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	<title>Geschlecht &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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	<title>Geschlecht &#8211; meinTestgelaende.de</title>
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		<title>Mental Health</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2025/06/mental-health/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[CarMiA]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jun 2025 09:44:54 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Mental Health]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Psychische Krankheiten suchen sich ihr Geschlecht nicht aus&#8220;. Ziad und Nic haben sich in ihrem neuen Video mit Psychischen Krankheiten beschäftigt und zeigen anhand popkultureller Referenzen, wie sich diese zeigen und wie wir damit umgehen können, wenn Menschen aus unserem Umfeld erkranken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Psychische Krankheiten suchen sich ihr Geschlecht nicht aus&#8220;. Ziad und Nic haben sich in ihrem neuen Video mit Psychischen Krankheiten beschäftigt und zeigen anhand popkultureller Referenzen, wie sich diese zeigen und wie wir damit umgehen können, wenn Menschen aus unserem Umfeld erkranken.</strong><span id="more-16944"></span></p>
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		<title>Avatar 2 und die dreckige Leinwand</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/avatar-2-und-die-dreckige-leinwand/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anton August Dudda]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jun 2023 11:55:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
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		<category><![CDATA[Film]]></category>
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		<category><![CDATA[patriarchat]]></category>
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					<description><![CDATA[Anton analysiert in seinem Kommentar den Sexismus und den Rassismus in dem Film Avatar 2. An „Avatar – The way of water“ gibt es eine Menge zu kritisieren. Drehbuch zum Beispiel. Das fühlt sich an, als hätte jemand zu Marktforschungszwecken ausprobiert, wie viele Klischees man in einen Blockbuster einbauen und trotzdem für einen Oscar als]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anton analysiert in seinem Kommentar den Sexismus und den Rassismus in dem Film Avatar 2.</strong><span id="more-15619"></span></p>
<p>An „Avatar – The way of water“ gibt es eine Menge zu kritisieren. Drehbuch zum Beispiel. Das fühlt sich an, als hätte jemand zu Marktforschungszwecken ausprobiert, wie viele Klischees man in einen Blockbuster einbauen und trotzdem für einen Oscar als bester Film nominiert werden kann. Hätte ich eine Parodie schreiben wollen, ich hätte fast nichts anders gemacht.<br />
Hier möchte ich allerdings kurz auf einen Aspekt des Films eingehen, den ich als besonders perfide empfinde. Es ist nicht neu, dass Hollywood in Zeiten amerikanischer, wie auch internationaler Aufrüstung die dafür wohlfeile Heroisierung des Soldatentums und Idealisierung des Krieges verbildlicht und festigt. Dem muss man keine finstere Absicht einzelner unterstellen, kulturindustrielle Massenprodukte sind schwankende Rohre im Wind und können sich meist eine allzu offene Opposition nicht leisten, da sie möglichst Weltweit geschaut werden müssen, um ihre exorbitanten Produktionsbudgets wieder einspielen zu können. Dennoch haben viele amerikanische Filme der jüngeren Vergangenheit zumindest oberflächlich gewisse identitätspolitische Zugeständnisse gemacht und – wenn auch zumeist sehr zaghaft – an bestehenden Geschlechter- und Familienbildern gerüttelt oder auf schwarze und indigene Geschichte fokussiert und die Rolle des Rassismus in der „westlichen“ Geschichte in Ansätzen reflektiert.<br />
An den Verantwortlichen für „Avatar – The way of Water“, wobei man James Cameron als Regisseur, Co-Autor und Co-Produzent wohl hervorheben muss, scheinen von diesen Diskursverschiebungen allerdings nichts mitbekommen zu haben oder haben sich bewusst dazu entschlossen, sie zu ignorieren. Die als Opfer menschlicher Kolonisation inszenierten Na’vi sind Aliens. Als solche könnten sie wunderbar als Leinwand für die fantastischsten und fantasievollsten gesellschaftlichen Gegenentwürfe und Utopien herhalten, man könnte sie zeichnen als Wesen ohne Geschlecht, ohne tribalistische Zugehörigkeiten, ohne gewaltvolle Machtstrukturen, doch der Film entscheidet sich in einem fast schon unverschämten Mangel an Originalität für das exakte Gegenteil. Bei den Na’vi gibt es Männer und Frauen. Die gezeigten Stämme sind strikt patriarchal organisiert, die Männer sind Krieger, die Frauen werden als Ernährerinnen mit zum Teil übersinnlicher Verbindung zur Natur dargestellt.</p>
<p>Die Frau als das naturnahe Geschlecht ist ein so unfassbar altes Klischee, dass es sich eigentlich für die Leinwand verbieten sollte, aber wie schon gesagt, diesbezüglich ist sich „Avatar- The way of Water“ für nichts zu schade.<br />
Generell weidet sich der Film an der doch arg von westlicher Esoterik gefärbten Vorstellung der indigenen Völker, für welche die Na’vi ganz offensichtlich stellvertretend sind. Sie sind naturnah, bescheiden und erfüllt von übersinnlicher Weisheit, der Mensch hingegen ist gierig, brutal und übergriffig. Der Konflikt und damit auch die Notwendigkeit des Krieges wird so naturalisiert, für systemische Kritik oder gar Kritik am Kapitalismus interessiert sich der Film nicht.<br />
Das schlimmste ist aber, dass der Film auf eine Art und Weise soldatische und reaktionäre Propaganda betreibt und dies mit einer Rhetorik der indigenen Emanzipation verschleiert. Es ist wohl selbst derzeit dem bürgerlich-liberalen Teil des Publikums kein Film mehr zu verkaufen, in welchem im Stile des amerikanischen Realismus und all seinem gewohnten Pathos, ein patriarchaler Familienvater von der Notwendigkeit spricht, sein Land und seine Familie zu verteidigen und seine Söhne unverhohlen zu Kriegern erzieht. Ein Vertreter „der Menschen“ oder „der Amerikaner“ müsste in irgendeiner Art in dieser Überzeugung gebrochen werden, er müsste lernen, dass diese Ideologie eine schadhafte, eine gewaltvolle, eine tödliche ist (siehe z.B. Oscarkandidat „Im Westen Nichts Neues“). Ansonsten wäre der Film vermutlich in reaktionären und rechten Kreisen erfolgreich, aber nicht mehr in dem Sinne massentauglich wie noch vor 10 oder 20 Jahren. „Avatar – The way of Water“ exemplifiziert diese Familien- und Gesellschaftsideologie aber nun anhand der Figuren, die als emanzipatorische Sympathieträger*innen gezeichnet sind und – man erinnere sich – als Naturvolk. Der Mensch, dessen inhärente Bosheit allzu vulgäre Liberale akzeptiert zu haben scheinen, ist böse auch als Patriarch. Ein indigener Patriarch kann stattdessen als Beispiel dienen, dass das gute und schützenswerte, der Mensch in seiner naturvölkischen Form nämlich, sich automatisch und auf zwanglose Weise patriarchal und soldatisch organisiert.<br />
Die leere Leinwand, von der ich zuvor sprach, welche hier gewoben ist aus den traumatischen und unbeschreiblich gewaltvollen Erfahrungen indigener Völker, wird beschmiert mit den reaktionären Gesellschaftsbildern eines neoliberalen Bürgertums, welches nur allzu bereit scheint, die Errungenschaften der offenen Gesellschaft mitsamt ihren Söhnen jederzeit von Bord zu werfen, wenn der politische Zeitgeist dies vermeintlich erfordert. Dies ist schon deshalb besonders widerlich, weil nicht-patriarchale Formen des Zusammenlebens grade in indigenen Kulturen nicht selten sind, welche durch diesen Film aber bloß ausgenutzt und als Zugpferde vor die Marketingmaschine gespannt werden.<br />
Aber die Landschaftsaufnahmen sind wirklich schön. Man kann sich richtig verlieren.</p>
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		<title>Blumen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/06/blumen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophie]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Jun 2023 13:43:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Blumen]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
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					<description><![CDATA[Blumen schmücken Hannahs Lebensweg, den Sophie beschreibt, weil sie meint, &#8222;dass auch die kleinen Dinge in Wechselwirkung mit einem selbst stehen können&#8220;. Es gibt Dinge, die einen ein Leben lang begleiten: Menschen, Orte, Erlebnisse. Man schreibt diesen Dingen meist nicht eine direkte Bedeutung zu, sie gehören einfach zu einem, wie zum Beispiel die Lieblingsfarbe oder]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Blumen schmücken Hannahs Lebensweg, den Sophie beschreibt, weil sie meint, &#8222;dass auch die kleinen Dinge in Wechselwirkung mit einem selbst stehen können&#8220;.</strong><span id="more-15613"></span></p>
<p>Es gibt Dinge, die einen ein Leben lang begleiten: Menschen, Orte, Erlebnisse. Man schreibt diesen Dingen meist nicht eine direkte Bedeutung zu, sie gehören einfach zu einem, wie zum Beispiel die Lieblingsfarbe oder das Verhältnis zu den Eltern. Wenn man aber beginnt genauer darüber nachzudenken, dann erkennt man gewisse Muster, welche die eigene Selbstbeziehung und die Beziehung zur Gesellschaft mit diesen Dingen unweigerlich verbinden. Trotz alledem vergisst man vielleicht, dass auch die kleinen Dinge in Wechselwirkung mit einem selbst stehen können.<br />
<strong>1995</strong><br />
Hannah umklammert die Hand ihres Vaters. Es ist ein angenehmer Freitagmorgen, die Sonne scheint und die Vögel singen schon munter in den Bäumen. Hannah hat in der Grundschule die verschiedenen Vogelarten kennengelernt und erzählt ihrem Vater nun begeistert von Meisen, Rotkehlchen und Spatzen. Sie liebt es an der frischen Luft zu sein, und so hat ihr Vater sie auf einen Spaziergang in den Wald mitgenommen. Die Erde unter ihren Füßen wirbelt herum und sie muss aufpassen nicht über die grob verstreuten Äste zu stolpern. Sie laufen immer weiter in den Wald hinein und plötzlich steht sie vor einer blauen Wand. Dies ist zumindest ihr erster Eindruck, denn bei genauerem Hinsehen, erkennt sie die vielen kleinen Blumen, blaue Waldblumen, wie Papa erklärt. Ganz fasziniert und vorsichtig, um auf keine der Blumen zu treten, geht sie ein Stück auf die Lichtung, um die Blumen genauer zu betrachten. Als ihre Mutter von der Arbeit nach Hause kommt, findet sie ein Glas mit blauen Blumen ihrem Küchentisch stehen.<br />
<strong>1998</strong><br />
Hannah hält sich ein Taschentuch vor den Mund, um nicht laut aufzuschluchzen. Obwohl das wahrscheinlich niemandem aufgefallen wäre, denn in der kleinen Kirche, weinen viele Menschen. Ihr Opa ist vor ein paar Tage gestorben und sie ist noch immer ganz geschockt. Sie hatte gewusst, dass es ihm nicht mehr so gut ging, aber dass er nun einfach nicht mehr da sein sollte, wollte und konnte sie nicht begreifen. Nach der Trauerfeier steht die Familie mit Bekannten am frisch zugeschaufelten Grab und treten nacheinander näher an das Grab, um ihre letzten Worte an den Verstorbenen zu richten. Ihre Mutter tritt gerade einen Schritt zurück und schaut sie erwartungsvoll an. Hannahs Augen brennen unangenehm und sie hat mittlerweile Kopfschmerzen. In ihrer rechten Hand umklammert sie eine Sonnenblume und tritt einen Schritt nach vorne.<br />
<strong>2006</strong><br />
Mit klopfenden Herzen steht sie vor dem Spiegel ihres Zimmers und betrachtet sich kritisch. War die Bluse wirklich die richtige oder war das ein bisschen zu übertrieben? Hätte sie ihre Haare lieber glätten sollen? Überhaupt..stand ihr das rot wirklich so gut, wie sie noch im Laden gedacht hatte? Gleichzeitig hatte Maya sie auf ein Date eingeladen, also musste sie Hannah doch mögen, auch wenn das rot vielleicht nicht ihre Farbe war. Obwohl..sie dreht sich ein wenig. Eigentlich steht es ihr doch recht gut. Sie nimmt ihren Stoffbeutel vom Bett und im nächsten Moment klingelt schon die Haustüre. Sie erschrickt sich ein wenig und bemerkt erneut ihren Herzschlag. Maya sieht gut aus, eigentlich wie immer, lächelt und übergibt ihr einen Strauß Rosen.<br />
<strong>2008</strong><br />
Applaus. Mit einem Lächeln tritt sie nach vorne, stolpert nur ein bisschen bei den Treppen auf dem Weg zu Bühne und steht schließlich neben ihren Klassenkameraden. Sie hat sich noch die befreiter gefühlt. Obwohl sie die Noten der Abschlussprüfung schon seit Wochen weiß, konnte sie es noch immer nicht glauben, dass sie jetzt einen Abschluss in der Tasche hatte. Endlich mit dem Leben machen, was sie will. Lächelnd versucht sie in der Menge ihre Eltern zu finden. Die Schulleiterin übergibt ihr das Zeugnis und eine rosa Tulpe. Alles ist perfekt.<br />
<strong>2013</strong><br />
„…und das ist der Schlüssel für das Büro.“, lächelt die Frau beziehungsweise jetzt ihre Kollegin. Der erste Job. Vielleicht sollte sie aufgeregter sein, doch eigentlich ist Hannah ganz entspannt. Nach dem Vorstellungsgespräch war sie sich sicher gewesen, die Stelle zu bekommen. Eine Woche später hatte sie die Zusage. Es war nicht genau das, was sie hatte machen wollen, aber der Job hatte sich so angeboten und nun war sie doch motiviert in den Arbeitsalltag einzusteigen. Sie verabschiedet sich geht mit ihrem Rucksack in Richtung des Büros. Es riecht noch nach neuer Farbe. Sie ist gespannt, wie es sein wird hier zu arbeiten. Auf dem Tisch steht ein bunter Strauß mit Sommerblumen.<br />
<strong>2021</strong><br />
Mayas Hand liegt auf ihrer Hüfte, während sie sich langsam zu den letzten Takten des Walzers drehen. Hannah war noch nie so froh, dass sie den Tanzkurs einige Jahre zuvor zusammen belegt hatten. Mayas Haare riechen unglaublich gut, denkt sie, während die ersten Töne des neuen Liedes erklingen. Es ist irgendwas Schnelleres, ganz kann sie es nicht zuordnen. Sie legt den Kopf leicht in den Nacken und blickt in Mayas strahlende Augen, dann ihre Lippen, ihren Hals, ihre Schultern. Bei dem Gedanken Leuten „ihre Ehefrau“ vorzustellen, wirbeln noch immer Schmetterlinge in ihrem Bauch. Sie blickt auf die Jacke, die Maya Wochen zuvor mit ihren Eltern ausgesucht haben musste. An die Brusttasche ist eine weiße Margerite gepinnt.<br />
<strong>2030</strong><br />
Sie grinst ihre beste Freundin an, die ihr das Bündel überreicht. Sie sieht gut aus, besonders dafür, dass sie vor einer Woche ein Kind bekommen hat. Hannah freut sich für sie. Sie hatte sich schon immer Kinder gewünscht und Hannah war sich sicher, dass sie eine großartige Mutter sein würde. Das Baby schläft in ihren Armen einfach weiter und sie muss beim Anblick seiner kleinen Mütze lächeln. „Ich hab noch was für dich“, lächelt sie und nickt mit dem Kopf in Richtung der Narzissen, die sie nach dem betreten des Zimmers auf den Tisch gestellt hat.<br />
<strong>2037</strong><br />
Es fällt ihr schwer zu atmen. Ihre Rippen schmerzen unfassbar sehr. Auch ihr Kopf tut weh und irgendwie auch ihr Knöchel. Am liebsten will Hannah schreien, aber hat nicht das Gefühl die Kraft dazu zu haben. Also schließt sie einfach die Augen. Als sie sie wieder öffnet fühlen ich die Schmerzen abgedämpfter an, nicht mehr so stechend und den Atem raubend. Sie versucht sich umzudrehen, um einzuschätzen, wo sie sich befindet. Krankenhaus..ganz eindeutig. Ein Arzt betritt das Zimmer und beginnt über ihren Zustand zu reden. Sie fühlt sich benebelt und es fällt ihr schwer ihm zuzuhören. Maya sitzt auf einem Stuhl schräg vor ihr. An ihrer linken Hand glänzt ein goldener Ring, sie hält einen Strauß mit weißen und lila Blumen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>I have a dream &#8211; Song zum Girls&#8216; &#038; Boys&#8216; Day</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2023/04/girls-boys-day/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Was geht Almanya]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Apr 2023 09:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Boys Day]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Girls Day]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Song]]></category>
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					<description><![CDATA[I HAVE A DREAM von WAS GEHT ALMANYA (2015) – Musikvideo zum Girls’ &#38; Boys’ Day… &#8222;Typisch Mann, typisch Frau &#8211; was soll das bedeuten?&#8220; Mehr dazu: Hier findest du mehr Information über den Girls&#8216; Day und den Boys&#8216; Day. Und hier schreibt die Story-Tellerin Tamy Keitel, warum Geschlechterklischees total von gestern sind.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>I HAVE A DREAM von WAS GEHT ALMANYA (2015) – Musikvideo zum Girls’ &amp; Boys’ Day… &#8222;Typisch Mann, typisch Frau &#8211; was soll das bedeuten?&#8220;</strong></p>
<p><span id="more-11300"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findest du mehr Information über den <a href="https://www.girls-day.de" target="_blank" rel="noopener"><strong>Girls&#8216; Day</strong></a> und den <strong><a href="https://www.boys-day.de" target="_blank" rel="noopener">Boys&#8216; Day</a>.</strong></li>
<li>Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2014/04/2549/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier</strong></a> schreibt die Story-Tellerin Tamy Keitel, warum Geschlechterklischees total von gestern sind.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zeitreise</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/04/zeitreise/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Siri_us]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Apr 2022 09:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<category><![CDATA[Non-binary]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir präsentieren Siri_us ersten Text nach ris Buchrezension im Februar. Siri_us ist nicht binär und berichtet von den Zuschreibungen, die ri als Junge und als Mädchen erfahren hat. Die Schlüsselfrage bei ris Zeitreise ist dabei “Gehöre ich dazu?”. Als ich ein Junge war Als ich ein Junge war, war ich frei. Ich war wild und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Wir präsentieren Siri_us ersten Text nach ris Buchrezension im Februar. Siri_us ist nicht binär und berichtet von den Zuschreibungen, die ri als Junge und als Mädchen erfahren hat. Die Schlüsselfrage bei ris Zeitreise ist dabei “Gehöre ich dazu?”.</strong></p>
<p><span id="more-14712"></span>Als ich ein Junge war<br />
Als ich ein Junge war, war ich frei. Ich war wild und stark und mutig. Ich war allein. Ich hatte keine Sprache.</p>
<p>Als ich ein Mädchen war<br />
Als ich ein Mädchen war, war ich … Ich war liebevoll, ich war wortgewandt, ich gehörte dazu. Ich war dabei.</p>
<p>Als ich ein Junge war, kämpfte ich gegen Monster und gegen die Angst und die Dunkelheit und den Schlaf.</p>
<p>Als ich ein Mädchen war, kniff ich die Augen zu, ich hielt es aus, ich bog mich, aber ich zerbrach nicht, zumindest nicht ganz.</p>
<p>„Du bist hübsch“, sagten sie. „Du bist sexy.“ „Du bist ein Mädchen, du wirst eine Frau.“</p>
<p>„Ich bin stark“, sagte ich. „Ich will auch sexy sein. Aber eine Frau?“</p>
<p>Als ich eine Frau wurde, wurde ich unabhängig. Ich ging weg, ich ging weiter. Noch weiter. Bis ich keine Frau mehr war.</p>
<p>Als ich ich wurde, wurde ich frei. Ich wurde wild und stark und mutig. Ich wurde liebevoll und wortgewandt. Ich kämpfte gegen Monster und Angst und Dunkelheit. Ich lernte, allein zu sein, ohne einsam zu sein.</p>
<p>Kann ich sexy sein?</p>
<p>Gehöre ich dazu?</p>
<p>Gehöre ich dazu? Hörst du mir zu? Gehst du? Ge_hörst du zu mir?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Geschlechtskrankheiten &#8211;Bei Waffeln und Sandwiches Scheiden basteln</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2022/02/geschlechtskrankheiten-bei-waffeln-und-sandwiches-scheiden-basteln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lilith]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Feb 2022 07:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[„Ich denke, hier müsste noch etwas mehr von dem Material hin&#8220;, sagt Elena, […] was das wird? Eine Vagina”. Liliths Lokalgruppe ist Teil von “Mit Sicherheit verliebt” und man findet sie meistens in Schulen um Workshops durchzuführen, bei denen Themen wie Verhütung und Geschlechtskrankheiten angesprochen werden, Themen die auch heute noch oft als Tabuthemen gelten.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>„Ich denke, hier müsste noch etwas mehr von dem Material hin&#8220;, sagt Elena, […] was das wird? Eine Vagina”. Liliths Lokalgruppe ist Teil von “Mit Sicherheit verliebt” und man findet sie meistens in Schulen um Workshops durchzuführen, bei denen Themen wie Verhütung und Geschlechtskrankheiten angesprochen werden, Themen die auch heute noch oft als Tabuthemen gelten. Doch sind Geschlechtskrankheiten nicht eh etwas aus dem letzten Jahrhundert? Und HIV haben ausschließlich Schwule? Dass das gar nicht so ist, sondern sich die Zahl der Erkrankten sogar erhöht, erklärt Lilith in ihrem Text.</strong><span id="more-14465"></span></p>
<p class="western">„Ich denke, hier müsste noch etwas mehr von dem Material hin“, sagt Elena, die gerade den Karton festhält. „Ja stimmt – warte“ ich beiße noch einmal in mein veganes Sandwich, bevor ich mir ein Stück Knete abzupfe und es ihr reiche. Im Hintergrund ertönt Weihnachtsmusik – schließlich findet an diesem Montagabend unsere Lokalgruppenweihnachtsfeier statt. Und weil wir nicht nur Leckereien genießen, sondern auch etwas schaffen wollen, basteln wir nebenbei – was das wird? Eine Vagina.</p>
<p class="western">Etwas seltsam muss das für die meisten klingen – auf einer Weihnachtsfeier das weibliche Geschlechtsorgan nachbauen. Aber – wir sind schließlich auch eine besondere Gruppe. Studierende aller Fachrichtungen kommen bei uns zusammen. Unsere Lokalgruppe ist Teil der Initiative „Mit Sicherheit verliebt“ der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd). Wenn wir nicht gerade dabei sind, Materialien vorzubereiten, sind wir dort anzutreffen, wo diese zum Einsatz kommen: In Schulen.</p>
<p class="western">„Das klappt sehr gut. Hier ist dein Kondomführerschein!“ Ein wenig Gekicher gibt es auch beim 20. Schüler, dem wir das kleine Dokument austeilen noch. Aber nach einigen Stunden der Aufwärmung scheint einiges an Scham und Pein bereits abgefallen zu sein. Und dennoch – bei unseren Schulworkshops merken wir stets, dass die Themen, die wir ansprechen, immer noch zu den Tabuthemen zählen. Dabei sind sie so wichtig. Gerade wenn es um Verhütung und Geschlechtskrankheiten geht.</p>
<p class="western"><b>Let’s talk about SEX – and STIs</b></p>
<p class="western">„Mmh. Ich finde es schon sehr schwierig, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Irgendwie ist das auch in jeder Partnerschaft anders.“ „Aber jetzt einmal ganz ehrlich – wie viele Partnerinnen hast du nach ihrem STI Status gefragt, bevor du mit ihnen ins Bett gegangen bist?“ Der Geräuschpegel auf der Coach in dem Raum, in dem wir alle zwei Wochen zusammensitzen, ist merklich angestiegen. Gerade haben wir gemeinsam den TED Talk von Evelin Dacker über die STAR Methode angeschaut. Die US-Amerikanerin, die sich selbst als Sexual Health Advocate bezeichnet, empfiehlt in ihrem Vortrag, vor dem Sex wichtige Dinge zu klären. Unter anderem empfiehlt sie ganz offen darüber zu reden, was einem gefällt und was einen besonders anturned, gleichzeitig aber auch, auf was man sich lieber nicht einlassen möchte. Ein für sie noch deutlich entscheidender Aspekt ist der Austausch über den STI-Status. STI steht für sexually transmitted infections, auf Deutsch sexuell übertragbare Krankheiten. Hat jemand eine Erkältung oder Magen-Darm-Probleme, ist es meist kein Problem, dies auf eine Entschuldigung an die Lehrkräfte zu schreiben, oder sich in WhatsApp-Gruppen mit dieser Begründung von einem Präsenztreffen abzumelden. Doch wann liest man davon, dass jemand eine Pilzerkrankung, Filzläuse, oder Gonnorhö auskurieren muss? Dabei sind STIs auch heutzutage noch ein großes Problem. Weltweit soll es laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ca. 340 Mio. Neuinfizierte jährlich geben. Im Allgemeinen Volksmund herrschen andere Meinungen: Syphilis ist doch etwas aus dem letzten Jahrhundert &#8211; das bekamen im Übrigen sowieso nur die Prostituierten. Und HIV haben ausschließlich Schwule.</p>
<p class="western"><b>Geschlechtskrankheiten – Mythen und Wahrheiten</b></p>
<p class="western">Während die Geschlechtskrankheiten früher als „Strafe Gottes für irdische Sünden“ galten, scheint einem auch heute als Betroffener noch eine gewisse Schuld zugeschrieben zu werden und man erfährt von nicht wenigen Personen eine abwertende Reaktion. Auch ist es häufig, dass ein offener Umgang mit dieser Art von Krankheiten zu einer Weigerung sexueller Handlungen des Gegenübers führen – selbst wenn bei einigen der Krankheiten mit ausreichendem Schutz keinerlei Übertragungsgefahr besteht. Unwissenheit und Verwirrung sind häufig die Gründe für derartige Reaktionen. Auch ist es wichtig, wenn man selbst betroffen ist, sich nicht zu schämen oder gleich in Panik zu verfallen. Viele der STIs sind gut behandelbar, besonders bei einer frühen Diagnose. Umso wichtiger ist es, bei Anzeichen, wie z.B. Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen nach dem Geschlechtsverkehr schnell zum Arzt zu gehen.</p>
<p class="western"><b>Eine Mini-Übersicht</b></p>
<p class="western">Chlamydia trachomatis finden sich besonders gerne in den Geschlechtsorganen der Deutschen. Kein Wunder, denn die Bakterien lieben feuchte, warme Gebiete, in denen sie sich einnisten können. Falls die Bakterien auch bei dir herumwuseln, klagst du über Ausfluss, Jucken, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen – ein endgültiger Nachweis kann über einen Urintest erfolgen und über Antibiotika behandelt werden.</p>
<p class="western">Auch bei einer Erkrankung mit Syphilis- oder Gonorrhoeerregern erhältst du Antibiotikum zur Heilung. Feststellen lässt sich die erstgenannte Krankheit durch eine Blutuntersuchung. Falls du dunkle Flecken oder Geschwüre bei dir entdecken solltest, weist dies stark auf eine Erkrankung mit diesem Erreger hin. Bei Genorrhoe, auch als Tripper bekannt, beobachtest du Schmerzen beim Wasserlassen, sowie einen Juck- und Brennreiz.</p>
<p class="western">Genitalherpes wird durch einen Virus hervorgerufen. Jucken, Brennen und Bläschen im Genitalbereich sowie Schmerzen beim Wasserlassen sind Anzeichen. Anstelle von Antibiotikum erhältst du zur Therapie Virostatika. (*Einmal dagewesen kann Herpes allerdings immer wieder ausbrechen.)</p>
<p class="western">Filzläuse zählen wiederum zu einer anderen Kategorie. Sie sind Parasiten und lassen sich sogar mit einer Lupe erspähen. Die Bissstellen der kleinen Tierchen lösen einen Juckreiz aus und es kommt zu Hautausschlägen. Aber keine Sorge. Auch gegen sie kommst du mit Cremes oder Lösungen an.</p>
<p class="western"><b>Krank und nun?</b></p>
<p class="western">Falls du selbst weißt, dass du von einer Geschlechtskrankheit betroffen bist und niemanden anstecken möchtest, oder du bei deinem Geschlechtspartner Vermutungen in diese Richtung hast, müsst ihr nicht zwingend auf Sex verzichten. Einen vollständigen Schutz vor HIV erhältst du bei einem korrekten Einsatz von Kondomen. Bei Gonorrhoe, Trichomonaden und Chlamydien können Kondome das Ansteckungsrisiko stark verringern, da der Schleimhautkontakt verhindert wird. Herpes, Syphilis und HPV betreffen jedoch andere Regionen – so z.B. die Vulva, den Damm, die Analregion und den Hodensack. Da ein Kondom den Kontakt mit diesen Gebieten nur verringert, aber nicht verhindert, bleibt eine Ansteckungsgefahr erhalten. Nur fair ist es in jedem Fall, dass dein/e Partner/in immer bescheid weiß, falls du von einer sexuell übertragbaren Krankheit betroffen bist.</p>
<p class="western"><b>Reden statt krank werden</b></p>
<p class="western">Erschreckend ist, dass die Anzahl an von Geschlechtskrankheiten Betroffenen in Deutschland eher steigt als fällt. So hat sich z.B. die Anzahl der Erkrankten an Syphilis zwischen 2000 und 2013 mehr als verdoppelt. Wissen über ein angemessenes Schutzverhalten und ein offener Umgang, der eine direkte Therapie sowie die Eindämmung der Übertragung eindämmen kann, sind heutzutage somit wichtiger denn je.</p>
<p class="western"><strong>Also:</strong></p>
<ul>
<li>Rede offen mit deinem Partner/deiner Partnerin über Verhütung und STIs</li>
<li>Tausche dich mit anderen Personen zu dem Thema aus. Welche Erfahrungen haben sie gemacht?</li>
<li>Verwende zum besseren Schutz immer Kondome</li>
<li>Mache den Safer-Sex-Check <span style="color: #0000ff;"><u><a href="https://www.lovelife.ch/de/safer-sex-check/">https://www.lovelife.ch/de/safer-sex-check/</a></u></span></li>
</ul>
<p class="western" align="left"><a name="_GoBack"></a></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die HeRoes zum internationalen Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/11/internationalertaggegengewalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[HeRoes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2021 07:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarität]]></category>
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					<description><![CDATA[Anlässlich des heutigen internationalen Tages gegen Gewalt an Mädchen und Frauen haben die HeRoes Duisburg ein neues Video produziert. In ihrer Arbeit setzen die jungen Männer sich für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben von Mädchen und Frauen ein. In diesem Video zeigen sie in ihren persönlichen Statements, dass sie solidarisch sind &#8211; und zwar nicht]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Anlässlich des heutigen internationalen Tages gegen Gewalt an Mädchen und Frauen haben die HeRoes Duisburg ein neues Video produziert. In ihrer Arbeit setzen die jungen Männer sich für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben von Mädchen und Frauen ein. In diesem Video zeigen sie in ihren persönlichen Statements, dass sie solidarisch sind &#8211; und zwar nicht nur an diesem Tag!</strong></p>
<p><span id="more-14309"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von den HeRoes <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/heroes_neu/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Vielleicht wollen nackte Menschen einfach nur für sich nackt sein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/07/nackt-sein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Tom]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jul 2021 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Me, Myself & I Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Körperbilder]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Vor ein paar Monaten hat Tom hier schon einmal über Nacktheit geschrieben. Er ist über seinen Schatten und direkt ins kalte Wasser gesprungen und hat sich bei einem Nackt-Shooting im Wald ablichten lassen. Die dabei entstandenen Fotos zeigt er unter anderem auf seinem Instagram-Kanal, und die Reaktionen von außen verwundern ihn etwas. Warum müssen nackte]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor ein paar Monaten hat Tom hier schon einmal über Nacktheit geschrieben. Er ist über seinen Schatten und direkt ins kalte Wasser gesprungen und hat sich bei einem Nackt-Shooting im Wald ablichten lassen. Die dabei entstandenen Fotos zeigt er unter anderem auf seinem <a href="https://www.instagram.com/tom__oswald/?hl=de" target="_blank" rel="noopener"><em>Instagram-Kanal</em></a>, und die Reaktionen von außen verwundern ihn etwas. Warum müssen nackte Körper immer gleich sexualisiert werden?</strong></p>
<p><span id="more-13156"></span></p>
<p>Im Text: <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/12/was-ist-nacktheit/" target="_blank" rel="noopener"><strong>„Was ist Nacktheit &#8211; für und in (unserer) Gesellschaft)?“</strong></a> habe ich mich mit meinen Erfahrungen mit Nacktheit auseinandergesetzt. Ein kleiner Auszug: „Das Nacktbaden war in unseren Kreisen eine ähnliche Mutprobe wie rückwärts vom 10 Meter Turm zu springen. Und wenn dann doch jemand sich im Waldbad nackt zeigte, ist die Person von allen Seiten beäugt und bewertet worden.“ Mein nackter Körper ist verglichen, beäugt, bewertet und belacht worden. In Situationen, in denen ich nackt nicht aus der Reihe getanzt bin. Beim Duschen nach den Eishockeyspielen zusammen im Team oder bei einem ungezwungenen Festival in Ostdeutschland.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13158" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-480x600.jpg" alt="" width="480" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-480x600.jpg 480w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-240x300.jpg 240w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-768x960.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4-1229x1536.jpg 1229w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-4.jpg 1280w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
<p>Im letzten Jahr habe ich ein Experiment gemacht und in meinem ersten Nacktfotoshooting vor der Kamera posiert. Frei von Menschen im Wald wurde mein Körper von den Photographen in die Natur integriert. Eingebunden in die Brauntöne des Spätsommerlaubes und die natürlichen Formen der Bäume und Äste. Ich habe meine Körperform zum ersten Mal gezeigt. Nackt. Präsent und für die Leser*innen von MeinTestgelände, meiner Instagramcommunity und allen, die den daraus entstandenen Kalender des Photographen käuflich erworben haben, sichtbar. Ich habe mich sowohl alleine gezeigt, als auch verschlungen mit dem professionellen Male-Model Fridos Meier, einem Mann aus Mönchengladbach, Mitte 50 und mit internationaler Erfahrung im Aktshooting.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Für mich war das ein Schritt, meine Scham zu überwinden und negative Erfahrungen aus der Vergangenheit hinter mir zu lassen. Ich wollte mich zeigen, doch dachte ich nicht daran, wie herausfordernd es sein kann, meinen nackten Körper zu betrachten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><b><i>Wie ist es, mit Nacktheit konfrontiert zu werden?<span class="Apple-converted-space"> </span></i></b></p>
<p>„Sei ehrlich. Biste jetzt schwul oder nicht!“ &#8211; fragte mich jemand, den ich seit meiner Kindheit kenne und zu Weihnachten wieder besucht habe. Ich war irritiert.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>„Ja, da ist doch dieses Foto auf Instagram mit dir und diesem anderen nackten Mann drauf.“ Selbst meine Eltern wurden von vielen Seiten auf meine Fotos angesprochen und gefragt, warum ich das gemachte habe. Der Artikel unter den geposteten Fotos kam allerdings kaum zur Sprache. In diesem Text habe ich versucht, mich mit Nacktheit in Bezug auf meine Männlichkeiten auseinanderzusetzen. In keiner der Zeilen schreibe ich über Homosexualität, das wäre ein anderes Thema. Dennoch sahen manche Menschen durch die Fotos eine Verbindung dazu.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13161" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-800x533.jpg" alt="" width="700" height="466" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-800x533.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-768x512.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2-1536x1024.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-2.jpg 2048w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /> <img decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13160" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-800x533.jpg" alt="" width="700" height="466" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-800x533.jpg 800w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-300x200.jpg 300w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-768x512.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6-1536x1024.jpg 1536w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-6.jpg 2048w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></p>
<p>Wie ich in der Zeit feststellte, hatten meine Fotos eine Wirkung auf Menschen, der ich mir selbst nicht bewusst war. Die Bilder waren teilweise für sie schwer einzuordnen und das warf Fragen auf, die sie sich versucht haben, selbst zu beantworten. Vor allem, wenn ein Mensch sich nackt zeigt, der seinen Körper nicht sexualisiert darstellt.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nicht sexualisierte Nacktheit findet im öffentlichen Raum, außer an dafür ausgewiesenen Orten, kaum noch statt. Im digitalen Raum sieht das ganz anders aus. Das Internet ist voll davon. Wer „Nacktheit“ googelt, landet auf heilsamen FKK Yoga Blogs, die dir das Paradies auf Erden versprechen oder gleich in der Pornographie. Wer sich also mit Nacktheit beschäftigen will, kann es kaum erwarten, nackte Menschen auf dem Bildschirm gezeigt zu bekommen. So die Theorie. Wo wir wieder bei der Sexualisierung von Nacktheit sind.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Nackt bedeutet für mich persönlich aber nicht gleich Sex. Das Zeigen der weiblichen Brust oder das Weglassen des Büstenhalters nicht: „Komm, sexualisiere mich.“ Auch ein männlicher nackter Körper will nicht unbedingt das Signal senden, bewertet zu werden oder „Der hat&#8217;s aber nötig.“</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-13159" src="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-400x600.jpg" alt="" width="400" height="600" srcset="https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-400x600.jpg 400w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-200x300.jpg 200w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-768x1152.jpg 768w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-1024x1536.jpg 1024w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-380x570.jpg 380w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3-760x1140.jpg 760w, https://www.meintestgelaende.de/wp-content/uploads/2021/07/II-nackt-3.jpg 1365w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Vielleicht wollen nackte Menschen einfach nur für sich nackt sein, volle Bräune ihres Körpers ohne weiße Streifen oder keine nassen Badeklamotten in ihrer Tasche haben. Vielleicht wollen sie für sich etwas ausprobieren, sich mit ihrem nackten Körper und den Gefühlen dahinter auseinandersetzen. Nackt sein auf ausgewiesenen Plätzen ist keine Einladung zum Gaffen oder viel schlimmer, zum Anfertigen von Fotos. Ein nackter Körper ist kein Interpretationsobjekt. Ein nackter Körper ist in den meisten Fällen nicht und nicht weniger als ein nackter Körper. Körper dürfen Körper sein und bleiben. Nackt, behaart, tattoowiert, gepierct, faltig, glatt und in allen Formen und Farben. Ein Penis oder eine Vulva darf ein gleichwertiges Körperteil sein und bleiben. Fridos, das Model vom Shooting meinte zu mir: „Dein Penis ist genauso viel wert wie Deine Nase. Deine Eichel genauso viel wert wie dein großer Zeh oder Dein Bauchnabel.“</p>
<p>Vielleicht sollten wir uns öfter daran zurückerinnern, wenn wir uns mal wieder den Impuls haben zu kichern, sobald wir einen nackten Körper auf der Liegewiese am See bemerken oder das Aufkommen von Scham verspüren, wenn wir unseren eigenen nackten Körper im Spiegel betrachten.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch Fee befasst sich mit dem Thema Nacktheit, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/07/von-hier-an-nackt/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier geht&#8217;s zu ihrem Text</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein Tag als Frau</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/ein-tag-als-frau/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2021/06/ein-tag-als-frau/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Florian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2021 07:00:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
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					<description><![CDATA[Unser Autor Florian wagt für diesen Text ein Gedankenexperiment: Wie würde ein typischer Morgen in seinem Leben aussehen, wenn er kein junger Mann, sondern eine junge Frau wäre? Was wäre anders? Müsste überhaupt so viel anders sein? Welche sexistischen Gedanken verstecken sich möglicherweise im Kopf, welche Klischeefallen gibt es? Lest am besten selbst. Und wenn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser Autor Florian wagt für diesen Text ein Gedankenexperiment: Wie würde ein typischer Morgen in seinem Leben aussehen, wenn er kein junger Mann, sondern eine junge Frau wäre? Was wäre anders? Müsste überhaupt so viel anders sein? Welche sexistischen Gedanken verstecken sich möglicherweise im Kopf, welche Klischeefallen gibt es? Lest am besten selbst. Und wenn ihr Florian Hinweise geben möchtet, lasst uns gerne einen Kommentar da! </strong></p>
<p><span id="more-13112"></span></p>
<p>Was würde ich anders machen? Wenn ich schlafen gehe, gehe ich als junger Mann ins Bett. Wenn ich aufwache, wache ich als junger Mann auf. Ich mache alles als junger Mann, nur denke ich nie darüber nach. Wäre ja auch irgendwie seltsam, sich vorm Schlafengehen zu sagen „Ich bin ein Mann“. Fakt ist aber, dass ich genauso wenig darüber nachdenke, wie es wäre, wenn ich eine junge Frau wäre. Würde ich mich anders verhalten im Alltag, im Berufsleben, in der Freizeit? Würde ich alles genauso machen wie sonst auch? Ich möchte mich dieser Frage stellen und simuliere gedanklich einen simplen Morgen, wie ich wie ihn im Moment erlebe, nur halt als Frau. (Dazu gesagt, nur einen Morgen, weil ein ganzer Tag vermutlich den Rahmen sprengen würde.) Vielleicht klappt das auch gar nicht und wenn, stelle ich vielleicht sexistisches Denken bei mir fest oder bin so entsetzt, dass ich froh bin keine Frau zu sein. Es wird auf jeden Fall ein absurder Text, aber meine Gedanken sind eh immer absurd.</p>
<p>Beginnen wir den Tag am Morgen. Derzeit befinde ich mich im Praktikum in einer Kita, nur ein paar Minuten von meiner Wohnung entfernt. Für gewöhnlich stehe ich gegen 06:00 Uhr auf und mache mich fertig. Da ich aber jetzt eine Frau bin, stehe ich möglicherweise viel früher auf. Ich sage einfach mal, dass ich lange Haare habe, welche zottelig von der Nachtruhe sind und Zeit benötigen um hergerichtet zu werden. Mist. Schonmal eine Sache, die mir nicht gefällt. Früher aufstehen. Sagen wir, ich stehe um 05:00 Uhr auf. Ich gehe ins Badezimmer und dusche, wasche meine Haare und natürlich auch den Rest meines Körpers. Jetzt fehlt zwischen den Beinen aber etwas. Hm, da ist jetzt ein völlig anderes Körperteil. Was mach ich damit? Wäscht man das? Darf ich da mit Seife rein? Ich bin mir unsicher und gehe nur mal mit dem Duschkopf rüber. Besser als gar nichts, oder? Ich benutze für meine Haare Pflegeshampoo, weil ich von anderen jungen Frauen gehört habe, dass das total gut für die Haare ist. Glanz und so. Ich habe meine Körperreinigung beendet, ich steige aus der Dusche und schnappe mir mein Handtuch. Ich habe keinen extra Anhänger, ich glaube auch als Frau würde ich mein Handtuch auf den Boden werfen. Nun bin ich trocken und gehe in mein Zimmer, um mir Sachen rauszusuchen. Mein Kleiderschrank ist sperrangelweit geöffnet und ich nehme das oberste T Shirt. Einfach weil‘s oben liegt. Ich denk nicht weiter drüber nach und ziehe es mir an. Nun fällt mir aber auf, dass da noch was an mir rumbammelt. Verdammt, ich habe vergessen, dass ich Brüste habe und es vielleicht praktischer wäre, wenn sie nicht lose an mir rumhängen. Als Frau habe ich natürlich BH‘s und frage mich, was das für extra Kosten sind. Ich habe mich komplett angezogen, aber jetzt muss ich mich immer noch fertig machen. Damals, wo ich noch ein junger Mann war, da habe ich meine Haare abgerubbelt und trocken waren se. Jetzt stehe ich im Badezimmer und meine Arme verkrampfen, weil der verdammte Föhn meine Haare nicht trocken bekommt. Inzwischen haben wir es 6 Uhr. Meine Haare sind trocken. Naja, größtenteils… Da ich auch als Frau faul bin, entscheide ich mich dafür einen Zopf zu machen. Zöpfe sind einfach, solange sie nicht geflochten werden. Jetzt fehlt nur noch das Zopfgummi! Wo hab ich es denn? Ach egal, nehm ich ein neues. Zopf ist gemacht und ich bin fertig. Aber&#8230;soll ich mich schminken? Viele Frauen sind geschminkt… Na gut, ich male auf meine Augenbrauen und Puder mache ich auch rauf. Wimpern? Na gut. Leider bin ich nicht sehr geübt darin mich zu schminken, also sehen meine Augenbrauen irgendwie schief aus und ich glaube, ich habe zu viel Puder genommen. Verdammt! Egal, ich habe keine Zeit mehr, es ist fast 7 Uhr und ich muss mir noch Essen machen für den Tag. Achte ich jetzt eigentlich auf meine Ernährung? Will ich jemandem gefallen? Keine Ahnung, ich mach mir ein Vollkornbrot mit Salami, so wie jeden Tag. Plötzlich bekomme ich Bauchschmerzen. Woran liegt das? Das tut echt weh! Ich gehe auf die Toilette und muss feststellen, dass Blut in meinem Schlüpfer ist und ich anscheinend meine Tage bekommen habe. Ich bin genervt. Mein erster Tag als Frau und dann das. Ich nehme einen Tampon-… aber was für einen? Welche Größe? Was gibt’s für Sorten? Wie zur Hölle bekomme ich die aus ihrer Plastikverpackung??? Glücklicherweise finde ich heraus, wie ich diese Aufgabe zu bewältigen habe und kann mich, eher schlecht als gut gelaunt, auf den Weg zur Arbeit machen. Auf dem Weg steuere ich noch einen Drogeriemarkt an um mir noch Tampons und Binden zu kaufen, noch mehr extra Kosten und gar nicht mal so wenig. Ich laufe weiter zur Arbeit, über den Marktplatz, vorbei an Cafes und komme abrupt zum stehen. Vor mir hat sich ein Typ aufgebaut und möchte mich auf einen Kaffee einladen. Ich hab keine Lust, außerdem muss ich zur Arbeit. Das ist sogleich auch mein Argument die Einladung abzulehnen, „die 10 Minuten machen den Kohl doch auch nicht fett,“ ruft er mir hinterher, ich winke ab. „Arrogante Ziege, hast wohl deine Tage“, schreit er noch über den Marktplatz. Ich bin etwas perplex und merke dass mir keine Antwort einfällt. Als junger Mann hatte ich eigentlich immer etwas Schlagfertiges auf Lager, diesmal nicht.<span class="Apple-converted-space">  </span>Das war mein Morgen als Frau. Ob ich durch diesen Gedankengang tatsächlich einen Einblick in das Leben einer Frau bekommen habe ist fraglich. Fest steht, dass ich tatsächlich doch froh bin, mich nicht mit monatlichen Schmerzen, BH-Größen, weiblicher Intimreinigung und Haaren auseinandersetzen muss, ebenso mit komischen Anmachen auf der Straße und dem Gefühl, diesen ausgesetzt zu sein.</p>
<p>Ich danke für die Aufmerksamkeit und wenn Interesse besteht, kann ich ja auch noch meinen Mittag als Frau simulieren, um mit euren Tipps daran arbeiten, noch tiefer in diese nahe, aber doch fremde Welt einzutauchen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Texte von Florian <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/florian/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr hier</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Testosteron mal anders</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/testosteron-mal-anders/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Apr 2021 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute gibt es mal wieder ein kleines Update von unserem Autoren Nev! Im Video berichtet er, was sich in der letzten Zeit bei ihm verändert hat und warum man manchmal Sport machen sollte, nachdem man eine Spritze bekommen hat — und zwar eine Testosteronspritze. Wir wünschen euch viel Spaß beim Ansehen! Und übrigens: Wenn ihr Fragen an]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute gibt es mal wieder ein kleines Update von unserem Autoren Nev! Im Video berichtet er, was sich in der letzten Zeit bei ihm verändert hat und warum man manchmal Sport machen sollte, nachdem man eine Spritze bekommen hat — und zwar eine Testosteronspritze. Wir wünschen euch viel Spaß beim Ansehen! Und übrigens: Wenn ihr Fragen an Nev habt, nur raus damit. Hinterlasst uns gerne einen Kommentar.</strong></p>
<p><span id="more-12875"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Solltet ihr die vorherigen Videos von Nev verpasst haben, kein Problem <span style="font-size: 1.14285rem;">— <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/nev/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier entlang</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Inter* Geschichte</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2021/04/inter-geschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2021 07:04:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns sehr über einen neuen Text von Ika. Heute geht es um die Geschichte von Inter* Personen — und was wir aus ihr lernen können. Wie immer zugänglich reflektiert Ika die Gründe, Gedanken, Gefühle und Erfahrungen festzuhalten und darüber zu schreiben — und weshalb kaum etwas so ermächtigend und mutmachend ist wie die Geschichten anderer Queers. Schon]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns sehr über einen neuen Text von Ika. Heute geht es um die Geschichte von Inter* Personen —<span class="Apple-converted-space"> </span>und was wir aus ihr lernen können. Wie immer zugänglich reflektiert Ika die Gründe, Gedanken, Gefühle und Erfahrungen festzuhalten und darüber zu schreiben —<span class="Apple-converted-space"> und weshalb kaum etwas so ermächtigend und mutmachend ist wie die Geschichten anderer Queers.</span></strong></p>
<p><span id="more-12853"></span></p>
<p>Schon im Jahr 1907 wurde das erste mal in deutscher Sprache über Intersexualität geschrieben.<br />
Unter dem Pseudonym N.O. Body veröffentlichte Karl M Baer seine Autobiographie „Aus eines Mannes Mädchenjahren“. Das Buch erlebt schnell mehrere Neuauflagen und wurde im Jahr 1919 sogar als Stummfilm verfilmt.</p>
<p>Das Buch schildert das aufwachsen einer Intergeschlechtlichen Person, der* zunächst als Mädchen erzogen wird und später als Mann lebt.<br />
Es gibt ein Nachwort vom berühmten Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld.<br />
Die Kindheit und Jugend als intergeschlechtliche Person sind schwer zu der Zeit.<br />
Es gibt Verletzungen und Einsamkeit.<br />
Trotzdem ist es ein Buch das erzählt, wie Karl M Baer seinen Weg geht und findet.</p>
<p>Obwohl ich mich mit Intersexualität als Thema jetzt schon etwas länger beschäftige habe ich erst vor kurzem von dem Buch erfahren. Das ist kein Zufall.<br />
1938 musste Karl M Baer Deutschland verlassen. Als Jude und Inter* musste er vor den Nazis fliehen.<br />
Am 6 Mai 1933 wurde das Institut für Sexualwissenschaften von Magnus Hirschfeld von Nazis zerstört und die dortigen Bücher – also auch das von Karl M Baer – verbrannt.</p>
<p>Es hat bis 1993 gedauert bis es eine Neuauflage dieser ersten Interbiographie gab. Als ich das alles zum ersten mal gehört habe , war ich unglaublich traurig.</p>
<p>Ich hab dieses Buch nur gesehen. Hatte noch gar nicht darin gelesen und musste weinen.<br />
Weil es sich anfühlt als wäre mir ein Teil meiner Geschichte geklaut worden.<br />
Weil ich darüber nachgedacht habe – wie es anders hätte laufen können.</p>
<p>Wenn die Nazis nicht an die Macht gekommen wären. Wenn „Aus eines Mannes Mädchenjahren“ weiter verbreitet worden wäre, wenn das Institut für Sexualwissenschaften weiter hätte forschen können. In was für einer anderen Welt hätte ich als Inter* groß werden können?<br />
Mit Vorbildern. Mit einer Geschichte.</p>
<p>Aber neben der Trauer ist da auch Wut und Trotz.<br />
Ich denke mir – es wurde alles gemacht, um diese Geschichte auszulöschen.<br />
Und es hat lange gedauert. Aber sie ist verdammt nochmal trotzdem da.</p>
<p>Auch wenn ich die Sprache von 1907 manchmal schwer zu lesen finde – kann ich heute hier sitzen und davon lesen dass es andere vor mir gab.<br />
Diese Worte sind immer noch da.<br />
Und können mir Kraft und Bestätigung geben.<br />
Oder zumindest die Versicherung – nicht allein zu sein.</p>
<p>Aber nicht nur früher gab es Menschen die uns als Inter* unsichtbar machen wollten.<br />
Darum ist für mich klar , dass ich als Inter* gar nicht anders kann als gegen Faschismus zu sein.<br />
Darum denke ich dass es wichtig ist, sich alten und neuen Nazis in den Weg zu stellen.</p>
<p>In Deutschland ist es aktuell die Afd, die von Gender Gaga spricht und sich über uns lustig macht oder uns bedroht. Es sind Corona-Leugner, die in Wien Regenbogenfahnen verbrannt haben.</p>
<p>In Ungarn hat Orban ein neues Gesetz erlassen, dass es Trans* und Inter* unmöglich macht, ein bei Geburt festgelegtes Geschlecht später auch offiziel anzupassen.<br />
In Polen gibt es Regionen die sich als „LGBT Ideologie freie Zonen“ bezeichnen.</p>
<p>Aber dieses Wissen über die Geschichte vom Buch „Aus eines Mannes Mädchenjahren“ ist auch ein starker Antrieb. Zu schreiben. Weil ich mir wünsche, dass andere Inter* irgendwann groß werden und Vorbilder und eine Geschichte haben können.</p>
<p>Für mich war es eine der Sachen die mir am meisten Kraft gegeben haben:<br />
Geschichten von anderen mutigen Queers zu lesen.<br />
Darum möchte ich an dieser Stelle gerne allen Inter*<br />
und allen die sich selbst selten oder nie irgendwo wieder erkannt haben &#8211;<br />
in den Büchern und Geschichten des Mainstreams &#8211; sagen:<br />
lasst uns schreiben.</p>
<p>Gegen die Ignoranz. Gegen das Vergessen. Haben wir Worte. Und Gefühle.<br />
Und sogar wenn man Bücher verbrennt<br />
Sind die Worte und Gefühle<br />
stärker.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Heute gibt es<span class="Apple-converted-space"> </span><a href="https://www.youtube.com/watch?v=Vx6aKAMYDHk" target="_blank" rel="noopener"><strong>etwas ältere Musik</strong></a>. <span style="font-size: 1.14285rem;">Diesmal <a href="https://www.youtube.com/watch?v=eeX-QUgnXRI" target="_blank" rel="noopener"><strong>sogar zwei Lieder</strong></a>: v</span><span style="font-size: 1.14285rem;">on zwei tollen Sängerinnen/Liedermacherinnen, </span><span style="font-size: 1.14285rem;">die beide Antifaschistinnen waren bzw. sind.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>GRRRLs Voice kommentiert: Lu Likes über sexuelles Selbstbewusstsein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/grrrls-voice-kommentiert-lu-likes-ueber-sexuelles-selbstbewusstsein/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Dec 2020 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Unsere tolle Redaktionsgruppe GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg hat sich gemeinsam ein YouTube-Video von Lu Likes angesehen und es für uns und für euch kommentiert. Ihre Gedanken, ihre Meinung, ihre Ideen und auch Verbesserungsvorschläge dazu präsentieren wir euch heute. Mehr dazu: Hier haben die GRRRLs ein weiteres Video von Lu Likes kommentiert. Und hier kommt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unsere tolle Redaktionsgruppe GRRRLs Voice of HeRoes Duisburg hat sich gemeinsam ein YouTube-Video von Lu Likes angesehen und es für uns und für euch kommentiert. Ihre Gedanken, ihre Meinung, ihre Ideen und auch Verbesserungsvorschläge dazu präsentieren wir euch heute.</strong></p>
<p><span id="more-12652"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/03/grrrls-voice-kommentiert/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Hier haben die GRRRLs</strong></a> ein weiteres Video von Lu Likes kommentiert.</li>
<li>Und hier kommt ihr direkt zum <a href="https://www.youtube.com/channel/UCMh8IaiFs4iI3K2nWB_j-9g" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Youtube-Kanal von Lu Likes</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>#closethegap</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/12/closethegap/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Noah S.]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2020 07:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute begrüßen wir mal wieder einen neuen Autor auf meinTestgelände: Herzlich Willkommen, Noah! Noah ist Architekturstudent und macht sich in seinem ersten Text Gedanken darüber, was das Thema Geschlecht mit seinem Berufsfeld zu tun hat. Was denkt ihr so, wie ist der Männer-und Frauenanteil im Architekturstudium? Und wie in den Büros und in der Branche?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
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<div class="column">
<p><strong>Heute begrüßen wir mal wieder einen neuen Autor auf meinTestgelände: Herzlich Willkommen, Noah! Noah ist Architekturstudent und macht sich in seinem ersten Text Gedanken darüber, was das Thema Geschlecht mit seinem Berufsfeld zu tun hat. Was denkt ihr so, wie ist der Männer-und Frauenanteil im Architekturstudium? Und wie in den Büros und in der Branche?</strong></p>
<p><span id="more-12635"></span></p>
<p>Ich studiere Architektur. Bevor ich mein Studium begonnen habe habe ich mir bereits Gedanken gemacht wie wohl der Frauen- bzw. Männeranteil im Studium sein wird und ich muss zugeben, dass ich tatsächlich überrascht war, als ich gemerkt habe, dass es sehr ausgeglichen ist. Das bestätigt auch das Internet, 52,6% Frauen und 47,4% Männer studieren aktuell Architektur. Warum es mich überrascht hat und was ich anderes erwartet habe, kann ich heute gar nicht mehr wirklich sagen.</p>
<p>Denkt man an die klassischen Klischees könnte man meinen, dass es ein kreatives Studium ist, was bei Frauen beliebt sein könnte, genauso könnte aber auch argumentieren werden, dass das Bauhauptgewerbe bestimmt von Männern geprägt ist.<br />
Der erste Teil der Klischees wird direkt bekräftigt dadurch, dass beim Studiengang Innenarchitektur, der als noch kreativer und künstlerischer gilt der Frauenanteil im Studiengang bei 87% liegt.</p>
<p>Ich habe nun weiter recherchiert und aktuelle Zahlen gesucht und gefunden, dass der Anteil der Architekten in Deutschland bei 66,6% liegt und Architektinnen sind gerade mal 33,4%. Auch die Innenarchitektinnen sind gegenüber den Innenarchitekten nur noch etwa 60%. Was für ein Unterschied zu den Studierendenanteilen. Geht man noch weiter und guckt nach berühmten Büros und ArchitektInnen findet man fast nur noch Männernamen. Jedoch sind solche Phänomene ja auch bei anderen Berufsrichtungen regelmäßig zu beobachten: rund zwei Drittel der Medizinstudierenden sind Frauen, jedoch nur 47% der Ärzte und Ärztinnen.</p>
<p>Ich habe mich gefragt: Was hat Geschlecht mit meinem Studium und meinem späteren Beruf zu tun? Warum studieren nicht auch mehr Männer Innenarchitektur? Warum sind berühmte ArchitektInnen meistens Männer obwohl mehr Frauen den Studiengang belegen?</p>
<p>Mir persönlich macht auch die Innenarchitektur viel Spaß, schon bei Sims war neben dem Hausbau das Beste die Innenräume zu gestalten, Möbel zu platzieren, etc. Aber bin ich deshalb weniger männlich? Ist die Frage welche Farben und Materialien zueinander passen und miteinander harmonieren eine Frage die angeblich nur Frauen beantworten können? Oder werden viele junge Männer schon davon abgeschreckt, dass sie im Vorhinein die Zahlen sehen und sich gar nicht trauen als Mann dieses Fach zu studieren? Auch im direkten Vergleich zum Architekturstudiengang ist der Unterschied so groß und ich verstehe nicht warum das sein kann.</p>
<p>Mit der letzten Frage habe ich mich länger beschäftigt. Einerseits ist das Problem, dass der Anteil der Studentinnen deutlich größer ist als der Arbeiterinnen in dem Bereich, ein Problem, dass auch bei anderen Berufen auftritt. Wenn dann auch Kinder dazu kommen kommt oft kommt die Kinderzeit dazwischen, die zwar immer mehr auch von Männern wahrgenommen wird, jedoch oft noch von der Mutter, was vielen Arbeitnehmerinnen einen großen Nachteil bringt. Dazu kommt auch, dass die erste Frau mit Ingenieursdiplom im Bereich Architektur erst vor etwas mehr als 100 Jahren ihren Abschluss machen konnte.</p>
<p>Wenn ich mir bei meinen KommilitonInnen die Ergebnisse anschaue und vergleiche, kann ich von fehlendem Talent der Frauen absolut nicht reden, regelmäßig hole ich mir in sämtlichen Bereichen Tipps von Kommilitoninnen. Auch die Zahlen der Hochschule belegen, dass letztendlich nicht weniger Frauen als Männer ihren Abschluss machen.</p>
<p>Also ist es noch immer ein großes Problem, dass viele talentierte Frauen, mit guten Abschlüssen, letztendlich nicht die gleichen Chancen haben, wie viele Männer mit gleichen Vorraussetzungen.</p>
<p>Eine weitere Frage, die ich mir die ganze Zeit stelle ist, warum bei allen Statistiken und Angaben immer nur zwei Geschlechter genannt werden. Obwohl es in anderen Bereichen bereits m, w, und d gibt, finde ich hier immer nur die Aufteilung in Frauen und Männer.<br />
Wahrscheinlich sind hier jedoch verlässliche Angaben zu mehr Geschlechtern nicht einfach anzugeben. Bei den meisten Statistiken lässt sich leicht in Mann und Frau unterscheiden, weil es so im Pass steht, außerdem ist ein Problem, dass viele Personen sich gar nicht anders in der Öffentlichkeit äußern und somit keine weiteren Geschlechter angegeben können. Trotzdem finde ich es schade, da es in der aktuellen Zeit, meiner Meinung nach, durchaus angebracht wäre nicht einfach nur in Mann / Frau zu unterscheiden, sondern weiter zu denken.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Architekt*in ist mit Garantie ein total spannender Job. <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/conrad/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Weitere tolle Berufe werden euch hier</strong></a> vorgestellt.</li>
</ul>
</div>
</div>
</div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Zur Frau wurden wir gemacht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/06/zur-frau-wurden-wir-gemacht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2020 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns über einen neuen Text von Ika! Ika ist Inter* und berichtet uns von Erfahrungen und aus dem Alltag, von queeren Partys und von Veränderungen. Heute geht es um ein ziemlich heikles Thema: queer-feministische Räume und Bündnisse. Denn da herrscht bei Weitem nicht immer Einigkeit und Harmonie&#8230; es gibt auch innerhalb feministischer Kreise]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns über einen neuen Text von Ika! Ika ist Inter* und berichtet uns von Erfahrungen und aus dem Alltag, von queeren Partys und von Veränderungen. Heute geht es um ein ziemlich heikles Thema: queer-feministische Räume und Bündnisse. Denn da herrscht bei Weitem nicht immer Einigkeit und Harmonie&#8230; es gibt auch innerhalb feministischer Kreise viele Streitpunkte und eine ganze Menge auszudiskutieren. Warum es dennoch ungeheuer wichtig ist, zusammenzuhalten, das lest ihr in Ikas Text.</strong></p>
<p><span id="more-12268"></span></p>
<p>Im Text „<a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/03/no-choice-no-voice-no-body/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>No choice, no voice, no body</strong></a>“ ging es darum dass Inter* noch immer ungefragt von Mediziner*innen Richtung Mann oder Frau operiert oder schlecht aufgeklärt mit Hormonen behandelt werden, um bessere Männer oder Frauen zu werden. Meistens wird dabei Richtung Frau operiert oder beraten. Ganz konkret meinte ein Arzt dazu: Es ist einfacher ein Loch zu graben als einen Stab aufzurichten.</p>
<p>Für das Patriarchat zählt nur ein möglichst langer, erigierbarer Penis. Alles andere ist „nicht Mann“. Weil sich das Patriarchat sowieso nicht für Vulven interessiert macht es dann ja auch keinen Unterschied, wenn da bei diesen komischen Inter hier und da was anders aussieht.<br />
Jedenfalls sind das keine echten Männer, das ist jawohl klar &#8211; also — Frauen.</p>
<p>Das habe ich jetzt natürlich sehr plakativ formuliert, aber im Endeffekt hat es viel mit dem Patriarchat zu tun, wie Inter* behandelt werden. Denn wenn es keine sexistische Hierarchie zwischen Männern und Frauen gäbe &#8211; dann würden Menschen „dazwischen“ nicht so sehr als Bedrohung für diese starre Ordnung angesehen werden.<br />
Darum war es für mich als Inter* immer klar, dass ich auch Feminist*in bin.</p>
<p>Neben Inter* sind auch Trans* oft diskriminiert vom Zwei-Geschlechter-System. Es klingt also total logisch das Inter* und Trans* zusammen gegen die männlich/weibliche Ordnung kämpfen sollten.<br />
Am besten unterstützt von queeren und feministischen Gruppen.<br />
Warum sieht die Realität dann oft so ganz anders aus?<br />
Mir sind solche Bündnisse gerade auch in Zeiten von einem allgemeinen Rechtsruck sehr wichtig.<br />
Trotzdem möchte ich erklären warum das alles nicht immer so einfach ist.<br />
Dazu gehe ich in der Geschichte etwas zurück.</p>
<p>Der Sexualwissenschaftlicher John Money machte in den 70er Jahren ein „Experiment“, um zu beweisen das Geschlecht nur anerzogen sei. Bruce und Brian Reimer kommen als eineiige Zwillinge zur Welt. Bei einer missglückten OP verliert Bruce seinen Penis und wird auf Anraten von John Money mit 21 Monaten zu Brenda operiert. Und als Mädchen großgezogen. John Money veröffentlicht darüber ein in der Fachwelt gefeiertes Buch &#8211; verschweigt aber, dass Bruce/Brenda sich später David nennt und sich nicht wohlfühlt als Frau. Noch später nehmen beide Zwillinge sich das Leben.</p>
<p>Viele Feminist*innen und Queers haben John Money für diesen Menschenversuch gefeiert. Er galt als fortschrittlich. Weil er ja bewiesen habe, dass Geschlecht vor allem eine soziale Kategorie ist. Tatsächlich wird sein „Experiment“ sogar zur Grundlage für die Behandlung Intergeschlechtlicher. Ist es zum Teil noch heute.<br />
Kritisiert wird Money vor allem von Rechten, die versuchen zu behaupten Geschlecht sei eine natürliche, biologisch eindeutige, nicht veränderbare Tatsache.<br />
Als progressive*r Inter* und Trans* Aktivist*in fühle ich mich dann oftmals wieder zwischen den Stühlen.<br />
Mir ist klar, dass in engen rechten Weltbildern von endo-cis-hetero Kleinfamilie nie ein Platz sein kann und wird – für mich als queerer Inter*.</p>
<p>Ich glaube auch nicht, dass Geschlecht nur von der Biologie abhängt, sondern viel komplexer ist.<br />
Gleichzeitig glaube ich eben auch nicht, dass Geschlecht völlig unabhängig vom Körper betrachtet werden kann.Für mich persönlich ist es eher ein komplexes Zusammenspiel von Körper und sozialer Rolle &#8211; was meine Identität ausmacht.<br />
Manchmal fehlt mir dann in queren Kreisen eine Auseinandersetzung darüber.</p>
<p>Da wird dann Inter* gerne als Beispiel genommen, wie absurd dieses Cis-Hetero-Zwei-Geschlechter-Modell ist, aber was es wirklich bedeutet mit einem Körper zu leben, der nicht dem entspricht, was als Mann oder Frau gilt, ist den meisten gar nicht klar.</p>
<p>Oft gibt es also nur wenige Überschneidungen zwischen Inter* und anderen Queers. Ich vermute dahinter verschiedene Gründe.<br />
Viele schwule/queere Kreise, die Verbündete sein könnten, legen zu recht Wert darauf, sex-positiv zu sein, um der Tabuisierung queerer Sexualität was entgegenzusetzen.<br />
Für viele Inter* aber sind sehr sexualisierte Räume oft nicht so leicht zugänglich. Wer Narben hat, die weh tun beim Sex, wer gelernt hat sich für seinen Körper zu schämen, hat vielleicht gar keinen Sex. Oder keinen schnellen, spontanen.<br />
In der queeren Großstadt, in der ich mal gewohnt hab, gab es mehrere Saunen und Clubs mit Dark Rooms, aber kein einziges gemütliches queeres Café, kein queeres Wohnzimmer.</p>
<p>Ich finde die Saunen und Dark Rooms wichtig als Räume queerer Emanzipation, aber sie sind oft nur für endosexuelle (nicht–Inter) zugänglich. Ich finde es darum schade, wenn sie die einzigen queeren Räume sind.</p>
<p>In feministischen/queerfeministischen Gruppen ist das zum Glück anders. Körper spielen nicht eine so große Rolle, auch asexuell zu sein oder Scham zu haben ist hier viel eher ok.<br />
Dafür gibt es oft leider andere Barrieren.</p>
<p>Die meisten Inter*, die ich kenne, haben sehr viel zum Thema Geschlecht zu sagen. Für viele von uns gilt die feministische Erkenntnis von Simone de Beauvoir: „Man ist nicht als Frau geboren, man wird es“ im doppelten Sinne.</p>
<p>Ich bin durch Hormone, andere durch OPs, auch körperlich an das Bild einer Frau angepasst worden. Dazu dann die Erfahrung einer „weiblichen Sozialisation“.<br />
Eigentlich sollten also Inter* in der ersten Reihe stehen, wenn es gegen das Patriarchat geht.<br />
Aber dafür braucht es feministische und queerfeministische Gruppen, die nicht nur irgendwo ein I im Namen haben, sondern Erfahrungen von Inter* ernst nehmen. Die über diverse Körper sprechen. Diese Körper lassen sich nicht wegtheoretisieren.<br />
Es braucht Gruppen, die mit Inter* zusammenarbeiten, auch wenn die vielleicht nicht immer die richtigen Szenecodes kennen oder eine Sprache benutzen, die selber oft noch im zwei-Geschlechter-Denken hängt. Ich glaube trotzdem das jede queerfeministische Gruppe viel von Inter* lernen kann.<br />
Vielleicht haben nicht alle immer die richtigen Bücher gelesen. Aber wir sind Alltagsexperten im Kampf mit dem Zwei-Geschlechter-System.<br />
Für so eine Zusammenarbeit braucht es aber auch Inter* die mutig sind. Die nicht nur unter sich bleiben. Die genug haben von einer Welt in der für sie kein Platz sein soll. Die Platz fordern und Platz nehmen. Die Bündnisse eingehen und die ganze berechtigte Trauer und Wut nicht nur gegen sich selber richten oder verdrängen.<br />
Vielleicht kann das ein oder andere queerfeministische Buch ja auch und gerade für Inter* dabei ermutigend sein.<br />
Mir hat es jedenfalls Mut gemacht zu lesen, dass es da draußen einige gibt – die mit den jetzigen engen Rollenbildern und Körpernormen unzufrieden sind.</p>
<p>Speziell Inter* und Trans*-Bündnisse sind oft ein schwieriges Thema.<br />
Manche Inter* sind enttäuscht, fälschlich als Trans* angesehen zu werden. Das kann ich verstehen.<br />
Manche Inter* sagen: Wie sollen wir zusammen arbeiten – wir kämpfen gegen OPs am Geschlecht – die wollen welche.<br />
Aber so einfach ist das nicht. Manche Trans* wollen keine OPs. Manche Inter* entscheiden sich vielleicht später im Leben noch für welche.<br />
Auch sonst denke ich – das Wichtigste bei allem bleibt doch die Selbstbestimmung über den eigenen Körper.</p>
<p>Darum ist es ein Problem wenn Kinder ungefragt operiert werden nur weil sie Inter* sind. Aber darum ist es genauso eine tolle Errungenschaft wenn Trans* mit OPs, für die sie sich selbst entscheiden, ein besseres Gefühl zum eigenen Körper bekommen können. Wichtig ist das alle selbst entscheiden. Am besten in einer Welt, die irgendwann damit aufhört, Menschen nach ihren Geschlechtsteilen zu sortieren. Eine Welt in der unterschiedliche Geschlechtsteile irgendwann genauso entspannt zur Kenntnis genommen werden wie unterschiedliche Schuhgrößen.</p>
<p>Dafür lohnt es sich doch vielleicht zusammenzuhalten.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Weg zum Mann</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/05/der-weg-zum-mann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 May 2020 07:00:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Schon eine Weile haben wir nichts mehr von unserem Autor Nev gehört &#8211; jetzt endlich gibt&#8217;s neuen Lesestoff von ihm, er meldet sich mit einem Update aus seinem Leben. Wo steht er gerade, auf seinem Weg zum Mann? Was sind die nächsten Schritte?  So, ihr Lieben. Es ist wieder an der Zeit meinen GedankenWirrWarr aus]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schon eine Weile haben wir nichts mehr von unserem Autor Nev gehört &#8211; jetzt endlich gibt&#8217;s neuen Lesestoff von ihm, er meldet sich mit einem Update aus seinem Leben. Wo steht er gerade, auf seinem Weg zum Mann? Was sind die nächsten Schritte? </strong></p>
<p><span id="more-12198"></span></p>
<p>So, ihr Lieben. Es ist wieder an der Zeit meinen GedankenWirrWarr aus meinem Kopf zu lassen. Eine halbe Ewigkeit ist vergangen seit meinem letzten Text. In dieser Zeit ist einiges  passiert. Wie es so ist im Leben, es gibt Auf und Abs. Einige Tiefschläge, die mir den Boden unter den Füßen weggerissen haben. Aber auch schöne Momente mit liebevollen Menschen. Mein Anderssein  spielt immer wieder eine Rolle. Die Liebe, für die ich sehr dankbar bin, habe ich gefunden. Sie treibt mich an, obwohl ich selbst  ein kleiner Faulpelz bin. Ich begann im Juli 2018 meine psychotherapeutische Behandlung, die ich im Dezember 2019 erfolgreich abschließen konnte. Ja, was heißt erfolgreich abschließen. Mein Therapeut sagte während einer Sitzung einmal zu mir: „Wie soll ich einen Menschen therapieren, bei dem es nichts zu therapieren gibt.“ Ich bin fest und war immer fest in meiner Entscheidung, den Weg zum Mann zu gehen. Für die, die meine Geschichte nicht kennen – ich kam im Jahr 1993 als Mädchen namens Lora zur Welt. Ich lebe in einer Kleinstadt im Süden von Brandenburg. Eine Besonderheit in der Provinz möchte man denken. Doch so ist es tatsächlich nicht. Die Menschen in meinem Umfeld gehen sehr gelassen und aufgeschlossen mit diesem Thema um. Manche wissen es vielleicht auch nicht, was für mich auch eine Art Akzeptanz ist. Nun ist meine Therapie, wie schon erwähnt, beendet und ich stellte mich im Januar in einer Klinik vor, um die ersten beiden Operationen zu planen und zu verwirklichen. Der erste Schritt optisch offensichtlich Mann zu sein, ist die Mastektomie -die Entfernung der Brust. Die zweite Operation ist die Hysterektomie mit Adnexen – also die Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke. Diese beiden Operationen bringen mich einen riesigen Sprung weiter zum vollendeten Mann. Der Sommer kommt und als Mann mit einem bekleideten Oberkörper an den Strand zu gehen, mag sehr sehr seltsam sein. Und ja, das ist es auch. Man ist eingeschränkt in seinem Handeln. Nicht völlig frei.<br />
Bei der Hysterektomie ist es so, dass mir ein zweiter großer Makel oder sagen wir, eine große Nebenwirkung der „Krankheit Frau“ abgenommen wird. Für biologische Frauen ist es schon eine Belastung Monat für Monat die Böse Woche zu bekommen. Schmerzen, Unwohlsein, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit. Damit und wahrscheinlich mit vielen Beschwerden mehr, haben diese zarten Wesen zyklisch zu kämpfen. Nun dürft ihr euch gern vorstellen, wie es für einen Mann ist, der regelmäßig Besuch bekommt, der noch nicht einmal erwünscht ist. Aber es gibt ja immerhin einen Lichtblick und der Spuk ist bald vorbei.<br />
Ich werde euch zukünftig weiter auf dem Laufenden halten und euch gern über meine Geschichte und den langen Weg informieren.</p>
<p>Fazit ist, dass jeder einen Traum oder ein Ziel hat. Jeder von uns trägt sein eigenes Paket. Niemand kann uns diese Last abnehmen, doch haben wir immer Menschen an unserer Seite, die uns unterstützen und uns motivieren, niemals den Glauben an uns selbst zu verlieren.<br />
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man sich oft allein fühlt. Ich bin der Einzige, dem es auf der Welt so geht. Doch das stimmt nicht. A) gibt es tausende und aber tausende Menschen, die das gleiche Schicksal haben und B) sind wir mal ehrlich – es gibt viel schlimmere Geschichten als unsere.<br />
Bleibt gesund in dieser verrückten Zeit und bleibt zuhause und kämpft!</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr von Nev <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/nev/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>findet ihr hier</strong></a>!</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Also eine*r muss hier ja mal die Wahrheit sagen !!11!1“</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/05/hatespeech/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Veronika Rieger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2020 07:00:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Homofeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.meintestgelaende.de/?p=12175</guid>

					<description><![CDATA[Hate Speech &#8211; den Begriff habt ihr sicherlich alle schon einmal gehört. Wir freuen uns, dass Veronika Rieger sich die Zeit genommen hat, mal so richtig ausführlich aufzuschreiben, worum es da überhaupt geht. Was ist Hate Speech, was kann man dagegen tun &#8211; und was ist denn eigentlich mit der Meinungsfreiheit? Lest ihren Text und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hate Speech &#8211; den Begriff habt ihr sicherlich alle schon einmal gehört. Wir freuen uns, dass Veronika Rieger sich die Zeit genommen hat, mal so richtig ausführlich aufzuschreiben, worum es da überhaupt geht. Was ist Hate Speech, was kann man dagegen tun &#8211; und was ist denn eigentlich mit der Meinungsfreiheit? Lest ihren Text und erfahrt, &#8222;was Trolle, Angeln und Hass im Netz miteinander zu tun haben&#8220;.</strong></p>
<p><span id="more-12175"></span></p>
<p>Unter Zeitungsartikeln, Youtube-Videos, auf Snapchat und Instagram, überall dort im Netz, wo Menschen sich verbinden und ihre Inhalte miteinander teilen, hat es sich eingeschlichen. Unter dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!“ und „eine*r muss hier ja mal die Wahrheit sagen!!1!!11“ verbreiten Menschen Hass-Botschaften. Das Phänomen hat einen Namen: Hate Speech.<strong> </strong></p>
<p><strong>Was ist Hate Speech?</strong></p>
<p>Hate Speech beschreibt das Verhalten, bei dem Worte und Bilder als Waffen verwendet werden, um Einzelpersonen und Personengruppen abzuwerten, anzugreifen und zu Hass oder Gewalt gegen sie aufgerufen wird.</p>
<p>Das Besondere an Hass im Netz ist, dass er organisiert ist. Personen organisieren sich um als „Trolle“ gezielt und organisiert Hass-Inhalte zu verbreiten und die Kommunikation im Internet aufzustacheln und zu stören.</p>
<p>Der Begriff „Troll“ kommt allerdings nicht von dem unschönen und dümmlichen Fabelwesen (auch wenn diese Beschreibung noch so gut passt), sondern von dem Fischerei-Ausdruck &#8222;trolling with bait&#8220;, der eine Angeltechnik beschreibt, bei der man Köder langsam durch ein Gewässer zieht, bis angebissen wird.<br />
Trolle locken mit ihren Aussagen andere Menschen also bewusst durch Provokation an und stören so die eigentliche Unterhaltung.<br />
Durch organisiertes Trollen versuchen Menschen auf diese Art strukturiert<br />
politische Ideologie zu verbreiten und Stimmung gegen Personengruppen in der Gesellschaft zu entfachen.</p>
<p><strong>Gegen wen richtet sich Hate Speech?</strong></p>
<p>Von Hate Speech können einzelne Menschen, aber auch Personengruppen betroffen sein,die abgewertet werden. Doch Hassrede trifft nicht alle Menschen gleich stark.</p>
<p>Durch eine Umfrage des Europarats fand man heraus, dass Hate Speech sich besonders oft gegen LGBTIQ*-Personen, sowie Menschen muslimischen Glaubens und Frauen richtet, wodurch deutlich wird, dass sich in Hate Speech die Diskriminierung der Gesellschaft fortsetzt.</p>
<p>Hass im Netz drückt sich z.B. durch <strong>Rassismus</strong><strong> und </strong><strong>Fremdenfeindlichkeit</strong> (Diskriminierung aufgrund der Abstammung), <strong>Antisemitismus</strong><strong> und </strong><strong>Antimuslimischen</strong> <strong>Rassismus</strong> (Diskriminierung von Gläubigen des Judentums und Islams), <strong>Sexismus</strong> (Diskriminierung aufgrund des Geschlechts), <strong>Homo-</strong><strong> und </strong><strong>Transphobie </strong>(Diskriminierung aufgrund der geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung), <strong>Ableismus</strong>(Behindertenfeindlichkeit), und <strong>Klassismus</strong> (Vorurteile aufgrund der sozialen Herkunft) und weitere Diskriminierungsformen aus.</p>
<p>Oft sind die verwendeten Formen der Abwertung und des Hasses nicht klar abzugrenzen, sondern eng miteinander verbunden, Menschen können also auch mehrfach wegen der Zugehörigkeit zu mehreren Personengruppen diskriminiert werden.<br />
Betroffene von Hassrede können auch Menschen sein, die selbst nicht einer der genannten Gruppen zugeordnet werden, sich aber on- und offline gegen  Menschenfeindlichkeit engagieren.</p>
<p><strong>Und was ist mit der Meinungsfreiheit? </strong></p>
<p>In Deutschland wie vielen anderen Ländern herrscht Meinungs- und Pressefreiheit. Aber Meinungsfreiheit bedeutet nicht, die Freiheit zu haben, alles zu sagen, was möglich ist.  Der Angriff und das Abwerten der Würde eines anderen Menschen nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt.<br />
Jemanden zu bedrohen, zu beleidigen, ihm etwas unwahres, rufschädigendes zu unterstellen, andere Menschen zu Straftaten aufzufordern oder andere Menschen zu Hass gegen Personengruppen zu verhetzen ist strafbar. Das gilt auch schon für Jugendliche ab 14 Jahren.</p>
<p><strong>Wie kann Hate Speech aussehen? </strong></p>
<p>Hass im Netz ist einfach gestrickt, denn er bedient sich immer ähnlichen Mustern.<br />
Wenn wir uns die Aussagen im Netz ansehen, erkennen wir z.B. folgende Kategorien:</p>
<p>Bewusste Verbreitung uninformierter oder falscher Aussagen (z.B. An der Tafel gibt es kein Essen mehr für arme Menschen, nur noch für Geflüchtete.“),<br />
Verallgemeinerung („Alle Polen klauen.“),<br />
Herabwürdigende Begriffe („Schwuchtel“),<br />
Befürwortung von / Aufruf zu sexualisierter Gewalt: („Die Fotze müsste mal ordentlich gefickt werden.“)<br />
Bedienen von Stereotypen durch in der Gesellschaft verbreitete Sprachmuster („Islamisierung des Abendlandes“),<br />
Die-gegen-wir-Rhetorik („Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg.“),<br />
Befürwortung von / Aufruf zu Gewalttaten („Merkel müsste man steinigen.“).</p>
<p>Wenn man sich die Struktur von Hate Speech einmal vor Augen führt, wird schnell deutlich, wie viele der Aussagen im Internet darunter einzuordnen sind. Das uns schnell weitere Beispiele für die Muster der Hass-Aussagen einfallen, ist nicht verwunderlich, 96% der 14- bis 24-Jährigen in Deutschland geben an schon Hass im Netz erlebt und gesehen haben. Das zeigt eine Umfrage der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen.</p>
<h2><strong>Warum ist Hate Speech gefährlich?</strong></h2>
<p>Der Satz „Füttere nicht den Troll“, also „Lass dich vom Troll nicht provozieren.“ ist fester Bestandteil des Lebens im Netz, und sich nicht provozieren lassen ist grundsätzlich immer eine gute Idee. Aber sollten wir Hate Speech einfach unkommentiert stehen lassen, um den Troll so auszuhungern?</p>
<p>Wenn wir regelmäßig im Internet mit Hass-Botschaften und menschenfeindlichen Äußerungen umgeben sind, kann das dazu führen, dass sich aus den Hass-Botschaften ein gesellschaftliches Klima entwickelt, in dem Abwertung, Gewalt und Diskriminierung gegen bestimmte Gruppen als normal und gerechtfertigt erscheinen.<br />
Auch wenn der Hass „nur“ im Internet steht, so ist er trotzdem real und greift in die analoge Welt über, denn das gesellschaftliche Klima, das im Netz erschaffen wird, ist der perfekte Nährboden für reale Gewalttaten.</p>
<p>Wenn wir also den Troll einfach nicht füttern und nicht auf seine Provokation eingehen, lassen wir zu, dass die von ihm ausgehenden Hassbotschaften das Meinungsbild im Netz prägen und verzerren. Wenn die Mehrheit, die diese Hass-Aussagen nicht okay findet, schweigt, ermöglichen wir der Minderheit der Hater, dass ihre Meinung als viel verbreiteter und akzeptierter wahrgenommen wird als sie ist.</p>
<p>Aber wir können handeln und so das gesellschaftliche Klima on- und offline mitgestalten! Schon jetzt engagieren sich immer mehr Menschen gegen Hasskommentare, melden diese in den jeweiligen Netzwerken und geben Kontra. Das Internet ist eine Möglichkeit sich zu verbinden und etwas miteinander zu teilen. Hass hat dort, wie in unserer Gesellschaft, nicht zu suchen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch unsere Autorin Johanna hat sich <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/12/da-ist-ein-mensch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>mit dem Thema Hate Speech</strong></a> befasst.</li>
<li>Und in diesem Text geht es um <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/03/was-ist-eigentlich-tone-policing/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Tone Policing</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Part 3: It all comes to an end</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/04/part-3-end/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2020 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
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					<description><![CDATA[Manchmal ist es an der Zeit, zurückzublicken auf all das, was man erreicht und geschafft hat &#8211; und dann darf man es sich definitiv auch erlauben, stolz zu sein und sich selbst auf die Schulter zu klopfen! Wir freuen uns heute mit unserem Autor Sven Schwarz 🎉 Eigentlich wollte ich keinen weiteren Text verfassen&#8230; Doch nach]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manchmal ist es an der Zeit, zurückzublicken auf all das, was man erreicht und geschafft hat &#8211; und dann darf man es sich definitiv auch erlauben, stolz zu sein und sich selbst auf die Schulter zu klopfen! Wir freuen uns heute mit unserem Autor Sven Schwarz </strong>🎉</p>
<p><span id="more-12124"></span></p>
<p>Eigentlich wollte ich keinen weiteren Text verfassen&#8230;<br />
Doch nach einem gutem halben Jahr sind so viele Dinge passiert, die ich einfach zu Wort bringen muss.</p>
<p>Ich lese mir die zwei Texte durch. Bin schockiert, wortlos und schlicht ergriffen.<br />
Das war wirklich ich selbst? Das waren tatsächlich meine Gedanken?</p>
<p>Stolz, ist das erste Gefühl, was mich überkommt. Das zu erreichen, wo ich jetzt stehe.</p>
<p>Dieses halbe Jahr beinhaltet unendlich viele Gedanken, Gefühle und Geschehnisse, die mich dazu verleiteten, einen dritten (und hoffentlich letzten) Text zu verfassen.</p>
<p>Um etwas vorzugreifen: Alle wissen Bescheid! Ich kann der sein, der ich bin und so leben, wie ich mich fühle.  ⁃ das beste Gefühl überhaupt &#8211;</p>
<p>Es geht darum, sein Leben so zu leben, wie es sein soll. So, dass man sich gut fühlt.<br />
Dafür gibt es jedoch viele Faktoren, die dieses Gefühl ausschlaggebend prägen.<br />
Ganz davon abgesehen, dass man sich selbst schätzen und lieben lernt.</p>
<p>Freunde! Freunde zu haben, sie wertzuschätzen und zu lieben ist wohl die Basis eines jeden Menschen.<br />
Was würden wir ohne diese tun?<br />
Wer wären wir stattdessen?<br />
Ich möchte meine, die meinen Lebensweg bisher positiv prägten, nicht missen.</p>
<p>Da gibt es jene, die man kennenlernt, bei denen man sich fragt, was man ohne sie machte?! Wo war dieser besondere Mensch davor?<br />
Dann gibt es noch welche, die es einfach mehr als verdient haben, in diesem Text erwähnt zu werden.<br />
Dazu muss man sagen, dass ich in diesem Jahr meine Ausbildung (mehr als) erfolgreich absolviert habe. Und diese beiden Menschen haben dazu einen großen Teil beigetragen.<br />
Zwei Menschen, die auf einmal da sind. Als gäbe es ein Leben ohne sie nicht.<br />
Unvorstellbar!<br />
Zwei Menschen, die plötzlich da, und nicht mehr wegzudenken sind.<br />
Zwei Menschen, die mit dafür verantwortlich sind, dass ich jetzt der sein kann, der ich bin.<br />
Mit diesen beiden Menschen den Lebensabschnitt zu beenden, und gleichzeitig neu zu beginnen, tut so gut.</p>
<p>Natürlich sind da nicht nur positive Gefühle. Ein paar nostalgisch geprägte Gedanken schwelgen selbstverständlich umher.<br />
„Wie war das noch damals, als es noch niemand wusste &#8211; noch vor meiner Ausbildung?!</p>
<p>Doch da wo ich jetzt stehe, fühlt es sich schon verdammt gut an.</p>
<p>Ein wesentlicher Grund, der dazu beigetragen hat, ist meine fantastische Familie.<br />
Ja, auch sie wissen es (alle) seit Ende des letzten Jahres. GOTTSEIDANK!</p>
<p>Der, für mich, größte &#8211; und wichtigste &#8211; Schritt überhaupt. Ich kann bei meiner Familie der sein, der ich bin.<br />
Ich weiß nun, ich werde geliebt, weil ich der bin, der ich bin.</p>
<p>Ich kann nicht sagen, dass ich das vorher nicht dachte, bzw. wusste. Allerdings kann ich jetzt mit stolz behaupten, es genau zu wissen.<br />
Die Familie zu schätzen und zu lieben, ist wohl etwas, was jeder verinnerlichen sollte. Auf welcher Art auch immer.<br />
Ich habe es. Und bin überglücklich.</p>
<p>Ich habe mir die Texte durchgelesen und fühlte mich irgendwie verpflichtet, das Ganze zu Ende zu bringen.<br />
Um dem Ganzen auch ein Ende zu setzen und das Kapitel „Outing“ zu beenden.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier kommt ihr zu <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/sven-schwarz/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Part 1 und Part 2</strong></a> von Svens Geschichte.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Intro</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/03/intro/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Damian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2020 07:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Woooho! Wir freuen uns wieder einmal über einen neuen Autor auf meinTestgelände: Herzlich Willkommen, Damian! Er schreibt für uns eine Kolumne über seine &#8222;Reise von &#8218;Frau zu Mann&#8216; würde man so sagen. Je mehr du liest, desto mehr merkst du, dass es gar nicht so einfach ist. Herzlich Willkommen in meinem Testgelände-Tagebuch!&#8220; In diesem Sinne: Los]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Woooho! Wir freuen uns wieder einmal über einen neuen Autor auf meinTestgelände: Herzlich Willkommen, Damian! Er schreibt für uns eine Kolumne über seine &#8222;Reise von &#8218;Frau zu Mann&#8216; würde man so sagen. Je mehr du liest, desto mehr merkst du, dass es gar nicht so einfach ist. Herzlich Willkommen in meinem Testgelände-Tagebuch!&#8220; In diesem Sinne: Los geht&#8217;s!</strong></p>
<p><span id="more-12077"></span></p>
<p>Hi, ich bin Damian, 24 Jahre alt und Transmann. Wenn du dich noch nie mit der Perspektive von Transpersonen befasst hast, mache ich es für dich mal ganz einfach: man könnte sagen, ich bin ein Mann, der in einem Frauenkörper geboren wurde, welcher nun mit medizinischer Hilfe zu einem männlichen Körper wird: also ein Körper, der zu meinem Innenleben passt. Natürlich ist das sehr verkürzt, aber in einem Halbsatz kann man ja auch nicht eine ganze Realität zusammenfassen.</p>
<p>Vor allem Trans-Sein als einen rein körperlichen Prozess zu sehen ist eigentlich total falsch. Körper sind nur immer so etwas Offensichtliches, alles unter der Oberfläche ist komplex. Vielleicht hast du ja schon mal den Satz gehört „We are born naked, the rest is drag“, also „wir sind nackt geboren, der Rest ist Verkleidung“.</p>
<p>Denn mit meiner körperlichen Veränderung begegnet mir die Gesellschaft jeden Tag neu, jeden Tag anders, und zeigt mir vor allem eins: Wie erfunden Geschlecht überhaupt ist!</p>
<p>Deswegen möchte ich dich jetzt mit auf meine Reise nehmen und dir jeden Monat etwas Neues aus meinem Leben erzählen. Bevor wir aber zu dem Punkt kommen, um den es eigentlich geht, meine Reise von der Frauen-Erfahrung zur Männer-Erfahrung in der Gesellschaft, müsst ihr erstmal verstehen, wie ich diese Welt vor der Transition wahrgenommen habe. Ich freue mich, wenn du dich darauf einlässt, die Welt einmal aus meinen Augen zu sehen. Also, die Reise geht los!</p>
<p>Stellen wir unsere Zeitmaschine mal auf das Jahr 1995. An einem kalten Wintermorgen wurde ich in einer halbtoten Stadt geboren. Zwischen westdeutschen Birken und Kiefernwäldern, die um das Krankenhaus herum wachsen, hält ein weinender Mann die Hand seiner vor Schmerzen stöhnenden Frau. Es dauert knapp 2 Stunden, bis sie es geschafft hat: Ich bin endlich da. Für meine Eltern ein anstrengender, aber glücklicher Moment. Ihnen hat dieser Tag ihr erstes und einziges Kind hervorgebracht, mir hat dieser Tag ein tragisches Urteil gesprochen: „Es ist ein Mädchen!“</p>
<p>Doch die nächsten Jahre sollten zeigen, dass dem nicht so ist.</p>
<p>Mit 5 Jahren war ich ein waschechter Ritter in Vollmontur. Ich kämpfte mit den Jungs die epischsten Dorfschlachten. Wir eroberten imaginäre Burgen, töteten Drachen und redeten über Mädchen. Ja klar, es gibt auch Ritterinnen, aber ich war ein Ritter.</p>
<p>Das erkannten damals alle, nur nicht die Erwachsenen. Weder die NachbarInnen, und erst recht nicht meine Eltern.</p>
<p>Kinderkörper produzieren ja noch keine Geschlechtshormone und unterscheiden sich deshalb in sekundären Geschlechtsmerkmalen auch nicht, also macht die Erwachsenenwelt das Geschlecht vor allem an Kleidung und Verhalten fest und argumentiert dies mit Genitalien. Vom Verhalten konnte ich immer easy als Junge durchgehen: stürmisch, technisch interessiert und eine starke Abneigung gegen Haarbürsten. Meine Freunde suchten mir sogar einen männlichen Namen, weil sie fanden, dass Bianca sowas von gar nicht passt. Das war ich dann, bis zur Pubertät.</p>
<p>Da war plötzlich allen klar: Er ist doch ein Mädchen! Allen außer mir. Heute fällt mir immer wieder auf, wie sehr ich als Kind wirklich geglaubt habe, dass ich eine männliche Pubertät kriege, und dann ein großer Mann werde. Als meine Pubertät dann einsetzte, wurde aus dem offenen Glauben nur noch ein verschwiegenes Hoffen, weil das alles war, was mir noch blieb. Dass es Transgender Personen und Hormontherapien gibt, wusste ich damals nicht. Dass man sogar meine falsche Pubertät hätte blocken können, um die richtige einzuleiten, wusste ich auch nicht.</p>
<p>Manchmal wünsche ich, es wäre so gewesen. Dann hätte ich zwar auch viel aushalten müssen, vor allem wenn der Psychologe schrecklich gewesen wäre, aber mein Körper wäre nicht 13 Jahre lang nur ein Klumpen aus Muskelgewebe und Knochen gewesen, der nur eine Funktion hat: mich aus der Haustür zur Pizzeria zu schieben, und wieder zurück. Fazit: Falsche Pubertät war blöd, Mitschüler noch schlimmer als die Tatsache an sich, fehlende Aufklärung das allerschlimmste.</p>
<p>Doch trotzdem bin ich meistens sehr froh, dass es genau so gekommen ist.</p>
<p>Weil mein Weg mehr ist als nur ein Leidensweg. Er ist ein Weg der Erkenntnis, eine Sicherheit in der Unsicherheit zu finden. Er ist ein Weg der Gewissheit im Ungewissen und der Weisheit in der Illusion. Ja, das ist widersprüchlich, ich weiß.</p>
<p>Aber diese Widersprüche habe ich nicht erfunden, sie sind in der Gesellschaft und alle leben mit ihnen, denn sie sind in ihren Köpfen selbstverständlich geworden. Sie werden gelebt, deshalb werden sie echt. Mein Weg hat diese Widersprüche aufgedeckt, und je nach dem Punkt, von dem aus ich auf sie geschaut habe, auch anders beleuchtet. Ich bin Experte am Punkt Geschlecht, am Punkt Sexismus, Homophobie (gegen Schwule und gegen Lesben), am Punkt Transphobie. Und ich habe mein Leben lang dafür gekämpft, ich selber sein zu dürfen und das gibt mir etwas, was die meisten Menschen ihr Leben lang suchen: Selbstwert. Selbstbewusstsein. Einen Grund, zu sich selber ehrlich zu sein, und zu allen Gefühlen ein Ja zu sagen, auch wenn das nicht immer leicht fällt.</p>
<p>Also los, reisen wir von 2009 ins Jahr 2014. Mein 18 jähriges Ich ist verkleidet als hübsche Frau. Braune, glatte Haare bis zum Hüftknochen, dezenten Rouge, und die blauen Augen betont mit silbernem Eyeliner. Aus heutiger Sicht würde ich fast schon sagen, dass ich im Schminken alle Skills hatte, die eine Drag Queen braucht. Nur dass Drag Queens sich über weibliche Performance immer wieder selbst befreien. Und ich musste mich immer wieder selbst verstecken, weil es da immer noch nichts gab.</p>
<p>Ich versteckte aber nicht nur den Mann, der ich wirklich war, sondern auch alles an meinem Weiblichen Körper was nicht in die Schönheitsnorm passte. Ich war nicht dick_fett, aber in meiner ersten Pubertät nahm ich rasant an der Hüfte und den Brüsten zu, deswegen hatte ich dort lange, breite Dehnungsstreifen, die damals sogar noch Rot, Blau und Lila waren. Wenn ich abends mal ausging, überschminkte ich sie mit Make-Up. Ich schämte mich oft für meinen Körper. Aber nie nur weil ich nicht ganz in die Rolle passte und z.T. von der Norm abwich, sondern auch immer auf eine viel tiefere Art und Weise in meinem Innenleben, die ich mir lange nicht erklären konnte.</p>
<p>Es gab einfach keinen Bezug mehr zu meinem Körper. Er war nicht für mich, sondern für andere da. Bis zu meinem 16. Lebensjahr für cismänner. Dann hatte ich mein Lesbisches Outing. Ab da an war er nur noch für cisfrauen da.</p>
<p>Ja, es war so scheiße wie es klingt. Nur, dass sich damals nicht überregionale Plenakreise anfingen zu kloppen, ob ich als Mann noch bei Feministischen Streiks dabei sein darf, sobald ich auch nur einen Fuß in den Raum setze.</p>
<p>Bei allem, was ich erfahren habe, weiß ich mehr über Männlichkeit, Weiblichkeit, die Erfundenheit von Geschlechtern und vor allem die Aufgaben von Feminismus als weiße cisfrauen oder weiße cismänner. Du findest, ich habe mit dieser Behauptung weit ausgeholt? Dann begleite mich weiter, den das ist erst der Anfang der Geschichte.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Trans und Pubertät &#8211; uff, ein schwieriges Thema, findet auch FaulenzA in ihrem Song &#8222;<a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/11/waer-ich-heute-in-der-schule/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Wär ich heute in der Schule</strong></a>&#8222;.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>No Choice + No Voice = No Body?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/03/no-choice-no-voice-no-body/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Mar 2020 07:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
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					<description><![CDATA[Vergangenen Monat durften wir euch den ersten Text von Ika präsentieren, heute folgt bereits der zweite 🎉🎉🎉 Ika sagt von sich selbst übrigens: &#8222;Weil ich selber keine Geschichten kannte von Leuten die so sind wie ich, nämlich Inter*, habe ich einfach angefangen selber zu schreiben.&#8220; Wir sind froh um die Bereicherung durch Ikas Perspektive und Texte!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vergangenen Monat durften wir euch den ersten Text von Ika präsentieren, heute folgt bereits der zweite 🎉🎉🎉 Ika sagt von sich selbst übrigens: &#8222;Weil ich selber keine Geschichten kannte von Leuten die so sind wie ich, nämlich Inter*, habe ich einfach angefangen selber zu schreiben.&#8220; Wir sind froh um die Bereicherung durch Ikas Perspektive und Texte! Heute geht es um körperliche Selbstbestimmung &#8211; und leider auch um Gewalt&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-12062"></span></p>
<p>Jeder Mensch hat das Recht über den eigenen Körper selbst zu bestimmen. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein. Leider ist die Realität für manche Menschen eine ganz andere. Zum Beispiel wenn Menschen schwanger werden. Aber das ist ein anderes Thema.</p>
<p>Hier möchte ich davon schreiben, was es heißt, zu dieser Zeit, in diesem Land mit einem intergeschlechtlichen Körper geboren zu werden. Allerdings muss ich hier kurz eine kleine Warnung vorausschicken. Es wird etwas ernster heute als in anderen Teilen dieser Intersex-Kolumne und es geht viel um Gewalt. Aber die ist ja nun mal da und schweigen hilft dann ja auch nicht weiter.</p>
<p>Also los. Laut medizinischer Definition wird ein Junge bei der Geburt mit einer Penisgröße von 2,5-4,5 cm geboren. Ein Mädchen wird laut Medizin mit einer Klitoris die zwischen 0,2 und 0,85 cm groß ist geboren.</p>
<p>Liegt ein Genital von der Größe her irgendwo dazwischen ist das Kind intergeschlechtlich. Man könnte jetzt denken, na gut, Menschen haben verschiedene Augenfarben, sind unterschiedlich groß, da können sie auch unterschiedliche Genitalien haben und alle davon sind ok.</p>
<p>Die Medizin sieht das meistens immer noch anders.  Sie sieht eine Krankheit. Die Medizin sieht einen Notfall. Also wird das Genital angepasst. Meist eher an die weibliche als die männliche Norm, denn wie ein Mediziner meinte „Es ist einfacher ein Loch zu graben als einen Stab aufzustellen“.</p>
<p>Ab den 1960er Jahren wurden darum  häufig bereits im Neugeborenenalter genital-angleichende Operationen durchgeführt. Dazu gehören zum Beispiel die Anlage einer Neovagina und die Verkleinerung der Klitoris. Dabei wäre es aus gesundheitlichen Gründen gar nicht notwendig irgendwas zu ändern. Dabei können die Kinder noch gar nicht sagen, ob sie an ihrem Genital etwas ändern wollen oder nicht. Auch den Eltern ist selten ganz genau erklärt worden was los ist. Stattdessen wurden viele unter Druck gesetzt. Mediziner agieren zum Teil in dem sie erklären: „Ihr Kind hat da ein Problem. Aber wir haben die Lösung, wir operieren, alles wird normal und ihr Kind kann sich an nichts erinnern.“</p>
<p>So haben dann verunsicherte Eltern dieser genitalangleichenden OP zugestimmt. Oft bleibt es auch nicht bei einer OP, sondern es müssen immer wieder Korrektur-OPs durchgeführt werden.</p>
<p>Ich kenne Leute, deren Kindheitserinnerungen vor allem aus Aufenthalten im Krankenhaus bestehen, denn ja, manche erinnern sich, sogar sehr genau.</p>
<p>Bei anderen ist die Erinnerung vielleicht verschwommen aber die Gefühle der Ohnmacht von damals trotzdem sehr präsent.</p>
<p>Eine Neovagina, die bei einem so jungen Menschen angelegt wird, muss später immer wieder gedehnt werden. Wieder wird in die Intimsphäre des Kindes eingegriffen. Auch das ist für viele ein immer wiederkehrendes Trauma.</p>
<p>Am Ende entsprechen die Genitalien immer noch nicht der Norm , aber das Krankenhaus hat sicher gut dabei verdient. Und das Intersexuelle Kind wächst mit dem Gefühl auf so falsch zu sein , dass nur schmerzhafte OPs das wieder gerade biegen können.</p>
<p>Besonders schlau war es auch das die Mediziner dann meistens noch gesagt haben die Eltern sollen besser nicht mit dem Kind darüber reden dass es intergeschlechtlich ist, sonst würde es ja vielleicht in seiner Geschlechtsidentität verwirrt.</p>
<p>Ich frage mich wenn ich so was höre wie verwirrt so ein Artzt eigentlich sein muss. Dass er glaubt ein Problem zu verschweigen wäre das gleiche, wie es zu lösen. Doch auch wenn Intersexuelle erst später behandelt werden, passiert das oft ohne richtige Aufklärung und mit dem klaren Ziel an eine männliche oder weibliche Norm anzupassen.</p>
<p>Wenn mich wer gefragt hätte, welche Hormone ich gern nehmen möchte, als mit 16 klar war, dass mein Körper keine Geschlechtshormone produziert, hätte ich mir sicher einiges ersparen können. Anstatt erst eine weibliche und dann später eine männliche Pubertät zu erleben, hätte ich direkt Testosteron nehmen können. Denn ich wusste ja in mir drin, dass ich eher Mann als Frau werden möchte.</p>
<p>Aber leider hat es gar nicht interessiert, wer ich bin oder was ich will sondern nur, dass mein Körper näher an dem einer Frau als an dem eines Mannes ist. Darum war es gar keine Frage sondern eine Forderung, dass ich Östrogen nehmen soll um mehr wie eine Frau auszusehen.</p>
<p>Andere Intersex sind jetzt auf die Einnahme von Hormonen angewiesen, obwohl ihr Körper welche produziert hat. Weil sie schlecht aufgeklärt einer OP zugestimmt haben die ihr funktionierendes Hodengewebe im Bauchraum entfernt hat, damit sie endlich eine richtige Frauen werden können. Mit einer menschenwürdigen Behandlung oder gar körperlicher Selbstbestimmung hat das alles sehr wenig zu tun.</p>
<p>Immerhin gibt es bei manchen in der Medizin mittlerweile ein Umdenken. Dank intersexuellen Aktivisten steht auch im Koalitionsvertrag der Regierung, dass genitalangleichende Operationen verboten werden sollen. Aber noch ist nichts passiert. Darum ist es wichtig weiter Druck zu machen, dass es wirklich zu einem OP-Verbot kommt.</p>
<p>Denn obwohl es schon viele queere Emanzipationsbewegungen gab, ist die Intersex-Community leider immer noch oft sehr unsichtbar. Durch die traumatisierenden Behandlungen schämen sich viele Inter* und wollen ihr  Inter*sein um jeden Preis verstecken. Dabei hat es Inter* schon immer und überall gegeben.</p>
<p>Sogar das Preußische Landrecht kannte einen „Zwitterparagraphen“. Inter* sollten sich zwar auch an eine männliche oder weibliche Rolle anpassen aber konnten immerhin mit 18 selber entscheiden, ob sie als Mann oder Frau leben wollen. Später hat diese Entscheidung immer öfter die Medizin übernommen.</p>
<p>Wenn ihr dyadisch seid, also nicht Inter*, könnt ihr ja mal versuchen euch vorzustellen, was es heißt, schon so früh an eine Norm angepasst zu werden, wie ein Quadrat, das in einen Kreis passen soll. Überlegt, was es heißt, Eingriffe an den Intimsten Stellen eures Körpers zu erleben, über die ihr nicht selbst entscheiden könnt.</p>
<p>Wenn ihr Inter* seid, wisst ihr das vielleicht alles schon. Dann möchte ich euch gerne mit den Worten von einem wichtigen Aktivisten der  frühen Schwulenbewegung Mut zum widerständig sein machen.</p>
<p>Frei nach Rosa von Praunheim, der gesagt hat: „Nicht der Schwule ist pervers, sondern die Welt in der er lebt“ gilt auch: „Nicht der*die  Inter* ist krank, sondern die Welt, in der Inter* lebt.“</p>
<p>Ich glaube nämlich, dass alle Körper und Genitalien schön sind, auch wenn sie nicht der Norm entsprechen.</p>
<p>Ich glaube auch, dass wir alle das Recht haben mit Lust unseren eigenen Körper und unsere Sexualität zu entdecken ohne uns dafür zu schämen.</p>
<p>Darum sollten wir dafür sorgen, dass der alte feministische Slogan: „My body, my choice“ endlich Realität wird.</p>
<p>Auch für Inter*.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Falls ihr Ikas ersten Text verpasst habt, könnt ihr ihn <a href="https://www.meintestgelaende.de/2020/02/inter-was/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier noch einmal nachlesen</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Where it all began (Part 1)</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/where-it-all-began-part-1/</link>
					<comments>https://www.meintestgelaende.de/2020/02/where-it-all-began-part-1/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Schwarz]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2020 09:00:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Ausgrenzung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Queer]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir freuen uns, in diesem Monat noch einen weiteren neuen Autor auf meinTestgelände begrüßen zu können &#8211; ab jetzt schreibt hier für euch auch Sven Schwarz 🎉 In seinem Text geht es um Identität, um Unsicherheiten, um die Frage danach, wann und vor wem man was von sich preisgibt. Oder preisgeben muss? Wann kennt man jemanden tatsächlich?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wir freuen uns, in diesem Monat noch einen weiteren neuen Autor auf meinTestgelände begrüßen zu können &#8211; ab jetzt schreibt hier für euch auch Sven Schwarz 🎉 In seinem Text geht es um Identität, um Unsicherheiten, um die Frage danach, wann und vor wem man was von sich preisgibt. Oder preisgeben muss? Wann kennt man jemanden tatsächlich? Kennt man sich überhaupt selbst?</strong></p>
<p><span id="more-12040"></span><br />
Zu denken, dass einen niemanden kennt, fühlt sich so an, als würde man die ganze Welt belügen. Niemand weiß, wer ich wirklich bin. Keiner kann es wissen.<br />
Wäre man nun nicht mehr da, hätte mich niemand gekannt.</p>
<p>Ein falsches Phantombild, welches jeder von einem hat. Wie hält es stand? Wie lange kann ich der sein, der ich vorgebe zu sein?<br />
Es fühlt sich an, als würden die ganzen Freunde die man pflegt, die eigene Familie einen nicht kennen.<br />
Wer bin ich nun wirklich? Muss ich jedem erzählen, wer ich wirklich bin? Muss ich mich dafür entschuldigen?</p>
<p>Niemand kennt die Wahrheit, die selbst ich zuerst nicht kannte.<br />
Kann man damit leben, ohne es nie einem zu erzählen?<br />
Man lebt mit einem Menschen in sich, der raus will, der sich nicht verstecken muss.</p>
<p>Aber vor was verstecken?</p>
<p>Man kennt Leute, die wissen wer sie sind, und alle anderen wissen es auch. Geht es denen besser als mir?<br />
Warum konnten Die diesen einen Schritt wagen, und ich nicht?<br />
Bin ich, wenn ich es offenbart habe, noch der Gleiche, oder jemand völlig anderes? Geht es mir danach besser?</p>
<p>In mir ist etwas, was nicht länger versteckt bleiben will. Wie ein unschuldiger Mensch, der sein halbes Leben im Keller eingesperrt ist. Warum eingesperrt? Wer sperrt ihn ein?<br />
Ich selbst!<br />
Wissen es schon alle, oder besser ahnt es Jeder, und ich muss es gar nicht erzählen?<br />
Bin ich der Einzige, der es noch nicht weiß?</p>
<p>Solche Gedanken, die man täglich<br />
pflegt, verschwinden die, wenn es alle wissen?</p>
<p>Ich schließe die Augen, mit dem Vorhaben, schon bald alles zu ändern!<br />
Mit einem guten Gefühl? Ich weiß es nicht.<br />
Das Gefühl lässt sich nur schwer beschreiben und ist kaum einzuordnen. Ein Gemisch aus Angst, Nervosität, Erleichterung und ab und zu, wenn auch noch zu wenig, Freude.<br />
Zeigt mir der kleine Anteil an Freude, dass ich das Richtige tue?<br />
Was ist richtig und was ist falsch?<br />
Falsch ist definitiv, dass mich niemand kennt und jeder meint, mich zu kennen.</p>
<p>Seit wann dieser andere, neue und &#8222;richtige&#8220; Mensch da ist, kann ich nicht sagen. Seit wann ich mich selbst damit abgefunden habe, kann ich auch nicht sagen. Er ist da. Ich muss ihn akzeptieren. Das mache ich.</p>
<p>Warum schreibe ich diese Zeilen?<br />
Um meine Gedanken selbst verstehen zu können?<br />
Um mich selbst kennen und respektieren zu lernen?<br />
Um zu wissen, was ich wirklich denke?<br />
Um mir selbst zu helfen?<br />
Es ist wahrscheinlich alles. Alles vermischt in einem großen Topf.</p>
<p>Niemand kann einem dabei helfen. Niemand wird einem die Last abnehmen, die auf einem sitzt.<br />
Man ist selbst dafür verantwortlich, was man aus seinem Leben macht.<br />
Bin ich irgendwann der, der anderen hilft oder bleibe ich immer der, den niemand kennt.<br />
Das liegt einzig und allein an mir.</p>
<p>Ich möchte mich nicht mehr verstellen und vorgeben, jemand anderes zu sein.<br />
Eine Art von Schauspiel, wenn ich mit anderen rede. Vorgefertigte Antworten und auswendig gelernte Floskeln schmücken jede Kommunikation.</p>
<p>Es passiert schon fast automatisch. Natürlich finde ich Frauen heiß. Natürlich habe ich unzählige Ex-Freundinnen.<br />
Auf die Frage, warum ich schon länger in keiner Beziehung verweile, ist meine Antwort immer gleich und so glaubwürdig, dass ich sie schon selbst fast glauben möchte.<br />
Es ist schon fast absurd, dass ich ohne mit der Wimper zu zucken, vermeintliche Freunde anlüge, wobei ich lügen eigentlich hasse.<br />
Ich liebe die Ehrlichkeit. Wie paradox!<br />
Ein Leben, was von Paradoxien geprägt ist.<br />
Man begräbt die alte, unwahre Persönlichkeit und begrüßt das eigentliche, wahre Ich.<br />
Wenn es mir dabei gut, warum mache ich mir dann Gedanken, was andere denken?<br />
Sollte mich das interessieren?<br />
Vielleicht weil man auf einen Schlag merkt, wer durch das Sieb rasselt oder wer auf der Oberfläche bleibt und &#8222;mich&#8220; nun nicht mehr kennt.<br />
Angst davor, Menschen auf einmal kennen zu lernen, die dich dann aber nicht mehr kennen möchten.</p>
<p>Alles das sind Gedanken, die an einem normalen Tag durch mich kreisen.<br />
Ich werde schon nervös, mit einem Kleinteil von Unwohlsein, wenn ich nur diese Gedanken zu Wort bringe.<br />
Ich muss mich dem stellen und hinter mir lassen, was ich nicht bin.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mit <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/11/alex/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Identität und Begehren</strong></a> hat sich kürzlich auch unsere Autorin Lina auseinandergesetzt.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Inter*galaktisch, Inter*sexy, Inter*- Was?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ika]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Feb 2020 09:00:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Me, Myself & I Sticky]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Inter*]]></category>
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					<description><![CDATA[Juhu! Wir freuen uns sehr, mal wieder eine*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen: Herzlich Willkommen, Ika! Die Pubertät verlief für Ika ziemlich krass &#8211; und ganz schön anders als erwartet. Warum, das erfahrt ihr in Ikas erstem Text. Viel Spaß beim Lesen! Ihr habt bemerkt, dass euer Körper nicht so richtig in diese]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Juhu! Wir freuen uns sehr, mal wieder eine*n neue*n Autor*in auf meinTestgelände begrüßen zu dürfen: Herzlich Willkommen, Ika! Die Pubertät verlief für Ika ziemlich krass &#8211; und ganz schön anders als erwartet. Warum, das erfahrt ihr in Ikas erstem Text. Viel Spaß beim Lesen!</strong><span id="more-12024"></span></p>
<p>Ihr habt bemerkt, dass euer Körper nicht so richtig in diese Kategorie &#8218;Mann&#8216; oder &#8218;Frau&#8216; passt und irgendwo das Wort „Intergeschlechtlich“ gelesen? Oder irgendwer hat zu euch gesagt: &#8222;Ach so, ich bin übrigens Inter*&#8220;. Vielleicht ist euch auch einfach nur aufgefallen, dass bei Stellenanzeigen seit kurzem neben m/w für männlich und weiblich auch ein d für divers steht. Jedenfalls fragt ihr euch jetzt, was das heißt: Inter*.</p>
<p>Die Medizin spricht von Intersexualität, manche sagen Intergeschlechtlich. Für mich ist es Inter*galaktisch. Gemeint ist immer, dass Menschen von ihrer Anatomie, von den Hormonen oder von den Chromosomen her nicht oder nicht nur Mann oder Frau sind. Biologisches Geschlecht ist tatsächlich viel komplexer als die meisten glauben.</p>
<p>Wie genau dieses Inter* sein konkret aussieht, kann sehr unterschiedlich sein. Bei manchen fällt schon bei Geburt auf, dass die Geschlechtsteile besonders sind. Einige merken es, wenn die Pubertät anders eintritt als gedacht. Andere können keine Kinder bekommen, werden darum untersucht und erfahren plötzlich, XY-Chromosomen zu haben, die als männlich gelten, obwohl sie immer als Frau gelebt haben.</p>
<p>Bei mir lief das so ab: Als ich 11 war, habe ich zwar als offiziell einziges Mädchen mit den Jungs Fußball gespielt, angefangen zu schreien, wenn ich ein Kleid anziehen sollte, aber von der Biologie her waren ich und alle anderen sicher – dass ich weiblich bin.</p>
<p>Dann haben nach und nach die Mädchen um mich herum Brüste und ihre Tage bekommen. Mir war zwar auch ab und zu schlecht, aber geblutet habe ich nicht. Meine Brust war auch eher ein Brett als irgendwas anderes. Was in der Schule nicht unbedingt positiv aufgefallen ist, wie ihr euch vielleicht denken könnt. Vorher war ich auch schon anders – aber zumindest für manche ok. Jetzt war ich zu weich für die pubertierenden Jungen und zu wenig geschminkt für die pubertierenden Mädchen.</p>
<p>Ich kann nicht behaupten, dass mir die Regelschmerzen gefehlt haben, aber meine Mutter fand das dann doch irgendwann komisch und ist mit mir zur Gynäkologin gegangen. Wahrscheinlich für niemanden eine sonderlich schöne Erfahrung. Mich hat es wirklich verstört. Nach dieser Untersuchung meinte die Ärztin zu mir und meiner Mutter: Das sieht nicht gut aus, also das ist ein richtiger genetischer Defekt.</p>
<p>Gemeint war ich. Und die Tatsache, dass ich ein und nicht zwei X-Chromosomen habe. Auf jeden Fall klang es nicht wie eine okaye Form von Geschlecht, sondern eher nach Krankheit. Darum wollte ich erstmal nichts mehr davon wissen. Und habe auch keine Fragen gestellt. Oder Hilfe gesucht. Obwohl es natürlich verwirrend war zu merken, dass mein Körper anders ist als der von den meisten um mich herum. Aber ich kannte keine positiven Worte dafür. Also habe ich lieber geschwiegen. Meiner besten Freundin habe ich mich anvertraut, immerhin, aber sonst war klar: Du darfst davon niemandem erzählen, also dass du so ein Monster bist.</p>
<p>Ich war Zwitter. Aber eigentlich nicht mal das. Echte Zwitter, das waren ja die mit Penis und Vagina, wie ich dachte. Das war wenigstens noch irgendwie cool. Ich war Pseudozwitter. Oder wie die X0-Infoseite im Internet meinte: Eigentlich eine Frau wie jede andere. Nur dass da halt was fehlt.</p>
<p>Während die anderen also in der Bravo lesen konnten um den eigenen Körper zu entdecken. Während die anderen betrunkene Küsse auf den Kleinstadt-Kellerpartys austauschten, blieb ich alleine zu Hause und hörte lauten Punk. Seitdem ist zum Glück viel passiert. Und ich lerne meinen Körper so zu akzeptieren wie er ist. Immer mehr merke ich: Das Problem liegt in der Gesellschaft. Nicht bei mir. Weil Menschen so sehr an ihrem Bild von nur zwei Geschlechtern hängen, muss alles, was dazwischen liegt, schon vor Geburt ausselektiert, angepasst oder unsichtbar gemacht werden.</p>
<p>Wir Inter* stören ihre Ordnung. Viele Menschen mögen es, wenn Sachen einfach, leicht einzusortieren sind. Sie haben Angst vor dem Leben und halten sich an irgendwelchen Schubladen fest. Aber das Leben ist keine Ikea-Kommode. Sondern viel komplexer. Aber darum gibt es noch immer OPs an kleinen Kindern ohne Zustimmung. Nicht weil an den Kindern irgendwas falsch wäre. Nicht aus medizinischen Gründen. Sondern nur um an eine männliche oder weibliche Norm anzupassen. Darum werden Embryos mit Inter*-Diagnose durch Pränataldiagnostik entdeckt und dann schon vor Geburt ausselektiert. Obwohl die Eltern sich ein Kind wünschen. Aber keines das nicht „normal“ genug ist. Es geht dabei nicht um das Recht auf Abtreibung, was auch noch immer erkämpft werden muss. Leider. Auch nicht darum einzelne Leute für Entscheidungen zu verurteilen. ES gibt viele gute Gründe für eine Abtreibung. Aber wenn Menschen sich ein Kind wünschen, aber nur eines, was irgendwelchen „Normen“ entspricht, sendet das ein Zeichen nicht erwünscht zu sein, an alle, die nicht dieser Norm entsprechen. Genau darum gibt es noch immer so wenig von uns, die öffentlich von ihrem Inter* sein sprechen. Aber wir müssen reden, uns zeigen und unsere Geschichten erzählen. Damit wir endlich so anerkannt werden wie wir sind.</p>
<p>Nicht  als Mann oder Frau, sondern Inter*. Weil ich es nicht mehr einsehe mich zu verstellen, zu verstecken und zu schämen. Nur damit andere sich nicht in ihrem Mann- oder Frausein gestört fühlen. Obwohl ich doch niemandem etwas wegnehmen will. Sondern einfach nur bleiben möchte, wie ich bin. Inter*galaktisch, Inter*sexy, Inter*geschlechtlich.</p>
<p>Menschliche Körper sind und waren schon immer sehr divers. Es gibt unglaublich viele verschiedene Schuhgrößen, Körperformen und Gesichtszüge. Warum sollte ausgerechnet Geschlecht nur als Variante A oder Variante B existieren? Die Zwei-Geschlechter Ordnung, in der wir leben, ist nicht natürlich. Auch wenn das gerne so behauptet wird.</p>
<p>Zu manchen Zeiten, an manchen Orten der Welt wurden wir  Inter* verehrt. Als besonders spirituelle Wesen, die sowohl Männliches als auch Weibliches in sich tragen und darum „komplett“ sind. Zu anderen Zeiten wurden Inter* verfolgt oder verbrannt. Aber eines galt schon immer. Und wird auch weiter gültig bleiben. Auch wenn viele es nicht hören wollen: Wir sind da.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Vielfalt, Vielfalt, Vielfalt! Wir brauchen Vielfalt in unserem Leben. Checkt doch mal <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/vielfalt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>den entsprechenden Hashtag</strong></a> aus 😉</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Jungs, Gaming &#038; Gewalt</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/12/jungs-gaming-gewalt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[jeco]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Dec 2019 07:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gaming]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Immer wieder wird diskutiert, ob Videospiele &#8211; konkreter sogenannte &#8222;Killerspiele&#8220; &#8211; Auslöser für Gewalt in der realen Welt sind. Spätestens seit dem antisemitischen Terroranschlag in Halle an der Saale ist diese Diskussion wieder in vollem Gange &#8211; denn unser Innenminister Seehofer forderte daraufhin, die Gamingszene stärker in den Blick zu nehmen. Die Redaktionsgruppe Jeco hat]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Immer wieder wird diskutiert, ob Videospiele &#8211; konkreter sogenannte &#8222;Killerspiele&#8220; &#8211; Auslöser für Gewalt in der realen Welt sind. Spätestens seit dem antisemitischen Terroranschlag in Halle an der Saale ist diese Diskussion wieder in vollem Gange &#8211; denn unser Innenminister Seehofer forderte daraufhin, die Gamingszene stärker in den Blick zu nehmen. Die Redaktionsgruppe Jeco hat sich nun einfach mal direkt in Halle umgehört. Was halten die Menschen dort von der Diskussion? Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Männlichkeit, Gaming und Gewalt? Schaut unbedingt rein. Danke an Max, Juliane und Tobias für dieses spannende Video!</strong></p>
<p><span id="more-11962"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Leider ziemlich eindeutig etwas, das <a href="https://www.meintestgelaende.de/2019/07/sexismus-in-games/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>in Games immer wieder auftaucht: Sexismus</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Altenpfleger &#8211; eine feine Sache!</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/12/altenpfleger-eine-feine-sache/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Dec 2019 07:00:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beruf]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vorbilder]]></category>
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					<description><![CDATA[Wer meinTestgelände kennt, weiß, dass es hier häufiger um das Thema Berufe geht. So auch heute! Wir freuen uns, euch ein Boys&#8217;Day-Video präsentieren zu dürfen. Darin schaut ihr Daniel über die Schulter, der als Wohnbereichsleiter in einer Seniorenresidenz arbeitet &#8211; super spannend! Viel Spaß beim Anschauen! Mehr dazu: Hier geht&#8217;s zum Video direkt auf der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer meinTestgelände kennt, weiß, dass es hier häufiger um das Thema Berufe geht. So auch heute! Wir freuen uns, euch ein Boys&#8217;Day-Video präsentieren zu dürfen. Darin schaut ihr Daniel über die Schulter, der als Wohnbereichsleiter in einer Seniorenresidenz arbeitet &#8211; super spannend! Viel Spaß beim Anschauen!</strong></p>
<p><span id="more-11947"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier geht&#8217;s <a href="https://www.boys-day.de/jungen/videos/berufevideos/eine-feine-sache" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>zum Video</strong></a> direkt auf der Seite vom Boys&#8217;Day.</li>
<li>Und jede Menge andere Berufe &#8211; nicht nur in der Pflege &#8211; werden euch <a href="https://www.boys-day.de/jungen/videos/berufevideos" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier vorgestellt</strong></a>.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Alex</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/11/alex/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Nov 2019 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit &#8222;Alex&#8220; präsentieren wir euch heute eine Kurzgeschichte von unserer Autorin Lina Klöpper. Es geht darum, zum ersten Mal so richtig verliebt zu sein, um Homosexualität, Geschlechtsidentitäten, um Schubladen und weshalb sie keine zu große Rolle einnehmen sollten, um Halloween und um Harry Potter. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen! Mit 15 hatte sich]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><b>Mit &#8222;Alex&#8220; präsentieren wir euch heute eine Kurzgeschichte von unserer Autorin Lina Klöpper. Es geht darum, zum ersten Mal so richtig verliebt zu sein, um Homosexualität, Geschlechtsidentitäten, um Schubladen und weshalb sie keine zu große Rolle einnehmen sollten, um Halloween und um Harry Potter. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!</b></p>
<p><span id="more-11875"></span></p>
<p>Mit 15 hatte sich Susi als lesbisch geoutet. Für Jungs hatte sie sich nie interessiert und merkte selbst, dass sie Frauenvolleyball bei den Olympischen Spielen nicht nur wegen der Technik schaute. Ihre Mutter hatte darauf nicht sehr gut reagiert. Sätze wie &#8218;Warum muss mein Kind krank sein?&#8216; und &#8218;Warte ab, es ist sicher eine Phase&#8216; waren an der Tagesordnung.</p>
<p>Aber Susi kam schon klar, hatte Freunde und ihren Vater, die sie unterstützten. So ging sie mit 17 komplett im Lifestyle auf, wurde Mitglied einer lesbischen Jugendgruppe und hatte mehrere Beziehungen mit Frauen in den letzten 2 Jahren gehabt.</p>
<p>Halloween stand vor der Tür und ihre Gruppe hatte andere aus der Region zu einer großen Party eingeladen. Susi liebte es sich zu verkleiden – liebte es schon als Kind – da die Möglichkeit, für ein paar Stunden in eine andere Rolle zu schlüpfen, für sie schon immer sehr befreiend war. Dieses Jahr verkleidete sie sich als Luna Lovegood aus dem Harry Potter-Universum, ließ sich von ihrem Vater die Krawatte binden und machte sich auf den Weg zu den Räumlichkeiten.</p>
<p>Dort angekommen, war der Raum geschmückt mit falschen Spinnenweben, Kürbissen und Skeletten. Es gab am Ende des Raumes, an den Sofas vorbei, ein kleines Buffet. Susi war oft eher zurückhaltend und schüchtern, doch heute war sie das erste Mal auf einer Feier mit ihren Freunden, die alle irgendwie dasselbe durchmachen wie sie, dass sie sich dazu hinreißen ließ, alle, die auf den Sofas saßen, mit Umarmungen zu begrüßen.</p>
<p>Bei der letzten Person stoppte Susi kurz, sie hatte den Kopf von ihr weg gerichtet und Susi hatte sie noch nie bei einem Treffen gesehen. Besagte Person drehte sich daraufhin zu Susi  und zwei Augenpaare trafen sich. Die Person war wunderschön. Braune kurze Haare, stechend blaue Augen und das wohl Beste: sie war als Harry Potter verkleidet, mit einer kleinen Narbe in Form eines Blitzes auf der Stirn und einer runden Brille. Es stellte sich heraus, dass die Neue Alex hieß, und beide fielen in eine Umarmung.</p>
<p>Nachdem Susi den ganzen Abend nur mit Alex geredet hatte und beide mehr und mehr Interessen voneinander kennenlernten und Nummern austauschten, ging der Abend zur Neige. Alex brachte Susi in dieser kühlen Herbstnacht noch zu ihrem Nachtbus, stieg in ihr Auto und fuhr in die Nacht hinein.</p>
<p>Von da an schrieben beide intensiv. Noch nie hatte Susi so viele Schmetterlinge im Bauch, wenn sie an jemanden dachte. Noch nie starrte Susi so viel auf ihr Handy und wartete nur auf die Nachrichten einer Person. Susi war zum ersten Mal richtig verliebt.</p>
<p>Es kam der Tag, an dem sie mit Alex über lustige Katzenvideos schrieb, und in ihrem Chatverlauf fand sich ein Link zu einem Facebook-Video in der Chronik von Alex. Nach dem Schauen der Mediensequenz scrollte Susi nach oben, um durch das Profil von Alex zu schauen, als sie plötzlich stoppte. Als Pronomen standen da, nicht wie erwartet &#8217;sie/ihr&#8216; sondern &#8218;er/ihm&#8216;. Das Profilbild zeigte außerdem einen lächelnden Alex, wie dieser Stolz am Strand in Badehose stand mit der Unterschrift &#8218;endlich operiert&#8216;. Susi öffnete das Bild um es sich genauer ansehen zu können. Ihr Bildschirm zeigte einen strahlenden Jungen mit feinen halbkreisförmigen Narben im Brustbereich.</p>
<p>Susi verfiel daraufhin ins Nachdenken. Warum hatte sie Alex&#8216; Geschlecht einfach für ihn bestimmt ohne ihn zu fragen, und ging bei Alex von etwas wie Alexandra aus? Und was bedeutete das nun alles für ihr Verliebtsein?</p>
<p>Als sie mit Freunden darüber redete, fragten sie diese, ob sie denn überhaupt noch lesbisch sei. Ob sie denn überhaupt auf Typen stehen könnte. Doch als eine Nachricht von Alex kam mit den Worten &#8218;Hey Süße&#8216; und ein Kribbeln ihren Körper durchzog, vergaß sie all die Zweifel. Nein, sie wusste nicht, ob ihre Verliebtheit noch ihrem Outing entsprach oder nicht. Nein, sie wusste nicht, wo das alles hinführen würde oder nicht. Doch sie war in Alex verliebt. Ob da nun das eine, das andere oder was ganz anderes zwischen seinen Beinen war. Denn bei wahrer Liebe geht es um die Person, und selbst mit ihren zarten 17 Jahren konnte Susi ihrem Herzen auch nichts anderes sagen.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Wenn ihr mehr von Lina lesen mögt, <strong><a href="https://brimborium-verlag.de/produkt/liebe-und-das-gegenteil-lina-kloepper-jetzt-vorbestellen/">hier gehts zur ihrem aktuellen Buch</a></strong>.</li>
<li>Und um Liebe geht es auch hier, in <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/08/ehrliche-kontaktanzeige/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Maddys ehrlicher Kontaktanzeige</strong></a>.</li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Sie haben unser Blau geklaut</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/10/sie-haben-unser-blau-geklaut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sven Hensel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 31 Oct 2019 07:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Poetry Slam]]></category>
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					<description><![CDATA[&#8222;Holen wir unser Blau zurück, denn dem Regenbogen fehlt eine Rippe&#8220; &#8211; mit viel Charme, Witz und Poesie slammt Sven Hensel über die Farbe Blau. Und noch so vieles mehr. Singt zum Beispiel Elsa, die Eiskönigin, tatsächlich einen Coming Out-Song? Findet es heraus und schaut euch Svens Slamtext an  Mehr dazu: Schaut doch mal auf]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Holen wir unser Blau zurück, denn dem Regenbogen fehlt eine Rippe&#8220; &#8211; mit viel Charme, Witz und Poesie slammt Sven Hensel über die Farbe Blau. Und noch so vieles mehr. Singt zum Beispiel Elsa, die Eiskönigin, tatsächlich einen Coming Out-Song? Findet es heraus und schaut euch Svens Slamtext an </strong></p>
<p><span id="more-11869"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Schaut doch mal auf <a href="https://www.meintestgelaende.de/author/sven-hensel/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Svens Profil</strong></a> vorbei für weitere Texte und Videos.</li>
<li>Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/10/queerslam-2018/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a> findet ihr einen Text zum Thema Coming Out von Julian.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Label</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/label-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Aminta]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Sep 2019 07:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Homosexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Stereotyp]]></category>
		<category><![CDATA[Vorurteile]]></category>
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					<description><![CDATA[Menschen mögen Schubladendenken – damit sind bloß meist auch Klischees und Vorurteile verbunden. Vor allem, wenn es um Sexualität geht. Aber kann es auch empowernd sein, sich einer bestimmten Kategorie zuzuordnen? Brauche ich ein Label? Aminta hat sich ein paar Gedanken dazu gemacht. Dieser Text behandelt das Thema Label im Rahmen sexueller Orientierungen. Andere Identitäten]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Menschen mögen Schubladendenken – damit sind bloß meist auch Klischees und Vorurteile verbunden. Vor allem, wenn es um Sexualität geht. Aber kann es auch empowernd sein, sich einer bestimmten Kategorie zuzuordnen? Brauche ich ein Label? Aminta hat sich ein paar Gedanken dazu gemacht.</strong></p>
<p><span id="more-11766"></span></p>
<p>Dieser Text behandelt das Thema Label im Rahmen sexueller Orientierungen. Andere Identitäten werden absichtlich außen vor gelassen oder wenig thematisiert, damit der Text nicht zu lang wird.</p>
<p>Warum machen sich viele Menschen keine Gedanken über ihre sexuelle Orientierung, bis sich eine Person im Freund*innenkreis outet? Und warum werden Label oft abgelehnt? Warum zelebrieren andere ihre* Identität ausgiebig und demonstrieren dabei ausgelassen auf den Straßen? Eine spontane Antwort wäre: Manche brauchen die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, andere fühlen sich freier ohne eine Zuschreibung. Das klingt sehr einfach. Aber was sind eigentlich Label und welche Vor- und Nachteile bringt es mit sich, sich einem Label zu zuschreiben?</p>
<p>Label sind Begriffe/Zuschreibungen, mit denen z.B. bestimmte Sexualitäten benannt werden. Sie ordnen Individuen einer Gruppe bzw. Kategorie zu und nehmen damit eine identitätsstiftende Funktion ein. In Bezug auf Sexualitäten gibt es Heterosexualität, Homosexualität, Bisexualität, Pansexualität und viele mehr. Die Frage nach der (persönlichen) Sexualität hängt oft mit der Frage nach dem Geschlecht zusammen. Wer sich zum Beispiel als Mädchen* identifiziert und nur Mädchen* liebt, ist lesbisch oder homosexuell. Da ist es ganz egal, ob das Mädchen* transident* ist oder nicht.</p>
<p>Label sind persönlich, aber gehen oft mit Klischees und Vorurteilen einher.</p>
<p>Klischees existieren, da es Teile einer Gruppe gibt, die ähnliche Verhaltens-/Kleidungs-/Sprechmuster etc. aufweisen, aber sie sind keineswegs als Maßstab und Kategorisierungsinstrument wahrzunehmen. Von Klischees muss man Vorurteile unterscheiden, denn Vorurteile sind meistens persönliche Einstellungen und negativ. Vorurteile werden oft auch vom gesellschaftlichen Denken gefördert. Stereotype sind z.B. Verhaltensmuster, die als Verallgemeinerung einer gesamten Gruppe zugeordnet werden.<br />
Klischees, Vorurteile und Stereotype sind oftmals abwertende, starre Bezeichnungen und eingefahrene Denkweisen, die es Menschen nicht unbedingt einfacher machen im Leben.</p>
<p>Jetzt stell dir vor, du bist in der Pubertät und verliebst dich Hals über Kopf in eine Person des gleichen Geschlechtes. Obwohl du den Begriff Homosexualität kennst, hast du dir nie weiter Gedanken darüber gemacht. Nun merkst du aber, dass du dich mit diesem Begriff stark identifizieren kannst. Für viele junge Menschen ist der erste Schritt nach dem inneren Outing, sich im Internet z.B. auf YouTube über Sex und Sexualitäten zu informieren. Dabei stoßen sie auf Unmengen an Informationen und eine Fülle an Label. So gibt es scheinbar für jede Person einen passenden Begriff. Das ist zwar gut, damit sich jede*r verstanden fühlt, jedoch kann es auch eine große Überforderung sein, da die eigene Identität kurzzeitig stark in Frage gestellt wird, um sich in eine Kategorie einordnen zu können.</p>
<p>‚Kategorie‘ assoziiert ein gängiges Schubladendenken und genau das fördern Label auch. Obwohl die Zugehörigkeit zu einer Gruppe keineswegs starr sein muss, ist es für Außenstehende oftmals schwerer, dieses Denken aufzuheben. Das Verständnis für eine sich verändernde Sexualität fehlt einigen Personen noch. Mit jedem Label werden bestimmte Erwartungen, Klischees, Stereotype, Vorurteile und Verhaltensformen projiziert. Diese können die betreffende Person stark einschränken, wenn sie*er sich außerhalb dieser Erwartungen bewegt und sich durch das Label plötzlich unter Druck gesetzt fühlt. Trotz der Vielfalt an Labels bleibt die gesellschaftliche Erwartung, sich einzuordnen, also erhalten. Dies schränkt die persönliche Freiheit besonders dann ein, wenn die Umwelt akzeptanzlos oder bewertend mit dieser Zuordnung umgeht.</p>
<p>So führen Labels z.B. auch innerhalb einer Szene zu Diskriminierung. Die queere Szene ist eine große Szene mit vielen Subszenen – und trotzdem gibt es gegenseitige Abneigungen. So gibt es Aussagen von schwulen Männern*, die keine lesbischen Frauen* mögen, und andersherum. Es ist erstaunlich, dass die Einteilung in „Wir und Ihr“ auch in diesem Kontext Diskriminierungen erzeugt. Dementsprechend kann ein übersteigertes Gefühl der Gruppenzugehörigkeit auch sehr profilierend wirken, wenn sich Personen besser fühlen, da sie einer bestimmten Gruppe angehören.</p>
<p>Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung gibt es in vielfältiger Form. Die erste beginnt mit der Selbstverständlichkeit vieler Personen, dass jede*r heterosexuell ist. Das ist zumindest das Grunddenken vieler, die „Normalität“, mit der wir groß werden. Die Kinder spielen „Mutter, Vater, Kind“, die Eltern fragen die Tochter, ob sie schon einen Freund hat und wenn Lisa mit ihrer* Freundin* ins Kino geht, würde niemand ein Date vermuten.</p>
<p>Aber wie oben beschrieben haben Label auch einen persönlichen Aspekt. Wer sich selber einem Label zuordnet macht das für sich, um sich als Teil einer Gruppe zu verstehen, Erfahrungen, Gedanken und Ängste auszutauschen oder um generell Kontakte zu knüpfen. Manche nutzen das Wissen über Codes innerhalb einer Gruppe, um auf sich aufmerksam zu machen. Die gegenseitige Unterstützung und Solidarität der Gruppe schafft Selbstbewusstsein und Mut, zur eigenen Sexualität zu stehen.</p>
<p>Dieser Text soll nicht vorschreiben, dass sich jede*r einem Label zuordnen sollte oder sein*ihr Label ablegen. Viele sind der Ansicht, dass auch ohne Label selbstbestimmtes handeln möglich ist und, dass sie es für sich nicht brauchen.<br />
Im Gegensatz dazu ist das Finden eines geeigneten Labels für einige befreiend und bildend, da sie sich und die Kultur hinter dem Label besser kennenlernen.<br />
Wer sich keinem Label zuordnen möchte ist nicht unwissender als die Personen, die ebendies tun. Und heterosexuelle Menschen müssen sich ihr Label ja auch nicht auflegen. Fakt ist, dass sexuelle Identitäten persönlich sind und eine Zuschreibung von außen nicht gültig ist.</p>
<p><strong>Legende:</strong><br />
<strong>Heterosexualität</strong> = Gefühle und sexuelles Interesse für das andere Geschlecht<br />
<strong>Homosexualität</strong> = Gefühle und sexuelles Interesse für das gleiche Geschlecht<br />
<strong>Bisexualität</strong> = Gefühle und sexuelles Interesse für „beide“ Geschlechter (Junge und Mädchen)<br />
<strong>Pansexualität</strong> = Gefühle und sexuelles Interesse für alle Geschlechter, ungeachtet deren Genitalien oder Identitäten<br />
<strong>Transident</strong> = Die eigene Geschlechterwahrnehmung ist nicht mit dem Körper, in dem eine Person geboren wurde, identisch. Bsp: Eine Person wurde in einem Mädchenkörper geboren, ist aber ein Junge. Nach ärztlichen Besprechungen und Untersuchungen kann die Person Testosteron nehmen, um den Körper an die eigene Identität anzupassen und ein „männliches“ Erscheinungsbild zu erlangen.<br />
<strong>Inneres Outing</strong> = das ‚innere Outing‘ bezeichnet den Prozess, der durchlaufen wird, wenn einer*m bewusst wird, dass die eigene Sexualität außerhalb der gesellschaftlichen Norm liegt<br />
<strong>Codes</strong> = werden eingesetzt, um zu zeigen, dass man zu einer bestimmten Gruppe gehört bzw. um von anderen aus der Gruppe erkannt zu werden (z.B. die Regenbogenflagge bei Homosexuellen). De-Codierung heißt hier, dass man in der Lage ist, diese Codes auch zu lesen.<br />
<strong>Queer</strong> = Sammelbegriff für alle Menschen, die sich als nicht-heterosexuell definieren und/oder sich nicht mit ihrem geborenen Körper identifizieren (Transident, Genderqueer, Schwul, Bisexuell, Lesbisch und viele mehr)</p>
<p><strong> </strong><br />
<strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Ihr fühlt euch in eurer Transsexualität nicht ernst genommen? #teamtrans* berät euch auf dem <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=-uLH3uLyQlk" target="_blank" rel="noopener noreferrer">YouTube-Kanal von queerblick</a></strong>.</span></li>
<li>Amintas <span style="text-decoration: underline;"><a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/04/gedankenflut-ein-plaedoyer-gegen-homophobie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Plädoyer gegen Homophobie</strong>.</a></span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Trans* sein im Sommer</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/09/trans-sein-im-sommer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Nev]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Sep 2019 09:30:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
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					<description><![CDATA[Wie sich Alltagssituationen während einer Transition zu großen Herausforderungen entwickeln können, erzählt euch Nev in seinem Text. Umkleiden an öffentlichen Orten Mittlerweile bin ich Fitnesstrainer und hab auch schon immer viel Sport gemacht. Noch bevor der ganze Spaß beginnt, sollte man sich umziehen bzw. man hat die Sachen schon an und will erst im Anschluss]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wie sich Alltagssituationen während einer Transition zu großen Herausforderungen entwickeln können, erzählt euch Nev in seinem Text. </strong><span id="more-7417"></span></p>
<ol>
<li><strong>Umkleiden an öffentlichen Orten<br />
</strong>Mittlerweile bin ich Fitnesstrainer und hab auch schon immer viel Sport gemacht. Noch bevor der ganze Spaß beginnt, sollte man sich umziehen bzw. man hat die Sachen schon an und will erst im Anschluss die durchgeschwitzten Klamotten wechseln. Soviel zur Theorie, aber unter den gegebenen körperlichen Konstitutionen ist das etwas schwierig. In die Männerumkleide zu gehen und seine Hose zu wechseln ist nicht das Problem. Unangenehmer wird es, wenn man das Oberteil tauschen will. Wenn man unter seinem Shirt ein Tanktop trägt, kommt man sich nicht ganz so doof vor – nur bei 34°C schauen die Leute auch etwas komisch. Ich habe also immer versucht einen günstigen Moment abzugreifen, wenn niemand in der Umkleide war und konnte mein Shirt schnell wechseln.<br />
Prinzipiell ist es nichts Schlimmes. Meistens schauen die Menschen eh auf sich. Es ist wahrscheinlich auch die Deutsche Mentalität, ein wenig verklemmt zu sein. Doch für den Betroffenen ist es eine öffentliche Präsentation seiner selbst. Leichter wird es, wenn die Mastektomie gemacht wurde und man sich meist schamlos Oberkörper frei in der Öffentlichkeit zeigen kann und möchte.</li>
</ol>
<ol start="2">
<li><strong>Pinkeln ohne Toilette<br />
</strong>Welche Frau kennt das nicht: Man ist unterwegs, auf einer Party, einem OpenAir oder oder oder. Man muss dringend auf die Toilette und an den dafür vorgesehenen Örtlichkeiten steht eine Schlange bis zum Mond oder es ist einfach keine in unmittelbarer Nähe. Grauenvoll und am Besten nicht bewegen! Männer haben es in der Situation deutlich einfacher. Schlange am Pissoir – egal, dann gehe ich eben draußen. Keine Toilette in der Nähe – egal, dann gehe ich eben draußen. Die simpelste Lösung des Problems: Einfach an einen Baum stellen, die Hose auf und ab geht die Luzie. Ja, es könnte so schön einfach sein, aber im Moment muss ich mich noch ein wenig gedulden und meine Toilettengewohnheiten meinem Ausgehverhalten anpassen.</li>
</ol>
<ol start="3">
<li><strong>Sommer und Tanktops<br />
</strong>Herrlich ! Die Tage sind lang, die Temperaturen sprengen locker die 28°C-Marke und die Frauen zeigen gefühlt mehr Haut als Stoff. Der schöne Sommer. Doch auch hier gibt es Situationen bzw. Probleme, die einem als <em>Trans</em> den einen oder anderen Stein in den Weg legen. Wie gesagt, im Sommer zeigt man viel Haut. Es kommt natürlich auch noch ein bisschen auf die körperlichen Konstitutionen an – ist man dick oder eher schlank, wie hoch ist das Selbstbewusstsein. Für mich ist es kein Problem, kurze Hosen anzuziehen oder T-Shirts und Hemden. Bei Tanktops ist es schwieriger. Als <em>Trans</em> versucht man natürlich so unauffällig wie möglich seinen Alltag zu meistern. Deswegen trägt man so genannte Binder, die die Aufgabe haben, die vorhandene Brust zu straffen bzw. den Oberkörper flacher wirken zu lassen. Das klingt erst mal nicht schlecht, ist es auch nicht. Aber bei diesen gehasst/geliebten Achselshirts sieht man immer die Träger und, mal ehrlich, wie sieht denn das aus, wenn im Hochsommer jemand mit einem „Hemd“ unter dem Hemd ankommt?!</li>
</ol>
<ol start="4">
<li><strong>Frauen kennenlernen<br />
</strong>Ach, das liebliche Gefühl der Schwärmerei. Man lernt jemanden kennen, findet sich optisch attraktiv und fühlt sich auch durch stundenlange Gespräche oder endliche Nachrichten sehr anziehend. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich trifft und entweder man kennt sich schon eine Weile oder man sieht sich das erste Mal und weiß noch gar nicht recht, wie der Gegenüber so tickt. Ich bin anfangs eher der schüchterne Typ, der dann aber, wenn ich einmal warm bin, sehr offen und kontaktfreudig ist. Ich kann es nicht pauschalisieren, jedenfalls ist es bei mir so. Prinzipiell ist es für mich kein Problem von meiner Geschichte – meiner körperlichen Besonderheit zu erzählen. Doch bei Frauen, gerade wenn man deutliches Interesse hegt, ist es unheimlich schwer den richtigen Moment abzupassen. Es ist die Angst, alles auf eine Karte zu setzen und das gute Verhältnis eventuell aufs Spiel zu setzen. Sich Chancen zu verbauen und dem aufgebauten Vertrauen einfach ins Gesicht zu schlagen. Teilweise ist es auch einfach Panikmache. Wenn jemand nicht mit der Situation zurecht kommt, auch wenn man sich vielleicht schon ein wenig verliebt hat, dann ist es nicht der richtige Mensch zum Glücklich sein!</li>
</ol>
<ol start="5">
<li><strong>Schwimmen<br />
</strong>Und wieder geht es um das Thema „Unauffälligkeit“. Der Sommer ist zwar schon vorbei, aber es gibt nichts Schöneres als an einem heißen Sommertag ins kühle Nass einzutauchen. Derzeit ist es so, dass ich ein Surfshirt überziehe und so meine Runden drehe. Vollkommen OK und auch mit der Ordnung in Hallenbädern bekomme ich dadurch keine Probleme. Allerdings kommt es bei den Menschen etwas komisch an, wenn ein junger Mann im Schwimmbad mit bekleidetem Oberkörper herum läuft. Und um ehrlich zu sein, würde auch ich mir da meine Gedanken machen. Es ist total untypisch und so gerät man natürlich wieder in den Fokus.</li>
</ol>
<p>-NevSamuel-</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>In <u>Hormontherapie:<a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/06/der-langsame-ausbruch/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"> Der langsame Ausbruch</a></u> berichtet Nev, wie das Testosteron seine erste Wirkung zeigt.</li>
<li><u><a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/11/zwei-jahre/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Zwei Jahre Testosteron</a></u> haben Nevs Körper stark verändert. Wie wichtig die körperliche Anpassung für Nevs Psyche war, lest ihr in diesem Text.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
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			</item>
		<item>
		<title>Was ist denn ein Junge?</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2019/04/was-ist-ein-junge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Johannes]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Apr 2019 07:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Toleranz]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Nachdem ihn ein Mitschüler fragte, ob das „ein Junge oder ein Mädchen sei“, fragte Johannes zurück: „Was ist denn ein Junge?“ Dieser Frage hat er sich für den folgenden Text angenommen und wunderbare Antworten gefunden. Lest selbst! Klingt plakativ, ich weiß, allerdings habe ich genau diese Frage vor einiger Zeit einem Mitschüler gestellt, nachdem er]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachdem ihn ein Mitschüler fragte, ob das „ein Junge oder ein Mädchen sei“, fragte Johannes zurück: „Was ist denn ein Junge?“ Dieser Frage hat er sich für den folgenden Text angenommen und wunderbare Antworten gefunden. Lest selbst!</strong></p>
<p><span id="more-11350"></span></p>
<p>Klingt plakativ, ich weiß, allerdings habe ich genau diese Frage vor einiger Zeit einem Mitschüler gestellt, nachdem er mich fragte, ob das &#8222;ein Junge, oder ein Mädchen&#8220; sei.</p>
<p>Keine Sorge, ich will mich hier nicht an einer wissenschaftlich korrekten, biologischen Definition versuchen, ich möchte diese Frage viel mehr aus philosophischer Sicht betrachten.</p>
<p>Zunächst sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass es grundsätzlich völlig egal ist, wie, oder &#8222;als was&#8220; man sich identifiziert. Wenn Du dich mit dem Geschlecht &#8222;Baum&#8220; und mit den Pronomen &#8222;peng&#8220;, sowie &#8222;cheng&#8220; wohler fühlst, als mit &#8222;er&#8220; und &#8222;ihm&#8220;, beziehungsweise dem männlichen Geschlecht, toleriere ich das nicht nur, sondern befürworte dies. Da jeder Mensch sein Leben in vollsten Zügen genießen und sich in jeder Situation so wohl wie irgend möglich fühlen sollte. Wenn ein anderes Geschlecht oder andere Pronomen das in Deinem Fall unterstützen, sehe ich keinen plausiblen Grund, der dagegen spricht mich dem anzupassen.</p>
<p>Nun aber zurück zu dem eigentlichen Thema &#8222;Was ist ein Junge?&#8220;. Aus meiner Sicht lässt sich das recht einfach beantworten: jeder Mensch, der sich männlich, beziehungsweise als Junge / Mann fühlt.</p>
<p>Denn ich bin der Ansicht, dass kein behördliches Papier dieser Welt aussagekräftiger ist, als das persönliche Empfinden des betroffenen Menschen. Jeder Mensch ist unterschiedlich und das ist es, was ihn perfekt macht.</p>
<p>Ich weiß, das klingt nach einem dieser blöden Kindergottesdienst Sätze, aber er ist nichtsdestotrotz wahr. Bitte versucht das zu verinnerlichen und diesem Grundsatz entsprechend eure Mitmenschen zu behandeln.</p>
<p>In Friede und Liebe.  ~Johannes.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Was ist eigentlich typisch Junge bzw. typisch Mädchen? Die WHS Hidden Talents haben <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/01/typisch-maedchen-typisch-junge/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ein Video</strong></a> dazu gemacht.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt es einen Text von den Sunrise Writers <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/11/maedchen-sein-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>über&#8217;s Mädchen sein</strong></a>. Ganz untypisch.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>100 Jahre Frauenwahlrecht</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/11/100-jahre-frauenwahlrecht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[story-teller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Nov 2018 07:00:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[Zum hundertjährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts in Deutschland haben die Story-Teller tolle Texte geschrieben. Tim Borstelmann hat Geschichte, Daten und Fakten recherchiert, von Fabian Sahing gibt&#8217;s ein Gedicht, und Michael Schuhmacher hat darüber geschrieben, was es überhaupt bedeutet, dass es eine Zeit gab, in der Frauen nicht wählen durften. 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland von Tim Borstelmann]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zum hundertjährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts in Deutschland haben die Story-Teller tolle Texte geschrieben. Tim Borstelmann hat Geschichte, Daten und Fakten recherchiert, von Fabian Sahing gibt&#8217;s ein Gedicht, und Michael Schuhmacher hat darüber geschrieben, was es überhaupt bedeutet, dass es eine Zeit gab, in der Frauen nicht wählen durften.</strong></p>
<p><span id="more-11080"></span></p>
<p><strong><em>100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland</em></strong><br />
<strong>von Tim Borstelmann (Recherche, Quelle: Internet)</strong></p>
<p>Am 12. November vor 100 Jahren durften Frauen zum ersten Mal für das Parlament wählen. Der Weg zum Wahlrecht für Frauen war lang. Das Frauenstimmrecht wurde von Akteurinnen verschiedener Flügel der Frauenbewegung seit Mitte des 19. Jhd. erstritten und erkämpft. Nach langem, zähen Ringen fanden in Deutschland 1919 die ersten Wahlen für alle statt.</p>
<p>Im Oktober 1918 forderten 58 deutsche Frauenorganisationen in einem gemeinsamen Schreiben an den Reichskanzler Max von Baden dem Verlangen der Frauen nach einem Wahlrecht zu entsprechen. In Berlin versammelten sich mehrere 1000 Menschen und forderten das sofortige Stimmrecht für Frauen. Nachdem sich bereits im Sommer 1918 der militärische Zusammenbruch im 1. Weltkrieg abgezeichnet hatte, revoltierten im November die Matrosen in Kiel und leiteten damit den endgültigen Sturz der Monarchie ein. Am 09. November rief Philipp Scheidemann die Republik aus. Wenige Tage (am 12.11.1918) stellte rief der Rat der Volksbeauftragten in einem Aufruf „An das Deutsche Volk“ sein Regierungsprogramm vor.</p>
<p>Ein wichtiger Teil davon war auch die Proklamation einer großen Wahlrechtsreform, die auch das Frauenwahlrecht enthielt. Dies gilt allgemein als Stunde des Frauenwahlrechts in Deutschland. Wahlberechtigt waren alle Frauen und Männer ab 20 Jahren. Am 30. November 1918 verankert der Rat der Volksbeauftragten das aktive und passive Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger in der Verordnung über die Wahl zur verfassungsgebenden deutschen Nationalversammlung.</p>
<p>In Artikel 109, Abs. 2 der Weimarer Verfassung findet sich schließlich der Satz: „Männer und Frauen haben grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.“</p>
<table width="461">
<tbody>
<tr>
<td width="461">&nbsp;</p>
<p>Erstritten und erkämpft: Polit. Wegbereiterinnen</p>
<p>Unterschiedliche Vorstellungen gab es darüber, wie das Stimmrecht zu erreichen sei: Sollte es erkämpft werden? Und wenn ja: mit oder ohne Männer? Oder sollte es durch eine konstruktive Mitarbeit auf kommunaler Ebene verdient werden? Während die bürgerliche Frauenbewegung über diese Frage uneins war, argumentierten die Sozialistinnen, dass in einer klassenlosen Gesellschaft die Geschlechter ohnehin völlig gleichberechtigt wären. Sie forderten das allgemeine Frauenwahlrecht und führten im März 1911 den internationalen Frauentag als Kampftag für das Frauenstimmrecht ein.</p>
<p>&nbsp;</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>1919</em></p>
<p>Die Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung vom 19. Januar 1919 war die erste, an der Frauen als Gewählte und Wählerinnen teilnahmen. Über 80 Prozent der wahlberechtigten Frauen gaben ihre Stimme ab. Es kanditierten 300 Frauen. Von den insgesamt 423 Abgeordneten zogen 37 Frauen in die Nationalversammlung ein. Das entsprach einen Frauenanteil von 8,7 Prozent.</p>
<p><em>Am 19. Februar 1919 hielt die Sozialdemokratin Marie Juchacz als erste Frau folgende Rede in der Nationalversammlung und stellte fest: „Meine Damen und Herren. Es ist das erste Mal, dass in Deutschland die Frau als freie und gleiche im Parlament zum Volke sprechen kann. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit. Sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dato zu Unrecht vorenthalten war.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong><em>Gleiches Recht für alle! </em></strong><br />
<strong>von Fabian Sahing mit Praktikantin Helene</strong></p>
<p>Frauen-Wahl-Recht &#8230;<br />
ungerecht &#8230;<br />
Gleiches Recht für alle!<br />
Warum wird ein Unterschied gemacht? Konstruiert!<br />
Männer unterdrücken Frauen.<br />
Dass Frauen damals nicht wählen durften, heißt dass sie quasi wie Kinder galten: nicht in der Lage, eigene Entscheidungen zu treffen.<br />
Ich finde das: verletzend, fehl am Ort, falsch, traurig, fies und gemein. Ich finde das grundlos.<br />
Ich stehe auf<br />
und hebe die Faust.<br />
Alle Frauen<br />
sollen sich trauen!</p>
<p><em>Fehl am Ort oder fehlendes Recht?</em><br />
<em>Sind die Unterschiede wirklich echt?</em><br />
<em>Ungehört, doch nicht allein.</em><br />
<em>Ungerechtigkeit darf nicht sein!</em><br />
<em> </em><br />
<em>Oder liegt es vielleicht doch an mir?</em><br />
<em>Und es gibt kein&#8216; Platz für mich hier?</em><br />
<em>Doch egal wie weit ich fahre &#8230;</em><br />
<em>Ich bleibe eine Plage!</em></p>
<p><em>So kann das doch nicht weitergehen.</em><br />
<em>Wir müssen uns endlich zusammen erheben!</em><br />
<em>Ich stehe auf</em><br />
<em>Und hebe die Faust</em><br />
<em>Für all die Frauen,</em><br />
<em> die sich nicht trauen!</em><br />
<em> </em><br />
<em>Viel zu lang gewartet!</em><br />
<em>Viel zu lange still!</em><br />
<em>Viel zu lang gehorsam!</em><br />
<em>Wir werden uns nicht mehr kleinkriegen lassen! (2x)</em></p>
<p><strong><em>Frauen haben was zu sagen</em></strong><br />
<strong>von Michael Schumacher</strong></p>
<p>Frauen dürfen in Deutschland seit 100 Jahren wählen.<br />
Männer schon immer.<br />
Was bedeutet das?<br />
Frauen hatten in früheren Jahren nicht viel zu sagen.<br />
Sie hatten sich den Männern unterzuordnen und waren dazu da die Hausarbeit zu machen.<br />
Männer waren in der Öffentlichkeit schon immer hoch angesehen und hatten somit auch schon immer die Möglichkeit gehabt wählen zu gehen.<br />
Frauen dagegen wurden von der Öffentlichkeit total ausgegrenzt.<br />
Ihre Meinung zu irgendwas durften sie nicht frei äußern.<br />
Dass Frauen seit 100 Jahren das Wahlrecht haben ist interessant.<br />
Ich hätte eher gedacht, dass sich dies erst vor 70 Jahren ereignet hat.<br />
Zumal Frauen ja vor 100 Jahren noch längst nicht einer beruflichen Tätigkeit nachgehen durften.<br />
Also, hatte sich vorher schon das Wahlrecht durchgesetzt.<br />
Nicht schlecht für den Anfang.<br />
Es kann gut sein, dass dieses positive Ereignis (dass Frauen seit 100 Jahren wählen dürfen) quasi 50 Jahre Vorsprung hat.<br />
Ich glaube, dass Frauen erst seit 50 Jahren oder so einer beruflichen Tätigkeit nachgehen dürfen ohne ihre Ehemänner zu fragen.<br />
Es muss für die Frauen eine Befreiung gewesen sein, als das Wahlrecht für sie anerkannt wurde.<br />
Sie fühlten sich nicht mehr so klein und dumm gehalten.<br />
Ihr Selbstwertgefühl ist damit bestimmt auch enorm gestiegen.<br />
Bestimmt wurde diese positive Wendung in der Frauenbewegung während der Zeit des 2. Weltkriegs unterbrochen.<br />
Zu dieser Zeit war es ja mit der Gleichberechtigung gleich Null gewesen. Frauen sollten in erster Linie Kinder für den Krieg kriegen.<br />
Nach Ende des zweiten Weltkriegs ist die Frauenbewegung wohl so langsam wieder in Gange gekommen.<br />
Am 08. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg zu Ende.<br />
Und erst 1977 mussten Frauen nicht mehr ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen, wenn sie Arbeiten gehen wollten.</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr nochmal lesen, was die Story-Teller <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/03/frauentag/" target="_blank" rel="noopener"><strong>zum internationalen Frauentag</strong></a> geschrieben haben.</li>
<li>Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/08/hinterherpfeifen/" target="_blank" rel="noopener"><strong>in diesem Text</strong></a> liefern sie die Begründung, warum man Leichtbekleideten nicht hinterher pfeift.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>TRAKINE &#8211; Bericht eines 13 jährigen trans*Jungen</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/09/bericht-transjunge/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Sep 2018 07:00:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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					<description><![CDATA[TRAKINE ist ein Verein, der über die Situation von trans* Menschen informiert und zudem beratend tätig ist. Unter anderem finden sich auf der Webseite verschiedene Berichte, in denen Menschen ihre erste Begegnung mit trans* schildern. In unserem Beitrag erzählt L. aus seinem Leben, davon, wie er sich das erste Mal als trans* wahrgenommen hat und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>TRAKINE ist ein Verein, der über die Situation von trans* Menschen informiert und zudem beratend tätig ist. Unter anderem finden sich auf der Webseite verschiedene Berichte, in denen Menschen ihre erste Begegnung mit trans* schildern. In unserem Beitrag erzählt L. aus seinem Leben, davon, wie er sich das erste Mal als trans* wahrgenommen hat und wie er seitdem sein Leben gestaltet.</strong></p>
<p><span id="more-10921"></span></p>
<p>Hallo. Mein Name ist L. Ich weiß eigentlich gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe oft angefangen zu schreiben und dann landete das Blatt im Müll. Zuerst dachte ich mir, diese Idee wäre total doof, doch dann habe ich noch einmal genau darüber nachgedacht. Eigentlich ist es gar nicht so schlimm. Ok, wir gehen von ganz vorne los. Ich kann mich nur noch sehr schlecht daran erinnern. Aber es ging in der Kindergartenzeit los. Ich wusste damals, ich will auf gar keinen Fall ein Mädchen sein. Ich war nicht im normalen Kindergarten sondern in der Waldgruppe. Jeden Tag draußen im Wald, nur ein kleiner Bauwagen, der uns vor dem Regen schützte. Es war echt toll dort, wir konnten alles spielen und machen. Doch ich fühlte mich trotzdem unwohl. Alle Jungs hatten kurze Haare, doch meine blöden langen Haare haben immer nur gestört. Also sagte ich zu meiner Mutter, ich möchte unbedingt kurze Haare. Und nach dem Friseur fühlte ich mich glücklich. Das war besser als Weihnachten und Geburtstag zusammen. Darüber bin ich jetzt noch immer sehr glücklich. Ich bin so dankbar, dass meine Familie mich so akzeptiert wie ich bin. Und so ging es dann weiter. Ich wollte Jungsspielsachen, dann Jungskleidung und so weiter. Die Babies wurden ausgetauscht von Rittern, Autos, Dinosauriern. In der Waldgruppe haben es alle hingenommen. Ich glaube, die Kinder hätten es eh nicht verstanden. So verbrachte ich wunderbare Tage, Wochen und Monate in der Waldgruppe. Endlich war ich dann alt genug, um in die Grundschule zu kommen. Ich sah schon jetzt richtig wie ein Junge aus. Als ich dann in die Schule ging, habe ich mich immer gefreut. Ich hatte viele Freunde, wenn auch mehr Mädchen. In meinem ersten Jahr kamen nie Fragen auf, warum mein Name so weiblich ist. Doch in der 2. Klasse fing es an. Ich habe gerade irgendwas, ich glaube ich habe gemalt. Dann kam ein Junge und hat mich gefragt, ob ich ein Mädchen bin. Ich habe dann natürlich „nein“ gesagt. Doch es kamen immer mehr Kinder und haben mich danach gefragt. Meine Mutter hat dann mit meiner Lehrerin geredet. Ich durfte dann auf die Jungstoilette. Ich habe mich gefreut. Trotzdem wollte ich eigentlich nicht darauf gehen. Doch an einem Tag musste ich so dringend, dass ich es nicht mehr aushalten konnte. Doch das war ein Fehler. Denn als ich fertig war kam so ein Junge, den ich überhaupt nicht mochte. Er sagte, ich wäre auf dem falschen Klo und noch andere Sachen. Danach ging ich nie wieder in der Schule aufs Klo. Im Rückblick war die Grundschule eine echt supertolle Zeit. Ich hatte eine richtig nette Lehrerin und keine Probleme mit Noten. Mein Lieblingsfach war Mathe, was sich nun geändert hat. Es ging mir immer richtig gut und außer eine Mittelohrentzündung hatte ich nie gesundheitliche Schwierigkeiten. Dann war es Zeit für die weiterführende Schule. Es war sicher, ich würde auf das Gymnasium gehen. Ich war so aufgeregt und hatte keine Ahnung, was auf mich zukommen wird. Der erste Tag an unserer neuen Schule war super. Ich kam mit meinen alten Freunden in eine Klasse. Die Aufteilung der Klassen wurde im Theater neben unserer Schule gehalten. Am zweiten Tag zeigte mir mein großer Bruder alles. Die Schule dort war so groß, dass ich Angst hatte mich zu verlaufen. … Was auch neu war, war dass wir in jedem Fach verschiedene Lehrer hatten. In der Grundschule hatte ich nur zwei Lehrer. Natürlich musste sich auch jeder einzelne Lehrer meinen Namen merken. Und das größte Problem war wohl, dass ich mich outen musste. Ich hatte die ganze Zeit Angst davor und habe mir verschiedene Texte aufgeschrieben. Eigentlich war der Moment, als ich mich geoutet habe, gar nicht so schlimm. Ich weiß nicht mehr genau was ich gesagt habe. Ich war so froh, dass meine Klasse das insgesamt gut aufgenommen hat. Immer mal gab es zwar blöde Kommentare, aber ich hatte immer gute Freunde, die mir geholfen haben. Diese zwei Schuljahre, die 5. und 6. Klasse, das waren die besten Schuljahre von allen. Der Schulstoff war nicht so schwierig, ich hatte viele Freunde und auch richtig tolle Lehrer. Es gab nur einen Lehrer, der einmal „sie“ zu mir sagte, doch das haben wir dann geklärt.</p>
<p>Doch leider kam der Zeitpunkt, an dem ich wieder eine Klasse wechseln musste. In der siebten Jahrgangsstufe werden die Klassen in vier Stufen aufgeteilt. …. Am ersten Schultag kam ich in die Klasse und war ganz allein. Denn richtige Freunde hatte ich nur ein Mädchen, die aber gerade mit ihren anderen Freunden etwas tat. Niemand sprach mich an und ich stand einfach nur dort. Irgendwann kam dann unser neuer Lehrer. Er war richtig nett und lustig. Wir durften uns hinsetzen wo wir wollten, also saßen meine Freundin und ich nebeneinander. Die ersten Wochen waren nicht so gut, weil ich mich nicht richtig eingewöhnen konnte, doch nach einiger Zeit fand ich eine andere Freundin. Sie ist mir richtig ans Herz gewachsen und wir haben uns echt gut verstanden. Mit meiner anderen Freundin bin ich dann zur Malschule gegangen. Dort malen wir und unterhalten uns. Es macht mir dort unheimlich Spaß. Erst fand ich es peinlich, weil ich dachte, Malen ist was für Mädchen. Doch, heißt das, kein Junge darf malen? Oder kein Mädchen z.B. mit Dinos spielen? Ich finde solche Einordnungen nicht richtig. Zweimal im Jahr gehen meine Familie und ich zu einem Trakine-Treffen. Das heißt, dass sich so Kinder wie ich treffen. Beim ersten Mal war ich ziemlich nervös, weil ich niemanden kannte. Mein Bruder ist ganz anders. Er kann super gut Freunde finden. Ich nicht. Doch ich war überrascht, beim zweiten Mal hatte ich schon einen Freund. Er war super. Wir konnten richtig gut zusammen reden und hatten dieselben Interessen. Er hat mit mir über seinen Namenswechsel geredet. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Nach einiger Zeit kam dann noch eine dritte Person zu uns. Sie ist ein trans*Mädchen und war richtig nett. Nach einiger Zeit kamen die beiden zusammen und hatten nur noch Augen für sich. Doch das war nicht so schlimm, denn ich hatte ja noch meinen Bruder. Im Ganzen haben mir diese Treffen gut getan. Irgendwann kam mir dann der Gedanke, meinen Namen ändern zu lassen. Ich glaube, angefangen hat es , als irgendjemand fragte, warum ich einen Mädchennamen habe. Es ist zwar nicht zum ersten Mal passiert, aber ich habe endlich mal drüber nachgedacht. Vorher wollte ich es nicht, weil ich meinen Namen mochte. Doch nur weil ich einen anderen Namen habe, heißt das ja nicht, dass ich L. (weiblich) jemals verliere. Also habe ich nachgedacht und wusste wie ich heißen will. In der Familie hat alles gut funktioniert. Nach einiger Zeit habe ich es auch meiner Freundin gesagt und sie hat mich richtig gut unterstützt. Doch in meiner Klasse habe ich mich immer noch nicht richtig wohl gefühlt. Also habe ich mit meinen Eltern gesprochen und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die Schule wechseln will. Nicht nur wegen dem Namen sondern auch wegen der Belastung vom Schulstoff. Ich habe sehr große Angst davor, was auf mich zukommt, doch ich bin überzeugt, dass ich es irgendwie schaffen kann. Meine Mutter hat mir irgendwann mal eine kleine Engelsfigur mit meinem neuen Namen gekauft. Die schaue ich mir manchmal an und bin dann richtig froh. Denn ich weiß, dass ich mir ganz sicher bin, dass ich L. (männlich)bin. So möchte ich leben und ich bin allen so dankbar, die an meiner Seite sind und mich unterstützen. L.</p>
<p>Januar 2017</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier kommt ihr zu der <a href="https://www.trans-kinder-netz.de/files/pdf/Bericht%20eines%2014%20j%C3%A4hrigen%20Jungen.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Originalquelle des Textes.</strong></a></li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und zum ersten Beitrag, den wir von TRAKINE veröffentlicht haben, kommt ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/07/trakinet/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</span></li>
</ul>
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			</item>
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		<title>#gelände17 – Wir sind da</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/07/gelaende17-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Jul 2018 07:00:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute startet das #gelände18. Zur Einstimmung wollen wir nochmal gemeinsam auf den Start im letzten Jahr zurückblicken und dann mit großer Vorfreude das #gelände18 erleben. Mehr dazu: Hier findet ihr weitere Eindrücke vom #gelände17. Und hier seht ihr einen tollen Film, der beim #gelände17 entstanden ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute startet das #gelände18. Zur Einstimmung wollen wir nochmal gemeinsam auf den Start im letzten Jahr zurückblicken und dann mit großer Vorfreude das #gelände18 erleben.</strong></p>
<p><span id="more-10748"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier findet ihr weitere <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/eigentlich-muesste-ich/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Eindrücke vom #gelände17</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier seht ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/08/gelaende17-freeze/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>einen tollen Film</strong></a>, der beim #gelände17 entstanden ist.</span></li>
</ul>
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		<title>TRAKINE – Lebenslauf von L.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Online-Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Jul 2018 07:00:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[„Irgendwann stieß ich durch Zufall auf eine Reportage über einen Trans*Jungen und sofort durchströmte mich ein unbeschreibliches Gefühl, mein ganzer Körper kribbelte und ich wusste, dass das auch auf mich zutraf“ – L. erzählt seine Geschichte von der Kindergartenzeit bis heute. Immer schon wusste er, dass er ein Junge ist, aber es dauerte viele Jahre und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Irgendwann stieß ich durch Zufall auf eine Reportage über einen Trans*Jungen und sofort durchströmte mich ein unbeschreibliches Gefühl, mein ganzer Körper kribbelte und ich wusste, dass das auch auf mich zutraf“ – L. erzählt seine Geschichte von der Kindergartenzeit bis heute. Immer schon wusste er, dass er ein Junge ist, aber es dauerte viele Jahre und brauchte viel Mut, bis L. sich Menschen anvertrauen konnte&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-10738"></span></p>
<p>Hallo, mein Name ist L. und ich bin ein Trans*Junge. Ich beginne einfach mal ganz am Anfang, am ….2003 wurde ich in ………. geboren. Ein „F“ wurde in meine Geburtsurkunde geschrieben, aber später in meinem Leben wird mir immer mehr bewusst werden, dass das völlig falsch war. An meine Vor-Kindergarten-Zeit kann ich mich nur noch sehr schwer erinnern. Aber machen wir doch im Kindergarten weiter. Die Kindergartenzeit war wunderbar. Ich hatte viele Freunde, vermehrt Mädchen, und alles war super. Meine Lieblingsspiele waren Rollenspiele in Kombination mit Verkleiden. Ich spielte weder nur „Mädchen“ Charaktere (Prinzessin usw.) noch nur „Jungs“ Charaktere (Ritter usw.). Ich war, was mich interessierte. Zum Beispiel die gelähmte Klara aus Heidi. Wenn ich dann doch mal mit ‚Dingen’ spielte, dann spielte ich am meisten mit Lego.</p>
<p>Dann kam die Grundschule. Ich kam mit keiner meiner Kindergarten-Freundinnen in die erste Klasse, aber mein bester Freund und ich kamen zusammen. Ich fand neue Freunde, diesmal gleichermaßen Mädchen und Jungs. Wobei ich mich mit meinen zwei Freundinnen eher nach der Schule traf und die Pausen in der Schule mit den Jungs verbrachte. Was die Mädchen machten, weiß ich nicht, aber wir haben immer Star Wars gespielt. Ich kann mich noch sehr gut an diese Dinge erinnern: 1. Ich war immer sehr stolz darauf, dass ich bei wilden Kampfszenen einen ‚genauso guten Durchblick hatte wie die Jungs’. Und dass ich solche Kampfgeräusche ‚genauso gut nachmachen konnte wie die Jungs’ (Das waren damals meine Gedanken.) 2. Und einmal (wir fuhren gerade Auto und hörten eine Star Wars CD) hatte mein Vater erzählt, dass irgendjemand (ich weiß es nicht mehr), nachdem er meine Star Wars Sachen gesehen hatte, total verwundert sagte: „Ich dachte ihr hättet zwei Töchter“. Das hat mich irgendwie glücklich gemacht. So verging die erste Klasse. Zu dieser Zeit hatte ich lange Haare und trug auch Mädchenkleider, wobei es mir nie aufs Aussehen ankam, sondern immer nur auf die Bequemlichkeit.</p>
<p>In der zweiten und dritten Klasse veränderte sich eigentlich nicht viel, außer dass wir nicht mehr Star Wars, sondern Harry Potter Fans waren und ich mir die Haare zu einem Bob kürzen ließ. Außerdem veränderte sich in der dritten Klasse mein Zugang zu den Mädchen und ich verbrachte etwas mehr Zeit mit ihnen. Ich kann mich noch sehr unscharf an das erste Mal erinnern, als ich in der Pause zu ihnen gegangen bin. Dann, nach der dritten Klasse, zogen wir um, nach K. und ich kam in eine neue Schule. Schulisch lief alles besser denn je, aber ich hatte große Probleme, neue Freunde zu finden. Zu den Mädchen fand ich keinen Anschluss (in dem Alter fangen ja oft solche Dinge wie Schminken und so an&#8230;) und die Jungs sahen mich nicht als einen von ihnen. Schließlich fand ich dann eine Freundin, die nicht so an typischen Klischee Mädchensachen interessiert war und einige meiner Interessen teilte. Später freundete ich mich dann noch mit einem weiteren Mädchen an, allerdings wurden diese beiden Freundschaften nie so eng wie meine alten. Zum Glück habe ich zu den meisten meiner alten Freunde noch Kontakt.</p>
<p>In der vierten Klasse begann ich dann auch, ausschließlich Jungenkleider zu tragen. Und wenig später folgte dann mein erster Kurzhaarschnitt. Dann kam ich auch schon in die fünfte, und oft kam es zu „Mädchen oder Junge?“-Fragen. Auch wurde ich von anderen Menschen als Junge erkannt, was mich immer freute. Allerdings wurde es auch immer unangenehmer auf öffentliche Toiletten zu gehen. Irgendwann stieß ich durch Zufall auf eine Reportage über einen Trans*Jungen und sofort durchströmte mich ein unbeschreibliches Gefühl, mein ganze Körper kribbelte und ich wusste, dass das auch auf mich zutraf. Trotzdem traute ich mich nicht, jemandem davon zu erzählen. So vergingen die fünfte und die sechste Klasse, ich malte mir aus, wie ich mich outen würde und tat es dann doch nie.</p>
<p>Dann kam ich in die siebte Klasse, neue Schule, neues Glück&#8230; Meine eine Freundin von davor kam in meine Klasse und wir hofften beide, neue Freunde zu finden. Wurde nichts. Das soll übrigens in keiner Weise heißen, dass ich mich mit meinen Klassenkameraden nicht blendend verstand, es entstanden nur einfach keine richtigen Freundschaften. Irgendwann begann ich es satt zu sein, immer das „burschikose Mädchen“ zu sein. Auch wenn ich in den Spiegel sah, hatte ich immer das Gefühl, nicht mich darin zu sehen. Da ich, aus Frustration oder warum auch immer, die Trans* Sache ganz in meinem Hinterkopf versteckt hatte, ging ich in die komplett falsche Richtung, um wieder ich zu werden. Ich wollte mir die Haare länger wachsen lassen und kaufte einen Mädchenpullover. Beides schlug komplett fehl. Als ich den Pulli in der Schule getragen habe, bin ich vor Scham fast gestorben (und man sollte dazusagen, es war kein „mädchenhafter“ Mädchenpulli) und die Haare sind auch nicht lange gewachsen. Dann, aus einem Gefühl heraus, suchte ich abermals das Video von damals und schaute es mir nochmal an. Ich wurde direkt wieder in die Gefühle von vor 2 Jahren hineinkatapultiert und begann mich noch intensiver mit dem Thema zu befassen. Doch traute ich mich immer noch nicht, etwas zu sagen.</p>
<p>Ich setzte mir ein Zeitlimit, wenn ich zu den Sommerferien immer noch so fühlte, wollte ich es sagen. Sommerferien kamen, ich sagte nichts. Ich fuhr mit meiner Schwester und ihrer Freundin in ein Ferienlager und als ich meinen Namen sagen musste, wäre ich am liebsten aus dem Zug gesprungen. Ich schmiedete schon zahlreiche Pläne, den Leitern alles zu erzählen, um in ein Jungenzimmer zu kommen, aber ich denke es ist offensichtlich, dass ich es nicht tat. Einzig, dass ich mit meiner Schwester und ihrer Freundin in ein Zimmer kam, machte die Sache erträglich. Obwohl ich mir so sicher war, beantwortete ich die Frage, ob ich lieber ein Junge wäre (die mir allein in dem Lager zweimal gestellt wurde) stets mit ‚Nein’ oder einem ausweichenden ‚Weiß nicht’. In dieser Zeit lief ich außerdem extrem gebeugt, damit ja niemand meine Brust sähe. Auch unseren Freunden, mit denen wir im Urlaub waren, bemerkten, dass es mir überhaupt nicht gut ging. Dass ich in diesem Sommer nicht schwimmen war, lässt sich vermutlich nicht schwer erahnen.</p>
<p>Die Ferien gingen zu Ende, achte Klasse und es ging mir überhaupt nicht gut. Irgendwann, so im Spätsommer, machte ich dann so eine Bemerkung wie „ich schneide mir jetzt meine Brust ab“. Halb hoffend, ich könnte endlich alles erzählen und halb in Angst. Zum Glück habe ich mich getraut, endlich alles zu erzählen! Natürlich war das für meine Familie gar kein Problem, das wusste ich auch. Aber trotzdem hatte ich immer Angst, es zu sagen. Auch schon einige Zeit früher hatte meine Oma mir gesagt, dass es, wenn es so wäre, überhaupt kein Problem wäre. In Gedanken schrie ich ihr zu „ES IST SO!!!!“ Aber ich sagte nichts. Nach diesem Gespräch mit meiner Mutter sind wir nach Zürich zu einem Informationsgespräch vom Transgender Network Swiss (TGNS) gegangen und jedes Mal, wenn jemand ‚er’ zu mir sagte, durchströmte mich ein Glücksgefühl. Wir planten, wie es weitergehen sollte, erzählten es allen Familienmitgliedern, die es noch nicht wussten und ich ging das erste Mal zu meiner Psychiaterin.</p>
<p>Meinen alten Freunden aus D. habe ich es dann auch bald geschrieben, alle haben super super nett reagiert und keine der Freundschaften hat sich irgendwie verändert. Das war alles im Herbst 2016. Nach den Weihnachtsferien wollten wir dann das Outing in der Schule angehen. Ich war furchtbar nervös und meiner Freundin, die in meiner Klasse war, schrieb ich es erst in den Ferien, weil ich so Angst hatte, dass sie es irgendwie nicht verstehen würde und ich dann meine einzige Freundin hier verlieren würde. Aber diese Angst war völlig unberechtigt, es war überhaupt kein Problem für sie. Dann kam das Outing in der Schule. Ich hatte zwei sehr nette Leute vom TGNS zur Hilfe, die beiden haben eigentlich alles gemacht und ich habe nur einige Sätze gesagt. Aber meine ganze Klasse hat es total gut aufgenommen und ich musste nie irgendwelche blöden oder gemeinen Sprüche ertragen!!</p>
<p>Schon am nächsten Tag, als wir eine Lehrerin hatten, die nicht Bescheid wusste, haben sich alle für mich eingesetzt. Eigentlich war alles gut, aber trotzdem freute ich mich auf den nächsten Schulwechsel in die neunte Klasse. Alle hatten mich zwar akzeptiert, aber trotzdem war es nicht dasselbe als wenn sie mich nur als L. gekannt hätten. Bevor ich in die neunte Klasse kam, gab es noch ein weiteres tolles Ereignis, nämlich bekomme ich seit Januar pubertätsblockende Spritzen. Mittlerweile kann ich mich auch selber spritzen. Dann, vor einem viertel Jahr, kam ich in die neunte Klasse und alle haben mich als L. kennengelernt. Ich habe zwar erzählt, dass ich Transgender bin, wegen dem Duschen nach dem Sportunterricht, aber niemand hat eine große Sache draus gemacht. Zwei (positive) Rückmeldungen habe ich bekommen und zwei Leute haben etwas gefragt, mehr nicht. Fast schade, ich hätte gerne noch weitere Fragen beantwortet 😉 Und jetzt sind wir auch schon in der Gegenwart angelangt. Wir sind gerade an der Durchführung der Mastektomie. Eigentlich ist schon alles besprochen (mit der Ärztin) und wir warten nur noch auf die Kostenübernahme der Krankenkasse. Ich bin rundum glücklich und hoffe nur, dass das mit der Namens- und Personenstandsänderung und der Mastektomie möglichst bald klappt.</p>
<p>(Geschrieben 2017)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Die ursprüngliche Quelle des Textes findet ihr <a href="https://www.trans-kinder-netz.de/files/pdf/Erfahrungsbericht-von-L.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>hier</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier gibt‘s den Song <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/03/trans-pride-feat-msoke/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong><em>Trans Pride</em></strong></a> von Faulenza feat. Msoke.</span></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Regenbogenleben</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/05/regenbogenleben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Poetry Slam]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 May 2018 07:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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					<description><![CDATA[Hannas Text ist ein Text für die Liebe &#8211; die Liebe von Menschen für andere Menschen, und ein Appell, dass es doch egal ist, wer hier welches Geschlecht hat oder liebt. Wichtig ist das Gefühl. Mehr dazu: Hier könnt ihr einen weiteren Text vom Queer Slam ansehen. Und hier zu unserer Rubrik Poetry Slam –]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hannas Text ist ein Text für die Liebe &#8211; die Liebe von Menschen für andere Menschen, und ein Appell, dass es doch egal ist, wer hier welches Geschlecht hat oder liebt. Wichtig ist das Gefühl.</strong><span id="more-10610"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Hier könnt ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/02/selina-liebert-geschwisterliebe/" target="_blank" rel="noopener"><strong>einen weiteren Text</strong></a> vom Queer Slam ansehen.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier zu unserer <a href="https://www.meintestgelaende.de/schlagwort/poetry-slam/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Rubrik Poetry Slam</strong></a> – mit vielen tollen Videos und Texten.</span></li>
</ul>
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			</item>
		<item>
		<title>Felix: Übers Mannsein</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/05/felix-uebers-mannsein/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DieJungenHelden]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 May 2018 07:00:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
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		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichberechtigung]]></category>
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		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Felix ist 25 Jahre alt und Student. Mit Anja von DenJungenHelden hat er sich zum Interview getroffen. Es geht ums Mannsein, um Vorteile und Nachteile davon &#8211; und auch um Geschenke zu Weihnachten. Für Felix gab es Spielzeugautos, für seine Schwester Kochbücher&#8230; Schwierig finde ich als Mann &#8211; und das geht ja schon in der]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Felix ist 25 Jahre alt und Student. Mit Anja von DenJungenHelden hat er sich zum Interview getroffen. Es geht ums Mannsein, um Vorteile und Nachteile davon &#8211; und auch um Geschenke zu Weihnachten. Für Felix gab es Spielzeugautos, für seine Schwester Kochbücher&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-10637"></span></p>
<p>Schwierig finde ich als Mann &#8211; und das geht ja schon in der Teenagerzeit los &#8211; dass man sich viel mehr behaupten muss wenn es um die eigene Stellung, z.B. in der Peergroup geht. Und auch in Bezug auf die Frauen wird erwartet, dass der Mann den ersten Schritt macht wenn es ums Ansprechen geht oder dann auch danach um die weitere Entwicklung der Bekanntschaft. Wir können uns da irgendwie nicht zurücklehnen und einfach mal abwarten. Und gleichzeitig gibt es dann da diese große Planlosigkeit &#8211; wie und was mache ich eigentlich da?</p>
<p>Von meinen Eltern habe ich schon auch immer vermittelt bekommen, dass es als Mann darum geht die Schule und die Ausbildung möglichst schnell fertig zu machen und dann Geld zu verdienen. Meine Schwester hat zu Weihnachten Kochbücher bekommen – das habe ich als Kind natürlich gar nicht gecheckt, dass sie da so Sachen bekommt die dann absolut der Hausfrauenrolle entsprechen während ich Autos bekommen habe. Schon krass wie da unbewusst Sachen angelegt werden in der Kindheit und das fällt mir erst jetzt wirklich auf.</p>
<p>Schwierig finde ich auch den Umgang mit Gefühlen, vor allem was das negative Gefühl der Trauer betrifft. Mein Vater hat mir da zum Glück immer vermittelt, dass das was Gutes ist auch Traurigkeit zu zeigen. Aber das restliche Umfeld legt einem nahe, dass das eine Schwäche ist und man das im Laufe der Zeit besser ablegen sollte. Im Kleinkindalter ist ein Mann ja noch voll bei seinen Gefühlen: er schreit, findet Sachen traurig, findet Kuscheltiere süß, knutscht und kuschelt mit denen und dann irgendwann vielleicht im Kindergarten setzt dann diese Sozialisation ein, dass man diese Gefühle eher zurücknehmen sollte. Später als Jugendlicher unter Kumpels macht das dann keiner mehr und weil man nicht unnormal sein möchte zeigt man dann seine eigenen Gefühle auch nicht mehr. Das Verrückte daran ist ja, dass wir das später als Väter den Kindern dann auch nicht mehr vorleben und insbesondere für die Jungs &#8211; die sich ja schon stark an den Vätern orientieren – ist das besonders schade finde ich.</p>
<p>Ein weiterer Nachteil den wir Männer gegenüber den Frauen vielleicht noch haben ist, dass wir weniger Kontrolle über die Familienplanung haben, wir können z.B. auch nicht bei einem Kinderwunsch einfach zu einer Samenbank gehen und uns unabhängig von einer Partnerin ein biologisches Kind zulegen. Oder auch in Trennungsfällen denke ich, dass es die Männer noch schwerer haben, wenn sie die Kinder dann mehr bei sich haben wollen als die Mutter es vielleicht will.</p>
<p>Das Schönste am Mann-sein beginnt eigentlich schon z.B. beim Weggehen mit Kumpels. Da sind wir im Sozialverhalten gesellschaftlich weniger gefangen als Frauen finde ich. Wir können als Gruppe losziehen und sind trotzdem frei. Wenn dann alle weiterziehen oder nach Hause gehen und einer bleibt alleine mit 10 Promille auf der Tanzfläche in nem Club zurück – ist das voll in Ordnung. Für Frauen gehört sich das gesellschaftlich nicht, alleine betrunken übrig zu bleiben, aber das ist im Prinzip auch gar nicht möglich, da sich Frauen noch nicht mal aus ihrer Gruppe oder von ihrer Freundin trennen „dürfen“. Eine Frau die alleine ausgeht bekommt sehr schnell einen negativen Stempel aufgedrückt, dazu kommt dass sich die Frauen gegenseitig auch viel mehr verpflichtet fühlen. Ich habe das schon oft erlebt, dass ein Mädchen eigentlich gern noch bleiben wollte und dann aber gehen „musste“ weil ihre Gruppe ging. Unter Männern haben wir da gegenseitig mehr Verständnis und Freiheiten.</p>
<p>Einen weiteren Vorteil für uns Männer sehe ich in der unglaublich langen Zeitspanne, in der wir Väter werden können. Wir können mit 20 oder aber auch mit 65 noch (mal) eine Familie gründen. Wir haben also auch einen sehr langen Zeitraum zur Verfügung in der wir wirklich bereit für Kinder sind. Frauen, die sich so um die 30 bereit für Kinder fühlen, denen verbleiben dann gerade mal so ca. 8 Jahre oder vielleicht auch 10, in denen dann alles stimmen muss: Partner und auch sonstige Bedingungen, da die biologische Uhr tickt. Da bin ich extrem dankbar dafür, dass ich so entspannt sein kann.</p>
<p>Ich genieße außerdem, dass ich als Mann unabhängiger von meinem Aussehen bin. Ich glaube schon dass als Frau extrem viel mehr davon abhängt, ob du attraktiv oder weniger attraktiv bist. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich. Männer suchen sich wahrscheinlich schon instinktiv eher jüngere, attraktivere – weil fruchtbarere (?) Frauen aus. Bei Männern ist das Aussehen nicht so wichtig, wichtig sind vielleicht andere Dinge, an denen man aber arbeiten kann. Die Persönlichkeit oder der Beruf eben. Manche Frauen stehen z.B. auf Männer in Führungspositionen und da können Männer daraufhin arbeiten auch unabhängig von ihrem Äußeren. Da sind Frauen im Prinzip auch wieder unfreier.</p>
<p>Beneiden tue ich die Frauen um ihre schöne Sprache. Das merkt man schon in der Grundschule, dass Frauen einfach Meisterinnen der Kommunikation sind. Sie reden mehr miteinander und entwickeln sich sprachlich doch oft auch vielfältiger als Männer, die dann nur bei den Fakten bleiben. Man muss nur einen Mann und eine Frau mal ein und dasselbe Auto beschreiben lassen. Die Männersprache ist relativ simpel und langweilig. Ich finde Männer müssten die Frauensprache lernen. Und auch die Frauen noch viel besser verstehen lernen. Ich würde den meisten Männern wünschen, sich mehr in die Frauen einzufühlen, um zu spüren wie die Frauen ticken. Eigentlich müsste jedem Mann die Gelegenheit gegeben werden mal eine Zeit lang im Körper und Geist einer Frau zu leben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch Birgitt von den Storry-Tellern hat sich gefragt, was es bedeutet, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2018/05/was-bedeutet-mann/" target="_blank" rel="noopener"><strong>ein Mann zu sein</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Die Frage, was eigentlich männlich ist, beschäftigt uns oft auf meinTestgelände. Hier noch ein <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/05/was-ist-maennlich/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Video dazu vom #gelände16</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Maddy und Cas im Interview</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/05/maddy-cas-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maddy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 09 May 2018 07:00:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Liebe_n]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf den ersten Blick scheinen Maddy und Cas ein lesbisches Paar zu sein. Doch Cas ist non-binär, identifiziert sich also weder als männlich oder weiblich. Mit Maddy hat sie eine Partnerin gefunden, die sich selbst lange mit ihrer Geschlechtszugehörigkeit beschäftigt hat und deshalb nachvollziehen kann, was in Cas vorgeht. Mehr dazu: Mehr Filme von und]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Auf den ersten Blick scheinen Maddy und Cas ein lesbisches Paar zu sein. Doch Cas ist non-binär, identifiziert sich also weder als männlich oder weiblich. Mit Maddy hat sie eine Partnerin gefunden, die sich selbst lange mit ihrer Geschlechtszugehörigkeit beschäftigt hat und deshalb nachvollziehen kann, was in Cas vorgeht.</strong><span id="more-10584"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Mehr Filme von und für queere Jugendliche <a href="http://www.queerblick.de/" target="_blank" rel="noopener"><strong>findet ihr bei queerblick</strong></a>, die auch den Film über Maddy und Cas produziert haben&#8230;</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">&#8230;und auf ihrem <a href="https://www.youtube.com/channel/UCX-eWY-X03KmDJWTSf1LM-w" target="_blank" rel="noopener"><strong>YouTube-Kanal</strong></a>.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Bachelor</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2018/03/der-bachelor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Mar 2018 07:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Welten]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute geht die aktuelle Staffel der RTL-Sendung „Der Bachelor“ zu Ende. Sophia hat sie angeschaut &#8211; und die Welt des wohlhabenden Junggesellen, der vermeintlich auf der Suche nach der ganz großen Liebe ist, mal genauer unter die Lupe genommen. Ich beiße die Zähne zusammen, blicke mich kurz um. Keiner da der sieht, was ich jetzt]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute geht die aktuelle Staffel der RTL-Sendung „Der Bachelor“ zu Ende. Sophia hat sie angeschaut &#8211; und die Welt des wohlhabenden Junggesellen, der vermeintlich auf der Suche nach der ganz großen Liebe ist, mal genauer unter die Lupe genommen.</strong></p>
<p><span id="more-10478"></span></p>
<p>Ich beiße die Zähne zusammen, blicke mich kurz um. Keiner da der sieht, was ich jetzt an meinem PC treiben werde. Ich fühle mich beschämt wie ein 12-jähriger, der das erste Mal im Internet nach kostenlosen Pornos sucht. Doch was meine Finger in die Tasten tippen, ist etwas anderes. Ich lande auf RTL.de und suche nach dem Player, mit dem man sich ganze Folgen der Serie, um die es sich heute handeln wird, ansehen kann.</p>
<p>Ich klicke auf die älteste verfügbare Folge der jetzigen Staffel. Man will ja von vorne anfangen. Als das Intro des Bachelors erklingt, stelle ich panisch den Ton leiser. Ich hoffe keiner meiner WG-Mitbewohner hat das gehört.</p>
<p>Vielen, mit denen ich gesprochen habe, die die Serie ernsthaft und aus Interesse schauen, geht es ähnlich. Man gibt nicht gerne zu, dass man sich Trash TV ansieht. Und trotzdem ist es wie ein Autounfall. Man weiß man sollte nicht, aber man muss hinsehen.</p>
<p>Ich kann mich erinnern, schon ein paar Folgen mit meiner Mutter gesehen zu haben. Damals, als ich noch bei ihr gewohnt habe, müsste ich um die 12 Jahre alt gewesen sein. Andere Castingshows wie „Germanys Next Topmodel“, habe ich damals sehr gerne geschaut, daran kann ich mich erinnern. Der Bachelor war für mich schon damals etwas irritierend, da ich nicht verstand, wieso so viele hübsche Mädchen sich um so einen Mann streiten. „Der sieht doch voll doof aus“ – mein kritisch kindlicher Kommentar zur damaligen Staffel.</p>
<p>Wenn ich heute die Sendung einschalte, sitze ich mit meinem Notizblock und einem Kaffee davor. Der Entertainmentfaktor ist nicht gerade heruntergegangen, der zum Fremdschämen jedoch bis in unendliche Höhen.</p>
<p>Bachelor Daniel möchte in dieser Folge die „Ladies“, wie er sie so liebevoll nennt, besser kennenlernen. Somit werden ein paar der 15 Frauen in rote Badeanzüge gesteckt und an den Strand geschickt. „Baywatch Day“ nennen sie das. Dort müssen die Frauen eine Art Hürdenlauf absolvieren, damit Daniel sehen kann, welche der Angebeteten am schnellsten rennen und dabei auch noch gut aussehen kann. Qualitäten, die man im Jahre 2018 an einem Partner eben schätzt. Nach diesem intensiven Kennenlernen wird eine der Frauen zu einem kurzen Einzelgespräch mit Daniel gebeten. Sofort fängt bei den anderen eine Lästertirade an. Wieso denn die, ich hab das viel mehr verdient, und vor allem – hast du gesehen wie die sich heute angezogen hat? „Barbie ist nur soviel Wert, wie gut sie vor Ken aussieht, geht es mir durch den Kopf.</p>
<p>Die Kritik aneinander liegt zu 100% im Äußeren und dem Vorwurf ein „falsches Spiel zu spielen“. Dein Outfit heute ging ja mal gar nicht! Vor ihm tust du so süß, hier bei den anderen Frauen bist du eine Bitch!</p>
<p>Wie gespielt das Ganze ist, fällt selbst Mitwirkenden auf.</p>
<p>Das Einzelgespräch geht für den Zuschauer knappe 3 Minuten und es fällt ein Satz, der sich von allem, was ich noch sehen werde am meisten um die Persönlichkeit dreht: „Du bist ein bisschen schüchterner, oder?“</p>
<p>Die Frauen selbst sind im Alter von zirka 20 bis 30 Jahren, alle sehr attraktiv und schlank. Bildungs- und berufstechnisch sind verschiedene Typen zu erkennen. Von der Studentin zur Kauffrau über die Friseurin und Fitnesstrainerin ist alles dabei. Meiner Meinung nach sind die Kandidatinnen im Allgemeinen nicht so naiv, wie es ihnen im Meinungskanon unterstellt wird. Ich denke die meisten wissen ganz genau, auf was sie sich bei der Show einlassen. Dass sie nicht trotzdem von der Produktion sehr manipuliert werden, möchte ich hier nicht anzweifeln.</p>
<p>Ihr Wert in der Show wird ganz klar festgelegt. Die Bauchbinde, die ihren Namen und Herkunftsort nennt, gibt dem Zuschauer Information darüber, wie lange genannte Frau schon Single ist und wie viele Beziehungen sie davor schon hatte. Mal wieder Fehlanzeige, wenn es um irgendetwas charakterbezogenes geht. Sie sind hier, weil sie Single, hübsch und bereit, alles was die Show von ihnen verlangt, mitzumachen, sind. Was das Ziel hierbei ist, ist fraglich. Denn auch wenn viele um die Liebe Daniels buhlen, sind meiner Meinung nach andere auf die Medienpräsenz aus. Dazu aber später mehr. Ich klicke wieder auf Play.</p>
<p>Mir fällt auf, dass oft die Begriffe „Gefühle“ und „Kennenlernen“ fallen. Was Gutes zu sein vermag, wird im Bachelor schlichtweg einfach nicht umgesetzt. Sich kennenlernen, wird pseudomäßig durch „große Erfahrungen“ wie Skydiving oder Klippenspringen ersetzt. „Wir haben das jetzt zusammen gemacht und haben dadurch eine starke Verbindung zueinander! Wir haben uns näher kennengelernt!“ „Wie?“, höre ich mich selbst laut sagen. „Wie zum Teufel hab ihr euch jetzt besser kennengelernt, indem ihr kein Wort miteinander gewechselt habt, aber dafür irgendeinen Extremsport gemacht habt?“ Da kann schon mal ein Kuss folgen. Und bei der nächsten Kandidatin auch.</p>
<p>Die Nacht der Rosen steht an. Der Bachelor fällt eine Entscheidung. Wer hat ihn am meisten rangelassen und sieht am besten aus? Nein, natürlich welche Frau hat das Zeug seine Zukünftige zu werden und welche nicht. Es müssen zwei Mädchen nach Hause fahren. Alles läuft im Stakkato ab. Du bekommst eine Rose, willst du sie haben? Ja. Küsschen links, Küsschen rechts und von vorne. Die Analogie zu „Germanys Next Topmodel“ und anderen Castingshows ist vor allem dadurch zu sehen, dass die Situation so angespannt wie möglich dargestellt wird und die Kandidatinnen einen materiellen Nachweis bekommen, dass sie in der nächsten Runde sind. Eine Rose, ein Foto.</p>
<p>Ob Gefühle in dieser Show echt sind, kann keiner sagen. Es wirkt sehr gestellt und geskriptet, insbesondere von Daniels Seite. Allerdings glaube ich, dass intensiv versucht wird, bei den Kandidatinnen echte Gefühle hervorzurufen, damit die Show echter und vor allem dramatischer wird. Dies wird von einigen Ex-Kandidatinnen der letzten Staffeln in Interviews bestätigt. Der Abgang von Janine-Christine zeigt, wie echt es für manche Kandidatinnen sein kann. Sie wurde in der vorherigen Folge eigentlich rausgeschmissen, aber da eine andere Frau freiwillig ging, durfte sie bleiben. „Ich hab mich schon als Trostpreis gefühlt“, sagte sie mit traurigem Blick. Unwissend, dass sie die nächste Entscheidung wieder den Kürzeren ziehen wird.</p>
<p>Man sieht sie die Folge darauf noch weinend im Auto, das sie nach Hause fahren wird, sitzen und hört sie sagen „Ich hätte ihm keine zweite Chance geben dürfen“. Diese Frau hatte wirklich Gefühle für den Bachelor. Dieses Weinen ist meiner Meinung nach echt gewesen. Und insbesondere ist es eins: Vorteilhaft für die Quoten der Show. Je echter und dramatischer, desto besser. Die Frauen dahingehend zu manipulieren, sich wirklich in den sehr offensichtlich nicht dafür interessierten Daniel, zu verlieben. Herzschmerz als Feuer für den Kamin der Show.</p>
<p>Aber um fair zu bleiben, so funktioniert die Serie nun einmal. Man wusste, worauf man sich einlässt, als man sich dafür beworben hatte. Nur eine der Frauen darf mit Daniel nach Hause fahren, das ist das Konzept. Dass man sich dessen zu Anfang bewusst war, denke ich schon. Aber dadurch, dass man durch Isolation manipuliert wird, dass Daniel der einzige Mann auf Erden zu sein scheint, und für die Laufzeit der Sendung der einzige Grund ist jeden Morgen aufzustehen, fällt es einem schwerer als gedacht.</p>
<p>Doch der Hauptfokus der Serie liegt ganz klar nicht auf dem Bachelor, sondern auf den Konflikten zwischen den Mädchen. Ich bin mir sicher, dass viel davon geskriptet oder zumindest vorgegeben wurde. Allerdings ist nicht zu übersehen, wie sehr die Frauen wirklich gegeneinander aufgestachelt werden. Der Stress in der Villa wird auch viel intensiver behandelt als die Dates mit dem Bachelor.</p>
<p>Als ich weiterschaue, noch immer in der Hoffnung, dass auch nur ein einziges Mal über Interessen oder Hobbies gesprochen wird, von Seiten der Frauen oder des Bachelors, werde ich enttäuscht. Die Gespräche handeln ausschließlich vom Aussehen des Bachelors, der Frauen oder Sex. Dass alle Kandidatinnen nie voll bekleidet zu sehen sind, muss ich hierbei wohl kaum erwähnen. Das man sich als Frau so zeigen darf, wie man will, ist etwas, was ich für sehr wichtig und vor allem richtig halte. Allerdings ist in der Show zu sehen, dass das sehr zwanghaft und durch das Pflichtgefühl, dem Bachelor zu gefallen, erfolgt. Je besser du aussiehst, desto bessere Chancen. Insbesondere nackt. Ich denke, dass da viel Gruppenzwang mitschwingt. Die eine zieht sich sexy an, da muss man mithalten können.</p>
<p>Was mich persönlich sehr aufregt, neben der Manipulation der Frauen, ist die Manipulation des Zuschauers. Natürlich möchte man im Fernsehen ein gutes Bild abliefern. Aber die scheinbare Echtheit der Show zu wahren, geht auf Kosten der Frauen, was man als Zuschauer schon sehr spürt. Die angebliche Zweisamkeit auf dem Sofa, der so romantische Kuss – umgeben von Softboxen, Kameras und Tonangeln.</p>
<p>In einer Umgebung, in der immer die Sonne scheint und die Tage lang und luxuriös in einer Villa mit Pool verbracht werden, ist doch alles perfekt. Dieses Bild brennt sich in das Unterbewusstsein des Zuschauers und gaukelt ihm eine heile Welt vor, in der sich Bachelor und Kandidatinnen bewegen. Ob das dem typischen RTL Zuschauer auffällt, ist fragwürdig.</p>
<p>Ebenfalls sind diese Bedingungen, unter denen die Frauen den Bachelor kennenlernen, utopisch. Immer am Strand, in Luxushotels mit „Dreamdates“. Ob eine Liebe, die sich unter solchen Umständen formt, noch hält, wenn man zurück in Deutschland in Jogginghose, ungeschminkt und mit Chips vor dem Fernseher sitzt und das perfekte Scheinbild des Partners nicht mehr auf erhalten werden kann?</p>
<p>Den letzten Staffeln zufolge ist dem eher nicht so. Die Bachelor- und Bachelorettebeziehungen halten im Schnitt kaum ein paar Monate. Die wahre Liebe, so wie es in der Show immer wieder wiederholte wird, war das nun nicht.</p>
<p>Die Bachelorette ist hierbei auch ein guter Stichpunkt. Ist der Bachelor wirklich so ein „menschenverachtendes Format“ wie zum Beispiel Tim Mälzer es bezeichnet, wenn es doch das Gegenstück dazu gibt?</p>
<p>Das Konzept der Bachelorette ist im Prinzip das Gleiche wie beim herkömmlichen Bachelor, nur dass die Rollen in den Geschlechtern getauscht werden. Eine Frau wird von vielen Männern begehrt. Dass dies ein Versuch der Erweiterung, aber auch insbesondere Rechtfertigung des Bachelorformats war, ist sehr offensichtlich. „Wir haben zu viel Kritik und Vorwürfe des Sexismus? Dann lasst doch das selbe, nur anderes herum abdrehen! Haben wir gleich Content für das nächste Jahr.“ Zumindest laufen Gespräche in der Produktion der Show vor meinem inneren Auge so ab.</p>
<p>Dass die Einschaltquoten der Bachelorette nicht mit denen des klassischen Bachelors mithalten können, war zu erwarten. Es ist gesellschaftlich wesentlich akzeptabler, wenn ein Mann sich mit vielen Frauen umgibt und gleichzeitig eine sexuelle Beziehung zu ihnen hat, als wenn eine Frau ähnliches tut.</p>
<p>Außerdem sind die berühmt berüchtigten „Zickenkriege“ der Kandidatinnen mitunter Hauptgrund, weshalb der Bachelor so gut läuft. Das ist nur in der Lightversion bei den Kandidaten der Bachelorette vorzufinden.</p>
<p>Doch ist der Bachelor wirklich ein so sexistisches Format? Wird einem Mann mal wieder die Macht über das Glück nicht nur einer, sondern vieler Frauen in die Hand gegeben?</p>
<p>Ja und Nein, würde ich sagen.</p>
<p>Wie schon früher angesprochen, sollte sich jede Kandidatin im Klaren darüber sein, für was sie sich anmeldet, wenn sie zum Bachelor geht. Recherchematerial ist in den letzten Staffeln und in der Klatschpresse zu Genügen vorhanden. Außerdem sind die Kandidatinnen erwachsene Frauen, die für sich selbst entscheiden können sollten, ob sie mit der Medienpräsenz und den sozialen Folgen klarkommen können, die die Teilnahme an der Show mit sich bringen.</p>
<p>Das muss man fairerweise gesagt haben, bevor man den Bachelor und sein Produktionsteam verteufelt.</p>
<p>Dass jedoch Kandidatinnen innerhalb der Show sehr gegeneinander aufgestachelt werden, allgemein manipuliert und nach Aussagen früherer Kandidatinnen, sehr unter Alkoholeinfluss gestellt werden, ist nicht unbedingt vorhersehbar.</p>
<p>Ich denke, es wäre frauenverachtend, wenn man sich als Frau nicht frei entscheiden könnte. Also sollte jede Frau auch die Entscheidung für sich treffen können an solch einer Fernsehserie teilzunehmen. Jedem sein Recht auf freie Entscheidung. Das halte ich für sehr wichtig.</p>
<p>Doch warum entscheiden sich so viele Frauen an diesem Format teilzunehmen, sollte sich der Zuschauer fragen. Sind sie alle so dumm und suchen dort wirklich die wahre Liebe? Meiner Meinung nach dürfte das nur bei einem Bruchteil zutreffen, wobei sich das auch im Laufe der Sendung dahingehend entwickeln kann.</p>
<p>Ich denke, dass viele den Bachelor als Chance sehen. Die Chance, die schon viele Reality TV Stars hatten, und somit als Sprungbrett zum großen Erfolg genutzt haben. Kim Kardashian als Vorbild. Oder eben Daniela Katzenberger auf deutscher Ebene. Die Kandidatinnen sind jung, sehen gut aus und sind größtenteils clever. Wieso nicht durch eine Castingshow im Fernsehen erste Aufmerksamkeit ergattern, sei es von Firmen, Produktionen oder der Presse? Damit wäre der erste Schritt zur medialen Präsenz getan und man hat es in der Zukunft leichter. Zumindest denken das viele.</p>
<p>Doch ist es trotzdem ein gesellschaftliches Problem? Da ich vermute, dass bei einigen dieses „Sprungbrett Bachelor“ als letzte Chance, doch noch erfolgreich zu sein gesehen wird, würde ich die Frage mit „ja“ beantworten.</p>
<p>Dass du in dieser Welt als Frau mehr wert bist, wenn du gut aussiehst, wird dir schon sehr früh klargemacht. Die Bestätigung, die man beim Bachelor für sein Aussehen bekommt, da es ausschließlich darum geht, ist Nährboden für das weibliche verzweifelte Ego.</p>
<p>Es ist schade, dass viele Frauen denken, sie könnten nur so in ihrem Leben erfolgreich werden. Dadurch, dass sie sich, wie bei einem Markt zur Schau stellen und bewerten lassen. Du solltest, falls du das wirklich möchtest, auf jeden Fall die Möglichkeit haben, diesen Weg einzuschlagen. Ich bin mir sicher, dass viele das für sich bewusst entscheiden. Andere jedoch, sehen es als einzigen Weg in dieser Gesellschaft einen Wert zu erhalten.</p>
<p>Und genau das ist der Fehler, den ich im Konzept Bachelor sehe.</p>
<p>Das Ausnutzen und erneute Bestätigen der Vorstellung, dass du als Frau nur dann Erfolg haben kannst, wenn du dir jeglichen charakterlichen Wert absagst, und deine Hülle das Maß deiner Wertigkeit ersetzt.</p>
<p>Man muss nicht dumm oder ungebildet sein, dass man als Frau daran glaubt.</p>
<p>Schlussendlich würde ich sagen, dass der Bachelor gefährlich unterhaltsam für jedes Alter und Geschlecht sein kann. Gefährlich, da sich das Bild was die Show vermittelt ganz schnell ins eigene Unterbewusstsein einnisten kann. Sei dies, dass man nur so viel Wert ist wie man aussieht, und dass eine andere Person dir diesen Wert zuschreiben kann, oder, dass die wahre Liebe nur am Strand oder am Pool existiert. Die Serie ist oft fake und geskriptet, „Reality TV“ als Markenbegriff.</p>
<p>Dennoch denke ich, dass man als eigenständiger erwachsener Mensch selbst die Entscheidung treffen können sollte, daran teilzunehmen, sei es jetzt aus karrieretechnischen Gründen oder um tatsächlich die vermeintlich wahre Liebe zu finden. Nur schade finde ich es, wenn dies aus dem Gedankengang stammt, dass man als Frau nur auf diesem Wege erfolgreich sein könne. Außerdem, was wäre unsere Gesellschaft ohne Trash TV? Man muss ja irgendwie die Bestätigung finden, dass das eigene Leben doch nicht so schlimm ist, schließlich gibt es ja immer Leute die zum Bachelor oder DSDS gehen. Solange die Mehrheit der Zuschauerschaft diese Meinung vertritt, rechne ich mit einer neuen Staffel des Rosenverteilens im nächsten Jahr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Auch Fee hat eine TV-Sendung zum Thema eines Textes gemacht. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2015/04/heidis-horror-picture-show/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Bei ihr geht es um GNTM</strong></a>.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/10/youtuberinnen-aus-der-genderperspektive/" target="_blank" rel="noopener"><strong>hier seht ihr ein Video</strong></a> von Sophia über die YouTube-Szene aus der Genderperspektive.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>YouTuber*innen aus der Genderperspektive</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/10/youtuberinnen-aus-der-genderperspektive/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Sophia]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Oct 2017 07:00:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Klischees]]></category>
		<category><![CDATA[Mädchen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=9732</guid>

					<description><![CDATA[YouTuber*innen sind bei jungen Menschen sehr beliebt. Für jeden Bereich des Lebens gibt es Menschen, die sich in Vlogs auf YouTube dazu äußern. Für meinTestgelände hat sich Sophia die YouTube-Landschaft in Deutschland mal aus der Genderperspektive angeschaut. Dazu hat sie auch einige ihrer Freund*innen aus der YouTube-Szene befragt und zu Wort kommen lassen. Mehr dazu:]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>YouTuber*innen sind bei jungen Menschen sehr beliebt. Für jeden Bereich des Lebens gibt es Menschen, die sich in Vlogs auf YouTube dazu äußern. Für meinTestgelände hat sich Sophia die YouTube-Landschaft in Deutschland mal aus der Genderperspektive angeschaut. Dazu hat sie auch einige ihrer Freund*innen aus der YouTube-Szene befragt und zu Wort kommen lassen.</strong></p>
<p><span id="more-9732"></span></p>
<p><b>Mehr dazu: </b></p>
<ul>
<li><span style="font-weight: 400;"><a href="https://www.youtube.com/channel/UCIrsqXbtU5nJq0PnJlda-DA" target="_blank" rel="noopener"><strong>Hier</strong></a> findet ihr Sophias YouTube-Channel, wo ihr noch mehr tolle Videos von ihr anschauen könnt.</span></li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Neben der Produktion von Videos schreibt Sophia auch Texte. In <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/04/vorurteile-gegenueber-bisexualitaet/" target="_blank" rel="noopener"><strong>diesem Text</strong></a> geht es um Vorurteile gegenüber Bisexualität.</span></li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Interview mit A. </title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/09/interview-mit-a/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[DieJungenHelden]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Sep 2017 07:00:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Texte]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Jungen]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=9703</guid>

					<description><![CDATA[Was beschäftigt eigentlich junge Männer, wie sehen sie sich selbst und ihre Umwelt? Welche Bedürfnisse und Wünsche haben sie? Mit diesen Fragen beschäftigt sich unsere Redaktionsgruppe „DieJungenHelden“. Im „Interview mit A.“ gehen sie diesen Fragen nach und bekommen spannende Antworten. A., 20 Jahre und sein Freund E. A. Das Coolste am Mann sein ist, dass]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was beschäftigt eigentlich junge Männer, wie sehen sie sich selbst und ihre Umwelt? Welche Bedürfnisse und Wünsche haben sie? Mit diesen Fragen beschäftigt sich unsere Redaktionsgruppe „DieJungenHelden“. Im „Interview mit A.“ gehen sie diesen Fragen nach und bekommen spannende Antworten.</strong></p>
<p><span id="more-9703"></span></p>
<p><strong>A., 20 Jahre und sein Freund E.</strong></p>
<p><strong>A.</strong></p>
<p>Das Coolste am Mann sein ist, dass wir keine Probleme haben mit der Menstruation. &#8211; Ohne Witz! (A. lacht) Und auch weniger Probleme, was das Aussehen betrifft. Das Aussehen spielt allerdings für mich als Mann auch eine große Rolle, ich will gepflegt sein. Aber ich brauche eben keine Schminke und habe nicht den großen Druck, den Frauen haben. Als Mann ist es wichtig, dass man sportlich und nicht faul ist, sondern fit aussieht. Schlapp geht gar nicht als Mann. Ich bin stolz, Mann zu sein. Auf die Männlichkeit und die Stärke im Mann.</p>
<p><strong>E.</strong></p>
<p>Und auf die Dominanz.</p>
<p><strong>A.</strong></p>
<p>Ja, auf die Dominanz die ein Mann eher ausstrahlt als eine Frau. Die Männer haben eher die Entschlossenheit und die Oberhand in Beziehungen, sie sagen wo es langgeht. Ich habe das Gefühl, dass die Frauen das auch erwarten.Früher habe ich das als Druck empfunden, jetzt habe ich mir das angewöhnt. Ich habe früher nicht ausgestrahlt, was ich wirklich will, daraus habe ich gelernt. Ich sage jetzt was ich denke. Als Mann schwach zu sein ist schwierig. Ich suche mir dann eine Ablenkung, wie ins Fitness-Studio zu gehen, Sport zu machen oder Musik. Aber wenn es richtig schlimm ist, wirklich am Tiefpunkt, würde ich mit meiner Freundin reden.</p>
<p><strong>E.</strong></p>
<p>Mir geht das auch so. Männer unterdrücken das eher.</p>
<p><strong>A.</strong></p>
<p>Ja, schon. Ich würde wirklich nur reden, wenn es am Tiefpunkt ist und nicht anders geht. Man versucht alleine zurecht zu kommen. Was mich immer wieder total nervt, sind die Erwartungen beim Kennenlernen. Wenn ich an einem Mädchen interessiert bin und merke, sie findet mich auch gut. Sie schaut dann zum Beispiel zu mir rüber &#8211; aber mehr macht sie nicht. Mädchen erwarten in solchen Situationen, dass Männer alles übernehmen. Manchmal bin ich unsicher und ich finde sie erwarten zu viel. Es ist doch so, dass die Frauen zwar Zeichen geben, aber erwarten, dass wir Männer hingehen müssen und sie ansprechen, uns um sie bemühen und den aktiven Part übernehmen. Es ist selten, dass das einmal anders herum passiert. Aber wenn das passiert und besonders wenn die Frau sehr offensiv ist, zieht einen das dann doch nicht so an.</p>
<p><strong>E.</strong></p>
<p>Ich finde das auch nicht so gut. Man soll schon ein bisschen kämpfen müssen. Egal wie hübsch sie ist, egal wie geil sie ist und wie verliebt ich bin. Sie soll nicht so leicht zu kriegen sein, da verliert man sonst schnell das Interesse.</p>
<p><strong>A.</strong></p>
<p>Was ich wirklich schwierig an Frauen finde ist, dass sie in Gruppen meist nicht sie selbst sind. Das stört mich sehr. Sie benehmen sich auf einmal ganz anders. Wenn sie sich verstellen, wenn sie künstlich werden oder affektiert, das mag ich nicht. Ich denke, sie machen das, um uns zu beeindrucken. Aber das funktioniert nicht. Wir merken das ja.</p>
<p>Ich bin immer ich &#8211; so wie ich bin halt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Was bedeutet es, ein Mann zu sein? Mit diesem Thema haben sich DieJungenHelden in ihren ersten Beiträgen beschäftigt. <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/06/mann-sein-ein-gespraech-unter-jungen-teil-1/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Teil 1</strong></a> und <a href="https://www.meintestgelaende.de/2017/07/mann-sein-ein-gespraech-unter-jungen-teil-2/" target="_blank" rel="noopener"><strong>Teil 2</strong></a> des Gesprächs unter Jungen könnt ihr nochmal nachlesen.</li>
</ul>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Rieke</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/09/rieke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[barner 16]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Sep 2017 07:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Me Myself & I]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechterrollen]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Männer]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.meintestgelaende.de/?p=9699</guid>

					<description><![CDATA[Kleider machen Leute – und Geschlecht. Die Schauspieler*innen von Barner 16 haben sich daher überlegt, wie sich die Kleider des jeweils anderen Geschlechts anfühlen. Sie haben sich verkleidet, geschminkt und munter cross-gedresst. In diesem Video seht ihr Rieke, sie hat sich noch nie in ihrem Leben so richtig als &#8222;Frau&#8220; oder früher als &#8222;Mädchen&#8220; gefühlt. Sie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kleider machen Leute – und Geschlecht. Die Schauspieler*innen von Barner 16 haben sich daher überlegt, wie sich die Kleider des jeweils anderen Geschlechts anfühlen. Sie haben sich verkleidet, geschminkt und munter cross-gedresst. In diesem Video seht ihr Rieke, sie hat sich noch nie in ihrem Leben so richtig als &#8222;Frau&#8220; oder früher als &#8222;Mädchen&#8220; gefühlt. Sie mochte es nie, Kleider zu tragen, und ist auch im Alltag eine androgyne Person.</strong></p>
<p><span id="more-9699"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu: </strong></p>
<ul>
<li>Hier seht ihr <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/11/tauscher/" target="_blank" rel="noopener"><strong>einen weiteren Film</strong></a> von Barner 16.</li>
<li><span style="font-size: 1.14285rem;">Und hier erfahrt ihr mehr über das Theater-Ensemble „<a href="http://www.meinedamenundherren.net/index.htm" target="_blank" rel="noopener"><strong>Meine Damen und Herren</strong></a>“.</span></li>
</ul>
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		<title>Julian oder Juliane</title>
		<link>https://www.meintestgelaende.de/2017/06/julian-oder-juliane/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FaulenzA]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 21 Jun 2017 07:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Meine Stimme]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>
		<category><![CDATA[Rap]]></category>
		<category><![CDATA[trans*]]></category>
		<category><![CDATA[Vielfalt]]></category>
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					<description><![CDATA[Weiter geht’s mit unserer Rap-Woche und FaulenzA. In ihrem Song „Julian oder Juliane“ geht es um Lebensrealitäten von trans* Menschen und um die Herausforderungen, denen sie jeden Tag begegnen. Mehr dazu: Neben der Musik ist FaulenzA auch als Autorin aktiv. Checkt ihr Buch „Support your sisters not your cisters“! Wie sich Alltagssituationen während der Transition]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Weiter geht’s mit unserer Rap-Woche und FaulenzA. In ihrem Song „Julian oder Juliane“ geht es um Lebensrealitäten von trans* Menschen und um die Herausforderungen, denen sie jeden Tag begegnen.</p>
<p><span id="more-9026"></span></p>
<p><strong>Mehr dazu:</strong></p>
<ul>
<li>Neben der Musik ist FaulenzA auch als Autorin aktiv. Checkt ihr Buch „<a href="https://www.edition-assemblage.de/support-your-sisters-not-your-cisters/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>Support your sisters not your cisters</strong></a>“!</li>
<li>Wie sich Alltagssituationen während der Transition zu einer großen Herausforderung entwickeln, <a href="https://www.meintestgelaende.de/2016/10/trans-sein-im-sommer/" target="_blank" rel="noopener noreferrer"><strong>erzählt Nev in diesem Text</strong></a>.</li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
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