auf meiner Haut an. Dieses wunderbare Kleid wurde extra für mich nach Maß geschneidert. Heute trage ich es für einen bestimmten Menschen. Jemand, der mir sehr nahe steht. Dieser Jemand hat mir versprochen, heute zu kommen. Ja, sie wird heute kommen. Ganz bestimmt! Ich bin so aufgeregt. Wie lange habe ich auf diesen Tag gewartet. Jetzt ist er da. Heute wird sie verstehen, weshalb ich in den letzten Wochen so oft unterwegs war. Heute wird sie mit eigenen Augen sehen, wofür ich jeden Tag geprobt habe. Ich bin mir ganz sicher: Sie wird stolz auf mich sein. Sie wird mit den anderen klatschen und mich voller Bewunderung anlächeln. Und ich werde zurücklächeln, voller Dankbarkeit und Liebe.</p>
<p>„Du bist dran, gib dein Bestes.“ Die Aufforderung reißt mich aus meinen Träumen. Ja, ich bin jetzt bereit für meinen großen Auftritt. Mit den anderen verlasse ich die Requisite und will mich auf den Weg zur Bühne machen. „Dein Handy klingelt“, sagt meine Freundin. Komisch, ich habe es gar nicht gehört. „Willst Du noch rangehen? Könnte wichtig sein. Wir warten dann auf dich.“ Ich drehe mich um, gehe zu meiner Tasche und hole das Handy heraus. Auf dem beleuchteten Display lese ich ihren Namen. Und sofort beschleicht mich diese traurige Gewissheit. Sie wird heute nicht kommen. Wieder nicht. Sie sagt, sie schafft es nicht. Sie hat so viel zu tun. Ich soll ihr nicht böse sein. Schweigend höre ich zu. Kein einziges Wort bringe ich heraus. Der Klos in meinem Hals fühlt sich hart und schwer an. Ich versuche ihn herunterzuschlucken. Vergeblich. Bevor sie etwas von meiner Enttäuschung spürt, habe ich schon aufgelegt.<br />
Mechanisch lasse ich meinen Arm mit dem Handy sinken, lasse es zurück in meine Tasche gleiten. Mein Blick ist mit einem mal ganz glasig. Nein, nur jetzt nicht weinen, nur das nicht! Denk an deinen Auftritt! Aber es ist schon zu spät. Die ersten salzigen Tropfen fließen über meine Wangen. Ich kann sie nicht mehr stoppen. Hemmungslos lasse ich den Tränen freien Lauf. Eine nach der anderen läuft mir die Wange hinab. Mit verschwommenem Blick schaue ich in den Spiegel und versuche, die Tränenflut zu stoppen. Ein verzweifelter Versuch zu verhindern, dass der Mascara verläuft. Mit Mühe kann ich verhindern, dass die Tränen auf das schöne rote Kleid tropfen.<br />
Ich fühle innerlich den Schmerz. Diese ganze Traurigkeit und die Ohnmacht, die Enttäuschung und auch den Ärger. Diese Hoffnungslosigkeit raubt mir für einen Moment alle Kraft. Meine Gefühle fahren gerade Achterbahn. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Und das so kurz vor dem entscheidenden Auftritt.</p>
<p>Sie ist die wichtigste Person in meinem Leben. Sie ist der Mensch, der mir das Leben geschenkt hat, der mich auf diese Welt gebracht hat. Ein Engel in meinen Augen. Und sie trägt den schönsten Namen, den es auf dieser Erde gibt: ,,Mama“. Wie oft habe ich dieses Wort ausgesprochen, als ich voller Liebe und Bewunderung zu ihr aufgeschaut habe. Wie oft habe ich nach ihr gerufen, als ich ihre Nähe brauchte. Sie war immer für mich da. Hat mich getröstet, ermutigt, unterstützt. Und heute, wo ich ihr etwas davon zurückgeben wollte von dieser Liebe, da hat sie keine Zeit.</p>
<p>Meine Freundin schaut vorsichtig zur Tür herein. Sie blickt mich an und weiß sofort Bescheid. „Du müsstest jetzt eigentlich raus auf die Bühne“, sagt sie. „Aber das geht wohl im Moment nicht.“ Ich nicke ihr nur stumm und schniefend zu. „Jetzt kommen die anderen schon zurück, vielleicht gehst du besser woanders hin.“ Ich laufe mit gesenktem Blick in einen leer stehenden Raum, setzte mich auf den Boden und lehne mich mit dem Rücken an die Wand. Immer noch strömen die Tränen meine Wangen hinab. Ich muss jetzt meine Fassung zurückgewinnen, rede ich mir ein. Mit größter Anstrengung gelingt es mir endlich, mich auf die nächste Szene einzustellen. Schwerfällig stehe ich auf und sehe einen Spiegel in der Ecke des Raumes. Mir graut vor dem, was ich da gleich sehen werde. Trotzdem gehe ich entschlossen auf den Spiegel zu. Etwa einen Meter davor bleibe ich stehen und schüttelte fassungslos mit dem Kopf. Bin das wirklich ich, die mich da aus verheulten Augen anschaut? Das ganze Make-up ist vollkommen ruiniert, der Mascara natürlich verlaufen. Zum Glück ist nur ein kleiner Wasserfleck auf dem roten Kleid gelandet. Das wird man im Zuschauerraum nicht sehen. Aber ich habe nicht mehr viel Zeit bis zum großen Auftritt, um mein Gesicht zu trocknen und mich neu zu schminken. Sie ist immer noch in meinem Kopf. Aber jetzt sind es nicht mehr Trauer und Enttäuschung, die ihr Bild in mir hervorrufen. Es ist vielmehr eine merkwürdige Entschlossenheit, fast schon ein wenig Trotz.<br />
Während ich den Mascara nachziehe und meine Wangen pudere, höre ich Schritte auf dem Gang. Eine Stimme ruft meinen Namen. Plötzlich öffnet sich die Tür.<br />
Dann steht er vor mir, schaut mich kopfschüttelnd an, sagt kein einziges Wort. Er kennt mich. Er weiß genau, was los ist. Der Leiter der Theatergruppe blickt mich prüfend an, so als wollte er mich fragen: Wird das noch was heute? Ich senke meine Augen zu Boden und versuche dann, mit einem Lächeln wieder aufzuschauen. Aber so ganz gelingt mir dies nicht. Er nimmt mich an die Hand, versucht mir Mut zu machen. „Komm, du schaffst das“, sagt er, „wir brauchen dich!“ Seine ruhige und besonnene Art, seine Worte tun mir gut. Er nimmt mich mit zu den anderen, die schon auf mich warten. Meine Freundin bringt mir Tücher, etwas Creme und ihre Schminke. Mit ihrer Unterstützung kann ich mein Make-up wieder auffrischen. Ich streiche noch einmal mit der Hand über die kleinen Falten an meinem roten Kleid und überprüfe, ob es richtig sitzt.<br />
Obwohl ihre Worte am Telefon eindeutig waren, bleibt noch ein Funken Hoffnung. Vielleicht will sie mich einfach nur überraschen. Erst absagen und dann doch kommen.<br />
Wieder fühle ich innerlich diesen Schmerz und die Hoffnungslosigkeit. Wieder fangen sie an, mir alle Kraft raubten.</p>
<p>Wieso versteht sie nicht, wie wichtig mir die Schauspielerei ist? Es ist nicht nur ein Hobby, es bedeutet mir viel mehr. Wenn ich auf der Bühne stehe und meine Rolle spiele, dann ist das pure Leidenschaft. Wieviel Zeit und Liebe habe ich in dieses Stück, in diese Rolle investiert!</p>
<p>Jetzt ist es wirklich so weit. Ich muss nun raus auf die Bühne. Ein letzter Blick in den Spiegel, dann setzte einen Schritt nach hinten und drehe mich entschlossen um. Der Leiter gibt mir das Zeichen, dass ich nun hinausgehen soll.<br />
Da stehe ich nun auf der Bühne. Im Dunkeln sehe ich die Lichter im Publikum. Wahrscheinlich kommen sie von den Kameras und Handys im Saal. Plötzlich geht das Licht an, ich versuchte, mich jetzt ganz auf meine Rolle zu konzentrieren. Ich spiele sie voller Elan und Leidenschaft. Und wieder ist es diese erstaunliche Erfahrung: Auf der Bühne vergesse ich eine Zeitlang all mein Leid und meine Sorgen. Und trotzdem schaue ich immer wieder voller Hoffnung zur Eingangstür am hinteren Eingang des Saales. Das Stück neigt sich dem Ende zu. Zum Schluss verbeugen wir uns vor dem applaudierenden Publikum. Dann verlassen wir gemeinsam die Bühne und gehen der Reihe nach wieder hinein. Noch immer sind das Jubeln und der Applaus des Publikums ungebrochen. Ich fühle mich stolz und etwas erleichtert. Der Regisseur klopft mir sanft auf die Schulter. Er lobt mich für diesen erfolgreichen Auftritt. Und dann sagt er diesen Satz, der mir über die Enttäuschung und den Schmerz hinweghilft: „Sei nicht traurig, meine Liebe, dass Deine Mutter nicht gekommen ist. Vielleicht beim nächsten Mal. Aber eins sollst Du wissen: Unsere Theatergruppe, das ist auch deine Familie.“</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die Liebeserklärung der 10BQueens an eine Mutter, die für <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/03/ein-besseres-leben/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>Ein besseres Leben</u></a> alles auf eine Karte gesetzt hat, siehst du hier.</li>
<li>Manchmal kann die Familie eine riesige Enttäuschung sein. Wie Tamy Keitel weit weg von ihrem Elternhaus ein neues Zuhause gefunden hat, liest du in <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/my-home-is-where-i-hang-my-head" target="_blank" rel="noopener noreferrer">My home is where I hang my head</a></u>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alkohol: Die unterschätzte Gefahr</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/06/alkohol-die-unterschaetzte-gefahr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[10BS QUEENS]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Jun 2016 08:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein paar Bier zum Feierabend? Das kann schnell zur Gewohnheit werden. Wie gefährlich Alkohol für Familien sein kann, erzählt Celine in ihrem Poem. Das Video über den Konflikt zwischen Tochter und Vater entstand in einem Workshop der Poetry Slamer*innen Fee &#38; Dominik. Weiterführende Links: Ein Rückblick auf den Poetry Slam Workshop von Fee &#38; Dominik. „Kenn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein paar Bier zum Feierabend? Das kann schnell zur Gewohnheit werden. Wie gefährlich Alkohol für Familien sein kann, erzählt Celine in ihrem Poem. Das Video über den Konflikt zwischen Tochter und Vater entstand in einem Workshop der Poetry Slamer*innen Fee &amp; Dominik.<span id="more-6720"></span></p>
<p><strong>Weiterführende Links:</strong></p>
<ul>
<li>Ein Rückblick auf den <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/12/18-20-12-15-poetry-workshop-mit-fee-und-dominik-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Poetry Slam Workshop von Fee &amp; Dominik</span></a>.</li>
<li><a href="http://www.kenn-dein-limit.info" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">„Kenn dein Limit“</span></a> ist eine Kampagne für Jugendliche. Auf der Seite findest du viele Infos rund um das Thema Alkoholsucht.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wenn ich an meinen Opa denke</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/02/wenn-ich-an-meinen-opa-denke/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sarah Wiedenhöft]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Feb 2016 08:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
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					<description><![CDATA[Für meinen besten Freund Als ich ein Kind war, war er mein großes Vorbild, eine enge Bezugsperson, zu der ich regelmäßig Kontakt hatte. Wenn ich an ihn denke, fallen mir zuerst seine großen, warmen Hände ein. Als ich im Kindergarten war, wollte ich oft auch im Winter keine Handschuhe tragen. Manchmal krempelte ich mir sogar]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Für meinen besten Freund</p>
<p>Als ich ein Kind war, war er mein großes Vorbild, eine enge Bezugsperson, zu der ich regelmäßig Kontakt hatte. Wenn ich an ihn denke, fallen mir zuerst seine großen, warmen Hände ein. Als ich im Kindergarten war, wollte ich oft auch im Winter keine Handschuhe tragen. Manchmal krempelte ich mir sogar die Ärmel vom Schneeanzug hoch, um den Schnee richtig formen, um mit den Schneebällen richtig zielen zu können. Wenn ich dann abends von der Schneeballschlacht nach Hause kam, waren meine Finger feuerrot und eiskalt. Richtig weh taten sie und bewegen konnte ich sie kaum noch.</p>
<p>Er saß auf dem Sofa im Wohnzimmer, gegenüber von der Tür. Meist trug er ein kariertes Hemd, eine braune Hose und schwarze Hausschuhe. Er nahm mich hoch und zog mich auf seinen Schoß. Ich kuschelte mich an ihn. Dann nahm er meine kleinen, kalten Hände zwischen seine riesengroßen Pranken und fing an, so lange warme Luft hinein zu pusten, bis meine Hände wieder warm waren. Meist roch er nach Bier.</p>
<p>Früher, bevor ich geboren wurde und nachdem er von der Front zurückgekehrt war, war er Gärtner gewesen und das bekam auch ich zu spüren. Im Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstrahlen begannen, die Erde zu wärmen und die Bäume und Blumen sprießen ließen, wurde er aktiv. Er kaufte Samen und Erde und begann eifrig, den Balkon zu bepflanzen. Ich durfte aussuchen, ob ich lieber Stiefmütterchen anschauen oder später dann Tomaten ernten wollte. Er erklärte mir, was die einzelnen Pflanzen brauchten, um gut wachsen zu können. Er zeigte mir die Formen und Farben der unterschiedlichen Blätter, die die Bäume tragen. Wir sammelten sie und pressten sie in Büchern, bis sie trocken waren, um sie dann später aufzukleben.</p>
<p>Auch Insekten mochte er sehr. Zum Geburtstag schenkte er mir einmal ein kleines Glas mit einem roten Deckel, zu dem eine grüne Lupe gehörte. Gemeinsam zogen wir los, in die Natur. Wir sammelten Marienkäfer, Kellerasseln und Grashüpfer und schauten sie uns unter der Lupe an. Mir gefielen besonders Schnecken. Einmal sammelten wir zusammen über 50 Schnecken in einem großen Schuhkarton. Wir ließen sie Wettrennen machen und fütterten sie mit Salat und Blättern. Abends nahm ich den Karton mit nach Hause und stellte ihn auf den Balkon. Als ich am Morgen nach den Tieren sehen wollte, kam der Schock: Die Schnecken waren natürlich nicht in dem Schuhkarton geblieben, sondern hatten sich über den ganzen Balkon verteilt und sich in der Nacht über die Pflanzen hergemacht. Die Blätter der Stiefmütterchen zierten deutliche Bissspuren, und vor allem die Tomatenpflanzen hatten sehr gelitten. Ich hatte große Angst. Was würde mein Freund sagen? Schließlich hatte er sich mit dem Gärtnern so viel Mühe gegeben. Als er dann kam, war er zum Glück nicht wütend. Er half mir, die Schnecken einzusammeln und wir setzten sie gemeinsam vor dem Haus aus. Dann kümmerten wir uns um die Balkonpflanzen. Er lachte und erzählte an diesem Tag erstaunlich viel.</p>
<p>Ansonsten redete er nicht viel. Und er bewegte sich auch nicht viel. Meist saß er einfach still da, las oder schaute fern. Einmal, viel später, als ich schon kurz vor dem Abitur stand und mir gerade überlegte, welche Leistungskurse ich wählen wollte, saßen wir beim Essen. Es gab Hühnersuppe. Es war still. Plötzlich platze es aus ihm heraus: „Ich habe neun Menschen erschossen!“, sagte er. Ich brauchte etwas, um zu verstehen, dass er von seinen Einsätzen im zweiten Weltkrieg redete. Damals traute ich mich nicht, ihn weiter danach zu fragen. Wer waren diese Menschen? Und wie kam es dazu? Je älter mein er wurde, umso trauriger und stiller wurde er. Er weinte viel und ging immer weniger nach draußen in die Natur. Ich habe ihn nie danach gefragt, was da auf einmal mit ihm passiert war. Warum er so traurig war.</p>
<p>Damals, im Krieg, als auch meine Eltern noch nicht geboren waren, hatte die Frau, die er später heiratete, ein anderes Leben als er. So wie alle Frauen. Von ihr werde ich Sätze wie „Ich habe neun Menschen erschossen“, niemals hören. Sie musste nicht kämpfen. Es gehörte einfach nicht zu ihren Aufgaben. Sie musste kochen, putzen und sich um ihre sieben Geschwister kümmern. Die Schule schloss sie nicht ab. Er auch nicht. Ich frage mich, ob Er gern ein Mann war, in dieser Zeit des Krieges. Oder ob er vielleicht lieber die Socken der Geschwister gestopft, für alle gekocht und mit den kleinen Kindern gebastelt hätte. Ich weiß, dass er das gern mochte, aber die Wahl hatte er nicht. Oder ob das überhaupt eine Rolle gespielt hat.</p>
<p>Inzwischen ist mein Freund gestorben. Ich hätte ihn noch so viel Fragen, noch so viel mit ihm besprechen wollen. Doch dazu ist es nun zu spät. Was bleibt, ist die Erinnerung an seine warmen Hände, für mich Symbol von Schutz und Geborgenheit.</p>
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