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	<title>Was geht Almanya &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Was geht Almanya &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>I have a dream &#8211; Song zum Girls&#8216; &#038; Boys&#8216; Day</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/04/girls-boys-day/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2023 09:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
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					<description><![CDATA[I HAVE A DREAM von WAS GEHT ALMANYA (2015) – Musikvideo zum Girls’ &#38; Boys’ Day… &#8222;Typisch Mann, typisch Frau &#8211; was soll das bedeuten?&#8220; Mehr dazu: Hier findest du mehr Information über den Girls&#8216; Day und den Boys&#8216; Day. Und hier schreibt die Story-Tellerin Tamy Keitel, warum Geschlechterklischees total von gestern sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>I HAVE A DREAM von WAS GEHT ALMANYA (2015) – Musikvideo zum Girls’ &amp; Boys’ Day… &#8222;Typisch Mann, typisch Frau &#8211; was soll das bedeuten?&#8220;</strong></p>
<p><span id="more-11300"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findest du mehr Information über den <a href="https://www.girls-day.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>Girls&#8216; Day</strong></a> und den <strong><a href="https://www.boys-day.de" target="_blank" rel="noopener">Boys&#8216; Day</a>.</strong></li>
<li>Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/04/2549/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a> schreibt die Story-Tellerin Tamy Keitel, warum Geschlechterklischees total von gestern sind.</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Dopppelmoral</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/12/doppelmoral/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Dec 2022 16:06:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[WM 2022]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch unsere Redaktionsgruppe &#8222;Was geht Almanya&#8220; hat eine Meinung zur WM in Katar. Diese gibt`s, wie so oft, in Form eines starken Songs. Hört doch mal rein.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auch unsere Redaktionsgruppe &#8222;Was geht Almanya&#8220; hat eine Meinung zur WM in Katar. Diese gibt`s, wie so oft, in Form eines starken Songs. Hört doch mal rein.</strong></p>
<p><span id="more-15213"></span></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Von Brunnen, Feldarbeit und Olympia</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/von-brunnen-feldarbeit-und-olympia/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Mar 2022 09:18:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[olympia]]></category>
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					<description><![CDATA[Skispringen ist seit den ersten olympischen Winterspielen 1924 fester Bestandteil des Programms. Aber nur das der Männer. Frauen mussten fast 100 Jahre warten, bis sie 2014 das erste Mal um olympische Medaillen von der Schanze fliegen durften. Entschieden wurde dies lange Zeit ausschließlich von Männern, für die der Sport zu gefährlich, harte Arbeit auf dem]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Skispringen ist seit den ersten olympischen Winterspielen 1924 fester Bestandteil des Programms. Aber nur das der Männer. Frauen mussten fast 100 Jahre warten, bis sie 2014 das erste Mal um olympische Medaillen von der Schanze fliegen durften. Entschieden wurde dies lange Zeit ausschließlich von Männern, für die der Sport zu gefährlich, harte Arbeit auf dem Feld aber akzeptabel für Frauen war. Warum <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/sexismus/">Sexismus</a> im Sport noch lange nicht überwunden ist, erklären Aya und Medine von <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/">Was geht Almanya</a> in ihrem neuen Text.</strong></p>
<p><span id="more-14687"></span></p>
<p>Wenn wir über Gleichberechtigung reden, denken viele an Gender-Pay-Gap.  Sind Veränderungen also nur in dem Bereich erforderlich?  Was den Sport anbetrifft, wurde der Sexismus längst nicht überwunden.  Schon in der Vergangenheit durften Frauen sich an den <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/olympia/">Olympischen Spielen</a> nicht beteiligen. <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/sport/">Sport</a> macht unfruchtbar, sagten sie.  Doch haben sie das auch gesagt, als die Frauen den Haushalt mit Wasser aus dem oft weit entfernten Brunnen versorgt haben? Nein, sie haben geschwiegen.  War es etwa nicht anstrengend? Doch, war es.</p>
<p>Uns wurden im Laufe der Geschichte immer wieder implausible Erklärungen geliefert. Erklärungen, die sich Männer ausgedacht haben.  Beim Skispringen durften die Frauen nicht teilnehmen.  Skispringen gefährdet die Gebärmutter, sagten sie.  Doch haben sie das gesagt, als die Frauen auf den Feldern bis zur Erschöpfung gearbeitet haben? Nein, sie haben geschwiegen. War es etwa nicht anstrengend? Doch, war es.</p>
<p>Erst 1908 durften deutsche <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/frauen/">Frauen</a> an den Olympischen Spielen teilnehmen.  Doch wurde das Problem damit gelöst? Nein, natürlich nicht.  Bei den Olympischen Spielen gibt es wieder die Trennung zwischen Athleten und Athletinnen. Und natürlich bewegt sich alles im binären System mit all den Zuschreibungen und Zuordnungen, die diese Vorstellungen mit sich bringen. Schwierig für Menschen, die sich als non-binär definieren und sich nicht einordnen lassen möchten – oder können.<br />
In den meisten Fällen genießen die <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/maenner/">Männer</a> die Vorteile solcher Trennungen.  Doch was gewinnen die männlichen Athleten dadurch? Sie sind sichtbarer, sie werden gefeiert. Und sie gelten als Maßstab sportlicher Leistungen. Denn wenn es ein starkes Geschlecht geben soll, muss es zwangsläufig auch ein schwaches Geschlecht geben.</p>
<p>Warum können Männer* und Frauen* nicht gemeinsam an Skispring-Wettbewerben teilnehmen, wenn die Leistungen gleich sind? Warum haben Männer* und Frauen* getrennte Wettbewerbe bei Freestyle-Areals, obwohl sie ähnliche / gleiche Sprünge machen? Wovor haben Männer Angst? Dass Frauen* ähnliche oder gar bessere Leistungen erbringen können? Offensichtlich ja. Denn das, was nicht sein darf, darf nicht sein. Es wird Zeit, dass der olympische Gedanke der Antike, der offensichtlich in Teilen noch in unserer Gegenwart weiterlebt, der Realität menschlicher <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/vielfalt/">Vielfalt</a> gerecht wird. Je eher, umso besser.</p>
<p>Aya und Medine</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Weltfrauen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/03/weltfrauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2022 11:39:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenrechte]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichstellung]]></category>
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					<description><![CDATA[Alle Tage sind Frauenkampftage, trotzdem freuen wir uns, zu diesem offiziellen Tag endlich wieder einen Beitrag von Was geht Almanya zu veröffentlichen. Einen Text, in dem junge Menschen mehr als nur einmal im Jahr Pralinen und Blumen fordern, sondern Respekt, Anerkennung und Gleichbehandlung. Weltfrauentag, 22, dieses Jahr 8. März, unser Motto „Brake the base“, ist]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong><span class="s1">Alle Tage sind Frauenkampftage, trotzdem freuen wir uns, zu diesem offiziellen Tag endlich wieder einen Beitrag von Was geht Almanya zu veröffentlichen. Einen Text, in dem junge Menschen mehr als nur einmal im Jahr Pralinen und Blumen fordern, sondern Respekt, Anerkennung und Gleichbehandlung.</span></strong></p>
<p><span id="more-14606"></span></p>
<p>Weltfrauentag, 22, dieses Jahr<br />
8. März, unser Motto „Brake the base“, ist doch klar<br />
Ich als Frau muss mich doch immer wieder beweisen<br />
Immer dieselbe Leier, hört doch auf, euch selbst zu bescheißen.</p>
<p>Und nach über 100 Jahren hat sich kaum etwas geändert.<br />
Kämpfen unser ganzes Leben, werden trotzdem gehindert.<br />
Wir sind starke Frauen, uns kann ‚Mann‘ nicht unterkriegen<br />
Bei uns wird Feminismus immer großgeschrieben.</p>
<p>Stärke und Respekt werden uns nicht geschenkt.<br />
Wir haben uns die Rechte selbst erkämpft<br />
Keine Blumen und Pralinen zum Weltfrauentag,<br />
denn Respekt und Anerkennung sind angesagt.</p>
<p>Wir kämpfen um unsere Rechte schon seit über 100 Jahren<br />
Mussten Vieles ertragen, weil wir die Frauen waren<br />
Und immer noch die Frauen sind, immer die, die fighten,<br />
immer die, die kämpfen müssen und darunter leiden.</p>
<p>Seit über 100 Jahren es ist noch nicht angekommen „Gebt ihnen ein Wahlrecht!“ das würde reichen, wurde angenommen Aber Verständnis zu zeigen das Frauen noch leiden unter diesen Strukturen<br />
darauf ist man(n) nicht gekommen.<br />
Für Chefpositionen gibt es eine Frauenquote (warum?) Weil das, was ein Mann ja schon immer gemacht hat, im Gegensatz zu ihm eine Frau nicht durfte Wollen Gleichberechtigung und keine Blumen haben, was ein dummer Scherz Patriarchale Strukturen zerschlagen, für eine Frau heißt das, jeden Tag nicht nur am 8. März</p>
<p>für „Was geht, Almanya?!“ haben den Text erarbeitet:<br />
Medine, Selena, Aya, Nadine, Ginda, Lisa, Vanessa, Nico, Jason &amp; Sarah „La Voice“</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jean-Luc: Wir haben uns</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/10/jean-luc-wir-haben-uns/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2021 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute gibt&#8217;s endlich mal wieder was für eure Ohren! Und zwar einen ganz tollen Song von Jean-Luc (Was geht Almanya). Es geht um Zusammenhalt, um Liebe und um Vertrauen zueinander &#8211; und dann ist Scheitern eigentlich gar nicht mehr möglich. Viel Spaß beim Anhören! Mehr dazu: Auf der Suche nach einem Soundtrack für den Tag?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute gibt&#8217;s endlich mal wieder was für eure Ohren! Und zwar einen ganz tollen Song von Jean-Luc (Was geht Almanya). Es geht um Zusammenhalt, um Liebe und um Vertrauen zueinander &#8211; und dann ist Scheitern eigentlich gar nicht mehr möglich. Viel Spaß beim Anhören!</strong></p>
<p><span id="more-13617"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auf der Suche nach einem Soundtrack für den Tag? <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/musik/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier entlang</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Funkeln der Diamanten</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/03/das-funkeln-der-diamanten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Mar 2021 07:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über einen Beitrag von der Was geht Almanya-Autorin Pia Johannimloh. &#8222;Das Funkeln der Diamanten&#8220; ist aus dem Buch &#8222;Aus Angst wächst Mut&#8222;, in dem außer Pia noch 18 weitere junge Menschen sehr persönliche Geschichten erzählen. In dieser hier geht es um einen Tag in der Schule, der ganz anders endet als erwartet&#8230; viel]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Wir freuen uns über einen Beitrag von der Was geht Almanya-Autorin Pia Johannimloh. &#8222;Das Funkeln der Diamanten&#8220; ist aus dem Buch &#8222;<a href="https://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener">Aus Angst wächst Mut</a>&#8222;, in dem außer Pia noch<strong> 18 weitere junge Menschen sehr persönliche Geschichten erzählen. In dieser hier geht es um einen Tag in der Schule, der ganz anders endet als erwartet&#8230; viel Spaß beim Lesen!</strong></b></p>
<p><span id="more-12831"></span></p>
<p>Der Regen prasselte gegen mein Fenster, so dass ich wach war, bevor der Wecker klingelte. Ich schaltete das Licht oberhalb meines Kopfes an, schlug die Decke zurück und stieg aus dem Bett. Als ich in den Spiegel schaute, erkannte ich mich selbst nicht wieder. Ich hatte dunkle Ringe unter den Augen und meine Haare sahen aus, als hätte ich einen Stromschlag bekommen. Nach gefühlten zwei Stunden hatte ich meine Frisur gebändigt und meine Augenpartie übergeschminkt. Am Frühstückstisch waren meine Eltern in ein Gespräch vertieft. Mein Bruder las seine Nachrichten, niemand nahm mein gelangweiltes „Morgen“ zur Kenntnis. Ich trank ein Glas Milch und aß einen Apfel.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Es hatte aufgehört zu regnen, doch die Straßen waren immer noch nass. Die Blätter, die schon zahlreich von den Bäumen fielen, machten den Weg auch nicht besser. Es war rutschig und kalt. Der Berg kam mir an diesem Morgen noch steiler vor als sonst und ich musste mein Fahrrad hinauf schieben, um überhaupt herauf zukommen. Ich stellt mein Fahrrad hinter der Schule ab und beeilte mich, ins Gebäude zu kommen. Am Eingang passte mich eine Freundin ab und gemeinsam gingen wir geradewegs zu unserem Klassenzimmer. Unsere Lehrerin war wie immer zu spät und ihr Unterricht langweilig wie nie zuvor. Im Laufe der Stunde schliefen meine Mitschüler nach und nach ein oder versanken in ihren Gedanken. Mit der Zeit ließ auch meine Konzentration nach. Irgendwann schaltete ich ganz ab und hang nur noch meinen Gedanken nach.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Die Glocke ließ uns alle hochschrecken. Langsam leerte sich unsere Klasse. Ich nahm das Klassenbuch an mich und verließ zusammen mit meinen Freundinnen den Raum. Die frische Luft auf dem Weg zur Sporthalle tat gut. Aber irgendetwas war komisch. Zuerst war es nur ein Gefühl, aber nach und nach wurde es Gewissheit. Und dann sah ich es auch: Meine Mitschüler beobachteten mich die ganze Zeit von der Seite und tuschelten miteinander. Was hatte das zu bedeuten? Was stimmte nicht mit mir? Mehrmals kontrollierte ich unauffällig meine Sachen. Hatte ich auch wirklich nichts vergessen? Nein, hatte ich nicht. Alles war da. Die Schuhe, ordentlich gebunden, die Hose, vorne geschlossen, das T-Shirt, ohne auffälligen Aufdruck und ohne flecken. Was war denn nur los? Warum starrten die mich so an?</p>
<p>Dann kassierte ich auch noch zwei dumme Sprüche, war aber nicht in der Lage, etwas zurück zu geben. Stattdessen antwortete meine Freundin, ohne dass ich verstand, worum es ging. In meinem Kopf lief eine Dauerschleife. Immer und immer wieder dasselbe. Eine Reihenfolge von Schritten perfekt auf die Musik abgestimmt. Zumindest war es für mich perfekt. Würden die anderen es genauso finden?<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wir waren bei der Halle angekommen. Da draußen eine Eiseskälte herrschte, freute sich jeder über die geheizten Räume. In Windeseile zog ich mich um, schnappte mir das Klassenbuch und betrat die Halle. Dort hatte sich schon die Hälfte meiner Klasse versammelt.</p>
<p>Als Frau Hansen die Halle betrat, achtete zuerst niemand auf sie. Sie wurde nie beachtet, nie wahrgenommen und nie respektiert. Sie war eine von der Sorte, mit der man machen konnte, was man wollte. Niemals würde und könnte sie sich dagegen wehren. Doch heute war alles anders. Wir spürten es lange bevor sie bei uns angekommen war. Es lag förmlich in der Luft, dass diese Stunde nicht mehr so sein würde wie die vorherigen. Ohne dass sie ein Wort gesprochen hatte, wurden alle plötzlich still, merkwürdig still. Und wieder spürte ich die Blicke der anderen. Sie schauten nur mich an. Die Skepsis in ihren Blicken bohrte sich durch meinen Körper direkt in mein Herz. Für einen Moment hörte es auf zu schlagen.</p>
<p>Noch immer starrten mich meine Mitschüler an, als käme ich von einem anderen Planeten. Erst als Frau Hansen das Wort ergriff, nahmen sie ihre Blicke langsam von mir. Wieder sah ich an mir herunter. War etwas nicht in Ordnung mit mir? Hatte ich mein T-Shirt vielleicht falsch herum angezogen oder meine Hose auf links? Nein mit mir war alles in Ordnung.</p>
<p>Irgendwann bemerkte ich, dass wir im Halbkreis um Frau Hansen herum saßen. Ich bekam nur einige Gesprächsfetzten mit, den Zusammenhang verstand ich nicht. Als ich meinen Namen hörte, wurde ich hellhörig. Wie in Trance stand ich auf und stellte mich neben Frau Hansen. Wieder diese Blicke, wieder dieser stechende Schmerz. Das beliebteste Mädchen unserer Klasse funkelte mich böse an. Ich konnte sie noch nie leiden, ebenso wenig wie sie mich. Tom, mein Schwarm, lächelte mich anerkennend an. Seine strahlenden Augen und sein freundliches Lächeln taten mir gut. Wenigstens einer, der es gut mit mir meinte. Die anderen schauten einfach nur auf den Boden.</p>
<p>Mein Herz schlug so schnell, wie eine Rakete die gerade in den Himmel schießt, es schlug so laut, dass ich dachte, jeder hätte es hören können. Die Stimmen meiner Mitschüler wurden lauter. Dann standen alle auf und blickten mich erwartungsvoll an. Worüber hatte Frau Hansen gesprochen? Meine Freundin schaute mich verwirrt an, als ich sie danach fragte, aber sie gab mir Antwort.</p>
<p>Meine Lehrerin hatte also über mich und meine bisher unzumutbaren Leistungen gesprochen. Diese ungemein lieb gemeinte Rede beschwor nur noch mehr spöttische Blicke herauf. Selbst zwei meiner ehemals guten Freundinnen lachten nun über mich. Ich kochte innerlich vor Wut. Freunde? Das sollten Freunde sein?</p>
<p>Nur zwei Menschen lachten nicht mit. Tom, der Junge in den ich schon seit langem verliebt war und meine beste Freundin. Aber vielleicht steckte sie auch mit den anderen unter einer Decke. Von nun an würde ich auf mich allein gestellt sein. Niemandem konnte ich mehr vertrauen.</p>
<p>Während die anderen sich warm liefen, dehnte ich mich und lief zwei Runden mit. Das Verhalten meiner Mitschüler besserte sich auch im weiteren Verlauf der Stunde nicht. Das war mir mittlerweile aber auch ziemlich egal. Die dummen Sprüche die mich jede Minute erreichten und diese spöttischen Blicke schraubten meine Laune immer tiefer. Ich lief mit meiner Freundin zusammen und bald gesellte sich auch Tom zu uns. Wir kamen ins Gespräch und meine Laune besserte sich augenblicklich. Sie fiel aber sofort rapide wieder ab, als mich der nächste dumme Spruch erreichte. Er kam von Elias, dem Klassenclown, der sogleich die Faust meines Schwarms kassierte. Er taumelte und setzte sich unfreiwillig auf seinen Hosenboden. Die Klasse krümmte sich vor Lachen und ich wurde knallrot.</p>
<p>Dann sah ich, wie Tom stehenblieb und auf seine Hand starrte. Die Haut um seine Knöchel herum war aufgeplatzt und er blutete, aber zum Glück nur leicht. Während Frau Hansen die Hand untersuchte und verband, riss Elias schon wieder dumme Sprüche. Ich blickte Tom verlegen an und er schenkte mir ein aufmunterndes Lächeln. Durch Toms Verletzung blieb nicht mehr viel von der Stunde übrig. Doch dieser letzte Rest gehörte nun vollständig mir. Während ich die CD einlegte, steigerte sich mein Lampenfieber ins Unermessliche. Es würde schwer werden, die Aufmerksamkeit meine Klasse zu bekommen, das wusste ich. Aber, dass es so schwer werden würde, hätte ich dann doch nicht gedacht.</p>
<p>Ich ließ sie sich in einer Reihe aufstellen, startete die CD und ließ ein Lied durchlaufen. Dann stellte ich mich zwei Schritte vor die Klasse und schaute in die Runde. Ich sah neugierige, aber auch verächtliche Blicke. Ich sah Neid und auch Respekt und ich sah ein strahlendes Lächeln. Dieser Blick war es, der mir signalisierte, dass ich es auf jeden Fall schaffen würde.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dann drehte ich mich um und mein Lied setzte ein. Ich kam gut in den Takt, tanzte – wie ich fand &#8211; ausdrucksstark und elegant, rhythmisch und fließend. Ja, ich tanzte, ich tanzte einfach vor den Augen meiner staunenden Mitschüler, vor der ganzen Klasse und vor Frau Hansen. Meine Angst, meine Unsicherheit und meine Wut waren mit einem Mal überwunden. Und wenn man die Zeit jetzt angehalten und sich mein Gesicht genauer angeschaut hätte, hätte man sehen können, dass meine Augen funkelten. Sie funkelten wie die schönsten Diamanten der Welt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte aus dem Buch und weitere Beiträge von <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Was geht Almanya gibt&#8217;s hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was ist Männlichkeit für mich?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/01/was-ist-maennlichkeit-fuer-mich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jan 2021 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen des #onlinegelände20 im letzten Sommer haben sich einige Jungs und junge Männer von Was geht Almanya überlegt, was Männlichkeit und Gleichstellung für sie bedeuten. Dabei sind diese Fotos entstanden, die du hier ⬆️ in der Galerie anschauen kannst. Mehr dazu: Mehr von Was geht Almanya findet ihr hier.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class=""><strong><strong><span class="">Im Rahmen des #onlinegelände20 im letzten Sommer haben sich einige Jungs und junge Männer von <em>Was geht Almanya</em> überlegt, was Männlichkeit und Gleichstellung für sie bedeuten. Dabei sind diese Fotos entstanden, die du hier </span></strong></strong><span style="font-size: 1.14285rem;">⬆️ </span><strong style="font-size: 1.14285rem;"><span class="">in der Galerie anschauen kannst.</span></strong></div>
<div></div>
<p><span id="more-12711"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von <em>Was geht Almanya</em> findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alina: Gut genug?!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/01/alina-gut-genug-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jan 2020 10:06:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie können wir ankämpfen gegen all die Stimmen, all die Menschen, die uns jahrelang eingeredet haben, wir seien nicht &#8218;gut genug&#8216;, nicht stark genug, nicht schnell genug, einfach grundsätzlich nicht ausreichend? Was macht all dieser Stress mit unserem Körper &#8211; gerade dann, wenn wir noch jung und im Wachstum sind? Wie können wir mit übergriffigen]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie können wir ankämpfen gegen all die Stimmen, all die Menschen, die uns jahrelang eingeredet haben, wir seien nicht &#8218;gut genug&#8216;, nicht stark genug, nicht schnell genug, einfach grundsätzlich nicht ausreichend? Was macht all dieser Stress mit unserem Körper &#8211; gerade dann, wenn wir noch jung und im Wachstum sind? Wie können wir mit übergriffigen und unangenehmen Erfahrungen, die wir haben machen müssen, umgehen? All diese Fragen versucht dieser beeindruckende Text von Alina zu beantworten. </strong></p>
<p><span id="more-12012"></span></p>
<p>Ich bin 5 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich nicht gut genug bin. Ich frage mich warum, doch ich verstehe nicht. Ich bin 6 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich es, wenn ich weiterhin so bin wie ich bin, es nicht weit bringen werde. Ich frage mich warum, doch ich verstehe nicht.</p>
<p>Ich bin 8 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich unter der Brücke landen werde, wenn ich mich nicht ändere. Ich frage mich warum, doch ich verstehe nicht. Aber ich glaube es. Ich bin 11 Jahre alt und werde zum ersten Mal wegen Depressionen zu einem Therapeuten verwiesen. Ich soll reden und zuhören. Das tue ich, doch ich verstehe nicht.</p>
<p>Ich bin 13 Jahre alt und sitze in der Bahn. Ein Mann kommt auf mich zu und fragt mich, wie viel Geld ich dafür haben möchte, dass ich mein T-Shirt ausziehe. Ich spüre, wie sich ein mulmiges Gefühl in meinem Magen breit macht und sage ihm, dass ich das nicht möchte. Der Mann lässt nicht locker, er setzt sich neben mich und nennt mir immer höhere Geldbeträge. Ich lüge und sage, dass ich jetzt aussteigen müsse. Ich stehe auf und suche mir fernab von ihm einen anderen Sitzplatz.</p>
<p>Ich bin 14 Jahre alt und meine Noten gehen immer mehr in den Keller. Ich muss mich bei jeder Klausur vor Nervosität mehrfach übergeben. Ich soll tief ein und ausatmen, die Ruhe bewahren und nicht nervös werden, während ich permanent rund um die Uhr von allen beurteilt und bewertet werde.</p>
<p>Ich bin 14 Jahre alt und sitze im Unterricht. Ein Klassenkamerad neben mir legt seine Hand auf meinen Oberschenkel und lässt sie immer weiter nach oben gleiten. Ich spüre, wie sich mein Körper anspannt und eine Abscheu in mir breit macht, und ich sage ihm, er solle das lassen. Er schaut mich nur an und erwidert: &#8222;Na, schüchtern?&#8220;. Wut macht sich in mir breit und es fällt mir schwer, mich zu beherrschen. &#8222;Entweder du nimmst jetzt ganz schnell deine Hand da weg oder wir beide bekommen gleich ein richtiges Problem.&#8220;, sage ich aufgebracht. Er grinst mich an und nimmt dann nach kurzem Zögern seine Hand endlich weg.</p>
<p>Ich bin 14 Jahre alt und werde von einem jungen Mann permanent angeschaut. Ich schaue weg und setze meine Kopfhörer auf, um mein Desinteresse zu zeigen. Er setzt sich neben mich und fragt, was ich hier denn so alleine mache. Ich antworte nicht und verhalte mich so als hätte ich ihn nicht gehört. Er tippt mir auf den Oberschenkel und fragt, ob ich nicht Lust hätte mit ihm etwas trinken zu gehen. Ich sage: „Nein!“, und bin dankbar, als der Bus meine Haltestelle erreicht und ich flüchten kann.</p>
<p>Ich bin fast 15 Jahre alt und mein Körper fängt an, in Stresssituationen in Ohnmacht zu fallen. Einen kompletten Kontrollverlust durch psychosomatische Krampfanfälle, nannten es die Ärzte. Mein Körper will sich abschalten und Konflikten, Klausuren oder ähnlichen Stresssituationen aus dem Weg gehen.</p>
<p>Ich bin 15 Jahre alt und warte in der Innenstadt auf eine Freundin. Ein alter Mann schaut mich beim Vorbeigehen an, dreht sich um und kommt auf mich zu. „Entschuldigen Sie, Sie sehen so sexy aus. Ich leite einen Escort-Service.“ Wie aus der Pistole geschossen sage ich laut: „Nein!“. „Freundlicherweise“ erklärt er mir, dass ich auch nichts machen müsse, was ich nicht möchte. „Ich möchte das gar nicht machen.“, antworte ich bestimmt. Er schaut mich enttäuscht an und reicht mir seine Visitenkarte mit den Worten: &#8222;Falls Sie es sich anders überlegen.&#8220;</p>
<p>Ich bin 15 Jahre alt und gehe durch eine Unterführung, als ich einem Jungen begegne, mit dem ich einmal über meinen Glauben, meine Sexualität und wie das denn zusammen passen würde, diskutiert habe. Er nennt mich eine „dreckige Lesbe“ und kommt bedrohlich mit einem Schlagstock auf mich zu. Ich laufe weg und verlasse aus Angst eine Woche lang das Haus nicht. Danach zwei Wochen lang nur mit Begleitung.</p>
<p>Ich bin 16 Jahre alt und mir wird im Club in der Anonymität der Menschenmasse an den Hintern  gefasst. Ich drehe mich um, doch von dem Täter keine Spur. Ich wende mich wieder meinen Freunden zu, tanze weiter und weiß, dass ich nie rausfinden werde wer das getan hat.</p>
<p>Ich bin 16 Jahre alt und warte vor meinem Haus auf einen Freund. Ein junger Mann kommt zu mir und fragt mich, wie viel Geld ich wolle. Er sagt nicht, wofür, aber ich weiß genau, es geht ihm nicht um Zöpfe flechten. Nachdem ich ihm zu verstehen gegeben habe, dass ich kein Geld von ihm möchte, kommt er noch einen Schritt näher auf mich zu. Um mich zu fragen, ob ich mir denn sicher sei. Ich antworte mir einem: „Ja!“ und wechsle die Straßenseite.</p>
<p>Ich bin 16 Jahre alt und auf einer Geburtstagsfeier küsst mich ein Bekannter. Er presst sich immer mehr an mich so als wären meine ihn weg drückenden Arme kein eindeutiges Zeichen das ich das nicht will.</p>
<p>Für viele Männer ist es unverständlich warum wir Frauen auf ein Pfeifen oder eine Bemerkung so empfindlich reagieren, für euch mag es vielleicht das eine Mal sein, aber für uns ist es das 10. oder 100 Mal. Und ich bin es satt, das manche Herren der Schöpfung meinen, dass mein „Nein!“ nicht deutlich genug ist. Ich bin es leid, dass manche denken, dass mein Körper öffentliches Eigentum ist und dass mich jeder anfassen darf, wie er Lust hat. Und dass man ja noch fünfmal nachfragen muss, ob ich nicht doch meine Nummer rausgeben möchte. Oder ob ich nicht sogar Lust hätte, direkt mit zu ihm zu gehen. Mein Körper gehört mir, und es ist allein meine Entscheidung, was damit passiert und wer mir wie nahe kommen darf.</p>
<p>Eineinhalb Jahre lang bin ich mindestens einmal in der Woche in Ohnmacht gefallen und ohne fremde Hilfenicht wieder zu Bewusstsein gekommen. Und all das nur, weil mir immer suggeriert wurde, dass ich nicht gut genug sei. Ich habe mich unter Druck gesetzt und mir innerlich immer so einen Stress gemacht, weil ich gut genug sein wollte. Ich wollte, dass meine Familie stolz auf mich ist. Diese Belastung hat meinen Körper nur dazu gebracht, mir physisch zu zeigen, dass es so nicht weitergehen kann.</p>
<p>Und mein Körper hatte Recht. So will ich nicht leben. Denn ich bin gut genug, und ich bin zufrieden mit mir. Es ist mir egal, was manche von mir halten, denn ich weiß, wer ich bin und was ich alles geleistet habe, um heute hier zu stehen. Und ich bin mehr als nur das, was ihr in dem einen Moment seht, in dem ihr über mich urteilt.</p>
<p>Ich bin 17 Jahre alt und mir wird gesagt, dass ich stolz auf mich sein kann. Ich frage mich, warum. Ich blicke zurück und verstehe. Und ich glaube es. Denn ich weiß, dass ich stark bin, Ich weiß, wenn ich es bis hierhin geschafft habe, ich es auch noch viel weiter schaffen werde. Und so sehr ich mir manchmal wünsche, dass ich diese Dinge nicht gesagt bekommen hätte, oder dass manche Situationen nicht passiert wären, bin ich doch auf eine Weise dankbar. Denn nur durch all das, was ich erlebt habe, bin ich zu dem Menschen geworden der ich heute bin. Und sie hatten Recht damit, ich kann stolz auf mich sein. Und das bin ich auch.</p>
<p>Ich bin stolz, dass ich stark bin. Ich bin stolz, dass ich laut bin. Ich bin stolz, dass ich mich entwickelt habe. Ich bin stolz, dass ich öfters etwas chaotisch bin. Ich bin stolz, dass ich ehrlich bin. Denn all das macht mich aus. Ich bin stolz, dass ich so bin wie ich bin.</p>
<p>Ich bin 17 Jahre alt und ich bin ich! Ich bin gut genug!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn euch dieser Text gefallen hat, dann ist vielleicht das Buch <a href="https://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>&#8222;Aus Angst wächst Mut&#8220;</strong></a> etwas für euch?</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Joline &#8211; Steh auf</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/07/joline-steh-auf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Jul 2019 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Audios]]></category>
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					<description><![CDATA[Yay! Heute gibt&#8217;s Feminismus auf die Ohren, und zwar in Form dieses starken, fantastischen, Mut machenden Tracks von Joline, in dem sie sich in präzisen Worten mit der Rolle der Frau in unserer Welt auseinandersetzt.  Mehr dazu: Checkt doch mal das komplette Profil von unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Yay! Heute gibt&#8217;s Feminismus auf die Ohren, und zwar in Form dieses starken, fantastischen, Mut machenden Tracks von Joline, in dem sie sich in präzisen Worten mit der Rolle der Frau in unserer Welt auseinandersetzt. </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Checkt doch mal das komplette Profil von unserer Redaktionsgruppe <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Was geht Almanya</strong></a>.</li>
</ul>
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		<title>Rundballtreten nur für Penisträger?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/06/rundballsport-nur-fuer-penistraeger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Jun 2019 09:59:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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					<description><![CDATA[Jasmin war als Betreuerin der Gruppe von &#8222;Was geht Almanya&#8220; im letzten Jahr beim Meintesgelände-Workshop &#8222;Rundballtreten nur für Penisträger?&#8220; dabei. Was sie daran spannend fand, obwohl sie mit Fußball nichts am Hut hat und warum sie die Gruppe auch beim nächsten Mal wieder begleiten würde lest ihr in ihrem Bericht zu dem Workshop. Ein neuer]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jasmin war als Betreuerin der Gruppe von &#8222;Was geht Almanya&#8220; im letzten Jahr beim Meintesgelände-Workshop &#8222;Rundballtreten nur für Penisträger?&#8220; dabei. Was sie daran spannend fand, obwohl sie mit Fußball nichts am Hut hat und warum sie die Gruppe auch beim nächsten Mal wieder begleiten würde lest ihr in ihrem Bericht zu dem Workshop.</strong></p>
<p><span id="more-11538"></span></p>
<p>Ein neuer Workshop wird von Meintestgelände angeboten! Gespannt klicke ich auf die Nachricht und lese „Rundballsport nur für Penisträger?“ Penisträger- gut, das hat sich mir schnell erschlossen, aber Rundballsport?! Gibt es eine Ballsportart, die keinen runden Ball beinhaltet, außer den American Football und Rugby? Weiter unten in der Nachricht wird Fußball erwähnt. Fußball, mal wieder. Als nicht-Fan im Pott ist es schwer, nicht Fußball-verdrossen zu sein. Fußball ist immer präsent und alle rasten komplett aus. <span style="color: #000000;">Das alltägliche Leben </span>wird eingeschränkt. Ganz klar, ich habe an sich nichts gegen Fußball. Mir ist der Sport herzlich egal, wie Golfen. Selber spielen macht Spaß (wahrscheinlich auch beim Golf), jedoch war ich noch nie im Stadion (steht noch auf meiner to-do Liste, aber leider weigern sich viele &#8222;Penisträger&#8220; eine Frau mitzunehmen) und über den Fernseher kann bei mir kein Enthusiasmus ausgelöst werden. Gähnend langweilig und wenn jemand stolpert und schlecht schauspielert, werde ich lediglich wütend. Auch über diese unverschämten Gehälter, (ich meine) ich bitte euch, haben die 1.000.000 Menschen vor dem Hungerstod bewahrt?! Welche Handlung oder Leistung genau rechtfertigt das?</p>
<p>Und über diese Reklamebombardierung während irgendwelchen Spielen rege ich mich auf. Interessant, wie auch absurd, finde ich auch, was alles plötzlich trotzdem männlich ist. Männer die weinen, Männer, die sich gegenseitig den Hintern versohlen, Männer, die verschwitzt kuscheln und lange drücken und Männer, die zeigen, dass sie Schmerzen haben. Alles öffentlich und keiner denkt, dass alle auf dem Platz homosexuell oder keine „richtigen“ Männer sind. Abseits vom Stadion ist diese Facette der Männlichkeit kaum zu bemerken.</p>
<p>Ja, es ist schwer nicht ein Anti-Fußballfan, als nicht-Fan in Deutschland zu sein.</p>
<p>Während bei alle Gedanken zu Fußball gefühlt gleichzeitig in mein Hirn schießen, brummt mein Handy. Die Jungs von Was-geht Almanya wollen auf jeden Fall zum Workshop nach Hannover. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich niemals ein kostbares Wochenende für das Thema Fußball, außer schlecht selber spielen oder ins Stadion gehen, opfern würde. Niemals. Allerdings melden sich meine positiven Erfahrungen mit den Workshops von Meintestgelände. Ich hatte immer Spaß! Außerdem wird ein Historiker den Workshop leiten. Fußball und ein Historiker? Ich kann meine Neugierde definitiv nicht mehr verleugnen. Weil die Minderjährigen eine Begleitperson brauchen und ich eigentlich keinen Grund habe, nicht daran teilzunehmen, melden wir uns an.</p>
<p>Der Tag des Workshops naht und ein guter Freund denkt immer noch, dass ich ihn veräppel. Ich fliehe sogar vor Fifa. Wir machen uns auf den Weg und kommen wohlbehalten an. Die Jugendherberge ist super. Das Essen ist regional und für jeden etwas dabei, check. Ich freue mich wie immer, Robert wieder zusehen und auf die neuen und bereits bekannten Gesichtern. Nach dem Abendessen finden wir uns zusammen und Jan, der Workshopleiter / Historiker, stellt sich vor und was er die nächsten Tage mit uns vorhat. Wir dürfen etwas den Ablauf mitbestimmen, was uns natürlich gefällt. Spielerisch leicht erklärt uns Jan verschiedene Fachbegriffe und die verschiedenen Szenen / Subkulturen. Da es Abend ist und alle heute erst angereist sind, ist der entspannte Einstieg für uns ideal. Jeder ist neugierig und will sich weiter mit dem Thema beschäftigen. Am nächsten Tag starten wir früh, aber Jan schafft es, alle wieder ins Boot zu holen. Wir lernen verschiedene Begrifflichkeiten und Ausnahmeerscheinungen, wie die erste weibliche Trainerin einer Herrenmannschaft. Der offensichtliche Sexismus im Fußball wird benannt und thematisiert. Der Rassismus wird auch aufgezeigt. Was ich besonders spannend finde, ist, dass Fußball früher im WK 2 zum Erhalt der Fitness der Soldaten genutzt wurde. Klar, quasi jeder kennt die Begriffe wie Angriff, Abwehr, Sturm, Verteidigung usw., jedoch habe ich mir nie bewusst gemacht, wie aggressiv die Worte klingen und was der eigentliche Ursprung seien könnte. Oder dass im KZ die Häftlinge gegen die Wärter antreten mussten. Natürlich sollten sie verlieren, um die Überlegenheit zu demonstrieren. Ich habe dies zwar mal online gelesen, aber es war trotzdem sehr wichtig. Auch die kurze Vorstellung von Julius Hirsch, einem jüdischen Deutschen, der als erster deutscher Nationalspieler vier Tore in einem Spiel erzielte und ins KZ Auschwitz-Birkenau verschleppt und ermordet wurde, hinterließ einen starken Eindruck in der Gruppe.</p>
<p>Wir durften uns Thematiken selber erarbeiten und uns gegenseitig präsentieren. Meine Gruppe hatte z.B. u.a. den Begriff der „Spornosexualität“ Ich kannte Metrosexualität, geprägt von Beckham, durch diese Unterhöschen Werbung, aber Spornosexualität?! Es ist interessant, wie der Fußball und die Spieler nicht davon verschont blieben.</p>
<p>Der Druck auf junge Spieler ist mir von anderen Leistungssportlern bekannt, auch wenn hier natürlich mehr Geld hinter steht und was wahrscheinlich schlimmer im Falle eines „Scheitern“ ist, der Fokus der Öffentlichkeit.</p>
<p>Rückblickend betrachtet war der Workshop sehr interessant und es hat sich definitiv gelohnt. Meintestgelände hat uns eine super Gelegenheit geboten sich mit den hoffentlich anstehenden Wandel im patriarchalen Fußballsystem auf einer informativen wie auch Gefühlsebene auseinander zu setzen. Die Gruppe von Was-geht- Almanya war begeistert von dem Workshop, natürlich auch weil ihre Leidenschaft für Fußball nicht als nebensächlich abgestempelt wurde. Gerade die Diskussionsrunden sind ihnen und mir besonders positiv in Erinnerung geblieben. Die männlichen Teilnehmer haben sich ganz natürlich auch mit ihrer eigenen Männlichkeit auseinander gesetzt und in Frage gestellt. Wie wollen sie sein und welche Erwartungen werden an ihnen gestellt?</p>
<p>Fußball steht nun einmal auch oftmals repräsentativ für aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Ich hatte die Möglichkeit mich mit diesen und folglich auch mit mir selbst in Bezug auf die Problematik auseinander zu setzen und mir meine eigene Meinung zu bilden. Meintestgelände hat uns die Möglichkeit geboten uns auf Augenhöhe mit verschiedenen gesamtgesellschaftlichen Problematiken anhand von Fußball auseinanderzusetzen, durchzusprechen und zu diskutieren. Ich würde wieder zu dem Thema einen Workshop besuchen, auch wenn ich weiterhin umschalte oder meinen Wocheneinkauf erledige, wenn Fußball läuft.</p>
<p>Jasmin</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>SOG Next Level &#8211; Funky Europe</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/05/sog-next-level-funky-europe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2019 08:15:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>
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					<description><![CDATA[Nicht mal mehr eine Woche, dann sind Europawahlen. Die Jugendlichen aus unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya haben den Aufruf wählen zu gehen in einen Song verpackt, den wir euch heute präsentieren wollen. Denn wenn es um Europa geht, stehen Jugendliche aller Geschlechter zusammen für Freiheit, Gleichheit und Frieden. &#160; Mehr dazu: Mehr Musik von Was]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht mal mehr eine Woche, dann sind Europawahlen. Die Jugendlichen aus unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya haben den Aufruf wählen zu gehen in einen Song verpackt, den wir euch heute präsentieren wollen. Denn wenn es um Europa geht, stehen Jugendliche aller Geschlechter zusammen für Freiheit, Gleichheit und Frieden.</p>
<p><span id="more-11432"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Musik von Was geht Almanya findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/">hier.</a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schubladen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/11/schubladen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Nov 2018 08:31:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
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					<description><![CDATA[In dem Buch „Aus Angst wächst Mut“ erzählen 19 junge Menschen sehr persönliche Geschichten, die sie in der Vergangenheit beschäftigt haben. Der heutige Text stammt von Mustafa, dem seine Lehrerin nicht zutraute als Junge mit Migrationshintergrund einen wissenschaftlichen Text zu verfassen und als er es doch tat, unterstellte sie ihm er hätte die Arbeit nicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In dem Buch „Aus Angst wächst Mut“ erzählen 19 junge Menschen sehr persönliche Geschichten, die sie in der Vergangenheit beschäftigt haben. Der heutige Text stammt von Mustafa, dem seine Lehrerin nicht zutraute als Junge mit Migrationshintergrund einen wissenschaftlichen Text zu verfassen und als er es doch tat, unterstellte sie ihm er hätte die Arbeit nicht selbst geschrieben.</strong></p>
<p><span id="more-11116"></span></p>
<p>Von Mustafa Jassem</p>
<p>„Du willst tatsächlich über dieses Thema schreiben?“ „Ja, das will ich in der Tat. Ich kenne mich in diesen Bereich gut aus und weiß, mit welchen Methoden darin gearbeitet wird.“ „Dann kannst du mir doch sicherlich die Begriffe `Partizipation´, `sozialer Raum´ und `Erinnerungskultur´ erklären!“</p>
<p>Ich kam mir in dieser Situation einfach lächerlich vor. Sie wollte mich nicht ernstnehmen und mich vor meinen Mitschülern als ahnungslosen „Kanaken“ hinstellen. Nach einer kurzen Diskussion gab sie mir die Aufgabe, mir Leitfragen zu überlegen, mit denen ich mich in der Arbeit beschäftigen sollte. Einige Tage später stellte ich ihr mein Konzept erneut vor: neben den geforderten Leitfragen auch meine Erfahrungen mit vergangenen Modellprojekten. Ausführlich erklärte ich ihr, wie ich das gerne strukturieren würde. Anschließend schlug sie mir eine Quelle zum Thema vor und schon war unser Gespräch vorbei.</p>
<p>Einige Wochen danach musste ich die Gliederung meiner Arbeit bei meiner Fachaufsicht vorzeigen und von ihr überprüfen lassen. Ich hatte mir wirklich viele Gedanken gemacht und war auch etwas stolz auf das Konzept. Aber statt Anerkennung und gute Anregungen zu geben stellte sie wieder meine Ergebnisse in Frage. „Empowerment schreibt man doch mit `N`“, sagte sie und ihre ganze Haltung brachte zum Ausdruck, dass sie mich wieder als unwissend hinstellen wollte. Ich war so geschockt, dass ich mich von ihr einschüchtern ließ. Statt zu widersprechen stimmte ich ihr bei all meinen „Fehlern“ zu, um jede weitere Komplikation zu umgehen. Schließlich war ich ja von ihr abhängig.</p>
<p>Aber von dem Zeitpunkt an fing ich auch an, mir die Frage zu stellen, ob das alles so normal war. Eine pädagogische Fachkraft, die sich offensichtlich nicht in dem Bereich auskannte, mit dem ich mich in meiner Arbeit beschäftigte? Und die mir trotzdem weismachen wollte, dass ich keine Ahnung hatte?</p>
<p>Einen Monat vor der Abgabe der Arbeit musste ich der Lehrerin eine Rohfassung einreichen. Anfangs dachte ich, unter Rohfassung wäre eine kurze Wiedergabe des Inhalts zu verstehen. Doch dieses Missverständnis musste ich bitter büßen. Sie wurde wieder stinkig, weil ich die Rohfassung nur auf einer Seite verfasst hatte. Statt sich nun mit dem Inhalt meiner Zusammenfassung auseinanderzusetzen und diese zu kommentieren, forderte sie mich auf, ihr innerhalb der darauf kommenden drei Tage mindestens drei ausformulierte Teilkapitel zu liefern.</p>
<p>Da ich schon lange weitergearbeitet hatte, konnte ich ihr am folgenden Schultag nicht nur die geforderten drei Teilkapitel geben. Natürlich hatte sie wieder etwas zu kritisieren. Sie warf mir vor, ich würde Wörter bzw. Formulierungen verwenden, die ich selber nicht verstehe und so weiter. Ich solle gefälligst Fußnoten mit den Quellenangaben verwenden, sonst würde sie meine Arbeit nicht akzeptieren. Generell kamen ihr meine Formulierungen nicht „normal“ vor, weil eine zu große Diskrepanz zwischen der Facharbeit und meinen „sonstigen“ Klausuren bestehen würde. Bei jeder Gelegenheit und egal auf welche Argumentationsweise stempelte sie mich als einen der betrügt und ahnungslos ist ab.</p>
<p>Bevor die Ferien begannen, gab ich die Arbeit ab und sollte sie eigentlich vier Wochen danach wiederbekommen, so wie meine Mitschüler auch. An diesem Tag rief sie alle anderen außer mir der Reihe nach auf, die ebenfalls bei ihr eine Arbeit abgegeben hatten. Mich, sagte sie, wolle sie am Ende der Stunde allein sprechen. Warum möchte sie mich alleine sprechen? Und was hat das mit meiner Facharbeit zu tun? Beide Fragen bohrten sich in meinen Kopf hinein und wollten diesen nicht mehr verlassen. Es fühlte sich nicht gut an und ich merkte, dass ich zu keinen anderen Gedanken mehr fähig war. Endlich klingelte es zur Pause. Meine Mitschüler verließen das Klassenzimmer. Mein Tischnachbar nahm seine Butterbrote aus seinem Rucksack heraus, klopfte mir beim Herausgehen auf die Schulter und flüsterte: „Viel Glück, Alter!“ Nachdem alle den Raum verlassen hatte, stand meine Lehrerin auf, kam auf mich zu, stellte sich wie eine zu Fleisch gewordene Statue der Justitia vor mir auf uns sagte: „Entweder du gibst zu, dass du diese Arbeit nicht eigenständig geschrieben und Hilfe gehabt hast. Dann gebe dir dafür eine 4. Oder du gibst es nicht zu und wir müssen das mit einem wissenschaftlichen Gespräch überprüfen!“</p>
<p>In diesem Augenblick brach ich innerlich zusammen. Ich war vollkommen sprachlos, während sie mich eindringlich und angespannt anschaute. Das Zittern von meinen Füßen spürte ich bis zu meinen Knien. Dieses miese Gefühl der Unterlegenheit und der Ohnmacht ging mir bis zum Hals, denn ich wusste einfach nicht, wie ich mich gegen diese Art des Niedermachens wehren sollte. Immerhin hatte ich ja diese Arbeit wirklich mit meinen eigenen Händen geschrieben. Das Problem war nur, dass meine Fachaufsicht das nicht akzeptieren wollte. Ich war in dieser Situation einfach ohnmächtig, doch trotzdem musste ich mich rechtfertigen. „Aber Frau Pagel“, stotterte ich, „ich schwöre, dass ich diese Arbeit mit meinen eigenen Gedanken gegliedert und verfasst habe. Die Broschüren habe ich von meinem Mentor von den damaligen Projekten bekommen, bei denen ich mitgemacht habe. Diese haben sich ebenfalls mit dem interreligiösen Dialog sowie mit dem Thema `Partizipation´ beschäftigt.“ Obwohl sie mir offensichtlich keinen Glauben schenkte, fuhr ich fort: „Mein Mentor hat mir nur empfohlen, das alles durchzulesen und dies als Modellprojekt in meiner Arbeit anzuwenden.“</p>
<p>Frau Pagel schaute mich feindselig an. Ihr Blick strahlte Aggressionen aus, die mir Angst einflößten. Wieder drohte sie mir mit diesem wissenschaftlichen Gespräch. Scheinbar war sie sich ganz sicher, dass ich die Arbeit sowieso nicht selbst verfasst hatte.</p>
<p>In diesem Moment wurde mir klar, dass sie mir die Arbeit von vorne herein nicht zugetraut hatte. Niemals würde sie mir Glauben schenken, weil sie sich längst von mir ein fertiges Bild gemacht hatte. Sie hatte mich von Anfang an in eine bestimmte Schublade gesteckt, aus der ich bei ihr nie wieder herauskommen würde.</p>
<p>Ich habe dann lange nachgedacht, habe mich mit guten Freunden unterhalten und auch meinen ehemaligen Mentor noch mal um Rat gefragt. Dann habe ich einen folgenschweren Entschluss gefasst: Ich werde die Schule wechseln. Ich werde mich durch die Vorurteile einer einzelnen Lehrerin nicht entmutigen lassen und einen neuen Anfang machen. Es kann doch eigentlich alles nur besser werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/06/ehrenkultur-2/"><strong>Hier</strong></a> könnt ihr einen weiteren Text aus dem Buch lesen. Dieser stammt von Memo zum Thema Ehrkultur.</li>
<li>Und <a href="https://www.amazon.de/Aus-Angst-w%C3%A4chst-Mut-Jugendliche/dp/3785806876"><b>hier </b></a>findet ihr den Link zum ganzen Buch.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie sieht Gott aus?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/10/wie-sieht-gott-aus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2018 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gott]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere Redaktionsgruppe Was geht Almanya?! hat sich mit dem Thema Religion beschäftigt. Insbesondere geht es darum, wie sich die Menschen eigentlich Gott vorstellen. Für die einen ist es ein Mann mit langem, weißem Bart, für die anderen eine Frau mit weißen langen Haaren. Wie es die Jugendlichen sehen schaut ihr euch am besten selbst an.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere Redaktionsgruppe Was geht Almanya?! hat sich mit dem Thema Religion beschäftigt. Insbesondere geht es darum, wie sich die Menschen eigentlich Gott vorstellen. Für die einen ist es ein Mann mit langem, weißem Bart, für die anderen eine Frau mit weißen langen Haaren. Wie es die Jugendlichen sehen schaut ihr euch am besten selbst an.</strong></p>
<p><span id="more-10995"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/01/ehrenkultur/" target="_blank" rel="noopener"><strong>In diesem Text von den HeRoes</strong></a> geht es auch um Religion, aber auch um Tradition und Ehre.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es einen Text von Was geht Almanya?! <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/gesegneter-ramadan/" target="_blank" rel="noopener"><strong>über den Ramadan</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Über Jungen und Mädchen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/ueber-jungen-und-maedchen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Sep 2018 07:00:18 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im neusten Beitrag unserer Redaktionsgruppe „Was geht Almanya?!“ haben sich sechs junge Menschen über ihre persönlichen, aber auch über gesellschaftliche Vorstellungen von „Was bedeutet es Mädchen bzw. Junge zu sein“ unterhalten und ihre Statements in diesem Video zusammengefasst. Schaut rein! Mehr dazu: In diesem Text von Johannes gehts es darum, was eigentlich ein Junge ist&#8230;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im neusten Beitrag unserer Redaktionsgruppe „Was geht Almanya?!“ haben sich sechs junge Menschen über ihre persönlichen, aber auch über gesellschaftliche Vorstellungen von „Was bedeutet es Mädchen bzw. Junge zu sein“ unterhalten und ihre Statements in diesem Video zusammengefasst. Schaut rein!</strong></p>
<p><span id="more-10897"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In diesem Text von Johannes gehts es darum, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/02/was-ist-denn-ein-junge/" target="_blank" rel="noopener"><strong>was eigentlich ein Junge ist</strong></a>&#8230;</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">&#8230;und in diesem Text von den Sunrise Writers darum, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/11/maedchen-sein-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>was denn ein typisches Mädchen sein soll</strong></a>.</span></li>
</ul>
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		<title>Ehrenkultur</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/06/ehrenkultur-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Jun 2018 07:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
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					<description><![CDATA[Während eines langersehnten Familientreffes erfährt Memo, dass seine Cousine bald heiraten wird. Zwar kenne sie ihren zukünftigen Ehemann noch nicht, die beiden seien einander aber bereits seit ihrer Geburt versprochen. Dieser Text aus dem Buch „Aus Angst wächst Mut“ beschreibt eindrucksvoll die Zerrissenheit zwischen Familie, Tradition und dem Wunsch, das eigene Leben frei zu gestalten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Während eines langersehnten Familientreffes erfährt Memo, dass seine Cousine bald heiraten wird. Zwar kenne sie ihren zukünftigen Ehemann noch nicht, die beiden seien einander aber bereits seit ihrer Geburt versprochen. Dieser Text aus dem Buch „Aus Angst wächst Mut“ beschreibt eindrucksvoll die Zerrissenheit zwischen Familie, Tradition und dem Wunsch, das eigene Leben frei zu gestalten.</strong></p>
<p><span id="more-10696"></span></p>
<p>Ich saß im Wohnzimmer und schaute zum Fernseher. Es lief eine berühmte arabische Comedy Serie. Sie handelte von einer wohlhabenden Familie in Kairo, die mit den alltagsüblichen Problemen der Gesellschaft zurechtkommen muss. Die eher modernen Kinder beschäftigten sich mit den für die Altersklasse typischen Problemen von Teenagern. Die Eltern konnten dafür wenig Verständnis aufbringen, da ihre Generation mit anderen Themen zu kämpfen hatte. Der Humor der Serie basierte eigentlich darauf, dass die sozial-gesellschaftlichen Probleme der Familie übertrieben oder ironisch dargestellt wurden. Es war keine Serie, die für mich wirklich einen hohen Unterhaltungswert hatte, ich war vielmehr von einem sehr bekannten Phänomen betroffen, das wir heute hinlänglich als Langeweile kennen.</p>
<p>An sich fehlte mir nur etwas Geborgenheit. Nicht die Geborgenheit, an die man denken würde, wenn man sich alleine gelassen fühlt. Es war vielmehr die Wärme, die man verspürt, wenn das eigene Heim mit Leuten gefüllt ist, die man liebt und mit denen man groß geworden ist. Ich wusste aber schon zu dem Zeitpunkt, dass wir Besuch von meinem Onkel bekommen würden. Meine Vorfreude war daher groß. Dieser Mann war derjenige, dessen Humor jegliche Vorstellungskraft überstieg. Es war dieses Zusammenspiel von Gesten und Sprüchen, die meinen Onkel sympathisch und im gleichen Maße charmant wirken ließen. Ja, es war wohl tatsächlich diese Geborgenheit, nach der ich mich sehnte.</p>
<p>Genau in diesem Moment klingelte es an der Tür und meine lang ersehnte Familie traf ein. Ich konnte mich noch daran erinnern, als wir noch Kinder waren, wie meine Cousine und ich von meinem Onkel stetig herumgetragen wurden und wir zusammen mit ihm zu dem Spielplatz gingen. Die Freude, die ich in diesem Augenblick in meinem Herzen spürte, fühlte sich genauso an, wie die, die ich als Kind verspürte. Wie bei meiner Familie üblich, standen schon Berge von Essen bereit, die meine Mutter in einer erschreckenden Hektik zubereitet hatte. Nachdem wir uns das leckere Mahl zugute kommen ließen, gingen wir wie gewohnt ins Wohnzimmer und unterhielten uns bei einem Tee.</p>
<p>Die Wärme der Familie verteilte sich über den ganzen Raum und war für alle spürbar. Ich fühlte mich geborgen und sicher. Es war eine innere Zufriedenheit, die mir die Kraft gab, mich jedem Problem zu stellen. Selbst meine ältere Cousine war da. Sie war hübscher geworden, leicht verändert hatte sie sich, das musste man gestehen. Als Kinder haben wir uns erbitterte Kämpfe geliefert. Sie war so taff wie schon als Kind und man merkte, dass sie genau denselben Humor wie den ihres Vaters hatte. Es war eine Fülle an Themen, über die wir sprachen, einige waren wichtig, andere dienten einfach nur der Unterhaltung.</p>
<p>Plötzlich hörte ich meinen Onkel mit einer übermütigen Stimme sagen, dass meine Cousine heiraten werde. Ich registrierte seine Worte und begann nachzurechnen, wie alt sie mittlerweile sein musste. Sie kann höchstens 17 Jahre alt sein, dachte ich. Ihr zukünftiger Verlobter sei 23 Jahre alt, hörte ich ihn sagen. In mir baute sich eine leichte Spannung auf. Mir war nicht klar, ob diese Ehe auch eine gewollte Ehe war. Meine Neugier wuchs. Mein Onkel fügte in einem Nebensatz hinzu, dass weder der Verlobte meine Cousine kennen würde, noch kenne sie ihn. Er sei der Sohn eines guten Freundes, fügte er hinzu. Sie waren schon seit Tag eins einander versprochen. Misstrauen machte sich bei mir breit. Ich fühlte mich genötigt, etwas sagen zu müssen. Mir war nicht bewusst, ob dieser Mann, der in unserem Wohnzimmer saß, derjenige war, der gutherzig jedes Vergehen meinerseits verzieh. War dieser Mann wirklich mein moralisch vorbildlicher Onkel?</p>
<p>,,Wollten sie das?“, fragte ich. Plötzlich hörte das Gelächter auf. Die Gesichter aller Beteiligten wurden ernst. Es war so, als ob ich mit meiner Frage etwas Abscheuliches und Menschenverachtendes gesagt hätte. Die Wärme verschwand aus dem Zimmer. ,,Ich habe der Familie mein Ehrenwort gegeben“, rief er. In diesem Augenblick konnte ich meine Anspannung nicht mehr unterdrücken. Ich musste einfach Gewissheit haben. ,,Ist es freiwillig?“, fragte ich ihn erneut.</p>
<p>,,Es ist das Richtige!“, rief er. ,,Wer bestimmt das?“, entgegnete ich. Die Wärme verschwand nun komplett aus dem Raum und wich einer ungeahnten Kälte. Aus Sicherheit wurde Angst. Aus Geborgenheit Ungewissheit. Mir war nicht klar, ob selbst meine Eltern zu mir halten würden. Alle hörten auf zu reden. Stille. Ihre Blicke trafen mich wie Fausthiebe, prasselten von jeder Seite auf mich ein. Gesichter mit Masken der Verwunderung, die den Beigeschmack des Zorns enthielten. ,,Es ist Tradition, unsere Tradition“, rief mein Onkel. Sie müssen sich nicht kennen? Ist das wirklich Tradition? Sind das die Normen und Gesetzte, die wir als human empfinden?</p>
<p>Ich überlegte kurz, bevor ich diesem Mann, der mein Onkel war und den ich vorher als fürsorglichen Familienmenschen kannte, die Stirn bot. ,,Wessen Tradition?“, rief ich. Erneut Stille. Ein eisiger Schleier zog sich über den Raum. Alle riefen zur selben Zeit: ,,Du bist respektlos!“ Ihre Worte fühlten sich an wie eine geballte Wand aus Abneigung und Verachtung. Alle sahen in mir eine Art Verräter, der gegen ihre Wertvorstellungen verstößt.</p>
<p>Ich wusste ab dem Moment, das ich alleine mit meiner Haltung stehen werde. Und mir war auch klar, dass meine von nahöstlicher Kultur geprägte Familie nicht die Art von rationalem Denken verspürte wie ich. Kurz darauf entgegnete mein Onkel: ,,Er wird ihre Ehre bewahren, ihren Stolz vollenden. Er wird eine richtige Frau aus ihr machen.“</p>
<p>Ehre? Stolz? Dies hatte für mich nicht mit Ehre und Stolz zu tun. Es war lediglich ein traditionelles Konzept, welches der jüngeren Generation aufgestülpt werden sollte. Ehre und Stolz, das sind subjektive Begriffe, die ich mit einem mal als lächerlich empfand. Eine Verschleierung des Systems Patriarchat. Nicht mehr. Im Endeffekt ging es um das Wort meines Onkels, das ihm wichtiger war als das Glück seiner Tochter. Ich fühlte eine tiefe Zerrissenheit. Auf der einen Seite hatte ich den Mann vor mir, der so liebevoll war und der so gut wie alles für die Familie tun würde. Aber auf der anderen Seite war mir bewusst, dass er einer anderen Generation entstammte, die vom Patriarchat geprägt war. Ich verspürte Wut. Endlose Wut, die ich nicht zurückhalten konnte.</p>
<p>Diese Begebenheit hat in mir eine wichtige Einsicht bewirkt: Ich habe keinen Drang danach, mich mein gesamtes Leben lang unterzuordnen. Ich möchte über Tabus reden können. Ich möchte als selbstständiger Mensch angesehen und gerecht behandelt werden. Ich möchte in einer Kultur leben, in der Partnerschaft, Liebe und Gleichheit selbstverständlich sind. Ohne Schuld und Schamgefühle. Eine Zwangsehe wird es für mich nicht geben. Dafür bin ich bereit zu kämpfen.<strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die HeRoes Duisburg beschäftigen sich viel mit dem Thema Ehre, hier findet ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/05/ehre/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ein tolles Video</strong></a> dazu.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es </span><a style="font-size: 1.14285rem;" href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/mein-koerper-mein-recht/" target="_blank" rel="noopener"><strong>einen weiteren Text von Memo</strong></a><span style="font-size: 1.14285rem;">. Es geht um Körperlichkeit und Sexualität.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Liebe kennt keine Grenzen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/05/liebe-kennt-keine-grenzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 May 2018 07:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
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					<description><![CDATA[In Poetry Slam-Texten lassen sich Gefühle und Erfahrungen wunderbar ordnen und beschreiben. Genau das hat Vinzenco von Was geht, Almanya?! in seinem Text getan. Es geht um die Liebe und ist traurig schön dabei&#8230; Liebe hat keine Grenzen Sie hat keine Farbe Liebe kennt keine Grenzen Und nicht einmal eine Religion Liebe ist einsam, wenn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Poetry Slam-Texten lassen sich Gefühle und Erfahrungen wunderbar ordnen und beschreiben. Genau das hat Vinzenco von Was geht, Almanya?! in seinem Text getan. Es geht um die Liebe und ist traurig schön dabei&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-10606"></span></p>
<p>Liebe hat keine Grenzen<br />
Sie hat keine Farbe<br />
Liebe kennt keine Grenzen<br />
Und nicht einmal eine Religion<br />
Liebe ist einsam, wenn sie nicht erwidert wird</p>
<p>Ich habe sie an einem Abend getroffen<br />
An einem Ort<br />
Der ganz besonders für mich war<br />
Und die Zeit blieb stehen &#8211; nur für uns beide</p>
<p>Sie war so wunderschön wie eine Rose<br />
Ich war glücklich<br />
Weil ich meine Sterne gefunden hatte<br />
Sterne, weil ihr Lächeln<br />
Strahlend war wie der Sternenhimmel<br />
Aber das Glück ist weggeflogen<br />
So, wie eine Seifenblase wegfliegt</p>
<p>Seltsame Blicke waren auf uns beide gerichtet<br />
Ich konnte sie nicht beschützen<br />
Vor diesen scharfen Blicken<br />
Also beschloss ich<br />
Sie mit zu mir nach Hause zu nehmen<br />
Wo jedoch ein neuer Albtraum begann</p>
<p>Die gleichen Menschen<br />
Die mir das Leben gegeben haben<br />
Lehnten meine Liebe zu meiner Liebe ab,<br />
weil sie anders war als alle anderen<br />
da sie eine andere Hautfarbe hatte<br />
In diesem Moment wollte ich mich<br />
mit ihrer eigenen Farbe anmalen</p>
<p>Zu dieser Zeit hat meine Rose nicht verstanden,<br />
was um sie herum passierte<br />
Und langsam hasste sie die Welt<br />
Sie wäre gerne weiß geworden, um endlich akzeptiert zu werden<br />
Von Menschen, die sie nicht akzeptieren wollten</p>
<p>Sie lief weg, einfach fort von hier<br />
Und sie läuft heute immer noch davon<br />
Allein in dieser Welt<br />
Voll von Menschen, die urteilen, ausgrenzen, verurteilen<br />
Aber die selbst nicht beurteilt werden wollen</p>
<p>Sie rennt weg<br />
Allein, wehrlos, zerbrechlich<br />
Sie würde sich gerne verstecken<br />
Vor diesen Blicken<br />
Vor diesen Urteilen</p>
<p>Ich frage mich,<br />
Wie lange muss sie noch weglaufen?!<br />
Und wann wird ihre Kraft schwinden?</p>
<p>Wenn du ihr zufällig begegnest<br />
Beurteile sie nicht<br />
Grenz sie nicht aus und setz sie nicht herab<br />
Sondern umarme sie.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr euch nochmal Bene‘s ersten Poetry Slam-Text ansehen und -hören.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier geht&#8217;s zu unserer <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Rubrik Poetry Slam</strong></a> – mit vielen tollen Videos und Texten.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein komisches Gefühl    </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/03/ein-komisches-gefuehl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Mar 2018 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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					<description><![CDATA[Als Mehdi zum ersten Mal in den Libanon reist, macht er viele neue Erfahrungen. Er trifft fremde Menschen, die seine Familie sind, lernt ein fremdes Land kennen, das seine „angebliche Heimat“ ist und besucht zum ersten Mal das Grab seines Opas. Dort sieht er seinen Vater zum ersten Mal weinen &#8211; und bekommt ein komisches]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als Mehdi zum ersten Mal in den Libanon reist, macht er viele neue Erfahrungen. Er trifft fremde Menschen, die seine Familie sind, lernt ein fremdes Land kennen, das seine „angebliche Heimat“ ist und besucht zum ersten Mal das Grab seines Opas. Dort sieht er seinen Vater zum ersten Mal weinen &#8211; und bekommt ein komisches Gefühl&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-10433"></span></p>
<p>Das war ein komisches Gefühl. Es war das erste Mal, dass ich in den Libanon geflogen bin. Das erste Mal, dass ich Menschen begrüßt habe, die mir eigentlich nicht fremd hätten sein dürfen. Das erste Mal, dass ich am Meer war. Und es war auch das erste Mal, dass ich meine angebliche Heimat gesehen habe. In diesem Sommer habe ich so viele erste Male erlebt wie in keinen anderen Sommer zuvor und auch danach nie wieder. Ich habe neue Menschen kennengelernt, die eigentlich nie neu waren sondern immer irgendwie da waren. Ich kannte sie nur nicht persönlich.</p>
<p>Meine Geschichte führt in das Dorf meines Vaters. Es geschah an einem Freitag. Ich erinnere mich, dass es ein sehr heißer Tag war und die Stimmung unter den Beteiligten sehr bedrückt. Mir kam es fast so vor, als würden wir in einen Krieg ziehen. Mein Vater redete kaum etwas. Nur mein jüngerer Bruder und ich alberten ein wenig rum und tobten ausgelassen. Mein Vater, meine Tante und meine beiden älteren Brüder waren jedoch sehr ernst. Sie hatten ein klares Ziel vor Augen. Ich wusste nicht, wohin wir gehen würden. Als mein Vater mich mit einem ernsten Blick und einer sehr tiefen und bedrückenden Stimme ermahnte, ich solle jetzt ruhig sein, waren wir beide sehr erschrocken. Sofort hörten wir auf, albern und ausgelassen zu sein.</p>
<p>Die Landschaft, durch die wir liefen, war wüstenähnlich und bis auf einige Kakteen waren nur ausgetrocknete Büsche und tote Wiesen zusehen. Da wir zu Fuß unterwegs waren, knallte die Sonne sehr stark auf unseren Kopf und wir waren nicht nur deswegen froh, dass meine Tante einige Flaschen Wasser dabei hatte.</p>
<p>Am Ende der Straße direkt am Straßenrand stand ein quadratisches weißes Schild mit schwarzer Schrift. „Hoffentlich wacht Gott über eure Seelen“, war darauf in arabischer Schrift zu lesen. Ich bekam es mit der Angst zu tun und wusste nicht einmal warum. Keine fünf Minuten später war noch ein Schild zu sehen, auf dem nur das Wort „Friedhof“ stand. Erst in diesem Augenblick wurde mir alles klar. Wir würden an diesem Tag meinen Opa besuchen. Er war einen Monat nach meiner Geburt an Krebs gestorben. Von ihm habe ich meinen Namen. Mein Vater hatte uns vorher kaum etwas über ihn erzählt. Wenn er überhaupt etwas über meinen Großvater mitteilte, dann waren es stets sehr kurze Geschichten. Was war das für ein Mensch, habe ich mich dann immer gefragt. Aber weil ich spürte, dass mein Vater nicht gerne von ihm sprach, habe ich die Frage nie ausgesprochen. In einem Punkt waren sich jedoch alle einig, wenn sie von ihm redeten. Er war scheinbar ein tadelloser, toller und herzensguter Mensch. Bis heute bedauere ich es, dass ich einen so großartigen Menschen nie kennen gelernt habe.</p>
<p>In Gedanken versunken folgte ich meiner Familie auf dem Weg über den Friedhof. Es war kein sonderlich großer Friedhof und die Gräber waren recht bescheiden geschmückt. Ich sah mich um und entdeckte wie zuvor auch hier nur Kakteen und Unkraut. Die Gräber waren unscheinbar, so als hätte man nur das Nötigste dafür bezahlt. Ich fragte mich direkt, ob die Familien der hier Beerdigten so lieblos waren oder ob sie wirklich nur kein Geld dafür gehabt hatten.</p>
<p>Plötzlich machte der Gruppenzug halt. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass wir vor einen Grab stehen geblieben waren. Als ich aufblickte, entdeckte ich die Inschrift. Da stand sein Name: Hussein Mustafa Ramadan. Es war der Name meines Opas. Sofort beschlich mich ein bedrückendes Gefühl. Sein Grab war schön, so als hätte man sich große Mühe gegeben, sein Gedenken zu bewahren. Am Ende der Gruft stand ein ca. ein halber Meter hoher weißer Stein mit seinem Namenszug. Eine etwa 2 Meter lange, auf dem Boden liegende, weiße Platte bedeckte das Grab. Darin waren einige Koran-Zitate auf Arabisch eingraviert.</p>
<p>Das zuvor bedrückende Gefühl war mit einem Mal wie verblasst, als ich sah, wie meine Familie sich um den Stein versammelte. Es war das erste Mal, dass ich ihn besuchte. Das erste Mal, dass ich an seinem Grab stand. Zuerst blieben wir nur ganz still und andächtig dort stehen. Dann ergriff irgendjemand das Wort. Wir beteten für meinen Großvater und seine Seele. Ich hoffte so sehr, meine Gebete würden ankommen und dass es ihm da, wo er jetzt war, einfach nur gut ging. Dann forderte mein Vater uns auf, uns gegenseitig die Hände zu reichen. Und dann hielt eine Rede. Eine Rede, die ich nie wieder vergessen werde. Nie wieder habe ich ihn so persönlich, so gefühlsbetont reden hören. „Hallo Vater“, fing er an, „ich vermisse dich wirklich sehr und wünschte du wärst bei mir, nein bei uns.“ „Ja“, dachte ich im gleichen Moment, „wie schön wäre es, wenn er jetzt hier wäre. Wenn auch er uns an die Hand nehmen würde, mit uns reden könnte.“ „Du warst immer der Mensch, der mir Halt gegeben hat“, fuhr mein Vater fort und weiter: „Du warst immer der Mensch, den ich als Vorbild hatte. Der Mensch, zudem ich gelaufen bin, wenn ich mich verletzt hatte. Ich vermisse dich wirklich sehr!“</p>
<p>Als ich diese Worte hörte, musste ich mit den Tränen kämpfen. Obwohl ich meinen Opa nicht gekannt hatte, war er mir auf einmal so nahe. Über die Gefühle meines Vaters, über den Namen auf seinem Grabstein. Aber die Rede meines Vaters war noch nicht zu Ende: „Heute bin ich nicht zum ersten Mal hier, aber heute ist es das erste Mal mit meinen Kindern. Sieh sie dir an: Es sind Männer und sie werden von deinem Sohn erzogen. Von dem Sohn, den du vorher erzogen hast! Diese Kinder sind mein Herz und meine Seele. Sie machen mich glücklich und ich bin sehr stolz.“</p>
<p>Zum Schluss sprach mein Vater noch ein Gebet: „Oh Gott, ich bete dafür, dass ich dich, meinen Vater, auch immer glücklich gemacht habe. Ich wünsche mir so sehr, dass du auf uns herunter schaust mit diesem Stolz im Herzen, den mir meine Kinder auch machen.“</p>
<p>Es war das erste Mal, dass ich meinen Vater habe weinen sehen. Ich wusste nicht, wohin mit meinen Gefühlen. Hatte kein Gespür dafür, ob ich glücklich sein sollte über seine Worte oder ob ich auch richtig weinen sollte. Nach einer Weile schaute ich mich verstohlen um. Wie geht es den anderen, fragte ich mich. Dann bemerkte ich, dass mein Vater, meine Tante und meine Brüder alle still vor sich hin weinten.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Der Text von Mehdi stammt aus dem Buch &#8222;<a href="https://buch-findr.de/buecher/aus-angst-wachst-mut/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Aus Angst wächst Mut</strong></a>&#8222;.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier seht ihr alle Beiträge der Redaktionsgruppe &#8222;<a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Was geht Almanya</strong></a>&#8222;.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jackie über Bisexualität</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/01/jackie-ueber-bisexualitaet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jan 2018 07:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Bisexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<category><![CDATA[Homofeindlichkeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Jackie von unserer Redaktionsgruppe „Was geht Almanya“ aus Hagen liebt Männer* und Frauen*, ist also bisexuell. Im Interview erzählt sie, wie Menschen darauf reagieren, welche Formen von Diskriminierung sie erlebt hat und inwieweit all das ihre berufliche Zukunft beeinflusst.  Mehr dazu: In diesem Text von Sophia geht es um Vorurteile gegenüber Bisexualität. Und in dieser]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jackie von unserer Redaktionsgruppe „Was geht Almanya“ aus Hagen liebt Männer* und Frauen*, ist also bisexuell. Im Interview erzählt sie, wie Menschen darauf reagieren, welche Formen von Diskriminierung sie erlebt hat und inwieweit all das ihre berufliche Zukunft beeinflusst.</strong></p>
<p><span id="more-10334"></span></p>
<p><strong> </strong><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>In diesem Text von Sophia geht es um <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/vorurteile-gegenueber-bisexualitaet/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Vorurteile gegenüber Bisexualität</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und in dieser Folge Couch-Plausch geht&#8217;s um <strong><a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/diskriminierung-lsbt-szene/" target="_blank" rel="noopener">Diskriminierung innerhalb der LSBT* Szene</a>.</strong></span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview: Beruf Altenpflegerin</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/11/altenpflegerin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Nov 2017 07:00:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Aleyna aus unserer Redaktiongruppe Was geht Almanya macht eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Im Interview erzählt sie, warum sie sich für diesen Beruf entschieden hat und was sie täglich motiviert, zur Arbeit zu gehen. Sie erzählt aber auch von den Herausforderungen dieses Jobs &#8211; und von den vielen, veralteten Rollenbildern, die darin aufrecht erhalten werden. Mehr]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aleyna aus unserer Redaktiongruppe Was geht Almanya macht eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Im Interview erzählt sie, warum sie sich für diesen Beruf entschieden hat und was sie täglich motiviert, zur Arbeit zu gehen. Sie erzählt aber auch von den Herausforderungen dieses Jobs &#8211; und von den vielen, veralteten Rollenbildern, die darin aufrecht erhalten werden.</strong></p>
<p><span id="more-9837"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hier erzählt ein junger Geflüchteter über seine Versuche, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/11-september/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in Deutschland Arbeit zu finden</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Im Interview mit Lilith erzählt Melanie Fink, wie es ist, als erste Frau in Deutschland <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/melanie-fink/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Co-Trainerin eines Männerteams</strong></a> im Fußball zu sein.</span></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Opa</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/08/mein-opa/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Aug 2017 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Jeremy Jameel Chahine von unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya hat einen Text über, aber auch für seinen Opa geschrieben. Darin beschreibt Jeremy, wie er den Tod seines Opas erlebt hat – die letzten Erinnerungen, das erste Mal am Grab und sein Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen. Ich habe heute ein mulmiges Gefühl, mir]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Jeremy Jameel Chahine von unserer Redaktionsgruppe <em>Was geht Almanya</em> hat einen Text über, aber auch für seinen Opa geschrieben. Darin beschreibt Jeremy, wie er den Tod seines Opas erlebt hat – die letzten Erinnerungen, das erste Mal am Grab und sein Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen.</strong></p>
<p><span id="more-9340"></span></p>
<p>Ich habe heute ein mulmiges Gefühl, mir geht es nicht sonderlich gut. Ich trete ans Fenster, blicke raus ohne wirklich wahrzunehmen, was sich draußen tut und denke, hoffentlich kommt er bald raus. Er ist da schon viel zulange drin. Mein Vater ist fast jeden Tag da. Bei meinem Opa im Krankenhaus. Er ist schon seit Wochen dort, aber ich weiß immer noch nicht warum. Ich frage sie und frage sie. Aber meine Eltern wollen es mir nicht sagen. Sie sagen nur, es sei grade schwer. Ich frage mich, warum ist es schwer. Ich verstehe das nicht. Der Tag neigt sich langsam dem Ende zu, ich gehe ins Bett und schlafe nicht. Ich liege stundenlang wach und frage mich immer wieder, was mit meinem Opa los ist. Ich höre meine Eltern reden, verstehe aber nicht, über was sie sich unterhalten. „Wie geht es dir, Opa?“, formen meine Lippen leise. Es ist bestimmt schon nach zwölf, aber ich kann immer noch nicht einschlafen. Meine Eltern kommen abwechselnd rein, um nach mir zu schauen. Ich tue so, als würde ich bereits schlafen. Irgendwann merke ich, dass meine Augen vor lauter Müdigkeit zufallen. Ich flüstere leise „Ich hab dich lieb, Opa!“, danach schlafe ich ein. Ich schlafe unruhig, wälze mich von einer Seite auf die andere. Irgendwann stehe ich auf und habe von meinem Opa geträumt. Es war ein schöner Traum. Dort sah ich, dass mein Opa wieder gesund ist. Und dass er mit mir wieder spielen kann. Bei diesem Gedanken muss ich lächeln. Ich lächle und spüre gleichzeitig, wie Tränentropfen meine Wangen runterfließen. Ich will so gerne glauben, dass es ihm besser geht. Ich gehe ins Wohnzimmer. Mein Papa sitzt am Esstisch und weint. Er wischt sich die Tränen von den Augen und lächelt mich an. Dann umarmt er mich, deutlich fester als sonst, und gibt mir einen Kuss auf die Wange. Er lächelt und weint gleichzeitig. Ich sehe ihm an, wie sehr er sich bemüht, nicht mehr so traurig zu sein. Das gelingt ihm einigermaßen. Was denn los sei, frage ich ihn. Er sagt, dass er von uns gegangen sei.</p>
<p>„Dein Opa ist gestorben.“ Ich spüre Schmerzen, die ich vorher nicht kannte und bin nicht in der Lage, irgendetwas zu sagen. Ich frage, warum Opa gestorben sei. Mein Papa antwortet, dass jeder irgendwann gehen müsse. Das sei nun mal der Lauf der Dinge. Er gab mir noch einen Kuss, dann sagte er, dass ich nicht so traurig sein solle, denn Opa würde in uns, in ihm und in mir, weiterleben. „Opa wird immer ein Teil von uns bleiben.“</p>
<p>Die Beerdigung steht an. Ich will unbedingt bei der Beerdigung dabei sein und meinen Opa noch einmal sehen, bevor er ganz von uns geht. Doch meine Mutter ist dagegen. Ich sei noch zu klein, sagt sie. Ich bin sehr traurig und verstehe das nicht. Ich will ihn doch nur ein letztes Mal sehen. Meine ganzen Cousinen und Cousins werden doch auch hingehen, erwidere ich ihr. Warum ich nicht? Aber meine Mutter bleibt bei ihrem Nein, ich sei mit fünf Jahren einfach noch zu jung. Mein Opa wird beerdigt, und ich kann nicht dabei sein. Alle begleiten meinen Großvater auf seinem letzten Weg, und ich kann nicht mit den anderen trauern. Ich sei ja zu jung, was ich nicht wirklich verstehe.</p>
<p>Ein paar Tage später darf ich zu seinem Grab. Ich fahre mit meinen Eltern zum Friedhof und bin sehr aufgeregt. Die Sonne scheint an diesem Tag im Juni. Wir parken das Auto und betreten den Friedhof. Es ist für mich das erste Mal, dass ich einen Friedhof besuche. Ich gucke mich um, überall gibt es Gräber, einige sind sehr schön geschmückt, andere dagegen sind schlicht gehalten. Und dann stehen wir vor dem Grab meines Opas. Das Grab ist voller Blumenkränze. Wir stehen davor und ich merke, wie mein Vater weint. Ich schaue zu meiner Mutter und sehe, dass sie auch feuchte Augen hat. Dann nehme ich die Hand meines Vaters und drücke sie fest. Er guckt mich an und lächelt. Dort also liegt mein Opa, einige Zentimeter unter der Erde. Mein Großvater ist gestorben und wird nie wieder zurückkommen. Ich stehe vor dem Grab und verstehe, was das jetzt bedeutet. Mein Vater sagt, mein Opa sei nun an einem besseren Ort. An einem Ort, wo er nicht mehr krank ist und wo es ihm gut geht. Diese Vorstellung beruhigt mich. Trotzdem bin ich traurig, dass mein Großvater auf den Tag genau einen Monat vor meinem Geburtstag gestorben ist.</p>
<p>Ich hätte mich sehr gefreut, wenn mein Opa meinen sechsten Geburtstag noch erlebt hätte. Vielleicht guckt mein Opa vom Himmel aus zu und wünscht mir alles Gute. Diese Vorstellung gefällt mir.</p>
<p>Zuhause angekommen, gehe ich in mein Zimmer und denke über meinen Großvater nach. Danach gehe ich zu meinem Vater ins Wohnzimmer, setze mich zu ihm auf das Sofa und lächele ihn an. Er nimmt mich in den Arm und schaut mich fragend an: „Warum bist du so glücklich?“ Ich sage ihm: „Ich weiß dass mein Opa uns nie verlassen wird. Er wird auf uns aufpassen und uns beschützen.“ Mein Vater lächelt. „Kannst du mir ein paar Geschichten von meinem Opa erzählen?“, frage ich ihn. Er nickt und erzählt mir einige lustige Geschichten aus dem Leben seines Vaters. Ich höre aufmerksam zu und merke, dass mein Großvater nicht wirklich weg ist. Er wird immer in meinem Herzen bleiben, und ich werde mein Leben lang an ihn denken. Mein Vater schaut mich an, lächelt leicht und sagt, dass ich meinem Opa sehr ähnlich sehe, vor allem seine gigantischen Ohrläppchen hätte ich von ihm geerbt. Ich merke, wie mein Mund sich zu einem Lächeln formt. Trotz all der Trauer fühle ich, wie ich so etwas wie Glück empfinde. Und dann schlafe ich auf dem Schoß meines Vaters ein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Der Text ist ein Kapitel aus dem Buch „Aus Angst wächst Mut“, den Link dazu findet ihr <a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/wie-feuer-und-flamme/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier ein weiteres Kapitel</strong></a>, das bei uns veröffentlicht wurde.</span></li>
</ul>
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		<item>
		<title>Aufstehen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/07/aufstehen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Jul 2017 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mobbing]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Aufzustehen, die Stimme zu erheben, sich zu wehren &#8211; das ist in Fällen von Mobbing und Diskriminierung überhaupt nicht einfach. Marlon von Was geht Almanya?! schreibt, wie er das geschafft hat. Dabei ist der erste Schritt oftmals, sich selbst anzuerkennen und zu akzeptieren. Es war irgendwann im August, und die Schule fing wieder an. Normalerweise]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong> Aufzustehen, die Stimme zu erheben, sich zu wehren &#8211; das ist in Fällen von Mobbing und Diskriminierung überhaupt nicht einfach.</strong><span id="more-9250"></span></p>
<p><strong>Marlon von <em>Was geht Almanya?!</em> schreibt, wie er das geschafft hat. Dabei ist der erste Schritt oftmals, sich selbst anzuerkennen und zu akzeptieren.</strong></p>
<p>Es war irgendwann im August, und die Schule fing wieder an. Normalerweise wäre ich an einem solchen Tag eher traurig gewesen, aber dieses Mal hatte ich einen Grund, mich über den Schulbeginn zu freuen. Denn der heutige Tag war der erste Tag in der neuen Schule und für mich gleichzeitig ein lang ersehnter Neubeginn. Ein Neustart, bei dem alles besser laufen sollte. Ich ging also in das Schulgebäude, stieg eine Treppe hoch und dann weiter Richtung Sekretariat, um dort nachzufragen, in welchen Raum ich müsste. Die Sekretärin gab mir eine Auskunft, und ich setzte meinen Weg Richtung Ausgangstür fort. Aber kaum hatte ich das Sekretariat verlassen, bekam ich einen riesigen Schock, und mein Herz blieb für eine Augenblick stehen. Auf dem Flur waren zwei „Kraft-Proleten“. Zwei riesige Klötze, bei denen man gleich merkte, dass sie sich eher durch ihre Muskel- als durch ihre Hirnmasse definieren. Und es waren nicht nur irgendwelche Kraftprotze, sondern genau die, die mir meine gesamte Zeit in meiner alten Schule zur Hölle gemacht hatten. Warum mussten gerade diese Gorillas (Fettes Sorry an jeden Gorilla dieser Welt) unbedingt hierhin wechseln? Kaum hatten sie mich gesehen, ging es schon wieder von vorne los. Die gleichen Beleidigungen und die gleichen Schikanen, die ich in all den Jahren ertragen musste. Am Ende schubsten sie mich zu Boden und sagten mir mit einem hämischen Grinsen, sie freuten sich schon auf mehr. Als sie weg waren, stand ich auf und schüttelte mir den Staub von den Klamotten. Ich hatte mir so gewünscht, ich hätte ihnen die Meinung gegeigt, aber ich hatte zu viel Angst davor und war einfach wie gelähmt. Meine Gefühlsebene schwankte zwischen Scham, Wut und Hass auf mich selbst. Als ich meinen Weg fortsetzen wollte, kam in dem Augenblick ein Junge zu mir, der alles mitbekommen hatte. Er erzählte mir, dass ich mich nicht wegen so etwas runterkriegen lassen solle und dass er auch Ähnliches durchgemacht habe. Seit seinem Coming Out hatte er viel durchgemacht. Er musste Vieles ertragen und hatte viel einstecken müssen. Doch irgendwann hat er sich gedacht: &#8222;Ich mache das nicht mehr mit. Ich bin nun mal so wie ich bin, und wenn es ihnen nicht passt, dann haben sie halt Pech gehabt&#8220;. Seitdem er so dachte und zu sich selbst stehen konnte, war es ihm egal, was andere von ihm dachten oder über ihn sagten, verlief sein Leben in eine positive Bahn. Immer mehr Leute haben angefangen, ihn zu akzeptieren, und wenn sie es nicht taten, war es ihm einfach egal. Seine Offenheit und Ehrlichkeit haben mich sehr beeindruckt. Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt und mir den Mut gegeben, endlich den Mund aufzumachen und mir nichts mehr gefallen zu lassen. Vielleicht bin ich anders als viele andere. Aber anders sein ist cool. Und ich bin einmalig. Die beiden Jungs lassen mich mittlerweile endlich zufrieden und sagen keinen Ton mehr über mich. Ich habe gelernt, an mich zu glauben und mehr Selbstvertrauen zu haben und mich nicht mehr von Typen wie denen runterziehen zu lassen. Ich bin so wie ich bin. Und das ist auch gut so.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier</strong></a> findet ihr weitere Beiträge der Redaktionsgruppe &#8222;Was geht Almanya?!&#8220;.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/ein-anruf-der-ihr-leben-veraenderte/" target="_blank" rel="noopener"><strong>an dieser Stelle</strong></a> könnt ihr einen Text zu Mobbing im Internet lesen.</span></li>
</ul>
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		<title>&#8222;Meine Rechte!&#8220; Rap aus Hagen zum Thema Grundgesetz</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/07/meine-rechte-rap-aus-hagen-zum-thema-grundgesetz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Jul 2017 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
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					<description><![CDATA[Um in einer Demokratie aktiv an politischen Themen teilzunehmen, ist es wichtig zu wissen, welche Rechte wir eigentlich haben. Jugendliche aus Hagen &#8211; mit und ohne Fluchterfahrung &#8211; setzten sich daher intensiv mit dem Thema Grundgesetz auseinander. Dabei sind der Song „Meine Rechte“ und das Musikvideo dazu entstanden.  Mehr dazu: Ein Song der Charlatan Brothers]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Um in einer Demokratie aktiv an politischen Themen teilzunehmen, ist es wichtig zu wissen, welche Rechte wir eigentlich haben. Jugendliche aus Hagen &#8211; mit und ohne Fluchterfahrung &#8211; setzten sich daher intensiv mit dem Thema Grundgesetz auseinander. Dabei sind der Song „Meine Rechte“ und das Musikvideo dazu entstanden.</strong><strong> </strong><span id="more-9098"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Ein Song der Charlatan Brothers über &#8211; und für mehr! &#8211; <strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Bkg1FGxnA4M" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Menschlichkeit</a>.</strong></li>
<li>Und einer von den Hollies über <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/rap-song-mein-koerper-gehoert-mir/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>die Selbstbestimmung</strong></a> des eigenen Körpers.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gesegneter Ramadan!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/06/gesegneter-ramadan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jun 2017 07:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Wetter ist schön, es ist warm draußen – und es ist Ramadan. Das heißt: viele Muslim_innen fasten. Weder essen noch trinken, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Annalena und Lea von „Was geht Almanya“ finden das absolut respektabel &#8211; und keinesfalls bemitleidenswert. ,,Mehdi tut mir leid, weil er fasten muss!&#8220; Ist es richtig, jemanden dafür zu]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Wetter ist schön, es ist warm draußen – und es ist Ramadan. Das heißt: viele Muslim_innen fasten. Weder essen noch trinken, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Annalena und Lea von „Was geht Almanya“ finden das absolut respektabel &#8211; und keinesfalls bemitleidenswert.</strong></p>
<p><span id="more-8995"></span></p>
<p><em>,,Mehdi tut mir leid, weil er fasten muss!&#8220;</em></p>
<p>Ist es richtig, jemanden dafür zu bemitleiden, der aus religiöser Überzeugung während des Ramadans fastet? Mitleid? Echt jetzt?!</p>
<p>Wir sind der Meinung, dass die oder der Fastende vielmehr Respekt als Mitleid verdient. Einen ganzen Monat lang bei brennender Hitze tagsüber nichts zu essen, nichts zu trinken und &#8211; abgesehen davon – seine / ihre Frau oder ihren / seinen Mann den ganzen Tag nicht küssen zu dürfen.</p>
<p>Wir denken, dass dies bewundernswert ist. Wenn jemand wegen seines Glaubens die Disziplin hat, diese Herausforderungen des Ramadans auf sich zu nehmen, dann verdient diese Person unseren Respekt.</p>
<p>Wir haben im Jugendkulturzentrum Kultopia wie jedes Jahr jeden Mittwoch zu Beginn des Sommers eine Grillveranstaltung, bei der es überwiegend Burger gibt.</p>
<p>Mehdi stand während der Fastenzeit bei einer Hitze, die kaum auszuhalten war, am Grill und hat trotz Hunger und Durst die Burger für die Gäste zubereitet.</p>
<p>Ich habe gesehen, dass es ihm nicht gut ging. Ich hatte kein Mitleid, weil ich weiß, dass Mehdi dies aus Überzeugung getan hat und immer noch tut, aber ich empfand Mitgefühl. Ich habe ihm einen nasskalten Lappen in den Nacken gelegt, damit er eine kleine Abkühlung bekommt und um ihm das Arbeiten etwas erträglicher zu machen.</p>
<p>Viele Menschen kritisieren diejenigen, die an Ramadan fasten. Sie empfinden es als schwachsinnig, im heißen Sommer bei kaum auszuhaltenden Temperaturen nichts zu essen oder zu trinken. Der Grund für ihre Kritik ist einfach der , dass sie nicht verstehen können, dass mensch so etwas für seinen Glauben und für seine Überzeugung auf sich nimmt.<strong> </strong><strong> </strong></p>
<p><strong>Warum fasten Muslime an Ramadan?</strong></p>
<p>Der Prophet Muhammed ist laut Koran der letzte Prophet und somit auch die wichtigste Person im Islam, ähnlich wie Jesus im Christentum. Muhammed hatte an Ramadan seine erste Offenbarung und im islamischen Kalender ist Ramadan der neunte Monat.</p>
<p>An Ramadan fühlen sich also Muslime dazu verpflichtet zu fasten, um Gottes Gunst zu erlangen.</p>
<p>Darüber hinaus nehmen sie sich in der Fastenzeit eine Auszeit für Körper und Seele, damit diese zur Ruhe kommen und sie ihren Körper von innen reinigen können.</p>
<p>Fasten bedeutet zudem, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und der Verzicht auf überflüssige Dinge wie Luxus und Konsum. Sie können dadurch besser nachvollziehen, wie es armen und hungernden Menschen ergeht.</p>
<p>Wir sind der Auffassung, dass jede und jeder sich erst einmal mit dem Ramadan auseinander setzen sollte, bevor er/sie diesen kritisiert oder Fastende bemitleidet. Und wenn kein Verständnis dafür bestehen sollte, so sollte mensch dieses zumindest respektieren.</p>
<p>In diesem Sinne wünschen wir allen unseren muslimischen Mitmenschen weiterhin ein gesegnetes und friedliches Ramadanfest.</p>
<p>(Annalena Schneider, Lea Zahel, Redaktionsgruppe „Was geht, Almanya?!“)</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Mare in einer persönlichen Auseinandersezung <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/06/du-sollst-doch-liebe-heissen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>mit ihrer Religion</strong></a>.</li>
<li> Mehr von der Redaktionsgruppe &#8222;<a href="https://www.meintestgelaende.de/author/almanya/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Was geht Almanya</strong></a>&#8222;.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wie Feuer und Flamme</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/05/wie-feuer-und-flamme/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 May 2017 07:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
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					<description><![CDATA[Gute Freund*innen sind ein großes Glück. Gerade in schwierigen Zeiten tut es gut, wenn einem*einer Menschen beistehen. Und selbst, wenn sich Freund*innen irgendwann auseinander leben, kann allein der Gedanke an die gemeinsame Zeit eine Hilfe sein. Darüber hat Ozan Beydogan für uns geschrieben. Was redet die da? Habe ich das richtig verstanden? Hat sie wirklich ihren Namen genannt? Den]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gute Freund*innen sind ein großes Glück. Gerade in schwierigen Zeiten tut es gut, wenn einem*einer Menschen beistehen. Und selbst, wenn sich Freund*innen irgendwann auseinander leben, kann allein der Gedanke an die gemeinsame Zeit eine Hilfe sein. Darüber hat </strong><strong>Ozan Beydogan für uns geschrieben.</strong></p>
<p><span id="more-8956"></span></p>
<p>Was redet die da? Habe ich das richtig verstanden? Hat sie wirklich ihren Namen genannt? Den Namen dieses Mädchens, das mir einmal so viel bedeutet hat? Und eigentlich immer noch bedeutet. Auch wenn wir in letzter Zeit keinen Kontakt mehr zueinander hatten. Warum redet die so schlecht über sie? Sind die beiden nicht befreundet? Redet man so über seine Freunde? Es tut mir weh, diese schlimmen Worte über sie zu hören. Und ich spüre, wie langsam die Wut in mir aufsteigt. Am liebsten würde ich sie zur Rede stellen, aber ich habe Angst, dass ich meine Gefühle nicht unter Kontrolle bekomme. Und überhaupt: Wäre sie damit einverstanden, dass ich sie hier verteidige?</p>
<p>Eigentlich geht es mich ja auch gar nichts an. Sollen die beiden das doch untereinander ausmachen. Weil ich die Situation nicht länger aushalten kann, gehe ich nach draußen, um zu rauchen.Es fällt mir aber immer noch schwer, das, was ich gehört habe, zu vergessen. Soll ich ihr davon erzählen? Und wenn ja wie, wo wir doch praktisch nichts mehr miteinander zu tun hatten?</p>
<p>Irgendwann, vielleicht eine halbe Stunde später, kann ich nicht mehr anders. Ich melde mich bei Facebook an und frage sie, ob ich sie kurz anrufen darf. Die Antwort kommt schnell und ist so, wie ich es befürchtet habe: „Nein. Das hatten wir doch schon geklärt.“</p>
<p>Ich weiß, sie muss das falsch verstehen, nachdem was war. Weil ich keine Lust habe, ihr eine lange Nachricht zu schreiben, frage ich, ob ich ihr eine Voicemail schicken darf. Da ich ihr erkläre, dass es wichtig ist, antwortet sie mit ja. Sie ist sehr erfreut und überrascht, nicht über ihre „Freundin“, sondern darüber, dass ich sie davor gewarnt habe. Sie sieht es wohl als Zeichen wahrer Freundschaft. Ja, es gab eine Zeit, da waren wir wirklich sehr enge Freunde. Unzertrennlich wie Feuer und Flamme. Nichts konnte uns auseinander bringen, da war ich mir sicher.</p>
<p>Der Grund für unsere enge und intensive Freundschaft ist die schwere Zeit, die wir gemeinsam überstanden haben. Wie zum Beispiel der Verrat meiner Schwester an meiner Familie und ihr als allerbester Freundin. Ich fühle mich oft einsam, bin traurig, dennoch gebe ich nie auf! Es gab eine Zeit, da lebte ich mit Vater, Mutter und meinen älteren Geschwistern unter einem Dach. Doch nicht sie waren es, die mir das Gefühl von Wertschätzung und Zusammenhalt gaben, sondern meine beste Freundin.</p>
<p>Bevor ich sie traf, war ich ein Arsch. Ich war asozial und hatte keine Hemmungen, Gewalt anzuwenden, besonders Frauen gegenüber. Das Mädchen, welches es am meisten abbekam, war meine ältere Schwester. Ich bin nicht der schlechteste Bruder gewesen, ich war beispielsweise immer für sie da. Nur, wenn mir etwas nicht passte, unterdrückte ich sie durch Gewalt. So brachten es mir meine Freunde bei und mein Vater lebte es mir unbewusst vor. Er zog vor sieben Jahren aus, aber verändern tat es nichts, ich blieb der selbe. Vor zwei Jahren lernte ich sie dann kennen, die ehemalige beste Freundin meiner Schwester, meine beste Freundin. Das erste Mal sah ich sie, als sie bei uns schlief.</p>
<p>Anfangs redeten wir nicht wirklich, bis ich ihr schrieb, um ihr eine Nachricht meiner Schwester zu senden. Wir schrieben und telefonierten am Abend auch. Wir verstanden uns einwandfrei und so wurden wir zu einem super Team. Sie veränderte mich sofort, aber das war nur möglich, weil ich ihre Persönlichkeit so klasse fand. Ein Mensch, der nicht über andere urteilte, der immer ehrlich ist, einfach ein echter Freund!</p>
<p>Ich weiß, ich bin noch sehr jung, aber ich hatte viele falsche Freunde, die mein Vertrauen aufs Übelste missbrauchten. Sie und ich stützten einander. Zum Beispiel in der Zeit, als meine Schwester mit meiner Familie brach, um zu ihrem Mann zu ziehen. In dieser Zeit erfuhr ich, dass eine Person, die immer für einen da ist, einem schnell ans Herz wächst. Es schweißt einen zusammen aus demselben Grund. Dazu gehört für mich auch, gemeinsam zu weinen.</p>
<p>Es war kein Weltuntergang, meine Schwester so zu verlieren, denn Bahar, meine beste Freundin, war neben mir. Aber ich wurde dadurch trotzdem ziemlich gefühlskalt. Mein Bild von einer Familie wurde zerstört und mein großer Bruder, der sich nicht für mich interessierte, bestätige es mir immer wieder.</p>
<p>Bahar wurde zu meiner Familie und ich erfuhr, dass es nicht nur die leibliche Familie gibt, sondern auch eine, die man sich selbst aussuchen kann, seine Freunde. Sie ist mir deshalb sehr wichtig geworden und umso größer war der Schmerz, als wir uns auseinander lebten. Ich konnte und wollte mir nicht vorstellen, mit ihr Kontakt abzubrechen und alleine durch diese Welt zu laufen. Wir haben uns also auseinander gelebt und es hat mich schlimmer getroffen als alles andere, also was tue ich? Ich war traurig und verzweifelt, über Wochen und Monate hinaus. Was sollte ich ohne Bahar machen, sie war doch die einzige Person, die an mich geglaubt hat. Sie hat mir beigebracht: Glaub immer an dich selbst. Menschen kommen und gehen, du darfst dein Ziel deshalb nicht verlieren.</p>
<p>Und als ich dann in meinem Zimmer lag, traurig war und schwer atmete, merkte ich: Bahar ist jetzt seit zwei Monaten weg und ich bin immer noch auf meinem Weg. Ich bin nicht tot oder von meinem Weg abgekommen! An diesem Punkt habe ich gemerkt, ich brauche niemand, um meine Ziele zu erreichen und wenn ich anfange nachzudenken und traurig zu sein, denke ich daran, dass ich eine Familie da draußen habe, die immer für mich da ist. Dann höre ich auf, so traurig zu sein. Ich schließe schließlich meine Augen und denke mir: Du schaffst alles, was du dir vornimmst, wenn du etwas dafür tust!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Was <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/10/friends-forever/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Freund*innenschaft für sie ausmacht und was nicht</strong></a>, erklären die Story Teller.</li>
<li>Wie es ist, von <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/kurzgeschichte-getaeuscht/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>einem Menschen getäuscht zu werden</strong></a>, lest ihr hier.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Aus Angst wächst Mut</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/03/aus-angst-waechst-mut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Mar 2017 08:00:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7868</guid>

					<description><![CDATA[Gar nicht so einfach, ein jugendliches Mädchen zu sein und nicht zu den &#8218;Coolen&#8216; oder den &#8218;Schönen&#8216; zu gehören. Auch nicht einfach, aus der Menge herauszutreten ins Rampenlicht, wenn mensch sich eher wie ein grauer Schatten fühlt. Joy schafft diesen Schritt trotzdem und überwindet ihre Angst, um das zu machen, was sie am liebsten tut:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gar nicht so einfach, ein jugendliches Mädchen zu sein und nicht zu den &#8218;Coolen&#8216; oder den &#8218;Schönen&#8216; zu gehören. Auch nicht einfach, aus der Menge herauszutreten ins Rampenlicht, wenn mensch sich eher wie ein grauer Schatten fühlt. Joy schafft diesen Schritt trotzdem und überwindet ihre Angst, um das zu machen, was sie am liebsten tut: schauspielern.</strong><br />
<span id="more-7868"></span></p>
<p><strong><em>Aus Angst wächst Mut </em>von </strong></p>
<p><strong>Marieclaire von Louisenthal (Was geht Almanya)</strong></p>
<p>War es richtig, was sie jetzt tat? Joy wusste es nicht, wirklich nicht. Alle gingen noch einmal durch, was sie sagen sollten und strichen ihre Kleidung glatt. Die Aufregung war deutlich zu spüren. Zum gefühlt hundertsten Mal begutachtete sich das Mädchen im Spiegel. Die Schminke war ganz in Ordnung, hätte aber noch besser gemacht werden können. Zumindest war das ihre Meinung.</p>
<p>Die Schmetterlinge in ihrem Bauch tanzten Flamenco. Still stehen konnte Joy nicht, dazu war sie viel zu aufgeregt. Sie erinnerte sich nicht daran, jemals in ihrem Leben so nervös gewesen zu sein. Dabei war sie noch eine Schülerin und sehr oft aufgeregt, meist vor Arbeiten oder Referaten.</p>
<p>Doch dieser Abend war anders. Schlimmer als jede Englischarbeit und Joy hasste Englisch mehr als alles in der Welt. Mehr als die nervigen Tussis oder die auch so coolen Jungs aus ihrer Klasse.</p>
<p>Nervös ging die Schülerin zu dem Tisch mit den Getränken. Ihre Kehle fühlte sich an wie die Sahara in der Trockenzeit, trocken und ausgedörrt. Ihre Hände zitterten wie Espenlaub. Mit einem Mal traute sich Joy nicht, sich etwas einzuschenken. Sie hatte Angst, das Glas würde ihr aus der Hand rutschen. Vorsichtshalber ließ sie es.</p>
<p>Nun lief sie durch den recht großen Raum. Einige Stühle und Tische wurden aufgestellt und von draußen drangen Stimmen zu ihr. Nun wurde Joy noch nervöser. Ihr Magen verkrampfte sich, schnell rannte sie zur Toilette. Mit einem Mal hatte sie das Gefühl, als würde ihr Mittagessen noch einmal Hallo sagen wollen. Doch nach einiger Zeit gab ihr Magen Entwarnung. Zum Glück musste Joy nicht brechen. Vorsichtig schüttelte die Schülerin ihren Kopf und ging zurück in den Raum.</p>
<p>Wie war sie eigentlich auf diese bescheuerte Idee gekommen? Joy erinnerte sich, ihre beste Freundin hatte sie gezwungen. Innerlich verfluchte sie sich und ihre beste Freundin dafür. Was für eine blöde Idee, vor allem da sich Maja abgesetzt hatte. Und sie? Wieso sollte sie nicht auch einfach gehen? Warum? Darum! Das war die tolle Antwort ihrer Lehrerin gewesen. Innerlich starb die Schülerin gerade tausend Tode. Natürlich bekam es niemand mit. Alle versuchten, nicht in Panik zu geraten.</p>
<p>Wie viele Menschen wohl da waren? Joy wollte es lieber nicht wissen. Allein der Gedanke war furchterregend, vor so vielen Menschen zu stehen. Mit ziemlicher Sicherheit würde sie alles vergessen, wirklich alles. Dann würde sie da stehen wie ein Esel. Alle würden sie auslachen. Alle, sogar ihre eigenen Eltern. Warum dachte sie gerade nur so viel nach? Das machte es nur noch schlimmer. Gerade malte sich Joy aus, wie sie am besten verschwinden konnte. Einfach weg. Verstecken. Oder in einen Bus einsteigen. In diesen Klamotten bestimmt nicht. Da würde sie nur angestarrt werden. Aber irgendwas musste sie doch machen. Nur was? Joy hatte keine Idee, in ihrem Kopf drehte sich alles. Sich jetzt einen Fluchtplan zu überlegen war undenkbar. Leise seufzte das junge Mädchen.</p>
<p>Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet ihr, wie wenig Zeit sie noch hatte. Fünf Minuten, maximal 10, wenn die Technik streikte. Konnte nicht einfach jemand ein Feuer legen? Oder ein Meteor auf die Schule stürzen? An was sie schon wieder dachte! Konnte sie nicht einfach krank sein, im Bett liegen und schlafen? Nun hörte sie die Anderen tuscheln, sie redeten über sie. Joy versuchte es zu ignorieren. Sollen die Anderen doch denken, was sie wollen. Die Schülerin schloss ihre Augen. Mit gesenktem Kopf ging sie zu dem Tisch mit den Getränken. Zwar zitterten ihre Hände noch sehr stark, doch sie schüttete sich etwas von dem Wasser in einen sauberen Becher.</p>
<p>War sie bereit dazu? War sie bereit, zu hoffen, dass sich die Meinung der Anderen über sie änderte? Joy war lediglich eine kleine graue Maus. In der Schule war sie auch nur eine Durchschnittsschülerin, mehr nicht. Doch nach diesem Abend würde man sie wohl mit anderen Augen sehen. Wieder kam Angst in ihr hoch. Angst vor den vielen Menschen, Angst vor ihren Reaktionen. Doch warum hatte sie solche Angst? Es war doch nicht das erste Mal, was sie an diesem Abend tat. Zwar war es das erste Mal in der Schule, aber so anders war das doch auch nicht.</p>
<p>Joy musste sich zusammenreißen. Einfach Augen zu und durch. „Ich kann das doch“, impfte sie sich ein. Sie hatte so viel gelernt, sie würde es schaffen. Wenn sie jetzt nur der Nervosität nicht nachgab. Kopf hoch, Schultern zurück und Brust raus. Selbst wenn sie den Text vergessen sollte, sie war doch nicht allein. Jeder konnte den Text der Anderen auswendig. Sie würden sich einfach gegenseitig helfen, schließlich wollten alle, dass es ein voller Erfolg werden sollte. Außerdem war es doch ihre große Leidenschaft. Den Spaß konnte ihr niemand nehmen. Es war doch ihr Ding, ihr Talent, ihr Weg. Maja hatte sie zwar gezwungen, doch machte Joy es nicht auch für sich selbst? Wollte sie nicht allen zeigen, was in ihr steckte? Wer sie war? Ja, das wollte Joy. Und das wollte sie sich nicht nehmen lassen.</p>
<p>Das Mädchen erinnerte sich noch gut an die Gesichter der Anderen, bei den Proben. Wie blöd sie ausgesehen hatten, mit ihren offenen Mündern und handtellergroßen Augen. Die Schülerin lächelte. Nein, es gab keinen Grund, Angst zu haben. Joy wollte nie mehr als sie selbst sein und nun war sie es. Weiter versteckten wollte sie sich nicht. Schnell trank sie aus und blickte auf die Uhr. Nun war es soweit. Ihre Lehrerin kam und scheuchte alle auf ihre Plätze. Der Vorhang öffnete sich und Joy sah in viele neugierige Augenpaare. Dann tat sie das, was sie am besten konnte. Sie schauspielerte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li>Der <a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Link zum Buch</strong></a>.</li>
<li>Das <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/02/rebellion-in-bewegung/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Musikvideo</strong></a> zum Song &#8222;Rebellion&#8220; von Was geht Almanya.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Entscheidung</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/01/die-entscheidung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2017 08:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Mut]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal haben wir&#8217;s nicht leicht mit unserem Selbstwertgefühl. Obwohl wir Spaß an etwas haben, geben wir Träume so oft aus Angst davor auf, nicht gut genug zu sein. Wie aus dieser Angst aber Mut werden kann, wie wir uns aktiv für UNS und gegen die fiese Stimme in uns drin entscheiden können, das hat Dorian]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Manchmal haben wir&#8217;s nicht leicht mit unserem Selbstwertgefühl. Obwohl wir Spaß an etwas haben, geben wir Träume so oft aus Angst davor auf, nicht gut genug zu sein. Wie aus dieser Angst aber Mut werden kann, wie wir uns aktiv für UNS und gegen die fiese Stimme in uns drin entscheiden können, das hat Dorian von Was geht Almanya sehr eindrucksvoll aufgeschrieben. </em></strong></p>
<p><strong><em>(Der Text stammt aus dem Buch &#8222;<a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aus Angst wächst Mut</a>&#8222;, erschienen im Luther-Verlag.) </em></strong></p>
<p><span id="more-7723"></span></p>
<p>Mein Handy klingelt. Gandhi ruft an. Nehme ich ab oder nicht? Eine innere Stimme sagt mir: Geh nicht ran. Dorian, was ist los mit dir? Du hast demnächst einen Auftritt. Du hast nicht gelernt, hast Angst dort hin zugehen und du warst noch nicht mal bei einer Probe! Eine andere Stimme hingegen sagt mir: Geh hin, sie brauchen dich. Du brauchst sie. Und wieder die erste Stimme: Ach, hör auf zu träumen und sag ab. Geh ran und sag ihm, du kannst heute nicht. Denn seien wir mal ehrlich, du kannst doch eh nichts.</p>
<p>Ich gehe in meinem Zimmer hin und her und überlege angestrengt, wäge alles ab. Brauchen sie mich, oder hat die andere Stimme in mir doch Recht? Ich bin mir unsicher und gucke in meinen Spiegel. Ich sehe mich. Einen jungen Mann, gerade mal fünfzehn. Ich komme mir anders vor, so unsicher vor einer Entscheidung zu stehen und mich festlegen zu müssen. So bin ich nicht und so wollte ich auch noch nie sein. Meine Gefühle positionieren sich und kämpfen gegeneinander. Auf der einen Seite die eine Stimme, die mir sagt: Geh‘ jetzt da raus und zeig es ihnen! Lass deinen schauspielerischen Talenten freien Lauf! Du kannst es doch. Und du wirst es schaffen. Vergiss nicht, du hast es versprochen. Sie, die anderen, verlassen sich auf dein Wort. Auf der anderen Seite höre ich die andere Stimme, die mich mit einem erhobenen Zeigefinger und von oben herab runtermacht. Sie sagt: Die anderen denken doch sowieso, du kannst nichts. Sie warten nur auf einen Fehler. Auf einen schwachen Moment, um dich zu zerfleischen. Wie ein Rudel Hyänen, das sich auf seine wehrlose Beute stürzt, um sie zu zerreißen. Du hast doch eh Angst.</p>
<p>Mein Handy klingelt erneut und reißt mich aus meinen Gedanken heraus. Gandhi ruft wieder an. Ich reagiere nicht. Sekunden vergehen zäh wie Kaugummi. Das Klingeln trifft meine Nerven wie Nadelstiche. Was sage ich jetzt? Eine Stimme meldet sich zu Wort: „Komm, nimm ab und sag, dass du in zehn Minuten bei der Probe sein wirst und dass du dich bereits freust!“ Doch die andere Stimme erwidert: „Lass es sein! Er könnte deine Rolle locker mit jemand anderem ersetzen. Mit jemandem, der deutlich mehr Talent hat als du. Tu dir diese Qual nicht an!“ Ich schwimme in einem See voller Scham und Unsicherheit. In treibe auf einem Meer voller Unzufriedenheit, Sehnsüchte und Wünsche. Zwei verpasste Anrufe von Gandhi auf meinem Sperrbildschirm, die mich anstarren und mich nicht in Ruhe lassen.</p>
<p>Ich setze mich auf mein Bett, falte die Hände zusammen und denke an die Theatergruppe. An all die Leute, die ich kennen gelernt habe und die sich darauf verlassen, dass ich mitwirke. Was werden sie über mich denken? Hat Gandhi ihnen schon erzählt, dass ich einfach nicht ans Handy gehe, oder wird er gleich noch einmal anrufen? Und was denkt er, warum ich nicht rangehe? Macht er sich Sorgen? Ich erinnere mich an die Worte meines älteren Bruders. Er kennt Gandhi von einem anderen Projekt, bei dem er vor Jahren mitgemacht hat. Bei Gandhi sind immer coole Leute, meinte er! Das kann sein. Aber er kennt die Leute, mit denen ich jetzt arbeite, doch gar nicht. Würde er sie auch als cool bezeichnen? Und was ist überhaupt cool, was heißt das schon?</p>
<p>Trotzdem merke ich, wie die Sehnsucht nach dem Auftritt und nach den Leuten, die ich anstatt als cool eher als freundlich, lustig und aufgedreht bezeichnen würde, steigt. Ja, ich möchte dabei sein. Ich werde anfangen meinen Text zu lernen. Ich möchte allen beweisen, dass ich es kann. Und in erster Linie mir selbst. Und du, der Zweifler in mir, hältst jetzt einfach die Klappe!</p>
<p>Gandhi ruft wieder an, bereits das dritte Mal innerhalb einer Stunde. Ich merke, dass es ihm ernst ist. Es ist eher ungewöhnlich, dass er sich so oft meldet. Er arbeitet ungern mit Druck. Mir wird immer deutlicher, wie ernst es auch mir wird. Wie von selbst nehme ich das Handy in die Hand und drücke auf die grüne Annahmetaste meines Telefons. Ist er sauer, wird er mich anschreien? Ich habe Angst, empfinde aber auch gleichzeitig Mut, mich dieser zu stellen. Ich höre Gandhis Stimme: „Dorian?“ Meine anfängliche Unsicherheit verschwindet mit der Wärme seiner Stimme. Ich antworte langsam: „Ja?“ Gandhi fragt: „Kommst du heute zur Probe? Ich habe eine spannende Szene und würde dich dort sehr gerne einbauen. Du bist dafür die Idealbesetzung.“ Ich fasse meinen Mut zusammen und antworte, in der Hoffnung entspannt und selbstbewusst zu wirken: „Ja, klar, ich bin heute dabei. Mein Bus kommt in zehn Minuten?“ Ich kann regelrecht seine Freude und Erleichterung spüren, als er erwidert: „Ok, wir freuen uns und warten auf dich. Bis gleich!“ Als er auflegt, fühle ich, wie eine große Last von mir abfällt. Ich bin erleichtert und spüre, wie die Glückshormone mit rasender Geschwindigkeit durch meinen Körper jagen. Ich weiß jetzt, ich muss mir keine Gedanken mehr machen. Ich kann gleich zur Probe fahren und selbstbewusst beim nahenden Auftritt auf der Bühne stehen. Ich habe keinen Druck mehr und fühle mich frei.</p>
<p>Entschlossen ziehe ich meine Sneakers an und streife mir eine Jacke über. Dann gehe ich zu meiner Mutter, gebe ihr lässig einen Kuss auf die Wange, verabschiede mich von ihr, verlasse die Wohnung und schließe die Tür hinter mir. Am Ausgang bleibe ich einen Augenblick stehen und atme tief durch. Dorian, du bist ein verdammt cooler Typ, denke ich. Der Bus kommt und ich steige ein. Im Bus werde ich von einigen Menschen angelächelt, ich vermute, weil ich aus allen Poren meines Körpers strahle. Es fühlt sich gut an. Nach fünfzehn Minuten komme ich an der Halle an. Ich stehe vor dem Eingang und atme tief durch. Danach betrete ich den Raum und merke den Leuten die Freude über meine Anwesenheit an. Ich werde von allen mit einem Lächeln im Gesicht empfangen. Ein Lächeln, das mir zeigt, dass ich alles richtig gemacht habe.</p>
<p>Nacheinander nehmen sie mich in den Arm und freuen sich, dass ich da bin. Gandhi kommt auf mich zu, nimmt mich ebenfalls in den Arm und sagt: „Schön, dass du da bist!“ Ich antworte: „Es tut mir leid, dass ich zu spät bin. Bei der nächsten Probe werde ich pünktlich sein.“ Ich bekomme meinen Text und gehe auf die Bühne. Dort fange ich an zu spielen, zuerst etwas unsicher, doch im Verlauf der Probe immer souveräner. Und dann überkommt mich das unbeschreibliche Gefühl, angekommen zu sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hätten Menschen nicht ihre Träume verwirklicht, wäre womöglich so einiges gar nicht erst ins Rollen gekommen, wie <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/i-have-a-dream-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>dieses Beispiel</strong></a> beweist.</li>
<li>Die eigene Identität zu entdecken kann schon ziemlich viel Mut erfordern, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/poetry-slam-text-ich-bin-hier/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet auch</strong></a> Bahar von Was geht Almanya.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bene &#8211; Kennst du das?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/10/bene-kennst-du-das/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2016 07:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Bene von unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya?! hat im April zum ersten Mal an einem Poetry Slam-Workshop teilgenommen und dort auch seine ersten Texte geschrieben. In diesem hier macht er sich Gedanken über das Gedankenmachen selbst und denkt darüber nach, dass er sich nicht so viele Gedanken machen sollte – kennst du das? Mehr dazu:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-size: 1.14285rem;">Bene von unserer Redaktionsgruppe <em>Was geht Almanya?!</em> hat im April zum ersten Mal an einem Poetry Slam-Workshop teilgenommen und dort auch seine ersten Texte geschrieben. In diesem hier macht er sich Gedanken über das Gedankenmachen selbst und denkt darüber nach, dass er sich nicht so viele Gedanken machen sollte – kennst du das?</span></strong></p>
<p><span id="more-10626"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier geht‘s <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/04/13-2/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>zum ersten Video</strong></a> aus unserem Poetry Slam-Workshop.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier zu unserer <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Rubrik Poetry Slam</strong></a> – mit vielen tollen Videos und Texten.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kurzgeschichte: Getäuscht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/10/kurzgeschichte-getaeuscht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Oct 2016 07:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sexuelle Gewalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Als Ertugrul die Zeitung aufschlägt und die Wahrheit über seinen Kumpel erfährt, wird ihm schlecht. Wie konnte er sich nur so sehr in dem jungen Mann täuschen? Diese Kurzgeschichte von Ertugrul Öztaskin ist in Aus Angst wächst Mut erschienen. Herausgeber: Gandhi Chahine und Matthias Hoof. „Wie oft hab ich dir gesagt, schmeiß den Mist in]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als Ertugrul die Zeitung aufschlägt und die Wahrheit über seinen Kumpel erfährt, wird ihm schlecht. Wie konnte er sich nur so sehr in dem jungen Mann täuschen? </strong></p>
<p><span id="more-7423"></span></p>
<p><em>Diese Kurzgeschichte von Ertugrul Öztaskin ist in <u><a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Aus Angst wächst Mut</a></u></em><em> erschienen. Herausgeber: Gandhi Chahine und Matthias Hoof.<br />
</em></p>
<p>„Wie oft hab ich dir gesagt, schmeiß den Mist in den Müll, hier spielen Kinder!“ Also nahm ich die Tüte vom verdreckten Boden und warf sie in den Müllbehälter.</p>
<p>„Stell dir vor, du hast später Kinder. Willst du, dass sie damit in Kontakt kommen? Eher nicht, denke ich.“ Osman schaute auf den Boden und sein Blick war leer. Er schwieg für einen Augenblick. Dann murmelte er: „Das macht doch jeder, ist doch egal, das ist normal.“</p>
<p>Ich lauschte seiner tiefen Stimme, während ich die Bäume betrachtete. Ich drehte mich zu ihm um, schaute ihn grimmig an und sagte: „Es ist schon schlimm genug, dass wir den Mist rauchen, also können wir wenigstens unsern Scheiß in den Müll werfen. Ich möchte nicht der Grund dafür sein, dass kleine Kinder sich fragen, was das ist. Dass ihre Neugier geweckt wird für etwas so Ekelhaftes. Nachher bin ich daran schuld, dass diese Kinder wegen mir abhängig werden.“ Nein, das könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, dachte ich.“ Ja, jetzt halt’s Maul und gib mir mal Blättchen!“, sagte Osman zu mir, während er in seiner Hand das Grass zerbröselte.</p>
<p>Es war windig und dunkel, also gab ich ihm Schutz vor dem Wind. Ich hatte die Taschenlampe meines Handys eingeschaltet und hielt diese so, dass er genug sehen konnte. Lässig holte ich mein Feuerzeug aus meiner rechten Tasche raus, steckte den Joint an und nahm einen kräftigen Zug. Auf Anhieb fühlte ich mich richtig locker. Ein herrliches Gefühl.</p>
<p>Wie aus dem Nichts standen wir zwei plötzlich in einem Lichtkegel und wurden durch das grelle Licht geblendet. Wir erkannten auf Anhieb, was das war. Die Polizei. Osman und ich schauten uns verdutzt an, nickten uns gegenseitig mit dem Kopf zu und nahmen die Beine in die Hand. „Yallah!“, war das Letzte, was ich von Osman hörte. Danach rannten wir los.</p>
<p>Ein Polizist rief uns lauthals hinterher: „Bleiben Sie stehen!“ Doch daran verschwendeten wir keinen einzigen Gedanken. Ihr werdet mich niemals bekommen, das ist mein Viertel, dachte ich. Osman und ich rannten die Straße runter, er bog rechts ab, ich links. Ich blickte nach hinten und sah, dass die beiden Polizisten hinter Osman herliefen und mich außer Acht ließen. Doch ich rannte die Straße immer weiter, bis ich mich sicher fühlte.</p>
<p>Ich kam zu einem Ort, von dem ich wusste, dass er sicher ist. Dort blieb ich stehen und rang nach Luft. Ich war total verschwitzt und außer Atem. Mein Puls war auf 180, mein Herz hämmerte in meiner Brust. Ich nahm ein paar tiefe Atemzüge und checkte danach meine Taschen ab. Handy, Ausweis, Feuerzeug und Schlüssel. Mehr hatte war ich nicht dabei. „Dafür bin ich weggelaufen?“, sagte ich laut zu mir selbst und lachte mit einem höhnischen Unterton.</p>
<p>Aber was war mit Osman passiert, fragte ich mich. Doch im selben Moment dachte ich: „Als ob der sich packen lässt, niemals!“ Ich entschied mich, nach Hause zu gehen, ich nahm den schnellsten und kürzesten Weg. Schließlich wollte ich nicht wieder auf die Polizei treffen, auch wenn ich wusste, ich hatte nichts getan.</p>
<p>Zuhause angekommen nahm ich erst mal einen großen Schluck Wasser, putzte meine Zähne und legte mich ins Bett. Die Fenster waren geschlossen, doch man hörte, wie der Wind immer stärker wurde. Wahrscheinlich würde es heute Nacht regnen. Ich zog die Bettdecke über meinen Kopf und schlief ein.</p>
<p>Das Klingeln und Vibrieren meines Handys weckte mich unsanft. Ich ging ran. „Hallo!“, sagte ich mit total verschlafener Stimme. „Bruder, hast du schon gehört, was mit Osman passiert ist?“, fragte mich eine aufgebrachte Stimme durch den Hörer. Ich erkannte Christoph am anderen Ende. Ohne eine Antwort abzuwarten fuhr er fort: „Guck mal in die Zeitung, da steht&#8230;“ Seine Stimme war auf einmal weg. „Hallo, Christoph? Hörst du mich?“ Die Verbindung war tot. Ich schaute auf die Uhr. 12.41Uhr, der halbe Tag war schon um. Ohne lange zu überlegen stand ich auf, zog mir meinen Trainingsanzug an und verließ das Haus. Ich war total verwirrt. Was war mit Osman passiert? Und wieso Zeitung?</p>
<p>Mir gingen die schlimmsten Gedanken durch den Kopf. Deshalb war ich froh, endlich am Kiosk anzukommen. Mit Schwung öffnete ich die Tür und hörte die Glocken oberhalb des Eingangs, die mein Kommen ankündigten. Ein junger Mann begrüßte mich mit einem freundlichen „Hallo“. „Hallo“, erwiderte ich, „ich hätte gerne einmal die Tageszeitung!“ Der Mann gab reichte mir die Zeitung, ich gab ihm das Geld passend. Dann verließ ich den Laden und schlug sofort die Lokalseite-Zeitung auf. Die Überschrift sprang mir in die Augen. Mir wurde schlecht und die Zeitung fiel mir fast aus der Hand. „Vergewaltiger wurde gefasst“, stand da in großen Buchstaben. Mit zitternden Fingern hielt ich das dünne Papier in der Hand und las den ganzen Artikel. Osman war also ein Sexualstraftäter. Ich konnte es nicht fassen: Der Junge, den ich erst vor einigen Wochen kennen gelernt habe, war ein Vergewaltiger. Ich konnte es nicht glauben, Wie hatte ich mich in ihm so täuschen können? „Wie kann ein Mensch so etwas Schlimmes tun?“, dachte ich mir.</p>
<p>Er hatte bei mir immer einen netten und freundlichen Eindruck hinterlassen. Und er war vor allem sehr zuvorkommend. An diesem Tag wurde mir schlagartig klar, dass ich mich nicht mehr mit jedem dahergelaufenen Typen anfreunden werde. Du kannst den Menschen bekanntlich nur vor den Kopf gucken, deshalb ist immer Vorsicht geboten. Und vielleicht ist es jetzt an der Zeit, auch endlich mit dem Kiffen aufzuhören.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die Vergangenheit hinter sich lassen, das eigene Leben in die Hand nehmen: Das ist das Thema von Sivaz Rap-Song <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/10/lachen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Lachen</a></u>.</li>
<li>Auch Aleyna hat sich in jemandem getäuscht. Wie sie damit umgeht, dass ihre Mutter ihr nicht das geben kann, was sie braucht, liest du in der Kurzgeschichte: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/08/das-rote-kleid/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Das rote Kleid</span></a>.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mehdi: Coming-out als Deutsch-Libanese</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/09/mehdi-coming-out-als-deutsch-libanese/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Sep 2016 08:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Coming-Out]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7314</guid>

					<description><![CDATA[Das Coming-out gilt in translesbischwulen Lebensläufen schon fast als selbstverständlich. Von heterosexuellen Menschen wird eine Positionierung zur eigenen Lebensweise hingegen nicht erwartet. Mehdis Schritt in die Öffentlichkeit setzt somit ein wichtiges Signal, für eine tolerante Gesellschaft ohne Homophobie. Mehr dazu: Nev hat sich für das Coming-out entschieden. In Eine kurze Geschichte des Lebens erzählt er,]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Coming-out gilt in translesbischwulen Lebensläufen schon fast als selbstverständlich. Von heterosexuellen Menschen wird eine Positionierung zur eigenen Lebensweise hingegen nicht erwartet. Mehdis Schritt in die Öffentlichkeit setzt somit ein wichtiges Signal, für eine tolerante Gesellschaft ohne Homophobie.</strong></p>
<p><span id="more-7314"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Nev hat sich für das Coming-out entschieden. In <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/06/eine-kurze-geschichte-des-lebens/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Eine kurze Geschichte des Lebens</a></u> erzählt er, wie ihm der Schritt in die Öffentlichkeit zu mehr Selbstbewusstsein verholfen hat.</li>
<li>In manchen Kreisen gilt das Coming-out als besonders schwer. Mehr dazu lest ihr in <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/06/der-schwule-fussballspieler/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Der schwule Fußballer</a></u>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was ist männlich?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/08/7155/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2016/08/7155/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Aug 2016 06:45:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[gelände2016]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Männlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=7155</guid>

					<description><![CDATA[Als die Jungs ihn fragen, was es heißt, männlich zu sein, kommt der große Bruder ganz schön ins Schwitzen. Möglichst tief sprechen, niemals duschen und keine Gefühle zeigen – das kann doch nicht alles sein?!? Die Jungs finden dieses Männerbild zum Heulen – wir diesen Sketch zum Brüllen komisch! Dieses Video ist im Theater-Workshop von]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Als die Jungs ihn fragen, was es heißt, männlich zu sein, kommt der große Bruder ganz schön ins Schwitzen. Möglichst tief sprechen, niemals duschen und keine Gefühle zeigen </strong><strong>–</strong> <strong>das kann doch nicht alles sein?!? Die Jungs finden dieses Männerbild zum Heulen </strong><strong>–</strong><strong> wir diesen Sketch zum Brüllen komisch!</strong></p>
<p><span id="more-7155"></span></p>
<p>Dieses Video ist im Theater-Workshop von Gandhi Chahine auf dem #gelände2016 entstanden.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Lust auf noch mehr Spaß? Bei <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/07/frustessen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Frustessen</a></u> bleiben dir die Chips vor Lachen im Halse stecken.</li>
<li>Den legendären Auftritt der <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/08/rap-song-heimat/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><span style="text-decoration: underline;">Iraki Brothers</span> </a>auf dem #gelände-Abschlusskonzert im Kultopia siehst du hier.</li>
</ul>
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		<title>Kurzgeschichte: Das rote Kleid</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Aug 2016 08:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Träume]]></category>
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					<description><![CDATA[Aleyna liebt ihre Mutter über alles. Doch manchmal kann die Frau, die ihr das Leben schenkte, nicht das geben was sie braucht. Zum Glück gibt es neben der Familie noch andere Menschen, die der jungen Frau Halt geben&#8230; Aus Angst wächst Mut. Herausgeber: Gandhi Chahine und Matthias Hoof. Ich habe mein rotes Kleid angezogen. Es ist lang]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Aleyna liebt ihre Mutter über alles. Doch manchmal kann die Frau, die ihr das Leben schenkte, nicht das geben was sie braucht. Zum Glück gibt es neben der Familie noch andere Menschen, die der jungen Frau Halt geben&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-7082"></span></p>
<p><a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html"><em><u>Aus Angst wächst Mut</u></em></a><em><a href="http://www.lutherverlag.de/Geschenkideen/Buecher/Hoof-Aus-Angst::843.html">.</a> Herausgeber: Gandhi Chahine und Matthias Hoof.</em></p>
<p>Ich habe mein rotes Kleid angezogen. Es ist lang und hat einen Meerjungfrauenschnitt. Der Stoff besteht aus feiner Seide. Sie fühlt sich glatt und kalt auf meiner Haut an. Dieses wunderbare Kleid wurde extra für mich nach Maß geschneidert. Heute trage ich es für einen bestimmten Menschen. Jemand, der mir sehr nahe steht. Dieser Jemand hat mir versprochen, heute zu kommen. Ja, sie wird heute kommen. Ganz bestimmt! Ich bin so aufgeregt. Wie lange habe ich auf diesen Tag gewartet. Jetzt ist er da. Heute wird sie verstehen, weshalb ich in den letzten Wochen so oft unterwegs war. Heute wird sie mit eigenen Augen sehen, wofür ich jeden Tag geprobt habe. Ich bin mir ganz sicher: Sie wird stolz auf mich sein. Sie wird mit den anderen klatschen und mich voller Bewunderung anlächeln. Und ich werde zurücklächeln, voller Dankbarkeit und Liebe.</p>
<p>„Du bist dran, gib dein Bestes.“ Die Aufforderung reißt mich aus meinen Träumen. Ja, ich bin jetzt bereit für meinen großen Auftritt. Mit den anderen verlasse ich die Requisite und will mich auf den Weg zur Bühne machen. „Dein Handy klingelt“, sagt meine Freundin. Komisch, ich habe es gar nicht gehört. „Willst Du noch rangehen? Könnte wichtig sein. Wir warten dann auf dich.“ Ich drehe mich um, gehe zu meiner Tasche und hole das Handy heraus. Auf dem beleuchteten Display lese ich ihren Namen. Und sofort beschleicht mich diese traurige Gewissheit. Sie wird heute nicht kommen. Wieder nicht. Sie sagt, sie schafft es nicht. Sie hat so viel zu tun. Ich soll ihr nicht böse sein. Schweigend höre ich zu. Kein einziges Wort bringe ich heraus. Der Klos in meinem Hals fühlt sich hart und schwer an. Ich versuche ihn herunterzuschlucken. Vergeblich. Bevor sie etwas von meiner Enttäuschung spürt, habe ich schon aufgelegt.<br />
Mechanisch lasse ich meinen Arm mit dem Handy sinken, lasse es zurück in meine Tasche gleiten. Mein Blick ist mit einem mal ganz glasig. Nein, nur jetzt nicht weinen, nur das nicht! Denk an deinen Auftritt! Aber es ist schon zu spät. Die ersten salzigen Tropfen fließen über meine Wangen. Ich kann sie nicht mehr stoppen. Hemmungslos lasse ich den Tränen freien Lauf. Eine nach der anderen läuft mir die Wange hinab. Mit verschwommenem Blick schaue ich in den Spiegel und versuche, die Tränenflut zu stoppen. Ein verzweifelter Versuch zu verhindern, dass der Mascara verläuft. Mit Mühe kann ich verhindern, dass die Tränen auf das schöne rote Kleid tropfen.<br />
Ich fühle innerlich den Schmerz. Diese ganze Traurigkeit und die Ohnmacht, die Enttäuschung und auch den Ärger. Diese Hoffnungslosigkeit raubt mir für einen Moment alle Kraft. Meine Gefühle fahren gerade Achterbahn. Ich kann keinen klaren Gedanken fassen. Und das so kurz vor dem entscheidenden Auftritt.</p>
<p>Sie ist die wichtigste Person in meinem Leben. Sie ist der Mensch, der mir das Leben geschenkt hat, der mich auf diese Welt gebracht hat. Ein Engel in meinen Augen. Und sie trägt den schönsten Namen, den es auf dieser Erde gibt: ,,Mama“. Wie oft habe ich dieses Wort ausgesprochen, als ich voller Liebe und Bewunderung zu ihr aufgeschaut habe. Wie oft habe ich nach ihr gerufen, als ich ihre Nähe brauchte. Sie war immer für mich da. Hat mich getröstet, ermutigt, unterstützt. Und heute, wo ich ihr etwas davon zurückgeben wollte von dieser Liebe, da hat sie keine Zeit.</p>
<p>Meine Freundin schaut vorsichtig zur Tür herein. Sie blickt mich an und weiß sofort Bescheid. „Du müsstest jetzt eigentlich raus auf die Bühne“, sagt sie. „Aber das geht wohl im Moment nicht.“ Ich nicke ihr nur stumm und schniefend zu. „Jetzt kommen die anderen schon zurück, vielleicht gehst du besser woanders hin.“ Ich laufe mit gesenktem Blick in einen leer stehenden Raum, setzte mich auf den Boden und lehne mich mit dem Rücken an die Wand. Immer noch strömen die Tränen meine Wangen hinab. Ich muss jetzt meine Fassung zurückgewinnen, rede ich mir ein. Mit größter Anstrengung gelingt es mir endlich, mich auf die nächste Szene einzustellen. Schwerfällig stehe ich auf und sehe einen Spiegel in der Ecke des Raumes. Mir graut vor dem, was ich da gleich sehen werde. Trotzdem gehe ich entschlossen auf den Spiegel zu. Etwa einen Meter davor bleibe ich stehen und schüttelte fassungslos mit dem Kopf. Bin das wirklich ich, die mich da aus verheulten Augen anschaut? Das ganze Make-up ist vollkommen ruiniert, der Mascara natürlich verlaufen. Zum Glück ist nur ein kleiner Wasserfleck auf dem roten Kleid gelandet. Das wird man im Zuschauerraum nicht sehen. Aber ich habe nicht mehr viel Zeit bis zum großen Auftritt, um mein Gesicht zu trocknen und mich neu zu schminken. Sie ist immer noch in meinem Kopf. Aber jetzt sind es nicht mehr Trauer und Enttäuschung, die ihr Bild in mir hervorrufen. Es ist vielmehr eine merkwürdige Entschlossenheit, fast schon ein wenig Trotz.<br />
Während ich den Mascara nachziehe und meine Wangen pudere, höre ich Schritte auf dem Gang. Eine Stimme ruft meinen Namen. Plötzlich öffnet sich die Tür.<br />
Dann steht er vor mir, schaut mich kopfschüttelnd an, sagt kein einziges Wort. Er kennt mich. Er weiß genau, was los ist. Der Leiter der Theatergruppe blickt mich prüfend an, so als wollte er mich fragen: Wird das noch was heute? Ich senke meine Augen zu Boden und versuche dann, mit einem Lächeln wieder aufzuschauen. Aber so ganz gelingt mir dies nicht. Er nimmt mich an die Hand, versucht mir Mut zu machen. „Komm, du schaffst das“, sagt er, „wir brauchen dich!“ Seine ruhige und besonnene Art, seine Worte tun mir gut. Er nimmt mich mit zu den anderen, die schon auf mich warten. Meine Freundin bringt mir Tücher, etwas Creme und ihre Schminke. Mit ihrer Unterstützung kann ich mein Make-up wieder auffrischen. Ich streiche noch einmal mit der Hand über die kleinen Falten an meinem roten Kleid und überprüfe, ob es richtig sitzt.<br />
Obwohl ihre Worte am Telefon eindeutig waren, bleibt noch ein Funken Hoffnung. Vielleicht will sie mich einfach nur überraschen. Erst absagen und dann doch kommen.<br />
Wieder fühle ich innerlich diesen Schmerz und die Hoffnungslosigkeit. Wieder fangen sie an, mir alle Kraft raubten.</p>
<p>Wieso versteht sie nicht, wie wichtig mir die Schauspielerei ist? Es ist nicht nur ein Hobby, es bedeutet mir viel mehr. Wenn ich auf der Bühne stehe und meine Rolle spiele, dann ist das pure Leidenschaft. Wieviel Zeit und Liebe habe ich in dieses Stück, in diese Rolle investiert!</p>
<p>Jetzt ist es wirklich so weit. Ich muss nun raus auf die Bühne. Ein letzter Blick in den Spiegel, dann setzte einen Schritt nach hinten und drehe mich entschlossen um. Der Leiter gibt mir das Zeichen, dass ich nun hinausgehen soll.<br />
Da stehe ich nun auf der Bühne. Im Dunkeln sehe ich die Lichter im Publikum. Wahrscheinlich kommen sie von den Kameras und Handys im Saal. Plötzlich geht das Licht an, ich versuchte, mich jetzt ganz auf meine Rolle zu konzentrieren. Ich spiele sie voller Elan und Leidenschaft. Und wieder ist es diese erstaunliche Erfahrung: Auf der Bühne vergesse ich eine Zeitlang all mein Leid und meine Sorgen. Und trotzdem schaue ich immer wieder voller Hoffnung zur Eingangstür am hinteren Eingang des Saales. Das Stück neigt sich dem Ende zu. Zum Schluss verbeugen wir uns vor dem applaudierenden Publikum. Dann verlassen wir gemeinsam die Bühne und gehen der Reihe nach wieder hinein. Noch immer sind das Jubeln und der Applaus des Publikums ungebrochen. Ich fühle mich stolz und etwas erleichtert. Der Regisseur klopft mir sanft auf die Schulter. Er lobt mich für diesen erfolgreichen Auftritt. Und dann sagt er diesen Satz, der mir über die Enttäuschung und den Schmerz hinweghilft: „Sei nicht traurig, meine Liebe, dass Deine Mutter nicht gekommen ist. Vielleicht beim nächsten Mal. Aber eins sollst Du wissen: Unsere Theatergruppe, das ist auch deine Familie.“</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die Liebeserklärung der 10BQueens an eine Mutter, die für <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/03/ein-besseres-leben/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>Ein besseres Leben</u></a> alles auf eine Karte gesetzt hat, siehst du hier.</li>
<li>Manchmal kann die Familie eine riesige Enttäuschung sein. Wie Tamy Keitel weit weg von ihrem Elternhaus ein neues Zuhause gefunden hat, liest du in <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/my-home-is-where-i-hang-my-head" target="_blank" rel="noopener noreferrer">My home is where I hang my head</a></u>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alltags-Sexismus: Geht’s noch?!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/06/alltags-sexismus-gehts-noch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2016 07:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[„Auch wenn ich nackt rumlaufen würde, hat kein Mann der Welt das Recht, mich ohne meine Erlaubnis anzufassen.“ Und trotzdem gibt es Typen, die sich Mädchen gegenüber wie “Neandertaler” verhalten. So ein respektloses Machoverhalten treibt Annalena zur Weißglut&#8230;  Ich unterhielt mich angeregt mit meiner Freundin, als wir nach Ende der vierten Stunde den Klassenraum verließen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Auch wenn ich nackt rumlaufen würde, hat kein Mann der Welt das Recht, mich ohne meine Erlaubnis anzufassen.“ Und trotzdem gibt es Typen, die sich Mädchen gegenüber wie “Neandertaler” verhalten. So ein respektloses Machoverhalten treibt Annalena zur Weißglut&#8230;  </strong><span id="more-6769"></span></p>
<p>Ich unterhielt mich angeregt mit meiner Freundin, als wir nach Ende der vierten Stunde den Klassenraum verließen. Es war ein schöner, sonniger Montag, der, nach all den Wochen voller Regen und Nässe, dazu beitrug, dass meine Laune einfach nur gut war. Während wir also den langen Gang in Richtung Schulhof, laut lachend und voller Vorfreude auf die 20 Minuten Sonnenschein gingen, hörten wir hinter uns ein widerliches Pfeifen, das wir von einigen selbsternannten „Herren der Schöpfung“ nur allzu gut kennen. Natürlich haben wir nicht darauf reagiert, weil wir dieses Hinterherpfeifen, um die Aufmerksamkeit von Frauen zu erregen, unendlich dämlich finden. Denken diese Lappen wirklich, wir würden uns umdrehen, sie mit großen Augen anhimmeln und sagen: „Hey, dein Pfeifen hat mich überzeugt, willst du mich heiraten und der Vater meiner Kinder werden?“ Wie tief muss ich denn als Frau sinken, um mich auf deren Niveau zu begeben?!</p>
<p>Als sie dann gemerkt haben, dass ihr an die Vogelwelt anmutendes Pfeifkonzert uns nicht sonderlich beeindruckte, fingen sie an, uns anzuquatschen und ließen dabei ihrer verbalen Kreativität freien Lauf: „Ey, Süße!“, sagte der Eine. „Dreh dich mal um, Baby!“, fügte der Andere hinzu. Dann wieder der Eine: „Sieht dein Gesicht auch so geil aus wie dein Arsch?“ Und die immer wiederkehrende Frage, die vermutlich Millionen von Frauen tagtäglich ertragen müssen: „Was wollen sie damit bezwecken? Ist das ihre Art Interesse zu zeigen? Oder Komplimente zu machen? Wenn ja, dann möchte ich bitte ab heute keine Komplimente mehr hören! Und bitte, ich kann sehr gut damit leben, wenn ihr euch nicht für mich interessiert.“ Ich schüttelte den Kopf, und wir setzten unseren Weg unbeirrt fort. Es kam nichts mehr. Kein nerviges Pfeifen, kein dummes Anquatschen. Wohltuende Stille. Endlich, dachte ich mir, sind wir diese beiden Neandertaler los (ich hoffe natürlich, dass ich den Vorzeitmenschen in diesem Zusammenhang nicht Unrecht tue).</p>
<p>Gerade als ich tief durchatmete und mein Mund sich zu einem Lächeln formte, getragen von der Hoffnung, dass wir die Situation überstanden hatten, hörte ich ein lautes Klatschen, dem ein ziehender Schmerz folgte. Wie gelähmt erstarrte ich in meiner Bewegung und versuchte zu realisieren, was gerade passiert ist. Ich schaute mich um, um zu sehen, ob es nicht doch eine Freundin war, die mir gerade auf den Hintern geschlagen hatte. Warum auch immer. Doch ich blickte in das dämliche und überhebliche Grinsen eines jungen Mannes, der mich herablassend anblickte. Daneben das zu einer hässlichen Fratze verzogene Gesicht seines Kumpels. Beide standen da, als hätten sie mir mit dem Schlag auf mein Hinterteil die Dominanz ihrer Männlichkeit bewiesen. Aus einem Reflex heraus schrie ich die Jungs an, was ihnen einfiele, mich dermaßen anzupacken: „Wer hat euch erlaubt, mich anzufassen? Was denkt ihr euch dabei? Und wie könnt ihr so etwas auch noch lustig finden?“.</p>
<p>Meine Faust war geballt, ich hätte ihm so gerne sein dämliches Grinsen aus dem Gesicht geschlagen. Aber Gewalt ist bekanntlich keine Lösung. Doch wer kann sich in so einer Situation gegen solche Gedanken wehren? Doch anstatt sich zu entschuldigen, legte der Eine seinen Zeigefinger auf den Mund und flüsterte:„Pssst“, um mir den Mund zu verbieten. Die Wut brodelte in mir, ich kam mir vor wie ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Ich rang innerlich nach den richtigen Worten. Und während ich nach Fassung und nach den passenden Worten suchte, verzog der Eine sein Gesicht zu einem herablassenden Lächeln und sagte: „Du bist doch selbst schuld. Wenn du bei dem Arsch mit einer Leggings das Haus verlässt, dann darfst du dich auch nicht wundern.“</p>
<p>Entsetzt und immer noch fassungslos vor so viel Anmaßung und Respektlosigkeit schaute ich meine Freundin an. Sie wirkte ebenfalls sehr schockiert und stand mit weit aufgerissenen Augen da. Dann formten ihre Lippen den folgenden Satz: „Ihr sein einfach nur dumm!“ Meine Freundin, die nicht gerade für ihren Mut bekannt war, stand mir wie eine Frau zur Seite. Durch ihre Reaktion wurde ich mutiger, schaute die beiden an und sagte: „Macht das nie wieder. Sonst sehen wir uns demnächst beim Direktor wieder! Ihr seid für mich keine Männer, ihr seid in meinen Augen Lappen!“</p>
<p>Danach ließen wir die beiden, die ziemlich verdutzt reinschauten, zurück und setzten unseren Gang Richtung Schulhof fort. Meine Freundin lächelte mich an und sagte: „Auch wenn ich nackt rumlaufen würde, hat kein Mann der Welt das Recht, mich ohne meine Erlaubnis anzufassen.“ Ich lächelte zurück, hakte mich bei ihr ein und erwiderte: „Und nicht wir sind das Problem oder unsere Kleidung. Sondern einige Männer und ihre dumme Vorstellung von Männlichkeit!“</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/ausgezogen/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><u>Ausgezogen</u></a> –  so fühlen sich Arjeta und Khadija, wenn sie von fremden Männern auf der Straße begafft werden. Ihr Plädoyer gegen machomäßiges Verhalten lest ihr hier.</li>
<li>Nicht nur auf der Straße – auch im Netz werden Mädchen tagtäglich respektlos behandelt. Mehr dazu liest du in <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/netz-sexismus-meine-metaphorischen-brueste/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Netz-Sexismus: Meine metaphorischen Brüste</a></u>.</li>
<li>Im Gegensatz zu Annalenas Mitschülern wissen die Jungs von den HeRoes, wie Mann sich Frauen gegenüber zu benehmen hat. Worauf es ankommt, zeigen sie im Video <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/weil-ich-sie-respektiere-liebt-sie-mich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Weil ich sie respektiere, liebt sie mich</a></u>.</li>
</ul>
<p>___________________________________________________________________</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sexismus im Baumarkt: Ein Zollstock namens Björn</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/05/gegenderte-produkte-ein-zollstock-namens-bjoern/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2016/05/gegenderte-produkte-ein-zollstock-namens-bjoern/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 May 2016 08:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[Was kann mensch im Baumarkt über Diskriminierung lernen? Eine ganze Menge! Begleitet Mehdi auf seinem Streifzug durch die Zollstockabteilung und lasst euch überraschen&#8230; Ich war vor einigen Tagen im Baumarkt, um mit einer Freundin Lampen für ihre neue Wohnung zu kaufen. Als wir an der Kasse ankamen, bemerkte ich Zollstöcke in unterschiedlichen Farben, die alle]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was kann mensch im Baumarkt über Diskriminierung lernen? Eine ganze Menge! Begleitet Mehdi auf seinem Streifzug durch die Zollstockabteilung und lasst euch überraschen&#8230; </strong></p>
<p><span id="more-6593"></span></p>
<p>Ich war vor einigen Tagen im Baumarkt, um mit einer Freundin Lampen für ihre neue Wohnung zu kaufen. Als wir an der Kasse ankamen, bemerkte ich Zollstöcke in unterschiedlichen Farben, die alle mit Namen versehen waren. Ich war direkt neugierig und stöberte in dem Stapel rum. Die Zollstöcke waren weiß und hatten Namen wie Chris, Björn, Peter und Jan. Die erste Frage, die mir durch den Kopf schoss, war, wieso da nicht Hasan, Ali, Ozan oder von mir aus auch Mehdi steht?! Lohnt es sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht, weil es in Hagen zu wenig Menschen mit Migrationsvordergrund gibt (was eigentlich laut Statistik nicht sein kann) oder traut man uns den Umgang mit einem Zollstock nicht zu?</p>
<p><strong>Kein Zollstock für Derya</strong></p>
<p>Was ich jedoch persönlich noch befremdlicher fand, war die Tatsache, dass auf den Maßinstrumenten keine Frauennamen vorhanden waren. Weder Angelika, Tanja noch Anna, geschweige denn Derya, Beyza oder eine Salma. Woraus ich schließen müsste, dass Frauen, ähnlich wie wir Menschen mit nicht europäisch klingenden Namen, nichts mit einem Zollstock anfangen können. Die Zielgruppe waren ausschließlich weiße Deutsche Männer (dies ist lediglich ein politischer Begriff und hat nichts mit der Hautfarbe zu tun).</p>
<p><strong>Pink ist ein Anfang</strong></p>
<p>Kaum dachte ich den Gedanken zu Ende, erblickte ich hinter den weißen Zollstöcken einen weiteren Stapel Zollstöcke, die jedoch im Gegensatz zu den anderen sehr bunt waren.  Ich sprach leise, aber trotzdem laut genug, dass meine Freundin es hören konnte. „Vielleicht stehen ja die Frauennamen auf den bunten Zollstöcken“. Klar, dachte ich weiter, Pink, Rosa und Lila haben nichts mit dem Geschlecht zu tun, es sind lediglich Zuschreibungen. Aber immerhin haben sie diesmal an die Frauen gedacht. Zumindest ein guter Anfang. Meine anfängliche Wut wisch prompt dem Gefühl, dass die Hersteller dieser Maßinstrumente nicht alles falsch gemacht haben. Außer natürlich die Farbwahl und die damit verbundenen Zuschreibungen und die Tatsache, dass ein großer Teil der Bevölkerung ausgeschlossen wurde. Ich nahm einen pinken Zollstock in die Hand und war sehr gespannt, welcher Frauenname diesen wohl zieren würde.</p>
<p>Als ich mir das dann genauer angesehen habe, fiel ich fast vom Glauben ab. Ich habe keine Frauennamen gesehen, vielmehr standen auf den Holzstäben abwertende Bemerkungen wie Tussiworker oder nur Tussi, Pussyqueen und Selfmaker, welches mit einem Herzchen versehen und dessen sexuelle Anspielung nur allzu offensichtlich war.  Ich regte mich sofort und lautstark darüber auf.  Meine Freundin versuchte mich zu beruhigen und sagte, dies sei ja nichts Neues, ich solle mich doch bitte beruhigen.</p>
<p><strong>Nein zum „Tussiworker“</strong></p>
<p>Eine Frau Mitte vierzig, die offensichtlich großen Wert auf gute Kleidung legte und die hinter uns an der Kasse stand, meinte, es gebe durchaus Schlimmeres im Hinblick auf die Diskriminierungen von Frauen. Und sie sähe noch größere Probleme in dem Bereich als diese „Kleinigkeit“. Als ich das hörte, regte mich das nur noch mehr auf, und ich sagte zu ihr, ohne meine höfliche und respektvolle Art dabei aus den Augen zu verlieren: „Dann fangen sie doch mal mit den „Kleinigkeiten“ an. Wenn wir schon an diesen „Kleinigkeiten“ scheitern, weil sich kaum jemand darüber aufregt, wie sind die „großen Dinge“ dann überhaupt möglich?!“</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Sexismus in der Werbung ist kein Einzelfall. Warum wir keine nackten Frauen auf Kühlhauben sehen wollen , erfahrt ihr im Video <u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/sixt-die-sexisten-fruehlingsgefuehle/" target="_blank" rel="noopener">Sixt die Sexisten</a></u></li>
<li>Was unsere Autorin Fee im Alltag zur Weißglut treibt, erfahrt ihr in <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/02/sexistische-kackscheisse/" target="_blank" rel="noopener"><u>Sexistische Kackscheiße</u> </a></li>
<li>Pinke Zollstöcke sind kein Einzelfall. Eine Übersicht über <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.sleazemag.com/internet/produkte/sexistische-kackscheisse-11-sinnlos-gegenderte-produkte/" target="_blank" rel="noopener">11 sinnlos gegenderte Produkte </a></span>findet ihr hier.</li>
</ul>
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			</item>
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		<title>Songproduktion: „I have a dream“. In den Studios von Naidoo &#038; Herberger</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/05/songproduktion-von-i-have-a-dream-so-war-es-in-den-studios-von-naidoo-herberger/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 May 2016 07:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Boys Day]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Girls Day]]></category>
		<category><![CDATA[Song]]></category>
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					<description><![CDATA[Bahar, Marlon und Yakup von &#8222;Was geht Almanya&#8220; verraten uns, wie sie über Rollenklischees denken und erzählen uns, wie sie die Produktion des Songs  &#8222;I  have a dream&#8220; in Mannheim erlebt haben. Yakup Yakouglu ist sehr dankbar für die Erfahrung im Studio: „Ich muss ehrlich sagen, dass das Wochenende in Mannheim sehr aufregend war. Es]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Bahar, Marlon und Yakup von &#8222;Was geht Almanya&#8220; verraten uns, wie sie über Rollenklischees denken und erzählen uns, wie sie die Produktion des Songs  &#8222;I  have a dream&#8220; in Mannheim erlebt haben.</strong><span id="more-6551"></span></p>
<p><strong>Yakup Yakouglu ist sehr dankbar für die Erfahrung im Studio:</strong></p>
<p><em>„Ich muss ehrlich sagen, dass das Wochenende in Mannheim sehr aufregend war. Es ist eine neue Erfahrung gewesen, mal in so einem Studio, wo wirklich Stars wie Xavier Naidoo aufnehmen, zu arbeiten. Für mich war es auf jeden Fall eine große Ehre. Wir wurden freundlich empfangen, sowohl im Hotel als auch in den Naidoo Herberger Studios. Es hat mir riesig Spaß gemacht im gesanglichen Coach mal die Erfahrung zu sammeln, welche Techniken und Aufwärmungen es für die Stimme gibt. Ganz großes Lob an Rüdiger Skoczowsky und natürlich auch an &#8222;Danny Fresh&#8220;, der für Rap zuständig war. Die Produktion war sehr gelassen und locker. Da ich schon einige vorherige Erfahrungen mitgenommen habe, fiel mir einiges leicht. </em></p>
<p><em>Der Song soll alle Menschen motivieren und dazu ermutigen, Träume zu verwirklichen und dabei Klischees und Vorurteile aus dem Weg fegen. Es ist sehr wichtig sich damit zu befassen, weil wir Menschen ein Leben lang damit konfrontiert werden. Wir müssen für Aufklärung sorgen, um besser miteinander und füreinander Leben zu können, denn wo Menschen miteinander und füreinander Leben, wird auch das ärmlichste Haus ein behagliches Zuhause! In dem Sinne, vielen Dank an Gandhi Chahine &amp; Germain Bleich und an alle, die mitgewirkt haben!“</em></p>
<p><strong>Marlon Anscheit möchte mit dem Song zum Nachdenken anregen: </strong></p>
<p><em>„Für mich war das Wochenende das tollste Erlebnis meines Lebens gewesen. Für mich bedeutet der Song „I have a dream“ Hoffnung für die Jugend in Deutschland, denn sehr viele Kinder und Jugendliche werden sich das Lied anhören und es sich hoffentlich zu Herzen nehmen. Es ist meiner Meinung nach wichtig, sich mit Klischees und Vorurteilen zu beschäftigen, denn wenn man sich diese mal lange durch den Kopf gehen lässt merkt man, was das eigentlich für ein Schwachsinn ist. Ich kann manchmal selber nicht einordnen wo ich hingehöre und deswegen kann ich das Thema Gleichberechtigung gut nachvollziehen.“</em></p>
<p><strong>Für Bahar Kürekci ist der Song ein Stück Identität:</strong></p>
<p><em>„Das Wochenende hat mir sehr viel Spaß und Freude bereitet. Es war eine sehr lehrreiche und produktive Erfahrung, die ich machen durfte. Aber dieses Wochenende war auch weit mehr als nur ein reines Vergnügen. Die Intention die hinter dem Song steckt ist für mich von großer Bedeutung. Mit seinen Inhalten, die auf Gleichberechtigung von Männern und Frauen aufmerksam machen und Klischees beiseite räumen sollen, verbinde ich auch Verantwortung. Wir alle, mich mit eingeschlossen, sind dafür verantwortlich gegen, Vorurteile zu kämpfen und gerade wir als Jugendliche brauchen ein Ventil, mit dem wir unseren Stimmen Ausdruck verleihen können. Dieser Song ist für mich auch ein Stück Identität, er ist ein Resultat aus dem was wir fühlen. Ich bin stolz darauf.“</em></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/girls-and-boys-day-song-videorelease/" target="_blank" rel="noopener"><span style="text-decoration: underline;">Das Musikvideo „I have a dream“</span></a> von „Was geht Almanya“.</li>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/klischees-sind-fuer-die-tonne/" target="_blank" rel="noopener"><span style="text-decoration: underline;">Klischees für die Tonne</span></a>. Sarah von „Was geht Almanya“ über Rollenklischees und die Songproduktion.</li>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/musikvideo-i-hav…ter-die-kulissen/" target="_blank" rel="noopener"><span style="text-decoration: underline;">Ein Blick hinter die Kulissen</span></a>. „Was geht Almanya“ erzählen, wie sie die Produktion in den Studios von Naidoo &amp; Herberger erlebt haben.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.meintestgelaende.de/2016/05/songproduktion-von-i-have-a-dream-so-war-es-in-den-studios-von-naidoo-herberger/feed/</wfw:commentRss>
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		<title>Musikvideo „I have a dream“. Ein Blick hinter die Kulissen.</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/05/musikvideo-i-have-a-dream-ein-blick-hinter-die-kulissen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 May 2016 08:00:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Boys Day]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Girls Day]]></category>
		<category><![CDATA[Song]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute erzählen uns Armin, Christian und Jeremy von &#8222;Was geht Almanya&#8220;, was sie mit ihrem Musikvideo &#8222;I have a dream&#8220; verbinden und wie sie die Produktion in den Studios von Naidoo &#38; Herberger erlebt haben. Armin Chahine: „Für mich ist der Song wichtig, da er uns alle betrifft. Ich denke, dass jeder schon mal darüber]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute erzählen uns Armin, Christian und Jeremy von &#8222;Was geht Almanya&#8220;, was sie mit ihrem Musikvideo &#8222;I have a dream&#8220; verbinden und wie sie die Produktion in den Studios von Naidoo &amp; Herberger erlebt haben.</strong><span id="more-6541"></span></p>
<p><strong>Armin Chahine:</strong> <em>„Für mich ist der Song wichtig, da er uns alle betrifft. Ich denke, dass jeder schon mal darüber nachgedacht hat, ob der Job, den man ausüben möchte, überhaupt etwas für einen ist. Man denkt dabei zu sehr an die Anderen, ob sie einen auslachen könnten, etc., jedoch sollte man das machen, was einem Spaß macht.</em></p>
<p><em>Ich denke es ist wichtig, sich mit Vorurteilen zu beschäftigen, da jeder schon mal damit in Berührung gekommen ist und es nix gibt, was man nicht machen könnte! Und es auch nichts gibt, was man nicht schaffen könnte, nur weil man &#8222;anders&#8220; ist.“</em></p>
<p><strong><em> </em>Auch Christina Abbing hält einen erfüllenden Job für wichtig:</strong></p>
<p><em>„Ich bin sehr dankbar und stolz, ein Teil dieses Projektes zu sein. Ich konnte während der gemeinsamen Arbeit mit den Jugendlichen und allen Mitwirkenden das leben, was ich liebe und dabei ein großartiges Projekt unterstützen. Die Berufswahl ist ein sehr wichtiges Thema für jeden Menschen, egal welchen Alters oder Geschlecht.  Auch wenn es nicht der Lebensinhalt sein muss, ist der Beruf trotzdem ein großer Bestandteil des täglichen Lebens. Es sollte wichtiger sein, ein glückliches Leben mit einem erfüllenden und zufriedenstellenden Job zu führen, als einer Vorgabe einer Gesellschaft oder eines Außenstehenden zu folgen. Die Fähigkeiten eines Einzelnen lassen sich nicht durch das Geschlecht, sondern durch Interessen und Talente definieren. Es ist wichtig ,die Jugend dahingehend zu unterstützen. Oftmals wird erst spät deutlich, dass es wichtig ist, für seine Träume und Vorstellungen einzustehen.“</em></p>
<p><strong>Jeremy Chahine hofft, mit dem Clip viele junge Menschen erreichen zu können:</strong></p>
<p><strong> </strong><em>„Die Produktion in Mannheim war sehr schön, weil alle Leute dort sehr nett waren. Es ist egal, welches Geschlecht du hast, du kannst jeden Job machen, den du willst. Das ist wichtig. Viele meiner Freunde sagen, dass sie nur einen bestimmten Beruf machen möchten, von sich aus oder wegen ihrer Eltern. Das finde ich blöd. Alle sollen das machen, was sie möchten und was sie glücklich macht und nicht das, was die Gesellschaft möchte oder die Eltern. Ich finde das schön, dass unser Videoclip von vielen jungen Menschen gesehen wird, die sich dann Gedanken machen werden, doch den Job zu machen zu können, den sie wollen. Der Clip und der Song gibt ihnen vielleicht Hoffnung. Meine Freunde finden das Lied fast alle gut. Obwohl das nicht das Wichtigste ist, weil ich bei dem Lied aus dem Grund mitgemacht habe, dass es viele Klischees und Vorurteile gibt. Und diese finde ich nicht gut. Wenn ich jetzt im Kindergarten arbeiten würde, würden einige das nicht gut finden. Und das finde ich, ehrlich gesagt, dumm. Schließlich geht es um mich und darum, dass ich den Beruf finde, der mich glücklich macht.“</em></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Das Musikvideo<span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/girls-and-boys-day-song-videorelease/" target="_blank" rel="noopener"> „I have a dream“</a> </span>zum Girls‘ und Boys‘ Day</li>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/04/rappen-gegen-rollenklischees/" target="_blank" rel="noopener">Liveauftritt von „Was geht Almanya“</a> beim Girls&#8216; Day und Boys&#8216; Day 2015. Hier klingt der Song noch etwas anders.</li>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/06/we-all-have-a-dream/" target="_blank" rel="noopener"><span style="text-decoration: underline;">Kinder rappen &#8222;I have a dream&#8220;</span></a> beim Rap-Workshop im Bundesministerium für Familie.</li>
<li>Viele Tipps für den Start ins Berufsleben findest du beim <a href="https://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/ArbeitundBeruf/Berufswahl/BIZBerufsinformationszentren/index.htm" target="_blank" rel="noopener"><span style="text-decoration: underline;">Berufsinformationszentrum der Bundesangentur für Arbeit</span></a>.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Klischees sind für die Tonne</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/05/klischees-sind-fuer-die-tonne/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 May 2016 07:04:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Boys Day]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Girls Day]]></category>
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					<description><![CDATA[In dieser Woche dreht sich bei uns alles um das Thema Berufe. Sarah erzählt, dass sie ihrem Hausmeister handwerklich überlegen ist, obwohl der doch ihr Bett zusammen schrauben sollte&#8230;außerdem hatte sie ein geiles Wochenende beim Girls&#8216; and Boys&#8216; Day Song-Videodreh im Studio von Xavier Naidoo! Das Wochenende in Mannheim hat mir echt viel Spaß gemacht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In dieser Woche dreht sich bei uns alles um das Thema Berufe. Sarah erzählt, dass sie ihrem Hausmeister handwerklich überlegen ist, obwohl der doch ihr Bett zusammen schrauben sollte&#8230;außerdem hatte sie ein geiles Wochenende beim Girls&#8216; and Boys&#8216; Day Song-Videodreh im Studio von Xavier Naidoo!</strong></p>
<p><span id="more-6521"></span></p>
<p>Das Wochenende in Mannheim hat mir echt viel Spaß gemacht und war für mich eine Bereicherung meiner musikalischen Erfahrungen. Ich war am Anfang sehr neugierig und aufgeregt. Wir wussten alle nicht, was auf uns zukommen wird, außer dass wir den Song aufnehmen werden. Als wir ankamen, war der Raum komplett gefüllt mit Menschen, die sich alle nett vorgestellt haben. Ich glaube, die waren selber auch aufgeregt und neugierig, bis auf Ruben (Produzent), der wollte direkt loslegen. Ich glaube, das ist so ein Produzentending.</p>
<p><strong>Geiles Wochenende mit Xavier + Videodreh</strong></p>
<p>Sarah und Karsten organisierten das Wochenende und sorgten dafür, dass wir alles hatten was wir brauchten. Das Essen war echt toll. Die Coaches waren echt liebe Menschen, Danny Fresh total cool und Rüdiger total der Liebe und seine Stimme umwerfend. Mit den Beiden haben wir Aufwärmübungen für die Stimme gemacht und sind dann zusammen die Texte durchgegangen, bis Xavier reinkam und wir alle total geflasht waren. Er sagte natürlich &#8222;Oh Entschuldigung&#8220; und ich dachte nur: „Wie geil ist das denn! Wir treffen genau die Person der das Studio zum Teil gehört!“ Er hat sich auch lange mit uns über das Thema „Klischees in der Berufswelt“ unterhalten.</p>
<p>Im Großen und Ganzen konnte jeder von uns sehr viele tolle Erinnerungen sowie sehr viele Erfahrungen mitnehmen.</p>
<p>Am letzten Tag wurde das <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cLd2HDX-CmA" target="_blank" rel="noopener"><span style="text-decoration: underline;">Musikvideo </span></a>gedreht.  Es war sehr anstrengend, aber auch total lustig. Das Videoteam bestand aus etwa sieben Leuten und die wussten dann, dass ich ganz viele Faxen gemacht habe und wollten dass ich dann einfach in die Kamera lächele. Ich habe es versucht, es hat auch kurz geklappt und dann musste ich schon lachen, aber es hat gereicht für das Video. Übrigens, die kurze Szene seht ihr im letzten Refrain.</p>
<p>Außer den lustigen Sachen im Video ist das Video und vor allem der Song echt schön geworden. Der Song hat auch eine starke Aussagekraft, die für alle Beteiligten des Songs echt wichtig ist.</p>
<p><strong>Wenn Mädels die besseren Handwerker sind</strong></p>
<p>Man muss sich vorstellen, dass es Menschen gibt, die sagen: „Eine Frau im Handwerk, nee, kann ich mir nicht vorstellen.“ Dazu habe ich eine kleine Anekdote: Als ich vom Heim in meine erste Wohnung gezogen bin, haben der Hausmeister und meine Erzieherin die Möbel bei mir aufgebaut. Natürlich hat meine Erzieherin alles festgehalten und der Hausmeister alles zusammen geschraubt. Ich war in der Zeit in der Schule und sah das Endergebnis. Sah alles toll aus und ich war glücklich. Nach einigen Tagen fiel das Lattenrost auf einer Bettseite immer runter. Mich hat es sehr genervt und ich sah natürlich nach. Ich hob die Matratze an und sah mir das Problem an. Dann stellte ich fest, dass eine Seite falsch herum angeschraubt war, so dass der Lattenrost nicht fest in den Schlitz einhakt, sondern heraus fällt. Natürlich musste ich dann um ein Uhr in der Nacht mein Bett neu anschrauben. Und das Ergebnis zahlte sich aus.</p>
<p>Bis heute schlafe ich ohne herunter zu fallen auf meinem Bett. Und wenn ich nicht am schlafen bin, dann bin ich wach. Ich glaube die Geschichte zeigt uns, dass die Wahl des Berufes nicht davon abhängig ist welches Geschlecht man hat, sondern es darauf ankommt wie gut man darin ist und wie viel Spaß dieser Beruf einen macht. Wenn eine Frau gut im handwerklichen Beruf ist und es ihr Spaß macht und sie es unbedingt werden möchte, sollte sie nicht auf die anderen hören, sondern es einfach tun. Und wenn ein Mann gerne mit Kindern arbeiten möchte weil er es gerne tut ,sollte er Erzieher werden.</p>
<p>Wenn wir immer darauf hören würden was andere sagen, dann würden unsere eigenen Wünsche keinen Wert mehr haben. Und ich denke, unsere eigenen Wünsche sind das wertvollste, was wir besitzen und wir sollten diese erfüllen, denn kein Mensch auf dieser Welt lebt unser Leben sondern wir leben es selbst, also entscheiden auch nicht andere, welchen Beruf wir ausleben.</p>
<p>Nur wir entscheiden das und sollten auch selbst entscheiden, welchen Beruf wir wirklich wollen.</p>
<p><strong>Ein Text von Sarah Burkhardt</strong></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In ihrem <a href="https://www.youtube.com/watch?v=cLd2HDX-CmA" target="_blank" rel="noopener">Musikvideo zum Girls&#8216; and Boys&#8216; Day</a> stellen „Was geht Almanya“ klar, <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/05/klischees-sind-fuer-die-tonne/" target="_blank" rel="noopener">warum das Geschlecht bei der Berufswahl von egal sein sollte.</a></span></li>
<li>Hier geht es zur <a href="http://dasbringtmichweiter.de/typischich/" target="_blank" rel="noopener"><span style="text-decoration: underline;">Kampagne „Typisch ich“</span></a> der Bundesagentur für Arbeit zum Girls&#8216; and Boys&#8216; Day mit Joyce, Julien Bam und unserer Redaktionsgruppe Was geht Almanya</li>
<li><a href="http://www.girls-day.de/%20http://www.boys-day.de/" target="_blank" rel="noopener"><span style="text-decoration: underline;">Der Girls&#8216; and Boys&#8216; Day im Netz</span></a></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Poetry-Slam-Text: Ich bin hier</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/04/poetry-slam-text-ich-bin-hier/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Apr 2016 08:16:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo stehst du eigentlich? Bist du bei dir selbst? Oder bestehst du nur noch aus Erwartungen anderer an dich? &#8222;Ich bin hier, genau hier, schaut mich an!&#8220;, mit dieser Aufforderung beginnt Bahar von Was geht Almanya ihren Poetry Slam, der Identität und Selbstbestimmung in reinster und stärkster Art offenbart.  Mehr dazu: Hier sagen dir die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wo stehst du eigentlich? Bist du bei dir selbst? Oder bestehst du nur noch aus Erwartungen anderer an dich?</p>
<p>&#8222;Ich bin hier, genau hier, schaut mich an!&#8220;, mit dieser Aufforderung beginnt Bahar von Was geht Almanya ihren Poetry Slam, der Identität und Selbstbestimmung in reinster und stärkster Art offenbart.  <span id="more-6387"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier sagen dir die story-teller, wie<span style="text-decoration: underline;"> <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/du-selbst-sein/" target="_blank" rel="noopener">Du selbst sein</a></span> gelingen kann</li>
<li>Geschlecht und Identität? Wie wir schon von klein auf <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/03/passend-gemacht-2/" target="_blank" rel="noopener">passend gemacht</a></span> werden</li>
<li>Und wie unser Körperbild zur eigenen Identität beiträgt, verraten <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=_7iig48OMZ4" target="_blank" rel="noopener">Hengameh Yaghoobifarah vom Missy und Tarik hier</a></span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Poetry-Slam-Text: Bis hierhin ging es noch gut</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/03/poetry-slam-text-bis-hierhin-ging-es-noch-gut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 18 Mar 2016 08:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Geflüchtete]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[Können wir uns über Banalitäten wie Klamotten unterhalten, während in Syrien Bomben fallen? In seinem Poetry-Slam-Text „Bis hierhin ging es noch gut“ beschreibt Ozan, warum es ihm schwerfällt, angesichts der täglichen Nachrichten zum Alltag überzugehen. Mehr dazu: Krieg kennt keine Sieger – das ist die Message von Savage, der in seinem Song Stop War für]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Können wir uns über Banalitäten wie Klamotten unterhalten, während in Syrien Bomben fallen? In seinem Poetry-Slam-Text „Bis hierhin ging es noch gut“ beschreibt Ozan, warum es ihm schwerfällt, angesichts der täglichen Nachrichten zum Alltag überzugehen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Krieg kennt keine Sieger – das ist die Message von Savage, der in seinem Song <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/08/stop-war/" target="_blank" rel="noopener"><u>Stop War</u></a> für den Frieden rappt.</li>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/09/eine-bessere-welt-2/" target="_blank" rel="noopener"><u>Eine bessere Welt</u></a> wünschen sich auch unsere Autor*innen von story-teller. Wie die aussehen könnte, lest ihr bei meintestgelaende.de.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ausgezogen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/02/ausgezogen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Feb 2016 09:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
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					<description><![CDATA[„Wo bleibst du, Lisa?“. Oh nein, nicht noch eine Nachricht von Max. Ich muss auch immer zu spät kommen. Schnell tippte ich ein paar beruhigende Sätze wie: „Ich komme, kannst dich schon mal ins Café setzen, bin gleich da!“ ein. So langsam müsste er mich schon kennen. Ich war noch lange nicht auf dem Weg.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>„Wo bleibst du, Lisa?“. Oh nein, nicht noch eine Nachricht von Max. Ich muss auch immer zu spät kommen. Schnell tippte ich ein paar beruhigende Sätze wie: „Ich komme, kannst dich schon mal ins Café setzen, bin gleich da!“ ein. So langsam müsste er mich schon kennen. Ich war noch lange nicht auf dem Weg. Schnell bürstete ich meine Haare, zog den Lippenstift nach und ging los.</p>
<p>Es dauerte nicht lange und Max fing an, mich mit seinen Nachrichten zu bombardieren. Um ihn nicht noch länger auf die Folter zu spannen, ging lief ich schneller und antwortete ihm nicht, um ihm nicht Hoffnungen auf meine baldige Anwesenheit zu machen. Ich war sowieso nicht in der Lage, ihm eine Antwort zu geben. Aus sicherer Entfernung beobachtete ich einen Mann, der im Stehcafé um die Ecke ein Mädchen meiner Altersklasse beäugte.</p>
<p>Sofort bekam ich eine Gänsehaut, als ich daran denken musste, dass ich gleich an diesem Mann würde vorbei gehen müssen. Kaum hatte ich diesen Gedanken mehrmals im Kopf durchlaufen, war ich schon am besagten Ort. Ich war nicht mehr weit von dem Mann entfernt und musste zu meinem Bedauern feststellen, dass er nicht alleine war. Neben ihm standen eine weitere männliche Person und eine total aufgetakelte Frau, etwa in meinem Alter. Musste ich jetzt die doppelte Folter durchmachen oder vielleicht sogar die dreifache?</p>
<p>Die beiden Typen hielten sich wohl für Alphamännchen. Ach wie souverän und selbstsicher standen die zwei da! Mit ihren Löwenketten um den Hals und den dicken fetten Uhren an den Armen. Ihre Autoschlüssel hielten sie lässig in den Händen. Natürlich waren beider Autos nur von den angesehensten Marken. Sie vermuteten wohl, dass sie mit ihren aufgesetzten Statussymbolen bei allen Frauen landen würden und, dass sie mit ihrem Geld alles auf der Welt kriegen könnten. Im Falle der aufgedonnerten Tussy schien das ja auch funktioniert zu haben. Sie sonnte sich ganz offensichtlich im Glanz der beiden Typen. Kaute lässig auf ihrem Kaugummi herum und schaute immer wieder bewundernd zu dem einen von beiden auf. Prahlen konnten sie auf jeden Fall, die beiden Machos. Dabei ließen sie wohl außen vor, dass sie nicht im besten Alter waren und ihre Bierbäuche nicht gerade von einem Adoniskörper zeugten. Außerdem hatten sie viel zu viel von ihrem Aftershave aufgetragen. Ich konnte es aus zwei Metern Entfernung riechen. Oder war das etwa ein Frauenparfum? Nein, viel zu herb! Um mein Inneres nicht nach außen zu kehren, guckte ich ihnen bewusst in die Augen. Es hielt sie aber beide nicht ab.</p>
<p>Im Gegenteil. Ich musste feststellen, dass ihre Körper offenbar immer mehr von diesen gewissen Hormonen ausschütteten, so dass sie allem Anschein nach nur an das Eine denken konnten. Denn plötzlich fing einer der beiden an, mir mit seinem linken Auge zuzuzwinkern. Der andere grinste erst dämlich und begann dann, wie ein bekiffter Neandertaler unverständliche Laute von sich zu geben. Die Tussy sah jetzt gar nicht mehr so begeistert aus. Wie musste man sich als Frau fühlen, wenn der Angebetete ganz unmissverständlich eine andere anbaggerte? Deutlich angenervt wandte sie sich ab und kramte in ihrem goldfarbenen Minihandtäschchen.</p>
<p>Ich spürte, wie sich mein Körper zusammenzog und sich ein Gefühl der Hilflosigkeit und des Ekels in mir breit machte. Die Blicke, die meinen Körper von oben bis unten musterten, bedrückten mich. So fühlte ich mich nur noch unwohler. Wie Ware, die begutachtet wird. Eine Puppe die im Schaufenster steht. Ein Stück Fleisch, welches auf seine Qualität geprüft wird. Man wird nur auf den Körper reduziert, nicht auf den Charakter, der jemanden ausmacht. Blicke, bei denen man sich nackt fühlt, obwohl man vollständig gekleidet ist. Schamlos ausgezogen eben.</p>
<p>Ich war mittlerweile längst an den Männern und der Frau vorbeigezogen, aber nichtsdestotrotz waren meine Gedanken bei der Situation von vorhin. Wieso werden vor allem Frauen so oft von solchen Typen angegafft? Man kann sich nicht mehr schick machen, ohne blöd angemacht zu werden. Und wenn dann mal etwas passiert, sollen die Frauen noch schuld sein, weil sie sich zu aufreizend gekleidet haben. Dabei könnten auch die Männer einfach mal lernen, ihre Augen bei sich zu behalten und nicht jeder Frau hinterher zu gucken.</p>
<p>Nach minutenlangem Aufregen kam ich dann auch mal am Café an. Max wartete sehnsüchtig auf mich. Das erkannte ich daran, dass er aufsprang, als ich den Raum betrat. Er fragte mich, wieso ich so spät kam. Ich erzählte ihm, was vorgefallen war. Es tat so gut, mit jemandem darüber reden zu können und zu wissen, dass sich ein anderer Mensch um einen sorgte.</p>
<p>Während er mir von seinem Wochenende erzählte, wurde mir bewusst, dass nicht alle Männer so drauf sind, wie jene, deren Bekanntschaft ich heute machen durfte. Man darf nichts verallgemeinern, auch wenn es leichter ist, als sich dem Thema zu stellen. Jedenfalls war ich froh, jemanden wie Max zu haben.</p>
<p><strong>Text von Arjeta und Khadija</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mein Nachbar</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2016/02/mein-nachbar/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Feb 2016 14:24:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=6089</guid>

					<description><![CDATA[Mein Nachbar Mein Nachbar wohnt seit fünf Jahren im gleichen Haus. Oder sind es schon sechs? Ich weiß es nicht. Mein Nachbar heißt Ibrahim. Das steht auf einem Schild vor seiner Haustür. Seinen Nachnamen kann ich nicht aussprechen. Ich vermute, es ist arabisch. Wir sehen uns gelegentlich im Flur unseres Hauses. Er grüßt höflich, ich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mein Nachbar</strong></p>
<p>Mein Nachbar wohnt seit fünf Jahren im gleichen Haus.</p>
<p>Oder sind es schon sechs?</p>
<p>Ich weiß es nicht. Mein Nachbar heißt Ibrahim.</p>
<p>Das steht auf einem Schild vor seiner Haustür.</p>
<p>Seinen Nachnamen kann ich nicht aussprechen. Ich vermute, es ist arabisch.</p>
<p>Wir sehen uns gelegentlich im Flur unseres Hauses.</p>
<p>Er grüßt höflich, ich grüße höflich zurück.</p>
<p>Ein Gespräch hat sich bisher nicht ergeben.</p>
<p>Warum? Ich weiß es nicht. Obwohl ich schon ein paar Fragen hätte.</p>
<p>Ich würde ihn gerne fragen, wo er aufgewachsen ist oder was er beruflich macht.</p>
<p>Dass er arbeitet, habe ich schon mitbekommen.</p>
<p>Er verlässt in der einen Woche morgens das Haus und kommt</p>
<p>nachmittags wieder.</p>
<p>In der anderen Woche verlässt er mittags das Haus und kommt</p>
<p>spät abends wieder. Das lässt auf Früh- und Nachtschicht schließen.</p>
<p>Manchmal bekommt mein Nachbar Besuch.</p>
<p>Dann riecht es im Flur nach Essen und fremden Gewürzen.</p>
<p>Und es kommen Menschen, die mir ähnlich fremd erscheinen. Sie wirken auf mich</p>
<p>einfach anders.</p>
<p>Ich grüße sie höflich, sie grüßen höflich zurück.</p>
<p>Was machen all diese Menschen hier? Und was ist der Grund, warum sie hier sind?</p>
<p>Ist es wegen der Arbeit? Oder sind sie vor einem Krieg geflohen? Ich weiß es nicht.</p>
<p>An einem Sonntag stelle ich fest, dass mir Milch fehlt.</p>
<p>Kaffee ohne Milch ist für mich ungenießbar.</p>
<p>Ich klopfe bei Frau Meier an, doch sie scheint heute nicht zuhause zu sein.</p>
<p>Sie besucht bestimmt ihren Neffen Manfred, Manfred Neumann.</p>
<p>Er kümmert sich um sie, seitdem ihr Mann Herbert letztes Jahr an Krebs verstorben ist.</p>
<p>Ich klopfe bei Ibrahim an. Es kostet mich sehr viel Überwindung.</p>
<p>Für einen Augenblick überkommt mich der Gedanke, wieder weg zu gehen. Aber ich bleibe.</p>
<p>Er macht die Tür auf und lächelt.</p>
<p>„Guten Morgen!“, sage ich.</p>
<p>„Guten Morgen!“, sagt er.</p>
<p>„Ich brauche Milch. Hätten sie vielleicht welche für mich? Ohne Milch ist Kaffee ungenießbar!“</p>
<p>„Da haben sie recht!“, erwidert er, „Kaffee ohne Milch geht gar nicht! Ich habe gerade Kaffee gekocht. Kommen sie doch bitte rein, wir können gerne einen zusammen trinken?“</p>
<p>Er lächelt und weist mir mit seiner Hand den Weg in die Wohnung. Ich lächele zurück und gehe hinein. Es riecht nach fremden Gewürzen. Ich merke, wie meine Neugier sich breit macht. Vielleicht kann ich zum essen bleiben.</p>
<p><strong>Text von Jeremy</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
